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Neue Heizung für EFH - aber welche?
Verfasser:
Ahnungslos11
Zeit: 14.03.2019 19:50:17
0
2763913
Hallo zusammen,
meine Heizungsanlage läuft zwar noch, aber ich fürchte den Tag, an dem sie das Zeitliche segnet und ich mich als Laie schnell entscheiden muss, in welche Art Heizung ich die vielen tausend Euro stecken soll. Auf diesen Tag will ich vorbereitet sein und bitte deshalb um eure Hilfe.

Zu den Fakten:

- Einfamilienhaus mit Bj. 1998, südlich von Hamburg ländlich gelegen,
Krüppel-Walmdach mit Erkern
- Wohnfläche: ca. 170qm (kein Keller, EG: 75qm, OG: 65qm, DG: 30qm)
- Bewohner: Familie mit 2 Kindern (12 u. 16 Jahre)
- Heizung aus 1998 im HWR: Niedertemperatur Gas-Kesseltherme Cerastar
von Junkers ZSR 24-5 KE23 mit Außenfühler
- Warmwassertank: Junkers ST120-1 E
- FBH im gesamten EG und OG
- Heizkörper im DG (ca. 200*50*25cm) sowie im Hauptbad im OG (als
Handtuchtrockner zusätzlich zur FBH).
- Vorlauftemperatur: 30-38°C
- Warmwassertemperatur (Zirkualtionsleitung ins OG zu den Bädern): ca. 35°C
- jährlicher Gasverbrauch: der letzten Jahre in kwh: 20900, 21280, 17600, 19500,
18400, 21100
- Kaminofen Olsberg vorhanden: im Winter sporadisch im Betrieb, (wg. der
Gemütlichkeit, erwärmt lediglich das große Wohnzimmer), Nachrüstung erforderlich
bis 31.12.24.

Wir sind recht genügsam, 21°C reichen in allen Zimmern aus, nicht geheizt werden: Elternschlafzimmer, HWR und Flure.

Aufgrund der baulichen Gegebenheiten kommen keine größeren Erdarbeiten oder Einbeziehung der Dachfläche in Betracht.

Ich lese hier seit einiger Zeit mit, habe schon einiges gelernt und bin doch völlig ratlos, wie ich mich entscheiden soll, wenn nun meine Heizung ersetzt werden muss. Wozu würdet ihr mir raten?

Verfasser:
gnika7
Zeit: 14.03.2019 20:12:42
1
2763922
Du hast zwei Optionen, Gas oder LWP.

Da du hier schon gelesen hast, musst du dich fragen:
- will ich PV?
- will ich ohne viel Aufwand günstig aber nicht nachhaltig?
- wiĺl ich mit etwas mehr Aufwand nachhaltig, dafür mit höherer Investitionssicherheit?

Übrigens deine Heizlast liegt grob deutlich unter 7kW.

Verfasser:
Turbotobi76
Zeit: 14.03.2019 20:17:24
2
2763924
Hi,

Heizlast dürfte anhand der Verbräuche deutlich unter 10kw liegen ich würde so auf 7-8kw schätzen.

Das heißt es reicht von allen Herstellern das jeweils kleinste Modell die haben meistens so um die 15kw.

Wichtiger als der Hersteller ist das dein Heizungsbauer sich mit dem Gerät das er verbaut auskennt.

Bei den benötigten VL Temperaturen wäre wahrscheinlich auch keine Luftwärmepumpe wirtschaftlich zu betreiben.

Gruß Tobias

Verfasser:
gnika7
Zeit: 14.03.2019 20:37:33
3
2763935
Zitat von Turbotobi76 Beitrag anzeigen
Hi,

Heizlast dürfte anhand der Verbräuche deutlich unter 10kw liegen ich würde so auf 7-8kw schätzen. .

Hast du berücksichtigt, dass WW (vom Sommer) bei der Abschätzung herauszurechnen wäre

Zitat von Turbotobi76 Beitrag anzeigen

Bei den benötigten VL Temperaturen wäre wahrscheinlich auch keine Luftwärmepumpe wirtschaftlich zu betreiben.
[...]


Zitat von Ahnungslos11 Beitrag anzeigen
- Vorlauftemperatur: 30-38°C[...]


