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Foren
FH Regelung
Verfasser:
Jörg
Zeit: 04.03.2003 16:10:22
0
10669
Hallo Teilnehmer
ich bin jetzt auch unter dem Druck eine Entscheidung für meinen Neubau zu treffen.
Der geplante Bau soll kpl. mit Fußbodenheizung betrieben werden.
Als Therme soll ein Vaillant Brennwertgerät eingesetzt werden.
Ich lese hin und wieder in diesem Forum und weiß immer noch nicht richtig ob nun die Regelung für den Vorlauf mit einem Mischer unterstützt werden soll oder muß. Brauch ich für ein nur mit FH ausgestattetem Haus einen Mischer? Und wenn ja, warum?
Danke

Gruß jörg

Verfasser:
Fuggo
Zeit: 04.03.2003 17:01:12
0
10670
Haaaaaaaaaaaalo, Herr Haaaaaaaaaaase, Arbeit!!!

Nein, mal im Ernst.
Bei reiner FBH, modulierendem Gerät und modulierender Pumpe wie bei neuem Vaillant- Gerät (Siehe aktueller Nachricht auf dieser Web- Seite) m.E.nicht notwendig, wenn´s richtig ausgelegt und ausgeführt ist.
Es gibt jedoch ganz andere Ansichten zu diesem Thema.
Da komm bestimmt noch was.

So long

Fuggo

Verfasser:
Jürgen
Zeit: 04.03.2003 17:24:31
0
10671
Hallo,

ich würde auf jeden Fall einen Mischer einbauen, damit hast Du die Vorlauftemperatur gradgenau im Griff (z.B. bei Speicherbeheizung)
Und ohne hydraulische Weiche sieht es auch eventuell schlecht aus, weil die Volumenströme im Gerät von den empfohlenen Werten abweichen.
Also: Hydraulische Weiche und ein Mischer sind auf jeden Fall empfehlenswert!

ich bitte um Berichtigung, wenn ich falsch liege...

Gruß
Jürgen

Verfasser:
Fuggo
Zeit: 04.03.2003 17:54:46
0
10672
Haaaaaaaaaaaalo, an die Herren von Vaillant!!!
Wär doch mal interessant was der Hersteller empfiehlt.
Vielleicht kann da mal einer vom Werk seinen Kommentar abgeben.
Ich mail da mal hin.

@ Jürgen
Bei Speicherbeheizung arbeitet Vaillant mit Vorrangumschaltventil und Pumpennachlauf, fällt als schon mal weg.
Über die Volumenströme im Gerät wäre noch zu diskutieren.
(Also: Hydraulische Weiche+ Mischer+ Pumpe+ Steuerung+ Fühler+ STB+ ......, puuuuh wird aufwendig, der sollte das ohne können)

ich bitte um Berichtigung, wenn ich falsch liege...

So long

Fuggo

Verfasser:
Jürgen
Zeit: 04.03.2003 20:27:53
0
10673
Hallo,

@fuggo

mit dem Umschaltventil hast Du recht!
Der Rest ist nicht so wild, den STB hat das Gerät sowieso drin, da braucht man keinen extra.Fühler braucht man eh für die Mischerregelung. Und ohne Mischer ist m.E. nach eh nicht gut. Pumpe kommt noch eine dazu, das stimmt. Ich hatte erst vor kurzem mit Vaillant über so ein Problem gesprochen, und die haben gemeint daß eine hydraulische Weiche bei den kleinen Wassermengen in Verbindung mit FBH zwingend nötig ist. Ich kenn aber auch Anlagen die laufen ohne... aber wer weiß ob das gut ist!

Ich hoffe das hilft..
Und verbessere mich wenn ich falsch liege!

Gruß
Jürgen

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 04.03.2003 21:00:09
0
10674
Grundsätzliche Empfehlung : Anlagenhydraulik nach dem vom Gerätehersteller vorgegebenen Schemen.

Nachdem ich bei Vollfußbodenheizung eh immer eine Gänsehaut kriege, darf meine Meinung in dem Fall auch daneben liegen.

