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19.06.2012 18:48:38
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Hallo Dominik,
ich verfolge wie du die Zahlen ganz genau. Ich glaube aber nicht, dass eine Notwendigkeit besteht, den PV-Zubau jetzt auf ein Minimum einzubremsen. In diversen Gemeinden am Alpenrand haben wir heute bereits PV-Strommengen, die weit(!!!) über den durchschnittlichen Anteil hinausgehen. Mit lokalem Netzausbau ist das durchaus machbar. Ich gehe allerdings davon aus, dass ein Umbau dieser Art auch den (Sommer)-Ausstieg aus der Kohle bis etwa 2025 bedingt.
Du zeigst aber einen weiteren wunden Punkt auf: die räumliche Verteilung der Anlagen. Enorme PV-Mengen im Süden und jede Menge WKA im Norden ist unsinnig.
In dem Sinne könnte man die Einspeisevergütung nochmals deutlich modifizieren. In den strahlungsärmeren Regionen in D sollte es durchaus mehr Geld für PV geben und in den begünstigten Regionen z.B. am Alpenrand entsprechend weniger. Ich würde das aber nicht an Hand von allzu groben Strahlungskarten fixieren wollen (weil örtlich oft unsinnig - man denke an Nebellagen, Bergkuppen u.ä.) sondern möglichst flexibel anhand der jeweiligen EE-Deckungsrate in einer noch festzulegenden "Zelle".
Beim Wind (wenigstens etwas gestaffelte Vergütung) liese sich das Prinzip entsprechend anwenden. Was macht es für einen Sinn, im Schneckentempo Offshore-Windparks zu bauen, wenn etwa für das gleiche Geld "die doppelte Leistung in der halben Zeit" in Süddeutschland installiert werden könnte. Sicherlich sind radikal Schwachwind-optimierte Anlagen deutlich teurer als Anlagen in der norddeutschen Tiefebene. Die Variante Offshore + Leitungen ist aber mit Sicherheit am teuersten. Die Schwankungen des Zufallanteils der EE (Wind+PV) würden auch drastisch reduziert.
8GW/a Zubau PV finde ich in Anbetracht der Langfristanforderungen eine gute Größe (Endausbau ca. 200GW, Haltbarkeit Modul mind. 25Jahre). Allerdings nur, wenn die räumliche Verteilung passt, gleichzeitig die Windkraft auf etwa 7GW/a Zubau getrimmt wird und Gaskraftwerke zur Bewältigung der Residuallast "angeschoben werden" (meiner Meinung nach am einfachsten über ein Ausschreibemodell möglich). Von den letzteren drei Randbedingungen sind wir leider "Lichtjahre" entfernt.
Viele Grüße Claus
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19.06.2012 19:29:40
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Strom wird in Deutschland zum Luxusgut werden, nicht wegen des Mangels sondern wegen des Preises!
Technisch kann ich es nicht verstehen, sondern erst wenn es die PV-Anlagen zum Nulltarif gibt und der PV-ler nur Geld für Sommer-Winter gespeicherten Strom bekommt.
E.S.Das sehen andere Prognosen anders Studie »Stromgestehungskosten von erneuerbaren Energien«Dietmar Lange
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19.06.2012 20:10:06
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Zitat von claus2  Hallo Dominik,
ich verfolge wie du die Zahlen ganz genau. Ich glaube aber nicht, dass eine Notwendigkeit besteht, den PV-Zubau jetzt auf ein Minimum einzubremsen. In diversen Gemeinden am Alpenrand haben wir heute bereits PV-Strommengen, die weit(!!!) über den durchschnittlichen Anteil[...] Die Länder sehen hier manches anders als der Bund, siehe Seehofer – Gründung BayernwerkOb Bayern hier eigene Wege geht, ist sicher auch vom Ausgang der EEG Novelle abhängig Dietmar Lange
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19.06.2012 20:12:22
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Zitat von Dietmar Lange  [i]Strom wird in Deutschland zum Luxusgut werden, nicht wegen des Mangels sondern wegen des Preises!
Technisch kann ich es nicht verstehen, sondern erst wenn es die PV-Anlagen zum Nulltarif gibt und der PV-ler nur Geld für Sommer-Winter gespeicherten Strom[...] Mann sollte unterscheiden zwischen EEG und PV-Vergütung. Für den am wenigsten verfügbaren Strom das meiste Geld zum Fenster rausschmeißen??? Bei Griechenland macht sich die halbe Welt in die Hosen und hier wird es in Größenordnungen über 20 Jahre versenkt. E.S.
