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Hilfe bei Planung Solarthermie + PV Neubau (Kfw55)
Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 17.02.2017 15:51:03
0
2479327
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
@Dietmar

Zitat:
[...]


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Janz großet Kino ^^



Die Ironie zu den Berechnungsannahmen für Heizkostenvergleiche Neubau BDEW ist sachlich nicht nachvollziehbar.

Heizkörper 55/45°C: alle Anlagenvarianten außer Wärmepumpen

- Heizkörper 45/35°C: alle Wärmepumpenvarianten


Die Temperaturkombination 55°/45° ist in dem verwendeten Berechnungsprogramm Hottgenroth-Energieberater Plus bei Neubauten als Standard hinterlegt. weil in der geltenden EnEV das Referenzgebäude so definiert ist.

Wenn Bauvorlageberechtigte z.B. Architekten für Baugenehmigungen oder KfW Kredite Primärenergiebilanzen für neue Gebäude berechnen müssen, benutzen sie dieses oder sachlich gleichwertige Berechnungsprogramme, die aber auf Grund der gesetzlichen Vorgaben gleiche hinterlegte Einstellungen besitzen.

Hier wird also nichts schön oder schlecht gerechnet, sondern der gleiche Maßstab angelegt, der bei der Primärenergiebewertung von Gebäuden angelegt werden muss.
Bei der Ironie zu Vorlauftemperatur 55° ist weiter zu beachten, dass diese Temperatur notwendig ist, wenn im Haus ein Trinkwasserspeicher installiert ist, bei dem aus Gründen Trinkwasserhygiene (DVGW Richtlinie) die Speichertemperatur nicht dauerhaft unter 50°C absinken darf.

Wenn in dem Heizkostenbergleich Neubau 2016 für Wärmepumpen mit 45°/35°C: für alle Wärmepumpenvarianten gerechnet wurde, dann werden die Ergebnisse günstiger als im EnEV Referenzhaus angesetzt.

Bei vorzulegenden Primärenergiebilanzen darf dass ein Bauvorlageberechtigter eigentlich nicht ohne Begründung im Einzelfall.

Die Broschüre Heizkostenvergleich 2016 ist damit kein „großes Kino“, sie enthält Zusammenstellungen von Berechnungsergebnissen zum Energiebedarf mit dem Hottgenroth-Energieberater Plus, der als Handwerkszeug in der Baubranche und in der Gebäudeenergieberatung anerkannt ist.

Wenn die Berechnungsergebnisse nicht gefallen, dann liegt das daran, dass die von der EnEV vorgegeben Wertmaßstäbe nicht akzeptiert werden, zu dem aber wiederum Bauvorlageberechtigte und Energieberater gesetzlich verpflichtet sind.

Das ist aber schon wieder meine „ Jurakeule“, die manchen Autor verschreckt.

;-)

Dietmar Lange
Verfasser:
crink
Zeit: 17.02.2017 16:31:56
0
2479335
Hallo Dietmar,

hier gibts eine aktuelle und hochinteressante Studie zur Wärmeversorgung 2030 von Agora Energiewende und Fraunhofer, wo ein massiver WP-Ausbau und eine Einschränkung des Anteils von Gasheizungen gefordert wird. Auch Biogas bzw. Power2Gas wird dort für den Heizungsbereich eher kritisch gesehen.

Viele Grüße
crink
Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 17.02.2017 17:39:54
0
2479356
Zitat von crink Beitrag anzeigen
Hallo Dietmar,

hier gibts eine aktuelle und hochinteressante Studie zur Wärmeversorgung 2030 von Agora Energiewende und Fraunhofer, wo ein massiver[...]


Die Studie ist mir bekannt und liegt nach der ersten Durchsicht der Ergebnisse auf dem Stapel
„baldmöglichst lesen“

Wenn Fachautoren von (siehe Impressum)

Fraunhofer-Institut fur Windenergie und
Energiesystemtechnik (IWES)

Entwicklung Gebaudewarme und Einbindung
von Warmepumpen
Fraunhofer-Institut fur Bauphysik (IBP)

zu dem Schluss kommen, dass langfristig eine weitgehend auf regenerativen Strom basierende Gebäudewärmeversorgung unter den getroffenen Voraussetzungen möglich ist, gibt es dagegen keine sachlichen Einwände.

