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Wärmerückgewinnung aus Abwasser (Schwimmbäder, Wäschereien, Friseur; Grossküchen)
Verfasser:
Maximilian1948
Zeit: 20.09.2013 09:26:36
0
1966582
Vor etwa 3 Monaten habe ich eine neuartige Wärmerückgewinnung kennengelernt. Diese wird in Frankreich und Österreich eingesetzt bei Schwimmbädern, Grossküchen, Wäschereien und Friseuren (aber auch bei Landwirten mit kurzfristig hohem Heisswasserbedarf).

Ich selber habe es mir zur Aufgabe gemacht, diese tolle Erfindung zu unterstützen. Was haltet Ihr davon? Anbei die Fakten:

-- Die Neuerung nutzt bisher ungenützte Wärme aus dem Abwasser von Hallenbädern, Wäschereien und Großküchen (Kantinen)
-- (bisher gibt es am Markt meines Wissens nach nur die Nutzung von Abwasserwärme im Kanal auf sehr niedrigem Temperatur-Niveau und mit geringem Wirkungsgrad oder die Nutzung von sauberem Abflusswasser)--> -->Daher fließt diese Abwärme großteils in die Kanalisation
bei dieser Innovation (genannt Wärmetower von www.rain-o-tec) gibt es eine integrierte Wärmetauscherreinigung was langfristig hohe Wirkungsgrade sicherstellt
--> bis zu 66% der abfließenden Wärme kann zurückgewonnen werden
Energetische Amortisationszeit laut Studie bei 3600 Stunden(=halbes Jahr)
--> Der Warmwasser - Energieverbrauch kann so stark gesenkt werden
Im Hummelhofbad der Linz AG werden beispielsweise zwischen 750 kWh und 1000 kWh pro Tag zurückgewonnen (entspricht etwa 25.000 Liter Öläquivalent pro Jahr)
Ein 4-minütiger Film darüber ist unter
Youtube Film http://www.youtube.com/watch?v=OZyNmW6uCJY zu finden.
-- Die Amortisationszeit - je nach Energiepreis - zwischen 3 und 6,5 Jahren
Der Anbieter, die Fa. rain-o-tec bietet auch Einsparcontractings, da diese Innovation sowieso nur dann installiert wird, wenn die Einsparung auch garantiert werden kann.

Bis zu 2/3 der abfließenden Energie kann genutzt werden um das kalte Leitungswasser aufzuwärmen und damit (fast ohne Stromaufwand) und ohne großen Wartungsaufwand Energie zu sparen.

Ich selbst bin - wie man merkt - sehr begeistert von dieser Idee und möchte diese Erfindung auf diesem Wege bekannter machen. Was haltet ihr davon ?

Einen Zeitungsbericht dazu findet man auch auf http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1082916

Verfasser:
JoRy
Zeit: 20.09.2013 09:59:24
0
1966596
Daran ist absolut nichts neu.

Wurde auch hier schon oft diskutiert.

Rechne dir selbst aus was möglich ist--
-Wieviel Wasser mit welcher T steht kontinuierlich zur Verfügung ?
-Mutipliziere das mögliche deltaT mit der Wärmekapazität von Wasser
und du hast die Größenordnung der max möglichen Wärmeleistung ?

Haushaltsabwasser (Spül-,Waschmaschine, Dusche u.s.w.) zur W-Rückgewinnung
zu nutzen hat sich in allen Versuchen nicht gelohnt.
Wir haben auch Versuche gefahren,Wärme aus der Regenwasserzisterne bis
fast zu null abzukühlen.
Es ergibt mit niedrigen Mengen von ein paar tsd l keine Wirtschaftlichkeit.

Gruß JoRy

Verfasser:
egal1
Zeit: 20.09.2013 10:10:48
0
1966607
Man sollte auch nicht vergessen, um das Abwasser zu klären ist wieder eine bestimmte Temperatur nötig.
Die Leitungen freuen sich auch über ein bisschen temperiertes Wasser und danken es dadurch, daß sie sich nicht so schnell zusetzen. Was an Energiekosten eingespart wird, wird dann u.U. wieder für die Rohrreinigung und auch Abwasserkanalreinigung ausgegeben.
Unser Abwassernetz ist größtenteil nicht dafür ausgelegt, immer weniger Wasser einzuleiten und muss mit großem und konstenintensiven Aufwand gereinigt werden, nur da den Verbrauchern eingetrichtert wurde: spart Wasser.
Jetzt beginnt der nächste Unfug. Jetzt entzieht man dem Wasser auch noch die Wärmeenergie.

Verfasser:
chappi73
Zeit: 20.09.2013 10:45:11
0
1966621
Wärmerückgewinnung aus Grauwasser ist bei Bädern jetzt nicht sooo neu ...

