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Grabenkollektor nach Forumsart
Verfasser:
rogib
Zeit: 03.09.2012 15:21:27
0
1757521
Glückwunsch zur Fertigstellung der WP mit Grabenkollektor. Wann hast du denn Inbetriebnahme?

Verfasser:
Kapstadt
Zeit: 03.09.2012 16:41:02
0
1757537
Hallo,

könntest Du bitte mal ein Foto von der Hauseinführung (innen/außen) und vielleicht auch von der Anbindung des Verteilers an die Verrohrung zur WP hier einstellen, das wäre sehr nett. Wir sind nämlich auch gerade am überlegen wo und wie wir das am geschicktesten mit unseren 2 x 4 PE Rohren machen. Die 4-fach Verteiler haben wir schon. Gruß Wolfgang

Verfasser:
fdl1409
Zeit: 03.09.2012 18:09:51
0
1757572
Hallo Michael,

bei einem halben Meter kann Kupfer sogar billiger sein. Da kosten die Fittinge viel mehr als das Stückchen Rohr.

Grüße
Frank

Verfasser:
mian
Zeit: 22.09.2012 10:22:01
1
1765370
So, gestern war Inbetriebnahme. Estrichprogramm läuft und gestern Abend war die Soletemp. bei 14°C.

@Kapstadt: Die Inbetriebnahme war bei mir kostenlos. Bilder von der Hauseinführung und Verrohrung folgen.

Verfasser:
mian
Zeit: 10.12.2012 21:59:00
1
1812021
Hallo,

nach ca. 2,5 Monaten Sole-WP Erfahrung möchte ich hier in meinem Thread mal ein kleines Zwischenfazit ziehen und mich nochmals bei den Forums-Experten, speziell Bernd und Frank, bedanken.

Der Thread "Grabenkollektor nach Forumsart" sollte natürlich der Erstellung meines Grabenkollis, aber auch als Blaupause für Neulinge und Interessierte dienen. Deshalb möchte ich mich hier auch nochmals melden und auch Erfahrung mit dem Betrieb posten.

Nun zu den Fakten. Ende September war die "offizielle" Inbetriebnahme und sogleich wurde auch das Estrichprogramm gestartet. Wie Ihrhier: nachlesen könnt hatte ich erheblich Probleme mit der WP. Dank der Hilfe hier im Forum konnte ich Vaillant und meinem Heizi gegenüber sicher auftreten und letztendlich wurde die WP nach 2 erfolglosen Reparaturversuchen komplett ausgetauscht.

Das Estrichprogramm wurde mit der neuen WP nochmals komplett neu gestartet und lief einen Monat anstandslos durch. Seit einigen Tagen ist die WP im normalen Heizbetrieb, WW ist noch ausgeschaltet, da der Umzug/Einzug erst für März geplant ist. Der Kollektor macht sich meiner Meinung nach sehr gut. Obwohl er nun schon 1,5 Estrichprogramme hinter sich hat und nun der normale Heizbetrieb läuft, liefert er am Ende des Heiztakts Eingangstemperaturen von 3-4°C.

Unser kernsanierter 50er Jahre 165m2 Altbau wurde sehr gut gedämmt, ich komme bei den derzeitigen Witterung (bis -13°C in der Nacht) mit einer Heizkurve von 0,15 und einer Soll-Raumtemp. von 19°C sehr gut aus. Im EG hat es 19-21°C je nach Sonneneinstrahlung, optimale Baustellentemperatur ;-)

Wenn man bedenkt, dass es noch einige große Wärmelecks gibt (Keller ist noch komplett offen, ohne Tür, wird später vom Wohnraum isoliert und die Kellerdecke noch gedämmt, außerdem fehlen noch zusätzliche 3cm Untersparrendämmung, dann bin ich guter Dinge bzgl. AZ und Grabenkolli. Die aktuelle AZ dürfte >5 sein.

Mein Zwischenfazit also:

- Grabenkolli nach Forumsart: +++
War für mich bisher ideal, bisl baggern und einen Samstag mit nem Kumpel investiert um das Rohr zu verlegen, günstiger kann man keine hocheffiziente Heizungsanlage bekommen.

