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Keramikkartusche gangbar machen unmöglich?
Verfasser:
Simon W
Zeit: 10.10.2018 08:18:56
0
2690718
Hallo zusammen,

in unserer Duscharmatur ähnlich dieser auf dem Bild ist die Keramikkartusche seit langem schwergängig.


Ich war davon ausgegangen, dass sich dort vielleicht über mehrere Jahre Rückstände abgelagert haben und ich dies behoben könnte. Es geht um die linke Seite, die zur Umstellung zwischen Handbrause - AUS - Duschkopf ist, also keine Thermostatbatterie sondern eine Keramik-Kartusche (glaube ich ist der korrekte Name).
Nach dem Ausbau und Reinigung ging das ganze noch schwerer als vorher, also wieder raus und komplett zerlegt. Darin befinden sich 2 Keramikscheiben und ein Messing-Schaft der in das "Stellglied" für die Keramikscheiben greift. Laut dem Internet sind diese Teile nicht zu reparieren, sondern müssen ersetzt werden. Leider findet man keine Ersatzteile mehr dafür, wenn dann mit ewiger Lieferzeit und genauso teurer wie eine neue Duscharmatur... (Installateur ist informiert, aber ich habe da keine Hoffnung mehr auf einen Ersatz, Kartusche ist Galatron PEI-GF10)

Nun zu meiner Frage: Bekommt man dieses Teil nicht irgendwie nochmal gängig? Ich habe jetzt leider vom zerlegten Teil kein richtiges Foto gemacht. Darin war Fett zu finden, allerdings sehr wenig, möglicherweise ist das "verbraucht", das habe ich komplett gereinigt, neues Fett zum testen rein, etwas Kriechöl noch zusätzlich, es bleibt gleich Stramm.
Hilft Armaturenfett da evtl. weiter, ist das sehr viel "besser", oder ist sowas wirklich Aussichtslos? (Der Grund wäre mir zwar seltsam..)

Also nochmal in kurz:
Der Knackpunkt ist meiner Meinung nach das "Stellglied" welches am Messingschaft hängt und im Gehäuse sitzt. Das ist eine sehr enge Passung, wo einfach Reibung zwischen den beiden Kunststoffteilen entsteht. Zusätzlich ist darin noch eine kleine Feder mit einer Kugel, die als Rastung für die "AUS-Position" dient. Das ganze drückt damit das Stellglied noch zusätzlich in eine Richtung, was die Reibung erhöht.

Oder: Wirklich alles in den Müll und neue Armatur? Da bin ich nebenher schonmal am suchen, auch seltsam dass unsere Bauweise irgendwie selten ist auf diversen Seiten. (direkter Anschluss für Duschkopf oben, Handbrause von unten)

Vielen Dank, hier noch ein Bild vom originalen Teil. Da sieht man das weiße runde Kunststoffteil, welches mit dem Messing-Schaft verbunden ist. Die engste Stelle und die "Lagerung" ist damit das weiße Kunstoffteil (was ich innen als Stellglied nenne), in dem grauen Gehäuse.

Nachtrag: Noch eine kleine Idee: Wenn niemand etwas weiß, was passiert wenn ich das graue Gehäuse etwas aufschmirgel, dass da mehr Luft entsteht? Die Dichtfläche ist meiner Meinung nach weiter in dem Gehäuse drin, oder? Wenn ich das richtig verstehe, fließt immer Wasser in die Keramik rein, die beiden Scheiben verschieben sich dann so, dass nur ein Ausgang geöffnet wird, aber ansonsten ist das System in sich dicht?

Verfasser:
muscheid
Zeit: 11.10.2018 16:43:15
1
2691311
Diese Kartuschen haben keramische Dichtscheiben und ein Depot mit einem speziellen Schmiermittel. Dieses ist irgendwann aufgebraucht und , stimmt, auch Verschmutzung tut seinen Teil dazu daß die Kartusche schwergängig wird.
Die Kartuschen können weder gereinigt noch geschmiert werden. Sie sind zu ersetzen.
Und wenn nicht mehr beschaffbar, ist die Armatur reif für den Schrott.

Verfasser:
Martin24
Zeit: 11.10.2018 18:37:27
4
2691336
Du hast Kriechöl in etwas getan, was Du wieder ins Trinkwassernetz einsetzen willst?
Keine gute Idee.

Ansonsten habe ich eine ähnliche Kartusche schon einmal wieder gangbar gemacht.
Sämtliche Teile in Amidosulfonsäure eingelegt, um Kalkablagerungen zu entfernen (eine Menge!), dann mit etwas Armaturenfett wieder zusammengebaut. Hat danach noch jahrelang funktioniert. Vielleicht hatte ich auch einfach nur Glück.

Grüße
Martin

Verfasser:
Simon W
Zeit: 12.10.2018 13:32:43
0
2691558
Das mit dem "Schmierstoffdepot" hatte ich mir ja genau so gedacht, aber warum sollte das nicht zu ersetzen sein? Liegt es einfach daran einen falschen Schmierstoff zu haben, oder verschleißt da auch etwas dermaßen?

Alleine vom technischen Hintergrund:
Wenn irgendwas verschleißen würde, käme eher Spiel zustande und keine Klemmung wie in diesem Fall. Dass das Schmiermittel aufgebraucht ist mag sein, aber das sollte man doch zumindest provisorisch neu schmieren können..

