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Thema: Verständnisproblem Trinkwarmwasserzirkulation
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Seite 3 von 3 [Beitrag 71 bis 89 von 89]erste <123>letzte 
Verständnisproblem Trinkwarmwasserzirkulation
Verfasser:
meStefan
Zeit: 08.05.2012 22:49:38
1713979
@Ratzeful: Tolle Beiträge, ich hätte es nicht besser schreiben können!!! ;O)
Verfasser:
Kühltaxi
Zeit: 08.05.2012 23:21:52
1713995
Ihr geht immer von "gut isolierten" WW-Leitungen aus. Dummerweise ist das bei nicht ganz neuen Häusern nicht der Fall, ganz im Gegenteil, da wurde beim WW in die Richtung meistens gar nichts gemacht und es läßt sich auch nichts ändern ohne das ganze Haus aufzustemmen. Ein Betrieb mit 60° rund um die Uhr in der Nichtheizperiode ist somit heutzutage ein extrem teurer Spaß, keine 50 € sondern mindestens das zehnfache. Da läßt so mancher wie es mal einer hier schön schrieb mit vollem Kalkül "die Legionellen Samba tanzen", lieber eventuell krank als sicher pleite.
Verfasser:
M.CELIK
Zeit: 08.05.2012 23:44:42
1714000
Zitat von Kühltaxi Beitrag anzeigen
Ihr geht immer von "gut isolierten" WW-Leitungen aus. Dummerweise ist das bei nicht ganz neuen Häusern nicht der Fall, ganz im Gegenteil, da wurde beim WW in die Richtung meistens gar nichts gemacht und es läßt sich auch nichts ändern ohne das ganze Haus aufzustemmen. Ein Betrieb mit 60° rund um[...]


Wieso willst du denn das arme Haus aufstemmen? Man darf Heutzutage kaum noch schlitzen, wegen Schallschutz und Statik! Kapp die Leitungen im Keller entleere und verschließe sie. Putz die alten Anschlüsse zu und verlege neue Leitungen in der Vorwand/Schacht aus Leichtbau etc.

So macht es der gute Fachbetrieb!

Bei cleverer (vorher ordentlich geplanter) Leitungsführung verliert man auch nicht soviel an Wohnraum! ;)

Das ihr auch immer alles so kompliziert machen müsst...

Darum rate ich jedem Eigenheimbesitzer nicht seine Gesundheit zu gefährden und dennoch wirtschaftlich eine Sanierung mit dem SHK Fachbetrieb des Vertrauens vorzunehmen...Oder anders herum.? Ach, ihr wisst schon was ich meine. Hoffe ich doch zumindest.
Zeit: 09.05.2012 01:16:58
1714010
@meStefan,

Legionellen haben bei 20 bis 25°C die gleiche, also keine höhere Vermehrungrate als bei 65°C. Deshalb werden bei Kaltwasserleitungen keine besonderen Maßnahmen getroffen.

Also auch das Warmwassersystem kalt lassen und trotzdem eine sinnvolle Zirkulation, dies ist das umgekehrte von Stagnation.

Und zusätzlich noch eine geringe Wassermenge im System.

Dies ist erlaubt - braucht nach Verordnung nicht verprobt werden - siehe neue Trinkwasser Verordnung.

Gruß
Verfasser:
Thomas.B
Zeit: 09.05.2012 01:27:11
1714011
@ Jan Berger:
Gerne.
So habe ich mir das auch gedacht. Gegen eine Ringleitung kann beim heutigem Stand der Technik erst einmal keiner etwas haben. Sieh aber zu, daß Du die 3l Leitungsvolumen nicht überschreitest. Hygienetechnisch sehe ich in der beschriebenen Konstellation auch keinen Grund gegen eine bedarfsweise betriebene Zirkulationspumpe - formal sieht das leider im Moment anders aus. Deshalb würde ich mir die Optionen offenhalten. Es ist bei gängiger Konzeption sowieso kaum anders zu erwarten, daß die beiden Anschlüsse der Ringleitung im Heizungskeller bzw. Haustechnikraum zum Anschluß an den WW-Speicher "erscheinen" und dort bei Bedarf leicht "umverdrahtet" werden können.

