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Markt-Zukunft der Solarthermie
Verfasser:
gnika7
Zeit: 16.01.2019 12:23:02
0
2735981
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Zitat von gnika7 Beitrag anzeigen
[...]


Es ist eine Autorin und Herausgeberin des Fachinformationsdienstes für Baufachleute EnEV - Online .

Ja, habe einige Artikel von ihr gelesen... IMHO enttäuschend... Aber vielleicht gehöre ich nicht zur Zielgruppe :-/

Verfasser:
jogi54
Zeit: 16.01.2019 18:38:53
1
2736168
Zitat von gnika7 Beitrag anzeigen
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
[...]

Ehrlich gesagt war es eine reine Zeitverschwendung... Da gibt es besserer/differenziertere Darstellungen im Netz.
Z.B [url=https://www.geb-info.de/Archiv/Newsletter-Archiv/article-849673-105363/geg-entwurf-fuer-sie-gelesen-und-zusammengefasst-.html]GEG-Entwurf: Für Sie gelesen und[...]


Auszug
Zitat:
Bei Neubauten mit Stromspeicher (mindestens 1 kWh Nennkapazität je kW Anlagenleistung) dürfen pauschal 200 kWh je kW installierter Anlagennennleistung und zusätzlich – ab einer Anlagengröße von 0,02 kW je Quadratmeter Gebäudenutzfläche – 100 % des Endenergiebedarfs der Anlagentechnik für Strom in Abzug gebracht werden, insgesamt jedoch maximal 25 % des Jahres-Primärenergiebedarfs.


Wenn ich so was lese, wird es mir schon wieder spei-übel.

Wenn meine PV mit Batterie nachweislich auch im Winter 100% meines Stromverbrauchs für die WP erzeugt, wieso werden dann nur 25% angerechnet ???

Kann mir mal einer diese Logik erklären ???

Danke

LG jogi

Verfasser:
gnika7
Zeit: 16.01.2019 19:14:40
0
2736186
Zitat von jogi54 Beitrag anzeigen
Kann mir mal einer diese Logik erklären[...]

Die Logik basiert darauf, dass man da vor allem an die Technik aus dem letzten Jahrtausend gedacht hat. Bei einer Gastherme kannst du nun mal den Primärenergiebedarf nicht zu 100% aus PV decken. Dass man bei einer PV statt einer Gastherme besser WP nehmen sollte, ist in vielen Köpfen nocht nicht wirklich angekommen.

Andererseits bist du eher ein seltener Ausnahmefall ;-) Bei einem normalen Häuslebauer wird die PV wohl kaum mehr als 25% der WP-Bedarfs decken.

Außerdem ist die Möglichkeit der Anrechnung der PV eine Besserstellung dieser im Vergleich zu dem aktuellen Ist-Stand.

Grüße
Nika

Verfasser:
winni 2
Zeit: 16.01.2019 19:24:05
0
2736190
Gratuliere zum 10000sensten Beitrag in diesem Thema, Nika!
:-)

Grüsse

winni

Verfasser:
gnika7
Zeit: 16.01.2019 19:28:12
0
2736193
Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen
Gratuliere zum 10000sensten Beitrag[...]

Danke, aber 9999 oder 10001 sind auch schöne(re) Zahlen. Deshalb auch Glückwunsch ;-)

Dabei wollte ich mich hier schon lange raushalten. Andererseits geht es hier grad einigermaßen sachlich zu

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 16.01.2019 23:31:35
0
2736306
Zitat von jogi54 Beitrag anzeigen
Zitat von gnika7 Beitrag anzeigen
[...]


Wenn ich so was lese, wird es mir schon wieder spei-übel.

Wenn meine PV mit Batterie nachweislich auch im Winter 100% meines Stromverbrauchs für die WP erzeugt, wieso werden dann nur 25% angerechnet ???

Kann mir mal einer diese Logik erklären[...]


Empfehlung:

Einlesen in die Problematik Primärenergiebedarf.

Die deutsche Baugesetzgebung hat mit der Einführung der Energieeinsparverordnung den Primärenergiebedarf eines Gebäudes als Stellschraube /Steuerungsgröße eingeführt.

Wenn diese Zusammenhänge verstanden sind, wird auch die hinterfragte Logik klar.

Ob der Primärenergiebedarf eines Gebäudes heute noch das sinnvollste Steuerungsinstrument ist, darüber wird schon länger diskutiert.

