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Probleme mit Luftabtauung
Verfasser:
HTDL
Zeit: 03.12.2018 06:47:29
0
2714515
Liebe Experten,

Seit Mai bin ich stolzer Besitzer einer AI LWC60.
Taste mich langsam an das Gerät heran.
Als erstes habe ich die Heizkurve angepasst, dann die Hysterese für Heizung und WW.

Leider verhält sich die WP bei der Luftabtauung so, dass sie nach der Abtauung den aktuellen Heizzyklus nicht mehr fortsetzt. Folglich bewegt sich die Rücklauftemperatur stets unterhalb vom Soll, das Haus wird kühl und der Verdichter taktet unnötig oft.

Fragen an die Experten:
- Gibt es einen Bugfix (FW 1.81)? Oder ist das Sollverhalten?
- Falls Sollverhalten, kann die Luftabtauung abgeschaltet oder der Schwellwert von 7 Grad hochgesetzt werden oder würde das der WP schaden?
- Wie lässt sich ggf. die Einstellung ändern? Installateur-PW schaltet das nicht frei ...

Danke im Voraus,
Viele Grüße,
HTDL

Verfasser:
Rastelli
Zeit: 03.12.2018 07:06:37
2
2714519
Bekannter Bug seit einem Jahrzehnt...
Bevor wir am offenen Herzen operieren, würde ich gerne kurz auf die logfiles schauen wollen und dir im Anschluss die Möglichkeiten nennen.

Verfasser:
HTDL
Zeit: 03.12.2018 07:27:10
0
2714524
Ups,

Offenes Herz hört sich nach Garantieverlust an ...
Ob es mir das wert ist muss ich mir noch überlegen.

Datenabzug versuche ich heute Abend zu machen. Hat bisher nie geklappt. Nehme an dass der USB Stick FAT16 formatiert werden muss o.ä.
Jedenfalls hat die Pumpe auf meine nie etwas abgespeichert.

Vielen Dank schon Mal für die Hilfe,
Grüße,
HTDL

Verfasser:
Rastelli
Zeit: 03.12.2018 07:55:41
2
2714532
Tss, Garantie...
Sag mal, du hast seit Mai diesen Jahres eine neue LWC60? Sicher, dass es keine LWCV ist? Somit hättest du eine der letzten Uralt-LWCs eingebaut, welche 2017 vom Band gerollt sind. Warum hast du nicht das neue Invertermodell genommen? 🤔
Die Werkseinstellungen sichern vielleicht das Überleben der WP im Garantiezeitraum, mehr nicht. Du hast einige Vorschläge zur Bugbegebung bereits selbst genannt, aber nicht mal der Inst. darf das umsetzen... Das zeigt doch schon, dass dies von AIT nicht unbedingt gewünscht ist, obwohl es dem vorzeitigen Ableben der WP vorbeugend wäre. Nennen wir es also kleiner Routineeingriff, wenn dir das besser behagt. Wir schalten nur die Labt. aus, welche du beim KD-Besuch jederzeit wieder zurückstellen kannst, wenn's dir dadurch besser geht.
Die Labt. ist prinzipiell eine Energiesparfunktion, leider mit einer Macke, wie du schon nach recht kurzer Zeit feststellen musstest.

Verfasser:
HTDL
Zeit: 03.12.2018 14:25:35
0
2714704
Hab' nochmal nachgerechnet:

Seit Januar wohnen wir in dem Haus, im Januar war die WP allerdings schon im Betrieb, um den Estrich aufzuheizen (Winterbaustelle).
Im Keller steht sie seit Q4/2017.

Warum ich keine andere genommen habe:

Wie bei so vielen - mir wurde gar keine andere angeboten. Habe allerdings noch Bedenken bei der Abnahme schriftlich geltend gemacht, da ich die Auslegung nicht nachvollziehen konnte (WW-Bereitung und EVU-Sperrzeit rechnerisch nicht berücksichtigt). Befürchte, dass sie zu klein dimensioniert ist und der Heizstab im Winter aufgrund zu hohen Bivalenzpunkts zu oft mitläuft. Der Sanitär- und Heizungsmeister hatte dagegen größere Bedenken wegen mgl. Taktung.

Verfasser:
HTDL
Zeit: 03.12.2018 14:37:09
0
2714712
Seit Mai wohnen wir drin, nicht seit Januar ...

