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„SICHERES BAUEN IN DEUTSCHLAND GEFÄHRDET!“
Verfasser:
Redaktion HTD
Zeit: 19.09.2016 00:00:00
0
2409947
Mit deutlichen Worten unterstreichen der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) und seine Landesverbände ihren Appell an Bund und Länder, den notwendigen Kurswechsel bei der Umsetzung der EU-Bauprodukteregelung einzuleiten. Der eindringliche Aufruf findet im Schulterschluss mit weiteren Verbänden aus der Wertschöpfungskette rund um Planen, Bauen und Betreiben statt. Bleibt die längst überfällige Kurskorrektur aus, droht der Kollaps des nationalen Bauproduktemarktes – und die Bauwerkssicherheit bliebe auf der Strecke.


Verfasser:
HFrik
Zeit: 19.09.2016 07:16:58
1
2409956
Gibt es da irgendwelchen realen Probleme mit in anderen Ländern zertifizierten Produkten, oder ist das ganze nur ein Schwall heisser Luft um den eigenen Markt gegen Konkurrenz abzuschotten?

Verfasser:
mmalle
Zeit: 27.03.2017 22:32:48
0
2493201
Genau das würde mich ebenfalls interessieren... Leider ist das im Artikel nicht klar ersichtlich... Also damit meine ich natürlich eventuelle Probleme mit zertifizierten Produkten aus dem Ausland... Der eigene Markt wird so oder so nicht kritisiert...

Verfasser:
Hiram
Zeit: 27.03.2017 23:50:30
0
2493225
Es geht eigentlich darum, das seit dem 10.03.17 eine Menge DIN Normen nicht mehr neben den EU Normen existieren. Ende der Koexistenzperiode nennt man das.

Als Beispiel würde ich Mauerwerk nehmen, sind die Steine nach DIN und nicht nach der neuen EU Norm nach dem jeweiligen Ende der Koexistenzperiode so ist das Werk nicht Mangelfrei.

Das bedeutet man müsste Material nach der Koexistenzperiode wegwerfen, stellt ja dann einen Mangel da.

Aus dem Haustechnikbereich würde ich keine Bsp nennen die Ärzte und Apotheken haben so schon genug zu tun.

mfg

Verfasser:
HFrik
Zeit: 28.03.2017 09:03:01
0
2493280
Wo besteht da das reale Problem? Bei den Produkten mit denen ich zu tun habe heist es schon seit 20 JAhren DIN EN XXXXX. Wenn da noch Lagerbestände vorhanden wären die nur nach DIN, und nicht nach der parallelen und meist identischen EN-Norm wären, könnten die eigentlich direkt ins technische Museum.

Verfasser:
Hiram
Zeit: 28.03.2017 09:15:52
0
2493284
Mein bsp war zu einfach gehalten, die Probleme sind eher siehe VW oder Sanitärarmaturen die die EU Grenzwerte für Blei nicht einhalten etc.

Nationale Sonderregelungen fallen da regelmäßig weg, da sieht man wohl offensichtlich das Problem.


mfg

Verfasser:
winona71
Zeit: 28.03.2017 10:07:46
0
2493303
Mich würde es auch interessieren, wo genau das Problem steckt?

Verfasser:
bettyesimonis
Zeit: 28.03.2017 10:18:01
0
2493304
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Wo besteht da das reale Problem? Bei den Produkten mit denen ich zu tun habe heist es schon seit 20 JAhren DIN EN XXXXX. Wenn da noch Lagerbestände vorhanden wären die nur nach DIN, und nicht nach der parallelen und meist identischen EN-Norm wären, könnten die eigentlich direkt ins technische[...]

Das Frage ich mich auch

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 28.03.2017 10:33:48
0
2493310
Zitat von winona71 Beitrag anzeigen
Mich würde es auch interessieren, wo genau das Problem steckt?


In dem verlinkten Artikel ist ein Link zu einem 5- Punkte Plan der in der Bauwertschöpfungskette aktiven deutschen Fachverbände verlinkt.

Dort ist das eigentliche Kardinalproblem ausführlich beschrieben.