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19.06.2012 20:15:17
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19.06.2012 20:49:41
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Zitat von Dietmar Lange  Das sehen andere Prognosen anders
Studie »Stromgestehungskosten von erneuerbaren Energien«
Hm, also das scheint aber ziemlicher Murks zu sein. Angefangen mit Zitat: Die Stromgestehungskosten von Onshore-Windenergieanlagen liegen heute zwischen 6 und 8 Cent/kWh und damit im Bereich der konventionellen Kraftwerke aus den Bereichen Steinkohle, Braunkohle und Kernkraft. zweifele ich das für die Braunkohle an (das Reizthema Kernkraft lasse ich mal außen vor). Die üblichen Schätzungen liegen bei 3 bis 3,5 Cent inklusive CO2-Rechte. Die Studie selbst beschäftigt sich übrigens gar nicht wirklich mit den Kosten von konventionellen Kraftwerken. Es wird eine Behauptung in den Raum gestellt und fertig montiert ist. Das sieht man übrigens auch daran, dass auf linearer Skala ein völlig gleichmäßiger Anstieg pro Jahr unterstellt wird (Gerade). Also exakt die gleiche Steigerung in Cent pro Jahr, nicht etwa (wie eigentlich naheliegend) in Prozent vom Vorjahreswert. Passend zur Fußball-EM ziehe ich für diese "Studie" ganz fix mal die Rote Karte. Viele Grüße Dominik
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19.06.2012 21:29:44
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Zitat von stefans  Hallo,
Kommentar im Bayerischen Staatsanzeiger So Kommentare sollte man mit Vorsicht genießen. Zitat: Darum muss der Normalkunde seit einer Dekade Jahr für Jahr rund 7 Prozent mehr für seinen Elektroenergie zahlen. Eine ziemlich maßlose Übertreibung. Preisanstieg in den letzten 10 Jahren war etwa 45-50%. Beispiel Mainova (Grundversorger in Frankfurt, da habe ich die Tabellen vorliegend): 4000 kWh 2012 / 2002: 150,16% brutto. Macht eine Jahresrate von 4,15% einschließlich Strom- und Mehrwertsteuererhöhung, mehr war es nicht. Bundesweit sah es ähnlich aus. Aber Übertreibungen im bayerischen Bierzelt sind ja bundesweit bekannt... ;-) Viele Grüße Dominik
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19.06.2012 23:59:40
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@Dominik
Die Studie selbst beschäftigt sich übrigens gar nicht wirklich mit den Kosten von konventionellen Kraftwerken. Es wird eine Behauptung in den Raum gestellt und fertig montiert ist. Das sieht man übrigens auch daran, dass auf linearer Skala ein völlig gleichmäßiger Anstieg pro Jahr unterstellt wird (Gerade). Also exakt die gleiche Steigerung in Cent pro Jahr, nicht etwa (wie eigentlich naheliegend) in Prozent vom Vorjahreswert.
Passend zur Fußball-EM ziehe ich für diese "Studie" ganz fix mal die Rote Karte.
Viele Grüße
Dominik
Die Anpassung von Trendfunktionen an Daten der Vergangenheit ist ein bekanntes mathematisches Problem.
Lineare, exponentielle oder Potenzfunktionen sind da sehr oft gleichermaßen (mathematisch) brauchbar. Bei der Hochrechnung in die unbekannte Zukunft kommen dann sehr unterschiedliche Prognosen heraus.
Wer recht behält, stellt sich dann erst in 20 Jahren heraus.
Dietmar Lange
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20.06.2012 00:04:03
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20.06.2012 00:21:34
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Mann sollte unterscheiden zwischen EEG und PV-Vergütung.
Für den am wenigsten verfügbaren Strom das meiste Geld zum Fenster rausschmeißen???
Bei Griechenland macht sich die halbe Welt in die Hosen und hier wird es in Größenordnungen über 20 Jahre versenkt.
E.S.
Der erste Satz ist juristisch nicht ganz nachvollziehbar, da die PV Vergütung im EEG geregelt wird.
Der zweite Satz ist technisch nicht auf der Höhe der Zeit. Seit der Einführung des Börsenhandels für Strom ist die Uhrzeit und die Menge des Stroms/ Zeiteinheit ein wesentlicher Parameter für den erzielbaren Preis
Der dritte Satz ist im ersten Teil eine Stammtischparole. Beim zweiten Satzteil ist zu bedenken, dass der deutsche Stromverbraucher schon immer über seine Stromrechnungen den Ausbau der deutschen Energiewirtschaft mit bezahlt hat.
Dietmar Lange
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20.06.2012 06:38:43
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Keineswegs eine Stammtischparole.
Denn was in Kürze mit dem ESM kommt,ist eine Verknechtung ohne Rücktrittsmöglichkeit.
Daß solcherlei als "Stammtischparole" aufgefaßt wird,zeugt von der ungeheuren Desinformiertheit und Lethargie.
Aber Hauptsache,man kennt sich mit vergleichsweise unwichtigem gut aus,das wirklich wichtige kann man ja noch später dazulernen,wenn es bereits zu spät ist.
MfG
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20.06.2012 09:44:20
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Hallo Dominik, da ..."Aber Übertreibungen im bayerischen Bierzelt sind ja bundesweit bekannt... ;-)" ist sicher was Wahres dran. Aber ganz Bayern unter einem riesigen Bierzeltdach zu sehen, das dürfte dann doch noch die grössere Übertreibung sein. Das ist dann wohl eher die verklärte Prosa eines geschäftstüchtigen Fremdenverkehrsdirektors. ;-)) Stefan
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20.06.2012 09:55:56
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Zitat von ölbaldaus  Keineswegs eine Stammtischparole.
Denn was in Kürze mit dem ESM kommt,ist eine Verknechtung ohne Rücktrittsmöglichkeit.
Daß solcherlei als "Stammtischparole" aufgefaßt wird,zeugt von der ungeheuren Desinformiertheit und Lethargie.
