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Ist die Energiewende bereits gescheitert?
Verfasser:
delta97
Zeit: 29.01.2017 18:26:48
0
2470741
@-lfx- : Sorry - du kann natürlich posten was du willst.
Am besten beobachtest du mal die Realität hier:
https://www.agora-energiewende.de/de/themen/-agothem-/Produkt/produkt/76/Agorameter/

Dann wirst du bald auf diese Frage stossen: Wieso die sinnlose Menge an Kohlestrom - für den Export ? Nach-Denk-Kommentare sind häufig politisch gefärbt - und wesentliche Aspekte werde ignoriert. Gruss delta97
Verfasser:
jogi54
Zeit: 29.01.2017 20:36:02
0
2470817
Zitat von delta97 Beitrag anzeigen

Wieso die sinnlose Menge an Kohlestrom - für den Export ?
[...]


Könnte es vielleicht sein, dass es da langfristige Lieferverträge gibt ???

Österreich erscheint mir als einer der Kandidaten, die ihre Grundlast durch deutschen Billigstrom über langfristige Verträge eingekauft haben.

Oder auch Verträge über Optionen, die z.B. Frankreich mit ihren derzeitigen Problemen mit ihren AKW gerade zieht/nutzt.

Wenn du genügend genau suchst, dürftest du bei der Bundesnetzagentur fündig werden.

Hab ich mal vor 2 Jahren gemacht - ist etwas nervig und man muss manchmal um die Ecke denken, aber man kann da sehr vieles herausfinden.

Da ich weiß, dass da meistens längerfristige Verträge aller Art dahinterstecken - interessieren mich die tagesaktuellen Details eigentlich nicht mehr.

LG jogi
Verfasser:
delta97
Zeit: 29.01.2017 22:11:15
0
2470856
2 Eckpfeiler der Lösung für die EE Energiewende:
a) EU CO2 Abbaukorridor der Kohle Verstromung
b) EU Abbaukorridor von Strom-und WW-Heizungen.

Die Leitplanken werden durch die Politik gesetzt, Bsp EEG.
Wie stark wird CO2 steuerlich belastet etc.

Die Lieferverträge entstehen innerhalb der gesetzlichen Leitplanken. Und wenn die Politik billigen Kohlestrom will, dann gibt es diesen in den Lieferverträgen auch.

Um aus dem fossilen Schlamassel raus zu kommen, muss CO2 belastet werden. Österreich kann PV und Wasserstromproduktion steigern, die kWh zu 6 €ct.
Die Schweiz dito. Technisch kein Problem - nur die Politik verhindert dies.

Unten ein weiteres Bsp für den Wahnsinn heute & Gruss delta97
http://www.migrol.ch/de/heizoel/informieren/preisindex.aspx
Verfasser:
delta97
Zeit: 30.01.2017 20:40:53
1
2471243
Eigentlich klar: "Energiepreise sind die wichtigste Stellschraube"
"Ölpreisverfall verhindert breite Marktdurchdringung"

Jeder der heute eine Ölheizung ersetzt ist ein Depp - aus Sicht $$$. Aber die wirklichen Deppen sind diejenigen, die für das Energiepreisgefüge verantwortlich sind & Gruss delta97

HTD..Heizenergiepreise-blockieren-Energiewende-im-Waermemarkt
HTD..17-Prozent-Marktwachstum-machen-2016-zum-Waermepumpen-Rekordjahr
Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 31.01.2017 00:04:24
0
2471327
Zitat von delta97 Beitrag anzeigen
Eigentlich klar: "Energiepreise sind die wichtigste Stellschraube"
"Ölpreisverfall verhindert breite Marktdurchdringung"

Jeder der heute eine Ölheizung ersetzt ist ein Depp - aus Sicht $$$. Aber die wirklichen Deppen sind diejenigen, die für das Energiepreisgefüge verantwortlich[...]


Das ist die Sicht des Bundesverbandes Wärmepumpe.
Die veröffentlichten Marktdaten für Wärmepumpen sind bekannt und auch eine Folge der Neubewertung des Primärenergiefaktors Strom in der Energieeinsparverordnung 2014 und 2016.

Ob der Primärenergiefaktor künftig noch eine vergleichbare Lenkungswirkung haben wird, ist aus heutiger Sicht nicht so sicher.

Im zukünftigen Gebäudeenergiegesetz (Referentenentwurf) sind Änderungsabsichten zu erkennen.

