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Neues Dach mit Dämmung
Verfasser:
Bnejamin
Zeit: 09.03.2019 11:38:15
0
2761659
Hallo,

geplant ist das Dach eines EFH (Fachwerkhaus, BJ 1870) komplett neu zu machen, d.H.

-neuer Dachstuhl mit 3 neuen Gauben (steht fest)
-Dämmung
-Eindeckung mit Schiefer (steht fest)

Da wir das Dach im Rahmen eines Dorferneuerungsprogramms von dem Land gefördert bekommen wollen, sind wir an bestimmte Vorgaben gebunden.

Es dürfen bei der Wahl der Materialien nur Naturmaterialien verwendet werden und das äußerere Erscheinungsbild sollte möglichst wiederhergestellt werden, also einem ursprünglichen Charakter erhalten. (daher z.b. auch der Schiefer und keine Ziegel).

Bei der Wahl der Dämmung kommen wir in einen möglichen Konfliktbereich, da wir gerne eine Aufdachdämmung bevorzugen, diese aber das Dach nach oben hin massiv erhöht und damit nicht in das gewünschte Erscheinungsbild passt.

Unser Energieberater hat (aber für aktuellen Bestand) eine Zwischensparrendämmung und Aufsparrendämmung von insgesamt 24cm WLG 035 empfohlen gehabt. Der Sparren ist aktuell 12cm dick, d.h. 12 cm von oben und 12cm von unten, damit ein U-Wert von 0,14 erreicht würde.

Da wir aber nun das Dach komplett neu machen sind wir überfragt, welche Dämmung die ideale ist im Hinblick auf

-eine gute Dämmleistung von mind U = 0,20 (ENEV ist Vorgabe, nicht KfW!)
-ein moderates Kosten-/Nutzen Verhältniss
-Förderfähigkeit

Ich bin sehr von Holzfaserplatten angetan und halte sie für eine sehr gute Variante.

Vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann dazu stellung nehmen. Wir sind für jede Hilfe dankbar :)

Verfasser:
cacer
Zeit: 09.03.2019 12:35:05
0
2761671
neuer dachstuhl mit gauben etc...
da ist dann aber ein planer gefragt, der nicht nur energetisch berechnet.
statik, energetik etc muss auf einen nenner kommen.

bei neuem stuhl kannst das so anpassen, daß ne holzfaserplatte plus möglicher belüftungsebene und vollschalung für den schiefer nur geringfügig mehr aufträgt als bisher .
dafür sollte zimmermann,dachdecker, statiker und energetiker mal an einen tisch.
sonst ist das resultat zufall.
da müssen dann genaue vorgaben gemacht werden und vorallem überwacht werden.

ich würde geringe aufsparrendämmung mit schlanken sparren (6x20 - 6x24) kombinieren und mit holzfaser oder zellulose ausblasen lassen.
entweder variable bampfbremse und diffusionsoffene beplankung innen, oder heraklith mit kalk oder lehmputz als luftdichten abschluss innen.

das (schieferdach) sollte von außen weitere 100 jahre nicht mehr erneuert werden müssen. deshalb alle folien und abdichtungen besonders sorgsam ausführen oder besser alternativen wählen.
keiner weiß wie lange die mordernen folien und kleber dann wirklich halten.

Verfasser:
hanssanitaer
Zeit: 09.03.2019 12:47:50
0
2761675
10cm Holzfaser Aufdach (Pavatex o.ä.) ist doch keine wesentliche Erhöhung.

Zwischensparendämmung vielleicht in Einblasdämmung Zellulose? Füllt die Lücken besser auf als Holzfaserplatten, die sehr genau zugeschnitten werden müssten.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 09.03.2019 13:08:05
0
2761678
Ich finde dieses System optimal für Steil-Dächer, weil es kaum Holz als
Wärmebrücken gibt:
https://www.steico.com/fileadmin/steico/content/pdf/Marketing/German/Technical_Guide_construction/STEICO_Konstruktionsheft_Stegtraeger_i.pdf
Das Dach kann äusserlich damit sehr schlank aussehen.
Siehe Seite 9, z.B. D7/D8, Luftsparren.

Der Dämmraum könnte mit Zellulosefasern ausgeblasen werden, die
auch einen erhöhten Hitzeschutz bieten.

Grüsse

winni

Verfasser:
winni 2
Zeit: 09.03.2019 13:19:49
1
2761679
Mit diesem Luftsparrenaufbau kann man übrigens auch konventionelle
Dachstühle äusserlich schlank aussehen lassen.
Statt Belüftung, die gut für den Hitzeschutz ist, kann zwischen den
Luftsparren auch zusätzliche Dämmung eingebracht werden.

Grüsse

winni

Verfasser:
Bnejamin
Zeit: 09.03.2019 13:31:34
0
2761683
Vielen Dank für die zahlreichen Antworten.

So wie ich das verstehe, führt kein Weg an der zwichensparren und Aufsparren-Dämmung in Kombination vorbei, wenn wir das Dach nicht zu sehr erhöhen möchten.