Die Alternative, die Gebäudewärmeversorgung weitgehend auf der Basis von CO2 frei erzeugtem Gas zu organisieren, wurde schon in anderen Studien vorgestellt.
Für die Politik werden damit verschiedene Handlungsoptionen aufgezeigt, über deren Anwendung politisch entschieden muss.

Wenn ich den Referentenentwurf für ein zukünftiges Gebäudeenergiegesetz (GEG) richtig gelesen und verstanden habe, hält sich die Bundesregierung gegenwärtig noch alle Handlungsoptionen offen.Über den „richtigen Weg“ zu einem klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 wird aktuell allerdings wieder heftig gestritten, siehe dazu

GEG geht doch noch nicht ins Kabinett

Einer der Gründe für die Vertagung der noch ausstehenden Entscheidung sind Einwände gegen die Forderung, den heute geltenden ambitionierten Standard KfW-55 bis 2021 als verbindliche Referenz vorzuschreiben.

Dietmar Lange
Zeit: 18.02.2017 09:59:04
0
2479524
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Die Ironie zu den Berechnungsannahmen für Heizkostenvergleiche Neubau BDEW ist sachlich nicht nachvollziehbar.

[i]Heizkörper 55/45°C: alle Anlagenvarianten außer Wärmepumpen

- Heizkörper 45/35°C: alle Wärmepumpenvarianten


Sachlich nachvollziehbar aus technisch bekannten und (teilweise) offensichtlichen Gründen, wie sogar sie selbst anerkannt haben mit jenem Post.

Um die Ironie zu verstehen, muß man sich mit den Grundlagen von Wärmepumpen auskennen. Umgekehrt erkennt jeder der diese Grundlagen kennt auch sofort jene Ironie. Man braucht etwas um... und jeder der es hat, wird... Jemand der das nicht sofort sieht, hat die Grundlagen der Wärmepumpen nicht verstanden.

Nochmals ironisch ist, daß die Norm zum Vergleich von Wärmepumpen von 10 K auf 5 K Spreizung gewechselt ist. Die eine Fraktion hat es begriffen, die andere nicht.

Wenn es also eine Möglichkeit gibt von der technisch unsinnigen und vom Himmel gefallenen Auslegung 45/35 abzuweichen, welche in der Praxis kaum eine Chance hat zu einer gut funktionierenden Anlage zu führen, zugunsten einer technisch sinnvollen Auslegung die auch in der Praxis besser zu realen Anlagen paßt, dann sollte man das auch stets nutzen.

Hier sollten sich mal alle Beteiligten an einen Tisch setzen und die Vorgaben der technischen physikalischen Realität anpassen, so daß man nicht mehr extra Begründen muß wenn man die Planung der verwendeten Wärmequelle technisch angemessen anpassen will. Der übliche Planungsweg 45/35 ist ein Holzweg, wenn auch nicht ganz so schlimm wie anderenorts die Auslegung auf 50/30.

Wärmepumpen sind oft in der Kritik, weil im Bestand viele Anlagen nicht die notwendige Effizienz erreichen. An dieser Stelle wird der Grundstein für eine schlechte Anlage gelegt.

Damit ist die genannte Ironie auch nachvollziehbar.

Daß anderenorts 45/35 als üblicher Rechenweg angesetzt wurde, dient allenfalls als Entschuldigung, ändert aber nichts an den technischen und physikalischen Fakten. Wer eine WP so plant, daß die im Auslegungsfall eine Spreizung von 10 K aufweist, sollte dafür gute Gründe haben. Das ist nur in speziellen Fällen sinnvoll. In der Regel begeht man damit aber einen großen Fehler.

Dies noch weiter zu vertiefen ist hier nicht zielführend. Für das Konzept reicht es zu wissen welche JAZ als Planungsziel gesetzt werden soll und daß das Ziel realistisch erreicht werden kann. Über das "Wie" kann man dann ein eigenes Thema im WP-Bereich eröffnen, wobei das dort schon oft durchgekaut wurde. (Forensuche).

Bei der Trinkwassererwärmung sollte man man kurz Luft holen was da eigentlich gefordert und angemessen ist.

Nicht duerhaft unter 50 Grad ist etwas Anderes als permanent 55 Grad oder höher.
Verfasser:
jw
Zeit: 18.02.2017 12:59:56
0
2479588
Zitat von maja5 Beitrag anzeigen

Solange die PV nur Tags die WP unterstützen kann, also solange keine Batterien zu akzeptablen Bedingungen auf dem Markt sind und solange in Deutschland immer noch so viel Kohlestrom im Netz ist, halte ich jedwede strombasierte Heizung für die falsche Technologie, auch im[...]