Aber Hauptsache,man kennt[...] Wir sind hier in einem Haustechnik Forum und diskutieren über die wahrscheinlichen Folgen einer noch nicht abgeschlossenen EEG Novelle. Ob dieses Thema „wichtig“ ist. überlasse ich der Einschätzung der Leser. Die energiepolitischen Ursachen und Auswirkungen der EEG Novelle, die wirtschaftliche Lage Griechenlands und die Maßnahmen zur europäischen Währungspolitik kann man sicher in zusammenfassenden Sätzen, verbunden mit Kraftausdrücken diskutieren. Das geschieht an Stammtischen immer wieder, gehört nach meiner Meinung jedoch nicht in ein Forum Haustechnik. Dietmar Lange
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20.06.2012 15:39:14
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Zitat von stefans  [url=http://www.goeppel.de/bundestag/wird-die-energiewende-zurueckgedreht.html]Aber ganz Bayern unter[...]
Ach, wie oft wurde man schon mit der Graphik zu den Haushaltstrompreisen beglückt. Komisch, dass immer mit dem Jahr 2000 begonnen wird. Für die Jahre 98 und 99 gibts doch auch schöne Zahlen und ein bisl Stromsteuer und Umsatzsteuer würd das Bildchen auch nicht überfrachten. Boah und wie der Börsenstrom sinkt. Bamm, alles Merit-Order-Effekt der EE! 1,2 Cent in einem Jahr! In your Face Frauenhoferforscher! Lass doch noch besser mit den Börsenpreisen von 2008 anfangen. Das flasht noch mehr. Na gut die horizontale Linie der EE-Vergütung müsste ein wenig höher sein und passt nicht ganz in die Skala rein, aber das wird ja wohl gestalterische Gründe haben, nicht wahr? Aber es gilt ja: "Je tiefer der Preis an der Strombörse durch die erneuerbaren Energien sinkt, desto höher wird die EEG-Umlage!" Ja besser Doppelausrufezeichen. Die eigens verursachte Preiserniedrigung von 1,2 Cent macht ja genau in der Umlage dann einen Betrag von äh, uhhm, hmpf na sagen wir mal nen Batzen Euronen. Mit der Umlage ist sowieso immer blöd zu rechnen. Mathe ist ja eh ein Ars... , also teilen wir mal ein paar coole Zahlen durcheinander und vergleichen das mit der Umlage. Kann ja so falsch nicht sein. "In diesem Zusammenhang muss ich auch erwähnen, dass die bisherigen Subventionen für die Atomenergie sich auf 7,5 Cent für jede Kilowattstunde belaufen. Das ist noch mehr als doppelt so viel, als heute mit 3,5 Cent für die erneuerbaren Energien in Frage steht."
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20.06.2012 16:28:29
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Zitat von Jochem  Mathe ist ja eh ein Ars... , also teilen wir mal ein paar coole Zahlen durcheinander
Und selbst das Teilen ist ja schon höhere Mathematik. Da kann schon mal was daneben gehen. Ob 4,1 oder 7,5 Cent/kWh das ist doch Erbsenzählerei, das ficht den Förster nicht an.
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20.06.2012 16:49:39
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Hallo Jochem, und von mir aus gehst du zurück bis zu den Anfängen der Elektrifizierung. Aber was genau willst du mit dem Verweis auf die 98/99er-Strompreise?!? Oh my face, Fraunhofer heissen die! Die steuerlichen Anteile am Strompreis sind mir bekannt. Um das klarzustellen: ich bin bislang hier im Forum nicht als derjenige in Erscheinung getreten, der in PV die Allzweckwaffe sieht und werde das auch weiterhin nicht tun! Stefan
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20.06.2012 17:11:43
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Zitat von stefans  Hallo Jochem, und von mir aus gehst du zurück bis zu den Anfängen der Elektrifizierung. Aber was genau willst du mit dem Verweis auf die 98/99er-Strompreise?!? Hmm, vielleicht das man eine Preisentwicklung immer dramatisieren kann wenn man als Ausgangspunkt zufällig gerade ein lokales Minimum wählt. Die Strommarktliberalisierung begann im Jahr 1998, also warum nicht ab diesem Zeitpunkt anfangen? Zitat von stefans  Oh my face, Fraunhofer heissen[...] Ist mir bekannt. Habe mal in einem Institut der Fraunhofergesellschaft gearbeitet. Aber es war zugegebenerweise ein Tippfehler und keine Absicht.
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20.06.2012 17:32:07
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Hallo
Sinn u. Zweck der temporären Herbeiführung einer "Strompreisdelle" wurde doch im Kommentar in der Bayerischen Staatszeitung ( Link oben) beschrieben?!?
In einer konzertierten Aktion maximalen Schaden bei öffentlichen Versorgern ( meist kommunale Betriebe ) herbeiführen, mit dem Ziel, die sturmreif geschossenen Buden zu übernehmen oder abzuwickeln, im Sinne einer grossen Marktbereinigung.
Wer den Dreisatz beherrscht und andere Zaubertricks, der versteht sicher auch ganz schnell die Gesetze des Marktes.
Stefan
P.S. das mit den Frauenhofer ist mir auch schon passiert...die Versuchung ist einfach zu gross, nur an die schönen Dinge zu denken. :-)
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20.06.2012 18:22:36
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Wenn Sie schon der Meinung sind, dass die "Strompreisdelle" in den Jahren 2000 und 2001 auf systematisches Dumping zurückzuführen ist und die damaligen Preise damit nicht die tatsächlichen Kosten widerspiegelten, ist das doch ein hervorragender Grund gerade diese Jahre nicht als Ausgangspunkt einer Graphik zur Strompreisentwicklung zu nehmen.
