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Fußbodenheizung - Trockenbau. Aufbau so OK?
Verfasser:
Christoph
Zeit: 31.08.2004 17:28:59
0
86751
Hallo an alle Experten!
Habe folgendes vor: FBH im Eingangsbereich (zwei kleine Räume, ingesamt ca. 25 m2)im Trockenbau (Altbau). Was nicht verändert werden kann:
- Gesamthöhe (inkl. Fliese) 6 cm (davon 5 cm für den Aufbau)
- vorhandenes PE Rohr (17x2) wird verwendet
- spezielles Anschlußset inkl. Begrenzer + Pumpe etc. vorhanden

Der Aufbau:
- Lattung: 3 cm x 3 cm, alle 10 cm an Beton drangedübelt(Bolzenschußgerät)
- zwischen den Latten 1 cm Dämmung (welche?)
- dadrauf PE Rohr mit Rohrschelle (gummiummantelt)drangedübelt
- auf die Latten 2mm Kork als Trittschalldämmung
- dadrauf Trockenestrichplatten 12mm
- Fliese

Ist der Aufbau so OK ?
Alle Kommentare willkommen, außer daß Mehrschichtrohre und Wärmeleitbleche besser wären (kommen aus Kostengründen nicht in Frage).
Danke im Voraus.

Verfasser:
r. haas
Zeit: 31.08.2004 19:17:22
0
86752
hallo, guten tag,
eindeutig nicht ok, schade um die arbeit und das material, aber bessere lösungen kennst du ja schon selber.
m.f.g.
r. haas

Verfasser:
christoph
Zeit: 31.08.2004 19:59:16
0
86753
Hallo Herr Haas,
was spricht dagegen?
mfg
Christoph

Verfasser:
HoJu
Zeit: 02.09.2004 11:59:30
0
86754
Hallo Christoph,

Ich bin in deinem Fall etwas gespalten. Vom erreichbaren Heizeffekt her rate dir aus meiner eigenen Erfahrung von diesem FB-Aufbau ab. Habe etwas ähnliches einmal als Provisorium versucht (hatte damals auch noch PE-Rohr übrig und wollte es außerdem einmal wissen), und brachte damit die Raumtemperatur gerade mal um 1 Grad über jene des unbeheizten Raumes. Zugegeben, ich verwendete keine Dämmung Zwischen PE-Rohr und Rohboden (ob’s der eine Zentimeter überhaupt bringt?), dafür lagen aber bei mir die Rohre nicht auf Beton, sondern auf einem Holzboden mit Hohlraumdämmung und darunter befand sich ein voll beheizter Raum. Die Lattung war ebenfalls 3 cm hoch.

Aber, Bastler ist eben Bastler (kollegiale Grüße an dich ;-). Auf gar keinen Fall solltest du deinen Plan aber umsetzen, wenn der Boden erdanliegend und nicht bzw. unzureichend gedämmt ist (10 bis 15 cm erwarte ich mir da schon) oder – wenn es sich um eine Geschoßdecke handelt – das Gebäude keine effektive Außendämmung aufweist. In beiden Fällen würde fast die gesamte Energie über den Boden nach außen abgeleitet werden (Beton leitet eben wesentlich besser als Trockenestrich).

Weitere starke Bedenken bereiten mir die nur 12mm starken Trockenestrichplatten, die du über den Hohlraum zwischen den Lattungen spannen willst (normalerweise werden 2 Schichten davon verlegt, wenn möglich bei vollflächiger Auflage, z.B. auf Trittschalldämmplatten). Wenn du also experimentieren willst, dann lege bitte die Lattung so eng wie möglich (Abstand 20 cm – besser noch weniger), sonst geht’s irgendwann einmal „kräck“, wenn z.B. ein 100 kg schwerer Handwerker (womöglich mit Zementsack auf den Schultern) dein Haus betritt.

