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Problemgerät Viessmann Vitoladens 300-W ersetzen?
Verfasser:
Madtus
Zeit: 14.04.2019 21:36:17
0
2773418
Hallo,

seit 2009 betreibe ich eine Öl-Brennwerttherme Viessmann Vitoladens 300-W, VP3B, Vitotronic 200-H, mit Vitocell 100-B (300 Liter, Typ CVB) im Reiheneckhaus Baujahr 1972, 2 Erwachsene ein Kleinkind, 120qm beheizte Wohnfläche, keine weiteren Heizquellen, Heizkörper 2015 erneuert, Isolierglasfenster 2009 eingebaut, Dach 2018 gedämmt (U=0,19), keine Fassadendämmung, Kellerdecke nicht gedämmt, Ölverbrauch ca. 1800 Liter/ Jahr, 4500 Liter Stahlöltank (Baujahr 1972, keine schwimmende Entnahme), Ölfilter immer ganz sauber, teilweise schlürfendes Ansauggeräusch aus der Heizung oben am Ausgang zum Kaminrohr. Kein Gas in der Straße verlegt.

Seit 2015 macht die Heizung permanent Probleme. Allein in den letzten 2 Jahren habe ich für Wartung und Reparaturen ca. 3000 Euro investiert (Radiallüfter, Feuerungsautomat Vitoplus, Kondensator, Flammrohr mit 1mm Rezispalt, etc.). Alle 5 bis 6 Monate verrußt das Gerät bis zum Ausfall. Die jährliche Wartung wurde immer durchgeführt. Letzten Sommer dann auch noch von Viessmann der Sicherheitshinweis und die Installation eines CO-Melders, da „der Kondensatablaufschlauch […], durch Verschmutzung verstopfen kann. In einem solchen Fall muss damit gerechnet werden, dass aus dem Gerät Abgas (darunter auch Kohlenmonoxid) austreten und in die Umgebungsluft gelangen kann. Dadurch würde die Gesundheit dort befindlicher Personen akut gefährdet.“ Wenige Wochen später hat der CO-Melder dann auch tatsächlich ausgelöst und wir hatten Abgase im Haus. Geht’s eigentlich noch? Stell dir mal vor dein Autohersteller teilt dir mit, dass bei deinem Fahrzeugtyp leider Abgase in den Fahrgastraum eintreten können. Der Motor wird dann aber sofort abgestellt, wenn der CO-Melder anschlägt… Würde das jemand akzeptieren?
Wegen der Unzuverlässigkeit, den hohen Wartungskosten und dann auch noch dem Sicherheitsmangel muss die Vitoladens 300-W jetzt endlich raus. Viessmann lehnt jegliche Verantwortung ab, da die Ölzuleitung 7 mm statt der vorgeschriebenen 4 mm hat. Das hat der Heizungsbauer beim Einbau 2009 leider versäumt. Alle Experten sagten mir aber bislang, dass das nicht die Ursache sein könne. Viessmanns Entgegenkommen ist ein Rabatt von 1300 Euro (netto) für ein Neugerät. Mein erstes Angebot vom Heizungsbauer mit einer Vitorondens 200-T (20,2 kW mit Vitotronic 200 KO2B) beläuft sich trotz o.g. Rabatt auf satte 9500 Euro (brutto, ohne den WW-Speicher zu tauschen!). Die Vitoladens 300-C (BC3 19,3 kW) wäre nochmal 800 Euro teurer. Die Preise hauen mich echt um. 9500 Euro hatte ich 2009 für die komplette Heizungsmodernisierung bezahlt!?

Nun meine Fragen:
• Macht es noch Sinn bei meiner Vitoladens 300-W auf weitere Fehlersuche zu gehen und die Ölzuleitung zu erneuern? Oder sollte die Heizung nach weniger als 10 Jahren einfach auf den Schrott?
• Welche neue Viessmann Heizung würdet ihr mir empfehlen? Vitorondens 200-T oder Vitoladens 300-C? Ist das Angebot über 9500/ 10300 Euro realistisch?
• Oder soll ich besser die Finger von Viessmann lassen? Welchen anderen Hersteller/ welches Gerät mit welcher Leistung würdet ihr empfehlen?
• Kann ich den Viessmann WW-Speicher problemlos weiterbetreiben, auch mit einem Heizkessel von einem anderen Hersteller? Oder sollte der WW-Speicher auch erneuert werden?

