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Älteres Fertighaus - riecht manchmal nach Kleber - Giftig?
Verfasser:
AWTLG
Zeit: 25.12.2012 18:35:05
0
1822666
Wir haben vor 3 Jahren ein älteres Fertighaus gekauft, da wir es über Bekannte zu einem Top Preis bekommen haben.
Das Haus ist Bj. 78 und wurde 1990 nochmal komplett Renoviert.
Damals wurden neue Fenster verbaut und alle Wände von außen mit einer ca. 5cm dicken Schicht nachisoliert.
Die Hauswände selber sind ca. 15 cm dick (ohne die äußere Isolierung)
In den Hohlräumen ist wahrscheinlich Glasfaser verbaut. Zumindest sieht es so aus.

Zu unserem Problem:

Manchmal riecht es in unserem Haus nach Klebstoff.
Sehr auffällig ist es wenn draußen ein starker Wind herrscht. Dann riecht unser Schlafzimmer und das Kinderzimmer sehr nach diesem komischen Geruch.

Als ich vor 2 Wochen die Steckdosen gewechselt hab, merkte ich das der Geruch auch aus den Steckdosen bzw. auch aus den Rolladengurt löchern kam.

Was soll ich jetzt nach eurer Meinung nach tun?
Ich habe Angst das es sich hierbei um eine Gesundheitsschädliche Substanz handelt. Wie bzw. wo kann ich das kostengünstig überprüfen lassen?

Eventuell kommt der Geruch auch mit vom Boden?! Wir haben ja in jedem Zimmer kleine Löcher im Boden wo die Heizungsrohre verschwinden. Auch in diesen Löchern ist ein leichter Klebstoffgeruch bemerkbar

Verfasser:
Klaus.S.
Zeit: 25.12.2012 18:40:55
0
1822671
Hallo,

wenn Dir der Hersteller von deinem Fertighaus bekannt ist kannst Du im Netz nach den möglichen Schadstoffen suchen und findest in den entsprechenden Beitragen auch Hinweise auf was zu prüfen ist.

Verfasser:
AWTLG
Zeit: 25.12.2012 19:17:55
0
1822687
Hab leider nichts im Netz gefunden. Das Fertighaus ist von der Firma Knödler aus Ölbronn.

Verfasser:
Klaus.S.
Zeit: 25.12.2012 19:31:24
1
1822693
ok, über diesen Hersteller findet sich fast nix, aber wenn man nach Fertighaus sucht findet sich schon einiges. bei diesen Baujahren wurde an Holzschutz alles rein gepackt was heute schädlich ist.
Hier ein Beitrag zu einem Okal aus 1978.

Bei diesen Baujahren ist auch teilweise noch keine Luftdichtigkeit vorhanden da die Dampfsperre fehlt.

http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/okal-kaufen-175743.html

Verfasser:
ludwig BSV
Zeit: 25.12.2012 19:43:50
0
1822697
@ AWTLG

Hab leider nichts im Netz gefunden. Das Fertighaus ist von der Firma Knödler aus Ölbronn.


Hersteller jetzt: www.schwabenhaus.de

Hättste aber auch selber finden können ...

Verfasser:
mike60
Zeit: 25.12.2012 19:50:55
1
1822702
Es gibt Labore die untersuchen das. Formalin, Organische Lösemittel, etc. Dann habt ihr Gewissheit. Besser als Vermutungen.
Falls belastet, gibt es Tafeln mit Schafwolle die enorme Mengen an Schadstoffen binden.

Verfasser:
knetekasper
Zeit: 25.12.2012 20:02:36
0
1822709
Dann schon lieber eine Lüftungsanlage einbauen und mit Überdruck fahren.

Verfasser:
AWTLG
Zeit: 25.12.2012 20:14:21
0
1822719
So ich hab noch ein paar Info´s! Das Haus ist sogar schon 1970 gebaut worden. Keine Ahnung warum ich immer 78 dachte?!

Laut der Baubeschreibung bestehen die Wände aus folgendem:

Aussenwände:
Holzfachwerk-konstruktion, Fichtenholz imprägnier. Konstruktion an Unterseite PVC Schwelle. Innenverkleidung Spanplatten V100G.
Dämmung - Kunstharzgebundene Mineralwolle.

Innenwäne:

Fichtenholz imprägniert, Beidseitige Verkleidung Spanplatten V20, Kunstharzgebundene Mineralwolle

Decke und Dach ist auch alles aus Spanplatten V100G

Verfasser:
Lightyear
Zeit: 25.12.2012 20:21:28
0
1822725
Was für Bodenbeläge sind denn verlegt..?