DTA-Datei

Verfasser:
Rastelli
Zeit: 04.12.2018 12:21:44
1
2715137
Das CSV-File aus der Lux wäre auch noch nett gewesen, das stehen Dinge drin, die aus dem DTA nicht direkt abzulesen sind.
Ein paar Sachen fallen mir auf Anhieb auf - ich hab ja auch genau die gleiche WP...:

1. Die Problematik der Luftabtauung ist deutlich erkennbar, wirklich ärgerlich und kontraproduktiv. Auf ein Bugfix seitens AIT warte ich seit 10 Jahren vergebens. Viel zu viele halbe oder gar nur viertel Takte. Dadurch schwankende Raumtemperaturen. Kommentar von AIT: drehen Sie halt die Schnellverstellung der Heizkurve hoch, wenn ihnen kalt wird... Also ich würde die Option abschalten! Oder du lebst damit. Wie du meinst...

2. Deine Zirkulationsintervalle erstrecken sich über zumindest ein (zu) langes Zeitfenster. Natürlich ist das eine Komfortsache. Nur sei darauf hingewiesen, dass mit deiner aktuellen Einstellung ca. doppelt so viele Warmwassertakte als notwendig anfallen.

3. Die Laufzeit (ohne Labt.- oder EVU-Abbruch) ist trotz schön keiner Hysterese Top! Allerdings hast du einen viel höheren Durchsatz als eigentlich notwendig. Ich erkenne deine genaue Spannungs-Einstellung zur Effizienzpumpe leider nicht im DTA, aber zumindest der Nom.-Wert scheint bei gefühlt ca. 10V zu stehen, oder? Daraus ergibt sich bei dir nur eine kleine Spreizung um die 4K, trotz noch milden Plusgraden. Bei deutlichen Minusgraden bleiben von den 4K wenn überhaupt nur noch 2K übrig. Das ist in mehrerlei Hinsicht nicht effizient. Reduziere Die Nominalspannung auf einen Wert um die 7 bis 8V, sodass sich bei diesen ATs eine Spreizung um die 6-7K ergibt. Die Min-Spannung kannst du, falls noch nicht geschehen, auf das Minimum von 3V senken, um in VD-Pausen die UWP-Leistungsaufnahme auf ein Minimum zu beschränken und die Wärmeverschleppung aufgrund einer unnötig hohen Umwälzung möglichst klein zu halten.

4. Die Pumpenoptimierungszeit von momentan "gefühlt" 60min solltest du ebenfalls deutlich reduzieren. Weniger als 5min. lässt sich (leider) nicht (offiziell) einstellen, deshalb solltest du die 5min auch nutzen. Gerade nach einem Heiztakt ist es von großem Vorteil, wenn die Zirkulation des Heizwassers in allen Räumen zumindest zeitweise (30min) komplett zum Erliegen kommt. Höher temperierte Bodenbereiche bleiben spürbar länger warm. kalte Flächen bleiben länger kühl. Die Vergleichmäßigung der Bodentemperaturen wird markant hinausgezögert, vor allem dann, wenn TRL über Stunden im oberen Hystereseband bleibt und die 30min Pumpenoptimierungsintervalle 2x, 3x, 4x oder sogar viel noch öfters zum Tragen kommen können

Verfasser:
HTDL
Zeit: 04.12.2018 19:30:50
0
2715352
Hallo Rastelli,

ganz herzlichen Dank schon einmal, dass Du Dir die Mühe für mich machst, ich weiß das sehr zu schätzen! Da ich noch stark am dazu lernen bin, bitte ich schon mal um Geduld und Nachsicht, falls ich etwas nicht gleich verstehe.

0. Hier nun alle Files (habe gleich heute nochmal ein Update gemacht), wusste nicht, dass alle benötigt werden ...

Alle Log-Files hier ...

1. Die Funktion ist so die absolute Grütze, dazu eine Frechheit und wir schalten das ab!
(falls wir dazu in der Lage sind ...)

2. Sehe ich auch so, aber meine Frau und meine Tochter nicht. Vielleicht kann man versuchen, das 15:00-20:30 Intervall ähnlich wie morgens auf die 2 Stunden einzudampfen, wo am meisten geduscht wird. Ansonsten müsste man halt mal 1 Min. laufen lassen. Wäre ja ein Kompromiss. Würdest Du dann 47/5K (erst mal so) lassen?

3. Ahh, hatte mich schon gefragt, wie ich die Spreizung manipulieren kann, da mir diese im Vergleich zu den Empfehlungen im Forum zu gering erschien!

