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Fernwärmeheizung optimal einstellen für großes Gebäude
Verfasser:
MBMarkus
Zeit: 12.01.2019 09:21:03
0
2733827
Hallo zusammen,Erst einmal vielen Dank an alle, die sich hier die Mühe machen, uns Laien etwas zu helfen um so Energie und schließlich unsere Umwelt zu schonen. Folgende Frage:Ich wurde im Oktober 17 gefragt, an einem öffentlichen Gebäude die Einstellung der Heizung zu überprüfen, da es Mängel am Raumklima gab (zu kalt, zu feucht). Folgende Besonderheit gibts: Das Gebäude wird nur 2x die Woche genutzt mit ca. 60-80 Besuchern (Freitag Abend und Sonntag Morgen). Es ist 2001 erbaut und sehr gut gedämmt. Alle Personen befinden sich zum Öffnungszeitrum ein einem Raum. Die anderen Räume sind 3x Toiletten, Foyer, Besprechungsraum und Heizungsraum. Es trägt sich durch Spenden, weshalb Energiekosten immer ein Thema sind und nichts verschwendet werden sollte. Dank der vielen Beiträge im Internet habe ich dann über 1 Monat hin die Anlage nach besten Wissen eingestellt:1. Heizung auf Heizbetrieb geschaltet2. Niveau der Kennlinie soweit verringert, dass der Hauptraum gerade so 20 Grad erreicht. (-5)3. Anstieg der Kennline auf 0 zurückgesetzt4. minimale Vorlauftemperatur 30 Grad5. Absenkung der Vorlauftemperatur im Reduzierbetrieb 15 Grad6. Grenzwert der Außentemperatur zur Rückkehr in den Nennbetrieb bei reduzier Betrieb: - 25° 6. Grenzwert der Außentemperatur zur Abschaltung bei reduzierten Betrieb: 15° 7. Grenzwert der Außentemperatur für Sommerbetrieb: 20° 8. Heizzeiten definiert: Freitag 18:00-21:00 Uhr, Sonntag 09-12:00 Uhr9. Optimierung Typ 1 aktiviertAuf er Anleitung der Heizungsanlage geht hervor, dass man auch eine Rücklaufkennline einstellen kann, da hab ich mich aber nicht ran getraut und alles auf Standard gelassen.Jetzt noch eine Besonderheit: es gibt eine Heizpumpe, woran jedoch 2 Kreise angeschlossen sind. Der Kreis für den großen Raum wurde irgendwann vor Jahren mit einem Motor Absperrventil versehen, welches aktuell schließt, wenn 20,5 Grad erreicht sind - was ich jedoch nicht verstehe, da Behördenmodell Thermostatköpfe verbaut sind. Vor meiner umprogrammieren war die Situation so:Heizzeiten am Samson Regler gleichKennline viel höher, Vorlauf war meißtens so bei 60 Grad (heute ca 40 Grad). Das zusätzliche Motoventiel wurde von einer separaten Steuerung mit separaten Heizzeiten für den großen Raum geregelt. Außerhalb der Heizzeiten: Raumtemperatur 15 Grad, Heizzeiten: 19 Grad. Häufig war es den Besuchern zu kalt, die Möbel und Bänke waren kalt und feucht. Meine erste amtshandlung war die zusätzliche doppelte Zeitsteurerug (ist übrigens von Dannvoss) durch das motorventil abzuschalten und lediglich 20,5 Grad zum schließen festzulegen (könnten ja eigentlich auch die Thermostate an den Heizkörpern?)Das Raumklima hat sich deutlich verbessert und um Reduzierbetrieb sink die Temperatur nicht mehr unter 17 Grad. Jetzt kam jedoch die Abrechnung vom Heizhaus: 119€ nachzahlen und ein Mehrverbrauch gegenüber 2017 von 1,823 MWh (insgesamt 16,688 MWh Verbrauch in 2017).Regler ist eine Samson Trovis 5431 mit Außentemperaturfühler und Rücklauftemperaturfühler. Kann ich noch irgendwo etwas optimieren? Etwas verbessern, um den Verbrauch zu reduzieren? Hab ich was falsch gemacht im einstellen? Wäre über fachlichen Rat dankbar!Grüße aus Eisleben,Markus

Verfasser:
MBMarkus
Zeit: 12.01.2019 12:09:26
0
2733925
Entschuldigung, hab mich geirrt: die Steigung der Kennlinie beträgt 1,0 - nicht wie geschrieben 0
und danke schon vorab fürs durchlesen
Grüße,
Markus

Verfasser:
Do Mestos
Zeit: 12.01.2019 12:11:36
0
2733927
Hi

Wie gross ist denn das Gebäude? Was sagt die Heizlastberechnung aus?

