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Problemgerät Viessmann Vitoladens 300-W ersetzen?
Verfasser:
Madtus
Zeit: 14.04.2019 21:36:17
0
2773418
Hallo,

seit 2009 betreibe ich eine Öl-Brennwerttherme Viessmann Vitoladens 300-W, VP3B, Vitotronic 200-H, mit Vitocell 100-B (300 Liter, Typ CVB) im Reiheneckhaus Baujahr 1972, 2 Erwachsene ein Kleinkind, 120qm beheizte Wohnfläche, keine weiteren Heizquellen, Heizkörper 2015 erneuert, Isolierglasfenster 2009 eingebaut, Dach 2018 gedämmt (U=0,19), keine Fassadendämmung, Kellerdecke nicht gedämmt, Ölverbrauch ca. 1800 Liter/ Jahr, 4500 Liter Stahlöltank (Baujahr 1972, keine schwimmende Entnahme), Ölfilter immer ganz sauber, teilweise schlürfendes Ansauggeräusch aus der Heizung oben am Ausgang zum Kaminrohr. Kein Gas in der Straße verlegt.

Seit 2015 macht die Heizung permanent Probleme. Allein in den letzten 2 Jahren habe ich für Wartung und Reparaturen ca. 3000 Euro investiert (Radiallüfter, Feuerungsautomat Vitoplus, Kondensator, Flammrohr mit 1mm Rezispalt, etc.). Alle 5 bis 6 Monate verrußt das Gerät bis zum Ausfall. Die jährliche Wartung wurde immer durchgeführt. Letzten Sommer dann auch noch von Viessmann der Sicherheitshinweis und die Installation eines CO-Melders, da „der Kondensatablaufschlauch […], durch Verschmutzung verstopfen kann. In einem solchen Fall muss damit gerechnet werden, dass aus dem Gerät Abgas (darunter auch Kohlenmonoxid) austreten und in die Umgebungsluft gelangen kann. Dadurch würde die Gesundheit dort befindlicher Personen akut gefährdet.“ Wenige Wochen später hat der CO-Melder dann auch tatsächlich ausgelöst und wir hatten Abgase im Haus. Geht’s eigentlich noch? Stell dir mal vor dein Autohersteller teilt dir mit, dass bei deinem Fahrzeugtyp leider Abgase in den Fahrgastraum eintreten können. Der Motor wird dann aber sofort abgestellt, wenn der CO-Melder anschlägt… Würde das jemand akzeptieren?
Wegen der Unzuverlässigkeit, den hohen Wartungskosten und dann auch noch dem Sicherheitsmangel muss die Vitoladens 300-W jetzt endlich raus. Viessmann lehnt jegliche Verantwortung ab, da die Ölzuleitung 7 mm statt der vorgeschriebenen 4 mm hat. Das hat der Heizungsbauer beim Einbau 2009 leider versäumt. Alle Experten sagten mir aber bislang, dass das nicht die Ursache sein könne. Viessmanns Entgegenkommen ist ein Rabatt von 1300 Euro (netto) für ein Neugerät. Mein erstes Angebot vom Heizungsbauer mit einer Vitorondens 200-T (20,2 kW mit Vitotronic 200 KO2B) beläuft sich trotz o.g. Rabatt auf satte 9500 Euro (brutto, ohne den WW-Speicher zu tauschen!). Die Vitoladens 300-C (BC3 19,3 kW) wäre nochmal 800 Euro teurer. Die Preise hauen mich echt um. 9500 Euro hatte ich 2009 für die komplette Heizungsmodernisierung bezahlt!?

Nun meine Fragen:
• Macht es noch Sinn bei meiner Vitoladens 300-W auf weitere Fehlersuche zu gehen und die Ölzuleitung zu erneuern? Oder sollte die Heizung nach weniger als 10 Jahren einfach auf den Schrott?
• Welche neue Viessmann Heizung würdet ihr mir empfehlen? Vitorondens 200-T oder Vitoladens 300-C? Ist das Angebot über 9500/ 10300 Euro realistisch?
• Oder soll ich besser die Finger von Viessmann lassen? Welchen anderen Hersteller/ welches Gerät mit welcher Leistung würdet ihr empfehlen?
• Kann ich den Viessmann WW-Speicher problemlos weiterbetreiben, auch mit einem Heizkessel von einem anderen Hersteller? Oder sollte der WW-Speicher auch erneuert werden?

Vielen Dank im Voraus für eure Tipps?
Beste Grüße
Madtus

Verfasser:
hanssanitaer
Zeit: 15.04.2019 09:37:29
0
2773498
So wie sich das anhört, würdet ihr bei Öl bleiben.

