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FBH-Stilllegung oder nicht ?
Verfasser:
Andreas
Zeit: 03.03.2003 08:15:40
0
10585
Hallo!
Unsere FBH ist jetzt ca. 20 Jahre alt. Die Therme haben wir vor 4 Jahren neu einbauen lassen (Junkers Cerastar). Mit diesem Teil hatten wir bisher nur Probleme. Das neueste ist, dass der Wärmeblock bereits 2mal ausgetauscht wurde, weil er angeblich "zerfressen" war. Der Ing. von Junkers teilte uns jetzt mit, dass dies an der Verschlammung und an der Diffusionsundichtigkeit der Kunststoffrohre liegt. Vor der Verwendung von Rohrdichtigungsmitteln und Korrosionsschutz wird ausdrücklich gewarnt.
Wir überlegen uns daher, die Fussbodenheizung stillzulegen und normale Heizkörper zu installieren. Allerdings wehre ich mich noch ein wenig gegen den Aufwand.
Hier nun ein paar Fragen von einem Laien an die Fachleute:
1. Sollte nach einer Spülung der Rohre auf ein Fliessmittel, Dichtungsmittel oder sonstige Zusätze verzichtet werden?
2. Wenn man eventuell vorhandene Stahl-Teile (Verteiler o.ä.) gegen neue, rostfreie austauscht, kann dadurch das Problem der Diffusion/Korrosion vermindert werden.
3. Wie erkenne ich, dass die Rohre nicht diffusionsdicht sind ?
4. Ist eine Systemtrennung zu empfehlen?
5. Sind wir denn die Einzigen, die solche Probleme mit "alten Rohren" haben und gibt es Abhilfe ?

Vielen Dank im Voraus
Andreas


Verfasser:
Jürgen
Zeit: 03.03.2003 10:06:34
0
10586
Hallo,

das Problem mit der Sauerstoffdichtigkeit von alten Kunststoffrohren ist seit langem bekannt. Schon damals, als die Therme installiert wurde, wäre eine Systemtrennung angebracht gewesen. Diese Rohre sind aus HD-PE und nicht, wie heute aus PE-X. Wenn die FBH zufriedenstellend funktioniert hat und sich eine behagliche Wärme eingestellt hat, dann würde ich sie weiterhin betreiben.
Eine Systemtrennung ist aber zwingend notwendig! Von Zusatzmitteln rate ich ab. Die Rohre sollte man vorher natürlich gründlich Spülen. Mit einer Systemtrennung hat man dann auch die Hydraulik besser im Griff. Stichwort: Mindestumluafmenge bei Gasgeräten...

Ich hoffe das hilft weiter

Gruß
Jürgen

Verfasser:
Norbert Dahm
Zeit: 03.03.2003 10:33:20
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10587
Hallo,

ich kann einer Systemtrennung nur zustimmen. Wenn sie diesen aufwand schon machen müssen sollte mann gleich über eine Solarezuheizung nachdenken, mit der sie weitere Energiemengen einsparen können. Der zusätliche Aufwand für ie Solarezuheizung ist nicht wesentlich höher, da sie ja sowieso den gesamten Anschlußbereich umbauen müssen.

Natürlich empfele ich nur Vakuumröhren nach dem Hydpipprinzip für einen Solarezuheizung.

MFG
Der Dahm

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 03.03.2003 12:04:19
0
10589
Hallo Andreas,

noch ein paar Fragen :

1. Was war vorher für eine Kesselanlage eingebaut.
2. Wurde beim Einbau des neuen Kessels die FBH gespült ?
3. Wurde das Ausdehnungsgefäß beim Einbau des Heizkessels ausgetauscht ?
4. Wie groß ist das Ausdehnungsgefäß
5. Welchen Vordruck hat das Ausdehnungsgefäß jetzt ?
6. Sind starke Druckschwankungen an der Anlage zu beobachten bei Tag/Nachtbetrieb ?
7. Handelt es sich um eine reine FBH-Anlage
8. Welches Rohr wurde bei der FBH verbaut ?
9. Mit welchen Systemtemperaturen wird die Anlage betrieben?
10. Ist ein Mischer an der Anlage vorhanden ?
11. Läuft die FBH problemlos, oder sind Funktionsstörungen festzustellen - z.B. Ausfall einzelner Heizkreise
12. Wie sieht die Regelung der Heizungsanlage aus ?