Zitat von maja5 Beitrag anzeigen

Und eine WP braucht nunmal am meisten Strom Nachts und im Winter und dort ist in Deutschland immer noch überwiegend Kohlestrom im Netz.

Maja, auch wenn Du das noch so oft wiederholst, so bleibt es dennoch falsch!

Klar, wenn Du eine Pappschachtel ohne nennenswerte Wärmekapazität baust, mag das zutreffen.

Bei einem gut gedämmten Massivhaus mit einer hohen Wärmekapazität (Kalksandstein+Beton+Estrich) sieht das aber ganz anders aus!

Ich baue gerade ein Haus mit einer Wärmekapazität von etwa 100kWh/K und einer Heizlast von 6kW. Das bedeutet: Ohne Wärmeerzeugung kühlt das Gebäude bei Normaussentemperatur in 16 Stunden um 1 Kelvin ab! Im Normalfall kann man diesem Gebäude in nur wenigen Stunden so viel Energie zuführen, dass die Temperatur locker bis zum nächsten Tag gehalten wird.

Die geplante PV (30kWp) wird den Strombedarf der WP Februar bis November komplett abdecken. Lediglich Dezember+Januar werde ich jeweils 400kWh dazukaufen müssen. Und das inklusive WW-Bereitung!

Mit PV-Überschüssen im Sommer kann man auch prima das Gebäude kühlen. Was macht man eigentlich mit den ST-Überschüssen im Sommer? Verkaufen?

Wieso ich den Strom verlustreich in einer teuren Batterie zwischenspeichern soll leuchtet mir beim besten Willen nicht ein!
Zeit: 18.02.2017 13:46:09
0
2479609
Zumal es um Solarnutzung geht. Die WP ist hier nur ein Nebenthema.

Wenn man dann STA mit PV vergleicht und dann bei der WP den bösen Kohlestrom als Argument heranzieht, welchem Strom stellt man dann der PV gegenüber? CO2-freien Strom aus Wasserkraft?

Wenn man eine STA in üblicher Größe (10 m²) mit einer ähnlich teuren PV vergleicht, ohne konkretes Objekt ausgehend von typischen Werten, so könnte eine solche STA um die 3000 bis 4000 kWh in Form von Gas einsparen, mal mehr mal weniger. Maßgeblich ist niht der "Pseudoertrag" den man von den Kollektoren erhält, sondern die Wärme die man auch tatsäclich nutzt um Brennstoff einzusparen. Eine PV ähnlicher Preisklasse spart 3000 bis 4000 kWh an Strom. Die Erträge sind also von ähnlicher Größenordnung, aber von deutlich unterschiedlicher Wertigkeit.

Und dann schiel mal auf den Gegenwert in Euro und CO2-Einsparung.


Das war schon immer so, nur daß die PV früher deutlich teurer war. Das war nicht nur technisch bedingt, sondern auchzum großen Teil durch die Politik gesteuert. Die Preise lagen hier weit über dem Niveau der meisten anderen Staaten. Das hat sich geändert. Und oft ist das Dach auch für PV geeignet und groß genug, wenn eine STA in Frage käme. Das ist natürlich im Einzelfall zu prüfen.
Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 18.02.2017 15:21:51
0
2479642
Zitat von jw Beitrag anzeigen
Bei einem gut gedämmten Massivhaus mit einer hohen Wärmekapazität (Kalksandstein+Beton+Estrich) sieht das aber ganz anders aus!

Ich baue gerade ein Haus mit einer Wärmekapazität von etwa 100kWh/K und einer Heizlast von 6kW. Das bedeutet: Ohne Wärmeerzeugung kühlt das Gebäude bei Normaussentemperatur in 16 Stunden um 1 Kelvin ab! Im Normalfall kann man diesem Gebäude in nur wenigen Stunden so viel Energie zuführen, dass die Temperatur locker bis zum nächsten Tag gehalten wird.

Das wären dann ca. 178m³ Beton (410to) als Speichermasse. Bei Wasser wären es ca. 86m³.
Die graue Energie (wenn denn alle Speichermasse aus Beton wäre) entspricht ca. 77.670kWh!