Abgesehen von äußeren Faktoren wie steuerlichen Belastungen und der EEG-Umlage sind die Preise dann nur relativ moderat gestiegen. Die steuerlichen Rahmenbedingung haben sich nun in den letzten Jahren nicht mehr wirklich geändert, lediglich die EEG-Umlage ist stark gestiegen.
P.S.: Mein ursprünglicher, etwas frivoler Beitrag war nicht als Schuss gegen Sie gerichtet. Wenn schon, dann gegen Herrn Göppel.
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20.06.2012 20:36:58
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Zitat von stefans  Das ist dann wohl eher die verklärte Prosa eines geschäftstüchtigen Fremdenverkehrsdirektors.
;-))
Hi Stefan, da zeigst du mir doch tatsächlich ungeahnte berufliche Entwicklungsmöglichkeiten auf... ;-) Ernsthaft: Man sollte bei den Strompreisentwicklungen der Vergangenheit einigermaßen bei den Realitäten bleiben. Schließlich geht es bei der ganzen Diskussion über Förderung auch immer um die Frage der Zumutbarkeit in Vergangenheit und Zukunft, solange jede neue Fotovoltaikanlage förderungsbedürftig ist und somit treibend auf die EEG-Umlage wirkt. Die Behauptung von "jährlich rund 7%" ist da denkbar ungeeignet. Außer halt im Bierzelt... ;-) Allgemein wird von den Gegnern der Kürzung oft sehr unsauber argumentiert. Ein wunderschönes Beispiel ist der von dir eingestellte Link zu Göppel. Da fordert er eine Weitergabe von Strompreissenkungen an der Börse (die Terminpreise sind derzeit tatsächlich fallend) und bringt als Beweis doch tatsächlich den Terminkontrakt zur Lieferung in 2015. Nun, wofür man heute zur Lieferung in 2015 kaufen kann, ist doch wohl für den aktuellen Abgabepreis irrelevant, oder? Die ganzen anderen Feinheiten wie "Marktorientierung ab 1998", "wie kauft ein Stromanbieter in der Praxis ein?" etc. schenke ich mir hier. Viele Grüße Dominik
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20.06.2012 22:01:35
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Zitat von Dominik_82  Allgemein wird von den Gegnern der Kürzung oft sehr unsauber argumentiert. Hallo Dominik, das ist ein Privileg einer Gruppe, die zwar etwas verändern will, was verändert werden muss, aber noch keine "etablierten Privilegien" - wie z.B. eine "gefüllte Kriegskasse" und funktionierende Seilschaften auf "Entscheiderebene" - hat... Ich bin echt kein Freund "falscher" Argumente, aber ich kann nicht erkennen, dass z.B. die "großen 4" in ihrer Argumentation "sauberer" sind. Warum auch - die haben mehr Geld für PR, als viele ihrer "Gegner" als Bilanzsumme - und die "richtigen" politischen Kontakte verbreiten deren Warnungen vor dem Kollaps durch EE auch noch bereitwillig. Das verlogenste Argument in der gesamten Debatte ist für mich die Vergütung des PV-Stroms bestehender Anlagen in Relation zur erzeugten Strommenge. Das hat mit der Vergütung für neu entstehende Anlagen rein gar nichts zu tun - außer, dass die unglaublich gesunkenen PV-Preise ohne diese EEG-Vergütung weltweit nicht möglich gewesen wären. "Unter dem Strich" sind die meisten aktuellen Argumente Halb- oder Viertel-Wahrheiten. Aber auf Dauer werden Sonne und Wind sicherer sein, als die Fossilen. Oder glaubst Du, dass Sonne und Wind als Energieträger in ein paar Jahrzehnten als "Fehlentwicklung" gelten? Grüße Stefan P.S.: Hätten die Schreibmaschinenhersteller so eine Lobby wie die "G4" gehabt, hätte der Computer länger gebraucht und das Smartphone wäre noch nicht am Markt...