Beim GEG wird aber sehr wahrscheinlich an diesem Prinzip noch festgehalten

Dietmar Lange

Zeit: 16.01.2019 23:47:18
1
2736310
Zitat von jogi54 Beitrag anzeigen
Kann mir mal einer diese Logik erklären ???

Würde man es nehmen wie es ist, wäre die PV zu gut. :P

Verfasser:
gnika7
Zeit: 17.01.2019 00:13:59
1
2736315
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Zitat von jogi54 Beitrag anzeigen
[...]


Empfehlung:

Einlesen in die Problematik Primärenergiebedarf.
[...]

Empfehlung: verstehen, dass eine Obergrenze von 25% nicht durch die Problematik Primärenergiebedarf verursacht wird.

Grüße Nika

Verfasser:
jogi54
Zeit: 17.01.2019 00:23:08
0
2736319
Zitat von Ich_habe_Feuer_gemacht Beitrag anzeigen
Zitat von jogi54 Beitrag anzeigen
[...]

Würde man es nehmen wie es ist, wäre die PV zu gut. :P


Nach den vorgegebenen Berechnungsmethoden (RT und Behandlung von Reihenhäusern) würde ich 100% Haushaltsstrom und Strom für die Wärmeerzeugung mit der PV selbst erzeugen und nur Überschuss einspeisen.

Da ich es etwas wärmer mag... werde ich ca 500kWh/a Strom beziehen und ca. 6000kWh/a einspeisen.

Aber so etwas ist nicht vorgesehen... Echte Nullenergiehäuser werden somit bestraft.

LG jogi

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 17.01.2019 01:47:12
0
2736327
Zitat von jogi54 Beitrag anzeigen
Zitat von Ich_habe_Feuer_gemacht Beitrag anzeigen
[...]


Nach den vorgegebenen Berechnungsmethoden (RT und Behandlung von Reihenhäusern) würde ich 100% Haushaltsstrom und Strom für die Wärmeerzeugung mit der PV selbst erzeugen und nur Überschuss einspeisen.

Da ich es etwas wärmer mag... werde ich ca 500kWh/a Strom beziehen und[...]


Es wird wohl auch in Zukunft noch eine Weile so bleiben, dass die deutsche Baugesetzgebung von der Expertise der deutschen Bauministerkonferenz und vom DIBT beeinflusst wird.

Das für Energie zuständige Ministerium will da auch noch ein wenig mitreden.

Das kann man bedauern aber in einem überschaubaren Zeitrahmen kaum ändern.

:-)))

Dietmar Lange

Verfasser:
jogi54
Zeit: 17.01.2019 17:09:06
1
2736646
Zitat von gnika7 Beitrag anzeigen
Zitat von jogi54 Beitrag anzeigen
[...]

Andererseits bist du eher ein seltener Ausnahmefall ;-) Bei einem normalen Häuslebauer wird die PV wohl kaum mehr als 25% der WP-Bedarfs decken.[...]


Ist das wirklich so schwierig? Die Mehrkosten von U=0,15 nach U=0,1 sind ziemlich gering. Bessere Fenster, als U=1,0 bringen unterm Strich wenig und sind nur teurer. Da wiegen sich die geringeren Verluste mit den geringeren Wärmegewinnen ziemlich auf.

Damit kann man einen Wärmeverbrauch von 20-25kWh/m² erreichen, bei 150m² dann 3000 - 3750 kWh/a, dazu noch für 2 Personen WW = 1000kWh/a. Braucht eine SWP mit JAZ 4,0 dann 1187kWh/a Strom. Das sind dann im Winter ca. 7,5kWh/Tag. Die JAZ ist bei einem ca. Passivhaus locker zu überbieten, da sollte eher eine 5 vor dem Komma stehen und damit einen mittleren Strombedarf von 5,9kWh/Tag im Dez..
(Bei so guter Iso ergibt sich, dass der Mehrbedarf an WW/Person sich mit der "Heizleistung" der Person kompensiert.)

Bei meiner mit O/W schlecht ausgerichteten und zudem teilverschatteten 7,5kWp PV in Köln (mit der geringsten Einstrahlung in D) bekomme ich im Dezember durchschnittlich 3kWh/Tag vom Dach (240Wp Paneelen, 5000kWh/a). Das sollte bei einem Neubau heute deutlich besser gehen....

Nur mal so

LG jogi

Verfasser:
gnika7
Zeit: 17.01.2019 17:29:03
1
2736657
Zitat von jogi54 Beitrag anzeigen
Zitat von gnika7 Beitrag anzeigen
[...]