VLT ist unter 40°C, sollte also machbar sein. Außerdem kann man davon ausgehen, dass VLT durch 24h Betrieb und Optimierung der Heizkurve gesenkt werden kann.
Außerdem, die NAT in der Gegend ist vorteilhaft für LWP.
Grüße Nika

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 14.03.2019 20:45:57
1
2763943
Wieviel Wärmeenergie entsprechen denn die genannten Gasverbräuche in etwa?

Damit kann man schnell ausrechnen ob man -ohne das Haus grundlegend zu dämmen- auf konventioneller Heiztechnik bleiben sollte. Oder wenn's unbedingt ne WP sein soll, dan auf jeden Fall ne Erdwärmepumpe (Kollektor, Ringgraben, Bohrung,...).

Beispiel:

25.000kWh Wärme mit der Luft Wp mit JAZ 3,5

25.000kWh : 3,5 = 7.100kWh Strom
7.100kWh Strom kosten etwa 1800€.

25.000kWh Wärme mit Sole WP mit JAZ 5,5.
25.000 : 5,5 = 4.500kWh
ca. 4.500kWh Strom kosten etwa 1.100€.

Und was kostet die Erzeugung derselben Wärmemenge mit Öl/Gas mit neuester Technik?

Verfasser:
Turbotobi76
Zeit: 14.03.2019 20:47:26
1
2763944
Ups ein Buchstabe große Wirkung.

Sollte natürlich heißen das sich eine LWP wirtschaftlich betreiben lässt ;-)

Wobei es bei den aktuellen Preisen wahrscheinlich keinen großen Unterschied gibt.

Und wie sich die Preise in den nächsten 15-20 Jahren entwickeln weiß man ja leider nicht. Ich habe auch eher auf den Strompreis gesetzt und auf LWP umgerüstet.

GRuß Tobias

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 14.03.2019 21:05:19
1
2763955
Sorry die angegebenen kWh beim Gas entsprechen ja der erzeugten Wärmemenge...


Also kannst du deine 20.000kWh zum rechnen - wie beschrieben- hernehmen...

Die 20000kWh entsprechen dem lt. Rechner irgendwas um 2600m3 gas.
Das kostet laut Rechner etwa 1200€.

Luft WP 3,5-3,8 ->5.700kWh-5.200kWh Strom
-> bei 0,25€/kWh kostet das zwischen 1300€-1425€.

Sole WP 5,5 -> 3.600kWh Strom
-> bei 0,25€/kWh kostet das etwa 900€.

Warum sollte man da dann an eine Luft WP denken?

Wenn dann Sole WP mit erdkollektor (Selbstbau möglich) oder ringgrabenkollektor, oder das einfachste aber auch teuerste ne Bohrung.

Die WP kann man durch PV super ergänzen....
Das Warmwasser ist damit im Sommer umsonst....

WW Zirkulation auf keinen Fall.

Verfasser:
gnika7
Zeit: 14.03.2019 21:05:41
1
2763956
Zitat von Turbotobi76 Beitrag anzeigen
Ich habe auch eher auf den Strompreis gesetzt und auf LWP umgerüstet.[...]

Der TE hat den Vorteil, dass seine Gasheizung (noch) funktioniert. Man könnte ja diese erstmal hängen lassen. Im bivalentem Betrieb für tiefe Temperaturen sollte diese noch einige Zeit halten. Ob die Gaszählergebühr sich dann lohnt, ist eine andere Frage. Schornsteinfeger muss wegen Ofen eh anrücken.

Grüße Nika

Verfasser:
Ahnungslos11
Zeit: 15.03.2019 10:36:00
0
2764066
Zunächst herzlichen Dank für eure Beiträge!
Ich habe mich jetzt mal ein wenig in die WP-Thematik eingelesen und komme zu dem - laienhaften - Schluss, dass sich diese Technik für mich nicht lohnt:

1. Luft WP hat zu hohe Stromkosten von ca. 1800€ und scheidet damit wohl aus (danke Mastermind1 für die Kosten-Berechnungen!)


2. Kosten für Sole WP werden komplett mit ca. 20.000€ angegeben. Dazu kommen Stromkosten für die WP von rund 1100€ jährlich.
Für die Erdkollektoren habe ich auch nur ca. 80qm geeignete Rasenfläche frei, zu wenig für wirtschaftlich günstige Erdverlegung mit Eigenarbeit.