Verfasser:
MBMarkus
Zeit: 12.01.2019 17:50:55
0
2734101
Hallo,
Gebäudegröße könnte ich morgen herausfinden. Heizlastberechnung ist in den Unterlagen leider nicht zu finden. Entweder würde es nicht ordentlich gemacht, oder die Unterlagen wurden nicht übergeben. ☹️
Grüße
Markus

Verfasser:
Exergie
Zeit: 12.01.2019 19:37:18
0
2734169
@MBMarkus
Schau mal in die Fernwärmeabrechnung, da gibt es meist einen Leistungspreis je kW Anschlußleistung und einen Arbeitpreis je MWh Energie.
In der Abrechnung steht dann auch die gesamt Anschlußleistung des Gebäudes.
Stell die Daten hier mal ein (MwSt nicht vergessen).
Es hat sicher 2018 auch eine Preiserhöhung gegeben und Deine Einsparung wurde aufgezehrt?


Grüsse
Rainer

Verfasser:
MBMarkus
Zeit: 14.01.2019 23:23:51
0
2735360
Hallo Rainer,
Danke für den Hinweis. Hier die Daten:

Fernwärme gemäß Verbrauchsaufstellung: 1812,33€
Umsatzsteuer: 344,34€
Bruttobetrag: 2156,67€

Ermittlung Leistungspreis:
Vertraglich vereinbarte Leistung: 28 KW
Leistungspreis: 25,39 €/KW und Jahr
Summe Leistungspreis: 710,92 €

Ermittlung Verbrauch:
Zählerstand am: 1.1.2018: 63,812 am MWh
Zählerstand am: 24.7.2018: 74,102 MWh
Differenz: 10,290 MWh

Zählerstand am: 24.7.2018 0,000 MWh (neuer Zähler)
Zählerstand am: 31.12.2018 6,398 MWh
Differenz: 6,398 MWh

Verbrauch: 16,688 MWh

Ermittlung Arbeitspreis:
Verbrauch: 16,688 MWh
Arbeitspreis: 66,00 €/MWh
Summe Arbeitspreis: 1101,41 €

Gesamtpreis:
Summe Leistung Preis: 710,92 €
Summe Arbeitspreis: 1101,41 €
Summe Gesamt: 1812,33 €

Das ist die Rechnung. Ob es eine Erhöhung gab, weis ich nicht 100% ig - müsste ich die Rechnung mit geben lassen. Die Größe des Gebäudes hab ich leider noch nicht. Melde mich, sobald ich es hab.

Danke fürs Helfen!
Grüße
Markus

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 15.01.2019 07:39:59
0
2735391
Die größe wäre interessant.

16.700kWh erzeugte Wärme.
Ein EFH zum Vergleich mit geschätzt 150qm-170qm und durchgängiger Beheizung + WW Bedarf und dem Alter hat einen Wärmebedarf von 10.000-15.000kWh.

Ob das Gebäude sehr gut gedämmt ist? 2001 wurde da doch noch kein richtiger Fokus auf Dämmung gelegt?

Die 119€ mehr - sind genau die 1,8MWh Mehrbedarf.
ABER: man darf nicht jedes Jahr mit dem anderen vergleichen. Jeder Winter/Herbst ist anderst.

Man sieht hier leider, dass hier der große Anteil der Kosten durch den Arbeitspreis resultiert. 1100€ (netto) nur der Arbeitspreis (Bereitstellung sozusagen), und 700€ (netto) der eigentliche Wärmebedarf.

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 15.01.2019 07:54:49
0
2735394
In dem Fall FW-Heizung günstig in der Anschaffung, dafür "teuer" im Betrieb.

Die größtmögliche Sparmöglichkeit wäre ne eigene Heizung.

Aber das bedeutet erstmal ein hohen Basisinvest und den notwendigen Platz dafür.

Nur mal zur Berechnung.... eine Alternative Gasbrennwert:

Gasbrennwert (kWh = m³ x Brennwert x Zustandszahl)
Annahme 17.000kWh = m³ x 10 x 0,95

1768m³ GAS kosten lt. Vergleichsportal zur Zeit etwa 850 - 950€. + Schornsteinfeger (100€) und Wartung (150€).

Gas würde somit im Betrieb jährlich etwa 1.200€ kosten (BRUTTO).

Fernwärme dagegen das doppelte.....