- überall FBH mit geringem Verlegeabstand (10-15cm): +++
Sehr angenehme Wärmeverteilung und in Verbindung mit sehr guter Wärmedämmung auch extrem niedrige Vorlauftemps möglich.

- HTD-Forum: +++
Ohne das Forum mit Bernd, Frank, Brennerspezialist, MaJen uvm. hätte ich das in der Form niemals so umgesetzt.

- Vaillant VWS 62/3: +
Die WP an Sich ist sicher sehr gut, effizient, kompakt, leise und relativ günstig. Dennoch im Moment nur ein Stern. Da ich mit dem Kundendienst und dem Service im allgemeinen absolut nicht zufrieden war. Die Steuerung nicht optimal ist und es wie es scheint eine sehr große "Streuung" bei den TEV-Einstellungen gibt. Bei meiner WP ist die Überhitzung jetzt zum Glück konstant bei 5K.

Gruß
Michael

Verfasser:
fdl1409
Zeit: 12.12.2012 10:55:41
0
1812911
Hallo Michael,

danke für den Zwischenbericht. Meld dich bitte wieder nach der Heizperiode.

Grüße
Frank

Verfasser:
mian
Zeit: 16.12.2012 23:03:41
0
1816160
Hi Leute,

die letzten 10 Tage hatte ich eine AZ von 5,2 ohne WW (ist noch deaktiviert da noch Baustelle).

Haben eine Raumtemperatur von ca. 20°C und Vorlauftemps zwischen 24°C und 27°C in den letzten, recht frostigen (bis -15°C), Tagen.

- durchschnittliche Starts pro Tag: 9,5
- durchschnittliche Taktlänge: 63min.

Hier mal noch eine Messreihe eines Heiztakts von heute:

Min; VL; RL; QE; QA

0; 25; 22; 3,0; 0,1
1; 26; 22; 2,7; 0,5
2; 26; 22; 2,5; 0,7
3; 26; 22; 2,2; 0,8
4; 26; 22; 2,2; 0,8
5; 26; 22; 2,2; 0,9
6; 26; 22; 2,2; 0,9
7; 26; 22; 2,2; 0,9
8; 26; 22; 2,1; 0,9
9; 26; 22; 2,2; 0,9
10; 26; 22; 2,1; 0,9
12; 26; 22; 2,1; 0,9
14; 26; 22; 2,1; 0,9
16; 26; 22; 2,1; 0,9
18; 26; 22; 1,9; -1,1
20; 26; 22; 2,0; -1,1
25; 27; 22; 1,8; -1,1
30; 27; 22; 1,7; -1,2
35; 27; 22; 1,7; -1,2
40; 27; 23; 1,7; -1,3

Die ersten 10 min. habe ich jede Minute abgelesen, dann alle zwei dann alle fünf, der Heiztakt dauerte 40min. QE=Quelleneintritt, QA=Quellenaustritt.

Was sagt ihr? Passt alles? Hydraulischen Abgleich habe ich während des Estrichprogramms per infrarot Thermometer vorgenommen. Die Rückläufe der Heizkreise sind alle auf +/- 0,5 K gleich.

Gruß
Michael

Verfasser:
fdl1409
Zeit: 16.12.2012 23:09:39
0
1816172
Hallo Michael,

an einer AZ von 5,2 bei Dauerfrost gibt es nichts auszusetzen ;-)

Spreizungen sind recht gering. Auf welcher Stufe stehen die Pumpen?

Wieso stellst du die Rücklaufe alle gleich ein? Hier würde ich variieren. Warme Räume wie Bad kriegen eine kleine Spreizung, kühlere Räume eine größere. Allerdings kann man eine Heizkurve nicht viel flacher einstellen als deine.

Grüße
Frank

Verfasser:
mian
Zeit: 16.12.2012 23:17:25
0
1816176
Hi Frank,

Habe die Rückläufe erstmal so eingependelt als ersten Abgleich. Da wie gesagt noch Baustelle, keine Türen etc. Wenn wir dann eingezogen sind muss evtl. hier und da noch nachjustiert werden. Dämmung wird auch nochmals verbessert. beispielsweise ist der unbeheizte Keller noch nicht abgetrennt und auch die KWL mit WRG ist noch nicht in Betrieb.