Ist das wirklich so schwierig? Die Mehrkosten von U=0,15 nach U=0,1 sind ziemlich gering. [...]

Schwierig nicht... Aber doch unüblich. U=0,15 für Wände ist bereits besser als KfW55 und deutlich weit weg von EnEV-Standard. Im Allgemeinen wird aber Standard gebaut... Um kostengünstig 0,1 zu erreichen, muss man schon entweder unorthodox vorgehen oder entsprechend zahlen...

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 21.01.2019 11:24:03
0
2738377
Ein interessantes Projekt für die Zukunft der Solarthermie im ländlichen Raum

Sonnen- und Bioenergiedorf Mengsberg

Deutschland hat noch viele Dörfer mit ähnlichen Randbedingungen !

Trotzdem muss auch da energetisch saniert werden.

Dietmar Lange

Zeit: 21.01.2019 15:33:36
1
2738573
Interessant, daß mal wieder die Sonne an erster Stelle genannt wird, bei
17% Deckung bei 4668 MWh Wärmebedarf, also knapp 800 MWh Solardeckung, was weniger als 270 kWh/(m²*a) Ertrag bedeutet.

Das sind gerundet 3000 m² Kollektorfläche mit 300 m³ Puffer für knapp 300 Haushalte, also rund 10 m² und 1000 Liter Speicher pro Haushalt. Und der Puffer soll dann für 5 bis 7 Tage Deckung reichen, in unsanierten energiehungrigen Objekten...

Die Dimensionierung kommt mir irgendwie bekannt vor. ;)

Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Deutschland hat noch viele Dörfer mit ähnlichen Randbedingungen !


Die Bedingungen sind schon sehr, sehr speziell.

Obwohl es ländlich ist, ist das Dorf doch noch sehr kompakt
(138 Anschlüsse auf 8924 Meter, also knapp 65 Meter pro Anchluß)
Zitat:
-Ein Großteil der Gebäude sind Fachwerkbauten
(teilweise Denkmalschutz)
- Energetische Sanierung schwierig und teuer
...
-138 vertragliche Anschluss-
nehmer (weitere 14 Optionen in
Planung)
- Nutzwärmebedarf (138 Ab-
nehmer) ca. 4.668 MWh
- Versorgung über ein 8.924 m
langes Nahwärmenetz (KMR-
Duo-Rohr)
- Netztemperatur gleitend 85°/55°
(Winter) bzw. 70°/40° (Sommer)


Das sind im Schnitt fast 34.000 kWh pro Anschluß!

Wenn da halbweggs saniert würde, sähen die Zahlen völlig anders aus. Der Solarertrag würde deutlich schrumpfen. Die Netzauslastung ebenso. Damit würde dann der Preis pro kWh deutlich steigen. Ich sag nur Gutleutmatten.

Das ist in erster Linie ein Biomasseprojekt (für "schwierige Brennstoffe") für regionale Selbstversorgung. Da kommt dann ein Bisschen Solarthermie hinzu, die davon lebt, daß man ein neues Fernwärmesystem für ein [b]Heizkraftwerk für (minderwertige) Hachschnitzel gebaut hat![/b]

In Klammern minderwertig, als mutmaßliche Erklärung für das Heizkraftwerk. Bei höherwertigen / veredelten Brennstoffen (gute Hackschnitzel, Pellets...) ist es sinnvoller sie im KWK-Konzept zu verstromen oder lokal zu verfeuern, um so die Netzverluste zu vermeiden.

Heizkraftwerke machen in Anbetracht der Netzverluste nur Sinn, wenn man damit Brennstoffe relativ sauber nutzen kann, die man sonst nur schwer bis gar nicht sinnvoll hausintern nutzen könnte, aber dann sogar so "schlecht" sind, daß man sie selbst in einem Kraftwerk nicht sinnvoll verstromen könnte.

Das ist also eine insgesamt sehr, sehr spezielle Situation.

Dörfer mag es ein paar mehr geben.

Aber wie viele davon sind geeignet für Fernwärme, haben bauartbedingt und historisch bedingt durch Denkmalschutz ein Sanierungshindernis und damit eine relativ hohe regionale Wärmebedarfsdichte. Meist hat man entweder kein Fernwärmenetz oder es steht im Bezug zu KWK. Und in letzterem Fall ist die PV die weit sinnvollere Ergänzung.

Strom wird so gut wie immer gebraucht. normalerweise hat man dann genug Abwärme. Im Winter kann es mal eng weden, so daß mal zugeheizt wird. Aber dann sit die STA keine große hilfe. Und im Sommer ist mehr als genug Abwärme da, also kein ungedeckter Bedarf mehr für STA übrig.