Dann muss die Ölleitung früher oder später sowieso getauscht werden. Ergo könnte man vor einem Gerätetausch dort anfangen: Tankarmatur tauschen und Einstrang-Ölleitung auf 6mm Kupfer umrüsten.


Allerdings liegt eure Heizlast mit 1800l/a bei gerade mal 7,8kW. Wie ist es um die Heizflächen und die nötige Vorlauftemperatur bestellt? Wo wohnt das Haus? Tiefenbohrung/Grabenkollektor denkbar? Da gibt's auch dick Fördergelder.

Der Vitorondens 200T ist mit >20kW auf jeden Fall massiv überdimensioniert. Der käme aus dem Takten gar nicht mehr raus.
Und auch der Vitoladens 300C mit minimal 13kW ist eigentlich noch immer Faktor 2 zu groß.


Hast du mal zahlen zu Betriebsstunden und Zündvorgängen des aktuelle Geräts? Vielleicht liegt dort das Problem des Verrußens.


Last but not least: Für alle üblichen Öl- und Gasgeräte kann der Speicher selbstverständlich bleiben. Allerdings gewähren diverse Hersteller dann keine Systemgarantie. Was die bringt, hast du ja jetzt am eigenen Leib erfahren.
Für eine Lösung mit Wärmepumpe (niedrige Heizlast usw) wäre der Speicher aber wahrscheinlich ungeeignet.

Verfasser:
Socko
Zeit: 15.04.2019 10:00:37
0
2773505
Zitat von Madtus Beitrag anzeigen
Hallo,

seit 2009 betreibe ich eine Öl-Brennwerttherme Viessmann Vitoladens 300-W,[...]


Wenn ihr über etwas neues nachdenken könnt sollte es zumindest moderner sein.
Schau dir doch mal den Buderus KB195i-15 an. Und ich würde mir keinen "nicht Modulator" mehr hinstellen. Ja, den Speicher kannst du weiter betreiben.

Verfasser:
epicuro
Zeit: 15.04.2019 13:04:45
2
2773582
Ernsthaft:
Du bist mit einem Viessmann-Gerät auf die Schn...e gefallen und willst dir wieder eine Viessmann Dose zulegen?
Ist genauso als wenn einer einen VW wegen unzulässiger Abschalteinrichtung still legt, VW verklagt und sich wieder einen VW zulegt.
Peter

Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 15.04.2019 20:25:35
0
2773708
Leider ist diese "Wandbüchse" eine Krücke (wie Du ja selbst bereits erlebt hast)!

Wenn Du etwa 1,5 m² Stellplatz hast wäre ein bodenstehendes Ölbrennwertgerät eventuell eine Lösung (da ja Öl notwendigerweise bleibt).
Da wäre z.B. ein Intercal Ecoheat Oil mit 15 kW (leider kleinste Leistung) eine gute und robuste Wahl, besteht aus einem robusten und zuverlässigen Gußkessel mit nachgeschaltetem Abgaswärmetauscher und einem zuverlässigen einfach zu wartenden Blaubrenner, alles zusammen in einem Schallgedämmten Gehäuse eingebaut.
Preis im net ab 2990,-€

Verfasser:
lukashen
Zeit: 15.04.2019 20:50:03
2
2773713
Hört sich vielleicht blöd an: Wechsel Mal den HB.
Vielleicht hat er nicht das "richtige Händchen", oder dem neuen fällt noch was auf oder ein.

Verfasser:
Christian H
Zeit: 15.04.2019 21:48:15
2
2773725
Also wenn nach 10 Jahren und diversen Problemen noch immer nicht die Grundforderung einer korrekt dimensionierten Ölversorgung erfüllt wurde......

Nomogramm auf Seite 3

Viessmann lehnt jegliche Verantwortung ab, da die Ölzuleitung 7 mm statt der vorgeschriebenen 4 mm hat. Das hat der Heizungsbauer beim Einbau 2009 leider versäumt. Alle Experten sagten mir aber bislang, dass das nicht die Ursache sein könne.

Was sollen das für Experten gewesen sein ?
Kaminkehrer, Azubis ?

Verfasser:
Madtus
Zeit: 15.04.2019 23:17:57
0
2773735
Hallo,

vielen Dank für eure Antworten.

Ja wir würden ziemlich sicher bei Öl bleiben.

Ist eine 4mm Ölzuleitung (Innendurchmesser) heute bei allen Herstellern Standard? Oder muss ich die Ölzuleitung später evtl. nochmal ändern, je nachdem welchen Hersteller/ welches Model ich auswähle?