Hier der Link

GEG

Dietmar Lange
Verfasser:
jogi54
Zeit: 31.01.2017 01:07:55
0
2471332
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Zitat von delta97 Beitrag anzeigen
[...]


Das ist die Sicht des Bundesverbandes Wärmepumpe.
Die veröffentlichten Marktdaten für Wärmepumpen sind bekannt und auch eine Folge der Neubewertung des Primärenergiefaktors Strom in der Energieeinsparverordnung 2014 und 2016.

Ob der Primärenergiefaktor künftig noch[...]


Wenn ich sowas lese:

(2) Bei der Ermittlung des Jahres-Primärenergiebedarfs von zu errichtenden Gebäuden dürfen in Abzug gebracht werden
1. für eine Anlage zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien ohne Nutzung eines elektrochemischen Speichers 150 Kilowattstunden je Kilowatt installierter Nennleistung und ab einer Anlagengröße von 0,01 Kilowatt Nennleistung je Quadratmeter Gebäudenutzfläche oder Nettogrundfläche zuzüglich das 0,7-Fache des jährlichen absoluten Endenergiebedarfs (Strom) der Anlagentechnik, jedoch insgesamt höchstens 20 Prozent des Jahres-Primärenergiebedarfs, und
2. für eine Anlage zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien mit Nutzung eines elektrochemischen Speichers von mindestens 1 Kilowattstunde Nennkapazität je Kilowatt installierter Nennleistung der Erzeugungsanlage 200 Kilowattstunden je Kilowatt installierter Nennleistung und ab einer Anlagengröße von 0,01 Kilowatt Nennleistung je Quadratmeter Gebäudenutzfläche oder Nettogrundfläche zuzüglich das 1,0-Fache des jährlichen absoluten Endenergiebedarfs (Strom) der Anlagentechnik, jedoch insgesamt höchstens 25 Prozent des Jahres-Primärenergiebedarfs.


Muss ich schon sagen, haben die alle ein Rad ab ???

Wenn ich am Ende meines Projekts 0kWh/a Energiebezug habe, mein Haus damit warm habe und Duschen kann und noch 2000kWh/a einspeise und das bei 180m² beheizter Wohnfläche.

Ganz ehrlich, muss ich mich dann noch mit so ner Sch... rumquälen ???

Das ist mal wieder typisch deutsche Beamten-Onanie - dazu brauchen wir noch nichtmals Brüssel LOL, das können wir perfekt durchaus selber.

Worum geht es denn letztendlich ???

Dass Häuser so gebaut werden, dass sie sich bestenfalls komplett selbst mit Energie versorgen.

Da kann man dann noch, wie bisher, die bezogenen Energien auf Primärenergie umrechnen, und gut ist.

Solch komplizierte Gesetze erscheinen mir eher von der Idee der Mittelstandsförderung der Energieberater getragen, denn dem eigentlichen Ziel zu dienen.

Ich glaub ich schul noch um auf Energieberater ....

LG jogi
Verfasser:
jogi54
Zeit: 31.01.2017 01:30:14
1
2471333
Abgesehen davon ist die Anhörungsfrist von gerade mal 3 Tagen der absolute Hohn - 145 Seiten absolut verkomplizierte Regelungen auch nur im Ansatz auf ihre Wirkung zu verstehen braucht wahrscheinlich mindestens 1 Woche intensivem Studiums.

Glaub, da will dieser Staat uns mal wieder übern Tisch ziehen....

LG jogi
Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 31.01.2017 01:48:59
0
2471334
Zitat von jogi54 Beitrag anzeigen
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
[...]


Ganz ehrlich, muss ich mich dann noch mit so ner Sch... rumquälen ???


[...]


Das muss man nicht.

Wenn man aber darüber diskutieren will, in welche Richtungen Marktentwicklungen laufen können, sind die Rahmenbedingungen der geplanten Gesetzgebung zu beachten.

Der Entwurf des GEG enthält noch weitere Punkte, die den zukünftigen Wärmemarkt Deutschland stark beeinflussen können.

Lesen lohnt sich !

Das ist kein Werturteil, sondern eine sachliche Feststellung nach der Lektüre.