"Der Bedarf bechränkt den Nutzen!"

Da ist die PV sinnvoller. Die entlastet dann im Sommer das Kraftwerk bei der Stromerzeugung. Es kann dann weiter abgeregelt werden. Dann gibt es auch weniger unnötige Abwärme. Win-Win. Da macht STA gar keinen Sinn.

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 21.01.2019 17:11:29
2
2738642
@all

An Stelle von hier schon endloswiederholten Phrasen über Bedarf und Nutzen die Vorstellung des Konzepts durch die Gemeinde .

Neustädter Golddorf-Stadtteil will den bundesweit größten Solarthermie-Park bauen, um Bioenergiedorf zu werden

Wenn man sich auf der Homepage die Ortsansichten anschaut, dann wird klar, warum in diesem Ort von den Bürgern ein Konzept gesucht wurde, dass von den Bürgern akzeptiert und toleriert wird.

Denkmalsschutz am eigenen Haus und im Ort ist ein Wert, über den technisch oder ideologisch nicht diskutiert werden kann.

Regenerative Nahwärmekonzepte sind hier Lösungsansätze, die auch in solchen Ortschaften eine Wärmewende ermöglichen. Fachwerkfassaden sind nicht nur in Hessen weit verbreitet, In Bayern gibt es am Alpenrand Ortskerne mit Fassadenmalereien, in anderen Regionen stehen Umgebinde – Häuser und Schieferfassaden, die Aufzählung baulicher Besonderheiten lässt sich fortsetzen.

In solchen Regionen sind Fassadendämmungen mit Kühlhauspaneelen oder anderen auffälligen Außendämmungen der Gebäudehüllen kein gangbarer Weg.

Die Einspeisung von Biomethan in vorhandene Gasnetze ist in solchen Fällen technisch ebenfalls problemlos möglich.

Solarwärmeanlagen auf denkmalgeschützten Häusern sind nach diversen höchstrichterlichen Urteilen kein grundsätzlicher Hinderungsgrund.

Wer aus ideologischem Eifer oder anderen Interessen solche Lösungsansätze verteufelt oder zerredet, leistet der Energiewende in Deutschland keine guten Dienste.

Dietmar Lange

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 21.01.2019 18:25:46
2
2738686
Hier wurde immer und immer wieder darauf hingewiesen, dass die STA nicht per se tot ist, sondern es v.a. im Bereich EFH und kleines MFH zunehmend kritisch wird.

Interessant wäre es in diesem Fall sicherlich Statistiken zur STA mit HU zu haben. Ob die Alibi/Zwangs_STA weiterhin Verbreitung findet, wenn PVA auch anerkannt wird...

Insofern finde ich es mal wieder bemerkenswert, wenn von einer "Verteufelung" gesprochen wird, nur weil jemand mal darauf hinweist, dass 17% STA-Abdeckung nicht so pralle sind...

Und in Mengsberg liegen die durchschnittlichen Investkosten bei weit mehr als 30.000€ pro Anschluss! Das ist keine Ideologie, sondern sind einfach Zahlen. Wie hoch die Wärmegestungskosten pro kwh sind, erahnt man.

Zeit: 21.01.2019 19:00:49
2
2738705
Da gibt es kein Zerreden!

17% solare Deckung! Der "Rest" ist Biomasse.
Damit ist es primär ein Biomasseprojekt!

Kurrios ist, daß es nun im zweiten Link ein "Holzhackschnitzel Blockheizkraftwerk" sein soll, wo es zuvor noch ein Vitoflex 300-FSB namentlich genannt wurde. Und das ist nur ein "Heizkraftwerk".

Das Projekt wurde auch nicht verteufelt.
Es wurde nirgends mit auch nur einer Silbe Kritik an dem Projekt geübt!
Im Kontext eines reinen Heizkraftwerkes ist STA durchaus sinnvoll.


Wie prophezeiht, geht es um minderwertiges Hackgut
Zitat:
Auch bei den Hackschnitzeln soll der Bedarf so weit wie möglich vor Ort gedeckt werden und Schnittgut von Hecken und Sträuchern aus dem Ort an der Anlage direkt gehäckselt und verwertet werden.

Da macht dieses Konzept ja auch Sinn. Das wurde ja auch nicht kritisiert!
Aber nicht immer sind die Vorraussetzungen so schwierig.
In vielen anderen Fällen ist die Biomasse durchaus verstromungsfähig.