Effizienzp. nom. und min. stehen beide auf 8.00V.
Neue Werte dann 7.00V/3.00V? Oder 8.00V/3.00V? Oder 7.50V/3.00V (falls das geht) ...

4. Pumpenoptimierungszeit steht auf 180 Min.
Neuer Wert dann 5 Min.

Bleibt nur noch die Frage, wir ich die Luftabtauung abschalten kann.
Als Benutzer geht es ja nicht und als Installateur ja auch nicht.
Ende meiner aktuellen Möglichkeiten ...

Grüße und schönen Abend,
HTDL

Verfasser:
Rastelli
Zeit: 04.12.2018 21:05:18
1
2715385
Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
wusste nicht, dass alle benötigt werden ...[...]
nur *.csv und *.dta. keine *.seklog und *.err
Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
wir schalten das ab!(falls wir dazu in der Lage sind ...)[...]
aber sowas von...
Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
Würdest Du dann 47/5K (erst mal so) lassen?[...]
kannst z.B. auch 49/7K setzen.
Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
Neue Werte dann 7.00V/3.00V?[...]
das klingt gut. Echt nur 8V nominell aktuell? Hm, echt verwunderlich. Kannst du die l/min Angaben all deiner Topmeteranzeigen mal aufsummieren? Was kommt da i.e. zusammen? Entweder deine Hydraulik ist megatop oder du hast eine neue fettere HUP im Kasten drin. Nur 1 Volt weniger reicht gefühlt gar nicht. Aber teste ruhig selbst. Kannst ja alle 12h mal 0,5V runterdrehen und dabei die Spreizung beobachten - und jeweils den Gesamtdurchfluss...
Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
4. Pumpenoptimierungszeit steht auf 180 Min.
Neuer Wert dann 5 Min.[...]
yep...

Verfasser:
HTDL
Zeit: 04.12.2018 23:43:08
0
2715459
Soooo ...

1. Die Heizungskonfiguration entspricht jetzt den Vorgaben.
Und ja, es waren norm/min je 8.00V!
Den Effekt der abgeschalteten Luftabtauung kann ich allerdings nicht beobachten, da wir heute im Laufe des Tages ohnehin draußen von 10 Grad auf -2 Grad runter sind ...

2. Warmwasser habe ich noch nicht angepasst:
Vor dem Luftabtau-Desaster wurde zu 95% nur zweimal am Tag aufgeheizt.
Gehe ich recht in der Annahme, dass ein wirklich deutlicher Effekt nur eintreten würde, wenn wir auf einmal am Tag herunter kämen?

3. Was ein Topmeter ist habe ich gegoogelt und ja - ich habe sowas ... (:-)
Der Heizungsmeister hat Zettel mit den l/min-Werten, die er eingestellt hat dahinter geklemmt. Meinst Du diese oder die Werte aufsummiert, die tatsächlich angezeigt werden?
An der Wärmepumpe konnte ich jedenfalls ablesen, dass der Durchfluss von 1600l/h auf 1400l/h gesunken ist.

4. Gibt es für die optimale Spreizung in Abhängigkeit von der Außentemperatur eine Tabelle oder so? Die 6-7K stimmen ja bei -2 Grad draußen nicht mehr nehme ich an.

5. Habe den Fehler begangen, meine Wärmepumpe am frühen Abend erst mal allein zu lassen, um die Einstellungen dann nach Rückkehr aus dem Fitnessstudio vorzunehmen.

Und was tut das Ding inzwischen? Schmeißt den Heizstab für 1:40h an und verjubelt damit 10kWh feinsten Strom bei knapp unter 0 Grad Außentemperatur! (:-(

Ist das noch eine Spätfolge der Luftabtauung oder bewahrheitet sich da schon meine Vermutung der Unterdimensionierung?

Im November hatten wir mal -4, da ging es noch ohne Heizstab. Alle Heizstab Stunden waren vorher bei der Estrichaufheizung angefallen ...

Norm-Gebäudeheizlast = Auslegungsheizleistung = 6,8kW bei Norm-Außentemperatur von -16 Grad und zu Grunde gelegter Raumtemperatur von 20 Grad. Nicht berücksichtigt: 4 Personen WW und 4 h EVU Sperrzeit am Tag. Wohlfühltemperatur bei uns: ca. 22,2 Grad.