Einen Taster braucht man nicht wirklich. Ich kann mir eine Elektronik vorstellen, welche durch kurzes öffnen und schließen einer WW-Zapfstelle aktiviert wird (Flowmeter, Differenzdruck zur Kontrolle des Schließens). Dann wird der WW-Zulauf sofort gesperrt und die Zirkulation aktiviert. Je nach Temperatur dauert es dann eine angemessene Zeit, bis der Zulauf wieder freigegeben wird. Ideal wäre ein optisches Signal für die Freigabe an den WW-Zapfstellen. Eine Schaltuhr sorgt dafür, daß in den üblichen Zeiten und bis zu einer angemessenen Zeit nach der thermischen Desinfektion nicht gewartet werden muß.

Mindestens einmal wöchentlich würde ich die Anlage mit 70°C längere Zeit (> 15min) zirkulieren lassen (sogn. Legionellenschaltung).

@ Ratzeful:
Ruuuhig Brauner...
Die Biofilmgeschichte ist mir natürlich bekannt. Irgendwo habe ich das auch anklingen lassen. Vieles in Deinen Quellen ist schon irgendwie richtig, aber eben auch so manches überzogen und weltfremd dargestellt. Man kann nicht beliebig kleine Querschnitte und entsprechend hohe Strömungsgeschwindigkeiten wählen - auch wenn sich der Hygieniker davon vielleicht einen Vorteil verspricht. Zum einen hat der Druck im TW-Netz nun mal keine besonders großen Reserven für solche Ansätze. Eine Druckerhöhungspumpe möchte man dafür wohl kaum haben. Auch die TW-Versorger werden wenig Begeisterung zeigen, wenn ihnen pauschal höhere Drücke abverlangt werden - das kostet vor allem mehr Energie.
Dünne Leitungen neigen auch zu lästigen Strömungsgeräuschen. Das hat also alles seine praktischen Grenzen.
Manche Quellen hast Du vermutlich nicht aufmerksam genug gelesen. Die Dissertation von Herrn Thoneick ist z.B. kaum relevant - vielleicht am Rande für die Frage der Flexleitungen / Schläuche im KW-Bereich. Ansonsten geht es da um Biofilmbildung bei dafür mehr oder weniger optimalen Temperaturen. Interessant sind immerhin die zusammengefaßten allgemeinen Erkenntnisse und statistischen Daten, falls man es noch nicht kennt.

Die "GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH" fordert eine Verschärfung des Prüfaufwandes - na so was aber auch. Und der TÜV fordert seit Jahren die jährliche HU für PKW und überhaupt ist das alles viel zu billig...
Du solltest bei der Abschätzung der Seriosität der Quellen und Meinungen hier und da auch etwas gesunden Menschenverstand walten lassen. Leider sind da eine Menge "Kriegsgewinnler" unterwegs, die sehr viel Wind machen.
Wenn man die Legionellengefahr ganz eindämmen will, muß man das Einfallstor "dicht" machen, wie ich schon beschrieben habe: Mikrofiltration, UV-Desinfektion, Ozon-Desinfektion oder einfach wie früher chloren, bis die Augen brennen. Auch im KW-Bereich vermehren sich die Legionellen - viel langsamer zwar, aber eben doch.
Ansonsten: Brausekopf weglassen bzw. auf kompakten Strahl einstellen und nicht zu stark aufdrehen, wie schon geschrieben. Notfalls Duschen durch Baden ersetzen, was allerdings wasserechnungsmäßig ein tüchtiger Schlag ins Kontor werden dürfte. Eine Person mit angegriffener Gesundheit (Atemwegsinfektion etc.) und ggf. noch einem beeinträchtigtem Immunsystem sollte sich das überlegen.

Und nicht vergessen:
Wir reden immer nur von einer Reduzierung der Keimbelastung bzw. einer Vermeidung von deren Erhöhung und wir reden von statistischen Wahrscheinlichkeiten.

@ meStefan:
"Tolle Beiträge, ich hätte es nicht besser schreiben können!!!"

Ach komm schon - um genauer zu sein: Du hättest es nicht einmal ansatzweise so gut schreiben können - mal abgesehen davon, daß ich von Ratzefuls Beiträgen nicht uneingeschränkt begeistert bin, wie oben zu lesen ist.