Es handelt sich nicht um konkrete technische Probleme mit konkreten Produkten.Es geht um eine sehr grundsätzliche baurechtliche Frage.

Unter welchen Voraussetzungen wird in Deutschland ein Produkt ein Bauprodukt im Sinne der deutschen Landesbauordnungen?

Ohne eine dort genau beschriebene baurechtliche Zulassung darf kein Produkt in einem deutschen Neubau eingesetzt werden.Ein Bauleiter, der nicht in D zugelassene Produkte in dem unter seiner Verantwortung stehenden Bau einsetzt, kann rechtlich belangt werden.

Dietmar Lange

Verfasser:
HFrik
Zeit: 28.03.2017 11:00:03
1
2493320
Nun, in dem 5-Punkte Plan finde ich einen Schwall warme Luft. Daher die frage Sturm im Wasserglas, um auch mal wieder was gesagt zu haben, oder ein reales Problem?
Soweit ich den Vorrang des EU-Rechts verstanden habe, wird alles was die harmonisierten Anforderungen des EU-Rechts erfüllt in D automatisch auch ein zulässiges Bauprodukt im Sinne der Landesbauordnungen. Dem 5-Punkte Plan entnehme ich, dass es Leute gibt die da in den EU-Regelungen irgendwelche Lücken sehen ohne diese aber konkret zu benennen / benennen zu können.

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 28.03.2017 11:49:31
0
2493342
don't feed the troll

Dietmar Lange

Verfasser:
HFrik
Zeit: 28.03.2017 13:32:05
5
2493395
Du meinst ich hätte Dir nicht anttworten dürfen? OK, fällt aber schwer....

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 20.04.2017 22:42:58
0
2501536
Ironie on

Das für baurechtliche Fragen in D zuständige Bundesministerium hat von dem eigentlichen Problem offensichtlich auch keine Ahnung, den es teilte soeben mit:

Hohe Standards für Sicherheit, Umwelt- und Verbraucherschutz bei Bauprodukten sollen erhalten bleiben

Bestimmte Baunormen der EU sind aus Sicht der Bundesregierung unzureichend oder lückenhaft umgesetzt. Darum hat die Bundesregierung heute eine Klage gegen die EU-Kommission beim Gericht der Europäischen Union (EuG) eingereicht. Würden die Normen in der jetzigen Form angewendet, wären die Bauwerkssicherheit sowie der Umwelt- und Gesundheitsschutz der Bevölkerung gefährdet.


Bauprodukte: Bundesregierung reicht Klage gegen EU-Kommission ein

Von den Forumssachverständigen mit leerem Sachkundeprofil wurde ja bereits definitiv festgestellt, dass das Problem nicht existiert und die Vorschläge des ZVSHK nur heiße Luft sind

Ironie off

Dietmar Lange

Verfasser:
Hiram
Zeit: 26.04.2017 18:12:57
0
2503382
Im März 2006 nahm das Europäische Komitee für Normung (CEN) die harmonisierte Norm EN 14904:2006
„Sportböden — Sportböden für Hallen und Räume mehrfunktionaler Sportnutzung und Mehrzwecknutzung — Anforderungen“ an. Der Verweis auf diese harmonisierte Norm wurde daraufhin im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht.

Am 21. August 2015 legte Deutschland formale Einwände gegen die harmonisierte Norm EN 14904:2006 ein.
Diese formalen Einwände waren auf Anmerkung 1 des Anhangs ZA.1 dieser Norm bezogen, der die Bewertungsverfahren und -kriterien für andere gefährliche Stoffe als Formaldehyd oder Pentachlorphenol (PCP) betrifft; mit ihnen wurde gefordert, entweder den Verweis auf diese Norm aus dem Amtsblatt der Europäischen Union zu streichen oder ihn um eine Einschränkung zu ergänzen, die die Anmerkung 1 des Anhangs ZA.1 dieser Norm
aus dem Geltungsbereich dieser Bezugnahme ausschließt.