Vielen Dank im Voraus für eure Tipps?
Beste Grüße
Madtus

Verfasser:
hanssanitaer
Zeit: 15.04.2019 09:37:29
0
2773498
So wie sich das anhört, würdet ihr bei Öl bleiben.

Dann muss die Ölleitung früher oder später sowieso getauscht werden. Ergo könnte man vor einem Gerätetausch dort anfangen: Tankarmatur tauschen und Einstrang-Ölleitung auf 6mm Kupfer umrüsten.


Allerdings liegt eure Heizlast mit 1800l/a bei gerade mal 7,8kW. Wie ist es um die Heizflächen und die nötige Vorlauftemperatur bestellt? Wo wohnt das Haus? Tiefenbohrung/Grabenkollektor denkbar? Da gibt's auch dick Fördergelder.

Der Vitorondens 200T ist mit >20kW auf jeden Fall massiv überdimensioniert. Der käme aus dem Takten gar nicht mehr raus.
Und auch der Vitoladens 300C mit minimal 13kW ist eigentlich noch immer Faktor 2 zu groß.


Hast du mal zahlen zu Betriebsstunden und Zündvorgängen des aktuelle Geräts? Vielleicht liegt dort das Problem des Verrußens.


Last but not least: Für alle üblichen Öl- und Gasgeräte kann der Speicher selbstverständlich bleiben. Allerdings gewähren diverse Hersteller dann keine Systemgarantie. Was die bringt, hast du ja jetzt am eigenen Leib erfahren.
Für eine Lösung mit Wärmepumpe (niedrige Heizlast usw) wäre der Speicher aber wahrscheinlich ungeeignet.

Verfasser:
Socko
Zeit: 15.04.2019 10:00:37
0
2773505
Zitat von Madtus Beitrag anzeigen
Hallo,

seit 2009 betreibe ich eine Öl-Brennwerttherme Viessmann Vitoladens 300-W,[...]


Wenn ihr über etwas neues nachdenken könnt sollte es zumindest moderner sein.
Schau dir doch mal den Buderus KB195i-15 an. Und ich würde mir keinen "nicht Modulator" mehr hinstellen. Ja, den Speicher kannst du weiter betreiben.

Verfasser:
epicuro
Zeit: 15.04.2019 13:04:45
1
2773582
Ernsthaft:
Du bist mit einem Viessmann-Gerät auf die Schn...e gefallen und willst dir wieder eine Viessmann Dose zulegen?
Ist genauso als wenn einer einen VW wegen unzulässiger Abschalteinrichtung still legt, VW verklagt und sich wieder einen VW zulegt.
Peter

Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 15.04.2019 20:25:35
0
2773708
Leider ist diese "Wandbüchse" eine Krücke (wie Du ja selbst bereits erlebt hast)!

Wenn Du etwa 1,5 m² Stellplatz hast wäre ein bodenstehendes Ölbrennwertgerät eventuell eine Lösung (da ja Öl notwendigerweise bleibt).
Da wäre z.B. ein Intercal Ecoheat Oil mit 15 kW (leider kleinste Leistung) eine gute und robuste Wahl, besteht aus einem robusten und zuverlässigen Gußkessel mit nachgeschaltetem Abgaswärmetauscher und einem zuverlässigen einfach zu wartenden Blaubrenner, alles zusammen in einem Schallgedämmten Gehäuse eingebaut.
Preis im net ab 2990,-€

Verfasser:
lukashen
Zeit: 15.04.2019 20:50:03
2
2773713
Hört sich vielleicht blöd an: Wechsel Mal den HB.
Vielleicht hat er nicht das "richtige Händchen", oder dem neuen fällt noch was auf oder ein.

Verfasser:
Christian H
Zeit: 15.04.2019 21:48:15
3
2773725
Also wenn nach 10 Jahren und diversen Problemen noch immer nicht die Grundforderung einer korrekt dimensionierten Ölversorgung erfüllt wurde......

Nomogramm auf Seite 3

Viessmann lehnt jegliche Verantwortung ab, da die Ölzuleitung 7 mm statt der vorgeschriebenen 4 mm hat. Das hat der Heizungsbauer beim Einbau 2009 leider versäumt. Alle Experten sagten mir aber bislang, dass das nicht die Ursache sein könne.

Was sollen das für Experten gewesen sein ?
Kaminkehrer, Azubis ?

