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Woher kommt EE-Gas (für Gasheizungen)
Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 21.03.2019 19:03:45
0
2766440
Zitat von crink Beitrag anzeigen
Hi,

das Land BW hat sich zusammen mit verschiedenen Denkfabriken Gedanken über die Zukunft des Heizens unter der Paris-2050-Prämisse gemacht: Zukunft der Heiztechnik

Meiner Meinung nach eine sehr interessante und fundierte Bestandsaufnahme mit realistischem Blick in die Zukunft.

Spoiler-Alarm: Weder P2x noch Solarthermie wird zukünftig viel Bedeutung beigemessen.

Viele Grüße speziell an Dietmar

[...]



Ich grüße zurück mit der Empfehlung, den sehr informativen Informationsdienst energetisch bauen sanieren (enbausa) regelmäßig zu lesen oder den Newsletter zu abonnieren.

Dann schrillen auch keine Alarmglocken

:-)

Zu den Empfehlungen gehört auch der Evaluierungsbericht zum Landeswärmegesetz BW, in dem die Erfahrungen von 10 Jahren mit der verpflichtenden Nutzung von Biogas und Bioöl bei Heizkesseltausch im Bestand nachlesbar sind.

Trotzdem danke für den Hinweis

Dietmar Lange

Verfasser:
gnika7
Zeit: 21.03.2019 21:15:00
2
2766478
Zitat von crink Beitrag anzeigen

Spoiler-Alarm: Weder P2x noch Solarthermie wird zukünftig viel Bedeutung beigemessen.[...]

Das ist das übliche Ergebnis, wenn es um Heizen geht und es technologieneutral evaluiert wird...

Das mit der Frage bzgl. der Löschgründe hat sich geklärt. Offensichtlich mag die Redaktion keine Kritik an eigenen Entscheidungen. Ich werde mal mich nach Alternativen umsehen...

Verfasser:
Georg Fiebig
Zeit: 21.03.2019 22:08:36
1
2766497
Wenn du umziehst sag Bescheid wohin die Reise geht .

Verfasser:
crink
Zeit: 21.03.2019 22:32:17
0
2766498
Hi Nika,

über energiepolitische Themen (aus meiner Sicht ist P2x zu heutiger Zeit nicht anderes) lässt sich auch gut im PV-Forum diskutieren. Viele der hier Aktiven sind auch dort vertreten. Allerdings ist dort die Gefahr einer Filterblase größer.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
delta97
Zeit: 21.03.2019 23:08:07
0
2766503
Gibt es konkrete Leuchtturm P2G Anlagen ?

www.limeco.ch/../leuchtturmprojekt_power-to-gas-anlage

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 22.03.2019 00:02:46
0
2766508
Zitat von delta97 Beitrag anzeigen
Gibt es konkrete Leuchtturm P2G Anlagen ?

www.limeco.ch/../leuchtturmprojekt_power-to-gas-anlage


Eine Übersicht zu konkreten Anlagen siehe

Power-to-Gas-Anlagen in ersten kommerziellen Anwendungen

Eine Auswertung der Power-to-Gas (PtG)-Datenbank der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST) zeigt, dass die PtG-Technologie zunehmend ausgereift ist und immer mehr kommerzielle Anwendungen findet. Deutschlandweit sind über 50 PtG-Anlagen mit einer elektrischen Gesamtleistung von über 55 MW in Betrieb oder in Planung. Weitere größere Projekte im dreistelligen MW-Bereich wurden bereits angekündigt.

Die Frage ist, was soll bei dem aktuellen Stand unter Leuchtturmprojekt verstanden werden, wenn schon konkrete Projekte mit 100 MW in der Planung sind.

