Cookies erleichtern die Bereitstellung der Dienste auf dieser Website. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden.

Alle
Foren
Entlüftung Bad ohne WRG oder Fensterlüftung?
Verfasser:
Gecko1927
Zeit: 11.04.2019 14:02:39
0
2772495
Hallo zusammen,

folgende Situation:
Wir bauen dieses Jahr neu (Ziegelbauweise nach Enev) ohne Lüftung.

Ich habe mir nun überlegt ob es Sinn macht in den Bädern einen Lüfter mit Feuchtigkeitssensor vorzusehen anstatt nur die Fenster aufzureissen.

Bad 1: 8m² mit einem Fenster
Bad 2: 14m² mit drei Fenstern. Grenzt jedoch an einen Ankleideraum und nicht direkt an den Flur.

Ich habe überlegt in jeden Raum ein einfaches 100er KG-Rohr in die Wand einbauen zu lassen und dorthin ein 3-adriges, nicht geschaltenes Kabel legen zu lassen.
Dort könnte ich dann einen Lüfter wie z.b. den "Maico100 ipro H" mit Feuchtigkeitssensor einbauen. D.h. wenn geduscht wurde, läuft der Lüfter so lange bis die Feuchtigkeit unter einem gewissen Referenzwert liegt.
Damit könnte ich die Feuchtigkeit im Bad niedrig halten ohne ständig die Fenster auf machen zu müssen. Aus Erfahrung weiß ich, dass man dies oft vergisst zu zumachen.
Größtes Problem: Zuluft - Hierfür müsste man sicherlich bei den Bädern jeweils ein Lüftungsgitter in die Tür einbauen oder das Türblatt kürzen, bei dem größeren Bad sogar in zwei Türen da dieses in der Ankleide "gefangen" ist
Zusätzlich bräuchte ich im Flur (WG) einen Außenluftdurchlass (gibts z.b. auch von Maico mit 125mm), der sollte für die beiden 100mm Lüfter ja reichen, da die Querschnitten in Summe ansatzweise gleich sind.

Kosten:
Einbau Rohr: k.A. denke mal so maximal 50€ je Rohr (3 Stück)
Elektroanschluss: 2x 50€
Lüfter und Zubehör: 2x200€
Lüftungsgitter in drei Türen: sagen wir mal jeweils 50€
Außenluftdurchlass: 140€
Stromkosten: 1: 365 Tage/Jahr * 30 min/tag *12 Watt *0,3€/kWh= 0,65€/Jahr
2: 365 Tage/Jahr * 40 min/tag *12 Watt *0,3€/kWh= 0,8€/Jahr
=> Vernachlässigbar.
Summe: Invest: ca. 950€
Stromkosten: Paar € vernachlässigbar.

Ersparnis: Da keine WRG verbaut, zieht man sich ja trotzdem kalte Luft ins Haus. Man spart also maximal die zusätzlichen Verluste durch übermäßiges Lüften + Komfortgewinn dadurch dass man sich nicht darum kümmern muss.
Grobe Schätzung: 2 Fenster * 250 Tage/Jahr (Heizperiode) * 600m3/h (offenes Fenster * 20 min/Tag (Fenster länger offen als notwendig) * 1,2 kJ/m³K * 20K (gemittelte Differenz zu 20° im Innenraum) = gerundet 1.700 kWh/Jahr = 85€/Jahr

Nachteile: Hohe Kosten - Wenn meine Sole-Wasser-Wärmepume eine JAZ von 4,0 hat bekomme ich für die 950€ 20.000 kwh Heizenergie bei 0,2€/kwh für die WP.
Wenn ich nur im großen Bad so einen Lüfter einbaue, komme ich auf 590€ was immer noch gut 11.000 kWh entspricht.
Amortisation: 2 Lüfter: 11,7 Jahre
1 Lüfter: 13 Jahre

Lohnt sich also erst sehr spät und nur wenn der Lüfter mindestens so lange hält.

Meine Fragen:
- Funktioniert das "Lüftungskonzept" mit der Belüftung durch Außenluftdurchlässe und Schlitze in den Türen überhaupt?
- Stimmen meine Berechnungen halbwegs oder habe ich hier was grundlegendes vergessen?
- Was sind Alternativen die sich evtl. früher/eher lohnen?

Verfasser:
Do Mestos
Zeit: 11.04.2019 15:12:57
3
2772518
Erste Frage vorneweg...

Warum nur ENEV?
Warum ohne KWL?

Aber egal, viel wichtiger ist, dass es für Neubauten und Sanierungen im Bestand ein Lüftungskonzept geben muss. Dieses hat vier Stufen.

Feuchteschutz, Mindestlüftung, Nennlüftung und Intensivlüftung.

Feuchteschutz und Mindestlüftung müssen zwingend ohne zutun der Bewohner durch automatische Einrichtungen und/oder Infiltration sichergestellt sein. Nur zur Nenn und Intensivlüftung darf der Bewohner aktiv hinzuberechnet werden. (Fensterlüftung)

Also hast Du eigentlich keine Wahl. Du baust halt Ablüfter in die Bäder und die Küche ein und machst die Hütte künstlich durch Fensterfalzlüfter undicht.