Die Heizungspumpe steht auf 70%, die Solepumpe auf 80%. Allerdings werden mir im Quellenmenü immer schwankende, höhere (i.d.R. 100%), Werte für die Solepumpe angezeigt. Habe dazu auch schon eine Mail an Vaillant geschickt aber noch keine Antwort erhalten.

Michael

Verfasser:
mian
Zeit: 20.03.2017 20:59:50
2
2491004
Hallo,

auf Wunsch von @crink poste ich hier mal unsere Daten der letzten Jahre. Der Grabenkollektor wurde im Sommer 2012 verlegt. Die VWS 62/3 im Herbst 2012 installiert. Außerdem ist eine 4,23 kW/p PV-Anlage vorhanden. Einzug war dann zu Pfingsten 2013. Seitdem notiere ich mir monatlich alle Werte. Hier mal die wichtigsten Durchschnitts-Daten der Jahre '14, '15 und '16.

2014
Starts pro Tag: 8
Laufzeit je Takt: 34min
JAZ: 4,76
WP-Stromverbrauch: 2.910 kWh
PV Eigenverbrauchsquote: 28,4%
PV Deckungsanteil: 25,1%

2015
Starts pro Tag: 7
Laufzeit je Takt: 39
JAZ: 4,66
WP-Stromverbrauch: 2.774 kWh
PV Eigenverbrauchsquote: 25,5%
PV Deckungsanteil: 26,8%

2016
Starts pro Tag: 6
Laufzeit je Takt: 43
JAZ: 4,65
WP-Stromverbrauch: 3.069 kWh
PV Eigenverbrauchsquote: 27,1%
PV Deckungsanteil: 24,7%

(Die Daten zur PV beziehen sich nicht rein auf die Wärmepumpe sondern auf unseren gesamten Stromverbrauch.)

Ich bin mit der gesamten Anlage sehr zufrieden (dies schließt auch unsere PV-Anlage sowie die Lüftung mit WRG/FRG mit ein). Nach und nach habe ich, wenn es zeitlich und wettertechnisch möglich war, noch unseren hydraulischen Abgleich weiter verbessert. Kleinere Probleme bereitet ab und an noch der "2°-Sprung" in der Vaillant Regelung zur Heizkurve. Ansonsten läuft die VWS und alles andere seit Herbst 2012 zuverlässig und störungsfrei. Eine falsche Entscheidung war der Einbau von Zirkulationsleitungen und Pumpe. Dies wäre eigentlich nicht notwendig gewesen und im Nachhinein betrachtet scheint dies ein recht großer Effizienzkiller zu sein.

Zum Grabenkollektor:
Nachdem es im Januar diesen Jahres bei uns wochenlang andauernd extrem kalt war, zeigten sich im Februar, nachdem der Schnee sich verzogen hatte, zum ersten mal leichte Hebungen über den ersten ca. 5m der kalten Seite des Kollektors. Leider verläuft darüber auch ein Weg, welcher sich leicht angehoben und inzwischen aber wieder etwas gesenkt hat. Im Nachgang war ich hier zu unvorsichtig und hätte hier einen geraden Grabenabschnitt einplanen müssen. Ich beobachte das nun und je nachdem ob und wieweit das ganze wieder zurückgeht (die Soletemps steigen ja gerade wieder) werden ich hier evtl. die Laufrichtung der Sole umkehren, was kein großes Problem sein sollte.

Ach so, die tiefsten Sole-Temperaturen stellen sich immer so im Januar/Februar ein. Ende eines Heiztakts hatte ich am 31.01.2017 -3°/0° abgelesen.