6. Stelle in 2 Tagen neue Daten ab.

Viele Grüße,
Schönen Abend,
HTDL

Verfasser:
Rastelli
Zeit: 05.12.2018 00:23:40
1
2715472
Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
6. Stelle in 2 Tagen neue Daten ab.[...]
ich hätte morgen das Heizstab-Szenario gerne gesehen. Die Freigabetemperatur des ZWE1 kannst du von -2 auch auf -10°C legen. Aber: wenn alles normal läuft, dann ist es völlig gleichgültig wo die Freigabetemperatur liegt. Ich lege meinen z.B. demonstrativ auf +10°C und das Ding kommt bis -20°C trotzdem nicht zum Zug. Denn dazu muss der Regler erstmal die sog. BIV-Stufe 3 ausrufen. Das passiert, wenn TRL trotz VD-Betrieb 20min lang außerhalb des unteren Hysteresebandes liegt, sprich die WP es nicht (mehr) vermag, den Rücklauf anzuheben, weil es z.B. draußen so kalt geworden ist, dass der (steigende) Bedarf und die (sinkende) Leistung die Grätsche machen. Der Regler nennt das HRM-Zeit. Läuft dierser Zähler auf die 20min zu, und die Freigabetemperatur des ZWEs ist unterschritten, und die Sicherung vom ZWE ist drin, dann, und nur dann schaltet der Heizstab zu.
Was ich bisher an DTAs gesehen habe, lässt nicht vermuten, dass dies schon bei -2°C der Fall ist.
Hast du evtl. an der Heizkurve gedreht? Ist evtl. eine TDI aktiviert?

Verfasser:
HTDL
Zeit: 05.12.2018 01:07:30
0
2715474
1. Heizung lief von 19:00 bis vor 1 Min. durch.
Als ich nach Hause kam in BIV-Stufe 3 und da blieb sie auch bis grade eben (Obere Hysteresegrenze überschritten).

Habe nur die besprochenen Einstellungen geändert (außer WW-Änderungen wie bereits erwähnt), keine Heizkurven Anpassung o.ä. TDI ist nicht aktiviert/programmiert (falls das die Abkürzung für Thermische Desinfektion ist).

2. Neue DTA stelle ich morgen früh ein.

3. Verständnisfrage:
Link
Dort ist zum Thema Spreizung Flächenheizung beschrieben, dass eine geringe Spreizung bei großem Volumenstrom optimal ist. Haben wir gerade nicht das Gegenteil bewirkt? Größere Spreizung bei geringerem Volumenstrom? Sind die verlinkten Infos falsch oder wo liegt mein Denkfehler?

Verfasser:
HTDL
Zeit: 05.12.2018 07:04:55
0
2715492
1. Hier neue Daten:
Link

Sicherheitshalber noch einmal:
Die Einstellungen habe ich überhaupt erst geändert, nachdem die WP bei meiner Rückkehr aus dem Studio schon auf Stufe 3 gelaufen war. Diese wurde also unter den alten Einstellungen erreicht.

2. Aktuell jetzt Spreizung von 4,2K bei -3 Grad Außentemperatur. Gut, zu klein, zu groß?

Grüße,
HTDL

Verfasser:
Rastelli
Zeit: 05.12.2018 10:08:48
2
2715565
Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
schon auf Stufe 3 [...]
man könnte es eine Verkettung unglücklicher Umstände nennen.
1. TRL war am Rande der Einschaltschwelle
2. Es folgt 2h (!) EVU-Sperre.
3. Nach der Sperre drängt sich ein ausgiebiger Warmwassertakt vor.
4. ZWE Freigabe -2°C
5. AT unter -2°C

Als die WP endlich nachheizen durfte war der RL bereits so weit außerhalb des unteren Hysteresebandes, dass 20min nicht ausreichend waren, um die Regelgröße wieder in den grünen Bereich zu hieven. Die HRM-Zeit für den ZWE ist also komplett durchgelaufen und der Regler schaltet in BIV3. Da es zu dem Zeitpunkt auch noch kalt genug für die ZWE-Freigabe-Bedingung war, durfte der Heizstab "folgerichtig" unterstützend mithelfen, TRL anzuheben, obwohl dies gar nicht nötig gewesen wäre.

Es lag also nicht an der vermeintlich schwachbrüstigen WP, sondern vornehmlich an der Einstellung bzgl. ZWE-Freigabe. Gehe an dieser Stelle hoch auf -10°C.

