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KFW55 Neubau, welche Wärmepumpe ist sinnvoll,welche möglich?
Verfasser:
Infi01
Zeit: 31.07.2018 20:29:00
0
2665995
Hallo zusammen,

in den letzten Tagen hatte ich ein paar Gespräche mit Bien Zenkers technischen Abteilungen und auch dem zuständigen Mitarbeiter von Viessmann, der für die Bien Zenker Wärmepumpen zuständig ist.

Völlig überraschend sagte mir der Mitarbeiter von Viessmann sinngemäß:

"Ja klar, Grabenkollektor aus dem Haustechnikdialog kenne ich und ist sicher ein gutes System..."

Er sagte, dass er als Viessmann natürlich den Geocollect Kollektor empfehlen würde, betonte aber auch, dass Geocollect auch wenigstens zum Teil im Besitz von Viessmann sei...

Er sagte ebenfalls, dass es kein Problem darstellt, wenn der Kollektor Bauherrenseitig gestellt würde, Viessmann aber natürlich jede Gewährleistung für Schäden am Kollektor oder durch den Kollektor entstandene Schäden ausschließen müsse. Dasselbe gilt aber auch für Bohrungen, die durch den Bauherren beauftragt werden. Das klingt für mich fair!

Ich kann mich also jetzt voll und ganz auf das Thema einschießen!

Von Winni2 der letzte Vorschlag sieht ja schon sehr vielversprechend aus:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=Np6JeyV4gNdDJPpy3pQh

Für die weiteren Schritte würde ich jetzt:
- Heizlastberechnung von Bien Zenker anfordern
- Grabenkollektor-Layout bestätigen
- Ausführung planen...

Ist dieses Vorgehen das zielführende?

Zum Thema KFW55 oder KFW40 wurde mir von der Berechnungsabteilung von Bien Zenker gesagt, dass die Gebäudehülle den KFW40 Standard nicht erfüllen kann. Ich kann auch aufgrund des Hausbauprogramms in dem wir geplant haben den Dämmstandard nicht erhöhen. Schade, aber ist jetzt so ;-) Oder gibt es hier noch andere Ideen wie ich an KFW40 kommen kann?
Der Primärenergiebedarf wäre auch aus seiner Sicht natürlich mit der Sole WP mehr als ausreichend gering!

Vielen Dank noch einmal für die tolle Hilfestellung!
Gruß,
Florian

Verfasser:
gnika7
Zeit: 31.07.2018 20:42:29
0
2665997
Zitat von Infi01 Beitrag anzeigen

Oder gibt es hier noch andere Ideen wie ich an KFW40 kommen kann?

...]

Das einzige was mir dazu einfällt
1. Bodenplatte besser dämmen, ggfs. PUR unter Estrich.
2. Oberste Geschossdecke in EigenLeistung nachdämmen.
3.bessere Fenster. Das sollte eigentlich immer möglich sein.

Wenn alle Punkte umgesetzt werden, könnte es reichen.

Bauteileübersicht aus der Berechnung von Ht wäre hilfreich um zu sehen wo das meiste zu holen wäre.

Grüße Nika.

Verfasser:
Infi01
Zeit: 31.07.2018 21:07:29
0
2666000
Hallo Nika,

Danke für den Beitrag! Meinst du noch detailliertere Werte als die aus dem Eingangspost?

Gruß

Verfasser:
gnika7
Zeit: 31.07.2018 21:14:13
0
2666004
Ja, die detaillierten Werte für alle Bauteile aus der EnEV-Berechnung. Damit kann man sehen, welche Auswirkungen die Verbesserung bestimmter Bauteile hat.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 01.08.2018 15:36:52
1
2666210
Die Aussage des Bien-Mitarbeiters verstehe ich nicht?

Die KfW-Klassen heben auf den Primärenergieverbrauch ab.
Wenn der mit Erdwärmepumpe ausreichend gering würde, warum
kann KfW40 trotzdem nicht erreicht werden?
Das sollte er mal genauer erklären, weil auch an den genannten
U-Werten sollte es eigentlich nicht liegen, denke ich.