Bei einem Brennwertwandkessel ergeben sich die Grenzen aus dem maximalen Wasserdurchsatz den das Gerät verträgt. Je nach Hersteller werden hier verschiedene Ansatze vertreten. Die einen Trennen eine FBH grundsätzlich ab und verlangen eine hydraulische Weiche, bei anderen ist der direkte Anschluß bis zum maximalen Wasserdurchsatz des Gerätes möglich.

Nachdem ich aber eh keine Heizung ohne ein paar Heizkörpern (Bad und meist ein paar untergeordnete Räume und meistens auch noch einen im Esszimmer oder bei riesigen Fensterflächen)baue, haben meine Heizungen eh immer einen direkten Heizkreis und die FBH geht gesondert über einen Mischer mit nachgeschaltetem Bypass und gesonderter Pumpe.

Einfachste Antwort, lassen sie das Anlagenschema vom Kesselhersteller prüfen und eine Stellungnahme abgeben.

Achim Kaiser

Verfasser:
rudi
Zeit: 04.03.2003 21:16:42
0
10675
rudi

1. temperatur für fußbodenheizung sollte gradgenau geregelt werden, also mischer. da nach warmwasserbereitung die heizmittel überhitz sind wird der zur pflicht eingesetzte temperaturbegrenzer auslöse.
2. hydraulische weiche, da die pumpenleistung der therme sicherlich bei vollabnahme zusammenbricht und sich durch eine zweite pumpe die drücke nicht kontrollieren lassen.
3. einzelraumregelung pflicht!
4. warum nur vaillant, kotz, kenn nur probleme im brennwertbereich
5. fußbodenheizung muss genau ausgelegt werden, Oberflächentemperatur, vorlauftemperatur und Rohrverlegeabstände, sonst krampfadern, unwohlsein, dicke füße.

mfg rudi

Verfasser:
Fuggo
Zeit: 04.03.2003 21:55:11
0
10676
@ Jörg

Dann warten wir mal bis die in Remscheid morgen früh mit roten glasigen Augen Ihre Mailbox anschauen. Ich habe um Stellungnahme hier im Forum gebeten.

@ Jürgen
Meinte mit STB Maximaltemperaturbegrenzer der FBH, war anders gemeint.

>Ich kenn aber auch Anlagen die laufen ohne... aber wer weiß ob das gut ist!
Habe seit mehreren Jahren Vitodens 300 in ca. 8 Jahre altem "Neubau" (50 cm Ziegelsteine)laufen, mit Velta- Naßsystem, sehr eng verlegt.
Ohne Mischer, ohne Stellmotoren, ohne alles (quasi als Test).
Außentemperaturgeführt mit BUS- Pumpe so wie´s vom Werk kommt.
T min im VL 25°C (weniger macht die Comfortrol nicht)
T max im VL 35°C, ich wiederhole 35°C als Maximale Kesseltemperatur im Heizbetrieb begrenzt. (+ elektr. Schnellheizer im Bad)
Probleme, keine.
Gasverbrauch, blendend.
Brennerlaufzeiten, ohne takten.
Betriebsstunden, ohne Ende.

Warum soll das mit dem richtigen Gerät und entsprechend ausgeführt nicht funktionieren, und verbessere mich wenn ich falsch liege:-)))

@ Achim Kaiser+ rudi
rudi

>1. temperatur für fußbodenheizung sollte gradgenau geregelt werden, also mischer. da nach warmwasserbereitung die heizmittel überhitz sind wird der zur pflicht eingesetzte temperaturbegrenzer auslöse.

4°C Schalthysterese+ großen Kesselwasserinhalt+ Zement- oder Fließestrich= große Masse: Da merkt niemand ein paar Grad Abweichung bei Brenner an oder Brenner aus, ist einfach nicht meßbar.
Nach WW- Bereitung kommt z. B. bei silber so lange Pumpennachlauf oder Heizpause bis umschaltung erfolgt auf Soll Temperatur.

>2. hydraulische weiche, da die pumpenleistung der therme sicherlich bei vollabnahme zusammenbricht und sich durch eine zweite pumpe die drücke nicht kontrollieren lassen.

z.B. bei silber in Vitodens 300 eingebaut WILO VIUH 70, bei Min- Leistung nur säuseln, bei Vollast würden deine Ventile stöhnen.

>3. einzelraumregelung pflicht!

