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Heizsystem für selbst bewohnten Neubau mit 3 Wohnungen
Verfasser:
Daniel2909
Zeit: 20.01.2019 17:09:37
0
2737992
Hallo liebe Experten,Ich habe mich nun einige Stündchen mit dem Thema Heizung beschäftigt und auch das Forum durchgelesen. Als Controller bin ich leider technisch nicht so affin, weshalb ich mich nun mit einem eigenen Beitrag melde.Die Entscheidung für einen Laien ist da recht schwer, weshalb ich demnächst auch eine Beratung bei einer Mannheimer Klimaagentur in Anspruch nehme.Mein Statiker liefert bis auf den WSN auch keine brauchbare Entscheidungshilfe und ein Gespräch mit einem Energieberater half mir auch nicht (dieser wollte dass ich unbedingt ein WDVS nutze!)Ich habe jedoch ein positives Gefühl bei den Forumseinträgen gute Meinungen zu erhalten.Zu den GRUNDDATEN DES GEPLANTEN HAUSES:Mein Statiker hat mit einer Gasbrennwerttherme gerechnet beim Wärmeschutznachweis und eine Heizlast von 20 kW ermittelt inkl. Warmwasseraufbereitung. Wir bauen mit Poroton 36,5 gefüllt ohne WDVS.Das Haus wird ca. 350qm zu beheizende Fläche haben (FBH).2 von 3 Wohnungen werden wir definitiv selbst bewohnen mit der Option die dritte Wohnung vielleicht zu vermieten.Wir kennen jemanden der uns für einen Freundschaftspreis Solar / PV anbieten kann.Platzbedarf der Anlage spielt keine Rolle. Aktuell tendiere ich zwischen Gasbrennwertanlage mit Solar oder Fernwärmesystem (letzteres ist in Mannheim weit verbreitet und gehört zu den günstigsten in DE was den Verbraucherpreis angeht). Der FW-Anschluss wäre auch die günstigste bzgl. Herstellung: 7 T€ ohne Anlage). Vielleicht kann ich für WW etwas anderes als FW nehm? Gas finden wir toll, da der Schwiegervater seinen Neubau (vor 12 Jahren) damit bestückt hat und es wieder so machen würden weil ihm das System vertraut ist & es ist zuverlässig. Gasleitung müsste jedoch erschlossen werden (12 T€). Das finde ich in unserem Fall dann doch etwas nachteilig.Erdwärmeangebote liegen mir vor, ist mir aber mit ca. 20 T€ nur für die Bohrung zu teuer (280m Gesamttiefe). Ringgrabenkollektor gestaltet sich die Anbietersuche schwer, war schon schwer Firmen für EW zu finden. Zu Luftwärmepumpen habe ich leider noch keine Angebote/Zahlen. Aber habe Angst dass mein doch großes Haus dafür ungeeignet ist (aber wir könnten Strom per PV gewinnen, aber bedingt im Winter) und auch Faktoren wie Lärm etc. begeistern mich weniger. Aber für LWP als Ergänzung wäre vllt. eine Option (die Frage ist nur was ergänzen?) Wo ich auch skeptisch bin ist das Thema Ersatzinvestition irgendwann. WP sehe ich da deutlich anfälliger.Da in Mannheim die Temperaturen moderat sind (selten kälter als -5 Grad), denke ich dass ich keine EWP brauche.Eine Investitionskostenrechnung habe ich mal angefangen. Aber es zählen eben auch fachkundige Meinungen, die für mich mehr wert sind als nur nackte Zahlen - ja das sage ich als Controller:) Pro- & Contra-Argumente von Systemen habe ich mir auch durchgelesen.1) welches System empfehlt ihr / für welches würdet ihr euch entscheiden?Auch in Hinblick auf Warmwasser.2) mir ist es wichtig die Verbräuche je Wohneinheit messen zu können / was muss ich beachten bzw. dafür sicherstellen?Vielen Dank dafür.GrüßeDaniel

Verfasser:
Daniel2909
Zeit: 20.01.2019 17:12:21
0
2737995
Hallo liebe Forumsmitglieder,

Ich habe mich nun einige Stündchen mit dem Thema Heizung beschäftigt und auch das Forum durchgelesen. Als Controller bin ich leider technisch nicht so affin:)
Die Entscheidung für einen Laien ist da recht schwer, weshalb ich demnächst auch eine Beratung bei einer Mannheimer Klimaagentur in Anspruch nehme.
Dennoch habe ich ein sehr gutes Gefühl bei den Forumseinträgen gute Meinungen zu erhalten.