Es ist Biomassse mit einem kleinen Anteil solar, nicht mehr und nicht weniger. Ich bin persönlich sogar ein ausgesprochener Freund von Fernwärme. Fraglich ist allerdings die Übertragbarkeit auf andere Fälle.

Fernwärme macht nicht überall Sinn. (siehe Gutleutmatten-Desaster)
Derartige Hackschnitzelmengen fallen auch nicht überall an.
In vielen Fällen ist es sinnvoller auf KWK zu setzen.

Ein Kurriosum ist die Behauptung, man hätte sich gegen Biogas ausgesprochen. Das mag vielleicht sogar stimmen. Aber dann ist es völlig paradox zugleich auf Biogas als Ersatzmaßnahme hinzuweisen.^^

Es ist auch nicht wirklich nachvollziehbar, warum Holzhackschnitzel und Rapsöl ok sein sollen, aber eine Biogasanlage negativ gesehen wird. Die müssen nicht mit Mais betrieben werden! Da scheint es eher umgekehrt zu sein mit der emotionalen ideologischen Brille.

Wie man es aber auch dreht und wendet:
Es ist und bleibt primär ein Biomasseprojekt, ergänzt um einen kleinen Anteil Solarthermie (17% solare Deckung geplant), wobei bei der Solarthermie dann auch noch 40% der Kosten als Zuschuß genannt wurden. Die 17% Solardeckung hätte man auch anders hinbekommen. Das ist nun wirklich keine Pionierleistung. Die STA fährt hier im Kielwasser der Fernwärme Hackschnitzelheizung, durchaus ein interessantes Projekt um auch derartig schwieriges Material sinnvoll zu nutzen.

Die Schlagzeile "Neustädter Golddorf-Stadtteil will den bundesweit größten Solarthermie-Park bauen, um Bioenergiedorf zu werden" ist daher höchst irreführend! Es ist eher umgekehrt, eine besondere Gelegenheit in der die STA besonders gute Karten hat, was aber nicht bedeutet, daß die Konkurrenz da schlechter gewesen wäre.

Zeit: 21.01.2019 19:14:08
0
2738715
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
Insofern finde ich es mal wieder bemerkenswert, wenn von einer "Verteufelung" gesprochen wird, nur weil jemand mal darauf hinweist, dass 17% STA-Abdeckung nicht so pralle sind...

Zumal ich die STA bei einem Heizkraftwerk nicht nur im letzten Beitrag, sondern auch im ersten Kommentar als sinnvoll eingestuft hatte. Nur sind Heizkraftwerke ein besonderer Teilmarkt des besonderen Teilmarktes Fernwärme.

Es ist interessant, aber denoch insgesamt ein recht spezielles Projekt.

Davon lebt doch die Wende:
Gelegenheiten Nutzen und individuelle Lösungen finden!

Es ist nicht nachvollziehbar, was daran nun ein Verteufeln sein soll, wenn man erklärt warum und wieso es in diesem Fall eine gute Idee ist.

Diese unbegründete und nicht nachvollziehbare Wertung / Unterstellung hat einen unübersehbaren persönlichen Beigeschmack.

Zeit: 22.01.2019 14:17:21
0
2739188
Im PDF zu Mengsberg ist auch eine Karte über weitere Groß-STA.

Hier ein Stichprobe aus den Anlagen, zu denen man leicht und schnell ohne große Suche Informationen bekommt.


Hamburg Bramfeld ist ein Urgestein, ein Pilotproekt, Solatthermie in Kombination mit einem Müllheizkraftwerk. Es gibt auch in begrenztem Umfang KWK. Die Auslegung ist derart, daß das Heizkraftwek durch die STA entlastet wird. Sie steht nicht in Konkurrenz zur Abwärme aus KWK!

Rostock ist nicht wirklich eine Fernwärmanlage. Es wird ein großes Objekt damit versorgt. Dabei handelt es sich im Wesentichen um eine quellseitige Vorwärmung für eine Wärmepumpe. Daraus ergibt sich nur eine mittelbare solare Deckung in Form einer verbesserten JAZ durch Anhebung der Quelltemperatur. Das macht es auch nicht so ganz einfach die Wirkung der STA in Zahlen zu bewerten. Auch hier: kein KWK!

Neckarsulm Grenchenstraße ist ebenfalls eine WP mit vorgeschalteter STA.