Ja, seh ich auch so, würde aber auch ohne gehen, siehe oben

>4. warum nur vaillant, kotz, kenn nur probleme im brennwertbereich

So schlecht sind die aber auch nicht. Bei Standard bestimmt o.k.
bei so was würd ich auch besser die silberne Oberklasse nehmen.

>5. fußbodenheizung muss genau ausgelegt werden, Oberflächentemperatur, vorlauftemperatur und Rohrverlegeabstände, sonst krampfadern, unwohlsein, dicke füße.

ja, is klar.

So long

Fuggo

Verfasser:
rudi
Zeit: 04.03.2003 22:08:06
0
10677
lieber fuggo

bei den temperaturen die du fährst, gebe ich dir recht, nur die wenigsten heizungsbauer, die ich kenne, sind in der lage, so etwas zu planen , in die tat umzusetzen und die richtigen geräte zu wählen.

fakt ist, dass was du für dich machst ist in ordnung, gute wahl.
aber nicht jeder wandgerätehersteller ist in der lage so etwas zu herzustellen oder gar zu verkaufen.

hut ab vor deiner auslegung, aber die meisten inst. fahren doch im winter mit vorlauf 50°C oder 55°C, da brennen die füße.

die letze anlage, die ich gesehen habe, wurde der vorlau mit einem normalen Thermostatventil betrieben und bei 80°C vorlauf sprangen die fliesen freiwillig aus dem wohnzimmerfenster.

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 04.03.2003 22:21:05
0
10678
Fuggo,

du willst doch nicht etwa behaupten das das orange Ebay-Wunder ein richtiges Gerät ist ? ;-))

*grins *duck und *deckung sucht

Achim

Verfasser:
Fuggo
Zeit: 05.03.2003 22:11:26
0
10679
Betr. Herstellerempfehlung Vaillant.
Ich habe gestern und heute schon 3* Vaillant angemailt.
Sieht wohl so aus als wäre in Remscheid heute noch keiner online gewesen :-), ist eh ein müder Tag heute, nix los, gestern abend war´s besser.
Morgen werde ich wohl die "Profi Hotline" mal anrufen, wird schon einer was wissen bei denen.

@ Jörg
Schreib doch mal deinen geplanten Geräte- Typ ins Forum, damit wir und Vaillant wissen, um was für Hardware es sich handelt.
Du bist eh so still, sag doch auch mal was:-(
Mail doch mal selber an Vaillant, die sollten das doch wissen, und sag Bescheid wenn bei den grünnen einer aufgewacht ist.

@ Achim Kaiser
Über das orange Ebay-Wunder mit all seinen Tops und Flops reden wir besser nicht, sonst kommt wieder das übliche (Alu- Edelstahl, Steuerung gut- Bedienenung schlecht, zu preiswert- zu überladen, GB einhundertwasweisich besser als Vitodens zigmalhundert usw. usw. da zieht sich keiner ein T- Shirt mit ner anderen Farbe an.

@ Alle
Hat denn keiner eine Herstellerempfehlung bei der Hand und kann mal nachschaun, warum und wieso und weshalb.

So long

Fuggo

Verfasser:
J.R.
Zeit: 05.03.2003 22:26:18
0
10680
Haben vor ca. einem Jahr genau so eine Anlage w. o. beschreiben gebaut.
Haus: Niedrigenergie-Standard
beh. Wohnfläche ca.130 qm
Heizsystem: FBH (Verlege-Abstand 15cm), im Bad zus. Wandheizung

Funktioniert einwandfrei. Auch die Umschaltung aus der Brauchwasserbereitung bereitet keine Probleme. Vaillant schreibt aber auch eine hydraulische Weiche ab 100 qm FBH vor.
Hoffe, ich konnte helfen...

Verfasser:
Fuggo
Zeit: 05.03.2003 22:43:54
0
10681
Hi J.R.
Schreib doch mal deinen Geräte- Typ ins Forum, möchte mir mal die Kennlinie der Pumpe und die Systembeschreibung der Kiste genauer zur Brust nehmen.

Grüß Sue Ellen von mir,
wir sehn uns auf Southfork.

