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Elektroautos
Verfasser:
Martin24
Zeit: 15.05.2019 16:41:19
1
2784914
Zitat von Tom Berger Beitrag anzeigen
Lange Ladezeiten nicht nur hinzunehmen, sondern wg ihrer Sinnhaftigkeit sogar zu wünschen, ist eine Frage der Kultur. Und die Kultur wandelt sich ....


Auf die Idee ist bislang nicht einmal die Bahn gekommen:
"Unschlagbarer Vorteil: mit uns kommen Sie langsamer ans Ziel!"

Tom, niemand hindert Dich langsam zu fahren oder häufige, lange Pausen zu machen. Aber das allen Ernstes als Vorteil für jeden verkaufen zu wollen ist doch völlig absurd.

Grüße
Martin

Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 15.05.2019 17:18:23
3
2784925
Zitat von Martin24 Beitrag anzeigen
Tom, niemand hindert Dich langsam zu fahren oder häufige, lange Pausen zu machen. Aber das allen Ernstes als Vorteil für jeden verkaufen zu wollen ist doch völlig absurd.


Über das, was wir beide für absurd halten, werden wir uns in aller Regel nicht einig. Ich halte es für absurd, ein Leben auf der Überholspur zu führen, das letztlich keine Zeit für ein eigenes, selbstbestimmtes Leben erlaubt. Hab' ich's hier schon mal erwähnt? Ich lebe von einem 30-h-Job. 30 h im Monat, wohlbemerkt! Und ich bedaure jeden, der weniger Zeit für sich hat als ich. Aber die meisten sind eben selbst schuld, weil sie sich die Zeit für sich nicht nehmen, obwohl sie's könnten.

Und das gilt auch hier. Wozu soll es gut sein, beispielsweise auf einer Langstrecke von 1000 km mit viel Aufwand eine oder zwei Stunden Ladezeit zu vermeiden? Wie rechtfertigt sich dieser Aufwand? Ist die Ladezeit wirklich verlorene Zeit? Kannst Du mit Deiner Zeit nichts anfangen, was für Dich einen Wert darstellt?

Und übrigens: ich habe nicht die Ladezeit an sich als Vorteil für jeden "verkauft", sondern die Zeit, die man für sich nutzen kann. Und das war auch der Inhalt meines Beitrags: die Anbieter von Ladestationen für E-Autos sollten den Nutzern Angebote machen, die letztlich dazu führen, dass die Leute gerne Ladestationen anfahren und Zeit dort verbringen. Das hast Du anscheinend nicht verstanden.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 15.05.2019 17:22:37
0
2784928
Naja, wenn sich das Elektroauto allgemein durchsetzt, wird man aufgrund
des Flächenverbrauchs und Investitionsbedarfs, vielleicht glücklich sein,
wenn die Säulen nicht so lange belegt sind, denke ich.
Mit schneller Ladezeit braucht es weniger Säulen und Stellplätze dafür.

Grüsse

winni

Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 15.05.2019 18:12:41
0
2784953
Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen
Naja, wenn sich das Elektroauto allgemein durchsetzt, wird man aufgrund
des Flächenverbrauchs und Investitionsbedarfs, vielleicht glücklich sein,
wenn die Säulen nicht so lange belegt sind, denke ich.


Naja, dann gibt's eben mehr Ladesäulen. Die Anschlussleistung bleibt ja gleich, egal ob 1 Auto binnen 2 Minuten geladen wird, oder 30 Autos binnen einer Stunde. Mehr Parkplätze, als heute schon an jeder Raststätte gebaut sind, wird man dann auch nicht brauchen.

IMO werden sich v.a. die Autos ändern. Das wurde ja schon vor längerer Zeit mal hier andiskutiert, und ich glaube immer noch, dass die PKW der Zukunft neben der Fortbewegung auch dem Aufenthalt dienen werden.

