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Lohberger Küchenherd mit Pelletsmodul
Verfasser:
Carsten B
Zeit: 19.07.2010 22:31:02
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Hallo
wir planen bei uns zuhause einen Umbau der Heizungsanlage nun würde ich gerne einen Lohberger Küchenherd mit Pelletsmodul und Zentralheizungseinsatz instalieren.
Hat jemand erfahrung inwieweit diese auch funktioniert bzw. wieviel Heizleistung der Ofen wirklich abgibt. Wie defekt Anfällig das gut Stück ist und der Servies der Firma Lohberger so gut ist wie der Preis für den Ofen.
Gibt es den alternativen zu der Firma Lohberger ?
(Pelletsmodul) zum aufstellen im Küchenbereich?
Vielen Dank schonmal für die Antworten

Carsten

Verfasser:
redtux
Zeit: 22.07.2010 17:54:44
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Ich hatte mir das vor etwa einem Jahr bei meiner Heizungsrecherche mal angesehen. Es war bei einer lokalen Heizungsfirma in der Ausstellung. Und zwar in Funktion. Vielleicht findest Du auch in Deiner Umgebung ein funktionsfähiges Gerät?

Gruß

Verfasser:
SolarFuzzy1
Zeit: 31.10.2017 17:45:10
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Hallo,

ich recycle mal den Thread, da es zum Thema nicht allzuviele Beiträge gibt.
Ich habe die Firma Lohberger am Stammsitz in Österreich besucht, da es in Deutschland fast keine Ausstellungsstücke oder Referenzkunden dafür gibt. Laut Aussage des Verkäufers dort, exportiert man viel nach Italien und Frankreich , abgesehen vom gutgehenden Heimatmarkt. Auf Vermittlung meines betreuenden Fachbetriebs konnte ich einen Herd im Rhein-Main-Gebiet bei einem Kunden anschauen (allerdings ohne Wassertechnik ). Außerdem stand das Gerät bei diesem Kunden mehr rum als es benutzt wurde.
Insgesamt hat mich alles überzeugt und wir haben einen LCP 80 ( dies ist die ultimative Maximalvariante, d.h. großes Modell, Wasser+Pellets ) bestellt. Nächsten Sommer wird er installiert (erst muß noch Restöl verbrannt werden). Wir freuen uns schon auf das Gerät.
Das einzige was es derzeit schon zu bemängeln gibt, ist die Bedienungsanleitung, da steht teilweise regelungstechnischer Unfug drin , bzw. die verschiedenen Betriebsarten sind etwas seltsam beschrieben. Aber dies werde ich schon hinbekommen. Außerdem hat der Lohberger-Verkäufer etwas rumgejammert, als ich andeutete, daß der Herd bei mir nicht im Internet surfen gehen kann. Ich werde aber ein Kabel verlegen, so daß Remote-Diagnose nach Absprache ermöglicht werden kann. Allerdings muß ich erst mal ein halogenfreies Hochtemperatur-Ethernet-Kabel dafür beschaffen.
Der Schornsteinfeger hat auch schon etwas gemault wegen der Luftberechnung und der Kaminausführung, der hat offensichtlich etwas gegen österreichische Technik, auch wenn er das so direkt nie zugeben würde. Aber das wird schon. Für irgendwas muß die EU ja gut sein.
Außerdem wird unser Ofenbauer noch ein Rohr an den Pelletbehälter anbringen, so daß ich später eine automatische Förderung nachrüsten kann, wenn der Herd sich bewährt und wir keine Lust zum Säcke schleppen mehr haben.

Gruß
SolarFuzzy

Verfasser:
SolarFuzzy1
Zeit: 21.09.2018 21:38:44
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Gerät geliefert und in Betrieb genommen (bis gestern war es ja zu warm). Falls jemand Interesse an Erfahrungen hat , Öl steigt jetzt langsam wieder und wie mein Ofenbauer erzählte, fällt den Leuten immer erst im Herbst auf, daß es im Winter kälter wird , na ja in Zukunft wohl nicht mehr ganz so kalt... Er erzählte auch, daß sein Geschäft umgekehrt proportional zum Ölpreis ist, da wird er dieses Jahr wohl wieder mehr zu tun bekommen.