3. Da ich meinen Gaslieferanten jährlich wechsel, liegt meine Gasrechnung nach Abzug der Boni bei jährlich 900-1200€.


Bei WP hätte ich also viel höhere Investitionskosten (20.000 minus event. 5.000 Förderung) als bei einer Gasheizung (7.000-10.000 minus event. Förderung?).
Ferner hätte ich keine jährlichen Einsparungen (mal abgesehen vom Schornie und der Wartung), weil die Stromkosten der WP ungefähr so hoch sind, wie meine Gasrechnungen.

Falls ihr mir da zustimmt, würde ich mich über Vorschläge freuen, welche Art von Gasheizung für mich in Frage käme.
P.S. Solar/ PV fände ich gut, ist aufgrund der baulichen Gegebenheiten aber wohl nicht möglich.

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 15.03.2019 10:55:44
0
2764075
Wenn das Haus ungedämmt bleibt und keine energetischen Massnahmen ergriffen werden, macht es wenig Sinn an alternative Heiztechniken wie (Öl/Gas/Pellets) zu denken.

Auch der umstieg von der vorhandenen alten Gas Heizung auf Brennwerttechnik wird nochmals etwas an Kostenersparnis erbringen.
Den gesparten Invest zu ner alternativen Heiztechnik, kann man in andere Dinge investieren.

In dem Zuge würde ich z.B. auch die Fenster / Haustüre prüfen lassen und ggf. erneuern. Evtl. ist die Fassade ja auch zu machen. Dann geht das in einem Schritt.

WP Technik egal ob Luft WP oder ne SOLE WP, macht in diesem Fall nur Sinn, wenn man selbst hand anlegen kann/will.
Bei Luft-WP wäre es ne Monoblock WP (z.B. Nibe) für geschätzt 5.000€. oder bei SoleWP ein Grabenkollektor im Selbstbau, + Installation einer SoleWP (Nibe....)
Wenn man das machen lassen muss, dann ist das nicht sinnvoll...

Was den Standort angeht... da sollte es alle guten/großen Heizungshersteller geben.
Der Fachbetrieb ist da dann eher das Entscheidungskriterium hinsichtlich Wartung und Entstörung...
- Weishaupt, Viessmann, Buderus wären da meine Wahl :-)

Verfasser:
gnika7
Zeit: 15.03.2019 14:52:19
0
2764167
Zitat von Ahnungslos11 Beitrag anzeigen
P.S. Solar/ PV fände ich gut, ist aufgrund der baulichen Gegebenheiten aber wohl nicht möglich.[...]

ST rentiert sich auch bei Gas nicht. Damit steigen sogar die Wärmegestehungskosten um ca. 20%.
PV wäre zu hinterfragen. Zum Teil ist es sogar auf einem Norddach rentabel. Das solltest du am besten im PV-Forum klären....

Ob du die höheren Investkosten für WP tragen willst unter der Annahme, dass Gaspreise steigen, musst du selber wissen. Wie Mastermind geschrieben hat, wahrscheinlich wäre es besser das zusätzliche Geld in die Hülle zu investieren. Die Erfahrung zeigt, dass es dann leider doch nicht gemacht wird.

Grüße Nika

Verfasser:
rman
Zeit: 15.03.2019 15:10:03
3
2764172
Wie sind die kWh berechnet worden?
Welchen Gasverbrauch und Wirkungsgrad der Gasbüchse hast du angenommen?

Eine JAZ von 3,5 erreichst du fast mit einer Chinagaragenwärmepumpe für 800€.
Bei einer modernen LWWP kann man von einer JAZ >= 4 ausgehen.

Dann hast du einen Stromverbrauch von ca. 5000kWh . Multipliziere den Stromverbrauch mit dem Strompreis und ziehe davon Schorni und Gasgrundgebühr ab. Dann hast du deine Kosten.

Eine LWWP mit 9kW als Monoblock oder Split bekommst du frei Haus und mit Inbetriebnahme für etwa 5000€. Der Heizi muss nur das alte Gelump ausbauen und die LWWP hydraulisch anschliessen (ca. 1000€).

Da deine Heizung mit 38°C Vorlauf läuft, gehe ich davon aus, dass die Hydraulik WPtauglich ist.