Zur KHS-Bodenbox: Na ja, ich finde, daß Du da gemurkst hast und mal wieder eine ganz dünne Ausrede lieferst...

Gruß
Thomas
Verfasser:
Paula1970
Zeit: 09.05.2012 09:53:11
1714056
@ThomasB.
"Tolle Beiträge, ich hätte es nicht besser schreiben können!!!"

:-)))
Verfasser:
Kühltaxi
Zeit: 09.05.2012 11:26:18
1714099
Ich auch nicht, besonders das mit dem TÜV (die beschriebene GTÜ versucht sich ja auch an Autos) und den Kriegsgewinnlern. Wenn die "Orga-M...a" aus dem Kfz-Bereich TÜV, Dekra, GTÜ und KÜS irgendwas fordert werde ich immer hellhörig....
Nur eine Kleinigkeit füge ich noch hinzu: Die Miniquerschnitte haben neben nötigem hohem Druck noch einen anderen Nachteil, gerade beim geforderten hochtemperaturigem WW, sie können bei großer Wasserhärte auch mal ganz zugehen.
Verfasser:
berkamti
Zeit: 09.05.2012 14:06:45
1714163
Sehr interessant alle Meinung zu dem Thema zu hören (lesen).

Generell habe ich eine gesunde Skepsis gegenüber Studien (die im Ergebnis komischerweise immer das liefern, was im Interesse des Auftraggebers ist) und Organisationen, die mit vordergründigen Forderungen nach mehr Sicherheit ganz uneigennützig die eigene Existenz zementieren bzw. Umsatz generieren wollen.

Ich beziehe jetzt mal das Gelesene auf meine Situation (Sorry an den Threadersteller): ich habe ungedämmte Leitungen, WW und KW sind starr und im Schacht 10 cm durch Luft getrennt, gehen mit diesem Abstand auch in den Betonboden rein, laufen dort ca. 4,5 m bis zur Zapfstelle.
Eine Erwärmung der KW-Leitung via Luft schliesse ich aus, im Beton mag das im geringen Maß erfolgen (im Sommer mehr als im Winter).
Meine ZLeitung wird morgens und abends 2 Stunden gespült, d.h. in den 10 Stunden dazwischen wächst der Biofilm. Die Keime werden ständig warm und kalt und sind damit ziemlich robust. Da bei mir nicht gesprüht wird, geht die Gefahr weniger von den Legionellen aus, sondern von den Keimen, die durch abgerissene Biofilm-Teilchen aus der Armatur kommen und getrunken werden. Hab ich was vergessen?
Verfasser:
OldBo
Zeit: 09.05.2012 14:20:04
1714171
Naja, jeder bekommt die Keime, Viren und Bakterien, die seine Anlage hergeben :>))

Spaß beiseite!

Wie groß das eigene Risiko ist, kann man eigentlich nur durch eine Beprobung herausfinden. Erst dann kann man das Risiko abschätzen und eingehen oder Maßnahmen ergreifen. Deshalb ist es eben wichtig, eine Aufkeimung durch eine fachgerechte Installation im Voraus zu minimieren. Manchmal kommen die Viecher auch über das Versorgungsnetz, leider.

Gruß

Bruno Bosy
Verfasser:
berkamti
Zeit: 09.05.2012 15:34:07
1714212
Mist, hab keine Entnahmearmaturen.
Verfasser:
Ratzeful
Zeit: 09.05.2012 17:01:21
1714238
Hallo Thomas.B,