So long

Bobby


Verfasser:
J.R.
Zeit: 05.03.2003 22:54:34
0
10682
Gerätetyp: VC 126/2-C
Pumpe: Grundfos-Alpha, glaube 25-60
und wie gesagt, funktioniert reibungslos
Klink mich jetzt auch aus, muss noch nach Öl bohren..*gg*

Verfasser:
Jörg
Zeit: 06.03.2003 07:24:55
0
10683
Hallo und erstmal Danke für die Antworten.
Geplant oder vorgesehen ist ein Vaillant Thermoblock Classic VC 196 E-C-L. Wobei sich mir die Frage stellt, ob die exclusiv Serie aufgrund der vorhandenen Solarsteuerung und der drezahlgeregelten Pumpe etc. nicht auch eine Alternative wäre.
Noch ein paar Daten zum Haus und den Bewohnern.
DHH mit rund 120m² Wfl. und Keller. Der Keller soll in der Waschküche, Flur und im Hobbyraum auch mit Fußbodenheizung ausgerüstet werden.
Dann ist es so, dass wir beide tagsüber berufstätig sind. Meine Überlegung war daher: ich kann ohne Mischer auskommen weil es reicht nur morgens Warmwasser zur Verfügung zu stellen. So hätte die Therme nur morgens die Wartezeit um den Kessel bis auf Vorlauftemperatur FHH abkühlen lassen zu müssen.
Kellerräume, Schlafräume und Küche würden eh mit niedriger Raumtemperatur zu fahren.
Gruß
jörg

Verfasser:
Fuggo
Zeit: 06.03.2003 16:50:30
0
10684
Betr. Herstellerempfehlung Vaillant
Auch in Remscheid ist der Fasching vorbei, heute morgen kam es: Achtung, Trara, Aufgepasst meine Herrscahften / Ich zitiere:

"Es ist zu prüfen, ob die eingebaute Pumpe im Brennwertgerät ausreicht.
Wenn nein dann hydrauliche Weiche mit 2. Pumpe.
Direkteinspeisung in FB Heizung ohne Mischer machbar.
Vaillant GmbH
Wolfgang Zöbisch"

Hä, wie, war das alles. Wenig geschrieben und noch weniger damit gesagt.

Also, jetz muss ich mal nachdenken.

Ungeregelte 2- stufige Standardpumpe im VC 126 Classic, Restförderhöhe relativ konstant 250 mbar. Wenig Power und was passiert bei wenig Wärmeabnahme........(Modulation geht nur runter bis 6 KW)
Also, ich würde Weiche und Mischer weglassen wenn die Hydraulik passt und Platz lassen für eine Weiche, mann weis ja nie.

Noch besser allerdings die Classic- Serie mit der stufenlos geregelten Pumpe (Modulation geht runter bis 4 KW).


Wobei, J.R. hat eine Grundfos 25/ 60 drin . Moment mal, da stimmt was nicht, die ist nicht original, oder täusch ich mich da?

Helft mal weiter.

@ Jörg
Dies ist nur meine Meinung, der Heizungsbauer, der die Anlage plant und kennt muß das verantworten können ob weniger hier mehr ist.

@ J.R.

Warst du gestern schon so heiß auf´s "Öl bohren" das du nicht genau hingeschaut hast oder irre ich mich da.

Wer weiß da Bescheid?
Langt jetzt!
Nächster bitte.

So long

Fuggo

Verfasser:
J.R.
Zeit: 06.03.2003 18:18:08
0
10685
@fuggo
die Grundfos Pumpe ist klar nicht original, da hinter der Weiche eingebaut. lol
und dass mit dem "Öl bohren" war auf die Sue Ellen Nummer bezogen..

@Jörg
Gute Wahl, aber besser mit hydraulischer Weiche,dann ist ein Klassik-Gerät ausreichend. Denn die Solarsteuerung ist bei den meisten "Solarpaketen" eh dabei.

Bis die Tage...

Verfasser:
Georg Haase
Zeit: 06.03.2003 19:05:52
0
10686
Hallo Jörg,

Herr Fuggo meinte, hier gäbe es Arbeit für mich. Ich möchte ihm den Gefallen tun. Doch Arbeit ist es nicht, denn hier ist nur das kopiert, was schon im Thema "Was nun? Mischer oder nicht Mischer" ausgiebig kommentiert wurde. Deshalb hier noch einmal das gleiche, damit Sie nicht auch bei Vaillant oder ähnlichen denken lassen müssen. Einfachste Logik ist zum Verständnis völlig ausreichend.

