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Fittings - Temperguss

Autoren
OldBo
27.01.2017
Die Bezeichnung der oder das "Fitting" steht für Passstück und Zubehörteile. Jedes Rohrleitungssystem (Stahlrohr, Kupfer, Edelstahl, Kunststoff, Mehrschichtverbundrohr) hat genormte Fittings (Gewinde-, Löt-, Press-, Steckfittings) oder vom Hersteller festgelegte Maße. Die Fittings können aus Stahl, Temperguss, Kupfer, Messing, Rotguss, Edelstahl und Kunststoff hergestellt sein.
Temperguss-Fittings > Bezeichnungen (technische Maße siehe Link)
 Temperguss-Fittings > Bezeichnungen (technische Maße siehe Link)
Quelle: Georg Fischer GmbH
Die Bezeichnung der oder das "Fitting" steht für Passstück und Zubehörteile. Jedes Rohrleitungssystem (Stahlrohr, Kupfer, Edelstahl, Kunststoff, Mehrschichtverbundrohr) hat genormte Fittings (Gewinde-, Löt-, Press-, Steckfittings) oder vom Hersteller festgelegte Maße. Die Fittings können aus Stahl, Temperguss, Kupfer, Messing, Rotguss, Edelstahl und Kunststoff hergestellt sein. Die Maße sind aus den Herstellerunterlagen zu entnehmen.

Die Firma Georg Fischer GmbH verfügt über eine 140jährige Erfahrung von effizienten präzisen Rohrleitungsmontagen und ist der Entwickler der z-Mass-Methode, die eine einfache Vorfertigung von Rohrleitungsinstallationen ermöglicht.

Auch heutzutage werden immer noch Gewindefittings verwendet. Die Gewinde für Rohre, Armaturen, Fittings und sonstige Rohrleitungsteile sind international und national genormt. Die Größenangaben der Fittings (z. B. R 1/2) verhält sich parallel mit den Nennweitenangaben der Rohre (z. B. DN 15). Im Gegensatz zu den "neumodischen" Fittings in der Kunststoff- und Verbundrohrinstallation haben die Gewindefittings keine Querschnittsverengungen und dadurch geringe Widerstände.

Bei den Gewindearten unterscheidet man zwischen
  • Anschlussgewinden: Diese Rohrgewinde dichten im Gewinde gemäss ISO 7-1 bzw. prEN 10226-1 (die in der jeweils gültigen nationalen Ausgabe, DIN 2999, BS 21)
  •  Befestigungsgewinde: Diese Gewinde dichten nicht im Gewinde gemäss ISO 228-1
Daraus ergibt sich der Unterschied, dass das Rohrgewinde nach ISO 7-1 im Gewinde gedichtet wird, und zwar überwiegend durch metallische Pressung (kegelig/zylindrisch) der im dichtenden Bereich gänzlich formschlüssigen Gewindeflächen, wobei durch Dichtmittel (Hanf/Fermit, Teflonband) die Dichtwirkung verbessert und die Hohlräume luft- und wasserdicht werden.

Das Rohrgewinde nach ISO 228-1 ist ein rein mechanisches Befestigungsgewinde. Die Abdichtung, der damit zu verbindenden Teile, erfolgt über Weichdichtungen (Flach-, Quetschdichtungen) oder über metallische Passflächen.

Das Material der Temperguss-Fittings ist eine Eisen-Kohlenstoff-Legierung, die die Eigenschaften von Gusseisen (Vergiessbarkeit) und Stahl (Festigkeits- und Zähigkeitseigenschaften) in sich vereint. Durch die chemische Zusammensetzung der Schmelze wird eine ausgezeichnete Vergiessbarkeit erreicht und somit besonders für die Herstellung komplizierter Formen und für die Fertigung von Teilen mit sehr geringen Wanddicken geeignet ist.

Da Temperguss im gegossenen Zustand hart, spröde und nicht bearbeitbar ist, wird das Gefüge erst durch eine anschliessende Wärmebehandlung gebrauchsfähig. Eine Langzeit-Glühbehandlung (Tempern) sorgt für eine sehr gute Bearbeitbarkeit und sehr gute Zähigkeitseigenschaften bei gleichzeitig ausreichend hoher Festigkeit. Dabei wird zwischen zwei Temperguss-Sorten unterschieden

Schwarzer Temperguss
wird in einer inerten Atmosphäre (Schutzgas oder Vakuum) geglüht und hat ein gleichmässiges Gefüge mit höherem Kohlenstoffgehalt
Weisser Temperguss
wird in einer oxidierenden Atmosphäre geglüht und der Kohlenstoffgehalt der Randzone stark reduziert und das Gefüges entkohlt, was ausschlaggebend für eine bessere Verzinkbarkeit bzw. einer Legierungsbildung der Zinkschicht ist,  für eine höhere Festigkeit bei gleicher Dehnung sorgt und durch zusätzliche Wärmebehandlung zu einer bedingten Schweiss- und Lötbarkeit führt.