Verfasser:
Ahnungslos11
Zeit: 15.03.2019 18:40:50
0
2764267
Eure Beiträge sind klasse - sie helfen mir sehr!
Wenn eine LWWP komplett für 6.000€ zu errichten wäre, würde ich mich nicht vorschnell auf Gas festlegen wollen.
Bei
20.000kWh Wärmebedarf mit JAZ 4,0
20.000 : 4,0 = 5000kWh
ergeben sich Stromkosten von ca. 1100€

abzüglich Schorni: 950€. Wenn die Rechnung so stimmt, wäre die LWWP von den jährlichen Kosten her in etwa auf Höhe der jetzigen Gasheizung.
Wartung bräuchten ja wohl beide Anlagen.
Die Homepage von NIBE meinte, die Kombination der F2120 + F135 käme für mich in Frage. Kann jemand etwas zu den Gesamtkosten dieser Anlage sagen? Wie hoch wäre wohl ungefähr die Förderung der Bafa?

Damit ich noch einen Vergleich zu einer neuen Gastherme habe: welches Modell könnnte ich mir beispielhaft mal ansehen?

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 15.03.2019 20:39:37
1
2764304
Zitat von Ahnungslos11 Beitrag anzeigen
...Wartung bräuchten ja wohl beide Anlagen ...
Wir Betreiben bei uns seit 10/2014 einen Luft-Wasser-Wärmepumpenmonoblock ... mal von den paar Litern Wasser abgesehen das ich beim Abspülen des Verdampfers mit dem Gartenschlauch benötigt habe, sind's ansonsten bisher keinerlei Wartungskosten gewesen!

🤔

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 15.03.2019 21:55:47
1
2764322
Ich rechne lieber konservativ hinsichtlich JAZ bei Luft-WP. Man muss hier einfach sagen, es geht um ein Haus mit knapp 20 Jahren (Heizkörpern).
Hier wurde von 2x Erw + 2x Teenagern geschrieben. Der WW Verbrauch wird durch die Teenager sicherlich noch steigen ;-)

Ich würde den "PLUSPUNKT" einer WP gegenüber einer konventionellen heizung hinsichtlich Schornsteinfeger nicht überbewerten.

Hier in diesem Fall, kommt der Schornsteinfeger ja weiterhin wg. dem Olsberg Kaminofen.

Ausserdem sollte man in diesem Zusammenhang auf die Prüfpflichten der WP hinsichtlich Dichtigkeit der Kältemittel hinweisen.
Es gibt natürlich übergangsfristen, und je nach verwendetem Kältemittel + Kältemittelmenge unterschiedliche Grenzen und Prüfzyklen...
ABER: auch hier wird es sicherlich noch zu Verschärfungen kommen.
Hier fehlen derzeit noch schlichtweg, die Prüfungsorgane die von betroffenen WP-Besitzer den jährlichen oder "zwei jährlichen" Prüfbericht eines Kältefachbetriebs anfordern... Hier wird unser "Staat" sicherlich noch eine Einnahmequelle erkennen...
Vielleicht macht, dass ja in Zukunft einmal der Schornsteinfeger :-)
Eine etwaige Dichtigkeitsprüfung kostet sicherlich 100-200€.

Von daher...

Der Vergleich Selbsteinbau einer WP vs. Gasheizung vom Fachbetrieb ist auch leicht unfair. Hat man die Zeit dazu? Wenn ja machen...
Wenn man die BAFA Förderung bei der WP mitnehmen möchte, dann benötigt man eine Fachbetrieb der unterschreibt. Die Förderung bitte vor Beauftragung beantragen.

P.s. ich würde weiterhin zu einer neuen Gasbrennwertlösung tendieren.
In dem Zuge würde ich mir das "gesparte" Feld für den Fenstertausch + Haustürtausch hernehmen. Dadurch erreicht man gerade in Wohnbereichen nochmals eine "bessere" Behaglichkeit. Bei gleichzeitiger Heizkostenreduktion.
Für den Austausch der Fenster in Kombi mit einer Energieberatung kann man einen Kredit + Förderung, oder nur eine Förderung in Anspruch nehmen.. Auch das bitte mal prüfen...

P.S. ich hab selbst ne Luft-WP - von daher bin ich perse nicht gegen WP!