Verfasser:
Manuela Meier
Zeit: 07.11.2018 10:54:43
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2702362
Hallo Haustechnilk Fuzzis,

seit April 2018 haben wir einen Lohberger Küchenherd mit Pelletmodul ohne Wassertasche.
Anders als bei den meisten steht der Ofen bei uns, obwohl Küchenofen im Wohnzimmer.
Er ist für unseren kleinen 80qm Bungalow die (fast) Alleinheizung. Desweiteren haben wir noch einen schlanken nur Pelletofen im Bad. Zusätzlich versteckt sich unter den Fliesen noch eine Stromfußbodenheizung (Photovoltaikanlage mit Batterie), die aber nur für die Anwärmung der Fliesen zuständig ist nicht zum Raumluft heizen.
Für eine Wassertasche haben wir uns nicht entschieden, das Warmwasser wird über die Mittagsstunden mit Strom über die Photovoltaikanlage erhitzt.

Unser Lohberger ist das Herz und Lieblingsstück unseres Hauses. Er ist Gold wert.
Nicht nur dass er schön warm macht, es kocht und brutzelt auch ständig irgendetwas drauf. Auch wenn er im Wohnzimmer steht. Bei uns ist wie bei den meisten eh Küche und Wohnzimmer relativ offen.
Mit dem Pelletmodul sind wir nicht auf den Scheitholzbetrieb angewiesen. Das ist sehr wichtig für alle die arbeiten und keine kalte Bude haben wollen wenn sie heimkommen.
Es ist so eingestellt (also im Moment) dass es eine Stunde bevor wir von der Arbeit heimkommen anfängt zu heizen. Wenn wir dann heimkommen schmeißen wir Holzscheite rein und haben wohlig warmes Holzfeuer und kochen unser Abendessen.
Und alles mit unserer "Zentralheizung" ! Super. Schmeißt man Scheitholz auf das Pelletfeuer hört das Pelletmodul auf Pellets zu fördern. Ist das Feuer nieder gebrannt fängt das Pelletmodul wieder an zu heizen. Das kan man aus und einschalten. Wenn wir zuhause sind möchte ich den Ofen nicht im Pelletbetrieb laufen lassen. Da uns da das Ständige grrr..grrr..grrr von der Förderschnecke nerven würde. Der Pelletteil ist für uns nur da um zu laufen, wenn keiner daheim ist und zum anzünden der Holzscheite.
Einmal musste ich bei Lohberger anrufen, weil das Pelletmodul nicht so arbeitete wie ich mir das vorstellte. Aber es war ein Bedienerfehler und die Kundenbetreuung hat mir gut weiter geholfen.

Bei unserem anderem Haus hat mich immer gestört dass der wärmste Raum im Haus der Heizungsraum im Keller war. Ich war mir schon immer sicher, dass das nicht wirtschaftlich sein kann. Jetzt weiß ich es. Mehr Wirtschaftlichkeit als mit dieser Kombination kenne ich bislang noch nicht.

SolarFuzzi1 wie läuft es mit deinem Ofen? Du hast einen mit Wassertaschen, ja?
Beheizt du damit das ganze Haus? Wie groß ist es ? Kann dein Ofen das Wasser für die Heizung und zum duschen bereitstellen?

Gruß aus Oberbayern

Verfasser:
SolarFuzzy1
Zeit: 02.12.2018 22:18:03
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Hallo,
Glückwunsch erstmal an Manuela zu Ihrem Lohberger Herd. Ja, unser LCP 80 ( Herd mit Pelletmodul und Wassertasche ) ist auch seit diesem Herbst in Betrieb. Ich werde noch einen ausführlichen Bericht schreiben. Vor dem Bericht möchte ich den beteiligten Firmen ( Lieferant mit Hilfe des Herstellers ) noch Gelegenheit geben meine Gewährleistungsansprüche zu regeln. Dies gebietet wohl die Fairness.