Verfasser:
Madtus
Zeit: 15.04.2019 23:17:57
0
2773735
Hallo,

vielen Dank für eure Antworten.

Ja wir würden ziemlich sicher bei Öl bleiben.

Ist eine 4mm Ölzuleitung (Innendurchmesser) heute bei allen Herstellern Standard? Oder muss ich die Ölzuleitung später evtl. nochmal ändern, je nachdem welchen Hersteller/ welches Model ich auswähle?

Brennerbetriebsstunden: 1562
Brennerstarts: 12823
8,2 Brennerstarts pro Stunde! Kann das sein? Oder wurden die beiden Werte evtl. vom HB nicht gleichzeitig zurückgesetzt?

Können die Probleme durch einen fehlenden/ schlechten hydraulischen Abgleich entstanden sein? Der Ärger hat nämlich nach der Haussanierung (einschl. neuer Heizkörper) begonnen.

Den HB wollte ich schon zweimal wechseln. Der Erste ist gleich wieder abgezogen, als er den Vitoladens 300-W gesehen hat. Ein weiterer HB hat aktuell auch Bedenken die Wartung an dem problembehafteten (möglicherweise von einem anderen HB verbasteltem) Gerät durchzuführen und plädiert für den kurzfristigen Austausch (siehe teures Angebot). Ein Viessmann Service-Techniker war 2017 auch schon mal da. Der hat außer der Ölzuleitung aber nichts bemängelt…

Bei Viessmann wollte ich nur bleiben, wenn sich durch den Rabatt seitens Viessmann ein attraktives Angebot ergeben würde. Das ist aber bislang nicht zu erkennen.

Der Platz für ein bodenstehendes Gerät ist begrenzt auf 76 cm lichte Breite zwischen WW-Speicher und Kaminschachtdeckel.

Blöd ist, dass die Kiste gerade wieder täglich mit f6 auf Störung geht und der bisherige HB erst in zwei Wochen (wegen Krankheit und Osterferien von Mitarbeitern) kommen kann und sich bislang kein anderer HB bereit erklärt hat. Was für eine Sch… 😉

Grüße aus Nürtingen.
Madtus

Verfasser:
harryg
Zeit: 16.04.2019 06:27:32
0
2773745
Hi,

Fehler F6 besagt BrennstoffVentil BV2 wechseln, also das Magnetventil der Stufe 2.
Hat ich auch mal.

Gruß
HarryG

Verfasser:
hanssanitaer
Zeit: 16.04.2019 07:37:30
0
2773748
Die Kiste ist zu groß.
Versuch mal bei 5-10°C Außentemperatur die durchschnittliche Brennerlaufzeit zu erfassen.

Die Probleme kamen mit der (energetischen) Sanierung des Gebäudes, weil der Bauherr den Kardinalfehler gemacht hat, die schließlich überdimensionierte Heizung vor der Sanierung anzuschaffen.

Wenn die Heizungsbauer keinen Bock haben, dann den Viessmann Werkskundendienst nach Hause beordnern.

Ölleitung 4mm Innen ist Mindestdurchmesser für egal welche künftige Anlage. Und mit 7-8kW Auslegungsheizlast brauchst du auch nichts größeres.


Ich würde zweimal überlegen und mich nach Möglichkeit vom fossilen Energieträger trennen. So richtig zukunftsfähig ist die Technologie nicht, zumal bei deiner kleinen Heizlast selbst die modulierende Buderus mit 3,4kW Mindestheizlast noch takten wird.

Schreib mal was zu Heizflächen und VLT. In der Berechnung des hydraulischen Abgleich müsste alles stehen.

Verfasser:
lukashen
Zeit: 16.04.2019 07:48:31
2
2773752
Für diese Betriebsweise hat sich der Begriff „Kuhschwanzheizung“ etabliert.
Der Wärmeerzeuger WE kann seine Wärme nicht vernünftig an das Wasser abgeben, weil er zu wenig Umlaufwasser hat. Dann kommt es zu kurzen Takten, weil die Temperatur im Wärmetauscher zu schnell ansteigt. Je weniger Wärme gebraucht wird, desto schlimmer (Übergangszeit).
Hydraulischer Abgleich, angepasste Heizkurve und weniger Spreizung zwischen VL und RL sorgen für mehr Wasserdurchlauf am WE, und durch die thermische Trägheit der ganzen Anlage für längere Takte. Idealerweise sind auch alle Thermostatventile offen und sorgen für stetigen Wärmebedarf.
Bei längeren Takten wird auch die Verbrennung sauberer (wenig bis kein Ruß).
Wenn Du eine neue, überdimensionierte Heizung einbaust und genauso betreibst, dann kriegst Du die gleichen Probleme wieder.