Brennerbetriebsstunden: 1562
Brennerstarts: 12823
8,2 Brennerstarts pro Stunde! Kann das sein? Oder wurden die beiden Werte evtl. vom HB nicht gleichzeitig zurückgesetzt?

Können die Probleme durch einen fehlenden/ schlechten hydraulischen Abgleich entstanden sein? Der Ärger hat nämlich nach der Haussanierung (einschl. neuer Heizkörper) begonnen.

Den HB wollte ich schon zweimal wechseln. Der Erste ist gleich wieder abgezogen, als er den Vitoladens 300-W gesehen hat. Ein weiterer HB hat aktuell auch Bedenken die Wartung an dem problembehafteten (möglicherweise von einem anderen HB verbasteltem) Gerät durchzuführen und plädiert für den kurzfristigen Austausch (siehe teures Angebot). Ein Viessmann Service-Techniker war 2017 auch schon mal da. Der hat außer der Ölzuleitung aber nichts bemängelt…

Bei Viessmann wollte ich nur bleiben, wenn sich durch den Rabatt seitens Viessmann ein attraktives Angebot ergeben würde. Das ist aber bislang nicht zu erkennen.

Der Platz für ein bodenstehendes Gerät ist begrenzt auf 76 cm lichte Breite zwischen WW-Speicher und Kaminschachtdeckel.

Blöd ist, dass die Kiste gerade wieder täglich mit f6 auf Störung geht und der bisherige HB erst in zwei Wochen (wegen Krankheit und Osterferien von Mitarbeitern) kommen kann und sich bislang kein anderer HB bereit erklärt hat. Was für eine Sch… 😉

Grüße aus Nürtingen.
Madtus

Verfasser:
harryg
Zeit: 16.04.2019 06:27:32
0
2773745
Hi,

Fehler F6 besagt BrennstoffVentil BV2 wechseln, also das Magnetventil der Stufe 2.
Hat ich auch mal.

Gruß
HarryG

Verfasser:
hanssanitaer
Zeit: 16.04.2019 07:37:30
0
2773748
Die Kiste ist zu groß.
Versuch mal bei 5-10°C Außentemperatur die durchschnittliche Brennerlaufzeit zu erfassen.

Die Probleme kamen mit der (energetischen) Sanierung des Gebäudes, weil der Bauherr den Kardinalfehler gemacht hat, die schließlich überdimensionierte Heizung vor der Sanierung anzuschaffen.

Wenn die Heizungsbauer keinen Bock haben, dann den Viessmann Werkskundendienst nach Hause beordnern.

Ölleitung 4mm Innen ist Mindestdurchmesser für egal welche künftige Anlage. Und mit 7-8kW Auslegungsheizlast brauchst du auch nichts größeres.


Ich würde zweimal überlegen und mich nach Möglichkeit vom fossilen Energieträger trennen. So richtig zukunftsfähig ist die Technologie nicht, zumal bei deiner kleinen Heizlast selbst die modulierende Buderus mit 3,4kW Mindestheizlast noch takten wird.

Schreib mal was zu Heizflächen und VLT. In der Berechnung des hydraulischen Abgleich müsste alles stehen.

Verfasser:
lukashen
Zeit: 16.04.2019 07:48:31
2
2773752
Für diese Betriebsweise hat sich der Begriff „Kuhschwanzheizung“ etabliert.
Der Wärmeerzeuger WE kann seine Wärme nicht vernünftig an das Wasser abgeben, weil er zu wenig Umlaufwasser hat. Dann kommt es zu kurzen Takten, weil die Temperatur im Wärmetauscher zu schnell ansteigt. Je weniger Wärme gebraucht wird, desto schlimmer (Übergangszeit).
Hydraulischer Abgleich, angepasste Heizkurve und weniger Spreizung zwischen VL und RL sorgen für mehr Wasserdurchlauf am WE, und durch die thermische Trägheit der ganzen Anlage für längere Takte. Idealerweise sind auch alle Thermostatventile offen und sorgen für stetigen Wärmebedarf.
Bei längeren Takten wird auch die Verbrennung sauberer (wenig bis kein Ruß).
Wenn Du eine neue, überdimensionierte Heizung einbaust und genauso betreibst, dann kriegst Du die gleichen Probleme wieder.

Verfasser:
psy.35i
Zeit: 16.04.2019 08:10:13
0
2773753
Zitat von Madtus Beitrag anzeigen
Brennerbetriebsstunden: 1562
Brennerstarts: 12823

das sind aber keine Werte von 10 Jahren
maximal 1 Jahr denke ich

Verfasser:
Taunusheizer
Zeit: 16.04.2019 08:40:10
0
2773756
Zitat von Madtus Beitrag anzeigen
Brennerbetriebsstunden: 1562
Brennerstarts: 12823
8,2 Brennerstarts pro Stunde! Kann das sein? Oder wurden die beiden Werte evtl. vom HB nicht gleichzeitig zurückgesetzt?[...]