Dietmar Lange
Verfasser:
delta97
Zeit: 07.02.2017 21:35:20
0
2474521
Ursache & Wirkung & Gruss delta97

https://www.agora-energiewende.de/..Agorameter/
Es sind nur noch 30 GW - nicht mehr 40 GW...
http://www.tagesanzeiger.ch/..Neuer-Rekordwert-beunruhigt-Klimaforscher..
... und fossile Preise sinken weiter.
Verfasser:
sukram
Zeit: 15.02.2017 11:32:00
0
2478482
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Zitat von jogi54 Beitrag anzeigen
[...]


Das muss man nicht.

Wenn man aber darüber diskutieren will, in welche Richtungen Marktentwicklungen laufen können, sind die Rahmenbedingungen der geplanten Gesetzgebung zu beachten.

Der Entwurf des GEG enthält noch weitere Punkte, die den zukünftigen[...]



Überraschung: Das muss noch reifen...

Zitat von GEB-Info
GEG geht doch noch nicht ins Kabinett

15.02.2017 - Es hatte sich aufgrund der zahlreichen Einsprüche in der Anhörung fast angedeutet: Die Bundesregierung wird in der Kabinettssitzung am 15.02.2017 doch noch keinen Beschluss zum Entwurf für das neue Gebäudeenergiegesetz(GEG) fassen. Obwohl der Termin bisher von den zuständigen Ministerien als letzte Chance für einen Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens in dieser Legislaturperiode genannt wurde.
...
Maßgeblich für die Terminverschiebung dürfte aber ein Schreiben der CDU/CSU-Bundestagsfraktion an das Bundeskanzleramt sein. Es fordert, das Gesetzesvorhaben zunächst zum Gegenstand von Gesprächen zwischen Bundesregierung und Fraktion zu machen. Willkommen im Wahlkampf. Allerdings haben die SPD-geführten und für das Gebäudeenergiegesetz verantwortlichen Ministerien BMWi und BMUB auch viele Ansatzpunkte geboten, insbesondere ein armseliges Timing.

Auch die weiteren Forderungen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion eignen sich insgesamt dazu, dem gesamten Vorhaben zu blockieren oder ihm die Zähne zu ziehen: „Folglich muss bereits jetzt zwingend sichergestellt werden, dass eine ausnahmslose und verlässliche Einhaltung des Wirtschaftlichkeitsgebots im Entwurf verankert wird und dass der jetzt für öffentliche Gebäude vorgesehene Mindeststandard nicht automatisch auf private Gebäude übertragen wird.“
...


hat nicht geklappt mit 145 Seiten Schnellschuss.

>>>2018.

Insb. §72 hätte ich gerne durch Berücksichtigung von EnEV § 13 Absatz 3 Nummer 2 bis 4 EU-konform (RiLi 813/2013) korrigiert ;-)
Verfasser:
jogi54
Zeit: 15.02.2017 12:16:25
0
2478503
Zitat von sukram Beitrag anzeigen
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
[...]


Insb. §72 hätte ich gerne durch Berücksichtigung von EnEV § 13 Absatz 3 Nummer 2 bis 4 EU-konform (RiLi 813/2013) korrigiert ;-)
[...]


Wenn du dann noch dazuschreiben würdest, worum es da geht...

Die meisten werden das lesen und mit dem Kopf schütteln, kaum jedoch versuchen das zu ergooglen

lg jogi
Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 15.02.2017 12:31:57
0
2478509
Zitat von sukram Beitrag anzeigen
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
[...]



Überraschung: Das muss noch reifen...

Zitat von GEB-Info
GEG geht doch noch[...]


Siehe meine Bemerkung oben:

Der Entwurf des GEG enthält noch weitere Punkte, die den zukünftigen Wärmemarkt Deutschland stark beeinflussen können.
Lesen lohnt sich !
Das ist kein Werturteil, sondern eine sachliche Feststellung nach der Lektüre.


Die Anhörung der Länder und Verbände hat nach bekannt gewordenen Zusammenfassungen gezeigt, dass über einige erkennbare Richtungsentscheidungen noch kontrovers diskutiert wird.

Das Thema GEG bleibt aber aus europarechtlichen Terminzwängen auf der energiepolitischen Tagesordnung-

Allerdings hat der Bundestagswahlkampf schon begonnen.

Dietmar Lange
Verfasser:
sukram
Zeit: 15.02.2017 12:50:54
0
2478515
Zitat von jogi54 Beitrag anzeigen
Zitat von sukram Beitrag anzeigen
[...]


Wenn du dann noch dazuschreiben würdest, worum es da geht...