Vielleicht macht Bien ein pauschalen Wärmebrückenzuschlag, der
bis 0,1 betragen kann. Würde man hier eine detaillierte Wärme-
brückenberechnung in Auftrag geben, könnte es sein, das der bei
einem Fertighaus evtl. gegen Null gehen würde, was einen großen
Einfluss auf H,t hätte.

Grüsse

winni

P.S. Hammer, das Viessmann sich an diesem m.M. sehr merkwürdigen
System beteiligt. Sollte das weiter angedacht sein, unbedingt die
Themen hier lesen, in dem Geocollekt vorkommt. Da gibt es sehr
ernüchternde praktische Erfahrungen...

Verfasser:
winni 2
Zeit: 01.08.2018 16:14:47
0
2666221
Interessanter als eine Heizlastberechnung wäre z.Z. ein EnEV-Ausweis,
mit dessen Werte man die Heizlastabschätzung im Tool füttern könnte.

Bevor Du Dich ganz auf meinen von Dir verlinkten Entwurf einschiesst,
solltest Du klären, wie es um die Bodenfeuchte in der Kollektorebene
im Jahresverlauf aussieht?
Weil, wäre da im Winter trockener Sand möglich, müsste der Kollektor
erweitert werden.

Grüsse

winni

Verfasser:
gnika7
Zeit: 01.08.2018 16:37:29
0
2666233
Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen
Die Aussage des Bien-Mitarbeiters verstehe ich nicht?

Die KfW-Klassen heben auf den Primärenergieverbrauch ab.
Wenn der mit Erdwärmepumpe ausreichend gering würde, warum
kann KfW40 trotzdem nicht erreicht werden?[...]

Es gibt auch Mindestvoraussetzungen an den Ht-Wert. Dieser darf für KfW40 maximal 55% des Referenzwertes sein. Ansonsten könntes du mit Fernwärme oder Holz recht leicht die Voraussetzungen erfüllen, trotz schlechter Hülle.

Siehe Tabelle auf der ersten Seite...

https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000003464_M_153_EEB_2018_04.pdf

Im vorliegendem Fall ist Ht das Problem und nicht die Technik

Grüße
Nika

Verfasser:
winni 2
Zeit: 01.08.2018 17:51:10
0
2666255
Das ist möglich Nika, aber nicht sicher, denke ich.
Vor allem wäre die Frage, mit welchem Wärmebrückenzuschlag
H,t von Bien berechnet wurde?

Florian kommt ja bei seiner Rechnung, vermutlich ohne Zuschlag (?)
auf H,t 0,2, was ziemlich gut wäre und er hat da Bodenplatte 0,3
verechnet, was ein schlechter Wert wäre.

Grüsse

winni

Verfasser:
gnika7
Zeit: 01.08.2018 18:33:34
0
2666269
Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen

Vor allem wäre die Frage, mit welchem Wärmebrückenzuschlag
H,t von Bien berechnet wurde?

Florian kommt ja bei seiner Rechnung, vermutlich ohne Zuschlag (?)
auf H,t 0,2, was ziemlich gut wäre und er hat da Bodenplatte[...]


Deshalb habe ich ja auch bereits folgende Verbesserungen vorgeschlagen bzw. nach Details der Rechnung gefragt..
Zitat von gnika7 Beitrag anzeigen
Zitat von Infi01 Beitrag anzeigen
[...]

Das einzige was mir dazu einfällt
1. Bodenplatte besser dämmen, ggfs. PUR unter Estrich.
2. Oberste Geschossdecke in EigenLeistung nachdämmen.
3.bessere Fenster. Das sollte eigentlich immer möglich sein.

Wenn alle Punkte umgesetzt werden, könnte es reichen.

Bauteileübersicht aus der Berechnung von Ht wäre hilfreich um zu sehen wo das meiste zu holen wäre.

Verfasser:
Infi01
Zeit: 02.08.2018 13:24:49
0
2666469
Hallo nochmal,


die KFW40 Ausweisung wird vermutlich etwas schwierig aufgrund des Werkvertrages, den ich mit Bien Zenker habe:

Das Haus ist im Programm von Livinghaus gebaut. Dieses ist eine günstigere Serie von Bien Zenker, bei dem das KFW40 Haus nicht angeboten wird. Auch wenn es technisch vermutlich genauso möglich wäre das Haus auf KFW40 Standard zu verbessern würde Bien Zenker diesen Weg nicht mitgehen, da aus verkaufstechnischen Gründen Livinghaus diese KFW40 Option nicht gewährt werden soll. Kann ich auch ein Stück weit verstehen.