Ich hatte schon den Fall, dass ein Bodenleger (Fachbetrieb!) einen Teppichboden auf einen urlaten PVC-Belag direkt aufgeklebt hat - der (dispersions-)Kleber hat dann mit dem alten PVC reagiert und monatelang gerochen. Als Lösung war nur ein Komplettabtrag aller Bodenschichten bis zum Estrich, eine darauffolgende Kunstharzversiegelung un dein Neuaufbau möglich.

Gerade an Bodendurchdringungen und im Wandbereich war der Geruch am stärksten riechbar. Gesundhetsschädlich waren diese Ausgasungen nicht, aber dennoch sehr nervig.

Wonach richt's denn exakt..? Wie Lösemittel (Pattex) oder eher wie angeweichter Kunststoff (Kabelmäntel riechen manchmal so)..?

Was ich aus dieser Problematik jedenfalls gelernt haeb, ist:
Dispersionsbodenkleber sind offenbar das "Hausschwein" der Kunststoffindustrie - da drin werden alle möglichen Abfälle untergebracht, eine Rezeptur ist nahezu nicht zu bekommen, da die Inhaltsstoffe von Charge zu Charge stark schwanken...

Verfasser:
OldBo
Zeit: 25.12.2012 20:37:08
0
1822732
Moin,

diese Probleme sind bei diesen "Späneburgen" bekannt. Einige dieser Häuser, besonders aus Dänemark, durften nie ohne Lüftungsanlage bewohnt werden. Es hat Jahrzehnte gedauert bis die Gerüche beseitigt waren, weil falsche Spanplatten (Formaldehyd) verwendet wurden. Andere Maßnahmen wurden nicht empfohlen bzw. haben nicht geholfen. Und wenn man Pech hatte, dann waren die Hohlräume verschimmelt.

In diesem Fall wurde das Haus noch schön eingepackt, wenn dann keine Lüftung vorhanden ist, dann muss man sich über diese Gerüche nicht wundern. Aber vielleicht ist es hier auch nur der Kleber der Außendämmung.

Gruß

Bruno

Verfasser:
WolfK
Zeit: 25.12.2012 21:22:14
0
1822754
Hallo,
also nach dieser Zeit ist weder Formaldehyd noch Lösungmittel ein Thema, so lange halten die sich nicht, auch bei schlechter Belüftung. Es gibt allerdings Substanzen, welche sogar nach 30 Jahren noch riechen, und diese sind meist natürlichen Ursprungs. Ich habe eine Hebe-Schiebetür zur Terasse, welche auf der Aussenseite immer noch Harze absondert welche auch deutlich riechen, vor allem natürlich im Sommer. Die Anwort war, daß dies vom Holz abhängt, und früher hatte man nicht den Harzgehalt beachtet, was heute selbstverständlich ist, und deshalb kann es selbst nach über 30 Jahren sein, daß Harze und damit Terpene geruchlich in Erscheinung treten, Abhilfe sei nicht möglich.

Gruss Wolfram

Verfasser:
mrtux
Zeit: 25.12.2012 21:58:39
0
1822763
Tetrachloranisol oder so ähnlich heißt der Stoff der bei der Zersetzung von Ausdünstungen aus Spanplatten bei Okalhäusern entstehen und diesen Fertighausmuff erzeugt.

Es kann auch bei dir sein, dass dieser Stoff das Haus schlecht reichen lässt.
Da hilft nur Lüften oder die Quelle beseitigen.

BadenChemie hat da etwas im Angebot was die Schadstoffbelastung senken soll.
Bei den Steckdosen helfen Winddichte Einbaudosen.

richt es auf dem Dachboden im Sommer auch nach dem Kleber?!?

Meine Okal Späneburg aus 1964 riecht immer noch auf dem Dachboden wenn es draußen recht warm ist oder das Wetter schwül ist.

In den Wohnräumen ist der Geruch nicht mehr vorhanden, da er seit über 48 Jahren auslüften konnte.

Verfasser:
WolfK
Zeit: 25.12.2012 23:34:35
0
1822798
Hm,
nun es gibt einen Unterschied zwischen muffig und Kleber, da diese mehr aromatisch riechen, da meist auf Ketonen und Estern als flüchtige Komponenten aufgebaut. Seltsam ist, daß in den Studien dazu meist biologische Reaktionen als Verursacher herhalten müssen, obwohl die Ausgangssubstanzen wie PCP und Formaldehyd extrem antibakteriell sind.