das wird zäh,
Zitat von Thomas.B Beitrag anzeigen
...Hygienetechnisch sehe ich in der beschriebenen Konstellation auch keinen Grund gegen eine bedarfsweise betriebene Zirkulationspumpe - formal sieht das leider im Moment anders aus...
Das sind keine formalen Gründe. Sondern aus aktuellen Erkenntnissen herrührenden.
Kannst Du bitte irgendwelche aktuelle (nein, nicht die Uralt DVGW-W 551, 552 Arbeitsblätter) Fachliteratur, Empfehlungen, Untersuchungen benennen, die Deine These unterstützen?
Zitat von Thomas.B Beitrag anzeigen
...Haustechnikraum zum Anschluß an den WW-Speicher "erscheinen" und dort bei Bedarf leicht "umverdrahtet" werden können...
Dir ist schon klar, daß die Rohrdimensionierung einer Ringleitung anderen Ansprüchen folgt wie die einer Zirkulationstrasse?
Wie bringst Du das unter einen hygienischen Hut (Nennweite)?
Zitat von Thomas.B Beitrag anzeigen
...Mindestens einmal wöchentlich würde ich die Anlage mit 70°C längere Zeit (> 15min) zirkulieren lassen (sogn. Legionellenschaltung)...
Weiterhin Stand vor 15 Jahren. Das ist heute längst passé. Damit wird nur die Biofilm-Gemeinschaft gestählt. Und sobald die an die regelmäßigen Saunagänge gewöhnt ist, ist das Ganze nur noch sinnlose Energieverschwendung.
Und die ganzen nicht-zirkulierenden Bereiche bleiben ohnehin verschont. Und auch von hier aus wird diese Maßnahme durch die Rückverkeimung konterkariert.

Eine "thermische Desinfektion" fährt man nicht auf Verdacht oder nach einem Zeitplan, sondern ausschließlich bei akutem Befall als Erstmaßnahme.
Muß ich Dir für diese Banalität auch noch Quellen beibringen?

Ein krankes Netz wird durch solche Legionellenschaltungen nie gesund. Bestenfalls kränker. Und in einem gesunden Netz ist sie überflüssig.
Zitat von Thomas.B Beitrag anzeigen
...Die Biofilmgeschichte ist mir natürlich bekannt. Irgendwo habe ich das auch anklingen lassen...
Ach, warum dann Deine überholten Uralt-Empfehlungen?
Zitat von Thomas.B Beitrag anzeigen
...Vieles in Deinen Quellen ist schon irgendwie richtig, aber eben auch so manches überzogen und weltfremd dargestellt...
Was denn zum Beispiel?
Zitat von Thomas.B Beitrag anzeigen
...Man kann nicht beliebig kleine Querschnitte und entsprechend hohe Strömungsgeschwindigkeiten wählen - auch wenn sich der Hygieniker davon vielleicht einen Vorteil verspricht...
Nicht vielleicht, sondern ganz klar nachvollziehbar. Haben Dir meine Quellen und Seitenangaben nicht weitergeholfen?
Und man kann durchaus "hohe" Fließgeschwindigkeiten fahren. Fachleute machen das schon seit Jahrzehnten. Denn das ist schon seit der seligen DIN 1988-3 Usus. Also über den Geschwindigkeitsbereich von 2,5-5 m/s braucht man nicht meckern. Auch wenn man das nicht immer ausschöpfen muß. Und das geben die meisten Netze druckseitig her.
Zitat von Thomas.B Beitrag anzeigen
...Dünne Leitungen neigen auch zu lästigen Strömungsgeräuschen. Das hat also alles seine praktischen Grenzen...
Wieder so ein alter Käse. Wenn was rauscht, dann sind es die Querschnittsänderungen in Armaturen. Oder Rohrsysteme mit starken Querschnittssprüngen in den Fittingen.
Und bei korrekter Rohrleitungsbefestigung hört man auch davon wenig.
Zitat von Thomas.B Beitrag anzeigen
...Manche Quellen hast Du vermutlich nicht aufmerksam genug gelesen. Die Dissertation von Herrn Thoneick ist z.B. kaum relevant - vielleicht am Rande für die Frage der Flexleitungen / Schläuche im KW-Bereich. Ansonsten geht es da um Biofilmbildung bei dafür mehr oder weniger optimalen Temperaturen...
Aha, ich habe es nicht gelesen?
Was sagt Dir dieses Zitat aus der von mir angegebenen Stelle:?
"...Dabei sind begünstigende Faktoren für das Biofilmwachstum: Stagnation, Fließgeschwindigkeit, Nährstoffangebot, Wassertemperatur, Oberflächenrauhigkeit, Anwesenheit von Desinfektionsmitteln..."
Zitat von Thomas.B Beitrag anzeigen
...Die "GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH" fordert eine Verschärfung des Prüfaufwandes - na so was aber auch...
Ne ne, lenk nicht ab.
Du hast behauptet, daß die WW-Speicher das Hauptproblem sind und ich habe Dir den Hinweis aus dem Bericht der GTÜ geliefert:
"...Hauptgefahrenquellen für Legionellen-Erkrankungen sind Privathaushalte mit knapp 47 Prozent und Hotels mit rund 30 Prozent; alte Leitungssysteme stellen 60 bis 70 Prozent der Krankheitsursache dar..."
Warum Du Dir dann den irrelevanten Kram der Kontrollkosten rauspickst, weist nur Du alleine.
Zitat von Thomas.B Beitrag anzeigen
...Du solltest bei der Abschätzung der Seriosität der Quellen und Meinungen hier und da auch etwas gesunden Menschenverstand walten lassen. Leider sind da eine Menge "Kriegsgewinnler" unterwegs, die sehr viel Wind machen...
Es ist mein gesunder Menschen- und Technikverstand und der regelmäßige Vergleich zwischen vorgefundenen Anlagen und Neuinstallationen, welcher mir genügend Bestätigung für die von mir benannten Quellen liefert.
Welche Quellen hast Du denn?
Zitat von Thomas.B Beitrag anzeigen
...Wenn man die Legionellengefahr ganz eindämmen will, muß man das Einfallstor "dicht" machen, wie ich schon beschrieben habe: Mikrofiltration, UV-Desinfektion, Ozon-Desinfektion oder einfach wie früher chloren, bis die Augen brennen...
Tja, genau diese Aussagen zeigen mir, daß Du über die biologischen Vorgänge in Trinkwassernetzen nicht auf dem aktuellen Stand bist.:

