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PV-Anlage mit Speicher – sinnvoll ja oder nein?
Verfasser:
solarfuß
Zeit: 30.11.2018 21:05:53
0
2713669
Hallo zusammen,
ich höre immer wieder, dass eine PV-Anlage nur mit einem Speicher sinnvoll wäre. Ein Solarteur hat mir sogar gesagt, dass er nur noch Anlagen mit Speicher baut.
Da habe ich aber eine etwas andere Meinung und jeder sollte sich vor der Installation von einem Speicher (Hauskraftwerk) genau seine Ausgangslage betrachten.

Gehen wir einmal von folgender beispielhaften Ausgangslage aus:

- PV-Anlage mit 9,6 KW/p
- Jahresertrag: 8000 KW
- Stromverbrauch (4 Personen) 5000 KW

Berechnung ohne Speicher:
- 30 % Eigenverbrauch entspricht 1.500 KW x 0,30 Euro, ergibt 450,00 Euro
- Einspeisung ins Netz (z.Zt. 0,12 Euro) 6.500 KW x 0,12 Euro ergibt 780,00 Euro

Somit ergibt sich ein Jahresertrag von 1.230,00 Euro!

Berechnung mit Speicher:
- 70 % Eigenverbrauch entspricht 3,500 KW x 0,30 Euro ergibt 1.050,00 Euro
- Einspeisung ins Netz (z.Zt. 0,12 Euro 4500 KW x 0,12 Euro ergibt 540,00 Euro

Somit ergibt sich ein Jahresertrag von 1.590.00 Euro!
Daraus ergibt sich bei einer Speicherlösung ein Mehrertrag von 360,00 Euro.

Was nicht außer Acht gelassen werden darf ist der Umstand, dass ein Hauskraftwerk mittlerer Größe ca. 500 KW Eigenverbrauch im Jahr hat. Das sind dann nochmals ca. 100 Euro (500KW x 0,20 Euro, Mittel von Eigenverbrauch/Bezug) die abgezogen werden müssen. Somit reduziert sich der Ertrag auf 260,00 Euro in meinem Beispiel.
Bedenkt man die Aufwendungen für ein Hauskraftwerk von 8 bis 10 KW (Material und Einbau) von ca. 12.000,00 Euro so kann sich jeder die Rentabilität selbst ausrechnen. Im Beispiel ca. 46 Jahre!
Richtig die Strompreissteigerung habe ich hier nicht berücksichtigt, da dies niemand genau voraus sagen kann. In den letzten 4 Jahren war der Strompreis sogar gleichbleibend. Natürlich kann bzw. sollte jeder eine Strompreissteigerung entsprechend berücksichtigten.
Ich möchte betonen, dass ich nicht generell gegen Speicherlösungen bin aber die generelle Aussage, dass eine PV-Anlage nur mit Speicher einen Sinn macht, finde ich doch etwas vermessen!
Sollte ich einen "Gedankenfehler" gemacht haben, lassen Sie es mich einfach wissen!
Gruß
solarfuß

Verfasser:
mdonau
Zeit: 30.11.2018 21:15:04
3
2713671
so ist es.. Speicher ist teures Hobby.

Verfasser:
Gerstlauer
Zeit: 30.11.2018 22:13:55
2
2713697
Der einzige der daran etwas verdient ist der Hersteller und der "Solateur" ist auch meine Auffassung am besten ist noch der PV Strom der direkt selbst verbraucht wird.

Verfasser:
Martin24
Zeit: 30.11.2018 22:31:56
4
2713703
Zitat von solarfuß Beitrag anzeigen
Hallo zusammen,
ich höre immer wieder, dass eine PV-Anlage nur mit einem Speicher sinnvoll wäre. Ein Solarteur hat mir sogar gesagt, dass er nur noch Anlagen mit Speicher baut.


Du bist nicht Zielgruppe, Du kannst rechnen.

Ich habe übrigens einen Speicher, obwohl ich rechnen kann. Ist für mich vor allem eine große USV, die sich unter günstigen Bedingungen selbst nachladen kann und die sich selbst bezahlt. Letzteres aber auch nur, weil ich das meiste von Planung und Installation selbst gemacht habe und keine Plug&Play-Lösung von der Stange habe.

Grüße
Martin

Verfasser:
Poeggsken
Zeit: 30.11.2018 22:43:23
0
2713706
Dabei hast du noch die entgangene Einspeisevergütung vernachlässigt.

Damit sieht es dann noch einmal schlechter für den Speicher aus.
Ich hätte auch gern einen, da ich das Gefühl von selbst produziertem Strom gut finde, aber bei den Preisen ist das total unrealistisch.

Schade das so viele Leute darauf reinfallen, wenn sie mit gefakten Rechnungen vom Solarteur überredet werden.

Gruß
Poeggsken

Verfasser:
winni 2
Zeit: 01.12.2018 00:09:24
1
2713731
Ich kann mir eine psychologische Rendite vorstellen, wenn ich
meinen eigenen Strom verbrauche, aber wirtschaftlich nichts
und für die Umwelt negativ, solange jeder eingespeiste Strom
irgendwo, mehr oder weniger, sinnvoll verbraucht werden kann.

