Hallo Thomas.B,
das wird zäh,
Zitat von
Thomas.B 
...Hygienetechnisch sehe ich in der beschriebenen Konstellation auch keinen Grund gegen eine bedarfsweise betriebene Zirkulationspumpe - formal sieht das leider im Moment anders aus...
Das sind keine formalen Gründe. Sondern aus aktuellen Erkenntnissen herrührenden.
Kannst Du bitte irgendwelche
aktuelle (nein, nicht die Uralt DVGW-W 551, 552 Arbeitsblätter) Fachliteratur, Empfehlungen, Untersuchungen benennen, die Deine These unterstützen?
Zitat von
Thomas.B 
...Haustechnikraum zum Anschluß an den WW-Speicher "erscheinen" und dort bei Bedarf leicht "umverdrahtet" werden können...
Dir ist schon klar, daß die Rohrdimensionierung einer Ringleitung anderen Ansprüchen folgt wie die einer Zirkulationstrasse?
Wie bringst Du das unter einen hygienischen Hut (Nennweite)?
Zitat von
Thomas.B 
...Mindestens einmal wöchentlich würde ich die Anlage mit 70°C längere Zeit (> 15min) zirkulieren lassen (sogn. Legionellenschaltung)...
Weiterhin Stand vor 15 Jahren. Das ist heute längst passé. Damit wird nur die Biofilm-Gemeinschaft gestählt. Und sobald die an die regelmäßigen Saunagänge gewöhnt ist, ist das Ganze nur noch sinnlose Energieverschwendung.
Und die ganzen nicht-zirkulierenden Bereiche bleiben ohnehin verschont. Und auch von hier aus wird diese Maßnahme durch die Rückverkeimung konterkariert.
Eine "thermische Desinfektion" fährt man nicht auf Verdacht oder nach einem Zeitplan, sondern ausschließlich bei akutem Befall als Erstmaßnahme.
Muß ich Dir für diese Banalität auch noch Quellen beibringen?
Ein krankes Netz wird durch solche Legionellenschaltungen nie gesund. Bestenfalls kränker. Und in einem gesunden Netz ist sie überflüssig.
Zitat von
Thomas.B 
...Die Biofilmgeschichte ist mir natürlich bekannt. Irgendwo habe ich das auch anklingen lassen...
Ach, warum dann Deine überholten Uralt-Empfehlungen?
Zitat von
Thomas.B 
...Vieles in Deinen Quellen ist schon irgendwie richtig, aber eben auch so manches überzogen und weltfremd dargestellt...
Was denn zum Beispiel?
Zitat von
Thomas.B 
...Man kann nicht beliebig kleine Querschnitte und entsprechend hohe Strömungsgeschwindigkeiten wählen - auch wenn sich der Hygieniker davon vielleicht einen Vorteil verspricht...
Nicht vielleicht, sondern ganz klar nachvollziehbar. Haben Dir meine Quellen und Seitenangaben nicht weitergeholfen?
Und man kann durchaus "hohe" Fließgeschwindigkeiten fahren. Fachleute machen das schon seit Jahrzehnten. Denn das ist schon seit der seligen DIN 1988-3 Usus. Also über den Geschwindigkeitsbereich von 2,5-5 m/s braucht man nicht meckern. Auch wenn man das nicht immer ausschöpfen muß. Und das geben die meisten Netze druckseitig her.
Zitat von
Thomas.B 
...Dünne Leitungen neigen auch zu lästigen Strömungsgeräuschen. Das hat also alles seine praktischen Grenzen...
Wieder so ein alter Käse. Wenn was rauscht, dann sind es die Querschnittsänderungen in Armaturen. Oder Rohrsysteme mit starken Querschnittssprüngen in den Fittingen.
Und bei korrekter Rohrleitungsbefestigung hört man auch davon wenig.
Zitat von
Thomas.B 
...Manche Quellen hast Du vermutlich nicht aufmerksam genug gelesen. Die Dissertation von Herrn Thoneick ist z.B. kaum relevant - vielleicht am Rande für die Frage der Flexleitungen / Schläuche im KW-Bereich. Ansonsten geht es da um Biofilmbildung bei dafür mehr oder weniger optimalen Temperaturen...