Achim Kaiser

Verfasser:
Andreas
Zeit: 04.03.2003 08:39:33
0
10590
HalloHerr Kaiser !
hier die Antworten
1. Was war vorher für eine Kesselanlage eingebaut.
A. Auch eine Junkers Therme, Modell nicht mehr bekannt.

2. Wurde beim Einbau des neuen Kessels die FBH gespült ?
A Es wurde nicht gespült. Junkers und andere "Fachleute" hielten es nicht für notwendig.

3. Wurde das Ausdehnungsgefäß beim Einbau des Heizkessels ausgetauscht ?
A. Es ist keines vorhanden

6. Sind starke Druckschwankungen an der Anlage zu beobachten bei Tag/Nachtbetrieb ?
A. keine Druckschwankungen erkennbar

7. Handelt es sich um eine reine FBH-Anlage
A. Ja

8. Welches Rohr wurde bei der FBH verbaut ?
A Kunststoffrohr von vor 20 Jahren

9. Mit welchen Systemtemperaturen wird die Anlage betrieben?
A weiss ich nicht genau. Vorlauf müsset jetzt (aussentemperaturabhängig) bei 42 Grad liegen.

10. Ist ein Mischer an der Anlage vorhanden ?
A. nein

11. Läuft die FBH problemlos, oder sind Funktionsstörungen festzustellen - z.B. Ausfall einzelner Heizkreise
A. öfters Probleme mit der Druckdose, ansonsten der 3. Wärmeblock in 4 Jahren

12. Wie sieht die Regelung der Heizungsanlage aus ?
A. über die Regler von Junkers (TA ??) Tag/Nachtabsenkung, Fusspunkt usw.

Gruss
Andrea

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 04.03.2003 19:43:44
0
10591
Hallo Andreas,

weia weia,
wenn die ganze Anlage (hatte leider nicht nach der Größe gefragt) auf das im Gerät eingebaute Ausdehnungsgefäß läuft, dann wundert mich nichts.

Die eingebauten Ausdehnungsgefäße sind ausreichend für Anlagen mit geringem Wasserinhalt z.B. Etagenheizung mit Heizkörpern.
Bei einer Fußbodenheizung mit 60-80 qm oder größer ist das Ausdehnungsgefäß je nach Ausführung der FBH sicherlich zu klein.
Die Anlage zieht bei jedem Absenkbetrieb Luft, wenn das Gerät der höchste Punkt der Anlage ist direkt über den Entlüfter in den Wärmetauscher (deswegen sollte eine Druckschwankung erkennbar sein, wenn das Gerät auf Nachtabsenkung läuft).

Wenn Verschlammung der Anlage vorhanden wäre, sollten Funktionsstörungen an der FBH feststellbar sein, wenn alle Heizkreise problemlos laufen, ist auch kein massives Schlammproblem vorhanden, ausser die Therme wäre der tiefste Punkt der Anlage, so dass sich der komplette Schlamm im Gerät absetzen könnte.

Diffusinsdichtheit lässt sich am einfachsten feststellen, wenn Fabrikat und Type der verwendeten Rohre feststellbar ist. Auch schon 1980 gab es diffusionsdichte Rohre zu kaufen. Das Alter alleine sagt nichts darüber aus, ob ein Rohr difussionsdicht ist oder nicht. Selbst heute gibt es nicht diffusionsdichte Rohre zu kaufen.

Nachdem die alte Therme 16 Jahre gelaufen ist, kann es wohl nicht sein, dass das neue Gerät alle Jahre einen neuen Wärmetauscher braucht.