Zu den GRUNDDATEN DES GEPLANTEN HAUSES:
Mein Statiker hat mit einer Gasbrennwerttherme gerechnet beim Wärmeschutznachweis und eine Heizlast von 20 kW ermittelt inkl. Warmwasseraufbereitung. Wir bauen mit Poroton 36,5 gefüllt ohne WDVS.
Das Haus wird ca. 350qm zu beheizende Fläche haben (FBH).
2 von 3 Wohnungen werden wir definitiv selbst bewohnen mit der Option die dritte Wohnung vielleicht zu vermieten.
Wir kennen jemanden der uns für einen Freundschaftspreis Solar / PV anbieten kann.
Platzbedarf der Anlage spielt keine Rolle.

Aktuell tendiere ich zwischen Gasbrennwert mit Solar oder Fernwärmesystem (letzteres ist in Mannheim weit verbreitet und gehört zu den günstigsten in DE was den Verbraucherpreis angeht). Der FW-Anschluss wäre auch die günstigste bzgl. Herstellung: 7 T€ ohne Anlage). Gas finden wir toll da der Schwiegervater seinen Neubau (vor 12 Jahren) damit bestückt hat und es wieder so machen würden weil ihm das System vertraut ist.
Gasleitung müsste jedoch erschlossen werden (12 T€). Das finde ich in unserem Fall doch etwas nachteilig.
Erdwärmeangebote liegen mir vor, ist mir aber mit ca. 20 T€ nur für die Bohrung zu teuer (280m Gesamttiefe). Zu Luftwärmepumpen habe ich leider noch keine Zahlen. Aber habe Angst dass mein Haus dafür ungeeignet ist und auch Faktoren wie Lärm etc. begeistern mich weniger. Aber für LWP als Ergänzung wäre vllt. eine Option.
Da in Mannheim die Temperaturen moderat sind (selten kälter als -5 Grad), denke ich dass ich keine EWP brauche.

Eine Investitionskostenrechnung habe ich mal angefangen. Aber es zählen eben auch fachkundige Meinungen, die für mich mehr wert sind als nur nackte Zahlen - ja das sage ich als Controller:) Pro- & Contra-Argumente von Systemen habe ich mir auch durchgelesen.

1) welches System empfehlt ihr / für welches würdet ihr euch entscheiden?
2) mir ist es wichtig die Verbräuche je Wohneinheit messen zu können / was muss ich beachten bzw. dafür sicherstellen?

Vielen Dank dafür.

Grüße
Daniel

Verfasser:
winni 2
Zeit: 20.01.2019 17:27:08
0
2738011
Hallo Daniel,

ich würde mal zunächst die Heizlast des Statikers anzweifeln?
Wenn ich das auf den m2-Wohnfläche umrechne, ist das für
einen ordentlichen Neubau einiges zu viel.

Wenn Du einen EnEV-Ausweis hast, könnte man darin die
Daten für diese Heizlastabschätzung finden:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/enev-heizlast.html

Grüsse

winni

Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 20.01.2019 17:52:21
0
2738029
Hallo Daniel!
Ich schließe mich winni an, für ein optimal gebautes neues Haus mit 350m² beheizter Nutzfläche würde ich auch keine 20 kW ansetzen.
Da bei euch eine günstige (was ist günstig?) Fernwärme liegt, samt relativ moderaten Anschlusskosten würde ich zu dieser tendieren.
Die Vorteile:
wenig Platzbedarf
keine Wartungskosten
keine Schornsteinfegerkosten
geringer Sekundärenergiebedarf (nur Regelung und Pumpe(n)
keine wiederkehrende Druckprüfung (Erdgas)
relativ einfache überschaubare Technik

Die Nachteile:
WW in der "Nichtheizsaison" derzeit unklar, bzw relativ teuer da hohe Leitungsverluste bei der FW gegenüber dem realen Verbrauch (wird vom Versorger warscheinlich auf einen "Gesamtjahresmischpreis" aufgerechnet)!
Preisentwicklung für die Zukunft nicht vorhersehbar (was aber bei einem großen kommunalen Versorger sicherlich leichter abschätzbar ist als bei einem kleinen örtlichen Anbieter)

WW-Bereitung im Sommer bzw in der Übergangszeit, entweder mit einer Brauchwasserwärmepumpe in Verbindung mit einer PV, oder einer ST Anlage mit etwa 6 bis max 8 m² (auch wenn viele hier wieder aufjaulen, so kann eine solche das WW von März bis Ende September sehr günstig erbringen).