Setz dich doch einfach morgens mal eine Stunde davor. Mit Papier, Stift und Stoppuhr.
Die an/aus Zeiten und den Temperaturverlauf VL/RL schreibst du alle 30s auf.
Nach 3 Takten drehst du alle Thermostatventile auf 5 und die UWP auf max, dann noch mal 3 Takte aufschreiben. Bringt vielleicht mehr als noch ein paar Tage in die Glaskugel zu schauen.

Verfasser:
Madtus
Zeit: 22.04.2019 09:22:36
1
2775133
Hallo nochmal,

zwischenzeitlich war ein anderer (kompetenterer) HB da.

Die Verschmutzung des Kessels war nicht so dramatisch wie erwartet und damit auch nicht der Grund für die aktuellen Ausfälle. Eine vom Kaminkehrer nicht sauber verschlossene Revisionsklappe am Abgasrohr führte sehr wahrscheinlich dazu, dass Abgase angesaugt wurden und im letzten Jahr zur schnellen Verschmutzung führte.

Nach Kesselreinigung, Austausch von Ölfilter, Düse und Zündelektroden lief die Heizung zunächst. Mittlerweile gibt es wieder Ausfälle mit F6 und teilweise auch F4. Da F6 laut Viessmann Servicehandbuch kein definierter Störungscode ist, wollte der Monteur erst noch mit einem Viessmann Service-Techniker Rücksprache halten, bevor er die Magnetspule am BV2 austauscht (Magnetspulen wurden 2014 schon einmal erneuert. Der Service-Techniker war aber nicht erreichbar). Laut euren Kommentaren und Viessmann Forum bedeutet F6 aber eindeutig Magnetspule am BV2 tauschen.

Außen am Schalldämpfer sind Kalkablagerungen vorhanden. Die kommen scheinbar von kleinen Rissen im Schalldämpfergehäuse. Der Plastikschalldämpfer dürfte also auch undicht sein, vielleicht auch der Übergang vom Kessel zum Schalldämpfer (weil dort auch Kalkablagerungen sichtbar sind).

Durch das viele takten und häufige Verdrecken in den letzten Jahren könnte mein Schalldämpfer vielleicht auch „zu“ sein?! Den CO-Melder hat Viessmann ja auch eingebaut, da es „zu einer Verschmutzung des vom Schalldämpfer ausgehenden Kondensatschlauchs und damit zu einem Kondensatstau kommen [kann], der möglicherweise den Abgasweg versperre.“ Der Schalldämpfer kostet leider über 500 Euro! Man könnte den Schalldämpfer auch ausbauen und einfach überbrücken, habe ich gelesen. Nur der Abgastemperaturfühler müsste dann irgendwie in dem Rohr angebracht werden. Soeben erst habe ich in einem Forum gelesen, dass Viessmann die Wartungsanleitung um die Reinigung des Abgasschalldämpfers ergänzt habe. Stimmt das? Leider kann ich die Wartungsanleitung für den Vitoladens 300-W im Netz nicht finden.

Sollte ich mich doch für den Weiterbetrieb der nicht einmal 10 Jahre alten Heizung entscheiden, würden vermutlich folgende Maßnahmen Sinn machen:
• Magnetspule am BV2 ersetzen
• Kapseldeckel ersetzen (damit Gehäuse wieder dicht schließt (angebrochener Plastikhalter))
• Schalldämpfer ersetzen (oder reinigen? oder überbrücken?)
• Ölleitung vom Tank zum Ölfilter auf Innendurchmesser 4mm umbauen (6 Meter Länge)
• Schwimmende Entnahme im Heizöltank einbauen. (HB würde Euroflex 3 verbauen)

Ich suche jetzt über ebay-kleinanzeigen gebrauchte Teile. Eine vergleichbare Vitoladens 3xx zum Ausschlachten wäre super 😊

Achja, die Heizungskennlinie wurde von 1,4 auf 0,8 abgesenkt, damit die Heizung zukünftig weniger häufig taktet.

Ich habe die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, die 300-W mit vertretbarem Aufwand noch etwas weiter zu betreiben. Gebläse und Steuerung sind ja keine zwei Jahre alt. Ich sehe aber natürlich das Risiko noch mehr Geld damit zu verbrennen und schlussendlich doch einen neuen Kessel einbauen zu müssen.

Grüße
Madtus

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