2035

Geschichte der Heizungsanlagenverordnung

Autoren
OldBo
21.02.2017
Die Heizungsanlagenverordnung (HeizAnlVO) muss immer in Verbindung mit der Wärmeschutzverordnung (WärmeSchutzV) und dem Energieeinsparungsgesetz (EnEG) betrachtet werden. Beide Verordnungen wurden von der Energieeinsparverordnung (EnEV) abgelöst. Ab 2017 wird das Gebäudeenergiegesetz (GEG) geplant.
Spezifischer Wärmebedarf
 Spezifischer Wärmebedarf
Quelle: Bosy
Die Heizungsanlagenverordnung (HeizAnlVO) muss immer in Verbindung mit der Wärmeschutzverordnung (WärmeSchutzV) und dem Energieeinsparungsgesetz (EnEG) betrachtet werden. Beide Verordnungen wurden von der Energieeinsparverordnung (EnEV) abgelöst. Ab 2017 wird das Gebäudeenergiegesetz (GEG) geplant.

Besonders Altbaubesitzer oder Käufer von Altbauten sind auch heute noch daran interessiert, nachzuvollziehen, ob die Vorschriften zum Zeitpunkt des Baujahres des Hauses eingehalten wurden.

Seit 1978 nimmt der spezifische Wärmebedarf (W/m2) durch bessere Baustoffe und Anlagentechnik stetig ab.

1976

Das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) tritt in Kraft.

1977

Die 1. Wärmeschutzverordnung - Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz bei Gebäuden - wird am 1. November 1977 infolge der EnEG eingeführt.
Der Hintergrund sind die Ölkrise und die steigender Energiepreise. Mit der WärmeschutzV soll der Energieverbrauchs durch bauliche Maßnahmen reduziert werden.

1978

Die 1. Heizungsanlagenverordnung - Verordnung über  energiesparende Anforderungen an heizungstechnische Anlagen und Warmwasseranlagen - setzt Anforderungen an die energiesparende Ausrüstung und den Betrieb von Heizungsanlagen fest.
Die wichtigsten Inhalte sind
  • Wärmeerzeuger sollen nicht überdimensioniert werden
  • Vorschriften für Niedertemperaturkessel werden festgelegt
  • Wärmeerzeuger und Rohrleitungen müssen gedämmt werden
  • Die Heizungsvorlauftemperatur muss eine außentemperaturabhängige Regelung haben
  • Die Heizung muss zu bestimmten Zeiten über eine Zeitschaltuhr abgeschaltet werden können
  • Die Heizkörper werden mit Thermostatventilen ausgerüstet, um die Fremdwärme zu Heizzwecken zu nutzen
  • Die Verluste von Trinkwasseranlagen müssen begrenzt werden
  • Die Heizungsanlagen müssen regelmäßig gewartet und instandgehalten werden
  • Nachrüstfristen werden festgelegt

1980

Das Energieeinsparungsgesetz wird geändert

1982

Die Wärmeschutzverordnung wird novelliert

1984

Am 1. Januar 1984 tritt die 2. Wärmeschutzverordnung in Kraft

1989

Die 3. Heizungsanlagenverordnung  tritt in Kraft

1994

Die 4. Heizungsanlagenverordnung tritt in Kraft

1995

Am 1. Januar 1995 tritt die 3. Wärmeschutzverordnung in Kraft. (Qh nach EN 832 / DIN V 4108-6).
Die Wärmeschutzverordnung begrenzt den Jahres-Heizwärmebedarf, also die Wärme, die von Heizflächen in den Raum abgegeben werden muss.

1998

Die 5. Heizungsanlagenverordnung tritt in Kraft

2001

Letzten Änderung in der 5. Heizungsanlagenverordnung (eP nach DIN V 4701-10)

2002

Am 1. Februar 2002 wurde die Wärmeschutzverordnung und die Heizungsanlagenverordnung  in der Energieeinsparverordnung (EnEV)  - Bilanzierung des Primärenergiebedarfs nach Monatsbilanzverfahren / Heizperiodenbilanzverfahren - zusammengefasst.
Der Jahres-Primärenergiebedarf (QP,zul = (Qh + Qtw) * eP [kWh / m² a]) bei Wohngebäuden wird festgelegt.
Qh Der Jahres-Heizwärmebedarf ist die errechnete Energiemenge, die z. B. durch Heizkörper an einen beheizten Raum abgegeben wird.
Qtw Der Jahres-Trinkwasserwärmebedarf ist die Energiemenge, die zur Erwärmung dem Trinkwasser zugeführt werden muss.
eP Die Anlagenaufwandszahl (DIN 4701-10) beschreibt das Verhältnis von Aufwand an Primärenergie zum erwünschten Nutzen (Energiebedarf).
Die Energieeinsparverordnung begrenzt den zulässigen  Jahres-Primärenergieverbrauch für Heizung und Warmwasserbereitung, also den Jahres-Heizwärmebedarf + Verluste der Anlagentechnik + Verluste bei der Energieumwandlung und -transport.
Die Energieeinsparverordnung stellt auch Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz und ermöglicht die Berücksichtigung solarer Wärmegewinne.
Wesentliche Normen der Energieeinsparverordnung
DIN V 18599 - Energetische Bewertung und Berechnung des Energiebedarfs für Heizung, Kühlung, Lüftung, Trinkwarmwasser und Beleuchtung von Nichtwohngebäuden
DIN V 4108-6 - Grundlagen zum Wärme-, Feuchte und Schlagregenschutz
DIN V 4701-10 - Energetische Bewertung heiz- und raumlufttechnischer Anlagen