Dietmar Lange

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 22.03.2019 09:09:50
0
2766566
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen

Auch die Gestehungskosten können nur auf Annahmen beruhen - wie sollen die Annahmen dann aussehen, damit Du sie für seriös hältst? Selbst willst Du ja nicht rechnen. Die Annahmen von dem Szenario sind nicht so, dass wir sicher annehmen können, dass sie nicht eintreffen. Ich bin mir sicher, dass das ein realistisches Szenario ist und es wird eine naturgemäß große Bandbreite von Annahmen zu optimistisch über Referenz bis zu pessimistisch zusammengeführt. [...]

Ein Wissenschaftler ist für mich immer noch jemand, der Wissen schafft - ich spreche Dir nicht ab, dass Du da einzuordnen bist und kann mir kein Urteil über Deinen Hintergrund und Deine Tätigkeit bilden. Hier in diesem Thread bist Du für mich aber nur eine Kritikerin, die nicht wirklich den Anspruch auf konstruktive Kritik erheben kann.


Meine Kritik besteht nicht darin, dass die Annahmen (der Studie) unseriös sind. Es ist aber falsch diese Zahlen, die auf bestimmte Annahmen beruhen, als mögliche Endkundenpreise zu betrachten. Unterstellen wir, dass die Annahmen zur Preisentwicklung exakt so eintreffen, wie die Studie es annimmt, dann können wir trotzdem keine 15ct erwarten, weil bestimmte Kostenblöcke eben nie betrachtet worden sind.
Wir können aus guten Gründen annehmen, dass diese Kostenblöcke nicht null sein werden.

Es geht auch nicht darum, dass ich das nicht rechnen will, sondern ich traue es mir - zumindest nicht ohne intensiver Recherche zu - eigene Zahlen zu liefern.

Deshalb akzeptierte ich die Zahlen der Studie. Will man sie jedoch mit den Strompreisen für die WP in Relation setzen, muss man eben diese Zahlen mit der gleichen Methode schätzen. Und wenn man dann zu einem Vergleich kommt, muss klar gestellt werden, dass eben bestimmte Sachen nicht betrachtet worden sind, die das Ergebnis im Kostenvergleich noch verändern können.

Ich habe klar die Schwachstellen deiner Rechnung benannt und ausführlich und wiederholt begründet, warum ich sie für kritisch halte. Das ist konstruktiv. Wir könnten schon viel weiter sein, insbesondere bezüglich einer Diskussion, welche Strompreise für die WP in 2030 / 2050 zu erwarten sind, wenn wir uns nicht ständig im Kreis drehen würden.

Verfasser:
gnika7
Zeit: 22.03.2019 09:23:04
0
2766571
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
Wir könnten schon viel weiter sein, insbesondere bezüglich einer Diskussion, welche Strompreise für die WP in 2030 / 2050 zu erwarten sind, wenn wir uns nicht ständig im Kreis drehen würden.[...]

Das wäre zu begrüßen...
Wie wäre es, als Endkundenpreis für Strom X und für EE-Gas Y abzunehmen. Dann kann jeder für X und Y die Werte einsetzen, die er für realistisch hält....

Grüße Nika

Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 22.03.2019 10:16:41
0
2766587
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
Ich habe klar die Schwachstellen deiner Rechnung benannt und ausführlich und wiederholt begründet, warum ich sie für kritisch halte. Das ist konstruktiv. Wir könnten schon viel weiter sein, insbesondere bezüglich einer Diskussion, welche Strompreise für die WP in 2030 / 2050 zu erwarten sind, wenn wir uns nicht ständig im Kreis drehen würden.

Bei den Strompreisen 2030/2050 habe ich keinen eigenen Ansatz, den ich mit Überzeugung hier einstellen könnte.
- Findet der Netzausbau schnell statt?
- Wie werden die Netz-Kosten umgelegt?
- Wie wird selbst genutzter PV-Strom belastet (anteilige EEG-Umlage ab 30kW?)
- Werden die Strompreise analog zur Einspeisung von EE-Strom fluktuierend sein?
- Wird die Leistung einen höheren Anteil auf der Stromrechnung haben (analog zu Großverbrauchern, wo das bereits heute der Fall ist)
- Welche Abgaben/Steuern werden bei Strom erhoben?
Zitat von gnika7 Beitrag anzeigen
Wie wäre es, als Endkundenpreis für Strom X und für EE-Gas Y abzunehmen. Dann kann jeder für X und Y die Werte einsetzen, die er für realistisch hält....