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 15.03.2019 22:04:27
1
2764325
Zitat von rman Beitrag anzeigen
Wie sind die kWh berechnet worden?
Welchen Gasverbrauch und Wirkungsgrad der Gasbüchse hast du angenommen?

Eine JAZ von 3,5 erreichst du fast mit einer Chinagaragenwärmepumpe für 800€.
Bei einer modernen LWWP kann man von einer JAZ >= 4 ausgehen.

Dann hast du[...]


Übrigens schafft unsere tolle Stiebel Luft WP in nem Kfw60Haus und FBH überall nur ne JAZ von guten 3. Von daher bin ich da ein gebranntes Kind.
(Hydraulischer Abgleich durchgeführt, Heizkurve deutlich gesenkt, ERR deaktiviert,...)
Wenn ich da inzwischen keine große PV Anlage auf dem Dach hätte, wäre es wirtschaftlich schon grenzwertig...

Verfasser:
gnika7
Zeit: 15.03.2019 22:21:54
1
2764328
Zitat von Ahnungslos11 Beitrag anzeigen
Die Homepage von NIBE meinte, die Kombination der F2120 + F135 käme für mich in Frage. Kann jemand etwas zu den Gesamtkosten dieser Anlage sagen? [...]

Zur Orientierung kannst du dir die Preise in Schweden angucken. Dort ist es um einiges günstiger und die Förderung gibt es auch ;-)

https://hemmatema.se/vvs/varmesystem/varmepumpar-warmepumpen-heat-pumps/nibe-f2120-2-5-12kw/
Dazu brauchst du noch mindestens die Inneneinheit SMO40.

Ob man die Lüftung auch von Nibe nehmen soll, soll man selber entscheiden. Ich bevorzuge Geräte, die man bei Bedarf unabhängig voneinander tauschen kann.

Zu der JAZ. Habe gerade die F2120-12 Bei NAT=-14°C und VLT=40°C angeguckt. Die rechnerische JAZ liegt da über 4. Die NAT sollte bei dir eher bei -12°C liegen und die Vorlauftemperaturen liegen auch unter 40°C. Auch wenn der JAZ-Rechner das Ergebnis 0,1-0,2 zu hoch ansetzt, sollte deine JAZ auch in der Praxis dann über 4 liegen.

Grüße Nika

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 15.03.2019 23:53:29
1
2764346
Zitat von Mastermind1 Beitrag anzeigen
Übrigens schafft unsere tolle Stiebel Luft WP in nem Kfw60Haus und FBH überall nur ne JAZ von guten 3. Von daher bin ich da ein gebranntes Kind.
(Hydraulischer Abgleich durchgeführt, Heizkurve deutlich gesenkt, ERR deaktiviert,...)
Wenn ich da inzwischen keine große PV ...
Z.b. unser bivalent parallel genutzter Luft-Wasser-Wärmepumpenmonoblock, der lt. Hersteller Panasonic bis -15°C die 5 kW thermische Leistung ausschließlich mit dem Verdichter macht, der lieferte seit Inbetriebnahme immer eine JAZ von min. 4,5 ... Norm-Außentemperatur ist -14°C ... gut 18 Jahre altes freistehend gebautes Einfamilienhaus mit rund 250qm beheizter Fläche und gemischter Wärmeverteilung mit Heizkörpern und Bodenflächenheizung.

Die meisten User, die ebenfalls die bei uns laufende WH-MDC05F3E5 betreiben, die melden übrigens ebenfalls JAZen von >4, auch wenn die Maschine bei denen monoenergtisch läuft und zudem die Warmwaserbereitung erledigt! 🤔

Verfasser:
Ahnungslos11
Zeit: 17.03.2019 15:36:36
0
2764853
Habe mich weiter eingelesen und komme auch dank eurer Beiträge zu dem Schluss, dass ich eine neue Gas-Brennwerttherme kaufen sollte:

Derzeit zahle ich ja zwischen 900-1200€ jährlich an Gas. Mit einer neuen Gas-Brennwerttherme dürfte sich der Verbrauch nochmals um mind. 10% senken lassen, womit ich, was die variablen Kosten angeht, sehr gut leben könnte.
Was die Anschaffungskosten angeht, ist die Gas-Brennwerttherme wohl ebenfalls erste Wahl und eine staatliche Förderung gibts ja auch.
Solar hatte ich angedacht, aber endgültig verworfen (zu lange Armortisationsdauer).

