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Heizungsnachspeisung

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Autoren
OldBo
12.11.2012
Der direkte Anschluss einer Trinkwasseranlage mit einer Nichttrinkwasseranlage muss über eine geeignete Sicherungsarmatur erfolgen. Daraus ergibt sich, dass eine Heizungsnachspeisung nur über einen Systemtrenner oder einen Rohrtrenner erfolgen darf.
Alte und neue Fülleinrichtung
 Alte und neue Fülleinrichtung
Quelle: Gebr. Kemper GmbH + Co. KG
Absicherung einer Heizungsnachspeisung
 Absicherung einer Heizungsnachspeisung
Quelle: Honeywell GmbH
Füllarmatur mit Schlauchanschluss
 Füllarmatur mit Schlauchanschluss
Quelle: Afriso Euro-Index GmbH
Nachfüllkombination dient dem automatischen Be- und Nachfüllen von geschlossenen Heizungsanlagen
 Nachfüllkombination dient dem automatischen Be- und Nachfüllen von geschlossenen Heizungsanlagen
Quelle: Caleffi Armaturen GmbH
Automatische Füllarmatur mit Leckagesicherung für den Heiz- und Kühlbetrieb <br />1 Absperrung <br />2 Drucksensor <br />3 Steuerung <br />4 Motorkugelhahn<br />5 Systemtrenner BA <br />6 Prüfstutzen/<br />Manometeranschluß<br />7 Schmutzfänger <br />8 Druckminderer
 Automatische Füllarmatur mit Leckagesicherung für den Heiz- und Kühlbetrieb
1 Absperrung
2 Drucksensor
3 Steuerung
4 Motorkugelhahn
5 Systemtrenner BA
6 Prüfstutzen/
Manometeranschluß
7 Schmutzfänger
8 Druckminderer
Quelle: Reflex Winkelmann GmbH + Co. KG
Fülleinrichtung (Systemtrenner-Auslaufventil BA) für den häuslichen Bereich und für Industrie, Handel,<br />Landwirtschaft und Gartenbaubetriebe
 Fülleinrichtung (Systemtrenner-Auslaufventil BA) für den häuslichen Bereich und für Industrie, Handel,
Landwirtschaft und Gartenbaubetriebe
Quelle: Gebr. Kemper GmbH + Co. KG
Alle Heizungs-, Solar- und Kühlkreisläufe haben immer systembedingt Wasser- bzw. Flüssigkeitsverluste, die durch Dampfdiffusion (Verdunstung an Stopfbuchsen oder O-Ringen der Ventile, Schieber und Hähne), Entlüftung oder Undichtigkeiten an Verbindungsstellen verursacht werden. Durch die fehlende Flüssigkeit fällt der Systemdruck und an den höchsten Anlagenstellen kann an den Ventilen Luft eingesaugt werden. An der höchsten Stelle der Anlage sollte immer ein Überdruck von 0,3 bis 0,5 bar vorhanden sein.

Für die Druckhaltung ist der Betreiber der Anlage verantwortlich. Hier ist der Einsatz einer Füllarmatur nicht nur sinnvoll, sondern auch vorgeschrieben. Eine automatischen Nachfülleinrichtung sollte nur in größeren Anlagen bzw. in Anlagen eingesetzt werden, die regelmäßig beobachtet und eine Leckmeldeeinrichtung haben. Der Einsatz einer Nachfülleinrichtung in eine thermische Solaranlage muss von Fall zu Fall geprüft werden, weil diese Anlagen mit Drücken über 4 bar und möglichst nur mit einem Wasser-Glykol-Gemisch (Solarflüssigkeit) nachgefüllt werden sollten.

"Modernere" Anlagen haben eine Füllarmatur, die aus einem Druckminderer mit kompensierendem Ventilsitz, Schmutzfänger, einer Absperrmöglichkeit, einer Manometer-Anschlußmöglichkeit und einem Rückschlagventil besteht. Außerdem muss, besonders bei größeren Nachfüllmengen, immer VE-Wasser (kein Trinkwasser) und das passende Vollschutzmittel (wenn vorhaden) durch entsprechende Einrichtungen nachgefüllt werden. Damit die richtige Flüssigkeit nachgefüllt werden kann, muss an jeder Nachfülleinrichtung ein Aufkleber (z. B. Heizungswasser) mit den entsprechenden Werten (z. B. pH-Wert, Gemischangabe) und die Daten der Wartungen vorhanden sein.

Der direkte Anschluss einer Trinkwasseranlage mit einer Nichttrinkwasseranlage muss über eine geeignete Sicherungsarmatur erfolgen. Daraus ergibt sich, dass eine Heizungsnachspeisung nur über einen Systemtrenner oder einen Rohrtrenner erfolgen darf.

An dieser Armatur wird der notwendige Fülldruck (Anlagendruck im kalten Zustand = 0,3 bar über dem Vordruck des MAG's) eingestellt. Dadurch ist eine Überfüllung der Anlage nicht möglich. Außerdem kann bei einer Neubefüllung das Wasser langsam eingefüllt werden, was eine bessere Entlüftung der Anlage ermöglicht.

Aus Sicherheitsgründen muss nach dem Füllvorgang die Absperrung an der Unterseite der Armatur geschlossen werden und die Schlauchverbindung von der Füllarmatur abmontiert werden. 

Eine feste Verbindung zwischen der Heizungsanlage und der Trinkwasseranlage ist nur bei dem Einbau eines System- oder Rohrtrenners in der Zuleitung zur Heizungsanlge erlaubt.