Die meisten werden das lesen und mit dem Kopf schütteln, kaum jedoch versuchen das zu ergooglen

lg jogi



Sry:

RiLi 813/2013 (EU)

(2) Diese Verordnung gilt nicht für

a) Heizgeräte, die eigens für den Einsatz von gasförmigen oder flüssigen Brennstoffen ausgelegt sind, die überwiegend aus Biomasse hergestellt sind;
b) Heizgeräte für feste Brennstoffe;
c) Heizgeräte, die in den Anwendungsbereich der Richtlinie 2010/75/EG des Parlaments und des Rates ( 1 ) fallen;
d) Heizgeräte, die Wärme ausschließlich für die Bereitung von heißem Trink- oder Sanitärwasser erzeugen;
e) Heizgeräte zur Erwärmung und Verteilung gasförmiger Wärmeträger wie Dampf oder Luft;
f) Heizgeräte mit Kraft-Wärme-Kopplung und einer elektrischen Höchstleistung von mindestens 50 kW;



= EnEV § 10 Abs. 1 [Betriebsverbot >30 Jahre]

...nicht anzuwenden auf...
...auf Heizkessel nach § 13 Absatz 3 Nummer 2 bis 4.


i.V.m.§ 13

(3) Absatz 1 ist nicht anzuwenden auf
...
2.Heizkessel, die für den Betrieb mit Brennstoffen ausgelegt sind, deren Eigenschaften von den marktüblichen flüssigen und gasförmigen Brennstoffen erheblich abweichen,

3.Anlagen zur ausschließlichen Warmwasserbereitung,

4.
Küchenherde und Geräte, die hauptsächlich zur Beheizung des Raumes, in dem sie eingebaut oder aufgestellt sind, ausgelegt sind, daneben aber auch Warmwasser für die Zentralheizung und für sonstige Gebrauchszwecke liefern,



Daraus wurde

Zitat von GEG
§ 72
Betriebsverbot für Heizkessel
(1) Eigentümer dürfen ihren Heizkessel, der mit einem flüssigen oder gasförmigen Brennstoff beschickt wird und vor dem 1. Januar 1986 eingebaut oder aufgestellt worden ist, nicht mehr betreiben.
(2) Eigentümer dürfen ihren Heizkessel, der mit einem flüssigen oder gasförmigen Brennstoff beschickt wird und ab dem 1. Januar 1986 eingebaut oder aufgestellt worden ist, nach Ablauf von 30 Jahren nicht mehr betreiben.
(3) Die Absätze 1 und 2 sind nicht anzuwenden auf
1. Niedertemperatur-Heizkessel und Brennwertkessel sowie
2. heizungstechnische Anlagen, deren Nennleistung weniger als 4 Kilowatt oder mehr als 400 Kilowatt beträgt.


Zitat von Aus der Begründung GEG

Zu § 72
"Die Vorschrift entspricht der bisherigen Regelungen in § 10 Absatz 1 der mit diesem Gesetz abgelösten Energieeinsparverordnung (EnEV)."

Begründung GEG zu Wegfall EnEV §13:

Der bisherige § 13 der Energieeinsparverordnung (Inbetriebnahme von Heizkesseln) wird nicht in das neue Gesetz übernommen. Die Absätze 1 und 3 der Vorschrift sind zu streichen. Sie stehen im Widerspruch zur EU-Durchführungsverordnung Nr. 813/2013 über die umweltgerechte Gestaltung von Raumheizgeräten, die seit dem 27. September 2015 abschließend die Inbetriebnahme von Heizkesseln regelt, sowie zu § 4 Absatz 1 des Gesetzes über die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte (EVPG), der als nationale Umsetzung dieser Ökodesign-Verordnung die Voraussetzungen des Inverkehrbringens energieverbrauchsrelevanter Produkte festlegt, die von einer Durchführungsvorschrift erfasst werden.
Im Hinblick auf die strengen Anforderungen der o.g. EU-Durchführungsverordnung an die Inbetriebnahme von Heizkesseln ist auch das Regelungsbedürfnis für die bisherige Vorschrift in § 13 Absatz 2 und den Inhalt der zugehörigen Anlage 4a der Energieeinsparverordnung entfallen. Der verbleibende Anwendungsbereich wäre äußerst gering. Letztlich würde nur die Inbetriebnahme von solchen Kesseln erfasst, die ausschließlich der Warmwasserbereitung dienen. Diese Art der Warmwasserbereitung ist jedoch praktisch kaum relevant, so dass keine Notwendigkeit für eine gesetzliche Vorgabe mehr besteht.