Viele Grüße
Michael

Verfasser:
crink
Zeit: 21.03.2017 10:20:39
1
2491128
Hi Michael,

vielen Dank für die ausführlichen Daten. Ich möchte Dich zusätzlich noch bitten, einen aktuellen Grabenplan zu zeichnen. Kommt dieser Entwurf ungefähr hin? Bitte liefere so viele Details wie möglich (Wege, Gartenhaus, ...), auch die Heizlastabschätzung (im Menu Fenster->Heizlastabschätzung).

Was genau hängt an Deinem Stromzähler? Wärmemenge über den interne Schätzung der Kältemenge der WP? Oder ist ein externer WMZ vorhanden?

Bzgl. der Bodenhebungen machen wir und dann genauere Gedanken, das hätte ich bei Deinem Kollektor nicht erwartet.

Danke und viele Grüße
crink

Verfasser:
mian
Zeit: 21.03.2017 20:41:04
0
2491361
Hallo crink,

Zitat von crink Beitrag anzeigen
Hi Michael,

vielen Dank für die ausführlichen Daten. Ich möchte Dich zusätzlich noch bitten, einen aktuellen Grabenplan zu zeichnen. Kommt dieser Entwurf ungefähr hin? Bitte liefere so viele Details wie möglich (Wege, Gartenhaus, ...)


Hier mal der Plan mit dem Grabentool. Unseren Weg zum Haus habe ich mit als "Einfahrt" gezeichnet.

Plan

Zitat von crink Beitrag anzeigen
, auch die Heizlastabschätzung (im Menu Fenster->Heizlastabschätzung).

Ich habe damals eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 machen lassen. Ergebnis 6,3kW. Habe im Trenchplanner 6700W eingegeben um WW für 4 Personen zu berücksichtigen.

Zitat von crink Beitrag anzeigen
Was genau hängt an Deinem Stromzähler? Wärmemenge über den interne Schätzung der Kältemenge der WP? Oder ist ein externer WMZ vorhanden?

Die VWS hängt am normalen Haushaltsstrom. Für mich zu Infozwecken haben wir aber seit Beginn einen separaten Stromzähler vor die VWS angeschlossen. Dort hängt nur die VWS. Ein externer WMZ ist nicht vorhanden. Meine Berechnungen zur JAZ beruhen auf der Energieertragsanzeige der VWS.

Zitat von crink Beitrag anzeigen
Bzgl. der Bodenhebungen machen wir und dann genauere Gedanken, das hätte ich bei Deinem Kollektor nicht erwartet.

Danke und viele Grüße
crink


Die Hebung setzt direkt am Grabenabschnitt E ein. Also da wo ich mit dem legen der slinkys begonnen habe. Der Weg hat nun eine kleine Welle bekommen. Direkt nach der Wegkreuzung war keine Hebung ersichtlich. Die Hebungen sind also auf den ersten ca. 5m. Mittlerweile sind diese aber bereits wieder am zurückgehen, mal sehen, wenn ich Glück habe geht der Weg in ein paar Wochen wieder auf den ursprünglichen Zustand zurück.

Im Nachhinein hätte ich lieber bereits im Abschnitt C ein paar schmale slinkys gelegt um langsam die Entzugsleistung "hochzufahren", so habe ich halt ab Abschnitt E "Volllast". Noch besser wäre natürlich unter wegen gerade zu verfahren und +/- 1m davor und danach - mein Fehler.

Viele Grüße
Michael

Verfasser:
dyarne
Zeit: 21.03.2017 23:31:32
0
2491444
hallo Michael, was waren denn die tiefsten Soletemperaturen die du gesehen hast?
Wie lange lagen diese an?
Wieviel Wärme hat sich dein Haus diesen Winter gegönnt?
Wieviele Stunden ist die WP diesen Winter gelaufen?
schönen Gruß
Arne

Verfasser:
crink
Zeit: 22.03.2017 08:49:41
0
2491493
Hi Michael,

danke für die Infos - Du wirst erstmal weiter gelöchert, denn Deine Erfahrungen sind wirklich wertvoll und können sehr gut zur Verifizierung und Weiterentwicklung der Ringgrabenkollektor-Auslegungsempfehlungen beitragen.