Das ganze kombiniert mit einer Wärmepumpe... ohje, kein wirklich guter Start.

Alternative??? Bau mindestens KFW55 mit KWL/WRG und gucke vorher, was Du für Förderungen einheimsen kannst. Wahrscheinlich bist Du nur minimal (auf die kompletten Baukosten gesehen) teurer, hast dafür aber ein solides, energiesparendes und Zukunftssicheres Haus.

ENEV... da ist das Ding bei Fertigstellung eingetlich schon 15 Jahre alt...

Just my 2 Cents...

Verfasser:
OldBo
Zeit: 11.04.2019 15:46:57
1
2772533
Ein Lüftungskonzept wird nach der DIN 1946-6 festgelegt.

Verfasser:
Gecko1927
Zeit: 11.04.2019 17:09:40
0
2772548
Mit dem Thema KWL habe ich mich schon außereinander gesetzt.

Meine Argumente dagegen:
- Kosten (ca. 12-14k€) hole ich bei 1.200€/a Heizkosten nie rein, da müsste ich schon 50% Einsparung haben um das in 20 Jahren irgendwie zu erwirtschaften was aber WEIT entfernt von jeglicher Realität ist.
- Wir haben relativ viel Wohnraum (1200m³) also relativ viel Luftvolumen pro Person.
- Wir wohnen ohne Abluft oder Lärmbelästigung -> Filter nicht dringend notwendig
- Probleme mit Kamin (trotz Raumluftunanbhängigkeit) und Dunstabzug mit Abluft
- Noch ein Teil das gewartet werden muss und kaputt gehen kann

Dafür:
- Gute Luft inkl. Feuchtigkeit, Temperatur, Co2 etc.
- Keine Mücken mehr im Haus (hört sich harmloser an als man denkt)

Wir haben uns daher (Stand aktuell) dagegen entschieden und bisher von unserem GU auch nichts gehört, dass wir eine zwingend benötigen.

Thema KfW55 ist ähnlich: Klar bekomme ich für noch mehr Geld immer noch etwas besseres aber das ist ja immer so (Auto, Urlaub, Frauen :) ).
Da das Bauen aktuell mit ca. 2000€/m² schon teuer genug ist, muss man irgendwo den Schlussstrich ziehen.
Ich fahre auch noch ein Auto ohne Tempomat und Lenkradheizung was sich der 7er BMW Fahrer sicher auch nicht mehr vorstellen kann. Geht aber ohne Probleme.

Verfasser:
Do Mestos
Zeit: 11.04.2019 17:30:31
1
2772552
Es ist dein Haus, Du musst darin leben.

Und Haustechnik verdient kein Geld, man spart niemals soviel, wie die anfängliche Investition. Man kann nur seine laufenden Energiekosten so gering wie möglich halten. Aber das hast Du anscheinend gar nicht vor.

Also los ;)

Verfasser:
OldBo
Zeit: 11.04.2019 17:35:14
1
2772553
Heutzutage kennen die Leute von allem den Preis und von gar nichts den Wert.

Verfasser:
Gecko1927
Zeit: 11.04.2019 18:07:35
0
2772558
@Do Mestos

verstehe schon was du meinst. Die Herstellung und Betrieb einer KWL braucht jedoch auch nicht wenig Energie.
Zur Energiebilanz wäre es meiner Meinung nach sinnvoller man würde das Thema erneuerbare Energien noch stärker fördern und es nicht wie bei PV so kompliziert zu gestalten, anstatt den Leuten vorzuschreiben wie und wann sie ihr Bad lüften sollen.
Meine Meinung...

Verfasser:
Do Mestos
Zeit: 11.04.2019 20:37:15
2
2772590
Es geht im Kern nicht darum was Du sollst und kannst... Aber guck doch mal von der Seite aus...

Dein Haus hat Herstellungskosten, Instandhaltungskosten und Betriebskosten.

Herstellungskosten sond einmalig, Betrieb und Instandhaltung sind laufende posten.

Wenn Du nur 5 Jahre im Haus wohnen willst, dann würd ich sagen drauf gejaucht, bau was schnelles günstiges.

Wenn Du aber Jahrzehnte wenn nicht sogar Generationen lang was von dem Haus haben willstund auch in der Zukunft optimal aufgestellt sein willst... Ja dann würd ich vielleicht nochmal in mich gehen und alles nochmal durchspielen.

Gruss
Dom

Aktuelle Forenbeiträge
RoBIM schrieb: Das Surren kommt vom E-Auto. Ausser dem kurzen "Klack" des Schützes herrscht Stille, seitens der Ladestation. Unser ZOE macht je nach Ladestromstärke unterschiedlich laute Geräusche. Da er aber beim...
ThomasShmitt schrieb: Gibt es eine Heizlastberechnung und welche Raumtemperaturen sind dort definitiert. Ansprechpartner ist im Zweifel dein Verwaltet bzw. eben mal die eigenen Unterlagen durchforsten. Wenn da irgendwo...
ANZEIGE
Hersteller-Anzeigen
 
Website-Statistik