Weiter möchte ich auf das Thema "Fußbodenheizung? Was ist denn das?" hinweisen. Einfach im Schaltfeld "Suchen" Fußbodenheizung eingeben, dann stößt man schon auf alles was bisher zu diesem Thema geschrieben wurde.

hier die genannte Kopie:
Achtung, hauptsächlich für Laien.

Liebe Leser,

kurz gesagt: Gute Heizsysteme haben Mischer, schlechte haben keine. Gute Mischerregelungen regeln Temperaturen, sie nehmen keine Mengenreduktionen vor. Ganz im Gegensatz zu Thermostatventilen, Rücklauftemperaturbegrenzern, Stellgliedern auf Verteilern und ähnlichen Dingen. Viele Probleme, wie sie sehr oft hier im Forum dargestellt werden, gäbe es mit Mischer gar nicht und Probleme, die es nicht gibt, müssen nicht gelöst werden.

Daß der Kunde es nicht weiß, ist nicht verwunderlich. Wenn der Heizungsbauermeister es nicht weiß, ist das nur noch bedauerlich.

Oder kann es sein, daß der Heizungsbauermeister es doch weiß, es seinem Kunden aber nicht sagt weil er meint, daß ein System mit außentemperaturgeführter Mischerregelung etwas teurer sei und er Angst hat, der Kollege aus dem Nachbarort könne der Auftrag bekommen?

Kann es sein, daß in vielen Fällen der schnelle Euro wichtiger ist als der langfristig zufriedene Kunde?

Der Kunde sollte wissen, daß ein schlechtes System nur momentan ein paar Euros spart. Daß ein schlechtes System auch ein schlechtes Wohnklima zur Folge hat kann er oft nicht wissen, weil ihm der Vergleich fehlt. Daß ein gutes System ein gutes Klima erzeugt und Klima mehr als nur Wärme ist, sollte er sich aber denken können. Wenn nicht, sollte der Heizungsbauermeister es ihm erklären können.

Vor langer Zeit - der Heizungsbauermeister konnte noch Stahlrohre schweißen - gab es Schwerkraftheizsysteme mit dicken Rohrleitungen, großvolumigen Kesseln und Heizkörpern, ohne Pumpen, manche schon mit Mischern ausgerüstet, weil der Heizungsbauermeister sich damals noch etwas dabei gedacht hatte. Die Heizkennlinien waren recht steil, denn von Isolation der Wände hatte man noch nichts gehört, was auch aufgrund der damaligen Kohle- und Ölpreise nicht verwunderlich war. Die Mischer konnten deshalb wegen der großen Temperaturunterschiede noch einigermaßen genau von Hand bedient werden. Vorteil dadurch war, daß die Heizkörper von oben nach unten eine relativ gleichmäßige Oberflächentemperatur aufwiesen.

Später gab es dann die ersten Pumpenheizungen mit dünneren Rohren, oft ohne Mischer. Der Energietransport erfolgte mit sogenannten Pumpenschaltungen, bei denen ein Raumthermostat auf die Umwälzpumpe wirkte, die im Stop-and-Go-Verfahren heißes Wasser ins System pumpte. Ungeregelte Billigsysteme mit einfachen Ein-Aus-Schaltungen gab es also auch schon vor der Ölkrise. Das bestätigt nur die Regel, daß es nichts auf der Welt gibt, was nicht irgendjemand noch ein bischen schlechter und ein bischen billiger machen könnte.

Dann kam die Ölkrise, die Zeit des Energiesparens fing an und das Thermostatventil wurde erfunden. Das Übel begann und nahm seinen Lauf. Alle Welt glaubte nun, das sei das Ei des Columbus zum Temperaturregeln und Energiesparen. Die Oberflächentemperaturen der Heizkörper wiesen fortan eine große Diskrepanz auf, denn es wurde ja nicht gesagt, daß mit den Ventilen nicht die Vorlauftemperatur geregelt wurde, was viele glaubten, sondern nur Mengereduktionen vorgenommen wurden.