Ich persönlich würde von 0,20€/kWh WP-Strom ausgehen, plus/minus 0,05€.
Bei EE-Gas bleibe ich bei 0,15€/kWh und sehe weniger Unsicherheiten "nach oben" in der Annahme.
Erdgas könnte ich genauso wenig einschätzen wie die Strompreise, auch weil unsicher ist, ob und in welcher Höhe der CO2-Ausstoss belastet wird. Bei EE-Gas gehe ich erstmal von null CO2-Steuern aus, aber vielleicht wird eine Methan-Verlust-Steuer erhoben...

Bin gespannt, mit welchen Zahlen andere rechnen.

Und weil es so schön zum Thema passt:
Zitat von crink Beitrag anzeigen
das Land BW hat sich zusammen mit verschiedenen Denkfabriken Gedanken über die Zukunft des Heizens unter der Paris-2050-Prämisse gemacht: Zukunft der Heiztechnik

Meiner Meinung nach eine sehr interessante und fundierte Bestandsaufnahme mit realistischem Blick in die Zukunft.

Hallo crink,

Danke für den Link.
Da steht ziemlich genau das, was ich bei größeren Anlagen ebenfalls als sinnvoll erachte und hier grob überschlagen hatte.
Zitat daraus (Seite 16/17):
4.2. Wärmepumpen gewinnen an Bedeutung
Der weitere Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung führt dazu, dass die spezifischen Treib-hausgas-Emissionen pro kWh Strom immer weiter sinken, was für einen verstärkten Einsatz von Elektro-Wärmepumpen zu Heizzwecken spricht. Andererseits wird dies, zusammen mit dem erwarteten Ausbau der Elektromobilität, zwangsläufig zu einem spürbaren Anstieg des Strom-verbrauchs in Deutschland führen. Außerdem wird dies die Temperatursensitivität des bundes-deutschen Stromverbrauchs erhöhen, wenn zunehmend Strom – wenn auch indirekt über Wärmepumpen – für Heizzwecke eingesetzt wird, da mit einer hohen Gleichzeitigkeit im Wär-mepumpenbetrieb zu rechnen ist. Zusätzliche Kraftwerksleistung muss also für kalte Wintertage für den Betrieb von Wärmepumpen vorgehalten werden20. Deshalb wird es auch in Zukunft unabdingbar sein, möglichst effiziente Wärmepumpenanlagen einzusetzen, da Strom – auch erneuerbar erzeugter – zumindest zeitweise ein wertvoller und knapper Energieträger sein wird.
...
Da Wärmepumpen bei niedrigen Quellentemperaturen immer ineffizienter werden, haben ins-besondere bei Außenluft-Wärmepumpen Hybridsysteme und bivalente Systeme eine Berechti-gung. So können 80 bis 90 % der Jahresarbeit mit hoher Effizienz von der Wärmepumpe bereit-gestellt werden, während bei extrem tiefen Quellentemperaturen oder einem Engpass bei der Stromerzeugung die Leistungsspitze mit einem herkömmlichen Brenner erzeugt wird. So entlas-ten bivalente Heizsysteme das Stromnetz. Erdgekoppelte Wärmepumpensysteme bieten den Vorteil im Laufe des Jahres konstanterer Wärmequellentemperaturen. Der Strombedarf steigt daher bei niedrigen Außentemperaturen deutlich weniger stark an als bei LWWP.
20 Die negativen Auswirkungen einer starken Durchdringung von elektrisch betriebenen Heizsyste-men sind heute schon in Frankreich zu beobachten. In der Heizzeit steigt die Last im französischen Stromnetz mit jedem Kelvin sinkender Außentemperatur um 2400 MW an.