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21.06.2012 00:23:28
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Zitat von pflanze 132  Ich bin echt kein Freund "falscher" Argumente, aber ich kann nicht erkennen, dass z.B. die "großen 4" in ihrer Argumentation "sauberer" sind. Eieiei, noch ein Stefan. Diesmal aus dem Friedberger Pflanzentempel... ;-) Also kurz und knapp: Die Argumente der Viererbande (so nenne ich die) sind zum Teil haarsträubend. Punkt. Allerdings wehre ich mich doch sehr dagegen, mit deren Argumentation in irgendeiner Weise in Verbindung gebracht zu werden. Ich pflege nicht die von mir sehr wenig geschätzten Herrschaften zu zitieren. Aber zu Göppel: Erkläre mir doch bitte mal, was der Terminpreis für 2015 mit dem aktuellen Abgabepreis zu tun hat. Wenn du korrekt die Preisentwicklung in Zahlen fassen willst, bestehen sicher Möglichkeiten. Ich würde beispielsweise den Terminpreis 2013 per 31.05.2012 mit dem Terminpreis 2012 per 31.05.2011 vergleichen. Dies fortgesetzt über mehrere Monate (also je 30.04, 31.03. usw.) ergäbe ein realistisches Bild. Dummerweise ist der Terminkontrakt 2012 nicht mehr abrufbar, da natürlich längst ausgelaufen. Du musst aber nicht rechnen, am 15.10. gibt es bei der Umlagenfestsetzung einen amtlichen Wert. Eine Prognose ist schwierig, weil der letzte Zähltag für den neuen Wert der 30.09.2012 ist. Alter Wert ist 55,22€ / MWh, ich tippe mal auf einen Rückgang um die 8%. Aber wie gesagt, gut 3 Monate stehen noch aus. Viele Grüße Dominik
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21.06.2012 00:40:04
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Zitat von pflanze 132  Das verlogenste Argument in der gesamten Debatte ist für mich die Vergütung des PV-Stroms bestehender Anlagen in Relation zur erzeugten Strommenge Kleiner Nachtrag: Das ist nicht verlogen, sondern ganz einfach eine Darstellung von Tatsachen. Was soll denn bitte gelogen sein? Die Höhe der Vergütung oder die eingespeiste Menge? Alles geprüft und testiert. Ebenso wenig gelogen ist der Marktwert von schlappen 4,01 Cent im Mai 2012. Bei Neuanlagen sieht es zwar geringfügig besser aus bei Einspeisevergütungen von max. 24,43 Ct. Wobei wir mit der Selbstverbrauchsvergütung immer noch deutlich über die 30 Cent pro tatsächlich eingespeister kWh kommen können. Der Eigenverbrauch muss nur hoch genug liegen. Viele Grüße Dominik
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21.06.2012 09:07:26
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Zitat von Dominik_82  Allerdings wehre ich mich doch sehr dagegen, mit deren Argumentation in irgendeiner Weise in Verbindung gebracht zu werden. Hallo Dominik, das habe ich auch nicht gemacht. Die Relation von PV-Stromvergütung zur eingespeisten Menge ist natürlich eine belegbare Größe. Verlogen wird es dann, wenn in der Argumentation suggeriert wird, dass PV-Strom in D ein unzuverlässiger EE-Kostentreiber in der Zukunft sein wird, weil lediglich x Prozent des Stroms von PV geliefert werden, dafür aber y Prozent (ein Vielfaches von "x") vergütet werden. Das hat mit der Zukunft wenig zu tun, weil die Vergütung für PV-Strom eh deutlich unter dem liegen wird, was heute bezahlt wird. Absurd wird es spätestens dann, wenn die gleichen Leute in dann Offshore-Wind als zuverlässige Alternative anpreisen - aber "verschweigen", wieviel mehr die (Offshore-) kWh "frei Abnehmer" kostet. Der größte ökonomische Vorteil von Sonne und Wind als Energielieferant (Sonne bedeutet für mich auch Solarthermie) besteht für mich als Nutzer in der Berechenbarkeit der kWh auf lange Sicht. Jede Wirtschaftlichkeitsberechnung mit gekauften Energieträgern (fossil und Biomasse) kann von heute auf morgen ad absurdum geführt werden. "Billig" wird es eh nicht, aber auf Dauer wird die PV auch in D sicher kein Kostentreiber des Strompreises sein - da bin ich mir ganz sicher. Grüße Stefan
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21.06.2012 11:47:15
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Zitat von pflanze 132  Der größte ökonomische Vorteil von Sonne und Wind als Energielieferant (Sonne bedeutet für mich auch Solarthermie) besteht für mich als Nutzer in der Berechenbarkeit der kWh auf lange Sicht.[...] Naja Stefan, wenn wir von langer Sicht sprechen, wäre der Unterschied zwischen On/Off shore Windstrom vernachlässigbar. Lange Sicht bedeutet für mich, entweder massive Überkapazitäten bei PV und Wind oder kostengünstige Speicherung. Dann stellt sich die Frage was ist kostengünstiger und zuverlässiger?? Mit einer 4- fachen Überkapazität an Wind, könnte man therethisch fast eine Volldeckung erreichen. Mit einer 10 fachen Überkapazität an PV wird es nichts. Massive Stromspeicherung geht nur mittels Umwandlung in chemische Energie. Wieviel dann nach Abzug der Umwandlungsverluste wieder zurückkommt ist noch in einem sehr großem Streubereich von 20-50 %. Dazu kommt noch negativ der höhere Strombedarf im Winter. Das gesamte Verkehrsproblem, welches auf Öl basiert ist dabei noch nicht berücksichtigt. Zitat von solarfreundchen  in unser so schon brach liegendes Gewerbegebiet hat sich ein Fa. eingenistet, welche Chinamodule auf engstem Raum aufstellt. Diese Anlage soll im Winter gar keinen Strom bringen, sondern nur im Sommer von der Fläche das Maximale.
Der Abstand zwischen den Modulreihen beträgt nicht mal die übersteigende Höhe. Damit ist gegenseitige Verschattung planmäßig vorprogrammiert. 32 MW im Sommer und im Winter reicht es dann gerade noch für eine WP von Josef![...]
E.S. ..mir gefällt der Windstrom besser, wegen seiner höheren Verfügbarkeit. Die PV-anlage die bei uns hier entsteht, bekoomt ja die nächsten 20 Jahre ihre relativ hohe Kohle für "unnützen" Sommerstrom.
