| | Verfasser: Planungsbüro G. Bieger Ing. | Zeit:
18.03.2002 10:26:20 |
Wir sind Fachplaner für technische Gebäudeausrüstung. Problemfall: In einem Luxuswohnhaus, 3 Geschosse über der OK Strasse treten im Bad 2.OG zeitweise Geruchsbelästigungen auf. Am Strang sind angeschlossen: 1-WC, 1-Dusche, 1- Badewanne und 1-Waschtisch. Im 1.OG ist die gleiche Einrichtung. Fallstrang ist DN 100, durchgängig von der Grundleitung bis über Dach. Welcher Fachmann (-frau) kennt die Ursache? |
| | Zeit:
19.03.2002 07:25:33 |
Überdruck durch falsche Abzweige im Steigestrang, Schleppleitung zu lang, Durchmesser selbiger zu klein. Entlüftungsleitung verstopft, Abluftventilator an die Luftleitung angeschloßen usw.... usw... mit freundlichen Gruß W. Moscheik
|
| | Zeit:
19.03.2002 08:35:12 |
Wahrscheinlich wurden Stochwerksabgänge im Winkel von 45° angeschloßen, dadurch kann nicht genügend Luft beim Spülen in die Anschlußleitung gelangen und bei noch dazu falschem Gefälle der Anschlußleitung saugt dass ablaufende Wasser die Geruchsverschlüsse leer. Abhilfe kann hier evtl. ein Belüfterbogen unter dem Waschtisch bringen ( nicht schön aber selten). Stockwerksabgänge müssen mind. in 67° besser noch in 87° ausgeführt werden während abgänge in liegenden Leitungen in 45° ausgeführt werden müssen. mfg extra
|
| | Zeit:
19.03.2002 10:52:34 |
Bitte unterscheiden Sie grundsätzlich 2 Ausgangssituationen: 1. Sie haben noch gegenüber Ihrem Verkäufer/Hersteller einen Gewährleistungsanspruch oder 2. Gewährleistungsansprüche sind verjährt. Im 1. Fall ist es nur notwendig festzustellen, wann und an welchem Ablaufpunkt das Sperrwasser im Sifon abgesaugt wurde. Evtl. einen nichtverwandten Zeugen zuziehen, der im Bedarfsfall bereit ist diesen Zustand zu bezeugen. Dann den Mangel dem Verkäufer/Hersteller anzeigen und zur Mängelbeseitigung auffordern. Im 2. Fall kann man selber schon einige Vorarbeit leisten, die billiger ist, in dem man versucht die Absaugung gewollt herbeizuführen, indem man verschiedene Ablaufstellen zu gleicher Zeit ablaufen lässt (z.B. die beiden Wannen). Ist die Reproduzierbarkeit festgestellt, kann ein (guter) Fachmann an der Stelle weitermachen. Eine Lösung kann man nur vor Ort erarbeiten, weil zu viele Möglichkeiten vorhanden sind. Alles Gute beim Suchen CT
|
| | Zeit:
19.03.2002 11:28:33 |
Sehr geehrter Herr (Frau) Bieger, auch wenn ich es mir aus Ihrer Sicht vielleicht etwas einfach mache, schauen Sie in die DIN 1986 und vergleichen Sie Ihre Planung (ggf. der Ist-Stand) mit dieser Norm. Ich bin überzeugt, daß der Fehler dann schnell gefunden ist. Falls Sie selbst nur zur Begutachtung hinzugezogen wurden und der Verlauf der Installation unbekannt ist, empfehle ich zu prüfen, ob die Gerüche einer Undichtheit in den Abwasserleitungen zuzuordnen sind oder durch leergesaugte Geruchsverschlüsse an den Einrichtungsgegenständen verursacht werden. Zu letzterem finden Sie die möglichen Ursachen natürlich in der DIN 1986. Die Firma Geberit ist im Besitz eines sogenannten Abwasserturmes in Pfullendorf. Schauen Sie sich den mal an und genießen Sie die Vorführung der Auswirkungen nahezu aller Fehler die in der Abwasserinstallation bekannt sind. Viel Spaß. Mit freundlichen Grüßen Jens Fischer
|
| | Zeit:
20.03.2002 09:58:11 |
Hallo Herr Fischer, ich gebe Ihnen vollkommen recht, Sie machen es sich zu einfach. Wir schauen alle nur eben in die DIN Normen und schon ist alles klar. Warum betreibt die Firma Geberit denn so aufwendige Anlagen, wenn schon alles so genau in der DIN steht? MfG