Grüße an alle Holzheizer

Verfasser:
SolarFuzzy1
Zeit: 27.12.2018 21:13:41
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Gesamteinschätzung

Nach meinen Recherchen ist/war der Lohberger Heizungsherd LCP 80 (bzw. Variante LCP 75 B ) im Jahr 2018 der einzige (in Deutschland verfügbare) wasserführende Heizungsherd für Backen und Kochen der sowohl vollautomatisch mit Pellets wie auch manuell mit Stückholz (< 36 cm ) betrieben werden kann. Während Konstruktion und Design dem hohen Preisniveau angemessen sind, scheint der Hersteller auf dem für ihn neuen Gebiet einer Software-Steuerung leicht überfordert zu sein. Besonders schmerzlich ist die geringe Wasserleistung im Pelletbetrieb , die bei mir mehr als 1/3 unter der Herstellerangabe liegt. Wir betreiben ihn seit Frühherbst 2018 mehrere Stunden pro Tag,

Summary

The solid fuel-fired stove Lohberger LCP 80 (or variant LCP 75 B) has the unique combination of baking and cooking with connection to a water heating system and the choice of automatic operation with pellets or manual operation with wood. Mechanical construction and design are appropriate for the premium price. Instruction manual does not match the software delivered and the software behaves confusing in some respects. The major drawback is the power into water during pellet operation more than one third below specification. It is in operation since fall 2018 for a few hours per day everyday. For details in English please contact me directly.

Energieeffizienz

Die Papierform ist excellent. Wenn man genau nachrechnet kann sie aber nicht stimmen:
Heizwert Premium Pellets 4,6 kWh/kg ( bitte nicht mit Brennwert 5,3 kWh/kg verwechseln )
Brennstoffverbrauch lt. Spezifikation : max 1,5 kg/h => 6,9 kW verfügbare Gesamtleistung
Wasserheizleistung lt. Spezifikation : 4,8 kW
Raumheizleistung lt. Spezifikation : 2,6 kW
d.h. das Gerät erzeugt aus 6,9 kW chemischer Leistung 7,4 kW Wärmeleistung , dies wäre ein Wirkungsgrad von 107% , dies ist natürlich unmöglich.
Von mir mehrfach gemessen und nach besten Wissen geprüft wurden 3 kW Wasserheizleistung (Steady-State nach ca. 2 h "Einschwingen"). Die Raumheizleistung kann ich mangels Meßlabor nicht messen. Unter der Annahme daß die Spezifikation stimmt ( wozu ich allerdings keine Veranlassung mehr habe ) käme ich auf 81% Wirkungsgrad. Das wiederum ist realistisch. Möglicherweise ist die Raumheizleistung sogar geringfügig höher. Mehr als 90% Wirkungsgrad dürften kaum drin sein.
Bei der elektrischen Hilfsenergie sieht es recht gut aus: ca. 200 Watt beim Zünden (angegeben sind 360W ) , ca. 50 Watt im Pelletförderbetrieb (wie angegeben) und < 6 Watt im Ruhezustand (nicht spezifiziert) , alles gemessene Werte. Damit ist das Gerät auch notstromtauglich.

