Hallo Herr Hoffrogge,
das sind zwei trennbare Probleme, das eine ist Heizen, das andere ist Lüften. Der Aula, von der ich noch immer nichts weiß, unterstelle ich mal meine angenommenen Abmessungen und die angenommenen Transmissionsverluste und den angenommenen spezifischen
Heizleistungsbedarf.
Der Heizleistungsbedarf setzt sich hierbei zusammen aus dem Transmissionsverlust von etwa 2000 W/K, der Lüftungsverlust bei 90 % WRG beträgt dann etwa Volumenstrom/3 x (1-0.9) = 0.033 W/(Kcbm/h).
Bei voller Lüftung (15000 cbm/h) sind es dann 500 W/K.
Wie ich im vorherigen Beitrag bereits andeutete, kann die Lüftung von der
Luftmenge her nahezu stufenlos im Bereich von etwa 0, 200 bis 15000 cbm/h gefahren werden, außerdem wird die
Wärmerückgewinnung unabhängig vom Volumenstrom von 0 bis 90 % einstellbar sein, wobei die elektrische Leistungsaufnahme ungefähr proportional dem Volumenstrom sein wird, in jedem Fall nicht mehr als etwa 0.1 Wh/cbm gesamt (also bereits
Zuluft und
Abluft) bei max. Volumenstrom.
Die reinen Transmissionsverluste werden üblicherweise durch die normale sowieso vorhandene Raumheizung gedeckt (
Radiatoren o.ä.). Der Lüftungsbedarf jedoch ist natürlich von der Anzahl Personen im Raum abhängig, neben einer personenzahlunabhängigen Grundlüftung.
Der Raum hat eine Grundfläche von etwa 700qm. Rechne ich die
Geruchsbelastung dieses Raumes (ohne Personen) mit 0.3 Olf/qm, ergibt sich eine Geruchslast von 210 Olf. Um den Raum auf Luftqualität nach
DINxy "C" (2.5 dezipol) zu halten, wäre dann eine Grundlüftung von 3000 cbm/h notwendig, also etwa 0.7
Luftwechsel je Stunde (nach Fanger, Olf, dezipol googeln).
Für diesen Bereitschaftszustand mit definierter Luftqualität und
Temperatur sind dann insgesamt 2000+3000x0.033 = 2100 W/K Heizleistung erforderlich (bei -12° und 20°C Raumtemp. 67.2 KW, davon nur 3.2 kW für die Lüftung !).
Lassen wir jetzt mal 100 Personen rein und sehen, was dann passiert.
100 Personen schaffen etwa 10 kW (ohne Beleuchtung!).
Für die gleiche Geruchsqualität wäre eine Luftmenge von etwa 4460 cbm/h notwendig, der Lüftungsverlust beträgt dann 4.7 kW , die Transmissionsverluste immer noch 64 kW und die Heizung müßte jetzt noch (4.7+64-10) 58.7 kW bringen.
Jetzt 560 Personen: von Geruch her bräuchte man jetzt 11000 cbm/h, wegen CO2 aber mehr (bei 15000 cbm/h sinds dann rund 1100 ppm).
Heizung (mit 15000): (15.8+64-56) 23.8 kW.
Was man sehen kann, trotz Mehrlüftung kann die Heizleistung heruntergefahren werden, kein Komfortverlust wegen Luftqualität.
Ich möchte nocheinmal bemerken, daß alle Angaben auf den fiktiven Annahmen beruhen!
Falls die Mauern besser als U=1.5 sind, sieht es noch wesentlich anders aus. Ohne genauere Angaben werde ich jedoch nicht mehr fiktiv rechnen!
Für die Belüftung sind übrigens weder
Fenster nötig noch nennenswerte Bauarbeiten. Einzige Bedingung ist, daß es irgendeine Außenwand gibt.
Ach, nochetwas gebe ich natürlich gerne zu: Ich bin tatsächlich Amateur, und zwar Liebhaber von perfekten Lösungen.
Mit freundlichem Gruß
Oleg Stolz