Zudem ist es zu empfehlen, den Energieversorger zu wechseln, resp. den zweiten WP-Zähler aufzugeben. Die langen Unterbrechungen sind nicht mehr zeitgemäß. Rechnen tut sich der 2. Zähler durch die zusätzliche Grundgebühr meist eh nicht (mehr). Klemmst du alles auf einen Zähler hast du keine Abschaltungen, sprich die WP kann jederzeit rechtzeitig nachheizen, um erst gar nicht "in Verzug" zu geraten und im Extremfall ggfs. sogar 24h durchlaufen.
++++ ++++ ++++ ++++ ++++
Ich erkenne gegen 22:37 im Zeitstrang einen VL-Kick von +0,5K.
Ich würde nochmal 0,5K drauflegen, daher die Spannung auf ca. 6V senken.
Du liest diverse Meinungen zur optimalen Spreizung. Das Thema ist komplex(er). Zu brauchst bei deiner altmodischen On/Off Maschine mit dem verwendeten Kältemittel einen Durchsatz-Kompromiss, der für das gesamte Außentemperaturspektrum von -20 bis +30°C die Funktion sicherstellt. Die Leistung variiert dabei von unter 3kW bis über 8kW. D.h. auch deine Spreizung variiert je nach AT ebenfalls um diesen Faktor.
Wir bewegen uns gerade im Spektrumsmittelfeld und stellen hierfür eine mittlere Spreizung ein. Vorausschauend, damit sowohl bei tiefen Temperaturen spreizungstechnisch noch Luft nach unten ist und für milde ATs sowie heiße Sommertage ebenfalls Luft nach oben ist. Die WP muss z.B. die Abtauung im Kernwinter hinbekommen und die Warmwasserbereitung im Hochsommer. Das sind die "kritischen" Faktoren, welche ggfs. WP-Störungen verursachen, wenn der Durchsatz nicht "stimmt", sprich entweder zu weit an der oberen oder unteren Einsatzgrenze liegt.

Dein JAZ-Link sagt doch auch, wo die Spreizungsreise hingeht:
Folgt man den Messungen des Wärmepumpen Testzentrum Buchs, so ergibt eine Spreizung von 5 K den höchsten relativen COP.
Genau die 5K visiere ich bei dir um die AT 0°C an. Thema Mittelfeld... Die sind weder nach oben noch nach unten zu halten, außer du hättest die LWCV.... ;)
Bzgl. den 3K musst du genauer lesen was da steht:
Bei einer Flächenheizung ist eine Auslegung von 30 °C im Vorlauf (Austritt aus der WP) und 27 °C im Rücklauf (Eintritt in die WP) optimal für eine Wärmepumpe
Die Auslegung der FBH ist hier der springende Punkt. Viel Fläche, viele parallele Kreise, hohe Leistungsdichte der FBH , großzügige Hydraulik, wenig Druckverlust, daraus resultierende niedrige Systemtemperaturen usw. ist gemeint. Damit ist nicht die optimale Betriebsweise der WP gemeint!

Verfasser:
HTDL
Zeit: 05.12.2018 21:22:33
0
2715851
Danke für die Erläuterungen - habe wieder viel gelernt denke ich.

- Effizienzp. nom jetzt auf 6.00V
- ZWE1 ein jetzt auf -10 Grad

Die Topmeter abzulesen ist eine Wissenschaft für sich - fast alle stehen gerundet auf 0, wenige auf 1, melde mich gleich nochmal dazu ...

1. Die Spreizung liegt nunmehr bei einer Außentemperatur von 1°C bei 5.3K.
Frage: Noch Feintuning nach oben oder unten oder die 6.00V jetzt so lassen?

2. Umstellung auf einen Zähler und Bezug des gesamten Strombedarfs zum Haushaltsstrom-Tarif würde aktuell Mehrkosten von ca. 450€/Jahr verursachen. Will mir das daher einen Winter lang erst mal anschauen und dann ggf. switchen, auch je nach Entwicklung der WP Tarife. Bis dahin unterstützt dann wohl auch noch eine kleine 4 kWp Solaranlage.

Wobei natürlich insbesondere die Sperrzeit von 17:00-19:00 extrem nervt, aber auch die Sperren von 08:00-09:00 und 11:00-12:00 brauche ich nicht wirklich.

3. Inzwischen verstehe ich die grafischen Darstellungen der DTAs ein wenig zu interpretieren. Meine Strategie war eine "WW-Zwangserwärmung ab kurz vor 5 Uhr und eine um 15 Uhr - auch damit eine Stunde vor und dann nach der langen EVU Unterbrechung die Heizung laufen kann.

