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Welche Fußbodenheizung?
Verfasser:
Sascha
Zeit: 03.08.2003 17:57:43
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23265
Guten Tag,

ich möchte mir in mein Fachwerkhaus eine Fußbodenheizung installieren lassen und mir vorab einige Meiningen über Material, Dämmung, Verlegungsart einholen.

Das nicht unterkellerte Haus wird zur Zeit renoviert, u.a. haben wir den Fußboden komplett neu aufgebaut (Kiesschüttung, Folie, 60 mm Jackodur, 20 cm WU-Beton, G200 Bitumenbahn als schwarze Wanne). Die FBH wird nur im EG verlegt. Die beiden OG-Räume sollen "normale" Heizkörper erhalten.

Nun soll der FBH-Aufbau erfolgen. Nach einer ersten Anfrage haben wir 160 mm Luft gelassen für Endhöhe Fertigfußboden (Fliesen). Ich habe aber noch Spiel (+- 2cm). Es gilt zu beachten, daß das Haus ein Opfer des Hochwassers war (Knöchelhoch). Wir haben zwar verschiedene Schutzmaßnahmen getroffen, aber 100 % ausschließen kann man es ja auch nicht. D. h. ich möchte ungern bei erneuter Feuchtigkeit die FBH rausreissen, sondern wenn irgend möglich nur trocknen.

Das Gebäude selbst wird nachträglich komplett gedämmt (Dachdämmung, Fassadendämmung, neue Fenster). Die Räume sind teilweise bis in den Giebel offen.

Nun gibt es ja verschiedene Meinungen zur Dämmtechnik. Die einen schwören auf PUR-Platten, die anderen auf PS-Platten. Die einen erzählen mir, daß ich direkt auf die Dämmung legen/tackern lassen kann, die anderen verweisen auf die Systemrollen/Trittschallplatten. Sind Trittschallplatten überhaupt notwendig (da kein UG)?

Der nächste erzählt mir ich müsse Kupferrohr verlegen, damit ich keine System-Trennung vornehmen muß, der andere wiederrum sagt PE-X wäre kein Problem, wenn ich die "normalen" Heizkörper im OG. entsprechend groß auslege.

Für aufklärende Hinweise zur Auswahl der richtigen FBH wäre ich dankbar. Irgendwie habe ich nämlich das Gefühl das jeder nur "sein" System verkaufen will ohne schlußendlich auf die genauen Gegebenheiten zu achten.

Vielen Dank im voraus!
Sascha

Verfasser:
H. Weinmann
Zeit: 04.08.2003 09:32:26
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23266
Hallo Sascha,

ich würde Dir folgenden Fußbodenaufbau empfehlen:

1. Auf deine Bitumenbahn zuerst eine PE-Folie legen.
2. Perimeterdämmung wie unterhalb der Decke (z. B. Jackodur),
ca. 80-85 mm stark
3. UNIPIPE Noppenplatte
4. Zementestrich ca. 65 mm stark
5. Fliesen

Begründung:
Die PE-Folie dient zum Schutz der Perimeterdämmung. Der direkte Kontakt mit Bitumen würde diese Dämmung mit der Zeit schrumpfen lassen. Im Gegensatz zu anderen Dämmmaterialien nimmt eine Perimeterdämmung so gut wie keine Feuchtigkeit auf. Solltet ihr wieder einmal Hochwasserprobleme haben (was Euch hoffentlich nie wieder passiert), dann habt Ihr beim trocknen weniger Probleme. Eine Trittschalldämmung ist für Deinen Anwendungsfall nicht erforderlich. Die UNIPIPE Noppenplatte verfügt selbst über keine Dämmung. Man kann sie auf jedes zugelassenes Dämmmaterial auflegen. Sie dient ausschließlich als Sperre gegen eindringen von Estrich und Estrichschlamm in die Dämmung und zur Rohrhalterung. Durch die UNIPIPE Noppenplatte ist ein indivitueller Fußbodenaufbau möglich. Ein Zementestrich ist unempfindlicher gegen eventueller Feuchtigkeit als ein Anhydritestrich.

Als Rohrnmaterial empfehle ich UNIPIPE Mehrschichtverbundrohr (ist für mich doch selbstverstänglich, oder nicht?). Es ist absolut diffusionsdicht und man kann es für Heizung und Sanitär einsetzen. Ich persönlich würde für die Heizkörper und für die Fußbodenheizung getrennte Regelkreise realisieren, da diese Heizflächen auch ein unterschiedliches Regelverhalten aufweisen. Eine Möglichkeit besteht auch über ein sogenanntes Festwertregelset die Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung auf ein niedrigeres Temperaturnivau gegenüber dem Heizkörperkreis zu bringen.

Mehr dazu in www.unipipe.de

H. Weinmann
UPONOR Rohrsysteme GmbH






Verfasser:
Sascha
Zeit: 04.08.2003 20:41:13
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23267
Hallo H. Weinmann,

vielen Dank für Ihre sehr ausführliche Antwort. Nun aber noch eine letzte Frage:
Muß nun auf die Dämmung noch eine Alu-Schicht oder übernimmt dies die Noppenbahn?

MfG
Sascha

Verfasser:
H. Weinmann
Zeit: 05.08.2003 09:13:13
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23268
Hallo Sascha,

für den von mir dargestellten Fußbodenaufbau wird keine Alu-Schicht benötigt. Die Aluminium-Sperrschicht ist nur bei Dämmplatten aus Polyurethan-Schaum (PUR) erforderlich. Diese würden ohne eine Sperrschicht ausgasen und mit der Zeit ihre Dämmeigenschaft verschlechtern.

H. Weinmann
Uponor Rohrsysteme GmbH

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