Die Umrüstung auf Thermostatventile war nicht billig - weil patentiert - und deshalb staatlich subventioniert. Ohne Förderung wäre im Vergleich dazu eine sinnvolle Modifizierung der Heizsysteme mit Mischer und außentemperaturgeführten Regelsystemen kostengünstiger gewesen. Doch das Unheil nahm seinen Lauf, die Ventile fingen an zu pfeifen, weil sie bei geringerem Wärmebedarf schlossen, die Pumpe aber ihre Menge weiterfördern wollte. Viele Heizungsbauermeister waren wiedereinmal hoffnungslos überfordert bis man ihnen sagte, sie müßten nun das gerade deshalb erfundene Überströmventil einbauen. Gesagt, getan und so wurde denn ein Schwachsinn mit dem anderen kompensiert. Eine weitere Folgeerfindung auf diesem Wege ist die drehzahlgeregelte Pumpe und so kommt man denn zum potenzierten Schwachsinn. Marketingstrategien der Hersteller tun ihr Übriges und zeigen Wirkung, die Masse läuft ihnen nach wie die Kinder dem Rattenfänger. High-Tech ist gefragt, nicht die Einfachheit und gerade die ist es, die gute Systeme von schlechten unterscheidet.

Wo aber liegt der Unterschied zwischen guten und schlechten Heizsystemen? Nehmen wir dazu einmal an, zur Beheizung eines Raumes sei eine Leistung von 930 Watt erforderlich, die mit einem Heizkörper abgegeben werden soll. Nach der Formel Q = m • c • DeltaTheta kann das auf unterschiedliche Weise geschehen.

930 Wh = 20 l Wasser pro Stunde abgekühlt von 70°C auf 30°C, oder 80 l Wasser abgekühlt von 40°C auf 30°C, oder 160 l Wasser abgekühlt von 30°C auf 25°C.

Ersteres ist ein typisches thermostatgesteuertes Billigsystem, wie es bei Brennwertgeräten vielfach gewünscht wird um den sogenannten Brennwerteffekt zu erzielen, der, so das Ergebnis einer wissenschaftliche Studie, bei über 60% aller Brennwertanlagen gar nicht auftritt. Die Heizkörper sind meist oben in einem relativ kleinen Bereich knallheiß, unten in einem relativ großen Bereich "kalt". Trockene Luft, Staubverschwelung, vergilbte Gardinen, Decke schwarz, Hustenreiz, Finger verbrannt, aber Geld gespart. Sowohl der Kunde wie auch der Heizungsbauermeister.

Da gibt es Heizkörperhersteller, die ihr Blech Wohnheizkörper nennen. Doch von gesundem, angenehmen Wohnklima keine Spur. Solche Systeme sind leider vielfach anzutreffen. Der Heizungsbauermeister hat den Auftrag bekommen, der Kunde merkt es nicht und beim Nachbarn ist es ja das gleiche. So finden wir denn im Forum oft Themen wie: "Hilfe, meine Heizkörper werden nur oben heiß"

Sehr intelligent ist dabei auch, daß man aufgrund höherer Vorlauftemperaturen - die muß man ja haben, denn was hätte sonst ein Thermostatventil zu tun - vorn 15% mehr Energie in den Wärmeerzeuger hineinstecken darf, um hinten 5% über den Brennwerteffekt wieder herauszuholen. Das ist wohl Brennwertlogik?

Zweiteres ist wesentlich besser und läßt vermuten, daß es schon mischergeregelt ist. Wenn ja, sind Überströmventil und Thermostatventile zur Regelung der Raumtemperatur überflüssig. Die Heizflächen haben nur noch einen Temperaturunterschied von oben zu unten von 10K. Sie müssen jedoch die nötige Größe haben um die Energiemenge abgeben zu können und sind deshalb leider auch etwas teurer. Manche nennen das schon Niedertemperatursystem.