Grüße
Stefan

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 22.03.2019 12:48:42
0
2766645
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
[...]


Da Wärmepumpen bei niedrigen Quellentemperaturen immer ineffizienter werden, haben ins-besondere bei Außenluft-Wärmepumpen Hybridsysteme und bivalente Systeme eine Berechti-gung. So können 80 bis 90 % der Jahresarbeit mit hoher Effizienz von der Wärmepumpe bereit-gestellt werden, während bei extrem tiefen Quellentemperaturen oder einem Engpass bei der Stromerzeugung die Leistungsspitze mit einem herkömmlichen Brenner erzeugt wird. So entlas-ten bivalente Heizsysteme das Stromnetz
[...]


Hallo Stefan,

In den als ISH Rückschau 2019 vom BDH verlinkten Dokumenten werden WP -
Hybridsysteme mit Gasbrennwertkesseln aus den sachlich gleichen Gründen auch vom BWP so gesehen.

Der Unterschied zu der Studie aus BW besteht in der Einschätzung der zukünftigen Bedeutung von P2G.

Die Akteure auf dem Technologie Forum ISH 2019 sehen hier eine unverzichtbare Technologie in Technologiemix Szenerien.

Die deutsche Gebäudebranche (geea) sieht das in einem Politikbrief
vom März 2018 auch so.

Gruß

Dietmar Lange

Verfasser:
Georg Fiebig
Zeit: 22.03.2019 13:00:48
1
2766647
Und ewig grüßt das Murmeltier.

Das inet ist genial , man kann noch nach sehr langer Zeit nachlesen , was der einzelne geschrieben hat .

Bei 15 ct / kWh Gas darf der Strom dann 56 ct kosten.

Sehr sehr interessant .

Glit für mich , aber auch nicht so ganz , muss ja noch den eigenen pv Strom einrechnen , dann dürfte es sich so bei 80ct /kWh liegen.

Vielleicht stelle ich dann auch noch einmal auf erdewärmepumpe um , dann darf der Strom noch mehr kosten um billiger als EE Gas zu sein .

Verfasser:
gnika7
Zeit: 22.03.2019 13:28:25
0
2766652
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
Zusätzliche Kraftwerksleistung muss also für kalte Wintertage für den Betrieb von Wärmepumpen vorgehalten werden[...]

Da wäre ich mir nicht so sicher... Die Industrie hat am Tag den höchsten Bedarf. Die Last der WP kann sehr leicht in die Nacht verschoben werden. Die aktuellen HPFC-Kurven der Stromanbieter berücksichtigen am langen Ende aktuell weder die last-/angebotsvariablen Tarife noch die möglichen Auswirkungen der CO2-Abgabe. Erst kürzlich ist ja der erste Anbieter auf dem dt. Markt eingeschlagen.

Außerdem sollte man bedenken, dass hybride Systeme sich erst ab einer bestimmten Größe rentieren, da ansonsten die Fixkosten zu hoch wären. Im EFH wird es eher eine seltene Ausnahme bleiben.

Grüße Nika

Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 22.03.2019 14:04:21
0
2766660
Zitat von gnika7 Beitrag anzeigen
Da wäre ich mir nicht so sicher... Die Industrie hat am Tag den höchsten Bedarf. Die Last der WP kann sehr leicht in die Nacht verschoben werden. [...]

Außerdem sollte man bedenken, dass hybride Systeme sich erst ab einer bestimmten Größe rentieren, da ansonsten die Fixkosten zu hoch wären. Im EFH wird es eher eine seltene Ausnahme bleiben.

Hallo Nika,

ich hoffe mal, dass WP nicht so stark überdimensioniert werden, dass man sie an den kältsten Tagen nur nachts laufen lassen muss...

