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DIN-Norm für Entlüftung der Abwasserleitungen
Verfasser:
H. Schulze
Zeit: 14.09.2003 12:38:45
0
27545
Kann mir jemand sagen welche DIN-Norm für die Entlüftung von Abwasserleitungen über das Dach angewendet wird und ob diese auch zwingend eingehalten werden muß. (wenn möglich den genauen Wortlaut der DIN-Norm in die Antwort einfügen)
Es handelt sich um einen Neubau bei dem zur Zeit durch eine Sanitärfirma
die Leitungen dafür eingebaut werden.
Leider mußte ich feststellen das ein Entlüftungsrohr von DN100-DN75-DN50-DN75-DN100 eingebaut wurde da das Kernloch in der Decke zu klein war.

Verfasser:
Fritz Poggenklas
Zeit: 14.09.2003 12:53:38
0
27546
DIN 1986
Reduzierung um eine Nennweite durchaus erlaubt.

Verfasser:
h.schmidt
Zeit: 15.09.2003 13:10:12
0
27547
Leider nicht mehr ganz korrekt.
Seit Januar 2001 gilt die neue DIN EN 12056 und als nationale Ergänzungsnorm die DIN 1986/ Teil 100.

Verfasser:
Fritz Poggenklas
Zeit: 15.09.2003 13:12:38
0
27548
Und was sagt die EN dazu ??

Verfasser:
h.schmidt
Zeit: 15.09.2003 13:34:22
0
27549
Hallo Fritz,
nun habe ich doch noch mal in die DIN1986/Teil 100 geschaut und siehe da: Zitat Seite 36/Punkt 8.3.6.1 " Einzelhauptentlüftungsleitungen sind mit der Nennweite der zugehörigen falleitung auszuführen. "
Also Reduzierung nicht möglich !!!

Verfasser:
Fritz Poggenklas
Zeit: 15.09.2003 14:03:17
0
27550
Eventuell noch ne ISBN Nummer dazu ?

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 15.09.2003 15:04:11
0
27551
>Leider mußte ich feststellen das ein Entlüftungsrohr von DN100-DN75-
>DN50-DN75-DN100 eingebaut wurde da das Kernloch in der Decke zu klein >war.

Kernlochbohrung zu klein ist wohl keine Begründung für die Ausführung einer Lüftungsleitung in der Art und Weise.
Je nach gewähltem Lüftungssystem kann eine Sekundär- oder Nebenlüftung in einer kleineren Nennweite ausgeführt werden, dann aber min. DN 70.

Das nun schon Kernlochbohrungen die Abflußnennweite bestimmen, wäre mir neu...egal ob nach DIN oder EN...

Wenn es sich um ein Hauptlüftungssystem handelt ist der Fallstrang in derselben Nennweite über Dach zu führen.

Achim Kaiser

Verfasser:
Markus
Zeit: 15.09.2003 18:43:52
0
27552
@Fritz

die DIN EN 12056 und die DIN 1986/100 sind wie alle anderen DINs auch beim Beuth-Verlag erschienen (sprich: schweineteuer)

MFG
Markus

Verfasser:
Aleko
Zeit: 17.10.2003 19:18:10
0
27553
Hallo,

die Entlüftung über Dach ist in der Dimensionierung des Stranges, ohne Querschnittsreduzierung, auszuführen.

Der eine Kollege hat es schon richtig geschrieben, es gilt seit Januar 2001 die neue DIN EN 12056 und als nationale Ergänzungsnorm die DIN 1986/ Teil 100.
Aber auch in de alten 1986 war dies so.
Den Installateur würde ich einmal zur Mängelbeseitigzung auffordern, Nachfrist setzen und dann vom Bau schmeissen!!