Beton C 25/30 speziell für Fundamente/Bodenplatten
0,682 MJ/kg

http://nachhaltiges-bauen.de/baustoffe/Beton

Ich schreibe das nur, damit klar wird, dass zusätzlicher Beton, der thermisch aktiviert wird, keine umweltfreundliche oder ressourcenschonende Lösung ist. Damit will ich nicht Dein Haus kritisieren (kenne es ja nicht und neige auch nicht dazu, mir ein Urteil darüber zu bilden), sondern lediglich den (nur gefühlten?) "Hype" um Betonkernaktivierung etwas zu relativieren.

Grüße
Stefan
Verfasser:
jw
Zeit: 18.02.2017 16:14:37
0
2479661
Das ist kein zusätzlicher Beton. Das sind Bodenplatte, Rohdecken, Wände und Estrich, die sowieso vorhanden sind. Ohne Decken und ohne Wände wäre es ja auch kein Haus ;-)

Ich wollte hier einfach mal den Unterschied zwischen einem Massivhaus und den so beliebten Fertighäusern aufzeigen.

Ob das nun bei genauer Rechnung 50kWh/K oder 150kWh/K sind, macht IMHO keinen wesentlichen Unterschied. Fakt bleibt, dass es in einem Massivhaus keine Notwendigkeit gibt nachts heizen zu müssen. Von wenigen Tagen im Jahr abgesehen...

Unter diesem Gesichtspunkt harmonieren PV und LWWP wunderbar: Tagsüber hat man die höheren Quell-Temperaturen und auch die PV-Erträge, um diese höheren Quell-Temperaturen nutzen zu können.

Das obige Märchen, dass eine WP Kohle-/Atomstrom nutzen muss halte ich für Lobby-Geblubber.
Verfasser:
maja5
Zeit: 18.02.2017 16:39:17
0
2479665
Zitat von jw Beitrag anzeigen
Das obige Märchen, dass eine WP Kohle-/Atomstrom nutzen muss halte ich für Lobby-Geblubber.

Lobby-Geblupper versus Nachdenken.
Im Winter und in der Übergangszeit hast du im Mittel nicht mal 8 Stunden brauchbare Sonne.
Dann ist es Nachts auch noch kälter als Tags, wenn die Sonne sowieso Fremdwärme einbringt.
Wenn du also in den 8 Stunden die Hütte für 24 Stunden volladen willst musst du mehr als die dreifache Leistung bringen als wenn du gleichmäßig "durchheizst" um die verlorene Wärmeenergie zu ersetzen. Was mehr als die dreifache Heizleistung für eine WP bedeutet ist dir schon klar.
Wenn du natürlich eine PV mit ner fetten Batterie hast, dann speicherst du Tagsüber ein und leerst sie langsam wieder, wenn nicht kaufst du Kohlestrom.
Mir ist bisher im Forum noch keine WP bekannt, die im Inselbetrieb betrieben wird.
Verfasser:
winni 2
Zeit: 18.02.2017 16:59:11
1
2479671
Manfred,

nu gibbet aba nich nur Kohlestrom im Netz sondern z.B.
Windstrom und anderer, dessen Anteil stetig wächst.

Und das Gas- oder Ölheizungen, als Alternative, nun gerade
ökologisch korrekt sind, wäre mir auch neu?
:-)
Blieben noch Pelletheizungen, aber wie ist es da mit dem
Feinstaub?

Grüsse

winni
Verfasser:
maja5
Zeit: 18.02.2017 17:05:56
0
2479676
Du hast recht, dass der Anteil stetig wächst.
Momentan ist zu den Zeiten aber in D immer noch überwiegend Kohlestrom.
Und Kohelstrom bedeutet neben CO2 nunmal Schwefel, Quecksilber, Stickoxide, Feinstaub, methanausgasende Gruben selbst über die Abbauzeiten hinaus, Landschaftsverbrauch, ...
Wenn mal Windenergie überwiegt sieht das besser aus. In 20 Jahren (wenn die nächste Hiezung fällig ist)?
Verfasser:
jw
Zeit: 18.02.2017 18:39:36
1
2479701
Zitat von maja5 Beitrag anzeigen
Lobby-Geblupper versus Nachdenken.

In der Tat hilft Nachdenken.