Dass das im EFH - wenn es nicht an einem Wärmenetz hängt - keinen wirtschaftlichen Sinn macht, habe ich schon oft geschrieben. Lass uns doch bei 200kW Heizbedarf als sinnvolle untere Grenze bleiben.

Grüße
Stefan

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 22.03.2019 14:29:04
0
2766668
Zitat von gnika7 Beitrag anzeigen
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
[...]


Außerdem sollte man bedenken, dass hybride Systeme sich erst ab einer bestimmten Größe rentieren, da ansonsten die Fixkosten zu hoch wären. Im EFH wird es eher eine seltene Ausnahme bleiben.


[...]


Das sieht die Wärmepumpenbranche (BWP) völlig anders.

Ich hatte bereits aus diesem Papier von der ISH 2019 zitiert:

Positionspapier Hybride Wärmepumpensysteme:
Schlüssel für die Sektorkopplung im Gebäude

Stand Februar 2019


Damit beim Lesen niemand wieder gähnen muss, verweise ich nur auf dieses auf der ISH beim Pressefrühstück vorgestellte Papier.

Dietmar Lange

Verfasser:
gnika7
Zeit: 22.03.2019 14:47:25
0
2766674
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
Lass uns doch bei 200kW Heizbedarf als sinnvolle untere Grenze bleiben. [...]

Das wären 20-40 Wohneinheiten. Da bist du sogar noch konservativer als ich...

Bei solchen Rahmenbedingungen, insbesondere die benötigte hohe WW-Temperatur, würde ich sogar erwarten, dass das WW nicht durch WP gemacht wird.
Ich stelle mir ein modulierendes BHKW (gibt es bereits) vor, das durchgehend im unteren Modulationsbereich hohe Temperaturen liefert und so gut ausgelastet ist. Die niedrigen Temperaturen werden durch WP bereitgestellt, wobei der Strom dafür aus BHKW kommt. Damit wird der Nutzen des BHKWs erhöht. Wenn die Grenze der WP erreicht ist, moduliert der BHKW hoch.
Damit würden beide Geräte das machen, was die am besten können und hätten beide hohe Auslastung im Gegensatz zu der Zuschaltung eines Wärmeerzeugers bei Spitzenlast.

Wenn EE-Gas Yct/kWh kostet. Würde ein BHKW aus 1,1kWh Gas 0,5kWh thermisch und 0,5kWh elektrisch machen. Damit könnte man 0,5kWh+0,5kWh×4=2,5kWh thermisch für Yct erreichen. Wenn Strom Xct/kWh kostet, wäre reiner WP-Betrieb bei 4kWh für Xct/kWh. Das heißt bei X/4>Y/2,5 wäre der Tandembetrieb vorteilhafter. Bei aktuellem Strompreis von 25ct, wären es zufälligerweise ca. 15ct/kWh ;-)

Achja, eine PV auf dem Dach würde natürlich dann statt BHKW genutzt werden, wenn die Sonne scheint.

Grüße Nika

Verfasser:
HFrik
Zeit: 22.03.2019 15:00:42
0
2766678
Warmwasser in einer grossen Einheit kann man auch effizient mit einer überkritischen CO2-Wärmepumpe liefern - die liefert sensible wärme mit dem Carnot wirkungsgrad ungefähr nach dem mittleren Temperaturhub, sofern das kalte Ende signifikant unter dem kritischen Punkt von CO2 liegt. D.h unter 31° - was bei Trinkwassererwärmung gegeben ist. Damit kommt man effizient auf Temperaturen auch von 80-90° wenn nötig.

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 22.03.2019 18:27:05
0
2766726
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Zitat von gnika7 Beitrag anzeigen
[...]


Das sieht die Wärmepumpenbranche (BWP) völlig anders.

Ich hatte bereits aus diesem Papier von der ISH 2019 zitiert:

Positionspapier Hybride Wärmepumpensysteme:
Schlüssel für die Sektorkopplung im Gebäude

Stand Februar[...]