Deutschland betrachtete diese Lücke als Verstoß gegen Artikel 17 Absatz 3 der Verordnung (EU) Nr. 305/2011, da die betreffende Norm die Anforderungen des entsprechenden Auftrags nicht vollständig wie in Artikel 18 vorgesehen erfülle.

Daher forderte Deutschland, den Verweis auf diese Norm zu entfernen oder alternativ durch den Ausschluss von Anmerkung 1 des Anhangs ZA.1 aus ihrem Geltungsbereich den Verweis einzuschränken, damit die Mitgliedstaaten nationale Bestimmungen für die Bewertung der Leistung in Bezug auf das betreffende Wesentliche Merkmal und betreffend die Freisetzung anderer gefährlicher Stoffe als Formaldehyd oder Pentachlorphenol (PCP) einführen können.

Bei der Bewertung der Zulässigkeit des Vorbringens ist zu beachten, dass, wenn die von Deutschland genannte Alternative als separate Forderung zu verstehen wäre, durch die die Mitgliedstaaten nationale Bestimmungen mit zusätzlichen Anforderungen einführen könnten, ein solches Vorbringen nicht auf den Inhalt von EN 14904:2006
abzielen würde und daher als unzulässig betrachtet werden sollte. Da die Formulierung der Forderung jedoch klar auf die Einschränkung des Geltungsbereichs des Verweises auf diese Norm ausgerichtet ist, sollten die damit zusammenhängenden Äußerungen Deutschlands über die Folgen einer solchen Einschränkung lediglich als
Bestandteil der Argumentation im Rahmen der formalen Einwände angesehen und somit nicht separat betrachtet werden.

Außerdem geht aus der Rechtsprechung des Gerichtshofs hervor, dass die Mitgliedstaaten nicht berechtigt sind, nationale Bestimmungen für die Bewertung der Leistung in Bezug auf Wesentliche Merkmale einzuführen, die
über den Inhalt der harmonisierten Normen hinausgehen, was die Vermarktung oder Verwendung der von ihnen abgedeckten Bauprodukte betrifft. Der Inhalt von EN 14904:2006 widerspricht also auch diesen Grundsätzen.

Die vorgebliche Unvollständigkeit der Norm sollte daher nicht als hinreichender Grund gelten, der ersten Forderung Deutschlands, der vollständigen Streichung des Verweises auf die Norm EN 14904:2006 aus dem Amtsblatt der Europäischen Union, stattzugeben. Diese Forderung sollte somit abgelehnt werden.

Der Formulierungsstreit muss natürlich zum Wahlkampf ein sicheres bauen in Frage stellen.

Verfasser:
Hiram
Zeit: 26.04.2017 18:30:08
0
2503391
HAT FOLGENDEN BESCHLUSS ERLASSEN:
Artikel 1
Der Verweis auf die harmonisierte Norm EN 14904:2006 „Sportböden — Sportböden für Hallen und Räume mehrfunktionaler Sportnutzung und Mehrzwecknutzung — Anforderungen“ wird mit einer Einschränkung beibehalten.
Die Kommission ergänzt im Verzeichnis der Fundstellen harmonisierter Normen, das im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht ist, folgende Einschränkung: „Anmerkung 1 des Anhangs ZA.1 der Norm EN 14904:2006 wird aus dem Geltungsbereich des veröffentlichten Verweises ausgeschlossen.“

Artikel 2
Dieser Beschluss tritt am zwanzigsten Tag nach seiner Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.

Brüssel, den 25. Januar 2017



Wenn Deutschland Klage einreichen möchte, ist der Streitgegenstand nicht mehr da, vielleicht wird ja noch eine Studie beauftragt, wie sehr das bauen in Deutschland dadurch gefährdet war.

Verfasser:
winedesigner
Zeit: 26.04.2017 19:17:16
0
2503408
Es grüßt der Arbeiter und Bauern Staat

Verfasser:
Hiram
Zeit: 26.04.2017 19:54:28
0
2503428
Immerhin ist es der Bundesregierung 9 Jahre nach erscheinen der Norm aufgefallen, das Sie ein Problem mit dem Anhang hat. Verkündet im April Klage einzureichen über eine Sache, die es per Beschluss seit Januar nicht mehr gibt.