Crailsheim ist wieder ganz ähnlich gestrickt. Auch hier kein KWK. Zudem ist es ein ehemaliges Militärgelände. Dementprechend kompakt und geordnet ist die Gebäudelandschaft, also ideal für ein Niedertemperaturfernwärmesystem.

Wenn man will, kann man natürlich auch die weiteren Anlagen abklopfen. Die Sachlage ist aber eindeutig. Im Kontext KWK ist Solarthermie nur sehr sehr begrenzt sinnvoll. Dies war auch wesentlicher Bestandteil der Desasters beim Projekt Gutleutmatten.

Fakt ist ebenfalls:
Die meisten Fernwärmelösungen in Deutschland stehen im Kontext KWK! Und das ist ein stark wachsender Markt! So wuchst der Anteil von KWK-Strom von 2006 an mit 7% um 9% auf 16% 2013. Laut Wiki lag der KWK-Ankeil bei der Fernwärme schon 2005 bei 83%. Wer Wiki nicht traut, kann sich auch die AGFW-Berichte durchlesen:
Klick mich!

Ja, es gibt auch ein paar interessante STA-Projekte, weil EE insgesamt wächst. Aber gerade bei Fernwärme ist KWK viel interessanter und nimmt daher einen Großteil dieses Marktes ein.

Was übrig bleibt, sind dann meist solche Projekte:
Beispiele

Auch das sind wieder primär Biomasseprojekte! 13 und 20% solare Deckung ist ganz nett, aber unspektakulär. Und das sind dann schon Referenzprojekte als Aushängeschild, so wie auch die Anlage Mengsberg, die da mit ihren 17% in der Mitte liegt.

Im Fernwärmbereich gibt es zwar einen Platz für die STA, aber dieser beschräkt sich im Wesentlichen auf die Netze, in denen es KWK entweder gar nicht oder in nur geringem Maße gibt. Und das ist ein eher kleiner Teil des Fernwärmemarktes. Und in Deutschland hat Fernwäre insgesamt leider auch einen eher kleinen Markanteil bei der Wärmeversorgung.

Zeit: 22.01.2019 15:18:17
0
2739218
Und das ist kein Zerreden oder Verteufeln, im Gegenteil!

Solarthermie hat am deutschen Wärmemarkt einen geradezu mickrigen Anteil, der sich aus Anzahl der Anlagen mal solare (Teil)deckung ergibt. Man könnte daraus schließen, daß STA generell nicht konkurrenzfähig wäre und nur durch die hohe Förderung verkauft wird.

Wenn man es aber sachlich nüchtern betrachet, erkennt man die technischen Zusammenhänge. Dann erkennt man auch, wann die Rahmenbedingungen für die STA relativ gut sind.

STA hat dann gute Karten, wenn der Solarertag in hohem Maße in Deckung mit nicht anderwertig schon gedecktem Wärmebedarf liegt (KWK) insbesondere wenn es dabei zugleich um relativ große Beträge geht, weil dann die Kosten pro m² und kWh geringer ausfallen.

Wenn die prozentuale direkte Deckung nicht hoch ist (Der Bedarf...), läuft es auf Teildeckung oder sehr große teure Saisonspeicherlösungen hinaus. Hier wird es dann interessant, wenn man vor Ort Bedingungen vorfindet, die die Kosten für den Speicher reduzieren.

Es geht nicht um Zerreden und Verteuefeln, sondern darum zu verstehen und dann gute Gelegenheiten erkennen zu können. Pauschale Lobpreisungen, gefolgt von nicht erfüllten Erwartungen, bringen die Technik in Verruf. Legt man aber die Karten auf den Tisch, weiß man auch wann das eine gute Lösung ist und wann nicht.

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 22.01.2019 16:54:17
0
2739288
@all

Wer sich für die Zukunft von regenerativen Nah- und Fernwärmekonzepten interessiert, kann aus ganz aktuellen News über Firmenbeteiligungen ableiten, welche perspektivische Interessen relevante Marktakteure national und international verfolgen.

Gegenwärtig ist diese Meldung in Fachinformationsportalen zu finden:

Viessmann beteiligt sich an Pewo

Pewo entwickelt und fertigt Wärmeverteilanlagen als Systemlösungen für Wohnungen, Wohnhäuser, Wohnquartiere, Städte, Hotels, Kliniken, Schwimmbäder und die Industrie in ganz Europa. Die Anlagen reichen vom Trinkwassererwärmer bis zur übergreifenden Netzleittechnik oder Sonderanlage mit mehreren MW Leistung für die Wärmeversorgung ganzer Stadtteile. Pewo bindet Fernwärme, Solarthermie, Erdwärme, Erdgas, Prozesswärme und Wärmerückgewinnung aus Abwasser in seine Systeme ein.