Gruss Wolfram

Verfasser:
AWTLG
Zeit: 27.12.2012 16:51:11
0
1823649
So schnell Test für formaldehyd ist aufgestellt. Mal sehen was das Ergebnis bringt. Halte euch auf dem laufenden

Verfasser:
heinbloed
Zeit: 27.12.2012 21:30:14
0
1823863
Der Baubiologe (gelbe Seiten) weiss sicher auch Bescheid, kennt die Problematik aus dem ff und kann auch Rat zur Reduzierung/Vermeidung von Schadstoffen und Belaestigungen geben.

Verfasser:
Dominik79
Zeit: 27.12.2012 22:17:03
5
1823888
Hallo AWTLG,

es tut mir leid, Dir keine erfreuliche Auskunft geben zu können. Aber laut Deinen Ausführungen zu der Bau- und Leistungsbeschreibung und den verwendeten Baustoffen habt ihr ein wirkliches Problem und ich rate Euch dringend Euch professionelle Hilfe zu holen. Einzelmaßnahmen sind wenig hilfreich und das Problem zu ignorieren kann zu schwerwiegenden Gsundheitlichen Problemen führen, insbesondere dann, wenn Kinder oder ältere Menschen im Haus wohnen.

Wieso ich das so negativ sehe, beschreib ich Dir gerne kurz im Folgenden. Ansonsten empfehle ich die dringende Lektüre des folgenden Links: http://www.selbst.de/forum/bauen-renovieren/schadstoffanalyse-fertighaeuser-150808.html
Dort ist die Grundproblematik in einigen Beiträgen sehr gut beschrieben. Nur die Lösungsfindung mancher Beiträge ist nicht sonderlich hilfreich.

V100G Platten sind feuchtraumgeeignete Spanplatten, die bis zu einem Luftfeuchtigkeitsgehalt kurzfristig von bis zu 21% geeignet waren. Damit die Spanplatten diese Werte erreichen konnten, wurden zu den normalen V100 Platten Holzschutzmittel beigemengt, häufig PCP und manchmal auch in Kombination mit Lindan. Die V100 (ohne G) Platten sind grundsätzlich rcht unbedenklich, da diese mit einem Phenolharz-Formaldehyd-Leim hergestellt wurden. Dieser Leim hat die Eigenschaft auszuhärten und sind nicht wieder unter Lufteinfluss oder Feuchtigkeitseinfluss zu zersetzen und bindet damit dauerhaft den eingesetzten Formaldehyd. V100 Platten gelten heute als E1 Platten (Details siehe auch http://www.schadstoffberatung.de/holz.htm). V20 Platten jedoch wurden mit einem anderen Leim hergestellt. Dieser Formaldehyd-Harnstoff-Leim zersetzt sich unter Sauerstoff und Luftfeuchtigkeit permanent zu leicht flüchtigem Formaldehyd. Dieser Chemische Prozess endet auch erst dann, wenn die Platten in sich zusammenfallen, also erst in einigen Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten.

Auch das Fichtenholz wurde imprägniert, vermutlich mit PCP und/oder Lindan. Hier gilt das gleiche wie bei den V100G Platten. PCP reagiert ebenfalls mit Formaldehyd und Luftfeuchtigkeit zu Tetrachloranisol. Dieser Stoff ist sehr geruchsintensiv und wird häufig als muffiger oder korkähnlicher Geruch beschrieben. Manchmal auch so wie von Dir wie Klebergeruch. Tetrachloranisol selber ist vermutlich nicht gsundheitsschädlich, wo Chloranisol vorhanden ist, ist aber sicher auch PCP und Lindan im Hausstaub und der Luft.

Ich rate dringend eine Hausstaubuntersuchung von einem unabhängigen Labor durchführen zu lassen. Dies geht auch recht kostengünstig. Die Unabhängigkeit ist aber wichtig, sonst wird man Dir nur was verkaufen wollen!!!

Ich muss jetzt los, halt uns bitte auf dem Laufenden und erzähl mal wie der Formaldehydtest ausgegangen ist.

Gruß!

Verfasser:
AWTLG
Zeit: 28.12.2012 12:08:11
0
1824159
Zitat von Dominik79 Beitrag anzeigen
Hallo AWTLG,

es tut mir leid, Dir keine erfreuliche Auskunft geben zu können. Aber laut Deinen Ausführungen zu der Bau- und Leistungsbeschreibung und den verwendeten Baustoffen habt ihr ein wirkliches Problem und ich rate Euch dringend Euch professionelle Hilfe zu holen.[...]