Der einzige Weg wäre es, dass ich die Energieberater-Leistungen aus dem Werkvertrag entfallen lasse und diese extern beauftrage. Da Bien Zenker aber hier quasi keinen Mehraufwand außer ein paar Formularen hat, bekommt man für diese Leistung auch keine Erstattung aus dem Werkvertrag. Auch das verstehe ich gut, da auch eine Bauaufsicht für Bien Zenker nicht wirklich notwendig ist, da sie ja selbst alles liefern und verbauen, was für den Dämmwert entscheidend wäre.

Einen Blower-Door Test führen sie zwar auch noch aus, jedoch erstatten sie diesen auch nicht. In Summe aber ist das schon irgendwie okay, da das auch nicht dem Konzept eines Bien Zenker Hausbaus entspricht erst alles gesamt zu beantragen und anschließend Gewerk für Gewerk wieder zu entfernen.

Sollten die Sole-WP Anlagen jedoch exorbitant teuer sein, werde ich vermutlich auch den Weg eines externen Heizungsbauers und damit auch eines externen Energieberaters wählen.

Kollektor:
Ich habe heute aus Interesse mit einem Unternehmen aus der Region gesprochen, welches Tiefenbohrungen für Erdwärmesonden ausführt. Ebenfalls bauen sie Flächenkollektoren, sind aber von diesen aufgrund der geringen Tiefe nicht überzeugt, da sie schon die eine oder andere schlechte Ausführung gesehen haben, die dazu geführt hat, dass im Garten quasi nichts mehr wächst.

Den Ringgrabenkollektor kannte er auch und sagte, dass dieser in seinen Augen auf jeden Fall eine wesentlich bessere Variante sei, jedoch glaube er, dass ich auf diesem Grundstück wenig Erfolg beim Verlegen haben werde, da bei 1,7m der Boden / Sand schon so nass sei, dass mir die Grube ständig wieder voll laufen würde und ich den Kollektor nicht wirklich verlegt bekäme.

Schätzt ihr die Lage ähnlich problematisch ein? Gibt es für solche Fälle andere Methoden den Kollektor zu verlegen? Ist das System dann noch konkurrenzfähig gegenüber Bohrung?

Verfasser:
gnika7
Zeit: 02.08.2018 18:29:37
1
2666588
Hi,

Zitat von Infi01 Beitrag anzeigen
Der einzige Weg wäre es, dass ich die Energieberater-Leistungen aus dem Werkvertrag entfallen lasse und diese extern beauftrage. Da Bien Zenker aber hier quasi keinen Mehraufwand außer ein paar Formularen hat, bekommt man für diese Leistung auch keine Erstattung aus dem Werkvertrag. Auch das verstehe ich gut, da auch eine Bauaufsicht für Bien Zenker nicht wirklich notwendig ist, da sie ja selbst alles liefern und verbauen, was für den Dämmwert entscheidend wäre.[...]

1. Lass dir erst mal die Berechnung geben
2. Guckst selber, ob mit besserer Bodenplatte, besseren Fenster, Nachdämmung von oberster Geschossdecke (in Eigenleistung) du an den benötigten KfW-Wert für Ht ran kommst.
3. Wenn in 2. du an den Wert ran kommst, beauftragst einfach selber einen Energieberater. Kosten<1000€. Förderung>=10000€ (bei Akku). Der Energieberater muss ja nur die ganzen Werte in seine Software klimpern.

Den Ht mit angepasster Dämmung in 2. kannst du leicht selber berechnen. Dazu reicht ein Taschenrechner. Bei Qp musst du gucken, ob du bereits bei der Berechnung von Bien Zinker KfW40 erfüllst (sollte eigentlich passen). Wenn in 2. der Wert nicht ganz reicht, wäre zu prüfen, ob die Wärmebrückenberechnung da noch helfen könnte. Das müsste aber der Energieberater dann sagen können.