Firmenbeteiligungen oder Fusionen erfolgen nicht aus Jux und Tollerei, sondern in Erwartung perspektivischer Entwicklungen.

Man kann voraussetzen, dass vor solchen Ereignissen sorgfältige Marktanalysen erfolgt sind.

Was zu diesem speziellen Thema regenerative Nah- und Fernwärmekonzepte unter dem bekannten Motto Bedarf und Nutzen ausgeführt wird, bleibt weiter unkommentiert

Dietmar Lange

Verfasser:
jogi54
Zeit: 22.01.2019 17:14:58
0
2739296
Zitat von Ich_habe_Feuer_gemacht Beitrag anzeigen

Hamburg Bramfeld ist ein Urgestein, ein Pilotproekt, Solatthermie in Kombination mit einem Müllheizkraftwerk. Es gibt auch in begrenztem Umfang KWK. Die Auslegung ist derart, daß das Heizkraftwek durch die STA entlastet wird. Sie steht nicht in Konkurrenz zur Abwärme aus KWK!
[...]


@Feuermacher,

eigentlich jede Müllverbrennungsanlage hat heute zu Tage KWK. Manche als Prozessdampf (16bar), viele als Fernwärme bei immer auch Stromerzeugung.

Oft werden die Dampfturbinen für Sekundärregelleistung angeboten und nutzen das Fernwärmenetz dann als Puffer. Dieser Puffer würde durch eine STA je nach Größe im Sommer bei geringer Fernwärmelast deutlich eingeschränkt.

Fernwärme wird normalerweise über eine Anzapfung oder Entnahme an der Niederdruckturbine versorgt. Wenn bei viel Sonne die STA die Fernwärme ballert und gleichzeitig wg. sehr hohem PV Angebot negative Regelleistung abgerufen wird, fehlt dann der Platz im Fernwärmenetz. Ein Müllheizkraftwerk jedoch verbrennt Müll - immer - wo soll dann der überschüssige Dampf dann hin ??? Geld wird mit der Regelleistung verdient, nicht mit Grundlaststrom ...
In sofern keine gute Idee, eine STA zu einer Müllverbrennung zu bauen.

Eine STA zu einem Fernwärmenetz dazu zu bauen, das die Wärme vornehmlich aus reinen Fernwärmekessel bezieht, macht Sinn => z.B. in Wels / Österreich gibt es so etwas, da spart die STA im Sommer den Betrieb eines Gaskessels ein.

Nicht alles, was auf den ersten Blick sinnvoll erscheint, hält einer genaueren Überprüfung dann auch Stand.

LG jogi

Zeit: 22.01.2019 17:20:59
0
2739302
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Firmenbeteiligungen oder Fusionen erfolgen nicht aus Jux und Tollerei, sondern in Erwartung perspektivischer Entwicklungen.

Man kann voraussetzen, dass vor solchen Ereignissen sorgfältige Marktanalysen erfolgt sind.

Und für was soll was ein Argument sein?
Wurde irgndwo von "Jux und Tollerei" gesprochen?

Ja, der Fernwärmemarkt wächst. Und? Das ist nicht neu und wurde doch gerede eben schon mehrfach angesprochen. Den Netzen ist aber egal wie die Wärme bereitgestellt wurde.

Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Was zu diesem speziellen Thema regenerative Nah- und Fernwärmekonzepte unter dem bekannten Motto Bedarf und Nutzen ausgeführt wird, bleibt weiter unkommentiert.

Sie können sich sicher sein, daß die Netzbetreiber / Planer das im Blick haben. Anderenfalls fallen sie auf die Nase, wie in Gutleutmatten! Der Zussammenhang Bedarf/Nutzen mag bestimmten Foristen mit besonderen Interessen unbequem sein. Betreibern einer heimischen STA mag dies sogar entgehen, so daß sie einem Irrglauben aufsitzen und an viel höhere Einsparungen glauben, als tatsächlch gegeben ist.

Aber bei Netzen muß aus Abrechnungsgründen gemessen werden, und das mit zuverlässiger und genauer Meßtechnik. Der Kunde muß nur das bezahlen, was er auch nimmt. Und das wird mit STA nicht mehr und nicht weniger, jedenfalls nicht Kundenseitig des Zählers. Und damit liegt as Thema Brennstofeinsparung beei en Profis des Netzbetreibers. und ddie wissn sehr gnau wann un wo sie wwieviel Brennstoff benötigen um den Kunden zu beliefern.