Nun gilt es, die für meine Verhältnisse (siehe Post #1) optimale Gas-Heizung zu finden. Der letzte Test der Stiftung Warentest ist ja leider schon 10 Jahre alt...
Zunächst möchte ich mir klar darüber werden, welche Warmwasserbereitung das neue Gerät haben soll:

- Warmwasserspeicher (wie jetzige Anlage)
-Erhitzung im Durchlauf
- Kombispeicher oder
- Hygienespeicher?

Was meint ihr, welches der Systeme sollte ich wählen?

Verfasser:
Taunusheizer
Zeit: 17.03.2019 15:54:51
2
2764856
Zitat von Ahnungslos11 Beitrag anzeigen
meine Heizungsanlage läuft zwar noch, aber ich fürchte den Tag, an dem sie das Zeitliche segnet und ich mich als Laie schnell entscheiden muss, in welche Art Heizung ich die vielen tausend Euro stecken soll. Auf diesen Tag will ich vorbereitet sein und bitte deshalb um eure Hilfe.[...]

Das macht auf jeden Fall Sinn.

Die absolute Menge an verbrannter Primärenergie spielt eigentlich keine Rolle, außer für die benötigte Leistung der WP und den Anteil der Fixkosten, welche umgekehrt proportional zum Verbrauch ins Gewicht fallen. Für die Effizienz einer WP eintscheidet der Temperaturhub zwischen Quelle und Senke. Hier hast du gute Voraussetzungen. Denke eine JAZ über 4 sollte bei dir mit einer aktuellen Invertermaschine möglich sein.

Für deine Kalkulation ist noch Stromverbrauch und Wirkungsgrad deiner jetzigen Gas-Heizung interessant. Auch ob bei einem Tausch hin zu Brennwert ein LAS nötig wird.

Ich würde dir folgendes raten:
Im Sommer Installation eines Wärmemengenzählers zwischen Kessel und FBH. Installation eines Hutschienenzählers vor die Heizung. Beides wird nach einem Umbau auf WP sowieso benötigt. Wärmemengenzähler gibt es auch günstig bei Ebay nach Ende der Eichfrist.
Im nächsten Winter, an den kältesten Tagen benötigte Wärmeleistung, VL/RL Temperaturen und Volumenstrom messen.
Dabei versuchen durch hydraulischen/thermischen Abgleich etwas Durchfluss in Schlafzimmer HWR und Flur sowie Erhöhung des gesamten Durchflusses die Temperaturen noch etwas zu senken.
Anhand der gewonnenen Erkenntnisse eine Entscheidung treffen und warten bis der Gas-Kessel stirbt oder bis 2023 auf WP mit ausreichend Leistung umrüsten.
Anhand der Erfahrungen 2024 entscheiden ob ein neuer Ofen angeschafft wird.
Zwischendurch kann auch das eine oder andere Wärmeleck noch gestopft werden.

In meiner 1990 DHH mit damals Niedertemperatur Gaskessel von Viessmann und Fußbodenheizung max 31°C im Vorlauf, gingen 2017 noch ähnlich wie in den Jahren davor 20.500kWh Erdgas für FBH und WW durch den Schornstein, plus 100kWh Strom. Lange habe ich diverse Lösungen überlegt und gerechnet. Von Brennwert, über Pellets, Brennstoffzellen zu Wärmepumpen, mono- oder auch bivalent.
Seit 8.1.18 läuft bei mir eine LWP als Kompaktgerät von Panasonic mit 5kW Leistung. Diese ist nicht prüfpflichtig und hat im ersten Jahr 3520kWh Strom benötigt. In den letzten 12 Monaten 3270kWh. Invest waren ca. 3.000€ in Eigenleistung
An wenigen kalten Tagen reichen die 5kW nicht ganz, diesen Winter war mein Ofen an 3Tagen ein paar Stunden an. Letzten Herbst hatte ich alle Fensterdichtungen getauscht (100€), es gibt noch einige Ecken zur Optimierung, sodaß mittelfristig die 5kW auch in kalten Wintern reichen sollten. Zur Not gibts noch einen Heizstab, der war bisher nie an.

Verfasser:
JoRy
Zeit: 17.03.2019 16:42:24
2
2764864
"" Der letzte Test der Stiftung Warentest ist ja leider schon 10 Jahre alt...""