Grüße
Nika

Verfasser:
Infi01
Zeit: 03.08.2018 21:29:33
0
2666917
Hallo Nika,

danke für den sehr guten Hinweis. Ich werde mal sehen, was sich da machen lässt und mir zunächst einmal detaillierte Werte für das Haus geben lassen.

Evtl. ist es wirklich ein Weg mit einem zusätzlichen Berater die KFW40 Plus Einstufung zu schaffen.

Mir ist jetzt immer noch nicht ganz klar:
geht es um den Gesamtenergieverbrauch, oder muss sowohl die Hülle, als auch der Primärenergieverbrauch stimmen?

Kann jemand zu der anderen Frage bzgl. des Wasserstandes noch etwas sagen?
Gibt es hier Möglichkeiten?

Gruß,
Florian

Verfasser:
gnika7
Zeit: 03.08.2018 21:47:13
1
2666926
Zitat von Infi01 Beitrag anzeigen

Mir ist jetzt immer noch nicht ganz klar:
geht es um den Gesamtenergieverbrauch, oder muss sowohl die Hülle, als auch der Primärenergieverbrauch stimmen?
[...]

Es müssen beide Werte passen. Für KfW40 muss Qp maximal 40% und Ht maximal 55% des Referenzwertes betragen.
Achtung: Referenzwerte sind die Werte vor der Verschärfung der EnEV
Genauer,
Die entsprechenden energetischen Kenn-
werte des Referenzgebäudes (QP REF; H’T REF) sind nach Anlage 1, Tabelle 1 (ohne Anwendung von Zeile 1.0) EnEV zu ermitteln
Siehe
https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000003465_M_153_EEB_TMA_2018_04.pdf

Qp sollte mit WP (und PV)kein Problem darstellen.

Grüße Nika.

Verfasser:
Infi01
Zeit: 09.08.2018 21:24:59
0
2668518
Ich hatte heute einen sehr netten und ausführlichen Kontakt mit dem in der Haustechnik verantwortlichen Mitarbeiter für die möglichen Heizsysteme.

Ich habe noch keine detaillierte Heizlastberechnung bekommen können (diese wird ausgeführt nachdem der Bauantrag eingegangen ist), jedoch hat der Mitarbeiter mir schon gesagt, mit welcher Heizung sie im ersten Schuss einmal planen würden (es gibt sehr große Erfahrungswerte aufgrund der Hausgröße und den dem Hausstandard zugrunde liegenden Werten aus vorigen Projekten.

Bien Zenker hat derzeit einen Vertrag mit Viessmann, sodass es definitiv eine Anlage von Viessmann würde.
Die Wärmepumpe wäre die:
Viessmann Vitocal 200-G, Typ BWC 201.A08

Er sagte es sei ebenfalls denkbar einen Typ kleiner zu verwenden, dies müsst aber dann im Einzelfall eben noch berechnet werden. Die vergleichsweise große Leistung begründete er unter anderem damit (ich sagte, dass mir diese etwas hoch vorkäme), dass nach den Sperrzeiten bei Versorgung mit WP-Tarif die Heizanlage entsprechend etwas höhere Leistung bringen muss, um wieder nachzuheizen.

Die Kälteleistung der Anlage beträgt 6,01 kW. Bedeutet das, dass ich einen Ringgrabenkollektor auf diesen Wert auslegen müsste, oder kann ich auch darunter bleiben?

Preise
Die Sole WP Heizanlage mit einem 390L WW-Speicher und einem 200l Pufferspeicher würde mich in etwa 5500€ mehr kosten, als eine Gas-Brennwert Heizung mit Solarthermie (nur 2 Panels) und entsprechend kleinerem Pufferspeichern.
Die BAFA Förderung habe ich hierbei nicht mit berücksichtigt, da diese in den Kollektor investiert würde.
Bei den Kosten der Gasheizung habe den Gasanschluss bereits mit berechnet.

Die Fußbodenheizung und KWL wären in beiden Fällen die gleiche. Ist das ein plausibler Wert?

Ich bin derzeit noch nicht ganz schlüssig, ob ich bei der Kostenlage in die Sole-WP investieren soll, oder ob Gas im Endeffekt die günstigere Variante ist.

An der Thematik KFW40Plus bin ich parallel auch noch dran.