Und wenn Nachdenken nicht hilft, kann man auch mal rechnen

Und dann seine Schlüsse daraus ziehen:

- Bei Normaussentemperatur (oder kälter) fällt bei uns in der Gegend gerade 0.5% des Jahreswärmebedarfes an. Diesen Betriebspunkt auf den Rest der Heizperiode anzusetzen ist wohl kaum zielführend..

- Der Hauptanteil der Wärmemenge wird bei Temperaturen zwischen -2°C und 10°C benötigt. Bei diesen Temperaturen ist nicht nur der COP höher, sondern auch die Heizlast deutlich geringer als bei Normaussentemperatur. Die WP hat also Reserve!

- Zwischen Tag und Nacht schwanken die Temperaturen gerne mal um 10K. Das (bei einer Luftpumpe) nicht zu nutzen wäre töricht.

Zitat:
Wenn du natürlich eine PV mit ner fetten Batterie hast

Dann hast Du viel bezahlt um nur durch die Speicherung etwa 30% Verlust zu haben. IMHO ist es besser, die Energie gleich dort hin zu schieben, wo sie benötigt wird: in die Gebäudemasse.
Verfasser:
maja5
Zeit: 18.02.2017 19:46:43
0
2479721
Zitat von jw Beitrag anzeigen
In der Tat hilft Nachdenken.

Oben hattest du behauptet, dass eine WP ohne Kohlestrom auskommt. Lobbygequatsche und so weiter.
Das schaffst du nicht.
Wir können auch gerne das Thema Energieverteilung über Tageszeiten und Temperaturen diskutieren.
Wenn du dem Quote folgst und das Umfeld anschaust findest du ein paar gemessene Werte und nicht nur Phantasien.
Zitat von maja5 Beitrag anzeigen
Was wäre wenn ich mich für Pellets oder Wärmepumpe anstelle Gasbrennwert entschieden hätte.
(Mein Energieberater hat mir zu Gas geraten, persönlich hätte ich WP bevorzugt)...

Trotz den Aussagen von dir, die teilweise korrekt sind braucht eine WP den Hauptteil ihrer Energie nachts und im Winter.
Der Unterschied bei der Aussentemperatur ist nur bei LWWP relevant. Und da musst du schon sehr viel tagsüber in der Heizperiode tun um einen COP von 4 zu erreichen, wie bei meiner Rechnung in obigem Quote optimistisch angenommen.
Zeit: 18.02.2017 20:29:42
0
2479740
@maja5
Du mußt den Kohlestrom aber nicht kaufen, der ohnehin nur einen Anteil ausmacht. Der Strommix Deutschland besteht zu etwas mehr als 40 % aus Kohlestrom. Nehme ich mal die Stadtwerke Münster, Auswahl rein zufällig, weil ich da gerade war, so kann ich da komplett grün bleiben oder beim Standardmix mit rund 28,6% Kohlestrom und 13,7% Strom aus Gasturbinen bleiben. Jenes Gas, daß zuhause eingespart wird, steht dort zur Verfügung.

Je mehr Leute auf andere Tarife umsteigen, umso mehr wird in Alternativen investiert. Man kann sich aussuchen wem man sein Geld gibt.

Die Kohlekraftwerke werden so oder so solange laufen wie sie können und die Besitzer damit Geld verdienen können. Sie werden dann und nur dann heruntergefahren, wenn es verboten wird, die Kohle zu teuer wird (Verknappung) oder wenn sie durch große Nachfrage und nachfolgender Erhöhung anderer Stromerzeugung verdrängt und überflüssig werden (keiner kauft es mehr).

Das einzige was denkbar wäre, und ich betone "wäre", wäre der Zustand, daß die anderen "Kraftwerke" ohne Wärmepumpen ein paarJahre früher in der Lage wären die Kohlekraftwerke zu verdrängen. Vorher werden sie nicht heruntergefahren!

Allerdings sollte man sich das wäre genau anschauen. Es ist nämlich äußerst unwahrscheinlich, daß der Ausbau der Alternativen zur Kohle ungeachtet der Nachfrage erfolgt. Wer also behauptet eine allgemein erhöhte Nachfrage führe nur dazu das mehr Kohlestrom auf dem Markt wäre, vergißt dabei daß eine gezielte Nachfrage den Zubau der Alternativen beeinflußt.