Verzinkte Stahlrohre werden mit Fittings verarbeitet. Zum Korrosionsschutz werden die Temperguss-Fittings verzinkt. Wobei entweder die Schmelztauchverzinkung oder die galvanische Verzinkung angewendet wird. Das Schmelztauchverfahren wird bevorzugt verwendet, weil sich dabei eine gute Oberflächenlegierung mit einer gleichmässige Schichtdicken (mindestens 500 g/m2 bzw. 70 µm) ergibt. Bei der galvanischen Verzinkung bildet sich nur eine Deckschicht (maximal 25 µm) und keine Legierungsbildung mit dem Werkstoff, was in der Praxis zum Abplatzen bei Ausdehnungsvorgängen führen kann. Deswegen sollten verzinkte Fittings und verzinkte Rohre in Heizungs-, Solar- und Warmwasserleitungen nicht eingebaut werden.
Herstellen einer Rohrgewindeverbindung
Rohrgewinde
 Rohrgewinde
Quelle: SANHA Kaimer GmbH & Co. KG
Hanfzopf und Hanfrolle
 Hanfzopf und Hanfrolle
Quelle: Bosy
Einhanfen
 Einhanfen
Quelle: Bosy

Wird zum Schneiden des Rohrgewindes eine verstellbare Schneidkluppe benutzt, so ist die Gewindegröße auf Sollmaß einzustellen. Danach ist das Rohrgewinde einzuhanfen. Hierbei ist der Hanf so sparsam aufzutragen, dass die Gewindespitzen noch sichtbar sind. Anschließend ist ein Dichtmittel auf den Hanf aufzutragen, wodurch der Hanf geschmeidig wird und kein Wasser aufsaugt. Dann ist der Fitting von Hand so weit wie möglich (ca. 2/3 der Gesamtgewindelänge) auf das Rohrende aufzuschrauben. Hierbei sollen sich die Gewindeflanken von Außen- und Innengewinde berühren. Anschließend ist der Fitting mit einem geeigneten Werkzeug bis zum Anschlag auf das Rohrgewinde zu schrauben. Am Ende sind immer noch 2 Gewindegänge sichtbar.

Ein Gewaltbruch des Fittings, verursacht durch unsachgemäße Montage – also zu tiefes Einschrauben des konischen Außengewindes – ist als ein Montagefehler anzusehen und fällt somit nicht in den Bereich der Gewährleistung.

Dichtungshanf, auch Werg genannt, ist auch heutzuutage immer noch "das" Abdichtungsmittel für Rohrgewinde bei der Wasser- und Gasinstallation in Verbindung mit einer zur Anlage passender  pastösen Dichtungspaste (z. B. Fermit) eingesetzt.

Der Hanf quillt bei dem Kontakt mit Wasser bzw. Feuchtigkeit auf. Dadurch sind leichte Bewegungen in der Dichtungsfuge möglich und ungenaue Passungen der konischen Fittings und Rohrgewinde aus Stahl werden ausgeglichen. Ein Fitting bzw. eine Verschraubung kann nachkorrigiert (1/4-Umdrehung) werden, ohne dass die Verbindung undicht wird. Hanf kann in Trinkwasser- (bis 16 bar), Heizungs- (bis 7 bar) und Gasanlagen (bis 5 bar) mit einem geeigneten Dichtungsmittel (z. B. Neo Fermit Universal) bis 130 °C und z. B. mit Hochdruck-Fermit auch in Heißwasser-, Hochdruckdampf- und Solaranlagen bis 160 °C und 16 bar eingesetztwerden.

Der Streit, wann das Dichtungsmittel zugeführt werden muss - vor oder nach dem Einhanfen - wir wohl nie beendet.

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vielleicht_hilfts schrieb: Bei mir 1 Jahr alter Geberit Duofix Kasten mit UP320 lief ab und zu nach. Nach dem auseinanderbauen konnte ich feststellen, dass alle Komponente in Ordnung waren. Die Ursache für das Nachlaufen bei mir...
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