Wenn die FW NUR für die Heizsaison aktiv ist, gibt es da einen anderen Tarif???

Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 20.01.2019 18:03:17
1
2738038
Noch ein Nachtrag zur Abrechnung, jede Wohnung extra über Zonenventil angespeist und Wärmezähler, beim Warmwasser ebenfalls für jede Wohnung einen WW-Zähler einfach und zuverlässig!

Verfasser:
Daniel2909
Zeit: 20.01.2019 19:37:05
0
2738099
Danke Winni, auch für den Link.
Der ist wirklich hilfreich.

Hannes, danke für die Ausführung.
Das mit der FW nur in der Heizsaison muss ich in Erfahrung bringen, guter Punkt.
Vielleicht kann ich die FW-Anlage einfach mit ST unterstützen?
Wegen der Verbrauchsmessung bin ich auch schlauer.:)

Auf Gas ist niemand eingegangen - gibt es Gründe?
Ich lese auch nicht heraus dass jemand sich für Wärmepumpe ausspricht.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 20.01.2019 19:44:17
0
2738108
Gerne,
aber inwiefern war der Link hilfreich?
Hast Du damit eine Heizlast berechnet?

Ich denke, hier liegen noch nicht genug Informationen für die
Wahl eines Wärmeerzeugers vor?
Insbesondere Hannes Frage, "was ist günstig" bei Fernwärme?

Eine Gasheizung wäre für mich auf jeden Fall keine zukunfts-
fähige Heizung in einem Neubau. Der Zug geht weg von fossiler
Verbrennung, vielleicht auch ein Punkt, der Fernwärme nach
jetzigem Konzept auf die Dauer aushebelt?

Grüsse

winni

Verfasser:
Daniel2909
Zeit: 20.01.2019 20:26:01
0
2738137
Hilfreich im Sinne von Prüfung der Heizlast.
Also ich komme auf ca. 15KW, unter der Annahme dass ich die 3.Wohnung vermiete, also nicht selbst nutze, sondern dass Personen dazukommen.

Zur FW:
Die Nachbarn nutzen das übrigens alle und als ich sagte dass ich evtl. Die Erdgasleitung erschließen würde, hätte niemand Interesse. Auf die Frage ob die zufrieden seien, bejahten das alle.
Der Verbraucherpreis liegt bei 5,87 brutto/kWh. Grundkosten sind ca. 150€.

Das Gasargument verstehe ich, aber ist eine Gasbrennwertthermie nicht auch empfehlenswert? Zumindest sagen das die vom BDEW:)

Danke.

Verfasser:
de Schmied
Zeit: 20.01.2019 20:37:15
0
2738141
Für die die Preise sehen wollen

MVV Fernwärme

Verfasser:
Daniel-th
Zeit: 20.01.2019 23:15:04
0
2738211
Hallo Daniel,

erst mal habe zwei Hinweise zur EnEV-Berechnung von deinem Statiker:
1. Die Frage, wie er den EnEV-Nachweis geführt hat, wenn die Anlagentechnik noch unbekannt ist?
2. Die Heizlast, die im EnEV-Nachweis aufgeführt wird, hat nichts mit einer korrekt berechneten Heizlast, wie sie für die Heizungsauslegung benötigt wird, zu tun. Sie wird unter so vielen standardisierten Randbedingungen, die mit deiner Realität nichts zu tun haben, ermittelt, dass sie völlig nutzlos ist.(Ich habe mich schon öfters gefragt, was der Quatsch im Nachweis soll)

Zur Fernwärme hatte ich bis eben ein feste Meinung, nämlich positiv, weil sie aus der Kraft-Wärme-Kopplung kommt und damit sehr energiesparend ist. Aber leider ist das Großkraftwerk Mannheim ein Kohlekraftwerk und damit ist der CO2-Vorteil wahrscheinlich dahin. Da kannst du dir ja selbst eine Meinung bilden....

Viel Glück von
auch Daniel

Verfasser:
winni 2
Zeit: 21.01.2019 00:44:05
0
2738225
Ich denke, bei dem kWh-Preis und der fairen Grundgebühr, sind
alle anderen Wärmeerzeuger, zumindest wirtschaftlich, aus dem
Rennen und vielleicht stellt das Kraftwerk später auf Gas um,
womit es ökologisch dann besser da stehen würde...