Einige Armaturen haben eine Einstellskala zur Voreinstellung des Druckes. Der Mechanismus überträgt die Bewegung der Einstellschraube, durch die der Druck auf die Feder erhöht wird, auf eine Anzeige, die proportional zur Federspannung den eingestellten Druck anzeigt. Die Genauigkeit der Konstruktion und die Überprüfung der Einstellung im Werk gewährleisten eine Präzision von ± 0,15 bar. Dieses Regelsystem macht die Voreinstellung des Druckes auch bei einer noch nicht montierten Armatur möglich. Nach dem Füllvorgang und dem Einbau einer Sicherungsarmatur regelt der interne Mechanismus den Druck automatisch.
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Die DIN EN 1717:2001-05 definiert Heizungswasser ohne chemische Zusätze als Flüssigkeit der Kategorie 3 und behandeltes Heizungswasser mit Inhibitoren als Korrosionsschutz ist eine Flüssigkeit der Kategorie 4.
Da nach der DIN EN 1717 alle Anschlüsse als ständige Anschlüsse angesehen werden und der früher gebräuchliche „kurzzeitige“ Anschluss damit der Vergangenheit angehört, gilt dies auch für den oft benutzten Füllschlauch. Dieser Füllschlauch, der eine zeitweilige Verbindung der Trinkwasseranlage über einen Rückflussverhinderer mit der Heizungsanlage darstellte, hat in Europas Kellern seine Daseinsberechtigung schon längere Zeit verloren. Im Falle eines Druckverlusts in der Trinkwasserleitung kann es zu einem Rückdrücken dieser Flüssigkeit der Kategorie 3 oder sogar 4 in die Trinkwasserleitung kommen.
Arnd Bürschgens, Schulungsleiter der Honeywell GmbH
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Ein Heizungsanlagenanschluss wird wie ein Geräteanschluss betrachtet, weil der Wasserinhalt der Heizungsanlage gegenüber einer sonstigen Nichttrinkwasseranlage nicht ständig nachströmen kann.

Sicherungseinrichtungen nach DIN 1988-4 Tabelle 1 Nr. 20/21

oder

Sicherungseinrichtungen nach DIN EN 1717 Tabelle NA Nr. 32 und 33

Eine Mischung beider Normen ist nicht zulässig.

Der Anschluss an das Trinkwassernetz muss direkt  (T-Stück) ohne lange Anschlussleitung ausgeführt werden, damit trinkwasserseitig kein Stagnationswasser auftreten kann.

Systemtrenner-Auslaufventil BA sind zur sicheren Einhaltung der Anforderungen aus DIN EN 1717 bis zur Flüssigkeitskategorie 4 zur Montage im Neubau und zum Austausch ungeeigneter Zapfventile im Bestand einzubauen, da in den meisten Anlagen behandeltes oder aufbereitetes Wasser vorhanden ist.

Bei dem Einsatz der automatischen Nachfülleinrichtungen muss daran gedacht werden, dass bei einer Leckage immer Wasser nachgefüllt wird, was zu erheblichen Wasserschäden führen kann. Für diesen Fall benötigt die Einrichtung eine automatische Unterbrechung der Nachspeisung durch Laufzeit- und Zyklenüberwachung. Außerdem sollte die Nachspeisearmatur eigensicher sein, also bei Stromausfall automatisch schließen und die Meldungen durch einen potentialfreien Ausgang visualisiert werden können.
Nachrüst-Systemtrenner zur Zapfhahnabsicherung
Verchromter Nachrüst-Systemtrenner zur Zapfhahnabsicherung
 Verchromter Nachrüst-Systemtrenner zur Zapfhahnabsicherung
Quelle: Honeywell Deutschland Holding GmbH
Inzwischen gibt es, speziell für Etagenheizungen, verchromte Nachrüst-Systemtrenner zur Zapfhahnabsicherung, z. B. zum Nachfüllen von Heizungswasser oder an Außenzapfstellen, die ein Rückdrücken, Rückfließen und Rücksaugen in die Trinkwasserinstallation verhindern. Diese Armatur entspricht der DIN EN 1717.für Flüssigkeiten bis einschließlich der Flüssigkeitskategorie 4 (behandeltes Heizungswasser mit Inhibitoren als Korrosionsschutz).

Der Systemtrenner besteht aus:
• Gehäuse verchromt
• Integrierter Schmutzfänger, Maschenweite 0,4 mm
• Kartuscheneinsatz mit integriertem Rückflussverhinderer und Ablassventil
Rückflussverhinderer ausgangsseitig
• 3 Prüfstutzen
• Abgang im 15° Winkel angeordnet, dadurch wird ein Abknicken eines angeschlossenen Schlauches verhindert

Systemtrenner vom Typ BA sind in 3 Druckzonen unterteilt. In Zone 1 ist der Druck höher als in Zone 2 und dort wieder höher als in Zone 3. An Zone 2 ist ein Ablassventil angeschlossen, welches spätestens dann öffnet, wenn der Differenzdruck zwischen Zone 1 und 2 auf 0,14 bar abgesunken ist. Das Wasser aus Zone 2 strömt ins Freie. Damit ist die Gefahr eines Rückdrückens oder Rücksaugens in das Versorgungsnetz ausgeschlossen. Die Rohrleitung ist unterbrochen und das Trinkwassernetz gesichert.
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