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Einschätzung IST-Zustand Altbau, Heizlastberechnung, Strategie nachte Schritte
Verfasser:
Peter9000
Zeit: 21.07.2018 09:29:23
0
2663234
Hallo Leute,

ich möchte um Unterstützung bitten, eine Einschätzung zu meinem IST-Zustand Altbau zu entwickeln.

Da auch eine PV Anlage installiert werden soll, stehen natürlich auch Überlegungen zur Strategie der nächsten Schritte an und allem voran sicherlich eine Heizlastberechnung.

Es handelt sich um eine Kernsanierte Doppelhaushälfte in NRW 503.....
Die Wärmeerzeuger sind jedoch noch alter Stand, die Ressourcen waren nicht vorhanden auch diesen Bereich direkt zu sanieren.

Bevor ich jetzt hier loslege und die Hose runterlasse oder das tolle Forum zumülle, kurze Frage an Euch, ob ich hier mit meinem Anliegen an der richtigen Stelle bin und ob das geht.

Hier gibt es viele Beiträge zu ähnlichen Themen und wirklich gute und schonungslos offene Beiträge von Nutzer Schorni usw.... Also ich finde das jedenfalls gut.

Herzlichen Dank schon jetzt für eine Rückmeldung!

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 21.07.2018 11:47:33
0
2663268
Wie ist denn bei der Kernsanierung in energetischer Hinsicht vorgegangen worden?

Ausführung von Qualität und Quantität der Dämmungen?

Was für Fenster und Türen sind verbaut worden?

Wie groß ist das Haus?

Gäbe es auf dem Grundstück ausreichend Möglichkeit für die Erschließung (z.b. so wie hier verlinkt) einer Erdwärmequelle?

Verfasser:
winni 2
Zeit: 21.07.2018 15:39:54
0
2663314
Hi,

kurze Antwort, hier bist Du sicher richtig. :-)

Ausser lows Frangen wäre noch interessant, welcher Wärmeerzeuger
vorhanden ist und wie hoch der Verbrauch nach Sanierung lag, wenn
da Daten vorhanden sind und welche Heizflächen verbaut sind und
mit welcher maximalen Vorlauftemperatur die im kältesten Winter
betrieben werden müssen und ob es Absenkzeiten der Heizung gibt?

Grüsse

winni

Verfasser:
Peter9000
Zeit: 23.07.2018 22:22:42
0
2663989
Alles klar, ich werde die Fragen gerne beantworten.



Das Gebäude ist 1953 als Doppelhaushälfte errichtet worden, vollunterkellert, mit ausgebautem DG. Insgesamt ca. 165 qm Wohnfläche. Der Keller hat zusätzlich eine Fläche von ca. 60 qm. Raumhöhen 2,45 m

Die Gebäudehülle besteht aus Bimsbeton Hohlblocksteinen 24 cm stark, aussen ist ein Kratzputz aufgebracht, innen ein Luft-Kalkputz mit einem Silikat Fabsystem. Die gesamte Wandstärke beträgt ca 32 cm.

Grosser Garten und 110mm VA Rohr in einem ungenutzten Kamin steht zur Verfügung.
Als Sanierungsmassnahmen sind folgende relevanten Aktionen erfolgt.

DG

4 Räume (inkl. Bad und Abstellkammer)


Satteldach 45 Grad DN, Zwischensparrendämmung 120mm mit Pavaflex Holzfaserdämmstoff, dann 50 mm Untersparrendämmung mit Pavatex Putzträgerplatten, Kalkputzaufbau aller Flächen.

Zwei Dachgauben (ca. 2,5x2,5x3 m) 120mm PIR Platte oben, 80mm PIR Platte seitlich, zusätzlich Holzverschalung und 20 mm Pavatex Putzträgerplatte innen.

Fenster neu eingebaut 2 X Rohbaumaß 2030x1780mm


Die obere Geschossdecke ist schon zuvor mit Mineralwolle gedämmt gewesen 100mm, das ist genau wie der alte Holzfußboden beibehalten worden.

Heizkörper: 1000X900mm Buderus Typ 33 FHK
500x600mm Buderus Typ 22 FHK




OG

4 Räume (inkl. Bad und Flur)

Fenster neu eingebaut
2 Stck Rohbaumaß 1910x1330mm
1 Stck Rohbaumaß 1780x2180mm
2 Stck Rohbaumaß 700x900mm


Alle Aussenwände neu verputzt mit Luft-Kalkputz, Anstrich mit einem Silikat Fabsystem.
Das Bad hat einen feuchtegesteuerten Lüfter bekommen.