Conclusio: Projekt fällt eher in die Kategorie Beschäftigungstherapie als unter Heizungsanlagenbau. Will sagen: wenn es dir Spaß macht, dann tu es. Wenn du einen wirklichen Heizeffekt erwartest, dann geb’ ich Mr. Haas recht: nimm das Geld und die Zeit, die du dafür benötigen würdest, und gönn’ dir ein Wochenende Kurzurlaub.

Grüße, HoJu

Verfasser:
marco
Zeit: 06.01.2005 08:56:40
0
130655
Hallo,

habe vor kurzem eine Fußbodenheizung im Bad realisiert mit 4cm bzw. 4,5cm Aufbauhöhe:

Aufbau:
-1cm Styropordämmung
-14x2 er Verbundrohr
-Die Zwischenräume sind mit Zementestrich verfüllt, und Bündig mit der Rohroberseite abgezogen.
mit Sand abgezogen.
-2mm Trittschallfolie, wie sie auch für Laminat verwendet wird.
-12mm Trockenestrich Platten
Fliesen

Kommentar:
die 1cm Styropordämmung hat zwar kaum Dämmwirkung, begünstigt aber erheblich das Aufheizverhalten. Unter dem Aufbau befindet sich eine Betondecke. Die Styroporschicht sorgt dafür, dass erst der Fußboden warm wird und nicht erst die darunterliegende Decke.

Verbundrohr oder nicht - keine Ahnung. Meines Wissens darf man nur keine reinen Kunststoffrohre mit zu geringer Sauerstoffdurchlässigkeit verwenden, da einem sonst die Heizung durchrostet - gilt nur, wenn man die FBH im selben Kreis betreibt.

Zum Verfüllen der Zwischenräume zwischen den Rohren habe ich Betonestrich aus dem Baumarkt verwendet. Beton hat eine sehr gute Wärmeleitfähigkeit und sorgt damit für gleichmäßige Wärmeverteilung. Außerdem spart man sich die Wärmeverteilbleche. (Ich habe den Aufbau mit einem thermischen Simulationsprogramm überprüft, und mit dem Beton werden ähnliche Ergebnisse erreicht wie mit Verteilblechen.)

Der Sand war nötig, da die schicht möglichst dünn sein sollte und die Fläche nicht eben war

Die Trittschallfolie haben wir nicht wegen des Trittschalls verwendet, sondern weil die dünne Sandschicht unter den Estrichplatten stark geknirscht hat. Mit der Schaumfolie dazwischen war es behoben.

Die Fußbodenheizung ist über einen regelbaren Thermostatmischer angeschlossen. Das ist sehr Preiswert, und hat den Vorteil, dass im Gegensatz zum reinen Rücklaufanschluß am Heizkörper, der Boden sofort erwärmt wird, wenn die Heizung angeschaltet ist. Funktioniert folgendermaßen:
Der Mischer hat einen Eingang für Warmwasser und Kaltwasser sowie einen Ausgang für die Mischung. Die Temperatur wird über einen Regelknopf voreingestellt.
Anschluss:
Der Vorlauf geht über ein herkömmliches Thermostatventil für den Raum zum warm-Eingang des Mischers und über ein T-Stück ohne zusätzliches Ventil zum Heizkörper. Der Rücklauf des Heizkörpers geht zum Mischer. Der Mischwasserausgang des Mischers geht zur Fußbodenheizung. Der Ausgang der Fußbodenheizung geht zum Heizungsrücklauf.

Der Thermostatmischer mixt aus dem Vorlauf und dem Heizkörperrücklauf die eingestellte Temperatur. Der Fußboden wird beheizt, sobald über das Thermostatventil Wasser läuft.
Bei hohen Vorlauftemperaturen der Heizung kann man zusätzlich ein RTL verbauen um die maximale Mischertemperatur zu begrenzen, da der Mischer nicht unter die Rücklauftemperatur des Heizkörpers regeln kann. Bei passender Auslagung des Heizkörpers kann man darauf verzichten.



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