1. Mit Mikrofiltration wirst Du keine Viren und nicht alle kritischen Bakterien aus dem Wasser rausholen. Das geht nur mit Ultrafiltration. Und nach so einer Stufe braucht man wieder eine DEA.
Und dann können sich die Keime im nachgeschalteten Netz trotzdem weiter vermehren. Denn daß man ein keimfreies Netz nach einer "Filter"-Anlage aufbauen und keimfrei halten kann ist ein Traum. Die Biofilmbildung in solchen Systemen dauert etwas länger, aber die Ergebnisse sind dann die gleichen. Zumindest wenn die Fließgeschwindigkeiten, Temperaturen, Austauschraten, Werkstoffe, Betriebsweisen gleich sind.

2. Das Minimierungsgebot im Zusammenhang von Trinkwasseranlagen sagt Dir was? Solltest Du nachlesen. Stichwort natürliches (anthropogen) unbelastetes Trinkwasser.
Dann würdest Du diese Parolen weglassen.

3. Man muß keinen Krieg führen, um ein dauerhaft sauberes Leitungsnetz zu haben. Ein paar elementare Grundregeln sind zu beachten und umzusetzen. Dazu waren meine Infos auch gedacht.

Zitat von Thomas.B Beitrag anzeigen
...Und nicht vergessen:
Wir reden immer nur von einer Reduzierung der Keimbelastung bzw. einer Vermeidung von deren Erhöhung und wir reden von statistischen Wahrscheinlichkeiten...
Vollkommen richtig.
Es macht schon einen Unterschied, ob ich Nachts um drei eine einsame Landstraße mit geschlossenen Augen überquere, oder ob ich den Gag werktags um 7.30 Uhr am Frankfurter Ring bringe.


Gruß Ratzeful
Verfasser:
OldBo
Zeit: 09.05.2012 19:01:37
1714279
Danke Ratzeful, da ich die langen Texte nicht mehr lese, bin ich nun aber doch auf dem Laufenden :>))

Gruß

Bruno
Verfasser:
Ratzeful
Zeit: 09.05.2012 19:19:54
1714288
Guten Abend OldBo,

ich hatte halt wieder keine Zeit mich kurz zu fassen...
;-)