Verfasser:
Martin24
Zeit: 15.05.2019 20:50:54
0
2785037
Zitat von Tom Berger Beitrag anzeigen
Ist die Ladezeit wirklich verlorene Zeit? Kannst Du mit Deiner Zeit nichts anfangen, was für Dich einen Wert darstellt?


Ich entscheide gerne selbst, wann ich was mit meiner Zeit anstelle. Einen erzwungenen Ladestopp alle 200km kann ich u.U. hinnehmen, einen Vorteil darin zu entdecken erscheint mir trotzdem schwierig. Freizeit auf Autobahnraststätten ist für mich irgendwie weniger wert als Freizeit an schönen Orten mit netten Menschen.

Und vor allem gibt es durchaus Situationen, in denen ich es eilig habe und solche Ladestopps wirklich lästg wären - auch wenn ich sie häufig tolerieren könnte.

Zitat von Tom Berger Beitrag anzeigen
Und übrigens: ich habe nicht die Ladezeit an sich als Vorteil für jeden "verkauft", sondern die Zeit, die man für sich nutzen kann.


Aha. So habe ich "Lange Ladezeiten nicht nur hinzunehmen, sondern wg ihrer Sinnhaftigkeit sogar zu wünschen, ist eine Frage der Kultur." aber nicht verstanden.

Und ich bin immer noch der Meinung, dass ich lieber selbst entscheide, wann und wo ich Zeit "für mich" nutze als mir das von einem Auto vorschreiben zu lassen.

Ich bleibe dabei: in langen Ladezeiten einen Vorteil zu sehen, setzt eine sehr eigenartige Sichtweise voraus.

Grüße
Martin

Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 16.05.2019 00:02:26
3
2785087
Zitat von Martin24 Beitrag anzeigen
Aha. So habe ich "Lange Ladezeiten nicht nur hinzunehmen, sondern wg ihrer Sinnhaftigkeit sogar zu wünschen, ist eine Frage der Kultur." aber nicht verstanden.

Und ich bin immer noch der Meinung, dass ich lieber selbst entscheide, wann und wo ich Zeit "für mich" nutze als[...]


... Du bist weit weniger der autonome, selbstbestimmte Mensch, für den Du Dich hältst. Bevor wir (die Spezies) so mobil wurden, wie wir jetzt sind - also vor kaum mehr als 100 Jahren - da hättest Du Dich gefragt, warum Du unbedingt eine oder zwei Stunden am Tag im Auto sitzen sollst, um überhaupt arbeiten und Deinen Lebensunterhalt verdienen zu können. Du hättest mit gleichem Recht wie da oben auf Deine Selbstbestimmung gepocht, und hättest das Verbrennerauto als ein völlig untaugliches Instrument bezeichnet, dass nur dazu da sei, Deine Zeit zu stehlen.

Das ist das, was Kultur aus uns macht. Wir tun vielleicht das, was wir wollen, aber wir können nicht wollen, was wir wollen. Wir haben keine Wahl: wir sind Teil der Kultur, und bewegen uns mit ihr mit. Und deshalb habe ich gesagt, dass sich wie durch jeden anderen technologischen Wandel auch durch die Elektromobilität die Kultur wandeln wird. Dieser Wandel wird dazu führen, dass Du das willst, was Dir aus den Möglichkeiten der Kultur offen steht. Willst Du morgen zum Mond fliegen? Natürlich nicht, denn das ist keine Option. Wolltest Du vor 30 Jahren im Web surfen? Nein, wolltest Du nicht, denn das gab es nicht, und selbst wenn Du es erfunden hättest, dann wäre das vor 30 Jahren keine Option Deines Wollens gewesen.

Alles ändert sich, und wenn Mobilität nur noch mit ein bis zweistündigen Ladepausen alle 200 km möglich ist, dann wirst Du das wollen, und Du wirst dann auch mit dieser Zeit was Sinnvolles anstellen wollen. Du bist dann immer noch frei, Dich zu entscheiden, genau so wie gestern und heute ....

Verfasser:
Phil a.H.
Zeit: 16.05.2019 06:17:45
3
2785095
Tom, besser kann man es nicht sagen.