Installation

Die Installation eines wasserführenden Herdes ist insofern eine Herausforderung, daß man mehrere Gewerke braucht : Einen Lieferant (z.B. Ofenbaubetrieb) , einen Installateur für den wasserseitigen Anschluß , eine Elektrofachkraft und last but not least den zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger. Mechanisch, hydraulisch und abgasmäßig gab es keine Mängelpunkte. Die Wasserleitungen wurden für die ersten 2 m als Druckschläuche ausgeführt, so daß man den Herd an die Wand schieben kann bzw. wieder abrücken kann. Außerdem benötigen wir hinter dem Herd mehr Platz als der Hersteller über das Lüftungsgitter suggeriert. Da sollte man sorgfältig planen.
Elektrisch schwächelt das Gerät in mehrfacher Hinsicht: Der Lieferant konnte die letzte Firmware nicht einspielen, da die Steuer-Platine mechanisch so montiert war, daß der Stecker niemals im montierten Zustand der Platine reingehen kann. Klassisches Koordinationsproblem zwischen den Gewerken Elektronik und Mechanik. Außerdem hat der Pumpenausgang so "riesige" Leckströme ( 20 bis 30 mA ~ ), daß eine Ansteuerung eines Trennrelais scheitert, weil dieses nie abfällt, d.h. galvanische Trennung oder Ansteuerung einer Gleichstrompumpe wären nur mit hohem Aufwand machbar. Der normalen Hocheffizienzpumpe scheint es nichts auszumachen.
Ich kann es zwar nicht beweisen, habe jedoch den Verdacht, daß das Gerät vorsätzlich ohne Internet nicht vollständig funktionstüchtig ausgeliefert wird. Damit erzwingt der Hersteller die Registrierung des Geräts beim Hersteller. Der Automatikbetrieb funktionierte jedenfalls bei mir nicht. Nachdem das Gerät temporär "nach Hause telefonieren" durfte, während ich mit dem Kundendienst redete, war das Problem weg, ohne das der Techniker angeblich diesbezüglich eine Änderung gemacht hätte. Der Techniker behauptete glatt, daß er den Herd kontaktieren kann. Ich habe versucht, ihm zu erklären, daß dies mit einer privaten IP-Adresse und NAT unmöglich ist, aber aus seiner Sicht erscheint es durchaus plausibel. Ich muß davon ausgehen, daß das Gerät mit kleiner Periode seine Existenz in die Welt posaunt und bald das Ziel irgendwelcher Hacker wäre (ferngesteuerter Wohnungsbrand wäre doch mal was Neues als Angriffsszenario). Insofern bleibt der LAN-Stecker immer draußen. Das optionale WLAN-Modul wäre reine Geldverschwendung. Der Techniker hat auf meine Anforderung hin auch zweimal die Restmenge an Pellets nach unten korrigiert, da ansonsten der Brenner viel zu früh ausgeht wegen angeblichen Pelletmangel. Dies liegt aber an der unglücklichen Montage des Sensors und der unglücklichen Gestaltung des Pelletbehälters.

Anleitung

Die Anleitung ist zwar auf Deutsch verfügbar. Sie enthält allerdings viele Fehler , manche davon durchaus signifikant. Manches ist auch einfach nur Unsinn (z.B. daß man bei Feststoffverbrennung die Kesseltemperatur regeln kann, würde mit einer drehzahlgesteuerten Pumpe tatsächlich gehen, macht aber wenig Sinn und tut man hier auch nicht) Am gravierendsten sind allerdings die großen Lücken bzw. Diskrepanzen zwischen Software bzw. tatsächlichem Verhalten und der Beschreibung. Wenn es nicht mal klar ist, wie genau das Gerät an bzw. ausgeht ( bzw. wieviel verschiedene Möglichkeiten es gibt) , dann sind dies m.E. signifikante Mängel. Jedoch konnte oder wollte der Hersteller mir auch nach telefonischem und email Kontakt keine aktuelle bzw. bereinigte Anleitung zur Verfügung stellen.
Vollkommen intransparent sind die versteckten "Smart"-Funktionen, z.B. wenn man die Fülltüre länger offen hatte als eine undokumentierte Zeit, "denkt" das Gerät man hat es gereinigt und wirft einige Pellets in den Aschebehälter. Da man dies nicht will, wird man also vom Gerät dressiert, dies nicht zu tun. Die Funktion ist ja gar nicht so schlecht, ob die Kundschaft diese allerdings wie in einem Videospiel "entdecken" will, möchte ich bezweifeln.
Stress hatte ich auch, als einmal der Sicherheitstemperaturbegrenzer ausgelöst hatte und der rote Rückstellknopf trotz Grafik in der Anleitung anfänglich unauffindbar blieb. Das Geheimnis verbarg sich hinter einer undokumentierten schwarzen Schraubkappe. Ich hatte mit der Pumpenleistung experimentiert. Man kommt wohl kaum drauf, aber der erforderliche Volumenstrom ist undokumentiert, obwohl für wasserführende Systeme eindeutig kritisch in der Systemauslegung.