Verfasser:
psy.35i
Zeit: 16.04.2019 08:10:13
0
2773753
Zitat von Madtus Beitrag anzeigen
Brennerbetriebsstunden: 1562
Brennerstarts: 12823

das sind aber keine Werte von 10 Jahren
maximal 1 Jahr denke ich

Verfasser:
Taunusheizer
Zeit: 16.04.2019 08:40:10
3
2773756
Zitat von Madtus Beitrag anzeigen
Brennerbetriebsstunden: 1562
Brennerstarts: 12823
8,2 Brennerstarts pro Stunde! Kann das sein? Oder wurden die beiden Werte evtl. vom HB nicht gleichzeitig zurückgesetzt?[...]

Setz dich doch einfach morgens mal eine Stunde davor. Mit Papier, Stift und Stoppuhr.
Die an/aus Zeiten und den Temperaturverlauf VL/RL schreibst du alle 30s auf.
Nach 3 Takten drehst du alle Thermostatventile auf 5 und die UWP auf max, dann noch mal 3 Takte aufschreiben. Bringt vielleicht mehr als noch ein paar Tage in die Glaskugel zu schauen.

Verfasser:
Madtus
Zeit: 22.04.2019 09:22:36
1
2775133
Hallo nochmal,

zwischenzeitlich war ein anderer (kompetenterer) HB da.

Die Verschmutzung des Kessels war nicht so dramatisch wie erwartet und damit auch nicht der Grund für die aktuellen Ausfälle. Eine vom Kaminkehrer nicht sauber verschlossene Revisionsklappe am Abgasrohr führte sehr wahrscheinlich dazu, dass Abgase angesaugt wurden und im letzten Jahr zur schnellen Verschmutzung führte.

Nach Kesselreinigung, Austausch von Ölfilter, Düse und Zündelektroden lief die Heizung zunächst. Mittlerweile gibt es wieder Ausfälle mit F6 und teilweise auch F4. Da F6 laut Viessmann Servicehandbuch kein definierter Störungscode ist, wollte der Monteur erst noch mit einem Viessmann Service-Techniker Rücksprache halten, bevor er die Magnetspule am BV2 austauscht (Magnetspulen wurden 2014 schon einmal erneuert. Der Service-Techniker war aber nicht erreichbar). Laut euren Kommentaren und Viessmann Forum bedeutet F6 aber eindeutig Magnetspule am BV2 tauschen.

Außen am Schalldämpfer sind Kalkablagerungen vorhanden. Die kommen scheinbar von kleinen Rissen im Schalldämpfergehäuse. Der Plastikschalldämpfer dürfte also auch undicht sein, vielleicht auch der Übergang vom Kessel zum Schalldämpfer (weil dort auch Kalkablagerungen sichtbar sind).

Durch das viele takten und häufige Verdrecken in den letzten Jahren könnte mein Schalldämpfer vielleicht auch „zu“ sein?! Den CO-Melder hat Viessmann ja auch eingebaut, da es „zu einer Verschmutzung des vom Schalldämpfer ausgehenden Kondensatschlauchs und damit zu einem Kondensatstau kommen [kann], der möglicherweise den Abgasweg versperre.“ Der Schalldämpfer kostet leider über 500 Euro! Man könnte den Schalldämpfer auch ausbauen und einfach überbrücken, habe ich gelesen. Nur der Abgastemperaturfühler müsste dann irgendwie in dem Rohr angebracht werden. Soeben erst habe ich in einem Forum gelesen, dass Viessmann die Wartungsanleitung um die Reinigung des Abgasschalldämpfers ergänzt habe. Stimmt das? Leider kann ich die Wartungsanleitung für den Vitoladens 300-W im Netz nicht finden.