Gruß Ratzeful
Verfasser:
Expert35
Zeit: 09.05.2012 19:40:19
1714296
wenn die Warmwassertemperaturen niedrig sind zBsp. bei Warmwasserbereitung durch Wärmepumpe etc, lässt sich der Legionellenschutz auch durch UV Bestrahlung erreichen. Das verfahren wurde bereits 1987 dafür entwickelt und sollte den Fachbetrieben bekannt sein.
Es ist nach dem Technischen Regelwerk DVGW W 551 (Ausgabe April 2004) die einzige Alternative zu thermischen Lösungen.
Verfasser:
OldBo
Zeit: 09.05.2012 20:29:48
1714315
... da gibt es auch noch andere Möglichkeiten.
Verfasser:
Expert35
Zeit: 09.05.2012 20:45:16
1714321
was meinst du Bruno, ob die Legionellen auch die 400V im DLE überleben ??
Verfasser:
elo22
Zeit: 10.05.2012 04:25:36
1714435
Zitat von M.CELIK
Wieso willst du denn das arme Haus aufstemmen? Man darf Heutzutage kaum noch schlitzen, wegen Schallschutz und Statik! Kapp die Leitungen im Keller entleere und verschließe sie. Putz die alten Anschlüsse zu und verlege neue Leitungen in der Vorwand/Schacht aus Leichtbau etc.


Hier ist das Bad im 1 OG, wie kommen die neuen Leitungen da hin? Weder Vorwand noch Schacht sind im Treppenhaus machbar. Bleibt doch nur aufmachen. Da ändert auch ein SHKler nix dran.

Lutz
Verfasser:
OldBo
Zeit: 10.05.2012 08:14:18
1714457
Zitat von Expert35 Beitrag anzeigen
was meinst du Bruno, ob die Legionellen auch die 400V im DLE überleben ??


Naja, es kommt darauf an, ob sich alle an den Heizdrähten tummeln und nicht in zentralen Wasserstrom durchflutschen :>))
Verfasser:
Thomas.B
Zeit: 14.05.2012 12:40:41
1716038
@ Paula1970:
Nett gekontert. Aber wer weiß; vielleicht ja doch.

@ Kühltaxi:
Zustimmung. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht.

@ Ratzeful:
Du schiebst ja eine ziemlich breite Welle an - nun bin ich mal gespannt, ob Du nun auch adäquat liefern kannst.

Die diesbezüglichen neueren DVGW-Forderungen ordne ich zu einem gutem Teil in den Bereich Lobbyismus und Gewinnmaximierung ein. Es soll am liebsten mal wieder alles rausgerissen und neu installiert werden - wenn es irgendwie geht, mit staatlichem "Nachdruck".
Das meiste mag zwar prinzipiell hygienetechnisch richtig sein - ob es auch immer angemessen und finanzierbar ist bzw. welche technischen Nachteile und Mehrkosten es mit sich bringt, muß auch betrachtet werden.
Es ist nicht so einfach, dabei die wirklich sinnvollen Bereiche der neuen Forderungen von überwiegend kommerziell motivierten Maximalforderungen zu trennen. Es ist ein Unterschied, ob die Anlage den hohem Sicherheitsstandard eines Krankenhauses, Pflegeheimes etc. genügen soll, oder ob man diese Extremforderungen auch im Bereich privater EFH und Wohnungen durchsetzen will. Gerade der GWS-Lobbyverein steht ja nun wirklich im Verdacht, so etwas aus Menschenfreundlichkeit anzuschieben.

"Ringleitung anderen Ansprüchen folgt wie die einer Zirkulationstrasse?
Wie bringst Du das unter einen hygienischen Hut (Nennweite)?"

Wie geschrieben: Als Ringleitung bemessen, unter 3l bleiben (sollte in einem EFH machbar sein), gut isolieren und bedarfsweise als Zirkulationsleitung betreiben. Aber nein: DVGW-Arbeitsblatt-gerecht ist das nicht. Nur: Worin soll der praktische Nachteil bestehen? Ohne Zirkulationspumpe wäre es nicht zu bemängeln. Wenn die Zirkulationspumpe nur läuft, sobald ausreichend hohe Vorlauftemperaturen zur Verfügung stehen, ist auch hygienisch nichts dagegen einzuwenden - praktisch jedenfalls. Das Arbeitsblatt W553 besorge ich mir gelegentlich mal, um das im Original zu lesen. Das kann aber etwas dauern, da ich weder den GWS-Lobbyverein noch den Ausbeuthverlag fett füttern will. (Tips zu Downloadquellen sind natürlich willkommen) Bis dahin werden es die diversen Interpretationsschriften im Web tun müssen.