Und solange der Bedarf mit der Abwärme aus KWK gedeckt wird, spart die STA keinen Brennstoff. Es bleibe allenfalls die Phasen in denen im Kernwinter rde Spitzenlastkssel das Heizkraftwerk zuschaltet. und gerade das ist besonders schwer solar abzudecken! Und nur dafür lohnt es sich in aller Regel nicht.

STA spart nur, solange zur Bedarfsdeckung zugeheizt werden muß, also bei Fernwärme im Kontext Heizkraftwerk.
Also auch dort gilt:
Der Bedarf beschränkt den Nutzen!

Zeit: 22.01.2019 17:31:07
0
2739305
Man kann natürlich versuchen Leuten Dinge zu verkaufen, die sie nicht brauchen und von denen sie so gut wie keinen / kaum / unzureichend Nutzen haben.

Wie gut das dann bei Profis wie Fernwärmenetzbetreibern funktioniert, wird man dann ja sehen.
;)

Die wissen nämlich genau was sie brauchen und was sie nicht brauchen.
Ich wage zu behaupten, daß die Verkaufschancen stark davon abhängen. ;-)

Zeit: 23.01.2019 14:15:23
0
2739740
Zitat von jogi54 Beitrag anzeigen
Ein Müllheizkraftwerk jedoch verbrennt Müll - immer - wo soll dann der überschüssige Dampf dann hin ??? Geld wird mit der Regelleistung verdient, nicht mit Grundlaststrom ...
In sofern keine gute Idee, eine STA zu einer Müllverbrennung zu bauen.


So ählich sehe ich das auch. Ich habe mich wohl etwas ungechickt ausgedrückt. zu der Anlage gibt es hier einen interessanten Kurzbericht:
Klick mich!
Darin ist zu lesen.
Zitat:
Ende 1996 ging die solar unterstützte Nahwärmeanlage mit saisonalem Wärmespeicher in Hamburg-Bramfeld als erste deutsche Pilotanlage ihrer Art in Betrieb. Mit der Anlage konnte die Funktionsfähigkeit der saisonalen Speicherung von solarer Wärme nachgewiesen werden.

Die Anlage "rechtfertigt" sich also durch den Forschungszweck und weniger durch die Solarthermie und deren Einsparung an sich.

Ferner ist zu lesen
Zitat:
Neben der saisonalen Speicherung von solarer Wärme aus 3.000 m² Flachkollektoren sollen die 4.000 m³ Wasservolumen des Speichers zukünftig Abwärme aus einem Müllheizkraftwerk speichern. Damit können Spitzenlasten des Fernwärmeverbundnetzes Hamburg-Ost (120 MW / 400 GWh) auch aus dem Speicher gedeckt und die sonst hierfür notwendigen fossil betriebenen Heizkessel abgeschaltet werden. Weiterhin kann dadurch der KWK-Anteil in dem Fernwärmeverbundnetz weiter erhöht werden. Zeitgleich ermöglicht die Einbindung des saisonalen Wärmespeichers in das Fernwärmeverbundnetz dieses weiter zu solarisieren.


Müllheizkraftwerk und KWK sind demnach so knapp klein ausgelegt, daß oft noch zugeheizt werden muß. Die STA stet also nicht in konkurrenz zur Müllentsorgung und zu KWK, sondern entlastet das Heizkraftwerk mit dem aufgestockt wird.

Damit gibt es in diesem Falle also trotz Müllverbrennung und KWK eine vergleichbare Situation zu:
Zitat von jogi54 Beitrag anzeigen
Eine STA zu einem Fernwärmenetz dazu zu bauen, das die Wärme vornehmlich aus reinen Fernwärmekessel bezieht, macht Sinn => z.B. in Wels / Österreich gibt es so etwas, da spart die STA im Sommer den Betrieb eines Gaskessels ein.

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LutzJ schrieb: @Christian Erst einmal: Von wann ist dein Wasserzähler? Steht auf dem Eichsiegel (gelb sechseckig) oder separat auf dem Zifferblatt bei Allmess-Zählern. Meist sogar noch "Beglaubigt bis..." Wenn...
michi83 schrieb: Hey, Vielen Dank für den ausführlichen Beitrag. habe 3x30 kg hier - Bilisol N (Monoethylenglykol). Gut, das reicht dann und ich habe etwas Reserve übrig. Wir haben hier ziemlich hartes Wasser ->...
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