Ich zitiere auch mal daraus:

Gegenüber einer konventionellen Brennwertheizung bzw. einer elektrisch betriebenen Wärmepumpe benötigt das hybride System zwei Wärmeerzeuger und zwei Energiean-schlüsse. Dies führt zu einer höheren Komplexität der Anlage und verursacht gleichzeitig höhere Kosten. Die Mehrkosten für Anschaffung und Installation eines hybriden Heizungs-systems gegenüber einer reinen Brennwertheizung liegen bei ca. 50 bis 60 %.

[...]
Die Amortisationszeit des höheren Aufwandes eines hybriden Systems gegenüber einer monovalenten Anlage ist länger. Ihre Dauer hängt im Wesentlichen davon ab, ob tatsächlichflexible Stromtarife und ein Smart Meter zur Verfügung stehen.



Weil die vergleichsweise unrentabel sind wird ein Marktanreizprogramm gefordert. Ob das etwas völlig anderes ist, als das was gnika behauptet hat, muss jeder selbst beurteilen.

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 22.03.2019 22:46:19
0
2766785
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
[...]



Weil die vergleichsweise unrentabel sind wird ein Marktanreizprogramm gefordert. Ob das etwas völlig anderes ist, als das was gnika behauptet hat, muss jeder selbst beurteilen

[...]


Die von beiden Verbänden gestellte Forderung im Wortlaut

BDH und BWP fordern von der Energie- und Umweltpolitik:

1. Für die Markteinführung von hybriden Wärmepumpensystemen bedarf es
der Schaffung von flexiblen Stromtarifen, die nach heutigem Stand temporär
deutlich unter 15 ct/kWh liegen müssen, und einer degressiv ausgerichteten
Förderung.
2. Hybride Wärmepumpensysteme müssen auch über das Marktanreizprogramm
(MAP) in spezieller Form förderwürdig werden.


Da in dem Positionspapier auch sehr ausführlich auf die zukünftige Bedeutung von P2G im Wärmemarkt eingegangen wird, ist eine Lektüre ohne vorgefasste Meinung auch jedem Interessenten für Wärmepumpen sehr zu empfehlen,

Hybride Systemen werde nach der Auffassung beider Verbände eine ganz wesentliche Rolle bei der Bestandmodernisierung spielen.

Hybrid wird in der Heizungsbranche dabei nicht nur für Systeme mit WP, sondern sehr allgemein verwendet.

Dietmar Lange

Verfasser:
fdl1409
Zeit: 23.03.2019 09:56:32
3
2766845
Ja, und nach der Meinung der Automobilverbände und des ADAC wird der Dieselmotor noch für die nächsten 100 Jahre eine wichtige Rolle spielen.

Bivalente und Multivalente Systeme werden wichtig sein, aber nicht im Einfamilienhaus ( zu teuer ), sondern in großen Mehrfamilienhäusern und vor allem in Wärmenetzen. Außerdem in einigen Industrieanlagen.

Grüße
Frank

Verfasser:
gnika7
Zeit: 23.03.2019 11:04:28
2
2766884
Zitat von fdl1409 Beitrag anzeigen

Bivalente und Multivalente Systeme werden wichtig sein, aber nicht im Einfamilienhaus ( zu teuer ), sondern in großen Mehrfamilienhäusern und vor allem in Wärmenetzen. Außerdem in einigen Industrieanlagen. [...]

Eine sachliche Argumentation ist die Mühe nicht Wert, wenn der Adressat alles mit bereits vorgefasster Meinung und der selektiven Optik bestimmter Anbieter liest.