Vielen Dank,
Gruß,
Florian

Verfasser:
winni 2
Zeit: 10.08.2018 17:17:48
2
2668750
Das Gespräch mag nett gewesen sein, aber für ein (fast ?) KfW40-
Haus eine 7,7 kW Wärmepumpe vorzuschlagen, finde ich daneben.
:-(

Sperrzeiten sollte man vermeiden, indem die Wärmepumpe auf
Haushaltstrom angeschlossen wird. Das ist wegen der dann ent-
fallenden zweiten Zählergrundgebühr auch oft wirtschaftlicher.
In einem sehr guten gedämmten Haus ziemlich sicher.
Aber selbst mit Sperrzeiten wäre die A06 noch völlig ausreichend.

Der Graben wird nicht nach der Kälteleistung, sondern nach der
Heizlast ausgelegt.

Nächster Punkt wäre der 200 Liter-Pufferspeicher....
So was zieht die Effizienz oft runter, kostet Geld und Stellfläche
und ist völlig entbehrlich, wenn die Heizflächen richtig betrieben
werden. Das bedeutet zumindest Wohnräume, Küche, Bäder
ohne Einzelraumregelungen (EER) betreiben, die den Volumen-
strom für die Wärmepumpe abwürgen könnten und eine falsch
eingestellte Heizkurve kaschieren.

Würde mit Gasheizung KfW55 noch erreicht?
Den Aufpreis finde ich ohne Erdwärmequelle ziemlich dreist.
Immerhin entfällt ja auch die thermische Solaranlage und es
gibt weniger Installationsaufwand, denke ich.
Die Bafa-Förderung sollte normal nicht für den Kollektor drauf
gehen. Der kostet mit Eigenleistung ca. um die 2500,-- Euros

Grüsse

winni

Verfasser:
Infi01
Zeit: 10.08.2018 20:30:23
0
2668802
Hallo,

ich teile meinen Text mal in "Abschnitte":

Organisatorisches / Werkvertrag
die Gasheizung würde KFW55 zusammen mit dem Solarthermiekollektor erreichen.

Auf eine Einzelraumregelung "darf" ich nur bedingt verzichten. Ich würde eine Steuerung von Loxone verbauen, die ich natürlich raumweise abschalten kann / auf konstanter Temperatur fahren kann. Die Heizanlage ohne Einzelraumregelung aufbauen dürfen sie lt. Auskunft durch die Technikabteilung nicht, da die EnEV dies wohl vorschreibt.

Wie gesagt wurde mir gesagt, dass es möglich wäre auch eine kleinere WP zu verbauen (Typ A06), jedoch würde ich in diesem Fall keine Kostenersparnis erwarten können, da die Preise nun einmal Pauschalpreise sind, die an der Hausgröße und den Dämmwerten bemessen werden. Es wird preislich auch nicht unterschieden, ob das Haus in München Mitte, oder in Brandenburg aufgestellt wird... Mischkalkulation eben. Ich bin nicht verpflichtet mich darauf einzulassen, verzichte aber auch auf den Komfort mich um nichts weiter kümmern zu müssen.

Wenn ich die Heizanlage aus dem Werkvertrag entfallen lasse, gibt mir BZ außerdem keine KFW Ausweisung mehr. Dies ist auch verständlich, da eine Bauaufsicht im Falle von "BZ-Alleingang" quasi nicht notwendig ist. Die kompletten Bauteilwerte etc. sind bei BZ bekannt..
Ich müsste also in jedem Fall auf eine Heizanlage von einem externen Heizungsbauer auch die Kosten für einen Energieberater addieren. Diesen Kostenpunkt kenne ich allerdings noch nicht.
Der Kredit ist jetzt auf KFW Mittel geplant, sodass ich die KFW Ausweisung benötigen werde...


Heizwerte
Ich habe von einem vergleichbaren Neubau den H'T Wert für die Gebäudehülle bekommen. Dieser beträgt 0,25 W/(m²K). Der Referenzwert wäre 0,387 W/(m²K). Der relative Wert somit bei 65%.

Die Frage, ob ich mit einer erweiterten Dämmung (die ich ab Werk nicht bekommen werde) auf KFW40 kommen kann, kann ich derzeit noch nicht beantworten.