Dh jetzt müssten zB Umstellbrander entgegen eU-RiLi 'raus. Pfusch.


Um den Rest der 145 Seiten hab' ich mich noch nicht groß gekümmert- man muss ja auch noch essen und schlafen und Geld verdienen und im htd stöbern ;-)
Verfasser:
sukram
Zeit: 15.02.2017 22:08:31
0
2478759
GEG- die Geier wittern Festmahl :-(

Zitat von DEPV
(Holzpillenbranche)
...
Ausweitung der Austauschpflicht für 30 Jahre alte Öl- und Gasheizungen auf Niedertemperaturkessel

Gestrichen werden sollten in § 72 Abs. 3 Nr. 1 die Worte „Niedertemperatur-Heizkessel und“, mit denen Niedertemperatur-Heizkessel vom Betriebsverbot für mindestens 30 Jahre alte Öl- und Gasheizungen ausgenommen werden.

Begründung: Zwei Drittel der Heizkessel sind nicht auf dem Stand der Technik und müssen dringend modernisiert werden, um die Klimaziele der Bundesregierung erreichen zu können. Diese zwei Drittel umfassen sämtliche Niedertemperatur- und Konstanttemperaturkessel. Von den 19,2 Mio. Öl- und Gaskesseln waren 2015 mind. 11,7 Mio. bzw. 60,7 % Niedertemperaturkessel (NT-Kessel) und höchs-tens 2,2 Mio. bzw. 11,3 % Konstanttemperaturkessel (KT-Kessel), wobei der Bestand an KT-Kesseln wahrscheinlich noch deutlich kleiner und der Bestand an NT-Kesseln entsprechend höher ist. Die bestehende Austauschpflicht ist so in ihrer Wirksamkeit stark eingeschränkt und würde erst durch die Ausweitung auf die fast 12 Mio. NT-Kessel zu einem wirksamen Instrument des Klimaschutzes werden.

Eine so erweiterte Austauschpflicht für 30 Jahre alte Öl- und Gasheizungen würde über einen länge-ren Zeitraum hinweg die Modernisierung in den Heizungskellern deutlich beschleunigen. 30 Jahre sind als verpflichtendes Austauschalter angemessen gewählt: Es verpflichtet zu einem Sanierungszy-klus, der die Gebäudeeigentümer, denen bereits nach 20 Jahren ein Kesseltausch empfohlen wird, nicht überfordert, aber die Laufzeit vieler Kessel, die durchaus 40 oder gar 50 Jahre erreichen kann, dennoch spürbar verkürzt.
...


Zitat von VfW
(Energiecontracter)...Insbesondere die Regelung zum Betriebsverbot veralteter Heizkessel sollte dringend verschärft werden, da der Sanierungsstau bei deutschen Energieerzeugungsanlagen ein Problem ist, welches bereits lange besteht, aber bisher noch nicht effektiv angegangen wurde. Effizienzdienstleistungen, wie das Contracting, können eine dauerhafte Effizienzsteigerung in Gebäuden erzielen, daher sollte bei allen Gesetzesänderungen beachtet werden, dass Effizienzdienstleistungen gegenüber anderen Versorgungsmodellen (insbesondere der Eigenversorgung) gesetzlich mindestens gleichgestellt werden. ...


