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Terrazzo

Autoren
OldBo
14.05.2018
Terrazzo ist vom Aufbau her ein typischer Estrich (DIN 13318, DIN 18353). Das Bindemittel ist ein grauer oder weißer Portlandzement. Eine farbige Pigmentierung ist auch möglich. Bei der Wahl der Zuschläge spielt die Schleifbarkeit eine entscheidene Rolle.
Terrazzo-Mosaikrosetten
 Terrazzo-Mosaikrosetten
Quelle: Terrazzo Peter Hess
Herstellung-Walzterrazzo
 Herstellung-Walzterrazzo
Quelle: Terrazzo Peter Hess
Böden und Treppen
 Böden und Treppen
Quelle: Terrazzo-Beton GmbH
Fugenlose Dusche
 Fugenlose Dusche
Quelle: Terrazzo Peter Hess
Badezimmer
 Badezimmer
Quelle: Terrazzo Peter Hess

Schon in der griechischen und römischen Antike (ab ca. 300 v. Chr.) gab es Terrazzoböden. Die Terrazzoböden wurden in künstlerischer Ausführung aber auch in einfacher Ausführung hergestellt. In Mitteleuropa wurde Terrazzo im Kirchenbau und dann auch in anderen öffentlichen Gebäuden als funktioneller, belastbarer und schmückender Bodenbelag eingesetzt. Hier wurden verschiedenfarbige Flächen miteinander kombiniert und hatten zusätzlich Ornamente oder Inschriften aus Mosaiksteinen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden in stark beanspruchten Bereichen des Wohnungsbaus (Treppenhäuser, Küchen und Bäder) einfarbige Beläge eingesetzt. In den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts wurden die Terrazzoböden sehr häufig verlegt und wurden später von "Terrazzo-Platten" abgelöst. Außerdem verdrängten in den 60er-Jahren des letzten Jahhunderts billigere, industriell hergestellte Produkte (Keramikfliesen, Teppichboden und PVC, Linoleum) die Terrazzoböden. Heutzutage wird Terrazzo für hochwertige Wohnbereiche wiederentdeckt.

Gegenüber den meisten anderen Bodenbelägen besitzt Terrazzo eine höhere Tragfähigkeit, Gebrauchstauglichkeit und Lebensdauer. Der Terrazzoboden besteht aus mineralischen Werkstoffen und nimmt kaum Wasser auf. Die sichtbare Oberlage ist relativ dick. Die Werkstoffauswahl beeinflusst Härte und Resistenz. Ein richtiger, traditioneller Terrazzo wird vor Ort aus Bindemitteln und Zuschlagstoffen (ab 5 mm Korngröße) trocken gemischt, mit Wasser und hydraulischem Kalk oder Zement vermengt und auf die zuvor hergestellte Trägerschicht des Rohbetonbodens aufgebracht.

Die Farbigkeit des Bodens wird durch die Mischung aus eingefärbtem Bindemittel und verschiedenfarbigen Zuschlägen (z. B. splittgroße Bruchstücke aus Marmor, Dolomit, Kalkstein, Granit) beeinflusst. Bei aufwendiger gearbeiteten Böden können auf die homogene Fläche anschließend weitere Granulate aufgestreut oder Mosaiksteine eingebracht werden.

Terrazzoböden können durch die Zugabe von korrosionsfesten Metallspänen oder Graphitzugaben elektrisch leitend hergestellt werden. Diese Methode wird heutzutage z. B. in Operationssälen angewendet, um elektrostatische Aufladungen zu vermeiden. Die Aufladung wird durch eine eingearbeitete geerdete Metallgittermatte abgeleitet.

Die Gesamtkonstruktionshöhe des Bodens ergibt sich aus der Dicke des Terrazzovorsatzes (aufgetragene Schicht), und wenn notwendig, des Unterbetons, der in der Praxis in der Regel erforderlich ist. Die Schichtdicke des eingebrachten, noch nicht geschliffenen Terrazzovorsatzes sollte etwa dem 2-fachen Durchmesser des Größtkorns entsprechen. Dies wären z. B. bei einem Korn-Durchmesser von 12 mm mindestens 25 mm. Davon werden ca. 5 mm abgeschliffen, so dass die verbleibende Terrazzo-Schichtstärke ca. 20 mm beträgt. Bei einer notwendigen Dicke des Unterbetons von 30 mm ergibt sich bei diesem Beispiel eine Gesamtkonstruktionshöhe von 30 + 20 = 50 mm. Die Gesamtkonstruktionshöhe über die gesamte Fläche annähernd gleich sein und darf nicht durch eingelegte Leitungs- oder Leerrohre vermindert werden, da sich sonst an diesen dünneren Stellen des Belags zwangsläufig Risse bilden. Gegebenenfalls ist durch eine Ausgleichsschicht eine konstante Konstruktionshöhe über die gesamte Fläche herzustellen.