Wärmebrückenzuschlag in den 0,25 W/(m²K) ist 0,05 W(m²K).

Bei unserem Bau könnte der Gesamtwert vermutlich noch etwas schlechter als 0,25 dastehen, da wir recht viele Fenster und noch drei DFF mit je etwa 1,1m² verbauen.

Der Energiebedarf des Hauses liegt schätzungsweise bei etwa 15000 bis 18000 kWh/a.

Ich habe heute noch "offizielle" Kosten für die Gasheizung bekommen. Die Situation stellt sich so dar, dass die Kostendeltas zwischen Gas so sind:

Gas: inkl. Gasanschluss und Gasinstallation im Haus
Sole mit Ringgrabenkollektor (2500€): + 2770 € (inkl. Verrechnung Bafa -4500€)
Sole mit Tiefenbohrung (9000): +8770 € (inkl. Bafa und Land NRW -5000)

An der Tiefenbohrung reizt mich die Möglichkeit des Natural Coolings, da diese Funktion in der Sole WP mit enthalten ist. Beim RGK habe ich gelesen, dass dies nicht möglich sei über den ganzen Sommer.

Ich frage mich bei der Preisdifferenz (speziell Bohrung), ob sich eine Sole-WP gegenüber der Gastherme mit Solarthermie jemals amortisieren wird.

Vielen Dank fürs Lesen,
Gruß,
Florian

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 10.08.2018 20:53:28
1
2668808
Zitat von Infi01 Beitrag anzeigen
... Energiebedarf des Hauses liegt schätzungsweise bei etwa 15000 bis 18000 kWh/a ...
Wow ... das brauchen wir für's Temperieren unserer im Bereich NAT -14°C freistehend gebauten 18 Jahre alte Hütte mit rund 250 Quadratmetern beheizter Fläche ... ich hätte bei einem Neubau mit ~170 Quadratmetern und Wärmerückgewinnung am Standort in / um Bielefeld einen geringeren Wärmebedarf erwartet!

🤔

Verfasser:
Infi01
Zeit: 10.08.2018 21:27:50
0
2668823
Vielleicht irre ich mich auch bei dem Wert.. Ist auch nicht so entscheidend denke ich, da selbst wenn er so hoch ist ich Probleme habe mir die Amortisation schön zu rechnen.

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 10.08.2018 21:43:30
0
2668826
Zu beachten ist m. M. nicht nur das mit Gas und ST nicht funzende "Cooling"!

Die im Großteil der Heizperiode gegebene Heizlast ist bei über Null Grad Außentemperatur ... dann kaum 50% des Wertes bei Auslegungstemperatur ... da wäre interessant zu wissen, was für eine Gasbüchse bei einer NAT-Heizlast von wesentlich unter 10 kW zu nehmen Ist!

(Bildquelle)

🤔

Verfasser:
gnika7
Zeit: 10.08.2018 21:43:38
2
2668827
Hi,

wenn du WP nimmst, brauchst du keine ST mehr.
Das heißt,
- Gasanschluss ca. 1000€
- Gastherme ca. 2000€
- LAS ca. 1000€
- ST ca. 4000€
- Großer Pufferspeicher ca. 300€

Damit fallen ca. 8000€ weg. Diese sollten mehr als genug für eine SEWP sein.

Grüße Nika

Verfasser:
Infi01
Zeit: 10.08.2018 22:58:52
0
2668839
Ich kenne die genaue Gastherme nicht. Wie beschrieben ist das aber auch nicht sehr relevant, da ich diesen Preis nicht verhandeln können werde, es sei denn ich steige aus dem ganzen Werkvertrag aus mit der Heizung... Möglich wäre das.

Nika deiner Rechnung kann ich nicht ganz folgen. Meinst du, dass die Delta Werte für die Heizsysteme, die ich genannt habe, nicht plausibel oder zu hoch für die Sole WP sind?

Wenn man unerfahren ist, ist es leider sehr schwierig Werte vergleichen zu können und vor allem Angebote von freien Heizungsbauern zu plausibilisieren...