Zitat von BUND
(selbsternannte Umweltschützer)
...
Außerdem sollte jetzt mit einfachen konkreten Schritten wie mit der Streichung von Ausnahmeregelegungen für die Pflicht zum Austausch 30 Jahre alter Heizkessel die Chance genutzt werden, dem Sanierungsstau im Heizungsbestand entgegenzuwirken.
...
Es zeigt sich daran auch, dass zum einen die Logik, nur Anforderungen im Sinne einer beschränkt verstandenen Wirtschaftlichkeit vorzugeben, keine wirkungsvollen Änderungen bedingt und es z.B. als Gegenstück zum Betriebsverbot für bestimmte Heizkessel keine zielführende Strategie gibt, wie der Heizwärmebedarf dann nach Stilllegung der alten Anlage zu ersetzen ist – bzw. wie dies mit Wärmedämmung, Solarenergie usw. verbunden werden könnte.
...
selbst moderne und verbrauchsarme Heizkessel schöpfen ihre Einsparpotenziale häufig nicht aus. Vielfach mangelt es an der richtigen Dimensionierung, Inbetriebnahme oder Wartung. Es herrscht somit dringender Handlungsbedarf, die effiziente Umrüstung von Heizungskesseln und -anlagen im Gebäude-bestand anzukurbeln.
Der vorliegende Gesetzesentwurf ist dazu nicht geeignet. So wurden etwa die Ausnahmen für das Betriebsverbot von Heizungsanlagen, die über 30 Jahre alt sind (§ 72) beibehalten.
Das ifeu-Institut hat im Auftrag des BUND im Rahmen eines Kurzgutachtens Vorschläge erarbeitet, um gegen den Sanierungsstau im Heizungsbestand vorzugehen21. Kurz zusammengefasst schlagen wir für den aktuellen Gesetzesentwurf folgende Änderungen vor:
- § 72 ist dahingehend zu ändern, dass alle 30 Jahre alten Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden, außer Betrieb genommen werden müssen.
Vor allem durch die Ausnahmevorschrift für Ein- und Zweifamilienhäuser werden viele 30 Jahre alte Heizkessel nicht erfasst. Der Kesseltausch ist aber insbesondere auch bei Ein- und Zweifamilienhäusern grundsätzlich wirtschaftlich. Längerfristig sollte der Austausch aller ineffizienten Heizkessel eingeleitet werden (stufenweises Verbot von Kesseln der Effizienzklassen D, dann C). Spätestens bis zum Jahr 2030 sollten damit alle Kessel mit schlechter Effizienzklasse ausgetauscht sein.
...


"Wirtschaftlichkeit beschränkt verstanden"- kennen wir ja aus der Richtung der Gesinnungsfaschisten.

Allerdings hat der BUND auch die eine oder andere gute Idee-

Zitat:
Optimierung des Gesamtheizungssystems
– Ausweitung der Nachrüstpflichten um wirtschaftlich geringinvestive Maßnahmen (z.B. Austausch von Pumpen, Verschluss von Be- und Entlüftungsöffnungen).

Das Betriebsverbot für alte Heizkessel, als primäre Nachrüstpflicht, sollte zum Anlass genommen werden, das Heizungssystem insgesamt zu optimieren. An diesen Anlass anknüpfend sollten geringinvestive Maßnahmen als weitere Nachrüstpflichten in das GEG aufgenommen werden. Pumpen für flüssige Medien in Heizungs- und Warmwassersystemen sind auszutauschen, sofern sie über eine oder mehrere feste Leistungsstufen verfügen. Be- und Entlüftungsöffnungen in Aufstellräumen von Wärmeerzeugern sind zu verschließen, soweit nicht Anforderungen an die Verbrennungsluftversorgung dem entgegenstehen.

- Dimensionierung als Anforderung im GEG und Stärkung des Vollzugs des GEG durch Einführung eines verpflichtenden Nachweises über die funktionsgerechte Dimensionierung von Wärmeerzeugern und Heizkörpern

Die vertragsrechtliche Regelung in der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauteile, Teil C (VOB/C) DIN 18 380 formuliert: „Der Auftragnehmer hat die Anlagenteile so einzustellen, dass die geplanten Funktionen und Leistungen erbracht und die gesetzlichen Bestimmungen erfüllt werden.“ Beides ist in falsch dimensionierten Anlagen nicht gegeben. Die geplante Funktion besteht nicht nur darin, dass es warm wird, sondern schließt eine effiziente Betriebsweise mit ein. Es wird vorgeschlagen, dies ausdrücklich im GEG festzuschreiben: „Anlagen der Heizungs-, Kühl- und Raumlufttechnik sowie der Warmwasserversorgung sind grundsätzlich so zu dimensionieren, einzustellen und zu betreiben, dass sie ihre Funktion mit einem möglichst geringen Energieeinsatz erbringen können“.


Dafür also mal ein widerwilliges Lob ;-)
Hat aber eh kein Chance- da verdient keiner groß dran.
Verfasser:
sukram
Zeit: 15.02.2017 22:37:09
0
2478769
Grade nochwas im Gesetzespfusch entdeckt- oh ihr Todgeweihten, die ihr in Krakenreichweite eines Wärmenetzes hauset:



Die Gemeinden und Gemeindeverbände können von einer Bestimmung nach Landesrecht, die sie zur Begründung eines Anschluss- und Benutzungszwangs an ein Netz der öffentlichen Fernwärme- oder Fernkälteversorgung ermächtigt, auch zum Zwecke des Klima- und Ressourcenschutzes Gebrauch machen.


das stammt wohl vom § 16 EEWärmeG, das bekanntlich nur für NEU ERRICHTETE Gebäude gilt; diese Einschränkung kann ich ím GEG nicht mehr entdecken :-(


Wollen die uns verarschen? So ein Mist wollten die in ein paar Wochen durchpeitschen?