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Bei dem Walzterrazzo wird die aufgetragene Schicht mit Walzen verdichtet. Durch Schleifen werden die Körner der Zuschläge sichtbar und bestimmen so das Erscheinungsbild des Bodens. Bis zum ersten Schliff ist eine Abbinde- und Ruhezeit erforderlich, die je nach Aufbau bis zu einem halben Jahr in Anspruch nehmen kann. Zuvor können Vertiefungen und Fehlstellen mit Spachtelmasse ausgeglichen werden. Zur Verfeinerung und Verstärkung des Glanzeffektes sind weitere Spachtelungen und Schliffe möglich.
Zur Gewährleistung eines kraftschlüssigen Verbundes beider Schichten muss der Unterbeton sorgfältig vorbereitet werden, bevor der Terrazzo eingebracht werden kann. Eine breiartige Zementschlämme (Zement-Sand-Mischung 1:1) wird in einer dünnen Schicht eingekehrt. Diese darf bis zum Einbringen der Terrazzomischung nicht abtrocknen. Da die Beanspruchungen an den Feldrändern am größten sind, muss besonders sorgfältig gearbeitet werden. Das Mischen des Terrazzo erfolgt in der Regel in kleinen Zwangsmischern auf der Baustelle und wird in Eimern zum sogenannten Terrazzieri befördert. Dieser bringt das Terrazzogemisch wie einen Estrich von Hand ein. Ein Pumpen des Terrazzo ist nicht möglich ist, weil die Gefahr einer Vermischung zu groß ist.
Danach wird die Terrazzooberfläche mit einem sogenannten "Glättschwert" geglättet. Damit es nicht zu Vermischungen innerhalb der Kornlage kommen kann, sollte nicht maschinell geglättet werden. Das Walzen des Terrazzo ist eine sehr langwierige Arbeit. Der Terrazzo wird mit einer großen Walze so lange gewalzt, bis der Zementleim an die Oberfläche tritt. Dieser Zementleim wird dann entfernt und wieder gewalzt. Dabei legt sich die Terrazzokörnung an die Oberfläche und man bekommt eine "Korn an Korn" Optik. Durch ein gründliches Walzen wird der spätere Schleifaufwand geringer und durch die Dichtigkeit des Bodens das Schwindverhalten reduziert wird, was bei Korngrößen > 16 mm besonders vorteilhaft ist.

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Gussterrazzo wird oft wegen seiner hohen optischen und physikalisch-technischen Qualitäten als Bodenbelag ausgewählt. Der Verlegeuntergrund darf diese Qualitäten in keiner Weise beeinträchtigen. Die Verlegeuntergründe müssen frei von Rissen, Verschmutzungen und größeren Unebenheiten sein.
Ein Estrich ist eine Lastverteilungsschicht (besonders, wenn ein Gussterrazzo vorgesehen ist), deren Dicke sich nach der auftretenden Belastung und der Weiterleitung der Last in den tragenden Untergrund richtet. Ein Estrich als Verlegeuntergrund soll entsprechend gleichmäßig dick sein. Gefälle der Belagsoberfläche sind entweder in der Betonrohdecke oder durch einen gesonderten Gefälleestrich vorzusehen. Der Querschnitt des Estrichs darf nicht durch Rohrleitungen und Leerrohre geschwächt werden. Die Stärke beim Zementestrich auf Dämmschichten oder Fussbodenheizungen sollte die Nenndicke von 6 cm nicht unterschreiten. Gussestriche (Fliesestriche) sind nicht geeignet, da die Oberfläche zu glatt ist und sie meist mit Gips versehen sind, und so zu Aufschwellungen des Unterbodens führen. Der Estrich muss in einem Arbeitsgang verlegt werden, er darf nur an Türübergängen und an den erforderlichen Dehnfugen beendet werden. An diesen Stellen muss in dem daraufkommenden Gussterrazzoboden auch eine Dehnfuge eingesetzt werden.
Die Grundmasse des Gussterrazzobodens besteht aus dem Bindemittel (Kalk oder Zement) und den Zuschlagstoffen (farbige Kieselsteine). Die Masse wird bei der Verarbeitung in Formen oder frei auf die Trägermasse eingestreut und nach der Austrocknung geschliffen und poliert. Im Innenbereich werden im allgemeinen die feineren Bearbeitungsarten von der geschliffenen Oberfläche bis zur polierten Oberfläche bevorzugt. Gebräuchliche Bearbeitungsarten im Innenbereich sind geschliffen, fein geschliffen, poliert. Im Aussenbereich gesandt, fein geschliffen oder grob geschliffen. Die Stärke der Terrazzoböden sind in der Regel im Innenbereich 3 cm und im Aussenbereich 4 cm. Das Quadratmetergewicht bei einer Stärke von 3 cm beträgt ca. 78 kg.

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woodi schrieb: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Anheben des Einschaltdeltas wirklich hilft. Falls der Sensor die Temperaturerhöhung bei Sonneneinstrahlung mangels Volumenstrom bei ausgeschalteter Pumpe nicht...
tiber schrieb: Deswegen meiner Meinung nach den Öler raus und jetzt noch die bestmögliche Förderung ungekürzt nutzen. Zwei Wohneinheiten mit getrennter Heizungsanlage und eigener WP, d.h. je Wohneinheit dann...
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