Zur Legionellenschaltung:
Ich kenne die Thesen dazu und habe die neueren Erkenntnisse zum Thema Biofilm im meinen Ausführungen berücksichtigt. Die Anmerkung >15min ist entscheidend. Die Legionellen selbst sind nicht zu "stählen" oder sonst irgendwie abzuhärten. Die sterben bei den angegebenen Temperaturen und Einwirkungszeiten zuverlässig ab. Innerhalb eines ggf. vorhandenen Biofilm verzögert sich deren Ableben um genau den Zeitraum, welcher erforderlich ist, um diesen Biofilm durchzuheizen. Dafür reichen die früher propagierten 3min nicht zuverlässig genug. Im Rahmen einer Kombination aus Ring- und Zirkulationsleitung kann man die entsprechenden erhöhten Temperaturen ohne nennenswert erhöhten Wasser- und Energieverbrauch häufiger fahren. Das geht besonders gut in EFH und ähnlich kleinen überschaubaren TWW-Netzen, weil sowohl die Wärmeverluste, wie auch Störungen durch Zapfungen keine so große Rolle spielen, wie z.B. in einem Krankenhaus.

"Eine "thermische Desinfektion" fährt man nicht auf Verdacht"
Tja - schön gedacht, aber mache doch mal einen Gegenvorschlag. Der Nachweis von Legionellen incl. quantitativer Bestimmung ist nicht ganz so einfach (gramnegativ) und kostet deshalb bei den entsprechenden Laboren schon einen nennenswerten Betrag. Selbst wenn man "nur" jährlich testen läßt - was hygienisch gesehen schon sehr fragwürdig wäre, wenn die propagierten Risiken so dramatisch wären - kann man das energetisch kaum bzw. allenfalls nur bei sehr großen WW-Netzen einsparen - im EFH nie.

"Also über den Geschwindigkeitsbereich von 2,5-5 m/s braucht man nicht meckern."
Mal abgesehen von den Druckverlusten und den ziemlich wahrscheinlichen Lärmbelästigungen: Mit welchem Material soll denn dann installiert werden? Bei Kupfer wäre da auch mit Erosionskorrosion zu rechnen - ganz besonders in Zirkulationsleitungen.
Natürlich entstehen lärmverursachende nichtlaminare Strömungen vor allem in Fittigen und Armaturen. Aber wie willst Du die vermeiden? Ich meine - das geht schon, aber dann werden genau das die idealen Brutstätten für den Biofilm, zumal dort oft die thermische Isolation nicht so gut ist.

Ich kenne die Probleme u.a. aus dem industriellem Bereich - z.B. bei Abfüllanlagen oder auch aus der Labor- und Medizintechnik. Da hantiert man aus verschiedenen Gründen - auch hygienischen - mit hohen Strömungsgeschwindigkeiten, minimalen Querschnitten und hohen Drücken, soweit das Medium das verträgt. Das wird mit genau den Nachteilen erkauft, welche ich beschrieben habe. Die Vorteile liegen z.B. im Bereich kleiner Spülverluste. Details bei Bedarf.

Zur Thoneick-Dissertation:
Es geht nicht um die einleitenden Allgemeinplätze, sondern um die verwertbaren wissenschaftlichen Ergebnisse der durchgeführten Forschungen. Dazu muß man aber mehr als die Einleitung und die Zusammenfassung lesen.

Zum "irrelevanten Kram der Kontrollkosten":
Ach - irrelevant findest Du das? Aber genau darum geht es doch primär bis ausschließlich. Es soll einmal mehr ein Geschäft mit der Angst gemacht werden. Weitaus mehr Menschen sterben jährlich an Ärztepfusch, unverantwortlichen Sparmaßnahmen im dt. Gesundheitswesen (trotz enormer Kosten), mangelhafter Krankenhaushygiene oder ganz allgemein am Pflegenotstand. Davon hört man wenig, weil das Abstellen dieser Probleme viel Geld kosten würde und die Lösungen auch nicht so einfach wären.