Daraus schließe ich, dass unabhängig von dem verwendeten Material eine gewisse dicke an Dämmung einfach vorhanden sein muss, möchte man eine reine Aufsparren-Dämmung machen.

10-12cm Aufsparren wäre schön möglich aber das ist eben von der Dämmleistung nicht ausreichend.
Bei der Kombination von beiden Varianten müssten wir tiefer in die Tasche greifen und sind kommen trotzdem nicht an die Qualität einer reinen Aufsparren Dämmung. Nicht so optimal

Verfasser:
Bnejamin
Zeit: 09.03.2019 13:39:45
0
2761684
@winie:

Das klingt interessant aber auch sehr teuer. Wir müssen im Rahmen der Forderung für jedes Gewerk mehrere Angebote einholen, die zustimmungspflichtig sind.

Hast du Erfahrungen mit diesem System und wen kann man mit der Umsetzung beauftragen?

Verfasser:
winni 2
Zeit: 09.03.2019 13:44:43
0
2761687
Naja, es gibt ja auch noch die zusätzliche Untersparrendämmung
als Möglichkeit.

Ich sehe die reine Aufsparrendämmung eh nicht so optimal, weil es
da schnell Anschlussprobleme an die Wände gibt. Vor allem, was die
Ausführung der luftdichten Ebene angeht.
Da hatten wir hier letztens den Fall, das bei einem Sichtdachstuhl
zwischen Sichtschalung und Mauer warme Luft ausströmte und
aussen kondensierte...

Über Preise weiss ich bei den Doppelstegträgern nichts und praktische
Erfahrungen habe ich damit auch noch nicht. Ich würde mal bei
Herstellern nach verarbeitetenden Betrieben in Deiner Region
nachfragen?

Grüsse

winni

Verfasser:
Bnejamin
Zeit: 09.03.2019 14:58:29
0
2761697
Angenommen , wir haben 20er Sparren...und blasen die ganzen 20cm mit Zellulose ein und mit Kombi von 10cm Holzfaser Platten auf den Sparren. Welchen uwert erreicht man damit?
Die Sparren dann in der Breite so gering wie möglich mit 6cm damit die Flächen der möglichen Wärmebrücken reduziert werden?

Wo liegt dann die Dampfsperre, zwischen welchen Schichten? Und was kommt von innen gesehen an die Zellulose? Einfache Gipsplatten, die dann noch gestrichen und ggf. Tapeziert werden? Kostet ja auch wieder Geld.

Das ist ein weiterer Vorteil bei der Aufsparren Dämmung, nicht nur mehr Höhe, sondern man guckt direkt in das schöne Holz und kann es auch so stehen lassen

Verfasser:
winni 2
Zeit: 09.03.2019 15:33:45
0
2761707
U-Werte kannst Du relativ einfach bei "ubakus" selber bestimmen.

Ein Dach mit 60 cm Sparrenabstand, 60 mm Sparren, 200 mm hoch:
Innen nach aussen:
-Gipsplatte + evtl. Unterkonstruktionslatten
-OSB-Platte 18 mm
-Sparren mit Zelluloseeinblasdämmung
-100 mm Holzfaserplatte, z.B. SteicoSafe 60 - 100
- Hinterlüftete Dacheindeckung

kommt auf U-Wert ca. 0,14 bei ubakus.
Mit 240 mm Sparren wäre es U-Wert 0,125.
Mit Stegträgern läge der U-Wert dann bei 0,115

Die OSB-Platte stellt hier auch die Dampfbremse dar.
Statt ihr, könnte man auch an der Stelle eine Dampfbremsfolie
montieren.

Nur Gipsplatte mit Einblasdämmung ist m.M. stabilitätsmässig
grenzwertig und es fehlt die Dampfbremse, was im U-Rechner zu
massivem Tauwasser führt.

Eine Dampfbremse kommt immer innen vor die Dämmung.
Allenfalls ein paar cm Dämmung dürfen innen vor der Dampfbremse
liegen, abhängig von der Dicke der Hauptdämmung nach der Dampf-
bremse.
Ist innen zu viel Dämmung vor der Dampfbremse, kommt es innen zu
Tauwasser an der Dampfbremse.

Die Wärmebrücke Sparren würde bei einer 100 mm Aufsparren-
dämmung keine soo grosse Rolle mehr spielen.

Grüsse

winni

Verfasser:
hanssanitaer
Zeit: 09.03.2019 15:47:43
0
2761713
Holz für Dachstühle gibt es in sehr unterschiedlichen Qualitäten.
Das günstigste Konstruktionsholz ist gewiss nicht schön anzusehen, geschweige denn reinigungsfreundlich oder einfach zu behandeln.
Ein Sichtdachstuhl ist erheblich viel teurer, als eine versteckte Konstruktion.

Die Dampfsperre/bremse wird unter dem Gipskarton montiert, muss also innenseitig liegen. Eine gängige Lösung könnte sein: Aufdachdämmung, Zwischensparendämmung, Dampfbremse (Membran oder OSB), Installationsebene mit ~5cm Dämmung und Rigips.

U-Werte kannst du mit dem ubakus sehr laienfreundlich
berechnen.


Edit: Sorry Winni, Tab war zu lange offen.

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