Wäre dann nicht eine Einschränkung des zweiten WW-Erwärmungszeitraums auf 15-16 Uhr, kombiniert mit einer Hysterese von 1K statt 7K eine Option? Damit dann in diesem Zeitraum in jedem Fall erwärmt wird. Die Zirkulation könnte ich dann so einstellen, dass die Wassertemperatur in 99% der Fälle um 22:00h noch ausreicht - nacherwärmt würde dann ja nicht mehr.

Verfasser:
HTDL
Zeit: 05.12.2018 21:41:40
0
2715858
Also ...

Es sind 23 Topmeter:

0,0 x 4
0,1 x 2
0,3 x 4
0,4 x 1
0,5 x 1
0,9 x 1
1,0 x 3
1,1 x 1
1,3 x 1
1,4 x 4
1,5 x 1

Summe: 15,7

Was sagt uns das? Mir erst mal nichts ...

Durchfluss liegt jetzt übrigens bei 1150l/h.

Verfasser:
Rastelli
Zeit: 05.12.2018 22:28:50
1
2715883
Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
Summe: 15,7

Was sagt uns das? Mir erst mal nichts ...

Durchfluss liegt jetzt übrigens bei 1150l/h. [...]
15,7 l/min (x60min) sind um die 950 l/h, keine 1150 l/h :)
Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
Es sind 23 Topmeter:
0,0 x 4
0,1 x 2 [...]
was sind das für Räume?
Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
fast alle stehen gerundet auf 0, [...]
wenn die WP steht oder gerade im BW-Modus ist, dann ist der Durchfluss der FBH (so gut wie) Null. Das ist klar. Die WP muss heizen, die 6,0V nom. müssen an der HUP anliegen. Der clevere Luxer stellt die Min-Spannung temporär auf den Nom-Wert und wartet nicht bis zum nächsten Heiztakt...
Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
Die Spreizung liegt nunmehr bei einer Außentemperatur von 1°C bei 5.3K.[...]
Spreizung klingt doch gut jetzt...!? Leider kann ich den DTA-Link nicht öffnen...
Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
Haushaltsstrom-Tarif würde aktuell Mehrkosten von ca. 450€/Jahr verursachen.[...]
niemals! wie kommst du auf diese Rechnung? was hast du bitte für seltsame Konditionen? Gerade mit PV wird ein Zähler interessant
Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
Wäre dann nicht eine Einschränkung des zweiten WW-Erwärmungszeitraums auf 15-16 Uhr, kombiniert mit einer Hysterese von 1K statt 7K eine Option?[...]
du hast genug Zwänge durch EVU. Lass die WP ihr Warmwasser machen, wann Sie will und es für nötig hält. Eine Nachtsperrzeit reicht.

Verfasser:
HTDL
Zeit: 05.12.2018 23:36:36
0
2715907
Na ja, der Durchfluss war der von der WP ausgespuckte, die Topmeter-Werte sind ja nicht ganz genau ...

War im laufenden Heizbetrieb abgelesen.

Hatte ja erwähnt, dass der Heizungsmeister Zettel mit Topmeter-Einstellungen (in l/min) daneben gelegt hat. Die sind immer ca. 0,5 höher als meine Ablesewerte.
Kann das sein, dass der Wert UNTEN am Kopf abzulesen ist und nicht OBEN? das wären nämlich die 0,5 Unterschied ...

Zu den Stromtarifen:

Zahle in 2019 für (OK, jeweils sehr großzügig veranschlagte) 6.000kWh WP Strom 1.110€ und für 3.000kWh HH Strom 680€ inkl. Grundgebühren. Macht 1.790€.
9.000kWh HH Strom kosten aktuell 2.270€. Sind also sogar 480€ Unterschied.

DTA Link geht bei mir (immer noch).

Verfasser:
Rastelli
Zeit: 06.12.2018 00:26:18
1
2715914
Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
Na ja, der Durchfluss war der von der WP ausgespuckte, die Topmeter-Werte sind ja nicht ganz genau ...[...]
die Anzeige der Lux ist noch ungenauer...
Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
Zahle in 2019 für (OK, jeweils sehr großzügig veranschlagte) 6.000kWh WP Strom[...]
hui, wie kommst du auf 6000 kWh?
Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
DTA Link geht bei mir[...]
passt, bin zufrieden. Die EVU-Unterbrechungen sind störend, TRL kommt kaum ins obere Hystereseband...
Mit einer gezielten Tagabhebung irgendwann zwischen 12 und 17 Uhr könntest du die WP zu einem mehrstündigen und vollständigen Zwangs-Heiztakt zur tendenziell wärmsten Tageszeit bewegen. Es bietet sich förmlich an...