Sollte ich mich doch für den Weiterbetrieb der nicht einmal 10 Jahre alten Heizung entscheiden, würden vermutlich folgende Maßnahmen Sinn machen:
• Magnetspule am BV2 ersetzen
• Kapseldeckel ersetzen (damit Gehäuse wieder dicht schließt (angebrochener Plastikhalter))
• Schalldämpfer ersetzen (oder reinigen? oder überbrücken?)
• Ölleitung vom Tank zum Ölfilter auf Innendurchmesser 4mm umbauen (6 Meter Länge)
• Schwimmende Entnahme im Heizöltank einbauen. (HB würde Euroflex 3 verbauen)

Ich suche jetzt über ebay-kleinanzeigen gebrauchte Teile. Eine vergleichbare Vitoladens 3xx zum Ausschlachten wäre super 😊

Achja, die Heizungskennlinie wurde von 1,4 auf 0,8 abgesenkt, damit die Heizung zukünftig weniger häufig taktet.

Ich habe die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, die 300-W mit vertretbarem Aufwand noch etwas weiter zu betreiben. Gebläse und Steuerung sind ja keine zwei Jahre alt. Ich sehe aber natürlich das Risiko noch mehr Geld damit zu verbrennen und schlussendlich doch einen neuen Kessel einbauen zu müssen.

Grüße
Madtus

Verfasser:
Madtus
Zeit: 01.05.2020 01:13:34
0
2955373
Hallo,

meine Abenteuerreise mit der Vitoladens 300-W geht weiter…

Parallel versuche ich hier im Forum herauszufinden, ob eine Wärmepumpe als Ersatz in Frage kommt. Siehe Wärmepumpe für (teil-)saniertes REH Bj. 1972. Aber vielleicht muss ich ja mit der "Öl-Wandbüchse" noch einen weiteren Winter überbrücken…

Nach Wartung und Austausch der Magnetspule am BV2 war F6 weg und die Heizung lief stabil.

Letzten Sommer im „nur Warmwasser aktiv“ Betrieb taktete sie nur noch alle 7,5 Stunden. Die Trinkwassertemperatur habe ich auf einen Sollwert von 56 °C und den Einschaltpunkt auf 8 K unter Sollwert eingestellt. Im „Heizung & Warmwasser aktiv“ Betrieb zwischen 1.12.19 und 1.3.20 hatte ich durchschnittlich 2,9 Starts pro Stunde. Sind das akzeptable Taktzeiten für die beschriebenen Rahmenbedingungen?

Trotzdem ist die Heizung schon 8 Monate nach der Wartung wieder ausgefallen. Brennraum und Wärmetauscher waren wieder total verrußt. Eine Schraube vom Brennerdeckel war locker. Ich habe Brennraum, Wärmetauscher und Siphon dann am Sonntag vor Weihnachten selber gereinigt. Dabei habe ich festgestellt, dass am Deckel der Mischeinrichtung keine Dichtung installiert ist. Woraufhin ich mir selber eine Dichtung zugeschnitten habe (aus Meterware für Zylinderkopfdichtungen, die ich noch zuhause hatte).

Mitte April – nur 3,5 Monate später – der nächste Ausfall. Also erstmal Reset und neuer Startversuch: Die Heizung machte beim Anlaufversuch ziemliche Schläge und bei Druckstößen sind Abgase/ Rauch am Mischerdeckel herausgekommen (trotz meiner Dichtung und fester Schrauben)! Ich habe Brennraum, Wärmetauscher und Siphon dann wieder selber gereinigt. Die Heizung läuft wieder ganz sanft an und ist fast störungsfrei… in unregelmäßigen Abständen kommt Fehler b7 (Kesselcodierstecker defekt). Der Fehler beseitigt sich aber automatisch in derselben Minute. Der Codierstecker wurde schon mehrfach im ausgeschaltenen Zustand gezogen. Laut Viessmann soll ich den Kesselcodierstecker daher durch den HB erneuern lassen. Direkt will mir Viessmann keinen Codierstecker verkaufen.

Zwischenzeitlich habe ich einen neuen Kapseldeckel und Schalldämpfer für 50 Euro in Ebay-Kleinanzeigen gekauft. Jetzt muss ich nur noch jemanden finden, der mir das einbaut. Wahrscheinlich würde ich es auch irgendwie selber hinkriegen, aber ich habe mich während der Heizperiode (noch) nicht so recht getraut.

Was könnte die Ursache sein, dass der Kessel so schnell verrußt?