Grüße Nika

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 23.03.2019 15:08:02
0
2766963
Zitat von fdl1409 Beitrag anzeigen
Ja, und nach der Meinung der Automobilverbände und des ADAC wird der Dieselmotor noch für die nächsten 100 Jahre eine wichtige Rolle spielen.
Bivalente und Multivalente Systeme werden wichtig sein, aber nicht im Einfamilienhaus ( zu teuer ), sondern in großen Mehrfamilienhäusern und vor allem in Wärmenetzen. Außerdem in einigen Industrieanlagen.


Vor nicht allzu langer Zeit gehörte es noch zum Statussymbol grüner Politiker(innen), dass hinter ihren privaten PKW der Geruch von Frittenbuden spezielle Duftmarken verursachte.

Nach dem legendären gefilmten Wutausbruch des MP von BW auf dem Parteitag der Grünen wegen der Forderung zu Dieselverboten war in einem Statement von Cem Özdemir zu hören, dass er den Weg zum Ziel umweltfreundliche Mobilität nicht nur auf dem Wege der Elektromobilität sieht.

Die Parallelen zu der hier laufenden Diskussion über die zukünftige Bedeutung von EE- Gasen sind nicht zu übersehen.

Ich sehe bei den mit Interesse verfolgten Zulassungszahlen für PKW und LKW, dass hier die Antragszahlen für Erdgas ebenfalls steigen. Im persönlichen Umfeld haben schon einige Bekannte ihre PKW aus Gasantrieb umgerüstet.

Ich erlaube mir aber kein Urteil darüber wie ein Wettbewerb zwischen Automobilen mit EE- Treibstoffen und E - Mobilen in 100 Jahren aussehen wird.

In den Fällen EFH, ZFH und MFH bin ich mir aber ziemlich sicher, dass bivalente und multivalente Systeme den deutschen Wärmemarkt der Zukunft dominieren werden.

Ich betrachte es nicht als Zufall, dass der Bundesverband Wärmepumpe mit dem Bundesverband der Heizungsindustie ein gemeinsames Positionspapier zu Hybridsystemen unterschrieben hat.

In dem Papier wird auch ziemlich ausführlich auf die Bedeutung von EE- Gasen in bivalenten- bzw. in Hybridsystemen im Hauswärmebereich eingegangen.

Dietmar Lange

Verfasser:
delta97
Zeit: 23.03.2019 15:39:23
0
2766973
Langfrist Prognosen sind schwierig, mit Ausnahme der Vorgabe das der CO2 Ausstoss bald 0 sein sollte. Aber mit lahmen Politikern & renitenten Verbänden ist die EE Wende unsäglich lehmarschig. Niemand will den fossilen Fürsten zu Leibe rücken.

Gibt es eine industrielle PtG Helmeth Anlage ?
Damit man sieht: ja das funzt & Gruss delta97


OT: Ich betreibe 30 kW Öl und 15 kW WP bivalent im MFH. Soviel zum Thema "in der Not kann der Teufel fliegen". Bivalent macht man nur wenn man unbedingt muss.

Was noch fehlt ist die CO2 Luft WP für WW.
Meine 15 kW macht auch 55 °C VL bei -15°C. Mit COP =2.

Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 23.03.2019 17:37:31
0
2767004
Zitat von gnika7 Beitrag anzeigen
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
[...]

Das wären 20-40 Wohneinheiten. Da bist du sogar noch konservativer als ich...

Bei solchen Rahmenbedingungen, insbesondere die benötigte hohe WW-Temperatur, würde ich sogar erwarten, dass das WW nicht durch WP gemacht wird.
Ich stelle mir ein modulierendes BHKW (gibt es[...]

Wenn EE-Gas Yct/kWh kostet. Würde ein BHKW aus 1,1kWh Gas 0,5kWh thermisch und 0,5kWh elektrisch machen. Damit könnte man 0,5kWh+0,5kWh×4=2,5kWh thermisch für Yct erreichen. Wenn Strom Xct/kWh kostet, wäre reiner WP-Betrieb bei 4kWh für Xct/kWh. Das heißt bei X/4>Y/2,5 wäre der Tandembetrieb vorteilhafter. Bei aktuellem Strompreis von 25ct, wären es zufälligerweise ca. 15ct/kWh ;-)

Achja, eine PV auf dem Dach würde natürlich dann statt BHKW genutzt werden, wenn die Sonne scheint.