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21.06.2012 11:59:14
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Hallo E.S., ..."mir gefällt der Windstrom besser, wegen seiner höheren Verfügbarkeit."... Ja, das ist sicherlich ein Pluspunkt, der schwer wiegt. Dem muss in irgendeiner geeigneten Weise auch Rechnung getragen werden. Stefan P.S. Vielleicht kann sich die hiesige PV-Industrie ja ein paar Prozentpunkte vom japanischen EEG-Kuchensichern, der erst jüngst aus dem Ofen geholt wurde. Das würde wohl helfen, die derzeit kritische Lage ein wenig entzerren.
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21.06.2012 13:01:52
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Zitat von solarfreundchen  Mit einer 4- fachen Überkapazität an Wind, könnte man therethisch fast eine Volldeckung erreichen. Mit einer 10 fachen Überkapazität an PV wird es nichts. Das ist ja schon mal ein vernünftiger Ansatzpunkt nachzudenken, wie es überhaupt funktionieren kann. mal als Anregung: http://www.volker-quaschning.de/artikel/2012-05-Licht-aus/index.php 200 GW PV 50 GW Onshore- WK 50 GW Offshore-WK Selbst mit nur mittlerem mathematischem Verständnis ist es keine Kunst nachzuvollziehen, dass es einige Randbedingungen gibt, die zu erfüllen sind. Denken wir mal nach: 1.Randbedingung: Wetterlage Flaute (va. Frühsommer/Sommer) PV muss es allein packen. 200GW PV erscheint eine sinnige Größe, wenn man für zukünftige Akkus einen Wirkungsgrad von annähernd 80% annimmt. 2.Randbedingung: Wind an "Winduchschnittstagen" d.h. ca. 20%P ausreichend für nächtliche Last 30GW -> ca. 150GW Wind 3.Randbedingung: Wetterlage Starkwind (va. Herbst u. Frühjahr) bei massiven Überkapazitäten sollten die WKAs bei Starkwind wenig Leistung bringen; abregeln muss man an einzelnen Tagen eh 4.Randbedingung: Winter (Flaute u. Inversionswetterlage) Residualkraftwerke müssen es allein schaffen. Ergo Gas u. Biomasse etwa 70GW Das ist jetzt alles ganz grob und unter der Annahme, dass die Stromspeicherung im Tagesbereich möglich sein wird, aber auch nicht mehr. Viele Grüße Claus
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21.06.2012 13:48:17
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Zitat von solarfreundchen  Mit einer 4- fachen Überkapazität an Wind, könnte man therethisch fast eine Volldeckung erreichen. Mit einer 10 fachen Überkapazität an PV wird es nichts.
Wieviel meinst Du damit? Wir haben in D derzeit ca 30 GW WKAs installiert. Die liefern durchschnittlich ca 4-5 GW (heut zB nur 2-3 GW), der Bedarf liegt zwischen 35 (Lasttal) bis ca 65 GW (Mittagszeit), im Winter noch höher. Eine Volldeckung erreicht man also nur mit dem ca 10-fachen der heute installierten Leistung, als 300 GW. Das kann es nicht sein. Volldeckung ohne Speicherung ist Käse. Zitat von solarfreundchen  ..mir gefällt der Windstrom besser, wegen seiner höheren Verfügbarkeit. Die PV-anlage die bei uns hier entsteht, bekoomt ja die nächsten 20 Jahre ihre relativ hohe Kohle für "unnützen" Sommerstrom.
Mir gar nicht so richtig, zumindest wenn es um die Frage der direkten Nutzung ohne Speicherung geht. Der PV-Buckel zeigt sich zwischen Feb/März und Oktober recht zuverlässig und gut einplanbar am Tag und deckt schön die Tageslastspitzen ab. Erzeugungsspitzen bei Wind sollten, wenn WKAs deutlich mehr ausgebaut werden imho zur Langfristspeicherung eingesetzt werden. Irgendwas Sinnvolles muss man mit dem Überschuss doch anfangen. MaJen
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21.06.2012 14:20:54
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@MaJen, ganz ohne Speicherung geht es niemals, das ist Wolle sonnenklar. Es macht aber schon einen Unterschied, ob (sagen wir mal für eine 95%-Lösung) ein Aufbau von 0.6TWh Akkuspeicherkapazität im wesentlichen für den Tag-Nachtausgleich notwendig ist, oder ob 60 TWh Speicherkapazität nötig würden. Es ist auch klar, dass verschiedenste Szenarien denkbar sind. Die Elektrolyse (und subsidiär Methanisierung) wird mit Sicherheit ziemlich teuer, da die Anlagen diskontinuierlich laufen müssen. Der Wind weht einfach zu ungleichmäßig. Anlagen für 500h pro Jahr sind halt nicht so billig. Ich halte das für einen guten Weg, würde das aber als Maßnahme für die letzten 5% ansehen. Viele Grüße Claus
PS: in "historischen" Untersuchungen zum Deckungsgrad bei der ST gab es all die Diskussionen Leistung/Speichergröße... auch schon mal. Siehe zum Beispiel: http://www.jenni.ch/pdf/Sonnenenergieanlagen.pdf
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21.06.2012 14:27:50
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Zitat von MaJen  Mir gar nicht so richtig, zumindest wenn es um die Frage der direkten Nutzung ohne Speicherung geht. Der PV-Buckel zeigt sich zwischen Feb/März und Oktober recht zuverlässig und gut einplanbar am Tag und deckt schön die Tageslastspitzen ab. Erzeugungsspitzen bei Wind sollten, wenn WKAs deutlich mehr ausgebaut werden imho zur Langfristspeicherung eingesetzt werden. Irgendwas Sinnvolles muss man mit dem Überschuss doch anfangen. [...]