Ich sehe das genau so. Sicherlich ist Martins Einwand, Zeit lieber auf einer Picknick-Decke im Grünen zu verbringen, statt auf dem Autobahn-Rastplatz, gerechtfertigt. Aber beim E-Auto ggü. Verbrenner müssen wir ganz anders "vergleichen", was das Herumstehen mit sich bringt.
Gehen wir davon aus, man wollte nicht aussteigen (spazieren gehen, Kaffee trinken, Brezel futtern, ...) - sondern sitzen bleiben. Im Gegensatz zum Verbrenner kann man sich im Winter wie Sommer im Stillen klimatisieren, da muss kein Motor knattern. Wir können fernsehen, das Internet nutzen, schauen, was die Liebsten in die WhatsApp-Gruppe schreiben, in Ruhe die weitere Tour planen, Verkehrsinfos abrufen, und das alles NICHT während der Fahrt - was gerne gemacht wird - und entsprechend gefährlich ist.

So gesehen... ist das ein Vorteil. Möglicherweise tatsächlich für alle, auch für erst einmal Unbeteiligte.

Verfasser:
Phil a.H.
Zeit: 16.05.2019 06:31:42
1
2785096
PS: Wenn GoogleMaps mir sagt, ich brauche für meine große Tour acht Stunden Fahrzeit, dann weiß ich, dass es bei mir eben neun sind. Das tut absolut nicht weh, weil ich es a) vorher weiß und b) das dann auch keine Rolle mehr spielt.

Anhalten würde ich sowieso. Und der Verbrenner steht dann mit dem genannten Flächenverbrauch "nutzlos" auf der versiegelten Fläche. Also - was soll's? Da lade ich doch lieber, statt nur dumm da herum zu parken.

Verfasser:
OliverSo
Zeit: 16.05.2019 08:04:11
1
2785127
Zitat von Tom Berger Beitrag anzeigen
Alles ändert sich, und wenn Mobilität nur noch mit ein bis zweistündigen Ladepausen alle 200 km möglich ist, dann wirst Du das wollen, und Du wirst dann auch mit dieser Zeit was Sinnvolles anstellen wollen. Du bist dann immer noch frei, Dich zu entscheiden, genau so wie gestern und heute ....


So lange man sich entscheiden kann, eine solche Mobilität schlicht zu ignorieren, wird das auch passieren. Allerdings ist der aktuelle Stand der Technik doch schon so weit, daß das nicht notwendig sein wird.

Oliver

Verfasser:
Martin24
Zeit: 16.05.2019 08:25:02
1
2785139
Zitat von Tom Berger Beitrag anzeigen
Zitat von Martin24 Beitrag anzeigen
[...]

... Du bist weit weniger der autonome, selbstbestimmte Mensch, für den Du Dich hältst. Bevor wir (die Spezies) so mobil wurden, wie wir jetzt sind - also vor kaum mehr als 100 Jahren - da hättest Du Dich gefragt, warum Du unbedingt eine oder zwei Stunden am Tag im Auto sitzen sollst,[...]


Dein Beitrag enthält zwar durchaus richtige Ansätze, aber Deine Schlussfolgerungen sind m.E. weitgehend falsch. Die Voraussetzungen, die Du annimmst, ebenfalls.
Ich habe mich beispielsweise schon immer gefragt, warum man 1 oder 2 Stunden im Auto sitzen muss, um zur Arbeit zu kommen. Ich habe sowas nie gemacht, dann bin ich lieber umgezogen.

Zitat von Tom Berger Beitrag anzeigen
Alles ändert sich, und wenn Mobilität nur noch mit ein bis zweistündigen Ladepausen alle 200 km möglich ist, dann wirst Du das wollen,

Nein, das glaube ich nicht, dass ich das dann will.
Ich werde das ggf. hinnehmen, wenn die Vorteile insgesamt überwiegen (oder es gar keine andere Möglichkeit mehr gibt). Das heißt aber noch lange nicht, dass ich diese Zwangspausen "will".