Hallo Nika,

bei kleinerem Leistungsbedarf und LWP - siehe delta - macht Bivalenz sicher auch Sinn. Aber mir geht es um eine Lösung in Verbindung mit einer Erdwärmequelle, die trotz Bivalenz am Ende einen sehr geringen Brennstoffbedarf und geringere Investitionskosten als eine rein WP-Lösung hat. Oder bei beschränkten Platzverhältnissen überhaupt erst eine Erdwärme-WP möglich macht. 2 Systeme in kleineren Objekten würde ich nicht für falsch halten, bei 200kW halte ich die zusätzlichen Wartungskosten und den Aufwand für Schornsteinfeger etc. für im Verhältnis vernachlässigbar klein. Ob 30kW oder 200kW Verbrennungslösung hingestellt werden, ist auch nicht der ganz große finanzielle Unterschied, für beide müssen die Voraussetzungen gegeben sein. Ein Gasanschluss von >100kW wird vielleicht auch nicht ganz so schnell abgeklemmt, wenn alle auf WP umstellen...:-)

WW ist ein Thema, aber wäre für mich kein Grund auf BHKW zu setzen. Steht m.M.n. im Widerspruch zur PV - woher kommt dann bei Sonnenschein das WW?
45% elektrisch ist schon sehr sportlich, 16,5Cent (BHKW) für 2,5kWh Wärme sind 6,6Cent/kWh. Bei 25Cent (Netz) für 4kWh sind es 6,25Cent/kWh Wärme. Bei 20Cent (Netz) nur noch 5Cent/kWh. Dabei ist noch nicht die EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch beim BHKW berücksichtigt, die aktuell wohl bei 40% liegt, aber auch auf 100% steigen könnte. Bin da nicht sicher, die Lage ist wohl auch noch nicht eindeutig geklärt.

BHKW unter 4.000 Volllaststunden finde ich generell schwierig darstellbar, der Invest ist hoch, die Wartungskosten auch.

Grüße
Stefan

Verfasser:
MaJen
Zeit: 23.03.2019 19:57:55
1
2767034
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
[...]

Weil die vergleichsweise unrentabel sind wird ein Marktanreizprogramm gefordert.
I[...]


Ich halte bivalemte Heizungen im EFH nicht für Unfug. Stellt Euch ein millionenfach existierendes EFH oder kleines MFH vor. Sollen die alle noch 50 Jahre überwiegend mit fossilem Gas oder Öl betrieben werden? Die Hürde der umfassenden thermischen Sanierung ist oft größer als ein zweiter WE - ich meine die WP. Die kann, wenn thermisch saniert wird, dann auch monovalent betrieben werden.

Für mich wäre ein wichtiger Teil des Marktanteizprogramms für bivalente WE die CO2 Steuer auf fossile Energieträger.

Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 23.03.2019 21:53:21
0
2767057
Zitat von MaJen Beitrag anzeigen
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
[...]


Ich halte bivalemte Heizungen im EFH nicht für Unfug. Stellt Euch ein millionenfach existierendes EFH oder kleines MFH vor. Sollen die alle noch 50 Jahre überwiegend mit fossilem Gas oder Öl betrieben werden? Die Hürde der umfassenden thermischen Sanierung ist oft größer als ein[...]

Auch wenn ich hier von >200kW schreibe, sehe ich das ähnlich. Bei kleineren Objekten wird es aktuell wohl eher auf LWP hinauslaufen, aber vielleicht kommt der RGK ja so gut bei den Installateuren an, dass ich mich da täusche. Ist aber auch ein Anwendungsfall für Solarthermie...

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