Verfasser:
Kritischer Bauherr
Zeit: 18.10.2003 20:57:13
0
27554
Ich kann und will nicht beurteilen , ob die Entlüftung so , wie das geschildert wurde , technisch überhaupt notwendig ist . Wichtig ist etwas ganz anderes - und das wurde auch schon mehrfach höchstrichterlich bekräftigt : DIN-Normen sind KEINE Gesetze ! Es ist wirklich langsam zum Heulen , wie sich der deutsche Michel immer mehr am Gängelband führen läßt ! Wenn es Ihnen Spaß macht , können Sie auch die Baurichtlinien aus Jakutien verwenden (falls es da so etwas überhaupt gibt) . Die Sache muß nur funktionieren , darf keine Auswirkungen auf z.B. die städtische Kanalisation und / oder das Nachbarhaus haben . Das Bestehen auf irgendwelchen DIN-Normen durch Baubehörden , Schornsteinfeger , Wasserwerke etc. ist rechtswidrig . Allerdings vermeidet das Beachten von DIN-Normen Probleme mit der Bürokratie - mehr allerdings auch nicht . Meinem Installateur war z.B. nicht klar zu machen , daß keine Wasserleitung eine automatischen Be- und Entlüftung haben muß ; er war einfach nicht in der Lage , einen Wasserwerkstext richtig zu lesen . Da stand nämlich : "Be- und Entlüftungen müssen der DIN ..... entsprechen" . Es stand aber nicht drin , DASS überhaupt Be- und Entlüfter eingebaut werden müssen !! Heute würde ich das nicht mehr schlucken , denn diese Scheiß-Dinger machen nichts als Ärger !
Also : Überlegen , ob die Entlüftung der Abwasserleitung (so , wie Sie das geschildert haben) wirklich NOTWENDIG ist . Wenn NEIN , dann so lassen , wie sie ist !

Macht Euch doch nicht alle miteinander zum Narren des Beuth-Verlags ! Ist übrigens auch so eine typisch deutsche Masche , daß man bezahlen muß (und zwar - wie oben schon gesagt - schweineteuer !) , wenn man sich über angebliche (!!!) "Gesetze" informieren will !

Verfasser:
Stefan
Zeit: 19.10.2003 13:54:25
0
27555
@Kritischer Bauherr
>DIN-Normen sind KEINE Gesetze
Im Zweifelsfall ist der im Vorteil der sie beachtet. Ist nunmal so.

Bei der Ausgangsfrage ging es um einen Abfluß der ohne Be - und Entlüftung wohl nicht funktioniert.

Verfasser:
Aleko
Zeit: 22.10.2003 17:04:24
0
27556
Eine andere Sicht zum Beitrag DIN Normen.

Es gibt Normen die werden über die Bauordnungen der Länder baurechtlich eingeführt und sind dann auch zwingend vorgeschrieben. Man kann dan zB. über Sondergenehmigungen, wenn man die Funktion mit allen ihren Aspekten nachweist, was Fachkundigen in Teilbereichen ja nicht schwerfällt, Ausnahmen durchaus erreichen.

Wir haben diese ehemals/vielleicht auch jetzt noch hohen Standard nur erreicht, weil wir eine Normung eingeführt und durchgesetzt haben. Im Bereich Haustechnik sieht das jeder ein, der schon mal in Italien, Frankreich oder Griechenland in einer normalen Pension oder einem Hotel war wo die Dusche bzw der Ablauf davon nicht richtig funktionierte, das WC andauernd verstopft war, der Warmwasserspeiche ungedämmt ist und permanent überkocht....