Verfasser:
HTDL
Zeit: 06.12.2018 23:26:04
0
2716419
1. Hier jetzt mal die Topmeterwerte laut Doku Heizungsmeister:

0,5 x 5 2,5
0,6 x 2 1,2
0,7 x 3 2,1
0,8 x 2 1,6
0,9 x 2 1,8
1,1 x 1 1,1
1,2 x 2 2,4
1,3 x 1 1,3
1,4 x 1 1,4
1,5 x 1 1,5
1,6 x 2 3,2

22 20,1

Sind also nur 22 Stück - gestern verzählt.
20,1 l/min = 1206 l/h.

Bedeutet das, ich sollte Effizienzp. nom leicht auf 6,25V erhöhen, um auf diesen Durchfluss zu kommen?

Auf dem Share habe ich ein Foto von den Topmetern hinterlegt, aus denen ich nicht schlau werde. DTA Update natürlich auch bei der Gelegenheit.

2. Die 6.000 kWh sind eine defensive Kalkulation.
Aktuell liegt der Gesamt COP der WP bei deutlich unter 2.
OK, da ist die Aufheizphase mit drin.
Im Oktober war der COP ca. 3,2, im November 3,4.
Gestern bspw. >30 kWh verbraucht.
Kann halt noch nur schwer abschätzen, wo die Reise hingeht.

3. Um Tagabhebung und evtl. weitere WW-Optimierung kümmere ich mich am WE.

... und mal wieder schönen Dank auch!

Verfasser:
Rastelli
Zeit: 07.12.2018 00:14:31
2
2716425
Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
Topmeterwerte laut Doku Heizungsmeister:[...]
hätte es jeden Tag im Jahr draußen +7°C, dann würde ich die Doku absegnen.

Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
Bedeutet das, ich sollte Effizienzp. nom leicht auf 6,25V erhöhen, um auf diesen Durchfluss zu kommen?[...]
Nein! Ich versuche deine Anlage in wenigen Tagen dahin zu optimieren, wofür ich 10 Jahre gebraucht habe... Wenn du meinst, etwas anderes ausprobieren zu wollen, dann kommuniziere das. Kein Problem.

Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
Gesamt COP der WP bei deutlich unter 2.[...]
meiner liegt unter 1...
Regel #1 bei LWCs: ignoriere unbedingt den internen WMZ. Der ist einfach Grütze. Daraus ziehst du nur falsche Schlüsse. Du kannst mit dem Ding keine AZ berechnen ohne dich selbst zu bescheißen!

Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
Gestern bspw. >30 kWh verbraucht[...]
ich hab gestern 30 Liter Benzin verfahren... Was sagt uns das?

Es ist Heizsaison, es folgen die 5 satten Monate mit 400 bis 800 kWh. In den Sommermonaten sind es dafür nur um die 50 kWh. Mit den Übergangsmonaten, ergibt das bei dir 4-5000kWh/a. An den Einstellungen der WP liegt es nicht. Du hättest ~20.000 mehr in die Gebäudedämmung stecken können, dann wären es vielleicht auch 'nur' 3000kWh/a geworden. Mit der "V" Variante i.e. 2500kWh/a und mit einer vernünftigen Sole- statt Luftpumpe wären es 2000kWh/a.

Nun kannst du selber entscheiden, ob eine 0815-Gastherme im Endeffekt vielleicht sogar die unter dem Strich bessere Wahl gewesen wäre...

Verfasser:
HTDL
Zeit: 07.12.2018 12:15:38
0
2716537
Nun habe ich endlich die Zitierfunktion entdeckt ... das Kästchen ist aber auch klein ...

Zitat von Rastelli Beitrag anzeigen
Nein! Ich versuche deine Anlage in wenigen Tagen dahin zu optimieren, wofür ich 10 Jahre gebraucht habe... Wenn du meinst, etwas anderes ausprobieren zu wollen, dann kommuniziere das. Kein Problem.

So war das gar nicht gemeint. Eben weil ich nicht Deinen Sachverstand, Dein Verständnis der komplexen Zusammenhänge und Deinen langjährigen Erfahrungsschatz habe, suche ich mir hier ja Hilfe. Es ist natürlich für mich mehr als attraktiv, von 10 Jahren Erfahrung mit der LWC60 zu profitieren, ohne selbst den langen Weg der Erkenntnis gehen zu müssen. Meine Gedanken basieren immer auf dem Versuch, Deine Informationen aufzunehmen, daraus zu lernen und das neu erworbene Wissen dann selbst anzuwenden. Sozusagen zu versuchen, zu antizipieren, was Deine Analyse ergeben könnte.In diesem Fall dann wohl leider eher erfolglos.