Gottseidank ist ganz vorne in § 5 der "Grundsatz der Wirtschaftlichkeit" noch drinne.
Verfasser:
HFrik
Zeit: 16.02.2017 09:02:48
1
2478859
Naja vor einer Kesselaustauschpflicht für NT-Kessel die ohne weiter MAssnahmen eine Brennstoffeinsparung im unteren einstelligen Bereich bringt, der von der grauen Energie des neuen Produkts zu einem grossen Teil wieder aufgefressen wird, setzt die vernunft erst mal eine Dämmpflicht für Altbauten. Das brächte wirklich was. Aber da nicht nicht gerne Anordnungen sehe, sondern lieber den MArkt agieren sehe, wäre die Erhebung der EEG-Umlage auch auf Öl und Gas das Mittel der Wahl um etwas voranzubringen. Das ist Aufkommensneutrel und hat die gewünschte Lenkungswirkung. Und es kann jeder selbst entscheiden was er machen will oder auch nicht.
Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 17.02.2017 18:11:36
0
2479367
Zitat von sukram Beitrag anzeigen
GEG- die Geier wittern Festmahl :-(

Zitat von DEPV
(Holzpillenbranche)
...
Ausweitung der Austauschpflicht für 30 Jahre alte Öl- und Gasheizungen auf Niedertemperaturkessel

Gestrichen werden sollten in § 72 Abs. 3 Nr. 1 die Worte „Niedertemperatur-Heizkessel[...]


Eine Reihe von Forderungen und Einwänden gegen den Referentenentwurf GEG sind schon wieder veraltet, siehe

GEG geht doch noch nicht ins Kabinett

Dietmar Lange
Verfasser:
nightdancer
Zeit: 17.02.2017 20:06:33
0
2479401
Gut dass das GEG vorerst gescheitert ist.

Ausserdem freu ich mich auf meinen neuen Öl-Brennwerter von Buderus, der in 6 Wochen eingebaut wird.
Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 17.02.2017 20:17:13
0
2479408
Zitat von nightdancer Beitrag anzeigen
Gut dass das GEG vorerst gescheitert ist.

Ausserdem freu ich mich auf meinen neuen Öl-Brennwerter von Buderus, der in 6 Wochen eingebaut wird.


In dem Gesetzentwurf habe ich nichts entdecken können, was gegen den Einsatz eines Ölbrennwertkessels im Bestand oder bei Neubauten gesprochen hätte.

Dietmar Lange
Verfasser:
sukram
Zeit: 17.02.2017 20:34:14
1
2479415
Verfasser:
delta97
Zeit: 17.02.2017 20:39:23
1
2479417
Die Lösung: Einfach EEG (auch) auf Fossile umlegen - und dann braucht man nicht mehr auf ein Energiewende Wunder zu warten - dann ist das Wunder bereits Realität.

Aus meiner Sicht kann man sich die 146 Seiten sparen.
http://www.tga-fachplaner.de/Gentner.dll/geg-entwurf-stand-23-01-2017_NzQ5MTQ5.PDF

Nun gelesen habe ich diese nicht und bin wohl in guter Gesellschaft. Nur so ein Bsp : Wieso braucht es einen Energieausweis für ein bestehendes Gebäude ?

Hausbesitzer interessieren sich nur dafür, was sie für Sprit, Gas, Holz oder WasAuchImmer zahlen müssen. Also solange Sprit, Gas oder WasAuchImmer immer billiger wird - ja dann wird halt wie bisher Sprit, Gas oder WasAuchImmer verheizt.

So einfach ist das Leben & Gruss delta97
Verfasser:
jogi54
Zeit: 17.02.2017 21:44:36
0
2479441
Zitat von delta97 Beitrag anzeigen

Wieso braucht es einen Energieausweis für ein bestehendes Gebäude ?
[...]


Miet-Wohnraum ist so rar, dass jeder froh ist, eine incl. Nebenkosten bezahlbare Wohnung ergattert.