Heizkörper:
1 Stck 1400X500mm Buderus Typ 33 FHK mit Ventilblock
1 Stck 500x600mm Kermi Typ 22 FHK mit Ventilblock
1 Stck Kühl-Heizkörper Olympia Splendid, DinA3 Blatt grosser Wärmetausche mit Gebläse


EG

4 Räume (inkl. Bad/Flur/Wohnküche)
Es existiert eine leistungstarke Fortlufthaube in der Küche und ein Kleinraumlüfter im Gäste Bad.

In der Wohnküche ist relativ zentral ein 11 kW Holzofen aufgestellt.

Fenster neu eingebaut
2 Stck Rohbaumaß 1910x1330mm
1 Stck Rohbaumaß 3340x1725mm
1 Stck Rohbaumaß 2090x2335mm
2 Stck Rohbaumaß 700x900mm
1 Stck 1130x2100mm


Alles neu verputzt.

Der kleine Wintergarten (3,5m x 2,2m )mit den beiden grossen Scheiben hat eine 140mm Flachdachdämmung bekommen. Die Sockelmauer unterhalb bekommt eine 60 mm Perimeterdämmung von aussen.

30qm Fussboden sind mit 40 mm Hartschaumdämmung ausgestattet worden, bevor der neue Estrich gegossen worden ist. Auch der Wintergarten ohne Keller ist jetzt gedämmt.
Die restlichen 30 qm bestehen aus alten geschliffenen Holzdielen mit Schüttdämmung (alter Split?)

Heizkörper:
1 Stck 1400X500mm Buderus Typ 33 FHK mit Ventilblock
1 Stck 2600x300mm Kermi X2 Typ 22 FHK mit Ventilblock
1 Stck 500x600mm Kermi Typ 22 FHK mit Ventilblock
1 Stck Kühl-Heizkörper Olympia Splendid, DinA3 Blatt grosser Wärmetausche mit Gebläse

Keller

4 grosse Räume, alles verputzt, keine Heizung, neue dichte Kellerfenster.
Ein Raum 18 qm hat eine 50mm Styropor Deckendämmung.

Warmwasserbereitung erfolgt über einen elektronisch geregelten DLE.

Als Heizung ist eine Daikin Altherma Luft-Wasser Wärmepumpe Bj. 2008 mit Innen- und Ausseneinheit verbaut. Typ gemäss Typenschild: ERHQ011AAW18
Es scheint ein 11kW Aggregat zu sein.

Verbrauch? Keine Ahnung. Von November bis März lief die Heizung. Insgesamt sind ca 6000 kWh verbraten worden. Allerdings auch mit Baustrom für die Baustelle.
Regelung ebenfalls unbekannt. Ich habe das Teil einfach manuell gestartet und auf 50 Grad VL Temperatur eingestellt. War schön warm, aber tiefster Winter war das auch nicht.

So, viel geschrieben. Kurze Pause, dann melde ich mich wieder zurück.

Verfasser:
Peter9000
Zeit: 23.07.2018 22:36:53
0
2663993
Übrigens sind wir 2 Personen mit 2 kleinen frechen Kindern, den Warmwasserbedarf habe ich für die Zukunft mal als hoch eingeschätzt...

Der Gasanschluss ist vorhanden und wird beliefert. Als leidenschaftliche Köche musste unbedingt der Gasherd angeschlossen werden. Gerne kann man damit nun auch heizen.

Ich habe natürlich auch schon meine Überlegungen gemacht.

Plan A = Do nothing

Plan B = Gebrauchte eBay Gas-Therme für 300 Euro besorgen und ein paar Jahre damit heizen.

Plan C = Neue modulierende Gas 3-20 kW Brennwerttherme, zusätzlich BWWP von z.B. Ochsner mit 300 L Tank. Die trockene kalte Luft kann ich wirklich gut gebrauchen, PV Anlage soll mit dem Überschuss den WW Speicher Laden (sonst mit Gas nachfeuern).

Plan D = Ganz anderes System????

Verfasser:
Peter9000
Zeit: 24.07.2018 06:57:23
0
2664022
Nachtrag: Der U-Wert aller Glasflächen ist U=1,1, es handelt sich dabei um Holzfenster mit 68mm Flügelstärke.

Falls ich mich missverständlich ausgedrückt habe, bis auf den neuen 2,6m X2 Kermi Heizkörper, handelt es sich um Altbestand.

Das Gebäude hat die Abmessung ca. 8mx8m, Traufe 6m hoch, Firsthöhe 10m.