So genaue Zahlen bzgl. der Infektionsquellen, wie die GTÜ suggeriert, gibt es gar nicht. Legionellen sind ganz normale Bakterien, wie sie in unserer Umgebung allgegenwärtig sind. Es gibt eine Unzahl von Möglichkeiten, wie die Tierchen in Wasseraerosolen lungengängig werden können. Es gibt keinen vollständigen Schutz davor - jedenfalls nicht in einem normalem aktivem Leben. Dann müßte man auch das Baden in natürlichen Gewässern verbieten und jeglichen Wassersport - zumindest im Sommer. Gartenbewässerungen mit Rasensprengern etc. aus Regenwasserzisternen und sonstigem wären untragbar. Und bei Regen sollte im Sommer der Straßenverkehr gestoppt werden - oder wenigsten Vmax = 5km/h wegen der Pfützen...

Zum Thema Einfallstor "dicht" machen:
Mach Dir mal keine Sorgen um meinen Wissenstand. Hinsichtlich der möglichen Maßnahmen habe ich keine Wertung vorgenommen. Es sollte nur ein Hinweis darauf sein, daß ständig eine Neukontmination stattfindet oder zumindest stattfinden kann.
Und daß der Ansatz "einfach wie früher chloren, bis die Augen brennen..." nicht ganz ernst gemeint war, wirst Du ja hoffentlich bemerkt haben.
Zur Mikro- und ggf. Ultrafiltration: Die Probleme und Kosten sind mir leider wohl bekannt. Hier geht es auch nicht um Viren, sondern um Legionellen (Bakterien und viel größer).
Es geht auch nicht darum, die Systeme dauerhaft keimfrei zu halten, sondern die Zeiträume für die energetisch intensive Desinfektion erheblich zu strecken.
UV-Bestrahlung und Ozondesinfektion sind Verfahren, die momentan noch überteuert sind.
In diesen Bereichen - auch Filtration bis hin zur Umkehrosmose - ist aber mit großen Fortschritten zu rechnen. Es ist ein vordringliches Problem der Menschheit und ein riesiger Markt.
Schon heute würde sind selbst in D vieles rechnen, wenn man die Bürger aus dem gewinnträchtigem Anschlußzwang aus den TW- und insbesondere Abwassernetzen entlassen würde.

Die Entwicklung und vor allem die Anwendung preisgünstiger dezentraler Trinkwasseraufbereitungsanlagen wird die GWS-Lobby und der deutsche Staat genauso rigoros bekämpfen, wie es seit langem schon bei den Abwasserbehandlungsanlagen praktiziert wird. Es geht nicht um Hygiene und Umweltschutz - das wäre anders oft sehr viel besser möglich - es geht um Pfründe und Abzocke.

Noch mal zu den Legionellen:
Ja, es ist ein gewisses Risiko und ja, man sollte es angemessen ernst nehmen - insbesondere in Großanlagen und besonderen Risikobereichen (KH etc.) Einen Bedarf für weitere Abzockvorschriften im Bereich privater Wohnungen etc. erkenne ich nicht.
Einmal mehr beißt sich die Katze in den Schwanz:
Die hohen Wasser- und Energiekosten - an denen sich primär Staat und Großkonzerne unter Vermeidung eines Wettbewerbs bereichern - haben zu hygienisch ggf. kritischen Ausweichbewegungen geführt: Niedrige WW-Temperaturen und fein versprühende Brauseköpfe sowie Perlatoren, welche Wasser sparen sollen, führen zusammen mir anderen Einsparungen an der Betriebsweise (Zirkulation, Heizintervale, ST etc.) zu Risiken, welche es unter angemessenen volkswirtschaftlichen Bedingungen gar nicht in diesem Maße geben würde. Also zimmert man sich flugs eine neue Abzockverordnung, welche das Symptom des Symptoms zu beheben versucht und weiteres Geld in die Kassen spülen soll.

Gruß
Thomas
Seite 3 von 3 [Beitrag 71 bis 89 von 89]erste <123>letzte