Dein Jahresverbrauch 2016 für die WP mit 3069 kWh ist sehr hoch. Das entspricht bei JAZ 4,65 einer Wärmemenge von 14.271 kWh für 2016 - das sind üppige 2.300 Kompressorstunden der WP. Jan und Feb waren viel zu warm, die restlichen Heizmonate waren allesamt durchschnittlich bis auf den Oktober in Augsburg. Bitte gib genauer an, wo Dein Haus liegt, dann kann ich die für Dein Haus gültige Norm-AT anhand der historischen DWD-Daten ausrechnen. Mit 640 m ü NN könnte die Norm-AT von -14 Grad anscheinend ein wenig zu positiv sein.

Liegen bei Dir Gründe für einen höheren Verbrauch vor?
- WW-Zirkulation vorhanden?
- Wieviel Strom wird in einem typischen Sommermonat für die WW-Bereitung gebraucht?
- Heizwasserpuffer vorhanden oder direkte Verbindung zwischen WP und FBH?
- Durchschnittliche Raumtemperatur?
- KWL auf mehr als 200 m³/h eingestellt?
- Wurde ein Blower-Door-Test durchgeführt mit welchem Ergebnis?
- Besondere Wärmebrücken vorhanden?
- Heizperiode ungefähr von wann bis wann?

Ein paar Fragen zur Heizlastberechnung:
- Wie wurde die Heizlastberechnung nach DIN 12831 bei Dir durchgeführt? Anhand von Schätzwerten für die Altbaubestandteile aufgrund des Baujahrs oder anhand von konkreten Werkstoffdaten?
- Welche Raumtemperaturvorgaben?
- Kannst Du die Heizlastberechnung anonymisiert hochladen und hier verlinken?
- Wurde der Hausumbau exakt so durchgeführt wie in der Heizlastberechnung geplant?

dyarne fragt nach diesem Winter, ich frage konkret nach dem Januar 2017, der ja knackig kalt war bei Dir:
- Wieviel Stromverbrauch der WP?
- Wieviel Wärmeerzeugung?
- Betriebsstunden des Kompressors?
- typische Taktlänge bei kalten Temperaturen?
- Leistungseinstellung der Soleumwälzpumpe?

Wie hast Du die Rohrverteilungsberechnung durchgeführt? Hast Du dazu noch Informationen, weißt Du noch, wieviele Slinkies in welchem Teilstück liegen? Speziell das Teilstück E mit der Wegkreuzung interessiert mich da natürlich.

Nochmal zum Stromzähler: Da hängt der Kompressor, die Steuerung und alle Umwälzpumpen der Wärmepumpe dran? Es wird also keine Komponente der WP am Stromzähler vorbei mit Strom versorgt?

Danke und viele Grüße
crink

Verfasser:
mian
Zeit: 22.03.2017 12:02:06
0
2491547
Zitat von dyarne Beitrag anzeigen
hallo Michael, was waren denn die tiefsten Soletemperaturen die du gesehen hast?
Wie lange lagen diese an?
Wieviel Wärme hat sich dein Haus diesen Winter gegönnt?
Wieviele Stunden ist die WP diesen Winter gelaufen?
schönen Gruß
Arne


Hallo Arne,

ich notiere halt 1x monatlich die Werte. Daher kann ich nun nicht sicher sagen ob dies nun die absolut tiefsten des ganzen Winters waren. Jedoch habe ich z.B. am 31.01.2017 die Werte notiert und auch die Soletemperaturen am Ende eines Heiztakts notiert. Müssten -3,5 / -0,5 gewesen sein. Da der Januar bei uns langanhaltend recht kalt war könnte dies auch für diesen Winter recht nahe an den tiefsten Temperaturen sein.

Lt. Energieertragsanzeige der VWS waren dies für die Monate Nov, Dez und Jan: 5.373. Dazu kommt dann ja noch der Stromverbrauch für den selben Zeitraum: 1.423 kWh.