Habe ich ein Problem mit Öl/ Verschmutzung/ Zuleitung?
Ich verwende Premium Heizöl. Öltank wurde 2014 gereinigt.
Der Ölpumpenfilter wurde m.W. in den letzten 4 Jahren nicht erneuert! Ist das kritisch? Denn der vorgeschaltete große Ölfilter war und ist immer ganz sauber (wurde 04-2019 erneuert). Ist der Ölfilter (siehe Bild vom Ölfilter auf Google Drive) so ein Modell, das automatisch entlüftet? Kann ich den zu großen Querschnitt der Ölzuleitung (7 mm statt 4 mm) damit vorläufig als Fehlerursache ausschließen, weil der (selbst entlüftende?) Ölfilter die Bläschenbildung in der zu dicken Leitung kompensiert?
Dass die Heizung die ersten 5 Jahre ohne Probleme funktioniert hat, ist ja scheinbar kein ausreichendes Argument, die zu dicke Ölzuleitung als Fehlerquelle auszuschließen?

Habe ich ein Problem mit Falschluft?
Am großen Brennerdeckel (Wärmetauscher) ist auch keine Dichtung installiert. Ist das normal?
Wieso kommen trotz meiner Dichtung am Mischerdeckel Abgase raus (nur wenn der Kessel komplett verrußt ist und "schlägt"!)?

Könnte ein defekter Ölvorwärmer die Ursache sein?

Wo würdet ihr ansetzen? Habt Ihr sonst noch Ideen?

Vielen Dank für eure bisherige und zukünftige Unterstützung!
Grüße
Madtus

Verfasser:
Pluto25
Zeit: 01.05.2020 08:38:38
0
2955393
Die Ölleitung ist sicher kein Problem. Es würde auch problemlos mit 15mm funktionieren. Sollte ein Schlückchen Luft ankommen wird der Entlüfter sie problemlos entsorgen. Gut zu erkennen bei schaumigen/weißen ÖL im oberen Bereich.
Der Filter muß auch nicht ersetzt werden solange er nicht verschmutzt /zerfallen ist.
Das Schlagen sind kleine Verpuffungen die unbedingt behoben werden sollten. Dann stimmt mit dem Gemisch etwas nicht. Düse verschlissen/ teilverstopft? Zündelektroden verbraucht/verbogen? Gegendruck im Abgasweg? Ventilatorfehler?
Gewöhnlich schaltet der Ölvorwärmer frei nachdem er aufgeheizt hat. Sollte er im kalten Zustand sofort loslaufen ist er sicher defect was auch zu den Symtomen führen würde. Das hätte der Schornsteinfeger sicher bemängelt . Die Abgasmessung war in Ordnung? Dann scheinen es eher Kontaktprobleme zu sein: u.a. Ventilatorstecker / Kodierstecker sind gereinigt evt etwas nachgebogen? Die Elektronik wurde schon ersetzt? Sie haben/(hatten?) teilweise Probleme im Netzteil so das einige nach ca 10 Jahren anfingen zu "spinnen"

Verfasser:
HFrik
Zeit: 01.05.2020 09:18:57
0
2955413
Das könnten auch schlicht Mehrfachfehler sein, mit denen dann das Standardvorgehen ins leere läuft. Die elektrische Seite samt Ölvorwärmer /Ventilator zu prüfen wird sicher nicht schaden. Ebenso scheint das Gerät durch Takten stark gealtert zu sein - das könnte man mit einer bivalent montierten Wärmepumpe lösen. Bei der aktuell hohen Förderung könnte man aber auch gleich Nägel mit Köpfen machen und ganz wechseln.

Das Alter der Geräte drückt sich oft weniger in Jahren als in Starts aus. Etwa 150.000Starts erwartet man von den Geräten (Öl, Gas, WP), ob man die dann in 5 oder 50 Jahren aufbraucht. Meine Mitter hatte auch eine sorgsam vom Heizungsbauer gewartete Gas-Kuhschwanzheizung die vermutlich oft nicht mal die Startleistung losgeworden war, und daher im Minutentakt getaktet haben könnte (so lief der Nachfolger als ich zum ersten mal ran kam (Mieter augezogen) Nach unendlich vielen Reparaturen mit denen der HB das Gerät nicht in den Griff bekam ist es dann dem V...mann Werkskundendienst mit 4 Jahren um die Ohren geflogen (Verpuffung). Das ANchfolgegerät hatte dann 4 Jahre später auch schon wieder >130.000 Starts.