Verfasser:
Solarzelle
Zeit: 24.07.2018 08:24:21
0
2664040
Sind die 6000 KwH Strom NUR von der WP oder ist das der gesamte Hausverbrauch???

Verfasser:
Peter9000
Zeit: 24.07.2018 09:03:21
0
2664051
Das war inkl. einiger Baumaschinen.

Trotzdem waren unter Vollastbedingungen täglich 70 kWh nur für die Heizung auf dem Zwischenzähler abzulesen. Also 5000 kWh sind bestimmt in die Heizung gegangen.

So schnell habe ich selten einen Drehstromzähler kreiseln sehen...

Ich wohne mit meiner Familie noch keinen kompletten Winter in der Bude, daher fehlen mir Erfahrungswerte.

Verfasser:
Solarzelle
Zeit: 24.07.2018 10:22:11
0
2664070
Zitat von Peter9000 Beitrag anzeigen
Das war inkl. einiger Baumaschinen.

Trotzdem waren unter Vollastbedingungen täglich 70 kWh nur für die Heizung auf dem Zwischenzähler abzulesen. Also 5000 kWh sind bestimmt in die Heizung gegangen.

So schnell habe ich selten einen Drehstromzähler kreiseln[...]



Also was denn jetzt?
Ist ein Zwischenzähler NUR für die WP da, dann braucht man doch nicht schätzen???

Verfasser:
winni 2
Zeit: 24.07.2018 12:33:37
0
2664102
Hi,

die Dämmstärken sind energetisch gesehen nicht so richtig gut,
aber ein Altbau ist das auch nicht mehr.
Mindestens an der obersten Geschossdecke würde ich noch was
tuen. Da sollte mindestens die doppelte Dämmstärke verbaut
werden, denke ich. Ebenso sollte die Kellerdeckendämmung
komplettiert werden.

Glas U-Wert 1,1 ist schade. Da sollte man heute 3-fach-Glas
verbauen.

Schade, das im Zuge des neuen Verputzes keine Wärmedämmung
aufgebracht wurde, was vermutlich nach EnEV auch hätte erfolgen
müssen, wenn größere Teile der Wand angefasst werden. Da muss
dann U-Wert 0,24 höchstens erreicht werden...

Ich würde als erste Massnahme mal die feste Vorlauftemperatur
50 Grad rausnehmen und experimentieren, wie weit Du im Winter
runter kommen kannst und welche Räume dann als erste nicht mehr
warm werden. Diese Räume dann evtl. mit leistungsfähigeren
Heizkörpern ausstatten.
Die festen 50 Grad sind ein echter Effizienzkiller und der Lebens-
dauer der Wärmepumpe auch nicht zuträglich, denke ich.
Und schauen, wie weit es die Daikin ohne Heizstäbe schafft, die
notwendige Vorlauftemperatur zu halten. Wenn vorhanden, die
Heizstäbe an der Sicherung ausschalten und nur bei Bedarf zu-
schalten.
(Ich weiss, die Daikin-Regelung ist alles andere, als intuitiv zu
bedienen. Meine Mutter hat auch so ein Teil ähnlichen Baujahrs...)

Extra Zähler für Wärmepumpe einbauen lassen, so nicht vorhanden
und dann schauen, wo sich der Verbrauch nach den Massnahmen
einpendelt und ob Du damit leben willst.

Die Warmwasserversorgung wird so sicher kostspielig und könnte
auch von der/einer Wärmepumpe übernommen werden, wenn die
Warmwasser-Leitungen nachrüstbar sind

Grüsse

winni

Verfasser:
Peter9000
Zeit: 24.07.2018 13:35:04
0
2664121
Jetzt habe ich gerade noch einmal auf dem WP Zwischenlähler nachgeschaut und gerechnet. Im Winter 2017/2018 sind 4100 kWh nur für die Heizung verbraucht worden. Aber das kann man schlecht vergleichen da unterbrochener Betrieb und halt nur Baustellenbedingungen.

Alle Rohrleitungen sind ebenfalls neu verlegt worden, genauso wie die komplette Elektrik.
Der DLE ist als Zwischenlösung gedacht. An den Aufstellort dachte ich mir werde ich einen WW Speicher stellen. Vielleicht sogar mit BWWP.

Die Sicherung des Heizstabs zu entfernen ist ein super Vorschlag, Danke. Mal schauen wo es hinläuft.

Wärmedämmung ist echt ein eigenes Thema. Verschiedene Gründe führten zu der Entscheidung keine Dämmung zu verwenden. (Vorerst, Aussenfassade muss auch komplett überholt werden).
Dreifachglas und Überdämmung am Altbau ist häufig auch problematisch habe ich mich aufklären lassen.