In Deutschland werden jährlich im Mittel ca 60.000 Wärmepumpen Verkauft. Wie alle Wärmeerzeuger ist ihr üblicher Betriebszustand Teillast. Die Trinkwassererwärmung kann größtenteils in Zeiten mit Sonnenschein verlegt werden. Es bleibt der Heizwärmebedarf.. Da ein hoher Anteil in den Neubausektor wandert, liegt damit die Last pro Gerät im Mittel überwiegend in der Größenordnung von 500 bis 1000 Watt für den Heizbedarf..

Selbst wenn nun jeder dieser Kunden reinen Ökostrom kaufen würde und damit den Markt leerfegt *hust*, so reden wir hier von einem Bedarf der grob in der Größenordnung von 50 Megawatt zusätzlicher Kraftwerkskapazität liegt, selbst bei pessimistischer Schätzung. Dem kann der Markt folgen, so denn es gewünscht ist.

Viel wesentlicher ist also die Entscheidung der Kunden welchen Tarif er abschlließt. Jene Entscheidung ist erheblich direkter und zeitnäher. Nicht die Wärmepumpe ist das Problem, sondern die Entscheidung welchen Strom man kauft.
Verfasser:
jw
Zeit: 19.02.2017 00:20:56
0
2479804
Zitat von maja5 Beitrag anzeigen

Wenn du dem Quote folgst und das Umfeld anschaust findest du ein paar gemessene Werte und nicht nur Phantasien.

Du redest jetzt von dem 1972er-Bau dem Du einige Teil-Renovierungen vorgenommen hast und anhand der Verbräuche der Gas-Büchse wilde Vermutungen anstellst?

Ernsthaft?
Verfasser:
maja5
Zeit: 19.02.2017 07:44:14
0
2479822
Zitat von jw Beitrag anzeigen
Zitat von maja5 Beitrag anzeigen
[...]

Du redest jetzt von dem 1972er-Bau dem Du einige Teil-Renovierungen vorgenommen hast und anhand der Verbräuche der Gas-Büchse wilde Vermutungen anstellst?

Ich rede von einem Bau, bei dem eine WP mit COP4 werkeln kann.
Egal was du versuchst zu konstruieren.
Das Geld um eine WP im Inselbetrieb zu betreiben will von euch niemand in die Hand nehmen, also erhöht ihr die aktuelle Kohlestromerzeugung, speziell nachts und im Winter. (Und das ist kein Lobbygeblubber)
Wenn du natürlich ne vernünftige SWWP Installation mit COP 5 hast oder ne fette Batterie zuhause stehen hast, dann "Hut ab" ansonsten etwas "ruhiger auftreten".
Verfasser:
jw
Zeit: 19.02.2017 14:01:30
0
2479929
Zitat von maja5 Beitrag anzeigen

Ich rede von einem Bau, bei dem eine WP mit COP4 werkeln kann.
[ ... ]
Wenn du natürlich ne vernünftige SWWP Installation mit COP 5 hast [ ... ] dann "Hut ab"

Aha!

Eine Luftpumpe mit COP4 arbeitet also nur mit Kohlestrom, während eine SWWP mit COP5 keinerlei Kohlestrom benötigt...

DAS macht also den Unterschied...

Gut, dass wir darüber gesprochen haben...
Verfasser:
maja5
Zeit: 19.02.2017 16:53:29
0
2479968
Zitat von jw Beitrag anzeigen
Zitat von maja5 Beitrag anzeigen
[...]

Aha!

Eine Luftpumpe mit COP4 arbeitet also nur mit Kohlestrom, während eine SWWP mit COP5 keinerlei Kohlestrom benötigt...
DAS macht also den Unterschied...
Gut, dass wir darüber gesprochen haben...

Beide arbeiten mit Kohlestrom, das ist dir ja wohl inzwischen klar, wie man an deiner Reaktion erkennt.
Nur die eine ein Viertel weniger.
Kommt da noch was Vernünftiges mit echtem Inhalt oder geht mehr nicht?
Zeit: 20.02.2017 12:02:21
0
2480212
100% Kohlestrom ist aber Unsinn, zumal man es selbst entscheidet welchen Strom man kauft. Selbst wenn die Kohlekraftwerke die Bedarfsschwankung von Sommer zu Winter vollständig ausgleichen würden, damit nur sie den Strom für die Wärmepumpen liefern, so müßte man in dem Falle den PV-Strom im Sommer auch mit dem Kohlestrom verrechnen. Anteilig ist dies sicherlich richtig, aber nicht mit der Zahl 100%.