Bereich Abwassertechnik: Es geht natürlich hier nicht nur um ein Stück HT-Abflußrohr was sich der Laubenpiper aus dem Bauhaus holt durch das dann ein paar Exkremente irgendwie nach draussen geschafft werden müssen, sondern um ein prinzipiell hervorragendes Entwässerungskonzept von der Kläranlage, über Strassenkanäle, Hauskästen, Sammelanschlußleitungen, Fallstränge, WC -Anschlüssen und den ebend unbedingt notwendigen Be- und Entlüftungen über Dach, damit Über- und (!) Unterdrücke abgebaut werden können. Und da kann eben nicht jeder Laie machen was er will, auch wenn ihn die Komplexität des Themas manchmal überfordert.
Zudem hat man natürlich einen Vertrag (auch wieder so eine überflüssige bürokratische Hürde )mit dem Entsorgungsunternehmen indem in den Vertragsbedingungen ganz klar geregelt ist nach welchen Richtlinien dieser Teil des Gesamtsystems(nämlich im Haus) welche Funktionen erfüllt.

Bereich Heizungstechnik: Zum Glück gibt es baurechtlich Eingeführte DIN Normen in denen drinnsteht, das für Heizungsanlagen maximale Drücke in Abhängigkeit der Temperatur eingehalten werden müssen. Und welche Sicherungseinrichtungen einzubauen sind und vor allem, das sie auch geprüft sein müssen. Da nämlich Wasser über 100 °C und im Überdruckbereich ganz erhebliches Energiepotential hat (natürlich in Abhängigkeit von Größe, Inhalt usw.) kann es zu schlimmen Explosionen kommen. Wer schon mal die Folgen solcher Bastelei und die Verbrennungen durch Heißdampf an den Opfern gesehen hat wird vieleicht auch einen Nutzen in den technischen Regeln sehen.
Gerade gestern hatte ich wieder eine Anfrage eines Kunden, der sich einen selbstgebauten Wärmetauscher, zur Unterstützung seiner Gasheizung, in den Kamin in seinem Wohnzimmer einbauen wollte. Die Idee war, durch fehlenden Platz für einen Pufferspeicher, eben das Wasser heißer zu machen. Die Vorstellungen lagen da so bei 200 bis 250 °C und damit das nicht Störmeldung führt, sollten alle Siecherheitsventile verschlossen und der STB ausgebaut werden. Herzlichen Glückwunsch. Ich konnte den Kunden gerade noch von dieser fixen Idee abbringen.

Heißdampf mit 200 °C bei plötzlicher Entspannung hätte dieses Wohnzimmer bestimmt renovierungsbedürftig gemacht.

Aber im Zuge der allgemeinen Globalisierung werden wir sicher noch jede Menge sinnvoller Vorschriften abschaffen damit auch der letzte ungelernte Hilfsarbeiter durch Billigangebote in diesem Land sich an hochwertigen Anlagen versuchen kann. Nur das dabei Viel auf der Strecke bleibt.

Verfasser:
Kritischer Bauherr
Zeit: 22.10.2003 22:56:25
0
27557
Lieber Aleko ,

Sie schreiben
"Es gibt Normen die werden über die Bauordnungen der Länder baurechtlich eingeführt und sind dann auch zwingend vorgeschrieben."

Diese Ansicht ist sachlich und rechtlich falsch ; das wurde bereits mehrfach von Oberen Gerichten bestätigt . Der vorhergehende Beitrag von "Stefan" ist insofern realitätsnäher . Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren , dass Sie hier ein bisschen auf der "Pro-Meisterbrief-Schiene" fahren wollen , indem Sie über "ungelernte Bauarbeiter" , "Billigangebote" und letztendlich auch über die dem Handwerk verhassten Do-it-Yourselfer ("Laubenpieper") herziehen .