2003

Die Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden tritt in Kraft. Die sog. EU-Gebäuderichtlinie verpflichtet alle Mitgliedsstaaten zum 04.Januar.2006 einen Energiepass für Gebäude einzuführen.

2004

Am 18. November 2004 wird die Energieeinsparverordnung (EnEV 2004) novelliert. Es wurden Verfahrensvereinfachungen vorgenommen und die Rechtssicherheit und -klarheit bei Anwendung wird erhöht. Dabei liegt der Schwerpunkt: in der Anpassung an den Stand der Technik.

2005

Das Energieeinsparungsgesetz wird am 8. September 2005 inkraftgesetzt, um die Vorgaben der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) zu erfüllen

2007

Am 1. Oktober 2007 wird die Energieeinsparverordnung (EnEV 2007) wieder novelliert

2008

Ab dem 1.7.2008 sind Energieausweise für Wohngebäude mit einem Baujahr bis 1965 bei Neubau, Verkauf und Neuvermietung erforderlich.

2009

Ab dem 1. Januar 2009 sind Energieausweise für Wohngebäude aller Baujahre bei Neubau, Verkauf und Neuvermietung erforderlich. Ab dem 1. Oktober 2009 gilt die neue EnEV.

2009

Am 19. Dezember 2008 das Dritte Gesetz zur Änderung des Energieeinsparungsgesetz verabschiedet. Der Bundesrat hat am 13. Februar 2009 zugestimmt. Nun kann die Novelle der Energieeinsparverordnung durchgeführt werden.
Ab dem 1. Juli 2009 sind Energieausweise für Nichtwohngebäude erforderlich

2012/13

Am 1. Januar 2013 soll EnEV 2012/2013 in Kraft treten und die EnEV 2009 ersetzen. Damit werden die Vorgaben der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) 2010 umgesetzt, die u.a. für Neubauten den Nullenergiestandard (Niedrigstenergiegebäude) fordert und schärfere Kontrollen für den Energieausweis vorschreibt. Auf die bei zurückliegenden EnEV-Novellierungen übliche 30%ige Senkung der Gebäudeenergieverbräuche wird der Gesetzgeber aus wirtschaftlichen Gründen voraussichtlich wohl nicht durchgegführt. Die Wärmeerzeugung soll sicherlichb auf einem Brennwertkessel mit einer Solarthermie-Anlage zur Warmwasserbereitung basieren.

2013/14

Die Zweite Verordnung zur Änderung der Energieeinsparverordnung vom 18. November 2013 wurde am 21. November 2013 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Die EnEV 2014 tritt vorbehaltlich des Absatzes 2 am 1. Mai 2014 und § 27 Absatz 2 Nummer 6 dieser Verordnung am 1. Mai 2015 in Kraft.

2016

Die Grundlage sind die Änderungen auf Grund von Artikel 326 der Zehnten Zuständigkeitsanpassungsverordnung vom 31. August 2015 (BGBl I S. 1474), in Kraft getreten am 8. September 2015 und erhöht die Anforderungen der EnEV 2014.
In neue Wohnhäusern, die ab 2016 in diese Verordnung fallen, mindert sich der berechneten Höchstwert für den Jahres-Primärenergiebedarfs jeweils um 25 %. In der Praxis berechnet der beauftragte Planer den Jahres-Primärenergiebedarfs des Referenzhauses und multipliziert das Ergebnis mit 0,75. So werden die Anforderung an den Jahres-Primärenergiebedarf um 25 % verbessert.

2017/18

Ende der EnEV !?!

Die Bundesregierung (Referentenentwurf 23.1.2017) plant die Zusammenfassung der Energieeinsparverordnung (EnEV), dem Energieeinspargesetz (EnEG) und dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) in ein neues Regelwerk, das Gebäudeenergiegesetz (GEG).
Das Ziel der Bundesregierung ist, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen und bis 2020 sollen 14 % des Endenergieverbrauchs für Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energien stammen.

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