Allerdings wird sich das mit steigendem Ökostromanteil ändern
und da macht es wahrscheinlich Sinn, wenn sich schon heute
dafür ein Markt beginnt zu entwickelt.
(Bald fallen PV-Anlagen aus der Garantievergütung.
Da sollte auch mal politisch eine sinnvolle Idee für entwickelt
werden, damit dieser Strom nicht "weggeworfen" wird oder
die Leute sich momentan sinnlose Speicher anschaffen)

Aber gerne ohne so bekloppte Ideen, wie eine "Strom-Cloud"...
Oder zumindest ohne diese sehr irreführende Bezeichnung.

Grüsse

winni

Verfasser:
Bramme
Zeit: 01.12.2018 09:28:25
1
2713765
Zitat von Poeggsken Beitrag anzeigen
Dabei hast du noch die entgangene Einspeisevergütung vernachlässigt.

Hat er nicht, die Rechnung stimmt.

Verfasser:
Granitteufel
Zeit: 05.12.2018 11:12:26
0
2715591
Ich habe letztes mein Stapler verkauft und die Batterie die 2 Jahre zuvor gekauft habe in der Garage stehen. Also Speicher null Kosten. WR war eben teurer, aber mein Fall ist es nicht.

Werde den WR verkaufen und ein normaler 3 Phasen WR der nächstes Jahr auf den Markt kommt verbauen und den auch auf Zero Einspeisung betreiben. Der Standbyverbrauch ist zu hoch bei den Hybrid WR.

Zeit: 11.12.2018 13:49:02
0
2718163
Die Einspeisevergütung muss noch als Einkommen versteuert werden. Wer über eine solche Investition nachdenkt, wird denke ich schon bei einem Grenzsteuersatz von >40% angelangt sein. Noch dazu ist der Aufwand bei der Steuererklärung zu betrachten.

Der eigenverbrauchte Strom wird nur wenig "besteuert".

Wenn man sich für einen Speicher entscheidet, würde ich komplett auf Einspeisung verzichten. Man spart sich da eine Menge Arbeit für die paar Euros Netto-Jahresertrag.

Ein Speicher ist dann in Erwägung zu ziehen, wenn man alle Flächen mit PV Modulen belegt hat und darüber hinaus seine Stromkosten senken möchte.

5000 kWh/a sind aber besser über viel PV Fläche als über einen Speicher abgedeckt.

Verfasser:
hanssanitaer
Zeit: 11.12.2018 13:58:15
0
2718164
Zitat:
Die Einspeisevergütung muss noch als Einkommen versteuert werden.


Da kann sich aber jemand nicht vernünftig arm rechnen.
Wer seine Steuersoftware zu bedienen weiß, für den macht die PV auf dem Papier fürs Finanzamt Verlust.

Verfasser:
Texlahoma
Zeit: 11.12.2018 14:19:14
1
2718175
PV ohne Speicher lohnt sich vor allem für Dein Porte­mon­naie, d.h. Dach voll und max. Einspeisevergütung kassieren.

PV mit Speicher wird so lange ein ziemliches Schattendasein führen, bis die Einspeisevergütung auf dem Niveau des Preises einer kWh liegt, der zum Zeitpunkt der PV-Einspeisung an der Strombörse gezahlt wird.

Gleiche Regeln für alle Kraftwerke :-)

Zeit: 11.12.2018 14:55:53
2
2718190
Hans,

das arm rechnen funktioniert solange, bis dann am Ende der 20 Jahre alles rückwirkend als Liebhaberei eingestuft wird und sogar noch die UmSt Erstattungen zurückverlangt werden. Ach ja, die 6%ige Verzinsung der alten Steuerschulden noch oben drauf gerechnet.

Naja, kann gut gehen, muss aber nicht....

Verfasser:
Machtnix
Zeit: 11.12.2018 16:36:44
1
2718227
Speicheranlagen werden genauso wie Heizungskessel gern überdimensioniert.
Dadurch steigen die Kosten und die Anlagenverluste.

Verfasser:
McMuler
Zeit: 27.12.2018 16:15:52
1
2725686
Du gehst in deiner Beispielrechnung davon aus, dass du einen 5,5kWh Speicher JEDEN Tag im Jahr komplett nutzt, das heißt tagsüber einmal komplett laden und über Nacht entladen. (2000kWh mehr Eigenverbrauch / 365 Tage -> 5,5kWh/Tag).

Das Problem dabei: Im Kernwinter bekommst du ihn eher nicht voll....im Sommer bekommst du ihn eher nicht leer.

Ausserdem sind hier noch keine Lade-/Entladewirkungsgrade eingerechnet. Dadurch sinkt der Nutzen nochmals.....

Und was kostet in 10 Jahren ein neuer Satz Batterien, wenn der durch ist?
Und....und....und....

Ich erkläre den Leuten schon seit Jahren, dass Sie ihr Geld lieber mir schenken sollen statt sich einen Batteriespeicher ins Haus zu stellen.

Wobei ich einige Eigenbauprojekte schon ganz geil finde....aber das ist ja oft so.


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Martin24 schrieb: Ja schon aber das kann man per Wasserschlagdämpfer mindern oder beseitigen. Wir hatten das auch, dass wenn die Badewannenarmatur im Erdgeschoss schnell geschlossen wurde, die Leitungen im Obergeschoss...
crink schrieb: Hi, draußen ist es normalerweise teurer/aufwändiger. Und im Wasserschutzgebiet kann die komplett verbindungslose Verlegung außerhalb des Hauses eine Auflage zum Gewässerschutz sein, in dem Fall können...
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