Lassen Sie doch bitte die Kirche im Dorf . Idioten gibt es immer und überall - bei Leuten , die Dank der horrenden Handwerkerpreise (die ja zum nicht unerheblichen Teil auch Schuld der Politik sind - aber das ist wieder ein anderes Thema) möglichst viel selber machen MÜSSEN (!!) , genauso wie bei Leuten , die gleich zwei Meisterbriefe haben . Ich hatte so einen auf dem Bau : Sanitär und Heizung , Meister immer selbst dabei . Ich war manches Mal drauf und dran , den Herrn samt seinem Gesellen und dem Lehrling vom Bau zu schmeissen . Eine Story habe ich in meiner vorhergehenden Zuschrift schon genannt . Die zweite Story - nur mal so zum Nachdenken -: Ich habe mir ("leider" möchte ich heute sagen) seinerzeit elektrische Durchlauferhitzer einbauen lassen . Damit alles klar geht , habe ich mir von meinem Doppelmeister - siehe oben ! - vorher die Schablonen geben lassen , nach denen der Elektriker die Kabel zu legen hat . Mehr oder minder zufällig war ich auf dem Bau , als er und sein Geselle sich sehr seltsam beim Einbau eines DE anstellten ; und als ich nachsah , was sich da tat , konnte ich gerade noch verhindern , dass der Meister selbst (!!) zwecks Befestigung des DE ein Loch exakt an der Stelle bohren wollte , an der das Hauptkabel lief ! Seine saudumme Begründung : "Die haben anscheinend die Befestigung geändert" . Hatten "DIE" allerdings nicht gemacht ; nur hatte der Meister nicht mal die Einbauanleitung gelesen , weswegen es zu dem Lapsus kam (für Interessenten : STIEBEL-Durchlauferhitzer werden an einer Schiene oder Platte mit einer (!) Schraube aufgehängt , die oben in der Mitte sitzt. Die Platte/Schiene selbst wird aber mit zwei (!) Schrauben rechts und links befestigt , so dass in der Mitte ohne weiteres das Kabel verlaufen kann.) . Der Herr hat sich auf meinem Bau noch ein paar solcher Scherze geleistet .
Und an solchen Idioten ändert auch keine DIN-Norm etwas . Schliesslich gibt es in Deutschland sogar eine DIN über das Erstellen einer DIN ! DAS ist Deutschland !

Ihr Satz schliesslich
"Im Bereich Haustechnik sieht das jeder ein, der schon mal in Italien, Frankreich oder Griechenland in einer normalen Pension oder einem Hotel war wo die Dusche bzw. der Ablauf davon nicht richtig funktionierte, das WC andauernd verstopft war, der Warmwasserspeiche ungedämmt ist und permanent überkocht...."
ist so unsachlich wie er unsachlicher nicht sein könnte. Übertrieben könnte man sagen , er ist schon "rassistisch" . Was hat denn eine Norm - die übrigens seit Jahrzehnten in ganz Europa gilt ! - mit schlampiger Wartung zu tun ? Im übrigen : In welchen zweifelhaften Etablissements verkehren SIE denn ? Ich habe bis heute weder in griechischen Hotels noch auf den Kanaren noch auf festlands-spanischen oder französischen Campingplätzen solch einen Schlendrian erlebt , wie Sie das hier glauben schildern zu müssen . Wohl aber gibts das noch immer - und gar nicht so selten - in der ex-DDR , wo Sie häufig locker überhöhte Westpreise zahlen müssen , aber einen Service bekommen, der fatal an den "Sieg des Sozialismus" erinnert !
Also bitte auf dem Teppich bleiben . Unser Standard hat NICHTS , absolut GAR NICHTS , mit den von Ihnen hochgelobten Normen zu tun , die zu einem nicht unerheblichen Teil völlig überzogen sind .
Um zum Ausgangsthema zurückzukommen : Wenn die Entlüftung funktioniert , ist alles OK . Da kann in der Bauordnung stehen , was da will .
Und wenn sich ein Knallkopp mit selbstgebastelten Wohnzimmer-Boilern in die Luft sprengen will , dann werden auch Normen solche Leute von ihren Vorhaben nicht abbringen . Aber Sie brauchen keine Angst zu haben : Wer so etwas plant , weiss meistens gar nicht , wie ein Lötbrenner o.ä. funktioniert ; d.h. , er wird die Anlage gar nicht zum Funktionieren (weder richtig noch falsch) bringen . Insofern sind das harmlose Spinner .


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