Verfasser:
winni 2
Zeit: 11.08.2018 16:10:11
0
2668969
Ja, die EnEV schreibt Einzelraumregelungen vor, aber nicht
deren Benutzung...
Man kann die einfach in der Heizperiode auf maximale Temperatur
stellen und sie sind immer auf. Ist der Bau abgenommen, baut man
dann am besten die überflüssigen Teile ab, zumindest in Nichtschlaf-
räumen und stellt so sicher, das die Dinger keinen Strom mehr ziehen.

Ich habe immer nur Häuser renoviert und nie neu gebaut.
Ich hätte da ganz schön Probleme mit, wenn mir da immer nur "Pakete"
verkauft werden würden und ich keinen Einfluss auf Details hätte.
Aber im Moment können sich die Anbieter das vielleicht leisten?

Auch wenn ers keine Ersparnis bringen würde, ich würde die 06er
nehmen, weil die besser laufen wird. Weniger Heiztakte.

Das Potenzial zur passiven Kühlung oberflächennaher Kollektoren ist
begrenzt, aber es lässt sich durch mehr Verlegetiefe steigern. Reicht es
nicht, kann man immer noch für weit weniger Geld, als den Aufpreis
Tiefenbohrung, eine Klima-Split an zentraler Stelle im Haus montieren,
die sowieso den Vorteil hat, das sie die Luft auch entfeuchtet, was die
Kühlung angenehmer macht.

Grüsse

winni

P.S. Hast Du dyarnes neues Thema gesehen?
https://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/209842/passiv-kuehlen-ueber-Fussbodenheizung-Mythen-vs-Praxis

Verfasser:
Infi01
Zeit: 11.08.2018 21:14:27
0
2669015
Na das sieht ja mal ziemlich sehr gut aus mit den RGK bei der Kühlung und diesen Extremtemperaturen dieses Jahr.

Meint ihr ich sollte also besser gar nicht viel in eine Regelung mittels Loxone investieren, da ich ohnehin die Einzelraumregelung nicht verwenden sollte?

Wegen der Größe der WP ist das schon einmal ein guter Hinweis. Ich werde mir das auf jeden Fall genau ansehen, was sie mir verbauen möchten.

Ich habe selbst nicht so das Problem damit, dass mir Pakete angeboten werden. An den stellen, an denen ich möchte, kann ich ja jederzeit das Gewerk aus dem Vertrag entfernen. Ich muss mir nur immer die Frage stellen, ob es mir den Aufwand wert ist.
Im Falle der Heizung denke ich derzeit quasi permanent über nicht viel anderes nach...

Für mich stellt sich wie schon erwähnt weiterhin die Frage, ob die BZ Preise generell zu teuer sind für die Heizanlage und ob ich am freien Markt in der Summe günstiger davon kommen würde. Evtl. ist die Gastherme die einzige, die preislich in Ordnung ist.
Die Aufpreise für die Wärmepumpen-Systeme sind jedenfalls nicht ohne...

Bei Gasheizung als Basis. Alle Systeme mit KWL und Fußbodenheizung mit Einzelraumregelung. Trinkwasserspeicher entsprechen dem System (mal größer mal kleiner):
Gas mit Solarkollektor: + / - 0 €
LWWP ohne Solarkollektor: + 6000 € (ggf. sogar +7500 €. Muss ich Montag noch klären)
SWWP ohne Solarkollektor: +7000 € (ggf. sogar +8500 €. Muss ich Montag noch klären)

Dazu dann jeweils der Gasanschluss (Hinterbebauung, Angebot der Stadt sind 2300€) oder der Kollektor / Sonde.

Können diese Werte denn plausibel sein? Abseits vom Technikraum sind die Heizsysteme ansonsten absolut identisch...

Wenn ich die BAFA Förderung für die SWWP, den Gasanschluss und den Flächenkollektor für 2500€ dazu verrechne, dann kostet mich die SWWP etwa 2800€ mehr, als die Gasheizung. Da wir das Dach mit PV belegen möchten, ist die SWWP evtl. die logischere Heizung.

Ich weiß gerade wirklich nicht mehr, in welche Richtung ich mich entscheiden soll... :-(

An belastbare Angebote zu kommen ist wie ich finde gar nicht so einfach. Ich bräuchte dazu die Heizlastberechnung, welche ich bekomme, sobald ich Bien Zenker mitteile, dass ich die Heizung nicht von ihnen beziehen werde.

Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Gibt es GUTE Seiten im Internet, auf denen ich mir von mehreren Betrieben Angebote einholen kann?

Für mich heißt es derzeit entweder BZ SWWP mit Flächenkollektor (wenn möglich, sonst Gas), oder extern vergeben. Das würde ich aber nur tun, wenn ich damit auch ordentlich sparen kann.

Vielen Dank für die viele Hilfestellung!
Gruß

Verfasser:
gnika7
Zeit: 11.08.2018 23:15:02
2
2669040
Zitat von Infi01 Beitrag anzeigen

Meint ihr ich sollte also besser gar nicht viel in eine Regelung mittels Loxone investieren, da ich ohnehin die Einzelraumregelung nicht verwenden sollte?
[...]

Yep, eine ERR wäre verbranntes Geld. Ich spreche aus Erfahrung. Unterschiedliche Temperaturen in verschiedenen Räumen sind damit kaum möglich. Aufgrund der Trägheit ist da auch nix mit an dem Thermostaten drehen.

Ich habe bei mir alles nötige für ERR im Verteiler schon drin. Bin letztes Jahr nicht dazu gekommen des in Betrieb zu nehmen. Nach dem letzten Winter sehe ich aktuell auch kein Grund da Zeit zu investieren. Vielleicht werde ich im WoZi das machen. wenn der Grundofen mal reinkommen sollte.

Was die Aufpreise für WP angeht... 6000€ mehr für eine LWP statt Gastherme+ST ist Frechheit. Das Gerät kostet sicher weniger als die Therme+STA. Der Aufwand für den Anschluss ist sicher auch nicht höher. Da wird offensichtlich versucht abzukassieren. Ob das Rausnehmen des kompletten Gewerks sich finanziell lohnt, ist bei dieser Preispolitik zu bezweifeln.

Wenn es geht, eine SEWP nehmen und die Quelle selber erschliesse..

Grüße Nika

Verfasser:
Infi01
Zeit: 12.08.2018 09:57:28
0
2669075
Je tiefer ich in diesen Kaninchenbau eindringe, desto unklarer wird mir die Preisstruktur ebenfalls...

Ich habe einfach mal die Preise für die drei unterschiedlichen Systeme in einem Onlineshop verglichen.
Wenn wir davon ausgingen, dass alle drei Systeme gleich aufwändig in der Installation wären (wobei Gas vermutlich am meisten Aufwand ist), dann komme ich für die reinen Geräte auf diese Preise:

Gas mit Solar
Vitodens 200 -FM mit Solarplatten
6.439,19 €
Differenz zu Gas: - €
https://www.meinhausshop.de/VIESSMANN-Solarpakete-Vitosol-200-FM-Vitodens-200-W-26-kW-o.-Mischer-Vitocell-100-W/B?number=9201793465-0003

Luft Wasser WP
VITOCAL 200-S, TYP AWB-(M)-E-AC 201.D08
Preis: 6.334,38 €
Differenz zu Gas: -104,81 €
https://www.meinhausshop.de/VIESSMANN-Waermepumpenpaket-Vitocal-200-S-Typ-AWB-M-E-AC-201.D-mit-Vitocell-100-W-Vitocell-100-E

Sole Wasser WP
VITOCAL 300-G BWC 301.B 7,6kW (nicht die angebotene, aber als Paket im Shop)
9.350,94 € (plus Kosten für Natural Cooling etwa 3000€)
Differenz zu Gas: +2.911,75 € (plus Kosten für Natural Cooling etwa 3000€)
https://www.meinhausshop.de/VIESSMANN-Sole/Wasser-Waermepumpe-Vitocal-300-G-BWC-301.B-5-7-17-2-kW-Pakete

Die LWWP scheint dementsprechend wirklich total überteuert zu sein. Ich werde Montag noch einmal versuchen herauszufinden, ob da ein Fehler bei der Preisbildung unterlaufen ist.
Die SWWP ist nicht so sehr unplausibel, wenn ich den Kostenbaustein für das Natural Cooling mit berücksichtige.

Ich bin gedanklich ja ohnehin schon lange bei der SWWP angelangt.

Wie sicher ist es eigentlich, dass ich mit einem RGK auch die BAFA Förderung schaffen werde?

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