Hallo Dominik

Erstmal vielen vielen Dank für die lange tolle und sehr ausführliche Erklärung! Hat mich sehr gefreut....

Woher weißt Du über dieses Thema so viel?

Unser Formaldehyd Test ist gestern recht gut verlaufen. Ich habe insgesamt 3 Stück gemacht und an allen war der Grenzwert nicht überschritten. Allerdings waren wir aber an dem Grenzwert.

Leider bietet Stiftung Warentest keinen PCP Test mehr an, deshalb muss ich mir ein anderes Institut bzw. Labor suchen. Ich werde wie oben schon erwähnt mal in den Gelben Seiten suchen.

@WolfK

Danke auch für deine Beiträge. Allerdings stimmt das glaube ich so nicht ganz. Formaldehyd bleibt solange bestehen wie es die Holzplatten gibt. Durch einen zerfall der Holzplatte wird sogar noch mehr von diesem Gas an die Luft abgegeben. Zumindest habe ich das so gelesen.

Verfasser:
AWTLG
Zeit: 28.12.2012 12:16:31
0
1824161
Hier hätte ich was gefunden....

Hier ist nur die Frage wer ist der richtige?

Hier

Nochmal einer

Der letzte

Verfasser:
Benutzernameberitsvergeben
Zeit: 28.12.2012 15:43:26
0
1824266
Doppelpost

Verfasser:
Benutzernameberitsvergeben
Zeit: 28.12.2012 15:44:00
5
1824267
Hallo AWTLG,

ich habe mich über Wochen sehr Intensiv mit dieser Thematik beschäftigt, weil wir 2010 ein Fertighaus aus dem Ende der 70er Jahre gekauft haben und ich keine Fehler machen wollte. Grundsätzlich ist es meiner Meinung nach so, dass ein Fertighaus aus dieser Zeit problembehaftet sein kann, aber keinesfalls sein muss. Es kommt auf die vom Hersteller verwendeten Materialien laut Bau- und Leistungsbeschreibung an, und diese wechselten teilweise selbst bei demselben Hausmodell innerhalb von kürzester Zeit. Man kann allerdings aufgrund der Häufung bei manchen großen Herstellern davon ausgehen, dass bei diesen Häusern auch heute noch ein grundsätzlicheres Problem besteht als bei anderen Herstellern. Insbesondere damals sehr hochpreisige Hersteller haben bereits auf die verwendeten Materialen geachtet, so dass heute kaum bzw. keine Probleme auftreten. Die gesundheitliche Problematik bei Holzschutzmitteln wie PCP, Lindan, DDT, etc. und Formaldehyd aus Spanplatten und Dämmwolle sind den Herstellern nämlich bereits damals bekannt gewesen, sie waren allerdings nach DIN-Norm bei tragenden Holzkonstruktionen noch gesetzlich vorgeschrieben und nicht verboten. Dies kam erst Anfang der 80er Jahre.

V20 Platten hätten nämlich auch damals schon durch V100 Platten ersetzten werden können. V20 Platten sind nur einfach billiger gewesen. V100G Platten hätten durch entsprechenden konstruktiven Holzschutz gerade im Außenbereich komplett vermieden werden können und hätten im Innenbereich gar nie eingesetzt werden dürfen. Auch hätte man die Imprägnierung der Holzständer mit anderen Holzschutzmitteln als PCP oder Lindan durchführen oder aber die Menge entsprechend reduzieren können, aber diese beiden waren damals eben sehr verbreitet und die Hersteller hatten eine gute Lobby (siehe Frankfurter Holzschutzmittelprozess).

Ich empfehle Dir wie gesagt einen unabhängigen Gutachter bzw. ein unabhängiges Labor, mit dem Du die häufigsten Holzschutzmittel im Hausstaub oder der Luft untersuchen lässt. Üblicher ist jedoch die Untersuchung von Hausstaub, da sich hier die Holzschutzmittel dauerhaft anlagern und eine präzise Aussage zulassen, wenn man sich an die Probenahmekriterien hält. Ich glaube das IFAU-Institut bietet hier auch was an, aber eigentlich ist egal welches Du nimmst. Solltest nur vorher abklären, dass auch PCP, Lindan und DDT mindestens analysiert werden. Sehr gut wäre natürlich auch die Analyse von Chloranisolen, da diese für den eigentümlichen Geruch verantwortlich sind.