Wie auch immer: Jetzt muss ich mit den Sachen klar kommen die ich habe. Nächstes mal wird es ja vielleicht ein 0-Energie Traumhaus in genau der richtigen Lage....

Verfasser:
winni 2
Zeit: 24.07.2018 14:02:55
0
2664128
Der Verbrauch hört sich mit der suboptimal betriebenen Wärme-
pumpe gar nicht schlecht an und die Daikin könnte vermutlich auch
einen Warmwasserspeicher bedienen.

Zur Dämmung geistern viele Mythen rum und einer ist, das die
Fenster nicht besser, als die Wände sein sollen, damit dort
Feuchtigkeit kondensiert. Die Feuchtigkeit hält sich aber nicht
daran. :-). Das funktioniert evtl. mit einfach-Glas, aber nicht mit
U-Wert 1,1.
"Überdämmen" ist auch so ein Quatsch. Wenn schon, denn schon,
aber nu bist Du ja schon fast fertig.
Mein Haus ist weit weg von energetisch optimal saniert, weil ich
es nicht besser wusste.

An die Kellerdecke würde ich übrigens mehr als 5 cm Dämmung
machen, wenn da noch was kommt.

Grüsse

winni

Verfasser:
Solarzelle
Zeit: 24.07.2018 15:06:58
0
2664152
Also wenn es echt nur Baustellenbetrieb war, finde ich den Wert richtig schlecht.

Was man im WEB so leist, schafft die WP etwa JAZ 3 in der Praxis, was sehr sehr schlecht wäre.


Was ist mit dem Holzofen?
Kann man damit was anfangen?


Ich würde aktuell nichts machen und mit Tips hier von den Fachleuten die WP optimal einstellen.

Ziel sollte über JAZ 4 sein.

Da an der Heizung jetzt etwas umzumodeln würde ich nicht machen.

Ich würde den kommenten Winter einmal komplett mit der Daikin machen und dann sehen, was tatsächlich dabei rum kommt.

GGf könnte es auch ratsam sein, den ein oder anderen Heizkörper gegen einen Kermi X2 Typ 33 zu tauschen.

Verfasser:
Peter9000
Zeit: 25.07.2018 09:34:21
0
2664321
Tja, ich kenne diese Heizung noch nicht richtig.
Ich werde mal einen weiteren Thread dazu aufmachen, da ich auch prüfen möchte, was man bei der Kiste hinsichtlich Betrieb und Wartung beachten sollte. Ist ja eine Kältemaschine.....

Also mein Holzofen ist super, der hat es geschafft den ganzen Bau im Winter auf eine gute Temperatur zu bringen. Ohne Strom im Gebäude, teilweise ohne Fenster und bei leichtem Schneefall.

Kellerdecken werde ich Isolieren. Wie geht man mit verlegten Rohrleitungen und Lampen um? Unterfüttern und einpacken?

Soll ich mich um die Heizlastberechnung kümmern oder ist das nicht sinnvoll?

Verfasser:
winni 2
Zeit: 25.07.2018 15:54:33
0
2664422
Für Dämmstoffe gibt es spezielle Dübel, an die man nicht zu schwere
Lampen hängen könnte.

Bei Rohrleitungen kommt es darauf an, wie weit die runter ragen. U.U.
kann man "einfach Kanäle in den Dämmstoff schneiden und die so
überdämmen oder, bei Heizungsleitungen, diese erst neu dämmen
und dann die Deckendämmung daran arbeiten. Evtl. Lücken mit Baus-
chaumpistole schließen (Bei guter Belüftung...)

Ideal ist es auch die anschliessenden Kellerwände, Innnen- wie Aussen-
wände, so 30 - 40 cm von oben runter zu dämmen. (Dämmschürze)

Heizlastberechnung könntest Du ungefähr selber machen.
"Wärmebedarfsrechner" bei "ubakus".

Grüsse

winni

Verfasser:
Solarzelle
Zeit: 26.07.2018 07:15:04
0
2664527
Ich würde abgehängte Rohre aussparen und soweit möglich mit dünneren Dämmplatten/Mineralwolle etc.. unterfüffern.

Stromleitungen ebenfalls mit an der Stelle dünnerem Material abdecken.

Bitte Brandschutz beachten!

Ich bin kein Fachmann, würde aber nicht brennbare Steinwolle verwenden, zB ISOVER Protect BSP oder Knauf Insulation.

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