Aha, ich habe es nicht gelesen?
Was sagt Dir dieses Zitat aus der von mir angegebenen Stelle:?
"...Dabei sind begünstigende Faktoren für das Biofilmwachstum: Stagnation, Fließgeschwindigkeit, Nährstoffangebot, Wassertemperatur, Oberflächenrauhigkeit, Anwesenheit von Desinfektionsmitteln..."Zitat von
Thomas.B 
...Die "GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH" fordert eine Verschärfung des Prüfaufwandes - na so was aber auch...
Ne ne, lenk nicht ab.
Du hast behauptet, daß die WW-Speicher das Hauptproblem sind und ich habe Dir den Hinweis aus dem Bericht der GTÜ geliefert:
"...Hauptgefahrenquellen für Legionellen-Erkrankungen sind Privathaushalte mit knapp 47 Prozent und Hotels mit rund 30 Prozent; alte Leitungssysteme stellen 60 bis 70 Prozent der Krankheitsursache dar..."Warum Du Dir dann den irrelevanten Kram der Kontrollkosten rauspickst, weist nur Du alleine.
Zitat von
Thomas.B 
...Du solltest bei der Abschätzung der Seriosität der Quellen und Meinungen hier und da auch etwas gesunden Menschenverstand walten lassen. Leider sind da eine Menge "Kriegsgewinnler" unterwegs, die sehr viel Wind machen...
Es ist mein gesunder Menschen- und Technikverstand und der regelmäßige Vergleich zwischen vorgefundenen Anlagen und Neuinstallationen, welcher mir genügend Bestätigung für die von mir benannten Quellen liefert.
Welche Quellen hast Du denn?
Zitat von
Thomas.B 
...Wenn man die Legionellengefahr ganz eindämmen will, muß man das Einfallstor "dicht" machen, wie ich schon beschrieben habe: Mikrofiltration, UV-Desinfektion, Ozon-Desinfektion oder einfach wie früher chloren, bis die Augen brennen...
Tja, genau diese Aussagen zeigen mir, daß Du über die biologischen Vorgänge in Trinkwassernetzen nicht auf dem aktuellen Stand bist.:
1. Mit Mikrofiltration wirst Du keine Viren und nicht alle kritischen Bakterien aus dem Wasser rausholen. Das geht nur mit Ultrafiltration. Und nach so einer Stufe braucht man wieder eine DEA.
Und dann können sich die Keime im nachgeschalteten Netz trotzdem weiter vermehren. Denn daß man ein keimfreies Netz nach einer "Filter"-Anlage aufbauen und keimfrei halten kann ist ein Traum. Die Biofilmbildung in solchen Systemen dauert etwas länger, aber die Ergebnisse sind dann die gleichen. Zumindest wenn die Fließgeschwindigkeiten, Temperaturen, Austauschraten, Werkstoffe, Betriebsweisen gleich sind.
2. Das Minimierungsgebot im Zusammenhang von Trinkwasseranlagen sagt Dir was? Solltest Du nachlesen. Stichwort natürliches (anthropogen) unbelastetes Trinkwasser.
Dann würdest Du diese Parolen weglassen.
3. Man muß keinen Krieg führen, um ein dauerhaft sauberes Leitungsnetz zu haben. Ein paar elementare Grundregeln sind zu beachten und umzusetzen. Dazu waren meine Infos auch gedacht.
Zitat von
Thomas.B 
...Und nicht vergessen:
Wir reden immer nur von einer Reduzierung der Keimbelastung bzw. einer Vermeidung von deren Erhöhung und wir reden von statistischen Wahrscheinlichkeiten...
Vollkommen richtig.
Es macht schon einen Unterschied, ob ich Nachts um drei eine einsame Landstraße mit geschlossenen Augen überquere, oder ob ich den Gag werktags um 7.30 Uhr am Frankfurter Ring bringe.
Gruß Ratzeful