Verfasser:
Reggae
Zeit: 15.01.2019 08:18:18
1
2735402
Die Feuchtigkeit kommt von den Besuchern und zu wenig Lüftung.
Versammlungsräume: Versammlungsräume 5-10 facher Luftwechsel
Quelle

Das wird die Kosten aber erhöhen, dafür aber das Gebäude schützen.

Gruß Reggae

Verfasser:
Exergie
Zeit: 15.01.2019 13:00:21
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2735539
Zitat von MBMarkus Beitrag anzeigen
Ich wurde im Oktober 17 gefragt, an einem öffentlichen Gebäude die Einstellung der Heizung zu überprüfen, da es Mängel am Raumklima gab (zu kalt, zu feucht).
Jetzt kam jedoch die Abrechnung vom Heizhaus: 119€ nachzahlen und ein Mehrverbrauch gegenüber 2017 von 1,823 MWh


@MBMarkus

Warum solltes Du etwas falsch gemacht haben ?
Du hast doch den Auftrag voll erfüllt. Das Gebäude war zu Nutzerzeiten warm und trocken. Dass dazu selbstverständlich Energie aufgewendet werden muß,
sollte jedem klar sein. Nur 119€ höhere Energiekosten, sind doch wohl ein Witz, für ein so großes warmes Haus.
Wäre Deine Heizungsoptimierung nicht so erfolgreich gewesen, dann sehe die Energiekostensteigerung ganz anders aus.

Wie schon angesprochen, kann es auch noch eine Preiserhöhung 2018 gegenüber 2017 gegeben haben.
Außerdem kann das Nutzverhalten 2018, für das Gebäude, im Jahr 2017 auch unterschiedlich gewesen sein.

Grüsse
Rainer

Verfasser:
MBMarkus
Zeit: 16.01.2019 15:43:14
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2736079
Hallo zusammen, vielen Dank für die Antworten, stimmt - das meißte Geld geht für den Anschluss weg, und was man braucht, um das Gebäude einigermaßen zu beheizen, kann man vielleicht kaum noch reduzieren.
Nun die Größe: der Versammlungsraum ist 198,90qm bei einer Höhe von 3,40m, dieser wird in den Nutzungszeitraum bis 20,5 grad beheizt. Die restlichen Räume umfassen noch einmal rund 100qm, wovon aber nur 25qm richtig beheizt werden. Die anderen 75qm sind Eingangsbereich und Toiletten.
Ist der Verbrauch dafür angemessen oder seht ihr noch sinvolles potential zum einsparen?
Grüße
Markus

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 16.01.2019 16:20:25
0
2736090
Zitat von MBMarkus Beitrag anzeigen
Hallo zusammen, vielen Dank für die Antworten, stimmt - das meißte Geld geht für den Anschluss weg, und was man braucht, um das Gebäude einigermaßen zu beheizen, kann man vielleicht kaum noch reduzieren.
Nun die Größe: der Versammlungsraum ist 198,90qm bei einer Höhe von 3,40m, dieser wird[...]



Die Größe ist schon stattlich und die Nachbarräume haben ja auch noch Einfluss auf den Haupt-Heizraum.... von daher...

Um abschätzen zu können ob der Wärmebedarf passend ist, wird ein EnEV Ausweis (Heizwärmebedarf) benötigt. Ich weiss nur nicht mit welcher Raumtemperatur üblicherweise in der EnEv gerechnet wird. (Ich hätte jetzt auf 18-20 Grad getippt?)

Verfasser:
RobertP
Zeit: 16.01.2019 16:29:08
0
2736094
Der EnEV-Nachweis hilft hier nicht weiter, da die Nutzungsbedingungen stark vom Standard abweichen.

Robert

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 16.01.2019 17:06:31
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2736127
Irgendeine Datenbasis sollte man aber haben.
Und wenn die enev davon ausgeht das bei konstanter Heizung ein Wärmebedarf von 25.000kWh rauskommt, könnte man zumindest sagen, dass man mit dem jetzigen Konzept bei 16.000kWh Wärme liegt.

Ansonsten gibt's vielleicht ne bedarfsgerechte Berechnung?
Irgendwas muss es ja geben....

Verfasser:
MBMarkus
Zeit: 17.01.2019 18:59:43
0
2736697
Hallo,
So einen Energieausweis gibt’s glaub ich nicht dazu. Ich korrigiere die Höhe des Versammlungsraumes noch einmal: 3,40m

Ich habe bemerkt, dass die Spreizung Vorlauf / Rücklauf im Reduzierbetrieb recht gering ist. So un die 1,5K bei 30 grad Vorlauf. Ist das normal? Könnte man da noch was optimieren? Vielleicht über die Rücklaufkennline?

Grüße
Markus

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