Bedienung

Nach etwas Eingewöhnung und Selbstbeschränkung ist die Bedienung genauso intuitiv wie Knüppelschaltung für Fahranfänger , erst gar nicht und dann problemlos. Der Mensch gewöhnt sich an fast alles. Ich schalte das Gerät manuell gar nicht mehr ein oder aus, da dies vollkommen intransparent ist. Da man die Heizzeiten minutengenau programmieren kann, programmiere ich eben "einfach" ad-hoch eine neue Heizzeit. Positiv ist, daß man Heizzeiten im Programm haben kann, die aber an keinem Wochentag aktiv sind, d.h. de-facto sind sie lahmgelegt und können einfach durch Berühren eines Wochentags schnell scharf gemacht werden. Durch diese Vorgehensweise können wir das Ausschalten nicht vergessen und außerdem geht er dann trotzdem beim nächsten geplanten Startzeitpunkt wieder allein an. Der Manuelle Betrieb heißt übrigen "Plus" - da hat sich wohl das Marketing ausgetobt. "Hand" oder "Man" wäre wohl zu profan gewesen. Der Automatikbetrieb heißt aber nicht "Minus" sondern - Tra-Tra - "Auto". Worauf ich mangels Beschreibung auch nie gekommen wäre : Die Meldung "Zeitprogramm deaktiviert" (an der Stelle wo auch die anderen Fehler erscheinen) bedeutet in der Übersetzung aus dem Österreichischen ins Deutsche (sorry der mußte jetzt sein) : Das Zeitprogramm ist aktiv und das Gerät wird zu den programmierten Zeiten vollautomatisch geschaltet. Wenn die Meldung verschwindet und nur die Betriebsart "Auto" dasteht , geht nichts mehr automatisch. Ich denke, daß dies wahrscheinlich unter negativer Logik zu verbuchen ist.
Schön wäre gewesen, wenn die Puffertemperatur ständig im Display sichtbar sein könnte. Sie bleibt nur einige Minuten sichtbar. So bleiben wir aber täglich mit dem Gerät mehrfach in Kontakt, selbst wenn wir gerade unseren großen Ofen befeuern. Leider geht die Anzeige um 7 Kelvin nach (es liegt nicht am Fühler), d.h. wir müssen eben immer im Kopf 7 addieren. Aber wie ich schon sagte, man gewöhnt sich an alles, auch an 93° C Siedepunkt. ( den es zu vermeiden gilt ).
Kochen und Backen funktionieren auf dem von uns gewählten Ceranfeld einwandfrei. Im Backfach werden im Pellet-Wasser-Winterbetrieb ca. 180°C erreicht. Den sogenannten Sommerbetrieb (erfordert Abnehmen des Kochfeldes zur Umstellung) haben wir noch nicht getestet, werden wir wohl auch nicht brauchen. Durch Einlegen des "Turbos" in Form von zwei Holzbriketts leicht auch 200°C. Mehr möchte meine Frau im allg. auch nicht haben. Wenn man je ein Brikett vorn und hinten in die Brennkammer stellt, so daß die Flamme frei bleibt , kann der Flammtemperaturfühler die Briketts nicht erkennen und fördert weiter Pellets, d.h. die Leistung steigt. Wenn man mit Briketts oder Stückholz der Flamme den Weg versperrt, erkennt die Steuerung den Stückholzbetrieb und stellt die Pelletförderung ein. So kann man die Steuerung im eigenen Sinne manipulieren.
Abends stelle ich oft zwei Briketts in die Brennkammer, so daß er am frühen Morgen vor dem Aufstehen schneller heiß wird.

Wartung

Für die regelmäßige Reinigung ist ein Aschesauger unverzichtbar. Die recht komplexe Konstruktion ist gut durchdacht und läßt sich an den meisten Stellen gut reinigen. Die beiden Aschebehälter muß man ca. alle 7 bis 14 Tage leeren ( bei ca. 4 bis 5 h / Tag plus etwas mehr am Wochenende ). Nach 250 Stunden fordert die Steuerung den Benutzer "offiziell" zu einer großen Reinigung auf. Dies kann man selbst quittieren. Es sammelt sich doch recht viel Asche an, daß man gut beraten ist, diese Reinigung auch durchzuführen. Laut Anleitung muß nach 2000 h ein Fachbetrieb ran. Dies wird bei uns wohl nach ca. 1,5 Jahren der Fall sein.