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 09.05.2017 10:30:56
0
2507536
Jetzt hat sich auch der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) in der Angelegenheit zu Wort gemeldet, siehe dazu

Baugewerbe: EU-Baunormen sind mangelhaft

Klage der Bundesregierung wird begrüßt


Ganz offensichtlich sieht auch die Baubranche die Lage anders als hier von einigen Schreibern dargestellt.

Dietmar Lange

Verfasser: Lukeluft
Beitrag entfernt. Grund: Unsachlich (siehe Forumsregeln)
Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 26.06.2017 11:14:40
0
2520876
Das BMUB hat in einem Fact Sheet anlässlich des Hochhausbrandes in London darauf hingewiesen, dass Deutschland weiterhin an seinen nationalen Positionen zur Bauwerkssicherheit festhalten wird
Die Bedenken des ZVSHK sind offensichtlich nicht wie hier geäußert nur ein Schwall heißer Luft

Fact Sheet zum Brandschutz und Wärmedämmung in Deutschland anlässlich der Brandkatastrophe in London

Wichtig ist, dass die Einhaltung der Vorschriften und Anforderungen im Brandschutz von den am Bau Beteiligten kontrolliert wird. Hier sind die ausführende Firmen, Architekten, Ingenieure, Fachplaner, Feuerwehr und nicht zuletzt die Bauaufsicht aufgefordert, den Bauprozess gründlich zu überwachen, um Ausführungsfehler zu vermeiden. Bei Einhaltung dieser Anforderungen im Bauwerk ist nach einhelliger Expertenmeinung eine solche Brandkatastrophe wie in London ausgeschlossen.
Darüber hinaus stellt Deutschland in seinen Verhandlungen mit der EU-Kommission weiterhin deutlich seine Verantwortung für die Bauwerkssicherheit heraus.

Aufgrund unvollständig harmonisierter Bauprodukte in der EU darf das Sicherheitsniveau deutscher Gebäude nicht absinken. Dies wird weiterhin unsere Strategie bleiben.


Dietmar Lange

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 13.07.2017 19:20:51
0
2525606
Hier noch ein aktuelle Information aus dem Bundesbauministerium zu dem Thema EU-Bauproduktenregelung, das nach geäußerten Meinungen nicht existiert, bzw. nur heiße Luft sein soll-

Europäische Kommission stellt Vertragsverletzungsverfahren zu Bauprodukten ein

Dietmar Lange

Verfasser:
HFrik
Zeit: 14.07.2017 11:49:55
0
2525768
Und wieder wird der arme Strohmann verdroschen.

Kritisiert war das Papier, und die fehlenden verweise auf konkrete Probleme. Die anscheinend nicht so wirklich bestanden, da man es ja doch geschaft hat, die deutschen Wünsche mit der EU-Richtlinie in Übereinstimmung zu bringen, wie die zuletzt zitierte Meldung belegt. Wie so oft, Sturm im Wasserglas.

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 15.07.2017 00:43:07
0
2525949
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Gibt es da irgendwelchen realen Probleme mit in anderen Ländern zertifizierten Produkten, oder ist das ganze nur ein Schwall heisser Luft um den eigenen Markt gegen Konkurrenz abzuschotten?


Zur Erinnerung an die erste Wortmeldung zu einem ernsten Thema, das die deutschen Baubranche schon einige Zeit beschäftigt hat.

Dietmar Lange

Verfasser:
magucken
Zeit: 16.10.2017 20:58:37
0
2557795
Zitat von Hiram Beitrag anzeigen
Mein bsp war zu einfach gehalten, die Probleme sind eher siehe VW oder Sanitärarmaturen die die EU Grenzwerte für Blei nicht einhalten etc.

Nationale Sonderregelungen fallen da regelmäßig weg, da sieht man wohl offensichtlich das Problem.


mfg



öhm, und wenn man einfach Hans Grohe und kein Ost oder gar Fernost Produkt/Marke kauft für die Armatur, kann man sich doch in diesem Fall selber helfen?

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