Heute zur Sommersonnenwende, lässt uns Klärchen voll im Stich. Die Masse an PV bringt über den Tag gerade so um die 110 GWh. Der Wind, welcher im Sommer eigentlich immer etwas weniger bläst schafft es auch noch um die 70 GWh. Zahlen zum EEGNehme ich da 2010 als letzte Basis hatten wir 37 TWh an Windstrom und 12 TWh an PV-strom. Wenn du dann noch den PV-Strom auf den Sommer reduzierst, siehst du das Dilemma viel stärker. Kosten für das EEG mal außen vor. E.S.
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21.06.2012 16:04:26
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Aaalso, ich meinte doch nur Folgendes, und ich spreche nur vom Tag, weil da ohnehin mehr Strombedarf herrscht: 8-9 Monate im Jahr ist fast immer mit einem PV-Buckel zu rechnen, in nicht zu unterschätzender Größenordnung. Die Spanne im direkten Stromangebot reicht zwar bei PV von unter 5% bis zu knapp 100% der installierten Nennleistung. Bei Wind ist es aber nicht anders, nur das es dort nicht einmal feste Zeiten (wie bei PV tagsüber) gibt, bei denen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Netzeinspeisung erwartet werden kann. Direkter Windstrom wird über einen Erwartungshorizont der aktuellen Wetteraussichten immer eine Zufallsgröße bleiben, und zwar zwischen nahe Null und 100% der Nennleistung; bei PV ist das nicht so ausgeprägt. Wer öfters mal bei transparency.eex.com reinschaut weiß, wovon ich spreche. Seit Monaten gibts den PV-Buckel, die übrigen Stromerzeuger richten sich darauf ein, dass PV tagsüber mit einer Wahrscheinlichkeit von > 90% gut 20-30%, an Wochenenden noch mehr des am Tage benötigten Stroms liefert.
Gegen zB eine Verdoppelung der installierten PV spricht insoweit doch nur das Nichtvorhandensein ausreichend regelbarer Kraftwerke bzw. das Vorhandensein der schlecht regelbaren Kohlekraftwerksdinos, Nichts Anderes. Und genau da liegt der Hase bei Frau Merkel & Co im Pfeffer. Wenn sie es nicht schaffen, ein Szenario für einerseits Investitionssicherheit auch für effizientere, fossile und besser regelbare Kraftwerke zu garantieren, andererseits den Dinos den mittelfristigen (Kohle-) Ausstieg nahelegen, wird es mit der Regelbarkeit von Residuallastkraftwerken auch in 5-10 Jahren schlecht bestellt sein. Da ist Politik gefragt, weil Politik mit dem EEG in das freie Wirtschaften (zurecht) eingreift. Freie Marktwirtschaft ist das doch schon lang nicht mehr.
Auf das aus dem PV-Buckel ein Ei wird!
MaJen
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Zeit:
21.06.2012 16:40:35
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Super Analyse MaJen! Genau das ist der Punkt.
Die Stromspeicherung Tag/Nacht, also etwa 600GWh Speicherkapazität, ist bei der derzeitigen Entwicklung bis etwa 2030 gut denkbar. PV-Leistungen bis ca. 200GW wären dann kein Problem. Da noch der Wind dazu kommt, ist noch etwas mehr Kurzzeitspeicher nötig. Mit 1 TWh würde man wohl schon sehr sehr weit kommen. Ich schätze mal etwa in der Größenordnung von 320 Tage im Jahr. Das gilt natürlich nur bei einem massiven Ausbau mit "Schwachwindanlagen" möglichst gleichmäßig verteilt in der Größenordnung 125-150GW Onshore plus 25GW Offshore. Es verbleibt das viel diskutierte Winterproblem und die Notwendigkeit der Langzeitspeicherung von Strom. Allerdings würde ich diese Notwendigkeit stark in Zweifel ziehen.
Es gilt zu bedenken, dass Biogas derzeit etwa 18TWh Strom liefert und das trotz Verstromung mit bescheidenem Wirkungsgrad. Mit Reinigung/Gaseinspeisung/GuD könnten daraus auch etwa >25TWh werden.
Nach Wetteranalysen beträgt die kritische Zeit etwa 10 bis 20 Tage pro Winter. Mit 20 Tage muss man auf jeden Fall rechnen: mittleren Last 55GW -> 26TWh Speicherbedarf
Fazit: Bange machen gilt nicht. Vielleicht sollte man sich eher mal auf Erkenntnisse unserer Altvorderen rückbesinnen. Also mehr "Spare in der Zeit, dann hast du in der Not". Viele Grüße, Claus
PS: Den "Spezialisten" hier dürfte nicht entgangen sein, dass ich zusätzlichen Strombedarf im Winter durch Umrüstung auf Wärmepumpen nicht berücksichtigt habe.