Verfasser:
epicuro
Zeit: 01.05.2020 09:40:04
3
2955422
Zitat von Pluto25 Beitrag anzeigen
Sollte ein Schlückchen Luft ankommen wird der Entlüfter sie problemlos entsorgen.

So ein Entlüfter macht auch keine Wunderdinge, der entlüftet, egal welcher Hersteller über den Rücklauf. Die Luftblase geht also als aller erstes durch die Ölpumpe und dann ev. in Richtung Öldüse, was dann zu kleinen bis mittleren Problemen führen kann. Bei einer AD 6mm Leitung sind die Luftblasen nur etwas kleiner und machen dadurch weniger Probleme.
Wenn mann sich die Brennerleistung in einem Diagramm ansieht würed sogar eine AD 4 mm Leitung reichen. Nur gibt es in der Grösse kaum Verschraubungen, die man Bedenkenlos einsetzen kann.
Peter

Verfasser:
Onkel2012
Zeit: 01.05.2020 09:42:15
2
2955424
>>> Die Ölleitung ist sicher kein Problem. Es würde auch problemlos mit 15mm funktionieren. Sollte ein Schlückchen Luft ankommen wird der Entlüfter sie problemlos entsorgen. Gut zu erkennen bei schaumigen/weißen ÖL im oberen Bereich.<<<

Ich will Dir bestimmt nicht zu nahe treten, aber du kennst das Gerät nicht wirklich, oder?
Gerade in Stufe 1 sind die Fliessgeschwindigkeiten in der Saugleitung so gering, dass das Heizöl ausgast - gerade im Anfahrmoment sorgt dies für sporadische Störungen- trotz TocDuo!
6mm Ölleitung Innendurchmesser 4mm sind Pflicht ! Ohne wenn und aber!
Weiter: elementar wichtig sind bei dem Gerät vernünftige Brennerlaufzeiten! Ansonsten kann sich der Wärmetauscher nicht selbst reinigen, da nicht ausreichend Kondensat anfällt.
Eine kundige Hand, der sich auch die Peripherie ansieht ist bei dieser Diva extrem wichtig! CO2 Einstellung sollte bei beiden Stufen 12.8-13% betragen.
Last nur not least: Danfoss LE Düse mit „V“ Kennung! Nur diese haben auch einen kleinen Toleranzbereich!

Verfasser:
Christian H
Zeit: 01.05.2020 10:53:55
3
2955450
Zitat von Pluto25 Beitrag anzeigen
Die Ölleitung ist sicher kein Problem. Es würde auch problemlos mit 15mm funktionieren. Sollte ein Schlückchen Luft ankommen wird der Entlüfter sie problemlos entsorgen.



Wenn man keine Ahnung vom Service an aktueller Verbrennungstechnik hat, sollte man sich besser raushalten aus dem Thema.

Verfasser:
Salzi999
Zeit: 01.05.2020 20:19:18
0
2955754
Das Gerät ist sicher in raumluftunabhängiger Betriebsweise, kann es sein das die eigenen Abgase am Schornsteinkopf wieder angesaugt werden?
Das würde die unregelmäßigen Verrußungen erklären. War bei meinem Bekannten auch mal so der wollte nicht auf das Kamindach verzichten und so konnten die Abgase nicht abziehen und wurden wieder angesaugt und so ist der Kessel auch unregelmäßig verrußt je nach Wetterlage!

Verfasser:
Madtus
Zeit: 02.05.2020 00:01:36
0
2955842
Zitat von Salzi999 Beitrag anzeigen
Das Gerät ist sicher in raumluftunabhängiger Betriebsweise, kann es sein das die eigenen Abgase am Schornsteinkopf wieder angesaugt werden?[...]


Richtig, raumluftUNabhängige Betriebsweise. Kann das Ansaugen von Abgasen bei meinem Kamin ausgeschlossen werden? Siehe Bild des Kamines.

Verfasser:
Madtus
Zeit: 02.05.2020 00:44:13
0
2955851
Danke für eure Rückmeldungen.

Die Summe aller Brennerstarts seit dem Einbau 7-2008 kann ich nicht auslesen. Der Zähler ist aktuell bei 30.867 Starts. Das sind ziemlich sicher die Brennerstarts seit dem 21.6.2018, als der Feuerungsautomat erneuert wurde. Also 30.867 Brennerstarts in 22 1/3 Monaten, d.h. 1382 Starts pro Monat. Auf die Laufzeit seit 7-2008 extrapoliert macht das ca.196.244 Brennerstarts! Somit ist die von „HFrik“ angegebene Lebensdauer überschritten, selbst wenn man unterstellt das in den ersten problemlosen Jahren weniger getaktet wurde.