In Abhängigkeit zum Analyseergebnis solltest Du dann eine sinnvolle Sanierung im Gesamtkonzept planen und durchführen und danach möglichst noch einmal eine Kontrollmessung veranlassen. Nur so kannst Du die Bedenken, die Du sonst dauerhaft im Kopf hast beseitigen. Und ich kann nachfühlen, wie sehr das einen belasten kann.

Google doch mal nach RENOPAN. Dies ist ein Franchiseunternehmen das sich auf die Sanierung von belasteten Fertighäusern spezialisiert hat. Das Konzept welches die anbieten ist nicht schlecht, nur kann dies ggf. auch kostengünstiger ein guter Zimmermannsbetrieb leisten. Grundsätzlich werden dabei die Außenwände geöffnet und komplett entkernt. Die Dampfsperre wird soweit vorhanden repariert und ausgebessert oder eine neue eingezogen. Ggf. kommt hierbei auch ein spezielles Schafwollflies zum Einsatz, denn Schafwolle absorbiert und bindet Formaldehyd. Für andere Schadstoffe gibt es keinen glaubhaften Nachweis. Hier bin ich aber skeptisch, denn Schafwolle zieht Motten an und man will sich ja kein neues Problem ins Haus holen. Ich bin mir nicht sicher, aber wenn das Schafwollflies bereits gegen Motten behandelt wurde, hat man sich sogar neue Schadstoffe ins Haus geholt. Danach werden die Gefache mit Kalkmilch ausgestrichen. Dies tötet geruchsverursachende Bakterien ab und wirkt durch die Alkalität gegen Schimmel. Vorher kann man je nachdem ob man daran glaubt oder nicht ein Mittel gegen die Schadstoffe aufstreichen. Ein Mittel von der Firma Baden Chemie (Schadstoff EX) sperrt die Schadstoffe ab und soll sie sogar in unschädliche Stoffe umwandeln. Ich habe mir mal von Baden Chemie eine kostenlose Infomappe angefordert, die mich als kritischen Menschen ziemlich überzeugt hat. Kann ich Dir auch nur empfehlen. In die Gefache kommt als Dämmung dann flexible Holzwollematten oder Hanf oder Flachs oder was auch immer Dich glücklich macht, jedenfalls keine Glas- oder Steinwolle mehr (Vorteil von mehr Masse = besserer Hitzeschutz). Von Außen kommt dann je nach statischen Anforderungen eine aussteifende Platte (Gipsfaserplatte beispielsweise) und darauf ein Wärmedämmverbundsystem auf natürlicher Basis, beispielsweise Holzwolleplatten mit einem mineralischen Kalkzementputz. Steico hat da ein zertifiziertes Prduktbündel im Angebot, einfach mal auf deren Website nachlesen. Renopan macht im Prinzip nichts anderes, die Kosten liegen ca. pro m2 Fassadenfläche bei 220-250 Euro.

Ich möchte Dir noch folgende Tipps geben:

1. Meide bei diesem Thema die Seite www.fachwerk.de!!! Dort gibt es viele Threads zu diesem Thema, die meisten aber nicht wirklich sachlich und regelrecht beängstigend. Dort wird von einzelnen Teilnehmern Stimmung gemacht gegen Fertighäuser, so als ob es neben Fachwerkbauten nichts anderes gäbe. Die Meinungen gehen dort fast ausschließlich in Richtung abreisen, Tot bringend und nichts wert. Auch werden viele gesundheitliche Probleme geschildert, bei denen ich bei manchen Beiträgen unterstelle, dass sie der Fantasie entsprungen sind um Panik zu verbreiten. So extrem sehe ich es nicht, wie bereits oben ausgeführt. Ich kann nur von mir reden, mir hat dieses Fachwerk-Forum extreme Bauchschmerzen bereitet und Dir und Deiner Familie würde ich das gerne ersparen.

2. Wesentlich gehaltvoller ist folgende Seite: http://www.timberwork.de/sanierung-und-energetische-modernisierung-von-holz-fertig-haeusern.html Dort hat ein fähiger junger Mann sich diesem Thema im Rahmen einer Diplomarbeit angenommen und sachlich und unabhängig an Beispielen ausgearbeitet.

3. Die Seite www.steico.de bietet ebenfalls eine ganzen Haufen Informationen. Um fair zu bleiben möchte ich erwähnen, dass Steico nur einer von vielen Herstellern von Holzfaserdämmstoffen ist, aber mir der sympathischste. Beziehen kann man die Produkte nur im Fachhandel und nicht im Baumarkt, aber wenn Du einen netten Holzbaubetrieb in der Nähe hast, kannst Du bestimmt über die bestellen, falls Du mit Eigenleistung an dieses Thema herangehen willst.