Ja, ich habe Kriechöl bei Trinkwasser in Verbindung gebracht, zum testen ob es damit funktioniert. Ich weiß selber, dass da im Dauerbetrieb Armaturenfett rein kommt, so würde ich es jetzt ja auch machen, wenn eine Chance auf Reparatur überhaupt gegeben ist, was ja scheinbar nicht so ist.

Was haltet ihr vom leichten aufschmirgeln, damit weniger Reibung entsteht, weil die Dichtfläche innen sitzt? Nichts?

Verfasser:
derdahm
Zeit: 12.10.2018 14:01:34
1
2691571
Hallo erst mal,

hast du mal deine Arbeitsstunden zusammengerechnet die du jetzt schon in diese Miniprojekt gesteckt hast?

Bei nur 20,00 Euro die Stunde kannst du bestimmt schon 2 bis 3 Kartuschen dafür kaufen.

Schmeiß den Schrott weg.

Gruß
derdahm

Verfasser:
PeSo
Zeit: 12.10.2018 19:50:33
2
2691690
Zitat von derdahm Beitrag anzeigen

hast du mal deine Arbeitsstunden zusammengerechnet die du jetzt schon in diese Miniprojekt gesteckt hast?


Hallo,

ich denke mal, dass es sich um Freizeit gehandelt hat. Da diese in der Regel nicht vergütet wird, muss man sie auch nicht mit Geld aufwiegen.
Ich halte es jedenfalls so.

Viele Möglichkeiten etwas einzusparen, gibt es heutzutage leider nicht mehr.....

Gruss PeSo

Verfasser:
HFrik
Zeit: 12.10.2018 21:21:27
2
2691716
Ausserdem würde mich eine solche geplante Obsoleszenz so ärgern dass ich schon aus Prinzip versuchen würde das wieder zum Laufen zu bringen. Auch um zu zeigen dass es geht. (Und dass es andere nachmachen können) Da verstehte ich den Threadstarter völlig.

Verfasser:
Simon W
Zeit: 12.10.2018 23:21:54
3
2691738
Selbstverständlich macht das in einer wirtschaftlichen Betrachtung für einen Unternehmer oder Angestellten der in dieser Zeit Geld verdienen könnte absolut keinen Sinn.
Die Zeit die ich dafür aufgewendet habe, hätte ich ansonsten wo anders verbummelt. Andere setzen sich dafür vielleicht ein paar Stunden ins Cafe, ich kann meinen Kaffee auch bei der "Bastelei" trinken ;)

Und Apropros 2-3 neue Kartuschen: Wenn mir jemand der Ding hätte besorgen können, der Hersteller noch erreichbar wäre oder der Vertrieb nicht nur italienische könnte, hätte ich sicherlich längst eine Kartusche bestellt. Da das Ding aber nirgends aufzutreiben ist..

Und: Ich weiß nichtmehr genau was diese Armatur gekostet hat, hat sich inzwischen aber zumindest rausgestellt, dass der Hersteller definitiv Cristina ist. Kannst ja mal eine Anfrage machen, was eine solche Armatur gekostet hat, ohne Versuch wegschmeißen ist nicht meine Art.

Ich werds morgen nochmal irgendwie versuchen, falls ich eine Lösung habe, werde ich diese hier kundtun :)

Verfasser:
Simon W
Zeit: 13.10.2018 19:20:13
2
2691899
So, hier bin ich wieder, mit funktionierender Kartusche in der Duscharmatur :)

Falls den Thread mal jemand findet der danach sucht:
In meinem Fall war die Reibung zwischen Kartuschengehäuse und "Stellteil" wo man effektiv mit dem Regler dran dreht zu hoch, weil die Passung enorm eng war. Rein technisch gesehen, kann das garnicht an fehlendem Fett liegen, weil das viel zu eng für einen Schmierfilm war, eher hat sich die Kartusche über die Zeit verformt oder ist geschrumpft, falls sowas geht.

Was habe ich gemacht? Ich habe die gesamte Kartusche zerlegt und sowohl die Bohrung des Gehäuses mit Schmirgelpapier (140 - 280 - 400) nach und nach größer geschliffen und den Zapfen ebenfalls kleiner geschliffen. (Tipp: Zapfen in den Akkuschrauber einspannen, laufen lassen und Schmirgel nur dranhalten) Das ganze immer Stück für Stück und die Leichtgängigkeit geprüft.

Anschließend das ganze (provisorisch) mit Vaseline leicht geschmiert, nur damit nicht zu viel Verschleiß herrscht. Nun beim Einbau aufgefallen, dass das ganze durch die Schmierung wieder etwas schwerer geht, klar, ist ja auch jetzt zusätzlich Zeug drin was das Spiel wieder minimiert, ging aber ja erstmal um die Funktion.
Das ganze werde ich die Tage nochmal ausbauen, mit Armaturenfett schmieren und dann sollte das ganze wieder eine Weile halten, ansonsten weiß ich ja woran es liegt. Nach dem mehrmaligen Ausbau dauert das auch keine 5 Minuten.

So, das wars dann und eine Armatur gerettet.. :)

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