|
Verfasser: Heinz Schorn VDI | Zeit:
20.03.2002 13:06:46 |
Hallo, Theorie ist gut, aber die Praxis sieht manchmal anders aus, wie man aus den Beitraegen lesen kann. Bei Unterdruck im System kann ein Belüftungsventil helfen. Der Hersteller Dallmer hat solche im Programm, heissen "Studor" und sind inzwischen sogar nach DIN 1986/EN12056 zugelassen. Näheres unter www.dallmer.de Praxis meets Theorie, kann man da wohl sagen. mfg Heinz Schorn
|
| | Zeit:
20.03.2002 17:27:57 |
Sehr geehrter Herr oder Frau Hentschel, Sie haben natürlich recht, aber eben weil sich die Praxis so vielfältig darstellt, ist eine intensive Beschäftigung mit der DIN 1986 neben der vorhandenen fachlichen Grundbildung unerläßlich. Das ist meine persönliche Erfahrung aus Fehlern in Unkenntnis und Kompromissbereitschaft am Bau auch im Abwasserbereich. Der benannte Abwasserturm der Fa. Geberit wird nicht aufwendig betrieben, sondern dient in erster Linie der Veranschaulichung von Installationsfehlern und sensibilisiert, zukünftig nicht mehr so leichtfertig zu installieren. Zusammenhänge in der Abwasserhydraulik sind nicht so einfach zu überschauen. Deshalb mein Rat an das Forum: Schaut es Euch an. Von Belüftungsventilen rate ich ab. Bei richtiger Abwasserinstallation sind sie überflüssig. Zertifikate stehen nicht auf den Füßen der Praxis und ich kenne keinen Fall, in dem eine Zertifizierungsstelle jemals in die Haftung eingetreten ist. Mit freundlichen Grüßen Jens Fischer
|
| | Zeit:
21.03.2002 09:07:15 |
Prüfen Sie, ob die Anbindeleitungen der Badewannen seh nahe an der Waagerechten verlaufen: In diesen Fällen tritt über die Überlaufleitung des Badewannen - Exzenters Kanalgas mit entsprechender Geruchsbelästigung aus: Die Überlaufleitungen des Exzenters werden nämlich am höchsten Punkt des Sifons angesetzt - also nach der Wassersperre - ohne das irgendeine Sperre bis zum Kanal das Aufsteigen warmer Gase (und Gerüche) behindert. Vorschlag: In die Abwasserleitung (im Gebäude) einen Sifon einbauen - möglichst im Kellergeschoß - dann haben alle Badezimmer etwas davon!
|
| | Zeit:
21.03.2002 20:32:54 |
Sehr geehrte Damen u. Herren! Hier wird von einem Planungsbüro ein Problem aufgebracht,welches oft aufzufinden ist.Auch ,wenn alle Regeln der Kunst nach " DIN" eingehalten wurden. Ich gehe davon aus,das das Planungsbüro in der Lage war,eventuelle Fehler in der Installation zu prüfen(oder prüfen zu lassen). Ein selten betrachteter Umstand wäre noch zu prüfen: Ist das Haus am öffentl. Kanal oder vielleicht noch an einer Sammelgrube?? Sollte dies der Fall sein,muss unbedingt eine korrekte Belüftung der Grube gewährleistet sein,denn immerhin kann nur Fäkaldunst über Dach abströmen,wenn auch genügend Frischluft ins System zuströmen kann!! Meistens werden entsprechende Gruben mit ziemlich dichtschliessenden Deckeln eingebaut. Mit freundl. Grüssen. Th.Bast
|
Verfasser: Herbert Trauernicht | Zeit:
26.03.2002 12:46:04 |
Ist auch schon darüber nachgedacht worden, ob es sich vielleicht um eine Geruchsbelästigung von einem Bad zu andern außerhalb der Abwasserleitung handelt? Luftundichtheiten von Wohnungen untereinander können sehr störend sein. Ein Blower-Door-Test mit Nebeleinsatz könnte Klärung schaffen, wenn diese Ursache in Frage kommt. Link: www.luftdicht.de
|