4. Das IFAU-Institut ist ein kompetenter Ansprechpartner in Sachen Formaldehyd und Holzschutzmittel. Einfach mal auf der Seite stöbern und telefonieren: http://www.ifau.org/fertighaus/fh_index.htm Bitte vergiss nicht, dass Formaldehyd nur ein Teilproblem ist und das wesentlich schwerwiegendere die Holzschutzmittel sind. Daneben natürlich auch die Chloranisole, denn diese machen die Problematik so lange sie zu riechen sind unvergesslich für Euch.

Ich wünsche trotz allem einen guten Rutsch ins neue Jahr und wenn noch Fragen sind zögere bitte nicht diese hier zu stellen. Ich bin gerne bereit, wenn ich kann, zu helfen.

Gruß,
Dominik

Verfasser:
AWTLG
Zeit: 28.12.2012 17:03:20
0
1824325
Hallo Dominik

Was soll ich sagen?! Ich bin überwältigt von deinem Beitrag! Wirklich toll das es Menschen gibt die einen so unterstützen!!!

Nochmals vielen vielen Dank!

Du hast mir wirklich weiter geholfen und mir auch ein bisschen die Angst vor einem Abriss genommen. Werde mich in den nächsten Tagen intensiv mit dem Thema Raumluftmessung und mit den verschiedenen Anbietern beschäftigen.

Sobald ich wieder neues weiß, werde ich es natürlich hier posten.

Ich wünsche auch Dir und deiner Familie einen guten Rutsch ins neue Jahr...


Danke !!!

Verfasser:
AWTLG
Zeit: 01.01.2013 11:26:01
0
1826369
Zitat von WolfK Beitrag anzeigen
Hm,
nun es gibt einen Unterschied zwischen muffig und Kleber, da diese mehr aromatisch riechen, da meist auf Ketonen und Estern als flüchtige Komponenten aufgebaut. Seltsam ist, daß in den Studien dazu meist biologische Reaktionen als Verursacher herhalten müssen, obwohl die[...]


Der Geruch ist sehr schwer zu beschreiben. Es riecht schon nach Kleber, aber auch mit einem leichten essig und holz Geschmack.
Wirklich schwer zu beschreiben. Werde jetzt eine hausstaub untersuchung machen lassen.

Aber ich ahne schon böses!

Und was dann?

Verfasser:
AWTLG
Zeit: 01.01.2013 11:30:48
0
1826372
Zitat von knetekasper Beitrag anzeigen
Dann schon lieber eine Lüftungsanlage einbauen und mit Überdruck fahren.


Soll wohl auch nicht viel bringen, wurde mir gesagt

Verfasser:
Motzi1968
Zeit: 01.01.2013 12:21:14
0
1826394
Hallo,

Du schriebst, dass das Haus 1990 " nachisoliert" wurde.
Versuch mal rauszubekommen wie und womit.
Wie sieht genau der Wandaufbau aus.
Gibt es noch Rechnungen oder Materialbeschreibungen?

Ich stelle mir gerade vor, wie z.B ein WDVS (Kleber, Platten, Putz) insbesondere mit den langen Befästigungsnägeln die Gebäudehülle verletzt haben.
Ähnlich sieht es ja auch bei einer aufgelatteten Dämmfassade mit MiWo aus.

Es besteht ja die Möglichkeit, dass die nachträgliche Außendämmung einen Einfluss auf Dein Problem hat.
Muss zwar nicht, würde ich in die Überlegung aber auf jeden Fall mit einbeziehen.


Grüße
Motzi1968

Verfasser:
OldBo
Zeit: 01.01.2013 12:58:06
0
1826417
Zitat von AWTLG Beitrag anzeigen
Zitat von WolfK Beitrag anzeigen
[...]


Der Geruch ist sehr schwer zu beschreiben. Es riecht schon nach Kleber, aber auch mit einem leichten essig und holz Geschmack.
Wirklich schwer zu beschreiben. Werde jetzt eine hausstaub untersuchung machen lassen.

Aber ich ahne schon böses!

Und was[...]

Naja, jede Wohnung hat einen "OLF" oder ein Sick Building Syndrom. Hier kann nur über eine Raumluftbeprobung die Ursache gefunden werden.

Gruß

Bruno

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