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Zeit:
21.06.2012 17:09:53
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Zitat von claus2  mit "Schwachwindanlagen" möglichst gleichmäßig verteilt in der Größenordnung 125-150GW Onshore plus 25GW Offshore.[...] Hat schon mal jemand untersucht, inwieweit sich das auf die aktuellen Zahlen zu den angeblich benötigten knapp 4.000 km Stromtrassen auswirkt? Könnte mir vorstellen, dass dann gar nicht mehr so viel übrigbleibt. Was ich befürworte ist jedenfalls grünes Licht und Zur Not staatliche Amortisationsgarantie für neue GUD-Kraftwerke zu geben. Mindestens brauchen wir noch 20-30 Jahre mit fossilem Erdgas betriebene GUDs, Danach oder je früher desto besser könnten die Dinger mit EE_Gas betrieben werden. Dazu kommt noch der forcierte Kavernenbau, um sich kurzfristigen Erdgas-Lieferengpässen wie im letzten Winter nicht noch mehr auszusetzen. Für mich wäre es ein gutes Zeichen, wenn Peter Altmaier jetzt mal so aus der Deckung kommen würde. Und das schließt nämlich nicht aus, dass in ein paar Jahren ernsthaft vom Kohleausstieg gesprochen wird. Angesichts der ca 70 Mrd. EUR Einfuhren von fossilen Energieträgern p.a. in D könnte er auch noch Hunderte Millionen in die F&E-Förderung von Speichern stecken, technikoffen aber mit Hochdruck. Es gibt schlechtere Investitionen. Und es gab in D (leider aus unerfreulichem Anlass) schon einmal eine Phase, in der mit unglaublichem, zeitlichem Hochdruck Technologien erschaffen und umgesetzt worden sind, die damals keiner für möglich hielt. Was mir noch einfällt: 100 EUR Abwrackprämien für Kühlschränke, Geschirrspüler, Trockner und WaMas, die bestimmte Effizienzklassen nicht erreichen. MaJen
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Zeit:
21.06.2012 17:46:58
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Zu den Stromtrassen im Detail kann unsereins nicht allzu viel sagen. Ohne Einblick in die technischen Details?
Man kann aber sicher sagen, dass bei einem Ausbau auf 150GW Onshorewind + 25GW Offshorewind + 200GW PV ein enormer Ausbau nötig sein wird. Das Konzept PV und Wind mit größtmöglicher räumlicher Ausdehnung aber OHNE räumliche Trennung (ok in Nord- u. Ostsee keine PV...) lebt ja von zweierlei:
1) Wetterbedingt ergänzen sich Wind und Sonne überraschenderweise ganz gut, soweit diese am gleichen Standort stehen
2) durch die weite räumliche Erstreckung bei gleichzeitiger mehrfacher Überkapazität wird die Windkraft einerseits zu einem kleinen Prozentsatz Grundlastfähig (wie hoch der Prozentsatz ist, ist umstritten), wobei dieser Anteil signifikant im Vergleich zur Last wird und andererseits kann bei "Wettergrenzen" ein Austausch stattfinden.
An Stromtrassen Nord<->Süd kommt man also nicht wirklich vorbei. Vordringlicher wäre aber bei einem solchen Konzept der lokale Ausbau!!!! Damit müsste man anfangen.
Offshore wird ja gerne wegen der hohen Kosten schlecht gemacht. Ganz darauf verzichten wäre aber meiner Meinung nach sehr unklug. Die gleichmäßigere Verteilung ist ein extrem wertvoller Stabilisierungsfaktor. Die technische Entwicklung bleibt aber nicht stehen. Unter Umständen wird in den nächsten 10 Jahren auch noch eine vertikale Komponente (HAWP) hinzukommen. Mit schwimmenden Gründungen könnte man bei den Windkraftanlagen die Verlässlichkeit durch räumliche Ausdehnung auch nochmal steigern.
Claus
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Zeit:
21.06.2012 18:01:03
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Zitat von claus2  Nach Wetteranalysen beträgt die kritische Zeit etwa 10 bis 20 Tage pro Winter. Mit 20 Tage muss man auf jeden Fall rechnen: mittleren Last 55GW -> 26TWh Speicherbedarf
Hi Claus, wie gewohnt lese ich deine Beiträge mit viel Interesse und auch viel Zustimmung. Allerdings habe ich jetzt den Eindruck, dass du die Last zu niedrig kalkulierst. 55 GW im Tagesdurchschnitt reichen für einen kalten Wintertag niemals aus. Wenn ich mal eine grobe Hochrechnung aus den veröffentlichten Amprion-Zahlen mache (Faustformel: Amprion / 0,366 = Bund) komme ich für den 08.02.2012 auf: Tiefstlast 03:45 Uhr 61,7 GW Höchstlast = Mittagsspitze 12:30 Uhr 83,5 GW Abendspitze 18:30 Uhr 83,4 GW Zugegeben, das erscheint auch mir sehr viel. Allerdings deckt sich das recht genau mit den Spitzenlastprognosen und den Stellungnahmen der Bundesnetzagentur ("zum Teil sehr angespannte Situation"). Noch ein Wert über den ich grübele: WK-Produktion 02.02.-08.02. Total 420,2 Mio. kWh,also gerade mal 2,5 GW im Wochendurchschnitt. Nochmal zum 08.02.2012: Da war es zwar übel kalt, aber es kann ohne weiteres noch ein paar Grad kälter werden. Viele Grüße Dominik
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