Verarbeitung/Design

Design ist natürlich Geschmackssache. Aus unserer Sicht ist das Gerät eine sehr gute Umsetzung klassischer und moderner Verbrennungstechnik auf engstem Raum in einem stilvollen Äußeren. Alle mechanischen Elemente machen einen robusten und wertigen Eindruck. Ein Lackierfehler aus der Produktion wurde anstandslos in kurzer Zeit durch Lieferung und Montage eines Ersatzteils behoben. Die robuste Schublade unter dem Backfach faßt 25 kg Holzbriketts. Das Backfach hat einen hochwertigen, leichtgängigen Vollauszug. Negativ fällt der Pelletbehälter aus dem Rahmen: Diverse spitze Schraubenenden ragen ins Innere. Diese bergen nicht nur ein Verletzungsrisiko beim Reinigen, sondern hindern noch einige Pellets mehr am Fallen in ihre Bestimmung. Das effektive Volumen wird durch waagerechte Flächen zusätzlich verkleinert, da der Schüttwinkel Pellets auf Pellets schlechter als Pellets auf Blech ist. Dadurch entsteht das scheinbare Paradoxon, daß ein Behälter mit mehr Volumen häufiger nachgefüllt werden muß als eventuell ein kleinerer Behälter mit optimierten schrägen Blechen. Im Auslieferungszustand schafft man es jedenfalls im Alltag nicht, jeweils einen 15 kg-Sack Pellets komplett einzufüllen.

Sonstiges

Positiv ist, daß der Hersteller eine Telefonhotline hat und bei 3 Versuchen zweimal gut erreichbar war. Der Mitarbeiter war freundlich und alles was per Remotezugriff machbar war, hat er getan. Alles darüber hinaus wird allerdings geblockt, so mein Eindruck. Klar Post-Sales wird ja auch kein Umsatz mehr erzeugt.
In der Steuerung steckt eine SD-Card auf der allen Ofendaten in einer ASCII-Datei abgespeichert werden ( Minutentakt , Semikolon separated values ). Um an die Karte zu gelangen muß man allerdings die Frontplatte abnehmen, was nicht ganz trivial ist ( habe zweimal zuschauen dürfen wegen das Lackschadens).
Positiv ist auch, daß Lieferant und Hersteller den Anschluß einer Pelletförderungsanlage tolerieren bzw. unterstützen.
Für den Winterurlaub habe ich mir einen zerlegbaren Wochenbehälter aus 4 Stahlblechen und 3 M8-Gewindestangen gebaut, in den 60 kg Pellets passen. Dieser wird einfach in den Tagesbehälter gestellt. Im nächsten Sommer ist eine vollautomatische Förderanlage aus dem Keller geplant.
Unter der Voraussetzung daß man wenigstens die Pumpe mit den erforderlichen 10 bis 20 Watt versorgt (z.B. aus einem Auto oder einer USV), soll das Gerät auch stromlos mit Stückholz funktionieren (Notbetrieb). Es besitzt dafür eine Anheizklappe zum tempären Verkürzen und Verbessern des Zugs. Bei der wasserlosen Variante benötigt man natürlich dann gar keinen Strom. Getestet haben wir diese Notfunktion noch nicht. Nach unserer langjährigen Holzheizerfahrung gibt es aber kaum Zweifel daß dies funktioniert, eventuell eben mit geringerem Wirkungsgrad und schlechteren Emissionswerten. Aber im Notfall hat man wohl andere Sorgen als Wirkungsgrad und Emissionswerte oder Bedienung per Touchscreen. Diese Notfunktion war für uns ein wesentlicher Pluspunkt bei der Entscheidung Pro oder Contra.
Wir sind insgesamt zufrieden mit dem Gerät, da es in unser Heizkonzept paßt. Da das Heizen mit Pellets in diesem Gerät ein teurer Luxus im Vergleich zu unseren großen Stückholzofen ist begrenzen wir diesen Luxus im allgemeinen auf < 0,5 Sack pro Tag.