Sei froh. Bei dem und anderen "Tests" hatte sich herausgestellt , dass die
an ein russisches Institut die Messungen vergeben hatten.
Es war aber nichts mehr nachvollziehbar . Nur billiger für die "Stiftung"

Die haben ihre Gemeinnützigkeit noch.
Atack nicht mehr, weil es dem Finanzminister und der Merkel nicht passt.

Mach dich hier im Forum und in anderen Quellen schlau und such dir eine
Gas-BW-Therme bis 8 oder 10 kW , aber modulierend ab 1,5 kW

Da gibt es einige gute Namen in D . Du solltest aber mit deinem Heizungsbauer
darüber sprechen und mit dem auch die Wartung vertraglich regeln.

An deiner Stelle würde ich aber nochmal nachrechnen, ob nicht eine Geisha z.B.
plus einer kleinen PV nicht mittelfristig deutlich billiger in den Betriebskosten
kommt und deutlich ökologischer würde.

Gruß JoRy

Verfasser:
Ahnungslos11
Zeit: 17.03.2019 17:51:04
0
2764884
Interessante Beiträge, danke!

@Taunusheizer:
Deine Stromkosten für die WP dürften in etwa so hoch sein, wie meine Gaskosten. Da sehe ich jetzt nicht so den wirtschaftlichen Vorteil, wenn ich auf WP umsteige. Wenn der Strompreis weiter steigt, würde ich mich doppelt ärgern (klar, der Gaspreis kann auch steigen, aber bin mit einer Gastherme wirtschaftlich nicht vollends vom Strompreis abhängig, Stichwort: Diversifikation).

@JoRy:
Hättest du einen Vorschlag für eine zuverlässige und sparsame 8-10 kw Gas-BW-Therme?

Und welche Warmwasserbereitung wäre sinnvoll für meine Zwecke:

- Warmwasserspeicher (wie jetzige Anlage)
-Erhitzung im Durchlauf
- Kombispeicher oder
- Hygienespeicher?

Verfasser:
HFrik
Zeit: 18.03.2019 11:02:15
1
2765106
Nun, bei der Gastherme setzt Du darauf, dass
a) die aktuelle abgabenseitge Subventionierung des Heizgases beibehalten wird
b) die von allen Seiten geforderte CO2-besteuerung nie kommen wird
c) die absehbaren STrompreissenungen durch die kommende sinkende EEG-Umlage ab 2020 nicht kommen wird (Es steht ja bereits fest wann die ganzen teueren Altanlagen aus der Förderung fallen werden)

Atuell ist es so, dass preisich sich WP und Gasheizung nicht viel geben, mit leichten Vorteilen für die WP ( Die Gasheizung braucht auch Strom, das sind auch um 40-50€ je Jahr, die bisher nicht eingerechnet wurden, die gastherme ist deutlich Wartungsintensiver, und ein Brennwertgerät hat eine deutlich höhere Störungsfrequenz als ein solider Athmosphärischer Gaskessel, der fas unkaputtbar war)
Es ist an Dir deine eigene Glaskugel für die nächsten 20 Jahre zu bemühen. Setzt die Politik die notwendigen Treibhausgas-Emissionsminderungen in diesen 20 JAhren durch, wird die Gastherme ein teures Vergnügen werden (Besonders wenn andere in deinem Ort auf WP umstellen und Du irgendwann die Gasinfrastruktur mehr oder minder alleine bezahlen mussst). Lässt die Politik die Dinge einfach weiterlaufen, wird der leichte Vorsprung der WP bleiben bzw. nur ein bischen grösser werden, aber der Gasbetrieb wird nicht gar zu schmerzhaft sein. Deine Entscheidung.

Verfasser:
gnika7
Zeit: 18.03.2019 11:46:10
0
2765130
Hi,

Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Nun, bei der Gastherme setzt Du darauf, dass
a) die aktuelle abgabenseitge Subventionierung des Heizgases beibehalten wird
b) die von allen Seiten geforderte CO2-besteuerung nie kommen wird
c) die absehbaren STrompreissenungen durch die kommende sinkende EEG-Umlage ab 2020 nicht[...]

Dazu ist bereits einiges in Bewegung...

Es ist zu befürchten, dass im Wärmesektor das ganze auch so lange verschleppt wird, bis die Umstellung einem Schock gleichkommt.