Das Dritte wäre ein absolutes, zukunftssicheres Niedertemperatursystem, das seinen Namen verdient und mit Sicherheit einen Mischer besitzt. Ebenso einen Regler, denn eine Handverstellung dürfte dabei nicht mehr möglich sein, weil in besser isolierten Häusern die Heizkennlinien immer flacher und die Differenzen immer kleiner werden. Kein intelligenter Heizungsbauermeister käme auf die Idee, bei einem so guten System den Mischer zu sparen. Um den Temperaturunterschied von nur 5K zu erzielen, wäre bei einem Heizkörper nach der Formel A • k • DeltaTheta eine Heizfläche von 16m² erforderlich, die sich logischerweise niemand an die Wand hängt. Es kann also nur eine Fußbodenheizung sein, bei der selbst eine Nachtabsenkung keine Vorteile mehr bringt.

Wo aber liegt der Unterschied zwischen einfach-intelligenten und kompliziert-high-technisierten Heizsystemen? Nicht im Preis, denn der ist bei näherem Hinschauen bei Ersterem oft gar nicht höher, weil es aus einfachen Komponenten besteht, die nach logischen Gesichtspunkten ausgewählt wurden. Was kann es sonst der Unterschied sein? Diese Frage gilt für den Kunden ebenso wie für den Heizungsbauermeister. Mehr aber für den Kunden, denn er entscheidet. Auch über Folgekosten, denn die liegen bei erheblich niedrigeren Vorlauftemperaturen ebenfalls niedriger. 40 Jahre lang!

Was nun? Lieber momentan kurzfristig einen schnellen Euro mit thermostatischer Mengenreduktion, oder 40 Jahre gutes und angenehmes Wohlfühl-Wohnklima mit gradgenau gemischter Vorlauftemperatur?

Viel Erfolg wünscht allen Lesern
Georg Haase
Hydro-Energy.de

Verfasser:
J.R.
Zeit: 06.03.2003 20:27:56
0
10687
Bin ja noch nicht so lange im Forum aktiv. Aber wurde hier nicht vielleicht das Thema (FBH) ein gaaanz klein wenig verfehlt. Wenn ich falsch liege bitte ich um Korrektur, Lerne nämlich gerne was dazu.

bis dann..

Verfasser:
Fuggo
Zeit: 07.03.2003 08:41:10
0
10688
Ja was hab ich den da gelesen?
Ich habe da nicht geschalten.
>Haben vor ca. einem Jahr genau so eine Anlage w. o. beschreiben gebaut.
Haus: Niedrigenergie-Standard
beh. Wohnfläche ca.130 qm
Heizsystem: FBH (Verlege-Abstand 15cm), im Bad zus. Wandheizung
Funktioniert einwandfrei. Auch die Umschaltung aus der Brauchwasserbereitung bereitet keine Probleme. Vaillant schreibt aber auch eine hydraulische Weiche ab 100 qm FBH vor.
Hoffe, ich konnte helfen...

J´.R., habe das so verstanden, daß optimal funktioniert und keine Weiche drin ist obwohl Vaillant eine ab 100 m2 empfiehlt.
Jaja, Alpha nach der Weiche drin, is klar, mann war ich doof.

Stellt sich nur noch die Frage ob bei Neubau mit 120 m² ein Gerät mit NWL grob 10- 20 kw nicht ein bisschen viel Sicherheit drin hat.

Thema- Ende, muß jetzt was arbeiten.

Fuggo

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 07.03.2003 09:05:38
0
10689
Oh Mann,

warum rechnet ihr eigentlich nicht mal eure Wassermengen ??
Auch der Herstellerempfehlung von ca. 100 m2 liegt nur eine *durchschittliche Annahme* zugrunde.

Wenn es pressiert überlaste ich das Gerät schon mit 50 m2 FBH.

Das ganze *Pauschal-Blablabla* hat doch wenn es wirklich drauf ankommt keinen Wert. Wenn ihr eine definitive Antwort haben wollt, dann braucht es auch definitive Vorgaben, heisst in diesem Fall, auffen Hintern setzen, Wärmebedarf, FBH auslegen und dann prüfen ob das Gerät die Wassermenge abkann, wenn ja dann ok, wenn nein dann entweder Anlage anders auslegen oder hydraulische Weiche. Fertig.

Die ganzen Pauschalaussagen sind genausoviel Wert wie die Aussage : Im Durchschnitt brauch ich 10 Bier um besoffen zu sein, manchmal klappt das auch mit 5, manchmal auch erst nach der ganzen Kiste...und nu ?...Hat noch einer ein Bier da ??

Achim Kaiser

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