Kohlekraftwerke sind Grundlastkraftwerke. Technisch sind sie nur eingeschränkt regelfähig, vor allem die älteren Kraftwerke. Und wirtschaftliche Interessen sorgen dafür daß von der Regelung so wenig Gebrauch wie möglich gemacht wird. Sie werden nicht abhängig von Wärmepumpen rauf- oder runtergefahren. Schau dir mal die Lastprofile der Kraftwerke im Jahresverlauf an.

Was aber passieren würde, wäre eine stärkere Jahreszeitenabhängige Bedarfsschwankung beim Strom, wenn wir in erheblichen Maße PV und Wärmepumpen zum Einsatz bringen, nicht notwendigerweise PV+WP zugleich im selben Objekt. Von der Größenordnung sind wir mit dem Wärmepumpenanteil aber noch weit entfernt.

Da wäre Interessant wie und wo das mit welchen Mittel gelöst würde. Das würde sicherlich anteilig auch von den Grundlastkraftwerken getragen werden, aber weit weg von 100% auf den Schultern der Kohlekraftwerke. Dafür sind die weder geplant (Versorgung und wirtschaftlich Rendite), noch konstruiert und gebaut.
Verfasser:
jw
Zeit: 20.02.2017 13:05:02
1
2480248
Zitat von maja5 Beitrag anzeigen

Beide arbeiten mit Kohlestrom, das ist dir ja wohl inzwischen klar, wie man an deiner Reaktion erkennt.

Nein, das ist mir überhaupt nicht klar. Schon gar nicht, wenn ich mir real existierende Anlagen anschaue. Als Beispiel kannst Du mal einen Blick auf den Altbau von @PVmitWP werfen.

Zitat:
Kommt da noch was Vernünftiges mit echtem Inhalt oder geht mehr nicht?

Nö. Da kommt nix mehr. Solange Du über "Nachdenken" nur redest, es aber nicht praktizierst, wäre das Perlen vor ...
Zeit: 20.02.2017 14:27:20
1
2480288
Am Beispiel der Kraftwerks Irsching sieht man sehr schön wie es sich tatsächlich verhält. Der Kohlestrom wird bevorzugt und und die anderen Kraftwerke werden heruntergefahren oder ganz abgeschaltet. Folglich betrifft der Mehr- oder Minderverbrauch, je nachdem ob man für oder gegen Wärmepumpen argumentiert keineswegs zu 100% die Kohlekraftwerke. Die Kohlekraftwerke werden so oder so weitgehend ausgelastet werden, weil man damit Geld verdienen kann.

Man müßte noch nicht einmal Kraftwerke bauen. Sie sind da. Man bräuchte sie nur wieder aktivieren bzw. es zu unterlassen sie abzuschalten. Irsching alleine hat die Kapazität um bei gleichbleibendem Zubau an Wärmepumpen die zusätzlichen Wärmepumpen der gesammten Bundesrepublik der nächsten Jahrzehnte alleine zu versorgen. Alles was dazu nötig wäre: Das Kraftwerk nicht einmotten. Das Kraftwerk würde weniger Brennstoff mit weniger Emissionen verbrennen als in den Haushalten eingespart wird.

Ausschlaggebend für die Entscheidung sind finanzielle Gründe. Man kann mit Kohle mehr "Kohle" machen. Wenn man sich das Preisgefüge anschaut, dann sieht man daß man dort noch nicht einmal viel Ändern müßte. Man könnte es über die Politik laufen lassen oder man wählt selbst den "richtigen" Stromtarif oder auch beides.

Die Wärmepumpen haben keinen großen Einfluß auf die Auslastung der Kohlekraftwerke. Das haben sie nie gehabt. Aktuell werden sogar mehr und mehr Möglichkeiten in die Steuerungen der Wärmepumpen eingebaut, die es sogar erleichtern Alternativen zu Grundlastkraftwerken (überwiegend Kohle/Kernkraft) einzubinden
Zeit: 20.02.2017 14:54:15
0
2480295
Ein wichtiger Grund war auch die Versorgung mit Brennstoff. Jenes Problem würde sich dann aber von selbst lösen, wenn die ach so schädlichen Wärmepumpen eine großen Marktanteil haben. Entweder sie haben einen kleinen Anteil und sind daher kaum relevant für den Strommarkt, oder sie haben einen großen Marktanteil und sind damit auch relevant für den Gas und Heizölmarkt und geben dort die Kapazitäten frei, die für Kraftwerke wie Irsching benötigt werden.