Kompressorlaufzeit für Nov, Dez und Jan: 967h
Kompressorstarts: 907

Viele Grüße
Michael

Verfasser:
mian
Zeit: 22.03.2017 12:33:52
0
2491552
Hallo crink,

ich schreibe dir die Antworten einfach mal unten in Fettschrift dazu:

Zitat von crink Beitrag anzeigen
Hi Michael,

danke für die Infos - Du wirst erstmal weiter gelöchert, denn Deine Erfahrungen sind wirklich wertvoll und können sehr gut zur Verifizierung und Weiterentwicklung der Ringgrabenkollektor-Auslegungsempfehlungen beitragen.

Kein Problem, das mache ich gerne.

Dein Jahresverbrauch 2016 für die WP mit 3069 kWh ist sehr hoch. Das entspricht bei JAZ 4,65 einer Wärmemenge von 14.271 kWh für 2016 - das sind üppige 2.300 Kompressorstunden der WP.

Nach meinen Aufzeichnungen hatte ich in 2016:
Kompressorlaufzeit: 1.979h
Kompressorstarts: 2.289
Stromverbrauch: 3.069 kWh
Energieertragsanzeige: 11.208 kWh
JAZ: 4,65


Jan und Feb waren viel zu warm, die restlichen Heizmonate waren allesamt durchschnittlich bis auf den Oktober in Augsburg. Bitte gib genauer an, wo Dein Haus liegt, dann kann ich die für Dein Haus gültige Norm-AT anhand der historischen DWD-Daten ausrechnen. Mit 640 m ü NN könnte die Norm-AT von -14 Grad anscheinend ein wenig zu positiv sein.

PLZ: 89160, relativ freistehend, keinen direkten Nachbarn zur West-/Wetterseite hin.

Liegen bei Dir Gründe für einen höheren Verbrauch vor?
- WW-Zirkulation vorhanden?
Ja. "Leider".

- Wieviel Strom wird in einem typischen Sommermonat für die WW-Bereitung gebraucht?
60kWh. Dies ist der Mittelwert der Monate Jun, Jul und Aug der Jahre 2016 und 2015. Dabei macht die WP durchschn. 2,7 Starts pro Tag mit einer durchsch. Laufzeit von 19min. JAZ = 3,9

- Heizwasserpuffer vorhanden oder direkte Verbindung zwischen WP und FBH?
Nein. Direkte Verbindung zur FBH.

- Durchschnittliche Raumtemperatur?
21-22°C

- KWL auf mehr als 200 m³/h eingestellt?
Nein. Die Zehnder ComfoAir 350 habe ich so programmiert: morgens, mittags, abends je eine h auf Stufe 3 (Stoßlüften) den Rest des Tages auf Stufe 1 (niedrigste Stufe).

- Wurde ein Blower-Door-Test durchgeführt mit welchem Ergebnis?
Ja. Ergebnis muss ich erstmal raussuchen, wir haben aber KFW70 erreicht.

- Besondere Wärmebrücken vorhanden?
Nach Außen sicher nicht. Haben 20cm WDVS und auch eine gute Dachdämmung. Einzig die Kellerdecke ist nicht gedämmt (aufgrund der Raumhöhe). Hier gibt es nur eine Dämmung unter dem Estrich mit meine ich 4+2cm. Die Decke ist eine Hohlkörperdecke und keine massive Betondecke.

- Heizperiode ungefähr von wann bis wann?
Mmh. I.d.R. deaktiviere ich die Heizung in den Sommermonaten Juni, Juli und August. Septemper bis Mai ist die Heizung normalerweise aktiv mit AT-Abschaltgrenze glaube ich 13 oder 14°C.

Ein paar Fragen zur Heizlastberechnung:
- Wie wurde die Heizlastberechnung nach DIN 12831 bei Dir durchgeführt? Anhand von Schätzwerten für die Altbaubestandteile aufgrund des Baujahrs oder anhand von konkreten Werkstoffdaten?
Über heizlast.de. Hatte damals die Pläne in A3 hingeschickt und die U-Werte der Bauteile dort selbst eingetragen. Diese habe ich vom Architekt erhalten. Die Werte sollten stimmen, hatte ich damals mit dem U-Wert Rechner gegengecheckt. Einzig die besagte Kellerdecke wurde (bisher) aufgrund der Raumhöhe nicht gedämmt. Alle anderen U-Werte wurden auch mindestens so eingehalten.