Die CDU – FDP – Bündnis 90/Die Grünen geführte Landesregierung von Schleswig-Holstein hat am 15. Februar 2019 einen Entschließungsantrag „Klimaschutz in der Marktwirtschaft – Für ein gerechtes und effizientes System der Abgaben und Umlagen im Energiebereich“ (BR-Drucksache 47/19) in den Bundesrat eingebracht.

Aber vielleicht kommt die CO2-Abgabe früher als man denkt. Bis zur nächsten Legislaturperiode ist es nicht mehr lang hin.

Unter diesen Rahmenbedingungen setzt man sich mit einer Gasheizung gewissen Preisrisiken aus. Deshalb, wenn Gasheizung, dann mit flankierenden Maßnahmen, wie z.B. Dämmung, PV+BWWP.

In dem vorliegendem Fall könnte man sogar die alte Heizung erstmal behalten und diese um eine WP ergänzen. Damit erreicht man gleichzeitig mehrere Zeile
1. Die Standzeit der vorhandenen Heizung wird verlängert
2. Beim Heizen kann man immer auf die günstigere Quelle Zurückgreifen
3. Wenn ein Energieträger teuerer wird, weicht man (stärker) auf den anderen aus
4. Preisrisiken bei Gas jucken einen nicht
5. Man kann viel mit PV machen
6. Man hat immer einen Backup (Gas, WP, Heizstab)

Grüße
Nika

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 18.03.2019 12:07:48
0
2765143
Da ich selbst PV Fan bin und selbst eine 9kWp Anlage habe zur Unterstützung meiner Luft wp...
Geh dazu am besten ins Photovoltaik Forum
Dort habe ich eine Dachplanung, Empfehlungen, und wichtige Infos bekommen. Auch in welchem Preisbereich eine fertig installierte Anlage möglich sein sollte. Dadurch habe ich einiges gespart und die optimale PV Anlage bekommen.
Auch für die Prognose ist das Forum Klasse. Damit kann man abschätzen ob das Dach oder die Dächer genügend Ertrag bringen, dass der Invest wieder eingespielt wird....
Auch preislich gibt's da unterschiede.
Ich hatte Angebot
(Mit denselben Komponenten!) von 1600-1800€/kWp.
Bezahlt habe ich dann mit ein paar Sonderwünschem 1185€/kWp.
So 1000-1200€/kWp sollte ab 5kWp Anlagen möglich sein ..
Damit kannst du dir auch den Invest ausrechnen wenn du 8 kWp aufs Dach packst.
8 * 1200€.

P.s. es gibt übrigens kein Dach das nicht passt.
Ein normaler Wechselrichter ist für zwei Dächer und somit zwei Dachausrichtungen/Neigungen geeignet.
Bei den normalen WR setzt man eine bestimmte Anzahl an angeschlossenen Modulen voraus (ideal ab 12-14module) und meist gibt's ein Limit pro String mit (20-24 Modulen)

Sollte das Dach aber unterschiedliche Größen/Ausrichtungen etc haben, gibt's auch dafür Lösungen in Form von speziellen Wechselrichtern + optimierern. (z.b. solaredge).

Wir haben z.b. ost+Westdach mit 20grad DN. Das ist ideal um den ganzen Tag abzubilden. Damit erreicht man eine höhere Eigenverbrauchsquote.

Wir sind letztlich auf 0 € Energiekosten runter.
Die Einspeisevergütung, der Eigenverbrauch, der noch übrige Stromabschlag ist 1zu1.
D.h. Haushaltsstrom+ heizen per WP ist finanziell abgedeckt.
Return of Invest nach knapp 8 Jahren.
Ich kann's nur jedem empfehlen.

Aktuelle Forenbeiträge
RoBIM schrieb: Das Surren kommt vom E-Auto. Ausser dem kurzen "Klack" des Schützes herrscht Stille, seitens der Ladestation. Unser ZOE macht je nach Ladestromstärke unterschiedlich laute Geräusche. Da er aber beim...
ThomasShmitt schrieb: Gibt es eine Heizlastberechnung und welche Raumtemperaturen sind dort definitiert. Ansprechpartner ist im Zweifel dein Verwaltet bzw. eben mal die eigenen Unterlagen durchforsten. Wenn da irgendwo...
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