Neben der jährlichen Wartung wurden die letzten Jahre Radiallüfter, Feuerungsautomat, Kondensator, Flammrohr (mit 1mm Rezispalt) etc. erneuert/ installiert. Die Heizung läuft grundsätzlich sehr sanft. Die diversen HBs haben das immer positiv kommentiert. Das Schlagen ist tatsächlich nur zu beobachten, wenn es dann zum Ausfall durch Verrußung kommt.

Die im April 2019 bei der letzten Wartung vom HB verbaute Düse ist laut Rechnung eine „Danfoss 0,40 - 80 LE HV“. CO2 war auch die Jahre davor immer innerhalb der von „Onkel2012“ genannten Grenze (bei beiden Stufen 12,8 - 13%).

Das Messprotokoll vom 18.4.2019 und ein paar Bilder habe ich mal unter 300-W Infos auf Google Drive hochgeladen.

4mm Ölzuleitung sollte also installiert werden, wenn ich trotz der vielen Brennerstarts an einen Weiterbetrieb denken sollte.

Die Kontakte des Codiersteckers habe ich gerade mal leicht angeschliffen und mit Kontaktspray behandelt. Mal schauen, ob der Fehler b7 (Kesselcodierstecker defekt) wiederkommt.

Fehler E6 oder F9, die laut Serviceanleitung auf den Ölvorwärmer hinweisen, habe ich noch NIE gehabt. Wie kann ich den Ölvorwärmer prüfen?

Jetzt habe ich mir den Mischerdeckel auch nochmal genauer angeschaut. Ohne meine selbstgeschnittene („Zylinderkopf“-) Dichtung bläst es am Mischerdeckel unten links (auf 7 – 8 Uhr) ziemlich stark raus. Der werksseitig eingebaute (und gealterte?) O-Ring reicht offensichtlich nicht mehr aus. Ich glaube die untere Befestigungsöse am Mischerdeckel ist etwas verzogen, weshalb der Deckel nicht ganz plan aufliegt. Mit meiner zusätzlichen Dichtung scheint es aber richtig dicht zu sein.

Nachdem es am Mischerdeckel raus blasen würde wird dort ja scheinbar keine Falschluft angesaugt. Kann man das Ansaugen von Falschluft somit als mögliche Ursache ausschließen?

Die Revisionsklappen im Koaxial-Abgasrohr sind dicht. Wo könnten noch Abgase angesaugt werden?

Verfasser:
schorni1
Zeit: 02.05.2020 01:17:31
0
2955853
Die Abgasanlage ist an der MÜNDUNG noch komplett?

Verfasser:
epicuro
Zeit: 02.05.2020 07:07:11
1
2955877
Zitat von Madtus Beitrag anzeigen
4mm Ölzuleitung sollte also installiert werden, wenn ich trotz der vielen Brennerstarts an einen Weiterbetrieb denken sollte.


Lass eine Leitung mit 6 mm Außendurchmesser verlegen, dann hast Du 4 mm Innendurchmesser, das reicht und dafür gibt es genug Verschraubungsmaterial auf dem Markt.
Bei 4 mm Außendurchmesser hat man 2mm Innendurchmesser und wesentlich weniger brauchbares Material zum Installieren.

Zitat von Madtus Beitrag anzeigen

Fehler E6 oder F9, die laut Serviceanleitung auf den Ölvorwärmer hinweisen, habe ich noch NIE gehabt. Wie kann ich den Ölvorwärmer prüfen?


Einen Ölvorwärmer kann man nicht wirklich Prüfen. Entweder heizt der in der vorgesehenen Zeit auf oder nicht.
Ob der dann noch die richtige Menge Öl durchlässt, kann man nicht Prüfen, da man auf der Ausgangsseite den Druck schlecht messen kann. Die einzigste Möglickeit ist auslitern.

Zitat von Madtus Beitrag anzeigen
Nachdem es am Mischerdeckel raus blasen würde wird dort ja scheinbar keine Falschluft angesaugt.


Das kann aber die Ursache für dein Rußproblem sein. Die rasugeblasene Luft fehlt bei der Verbrennung.

Peter

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