Wenn es dann knapp wird, dann haben wir ein ganz anderes Problem. Dann sieht es auch mit einer Brennwerttherme schlecht aus.
Verfasser:
jw
Zeit: 20.02.2017 15:13:13
0
2480300
Ja genau.

Oh, und zu den Zielen von 2050:

Da hat man in Paris hochtrabende Ziele gesteckt. Dann kommt man nach Hause, und hat nichts eiligeres zu tun, als ein neues EEG zu basteln um den EE-Zubau NOCH stärker abzuwürgen!

Wäre ja fatal, wenn man dem EE-Ausbau so viel Luft geben würde, dass eine ernsthafte Konkurrenz für Kohle/Atom entstehen könnte...

Ziele für 2050 halte ich für eine Lachnummer!
Zeit: 20.02.2017 16:21:29
1
2480330
Die erreichen schon nicht ihre Ziele für 2020.

Da hilft nur: Schau was du selber erreichen kannst.

Eigenen Bedarf minimieren und dann einen Teil selber decken. Bei dem was man dann noch braucht, sollte man dann noch danach schauen aus welcher Quelle es stammt. Etwas mehr wird es wohl kosten, aber man kann oft schon mit einem kleinen Kompromiss relativ viel bewegen. Die letzten Prozente sind die teuersten, die ersten Prozente die billigsten. Und da setzt die Wirtschaftlichkeit ein.

Die STA ist an sich nicht schlecht, aber wenn sich das Preisgefüge ändert und die Mittel begrenzt sind, kann man mit anderen Mitteln bei gleichem Einsatz teilweise mehr erreichen, sowohl finanziell als auch für die Umwelt.

Hier mal ein Beispiel einer Anlage eines Diskussionsteilnehmers. Als Fazit bleiben ca 3400 bzw. 3900 kWh als Einsparung einer 18m² Anlage, wenn ich die fehlenden Daten für die Trinkwassererwärmung von einer anderen Anlage die "6 Erwachsene" versorgt übernehme. Dabei habe ich die Einsparungen bei den reinen Abgasverluste im Winterhalbjahr vernachlässigt. Sorry, aber das macht den Kohl auch nicht mehr fett. Am restlichen System ändert sich nicht viel.

Die die andere Anlage mit den 6 Nutzern liegt auf ähnlichem Niveau, aber mit ca. 10,5 m² Vakuumröhrenkollektoren. Das bringt eine PV-Anlage mit 3,5 bis 4 kWp auch, aber in Form von Strom (höherwertig in Euro und Brennstoffeinsparung/CO2-Einsparung)

Es ist irgendwie etwas seltsam bei der Wärme zu sagen: Die Gasheizung ist sauber und darum nehme ich Gas.
Und gleichzeitig sagt man bei Strom dann: Ein Kohlekraftwerk ist schmutzig und wenn du eine WP nimmst, dann geht das nur mit "Kohlestrom".

Mit der logik könnte ich auch sagen: Wärmepumpen verbessern den Strommix für den Haushaltsstrom, da sie den Kohlestrom aus dem Markt herauskaufen. Ein wenig absurd.

Es ist igendwie seltsam bei einer STA eine geringe bis mittelmäßige Teildeckung beim Heizwärmebedarf zu akzeptieren und dann bei der Variante über PV zu meckern, daß die solare Deckung nicht groß ist.
Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 20.02.2017 16:59:06
0
2480347
Zitat von jw Beitrag anzeigen
Ja genau.

Oh, und zu den Zielen von 2050:

Da hat man in Paris hochtrabende Ziele gesteckt. Dann kommt man nach Hause, und hat nichts eiligeres zu tun, als ein neues EEG zu basteln um den EE-Zubau NOCH stärker abzuwürgen!

Wäre ja fatal, wenn man dem[...]



Insider der deutschen PV Branche sehen die Auswirkungen des EEG 2017 zum PV Markt zum Jahresbeginn etwas anders


Zurück zu alter Größe - wird 2017 ein Super-Solarjahr?

Man liest da z.B.`

Durch den Nachfragesprung der letzten Wochen melden einzelne Hersteller schon die ersten Engpässe und Lieferschwierigkeiten


Dietmar Lange



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