- Welche Raumtemperaturvorgaben?
Müssten 21-22°C gewesen sein. Also realisitisch.

- Kannst Du die Heizlastberechnung anonymisiert hochladen und hier verlinken?
Muss ich nachschauen, wenn dies noch notwendig sein sollte.

- Wurde der Hausumbau exakt so durchgeführt wie in der Heizlastberechnung geplant?
Ja. Bis auf die Kellerdeckendämmung.

dyarne fragt nach diesem Winter, ich frage konkret nach dem Januar 2017, der ja knackig kalt war bei Dir:
- Wieviel Stromverbrauch der WP?
596kWh. Soviel wie noch nie in einem Monat.

- Wieviel Wärmeerzeugung?
2.106kWh gemäß Energieertragsanzeige.

- Betriebsstunden des Kompressors?
415h

- typische Taktlänge bei kalten Temperaturen?
Im besagten Januar17 waren es 303 Starts bei 415h. Also eine durchschn. Taktlänge von 82min.

- Leistungseinstellung der Soleumwälzpumpe?
Müsste bei 85% stehen.

Wie hast Du die Rohrverteilungsberechnung durchgeführt? Hast Du dazu noch Informationen, weißt Du noch, wieviele Slinkies in welchem Teilstück liegen? Speziell das Teilstück E mit der Wegkreuzung interessiert mich da natürlich.
Nein, da habe ich leider keine Unterlagen/Daten. Ich habe die slinkys damals, meine ich, einfach gleichmäßig auf die Grabenabschnitte verteilt, also überall gleich. Das scheint mir ein Grund für die Hebung zu sein. Es geht sozusagen in Teilstück E von 0 auf 100 direkt los mit starkem Entzug.

Nochmal zum Stromzähler: Da hängt der Kompressor, die Steuerung und alle Umwälzpumpen der Wärmepumpe dran? Es wird also keine Komponente der WP am Stromzähler vorbei mit Strom versorgt?
Korrekt

Danke und viele Grüße
crink

Verfasser:
crink
Zeit: 22.03.2017 18:21:54
1
2491654
Hi Michael,

super, nun lässt sich mehr dazu sagen.

Für Nov/Dez/Jan insgesamt 6.800 kWh Wärmebedarf - dauerhaft mehr als 3 kW Heizleistung über alle drei Monate hinweg. Januar alleine 2.700 kWh, also 3,6 kW Heizleistung - das kommt den 60% der Heizlast nahe, die Frank als Worst-Case-Grundlage für die Auslegungsempfehlung verwendet hat.

Deine WP scheint viel Leistung zu liefern, aufgrund der Kompressorlaufzeit und der erzeugten Wärmemenge erzeugt sie im Schnitt 7,2 kW (Werksangabe 6,1 kW bei B0/W35) - Quellen- und Senkentemperatur scheinen im Schnitt gut zu sein.

Die DWD-Station in Ulm (48,38 9,95) in 560 m Höhe liefert als Norm-AT -14,9 Grad - einen Tick kälter also als bei Dir angenommen.

WW-Verbrauch mit 2 kWh Strom bzw 8 kWh Wärme ist im Rahmen mit Zirkulation, das sind dann knapp 3000 kWh pro Jahr.

Heizlastberechnung hochladen brauchst Du nicht mehr, das klingt einigermaßen plausibel mit WW-Verbrauch, fehlender Kellerdeckendämmung und etwas kälterer Norm-AT.

Die Ursache der Bodenhebung ist dann, wie Du schon richtig erkannt hast, die falsche Rohrverteilung: Das kalte Ende wird bei sehr kaltem Winter ein wenig überlastet.