Verfasser:
Maximilian1948
Zeit: 25.09.2013 08:54:47
0
1968471
Zitat von chappi73 Beitrag anzeigen
Wärmerückgewinnung aus Grauwasser ist bei Bädern jetzt nicht sooo neu, ...

Stimmt, ich dachte auch dass die Idee der Wärmerückgewinnung ein alter Hut ist, Weil grundsätzlich schon seit 25 Jahren solche Systeme der Wärmerückgewinnung bei Bädern angeboten werden, aber die Umsetzung HIER ist um vieles effizienter und erfolgreicher.
Dazu gibt´s auch einen 2 Minuten Beitrag von der LINZ AG die sämtliche Hallen- und Freibäder in Linz betreibt und das Ganze sehr beispielhaft (anhand ihrer Erfahrung aus alten Wärmerückgewinnungen in ihren Hallenbädern)
erklärt: siehe Film auf http://www.youtube.com/watch?v=IZGE58iyWw8
Die Homepagevon www.Rain-o-tec.at finde ich nicht soo überragend, weil ein bisschen unübersichtlich. Aber gute Erfinder sind halt leider meist schlechte Vermarkter. Und vor allem für Grossküche, wo wirklich verschmutztes, aber oft heißes Wasser in den Kanal geht habe ichbisher keine Lösung entdeckt. Oder ?

Verfasser:
Jens42
Zeit: 25.09.2013 09:03:50
0
1968474
Zitat von egal1 Beitrag anzeigen
Man sollte auch nicht vergessen, um das Abwasser zu klären ist wieder eine bestimmte Temperatur nötig.
Die Leitungen freuen sich auch über ein bisschen temperiertes Wasser und danken es dadurch, daß sie sich nicht so schnell zusetzen. Was an Energiekosten eingespart wird, wird dann u.U.[...]


Dann soll man da, wo das wirklich der Fall ist, halt ne Flatrate einführen (ggf. mit gewissen Obergrenzen um Missbrauch zu verhindern), so wie beim Müll zu einem guten Teil auch. Kann mir auch nicht vorstellen, daß bis zum Klärwerk noch was von der Wärme übrig ist.

Verfasser:
Maximilian1948
Zeit: 25.09.2013 09:05:00
0
1968475
Zitat von egal1 Beitrag anzeigen
Man sollte auch nicht vergessen, um das Abwasser zu klären ist wieder eine bestimmte Temperatur nötig.
Die Leitungen freuen sich auch über ein bisschen temperiertes Wasser und danken es dadurch, daß sie sich nicht so schnell zusetzen. Was an Energiekosten eingespart wird, wird dann u.U.[...]


Ich gebe Dir recht. Die Temperaturen in den Kanälen sollten ein gewisses Gesamt-Temperatur-Niveau nicht unterschreiten. Bei den Wärmerückgewinnungen, wie wir Sie hier sehen, ist es aber so, dass bei Grossküchen oder Friseuren Wasser mit 30-40 Grad (manchmal sogar noch heißer) in Richtung Kanal oder Fettabscheider geleitet wird. Hier die Energie rauszuholen schadet meiner Meinung nach sicherlich weniger, als das Schweizer Modell, wo Wärmepumpen in die Kanäle eingebaut werden und im Winter mit der Kanalwärme die Häuser geheizt wird. Diese Art der Wärmerückgewinnung produziert wirklich Probleme in der Biologie der Kläranlagen. Auch bei Wäschereien, die mit 30 Grad oder 60 Grad waschen , denke ich, dass der Nutzen bei Weitem überwiegt. Vor allem, weil auch alle Privathaushalte Abwasser mit Zimmertemperatur ableiten und so wieder eine Anhebung erfolgt.

Verfasser:
crax Dieser Benutzer hat eine rote Karte erhalten
Zeit: 25.09.2013 09:12:33
0
1968479
Zitat von Maximilian1948 Beitrag anzeigen
...Ich selbst bin - wie man merkt - sehr begeistert von dieser Idee und möchte diese Erfindung auf diesem Wege bekannter machen. Was haltet ihr davon ?
WRG ist ein TOP Thema für Gewerbe und Industrie (schlummernder Riese).
Im EFH bzw ZFH allerdings eher wirtschaftlicher Unsinn!!!
Hierzu mal Energiebilanzen berechnen und den hierzu erforderlichen Invest berücksichtigen ;-)

mfg

Verfasser:
Maximilian1948
Zeit: 25.09.2013 11:05:07
0
1968519
Zitat von crax Beitrag anzeigen
Zitat von Maximilian1948 Beitrag anzeigen
[...]
WRG ist ein TOP Thema für Gewerbe und Industrie (schlummernder Riese).
Im EFH bzw ZFH allerdings eher wirtschaftlicher Unsinn!!!
Hierzu mal Energiebilanzen berechnen und den hierzu erforderlichen Invest berücksichtigen ;-)
mfg