Zitat von Rastelli Beitrag anzeigen
meiner liegt unter 1...
Regel #1 bei LWCs: ignoriere unbedingt den internen WMZ. Der ist einfach Grütze. Daraus ziehst du nur falsche Schlüsse. Du kannst mit dem Ding keine AZ berechnen ohne dich selbst zu bescheißen!

Hier habe ich gleich ein Verständnisproblem: Wenn Dein COP unter 1 liegt, wäre es dann nicht wirtschaftlicher, die LWP abzuschalten und mit Heizlüftern o.ä. zu heizen?

Zitat von Rastelli Beitrag anzeigen
[...] Es ist Heizsaison, es folgen die 5 satten Monate mit 400 bis 800 kWh. In den Sommermonaten sind es dafür nur um die 50 kWh. Mit den Übergangsmonaten, ergibt das bei dir 4-5000kWh/a. An den Einstellungen der WP liegt es nicht. Du hättest ~20.000 mehr in die Gebäudedämmung stecken können, dann wären es vielleicht auch 'nur' 3000kWh/a geworden. Mit der "V" Variante i.e. 2500kWh/a und mit einer vernünftigen Sole- statt Luftpumpe wären es 2000kWh/a.

Nun kannst du selber entscheiden, ob eine 0815-Gastherme im Endeffekt vielleicht sogar die unter dem Strich bessere Wahl gewesen wäre... [...]


Gas kam für uns nicht in Frage, da ein Anschluss an das Gasnetz für das Neubauviertel zur Forcierung der WP-Verbreitung gar nicht erfolgt.
Das mit der veralteten LWP-Technologie ist dann tatsächlich ärgerlich (bei dem für mich erstaunlich hohen Einsparpotential!), aber eben nicht zu ändern.
Nachdem ich defensiv mit 6.000kWh/a kalkuliert hatte, wäre ich mit 4.000-5.000 äußerst zufrieden.

Melde mich dann wieder mit Neuigkeiten zu Tagabsetzung und WW.

Vielen Dank für die tolle Unterstützung!
HTDL

Verfasser:
Rastelli
Zeit: 07.12.2018 20:03:16
0
2716733
Zitat von HTDL Beitrag anzeigen
Hier habe ich gleich ein Verständnisproblem: Wenn Dein COP unter 1 liegt, wäre es dann nicht wirtschaftlicher, die LWP abzuschalten und mit Heizlüftern o.ä. zu heizen?
du hast in der Tat nicht verstanden. Der WMZ ist schrottig. Vertraue niemals der angezeigten Wärmemenge. Ich mache am Ende vom Jahr aus 3000kWh elektrisch laut WMZ 1500kWh thermisch. Eine Energievernichtungsmaschine! Was natürlich nicht geht, die Luxtronik aber suggeriert.
Tipp: entwickle ein Gespür für die Monatsverbräuche. 600+kWh sind im Wintermonat mit LWWP normal. 10x mehr als ein Sommermonat. So isses halt. Von nix, kommt nix.
Irgendwann kannst du am Ende von einem Monat hinterfragen, warum der Dezember 2019 z.B. 100kWh mehr verbraucht hat als 2018. Vielleicht wars einfach im Schnitt 2 Grad kälter... Dann stößt du vielleicht auch mal auf die klimabereinigungsfaktoren für deinen Standort usw... Es bleibt spannend...

Verfasser:
HTDL
Zeit: 07.12.2018 21:18:50
0
2716779
Ahhh, ich dachte Du meinst real ...

Bei mir ist der COP wirklich unter 2.
Geht gar nicht anders mit 4.000 kWh Verbrauch im ersten Monat ...
Wenn man den rausrechnet schaut's natürlich wesentlich rosiger aus.

Verfasser:
Rastelli
Zeit: 07.12.2018 21:33:47
0
2716792
Du meinst AZ nicht COP, oder? ein letztes Mal zu dem Thema: hast du einen externen WMZ, dann kannst du mit einer COP, AZ oder kW/h kommen. Verbrauch vom Ausheizen, tja, auch das wäre mit weniger als einem Drittel über die Bühne gegangen, wenn man die WP etwas kennt und Rampen so einstellt, dass der Heizstab nicht schon nach Tag 1 permanent für 4 Wochen mitläuft...

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