Maßnahmen:
- Im Kernwinter die Soleumwälzpumpe auf 100% stellen sobald +1/-2 Grad Soletemperatur unterschritten wird.
- Taktlänge etwas kürzer - das sorgt für etwas gleichmäßigere Temperaturen, ohne dass Du einen frühzeitigen Verdichtertod fürchten musst. Wenn Du im Kernwinter 60 Minuten Kompressorlaufzeit erreichst passt das, in der Übergangszeit wird es dann natürlich etwas kürzer. Insgesamt 15-18 Starts pro Tag sind passend.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
mian
Zeit: 22.03.2017 20:29:11
0
2491711
Hallo crink,

Den BlowerDoor Wert kann ich noch liefern: 1.2
Dieser wurde aber zu einem sehr frühen Zeitpunkt durchgeführt, einiges wurde noch deutlich verbessert.

Den Tipp mit der Solepumpe auf 100% ab -2° werde ich im nächsten Winter testen.

Die Kompressorlaufzeit hat sich mit zunehmender Optimierung des hydraulischen Abgleich in den letzten Jahren immer verlängert. Empfiehlst du mir generell eine Verkürzung der Takte oder gilt dies auch erst bei dieser Soletemperatur? Eine Verkürzung erreich ich dann über die Reduzierung des Energie Integral? Dies steht bei mir noch auf -120°min = Werkseinstellung.

Bei der fehlenden Kellerdeckendämmung bin ich zwiegespalten. Messungen mit einem ir Thermometer zeigen mir eigentlich das die Kellerdecke nicht unbedingt merklich wärmer ist als die Lufttemperatur im Keller oder die Innenwände. Die Dämmung unterm Estrich scheint hier bereits ausreichend zu dämmen. Und auf Raumhöhe möchte ich auch ungern verzichten. Sehe hier also aktuell keinen großen Nutzen, aber vielleicht täusche oder verrechne ich mich da auch.

Viele Grüße
Michael

Verfasser:
fdl1409
Zeit: 25.04.2017 12:23:45
2
2502894
So, ich wollte ja auch noch meinen Senf dazu geben.

Erstens zu den Ursachen.
Ein Fehler war hier natürlich, dass die Slinkies im Bereich der Wegkreuzung nicht geradeaus oder zumindest weiter auseinander gezogen verlegt wurden. Heute würden wir das so machen.
Ein Faktor der zu mehr Vereisung führt ist außerdem, dass auf dem Weg der Schnee geräumt ist. Dann dringt bei strengem Frost die Kälte viel tiefer in den Boden als auf einer mit Schnee bedeckten Rasenfläche. Man könnte hier etwas gegensteuern indem man bei starkem Frost nur einen ganz schmalen Pfad räumt im Bereich der Kreuzung und daneben sogar noch etwas Schnee aufhäuft.

Zur Schadensbehebung oder Vermeidung, wenn es denn noch schlimmer kommen sollte.
Crink hat schon vorgeschlagen:
- die Solepumpe auf 100% zu stellen
- Takte zu verkürzen
Beides richtige und wirkungsvolle Maßnahmen.
Eine weitere ist mir noch eingefallen: in so einem Fall die Solepumpe durchlaufen lassen auch in den Taktpausen. Dann wird in den Pausen etwas Energie vom wärmeren in kältere Grabenabschnitte umverteilt.
Ideal ist hier eine modulierende Sole-WP, die macht das bei kaltem Wetter sowieso, da kann man auch eine noch kleinere Spreizung fahren, solange die WP nicht 100% ausgelastet ist.

Dann kann man noch in Notfällen was anderes machen.
Bei einer WP mit z.B. 2 Solekreisen kann man die Kreise im Gegenstrom laufen lassen. Also genau das Gegenteil von dem, was wir heute machen um den Gegenstrom-Wärmetauscherverlust zu vermeiden. Der ist in einem vereisten Boden noch geringer als in aufgetautem Boden, denke nicht mehr als vielleicht 0,2°. Wenn es also in einem Garten ernsthafte Probleme gibt mit Hebungen speziell am Grabenanfang dann kann man einen Kreis rechts herum, den anderen links herum laufen lassen. Die Eisbildung verteilt sich dann gleichmäßig über die ganze Grabenlänge. Dazu braucht man nur von dem einen Kreise Vorlauf und Rücklauf zu tauschen. Das ist aber wie gesagt nur in Notfällen angezeigt.

Grüße
Frank

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