Ich vermute dass das Ausdehnungsgefäß zu klein und/oder defekt ist und das die Anlage deswegen massive Luftprobleme hat. Im Wärmetauscher kommt es dadurch zu örtlichen Überhitzungen im Anfahrbetrieb....Exodus

Achim Kaiser





Verfasser:
Norbert
Zeit: 05.03.2003 13:38:23
0
10592
Kann meinem Vorredner (Vorschreiber) nur Recht geben
Ist die Therme etwa noch als Kombigeräte installiert (Warmwasser über Wärmetauscher im Durchlaufprinzip)? Dann wird die Anlage Luft ziehen, es kommt zu Überhitzungen im Wärmetauscher (WT), das Brauchwasser scheidet extrem viel Kalk aus und der WT ist Ruchzuck dicht.

Und die Therme direkt ohne Mischer anzuschließen ist auch gewagt und nicht optimal.

Dringend ein größeres Gefäß (mind. 35 Liter oder gar 50 Liter) einbauen, wenn möglich Mischer einbauen (wenn es die Regelung erlaubt und mitmacht) und evtl. vorher doch mal spülen (wenn dunkles - schwarzes - Wasser herauskommt, dann so lange jeden einzelnen Fußbodenkreis spülen bis es einigermaßen klar ist - bringt auf jeden Fall Vorteile).

Ich würde noch sicherheitshalber eine Systemtrennung vorschlagen, um ganz sicher zu gehen, dass der WT im Gerät kein "Fußbodenwasser" mehr bekommt.

Würde gerne über den Wertegang informiert werden
info@haustechnik-schuessler.de


Verfasser:
Andreas
Zeit: 06.03.2003 06:59:56
0
10593
Hallo an alle !

Herzlichen Dank für Eure Informationen und Hinweise. Ihr habt mir sehr geholfen, ein wenig Durchblick in dieser Materie zu bekommen und nicht ganz als Idiot dazustehen. Die Sache wird ihren Lauf nehmen. Ich werde Euch über den Ausgang informieren.

Nochmals vielen Dank
Gruss
Andreas

Verfasser:
Stefan
Zeit: 10.03.2003 15:42:13
0
10594
Hallo Andreas
In der Schweiz gibt es seit einigen Jahren die Möglichkeit, Fussbodenheizungen effizient zu reinigen und danach mit einem Epoxydharz nahtlos innen zu beschichten. Versicherungstechnisch sind die Kunststoffrohre wieder in einem NEUZUSTAND !
Die Technologie ist eine Weiterentwicklung des weltweit etablierten LSE-SYSTEMS, das bei korrodierten Trinkwasserleitungen seit 18 Jahren erfolgreich angewandt wird.
Die Diffusion ist mit einer Innenbeschichtung noch nicht eliminiert, aber der Alterungsprozess der Rohre ist gestoppt, das heisst, die Rohre können nicht mehr verspröden durch die chemische Veränderung der Kunststoff Stabilisatoren (Fachmund nennt das Weichmacher).

Weitere Infos unter www.hat-system.com

Beste Grüsse aus der Schweiz

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 10.03.2003 18:45:05
0
10595
@Stefan,

iss ja wunderbar, hilft das auch bei korrodierten Wärmetauschern, zu kleinen Ausdehnungsgefäßen und bei akutem Gasmangel in der Gasleitung ??

Nix gegen das System, aber die meisten haben hier Probleme mit Difussion oder Sauerstoffeintagungen, nicht mit undichten Rohren....

Werbung ist ein ganz anderes Thema, wenn es zur Anfrage passt.

Ich sag ja auch nicht zu jedem, ich hab nen Heizungsbaubetrieb, da wird dir geholfen obwohl es manchmal so ist ;-))

Achim Kaiser

Verfasser:
me. Ahrendt
Zeit: 11.03.2003 10:50:10
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10596
Vielleicht hilft Ihnen ja mein Beitrag zur Problemlösung bei einer ähnlichen Anlage ... die von Herrn Kaiser beschriebenen Probleme wie Ausdehnungsgefäß usw. müssen natürlich zusätzlich beachtet werden sonst nutzt auch keine Sanierung der Anlage !

http://www.ahrendt-solartechnik.de/heizung/SeFBHz02.htm

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