Verfasser:
Phil a.H.
Zeit: 28.12.2018 09:45:01
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Das ist mal ein Erfahrungsbericht, hab's sogar bis unten durchgelesen ;-)
Zu "unten"...

Da das Heizen mit Pellets in diesem Gerät ein teurer Luxus im Vergleich zu unseren großen Stückholzofen ist begrenzen wir diesen Luxus im allgemeinen auf < 0,5 Sack pro Tag.

...nur eine banale Frage:
Wie stellst Du den Kostenvergleich her? Stückholz aus eigenem Wald?

Gruß
Phil

Verfasser:
SolarFuzzy1
Zeit: 20.01.2019 21:44:32
0
2738175
Der Kostenvergleich geht über ct/kWh , bezogen auf die entnommene Wasserleistung, weil ich damit den Rest des Hauses heizen muß. Und bei diesem Vergleich schneiden sowohl gekaufte Buchenscheite wie auch Holzbriketts wesentlich besser ab als Pellets. Letztere sind auch bei ct/kWh günstiger bezogen auf den Heizwert der gelieferten Ware. Da ich ja sogar praktisch in der Lage bin, dieselben Scheite oder Briketts entweder in den Ofen oder in den Herd zu stecken, ist es für mich schon sehr relevant aus welchem Gerät wieviel Wasserheizleistung fürs Geld rauskommt.
Die Raumheizleistung ist dabei nicht berücksichtigt , insofern sind die absoluten Kosten bei beiden Geräten natürlich nicht ganz präzise, es geht aber nur um den Vergleich.
Aber für den Frostschutz während des Winterurlaubs sind die Kosten natürlich nebenrangig. Der Herd hat erfolgreich vollautomatisch > 60 kg Pellets in 1 Woche verheizt. Bei dieser Funktion muß ein manuell beschickter Ofen passen.
Die Notfunktion habe ich inzwischen dann auch mal getestet , allerdings erstmal nur die laufende Verbrennung (d.h. ohne Anzünden). Hat einwandfrei funktioniert. Hat ordentlichen Zug , habe einige Stunden Scheite nachgelegt ( der Pumpe habe ich natürlich Strom gegönnt , nur eben dem Herd nicht ).

Verfasser:
SolarFuzzy1
Zeit: 10.05.2019 23:49:03
0
2782377
Ca. 1600 kg Pellets in ca. 1080 Betriebsstunden verbraucht. Ich kann nur ungefähre Angaben machen , weil die Betriebsstundenanzeige zwar 1130 h anzeigt , ich aber nicht weiß wie lange nur Stückholzbetrieb war. Ich habe mal 50 h angenommen. Denn wenn ich wirklich mal was reinwerfe , stellt er zwischendurch gern mal die Förderung für 15 min ein. Und dann waren da auch mal Tests mit mehreren Stunden nur Holz. D.h. der Verbrauch entspricht der Spezifikation. Störungen: keine Andere Vorkommnisse : Der Schornsteinfeger kam mit einem Akku-Sauger und hat sogar das Eckstück ausgesaugt ( dazu ist er wohl verpflichtet , was ihm wohl nicht ganz paßt ). Übrigens : Eine Emissionsmessung braucht es für den Herd auch nicht , nur zweimalige Kehrung. In einem anderen Thread habe ich etwas über Pelletförderung geschrieben. Das angeflanschte Rohr funktioniert leider nicht, weil zu weit unten - geht unter Lehrgeld. Ich werde jetzt einen neuen Deckel bauen und genau in der Mitte ein Loch für den Fallschlauch einbringen, so daß die Pellets hoch reinkommen und auf beide Seiten können, im Zweifelsfall muß die vordere Seite etwas bevorzugt werden, da dort der Sensor ist. Durch die leichte Abweichung des Schlauchendes von der Senkrechten ergibt sich dies von selbst. Habe die Position des Schlauches jetzt eine Woche getestet, bevor ich den Deckel mache.
Ach ja, der Ventilator ist im Pelletbetrieb schon recht laut. In einer Wohnküche würde ich ihn nicht haben wollen. Holz reinwerfen bringt ihn ne Weile zur Ruhe. Ansonsten ist alles gut.

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