Grüsse

winni

Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 21.01.2019 11:42:12
0
2738385
Und wenns irgendwann mit der Fernwärme teurer wird (egal aus welchem Grund) kann man noch immer eine Berechnung für alles andere anstellen!

Man sollte sich als Endkunde auch vor Augen halten, dass ein Gas BW Gerät der aktuellen Generation auch nur eine sehr begrenzte Lebensdauer hat und jedes Jahr gewartet werden will (mit entsprechenden Verschleißteilkosten)!
Während ein Plattenwärmetauscher einer FW-Station de fakto eine fast unendliche Lebensdauer OHNE Wartungskosten hat!

Auch wenn Gas hiezulande politisch sehr favorisiert wird, kommt es trotzdem aus demselben Loch wie das inzwischen verteufelte Öl, selbst die Wärmepumpe wird indirekt damit betrieben (derzeit in DE natürlich auch noch durch relativ viel "Braunkohlestrom")

Verfasser:
Daniel2909
Zeit: 25.01.2019 18:37:26
0
2740926
De Schmied gut recherchiert:)

@Daniel-th
1. er hat mit Gasanlage und Solarthermie gerechnet
2. zu deiner Anmerkung zur Heizlast - Danke für den Tipp. Dachte den Wert gebe ich an meine Heizungsbauer weiter...das ist wohl doch nicht so verlässlich - was kann ich stattdessen tun?

Danke übrigens für die Erläuterung des KWK und Kohlekraftwerk.
Das wusste ich bspw. nicht.
Das erklärt dann wohl die Preise.
In Mannheim nutzen übrigens 60% Fernwärme.

Ich möchte aber auch einen Beitrag zur Umwelt leisten:)

@ winni: Danke das ist eine Aussage mit der ich als Controller viel anfangen kann.
Trotzdem überlegen wir nochmal die Luftwärmepumpe eine Chance zu geben.

Habe mich übrigens die letzten Tage hiermit beschäftigt - da wird einem gezeigt dass alle System ungefähr das gleiche „kosten“ (also Verbrauchskosten erweitert um betriebsbedingte und kapitalbedingte Kosten :
https://www.bdew.de/media/documents/Heizkostenvergleich_Neubau.pdf

Verfasser:
winni 2
Zeit: 25.01.2019 19:08:01
0
2740950
Ich glaube diese bdew-Geschichte ist hier schon mal detailierter
auseinandergenommen worden...

Das fängt bei Wärmepumpen schon hier an:
"Allen Systemen werden für die Wärmeübergabe freie Heizflächen
(Heizkörper) zugeordnet. Die Auslegungstemperaturen betragen für
die Wärmepumpen-Varianten 45/35°C"
So was baut niemand, der einigermassen bei Trost ist, weil das ist
ein sicherer Weg zu schlechterer Effizienz, die dann verrechnet
wurde.

Die angesetzten Wärmeerzeugerkosten z.B. Solewärmepumpe finde
ich auch heftig, zumindest wenn man das mit Grabenkollekor
realisiert und mögliche BAFA-Förderung wurde, glaube ich, auch
nicht berücksichtigt?

Grüsse

winni

Verfasser:
Daniel2909
Zeit: 25.01.2019 19:30:47
0
2740962
Und damit müssen sich Laien wie ich auseinander setzen.
Ich kann ja nicht in allem „gut sein“.
Ich bemühe mich Infos zu bekommen, die mir die Entscheidung vereinfachen.
Aber das macht es mir leider oft schwerer im Nachhinein:)
Deshalb höre ich mir gerne „geerdete“ Meinungen an.
Auf reine Zahlen und irgendwelche Werte möchte ich mich nicht alleine verlassen.

Ich hatte übrigens den gleichen Fall mit Wärmedämmung vs. 36er Poroton Stein.
Da kann man sich fast totrecherchieren-.-
Da scheiden sich auch die Geister.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 25.01.2019 19:34:49
0
2740966
Ja, es dauert bis die Nebel sich lichten und es gibt viele
Wege nach Rom, aber manche sind halt besser. :-)

Die meisten, auf die Du hier triffst, haben einschlägig nichts
zu verkaufen, aber auch hier gibt es ein paar wenige Verkäufer.

Grüsse

winni

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