Ich bin ganz Deiner Meinung: Im Einfamilen-Haus wird eine solche Wärmerückgewinnung keinen Sinn machen. Aber wenn die Duschabwässer extra verrohrt werden kann es ab 5-6 Wohneinheiten durchaus Sinn machen.
Auch bei den zahlreichen zu errichtenden und renovierenden Seniorenheimen oder auch bei Sportstätten mit vielen Duschen und hohem Warmwasserverbrauch sehe ich da das Potential und eine rasche Amortisation.
Molkereien beispielsweise müssen ihre Abwässer mit frischem Leitungswasser verdünnen, da sie nicht mit mehr als 30 Grad in den Kanal ableiten dürfen (!!!)

Verfasser:
Maximilian1948
Zeit: 25.09.2013 11:17:26
0
1968526
Zitat von egal1 Beitrag anzeigen
Man sollte auch nicht vergessen, um das Abwasser zu klären ist wieder eine bestimmte Temperatur nötig.
Die Leitungen freuen sich auch über ein bisschen temperiertes Wasser und danken es dadurch, daß sie sich nicht so schnell zusetzen. Was an Energiekosten eingespart wird, wird dann u.U.[...]


Für die Biologie einer Kläranlage sind in etwa 10 Grad notwendig ( siehe Kapitel 4_1 auf http://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/14568/funktionsstoerungen_klaeranlagen.pdf?command=downloadContent&filename=funktionsstoerungen_klaeranlagen.pdf )

Viel größere Probleme bereiten aber wie in Kapitel 3.3-107 zu sehen ist, die Temperaturschwankungen, wenn heißes Prozess-Abwasser über den Kanal in die Kläranlage kommt "Bei Temperaturunterschieden im Zu- und Ablauf der Nachklärung über 2°C können ebenfalls Dichteströmungen auftreten"

Da Wärmerückgewinnungen (im Gegensatz zu den in der Schweiz verwendeten Kanal-Wärmepumpen) nur bis zu einem Temperaturniveau von etwa 14 Grad arbeiten sehe ich da das Problem absolut nicht. Vor allem dann nicht, wenn Privathaushalte nachwievor warmes Abwasser in den Kanal leiten.

Verfasser:
crax Dieser Benutzer hat eine rote Karte erhalten
Zeit: 25.09.2013 12:26:51
0
1968554
Zitat von Maximilian1948 Beitrag anzeigen
....Auch bei den zahlreichen zu errichtenden und renovierenden Seniorenheimen oder auch bei Sportstätten mit vielen Duschen und hohem Warmwasserverbrauch sehe ich da das Potential und eine rasche Amortisation.
Das ist grundsätzlich nicht unbedeutsam. Ausgangspunkt jeglicher Überlegung diesbezüglich, ist die praktisch tatsächlich rückgewinnbare Energie, nicht die Leistung, mit der sich Hersteller gern in bunten Werbeprospekten darstellen ;-) Bei exakter Dimensionierung verschwindet Vieles letztendlich in der "Tonne".
Zudem, das Forum hier ist eher hinsichtlich EFH bis max MFH ausgerichtet.

mfg

Verfasser:
OldBo
Zeit: 25.09.2013 13:29:05
0
1968587
In der Industrie wird die Ab- und Grauwasser-WRG schon seit einiger Zeit eingesetzt. In Wohngebäuden spricht die Trinkwasserverordnung bei einigen Systemen dagegen.

Gruß

Bruno Bosy

Verfasser:
Maximilian1948
Zeit: 26.09.2013 15:59:57
0
1969134
Zitat von crax Beitrag anzeigen
Zitat von Maximilian1948 Beitrag anzeigen
[...]
Das ist grundsätzlich nicht unbedeutsam. Ausgangspunkt jeglicher Überlegung diesbezüglich, ist die praktisch tatsächlich rückgewinnbare Energie, nicht die Leistung, mit der sich Hersteller gern in bunten Werbeprospekten darstellen ;-) Bei exakter Dimensionierung verschwindet Vieles[...]


Von den bunten Prospekten ist dieses vermutlich eher kleine Unternehmen (siehe Homepage) Entwickler der Wärmerückgewinnung doch relativ weit entfernt.

Aber ich denke schon , dass man mit einer gewissen Stückzahl und Serienfertigung damit wohl auch das Abwasser der Zweifamilienhäuser oder Reihenhäuser sinnvoll nutzen könnte. Schließlich duscht (bei uns :-) ) jeder jeden Tag.
Und wie gesagt, die alten Systeme (die so zahlreich eingebaut wurden) haben aufgrund der fehlenden Reinigung der Wärmetauscher nur zu einer geringen Entwärmung des Abwassers geführt.

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