Hier in Köln wird die Stegerwald Siedlung isoliert und wohl mit LWP ausgestattet. Mieterhöhung von 603€/Monat für ca 86m² 3 1/2 Zi/Kü/Bad auf 860€/Monat, das sind 240€/Monat - bisherige Heizkosten 60€/Monat (entspricht ca 140kWh/m²a).

Stegerwald-Siedlung EU-Programm „Grow Smarter“ fördert Energiespar-Siedlung Kölns

Auch wenn die Heizkosten nur noch 10€/Monat wären, ist das eine Mieterhöhung von >30%. Das werden sich viele dort nicht mehr leisten können...

lg jogi
Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 18.02.2017 21:39:09
0
2479767
Zitat von sukram Beitrag anzeigen
Das lässt sich "heilen", wie die Juristen das ausdrücken würden ;-)

[url=http://www.biomasseverband.at/presse/presseaussendungen/pressematerialien-2016/oelheizungsverbot-yes-we-can/]Ölheizungsverbot: Yes, we can!
Rechtsgutachten im Auftrag des Umweltministeriums gibt grünes Licht[...]



Empfehlung;

Lesen und zur Kenntnis nehmen was da eigentlich verlinkt wurde.

Der erste Link betrifft Deutschland nicht !

Beim zweiten Link ist das Datum zu beachten.

Der Klimaschutzplan 2050 wurde erst Mitte November 2016 verabschiedet. Die ersten Fassungen und das verabschiedete Dokument sind nicht identisch.

Über die Entstehungsgeschichte mit all ihren Irrungen ,Wirrungen und Änderungen sollte man sich informieren, ehe man in Einzellern sachlich nicht korrekte Sprüche zu Links schreibt.

Dietmar Lange
Verfasser:
sukram
Zeit: 18.02.2017 22:21:25
0
2479782
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen


Empfehlung;

Lesen und zur Kenntnis nehmen was da eigentlich verlinkt wurde.

Der erste Link betrifft Deutschland nicht !

Beim zweiten Link ist das Datum zu beachten.

Der Klimaschutzplan 2050 wurde erst Mitte November 2016[...]


Für Dietmar werde ich solches

Zitat:
-.at-


wohl künftig ausschreiben müssen. Und anmerken, dass immer mehr der Erzeugnisse (nicht nur) "unserer" Gesetzgeber Vollzüge Brüsseler Willens oder von mir aus auch logische Ergebnisse gewisser Beschlüsse in Paris sind.
Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 19.02.2017 02:13:12
0
2479811
@sukram

Und anmerken, dass immer mehr der Erzeugnisse (nicht nur) "unserer" Gesetzgeber Vollzüge Brüsseler Willens oder von mir aus auch logische Ergebnisse gewisser Beschlüsse in Paris sind.


Und anzumerken ist, dass mit „Brüsseler Willen“ hier wahrscheinlich nur die EU Gebäuderichtlinie gemeint sein kann.Wer diese zumindest in groben Zügen kennt, sollte aber wissen, dass diese nur einen sehr allgemeinen Rahmen bildet, der bis spätestens 2021 in nationales Recht umgesetzt sein muss
.
Die Dänen gehen hier z.B. einen völlig anderen Weg wie der deutsche Gesetzgeber, der mit dem neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG) eine andere Strategie verfolgt.
Mir erschließt sich beim besten Willen nicht, was in diesem Zusammenhang ein Link zu einer News über ein Rechtsgutachten im Auftrag des Umweltministeriums Wien hier in einem deutschen Haustechnikforum soll.

´???

Die „gewissen Beschlüsse in Paris“ haben ebenfalls nur Grenzwerte für die Klimaerwärmung bis 2050 rechtsverbindlich festgelegt.
Die Umsetzung liegt auch hier jeweils in der nationalen Verantwortung. In Deutschland ist der geplante Weg im Klimaschutzplan 2050 nachlesbar.

Über beide Dokumente wurde und wird weiter kontrovers diskutiert.
Die Entscheidungen über den Entwurf GEG sind vertagt, der Klimaschutzplan ist bis auf das Ziel als nachjustierbares Dokument angelegt.

Was das mit „Brüsseler Willen“ zu tun haben soll, bleibt für mich ebenfalls im Dunklen,
Die „logischen Ergebnisse gewisser Beschlüsse in Paris“ werden sehr wahrscheinlich in jedem Unterzeichnerstaat anders aussehen (müssen).

Saloppe Sprüche mögen ja ganz originell sein, zielführend sind sie bei solchen Komplexen Themen weniger.

Gute N8

Dietmar Lange



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