Und vor allem brauche ich niemanden, der mir erzählt, was ich zu wollen habe ...

Grüße
Martin

Verfasser:
Martin24
Zeit: 16.05.2019 08:33:07
1
2785141
Zitat von Phil a.H. Beitrag anzeigen
PS: Wenn GoogleMaps mir sagt, ich brauche für meine große Tour acht Stunden Fahrzeit, dann weiß ich, dass es bei mir eben neun sind. Das tut absolut nicht weh, weil ich es a) vorher weiß und b) das dann auch keine Rolle mehr spielt.


Es gibt Situationen, in denen das durchaus wehtut. Das zu leugnen, mag der Bestätigung der eigenen Ideologie dienlich sein, ignoriert aber eben die Bedürfnisse anderer.

Nur ein Beispiel: Wenn auf einer längeren Fahrt meine quengelnden Kinder nach 1,5 Stunden endlich eingeschlafen sind, dann möchte ich u.U. gerne weitere 1,5h oder 2h durchfahren. Denn wenn ich anhalte, dann wachen die auf und alles geht von vorne los.

Von dem Tag, an dem mein Vater starb und ich ihn nicht mehr vorher lebend gesehen hätte, wenn ich zwischendurch 2 Ladepausen gebraucht hätte, möchte ich eigentlich gar nicht anfangen. Klar kann man darüber diskutieren, ob das wirklich etwas geändert hätte. Mir war es wichtig.

Der Punkt ist einfach: Wenn es das Gesamtpaket nur mit Zwangspausen gibt, dann muss man das berücksichtigen und kann ggf. diese Einschränkung gegenüber der derzeitigen Situation akzeptieren weil andere Vorteile überwiegen.
Wenn mir aber jemand erklärt, solche Zwangspausen, deren Zeitpunkt ich nur begrenzt steuern kann, seien sogar ein Vorteil für mich, dann kann ich nur ungläubig den Kopf schütteln.

Grüße
Martin

Verfasser:
JoRy
Zeit: 16.05.2019 08:54:09
1
2785146
"" Das ist das, was Kultur aus uns macht. Wir tun vielleicht das, was wir wollen, aber wir können nicht wollen, was wir wollen. Wir haben keine Wahl: wir sind Teil der Kultur, und bewegen uns mit ihr mit. ""

NEIN ! Das ist nicht KULTUR !

Zu Zeiten lange vor dem Anstieg der Macht der Ölkonzerne wurde unsere Kultur
von der Aufklärung und Kant geprägt und A.v. Humboldt hatte schon lange davor beschrieben und bewiesen, was passieren wird, wenn der Mensch weiter in das
natürliche Wechselspiel der Klimazonen eingreift.

Im jetzigen EU--Wahlkampf könnt ihr euch ja anhören, die EU sei 1951 gegründet
worden. Das ist kein fake, sondern einfach nur gelogen !
Es wurde erst mit 3, dann mit 5 Staaten eine Montanunion und danach eine
Atom-Union geschaffen !

Und lange danach, erst in den 70er und 80ern wurde die West-EU gestrickt und danach die Osterweiterung.

Wer behauptet wir hätten 70 Jahre EU den Frieden zu verdanken ist ein Lügner !

Diese EU hatte sich u.a. 30 Jahre um die Verwaltung von Subventionsüberschüssen
wie "Butterberg, Milchsee, Rindfleisch-Überschuss......" also allem was die heutige
Glyphosat Landwirtschaft geschaffen hat beschäftigt.
Danach 10 Jahre !!! mit der Eier-Größennormung und dem Schlangengurken-
Radius.
Danach mit dem Verbot der Glühbirne zum Ersatz durch die Ökosauerei der
Osram-Schlangenleuchte,, obwohl es schon längst LED gab !!

Ich könnte endlos weiter aufzählen, aber dabei wird mir immer schlecht !
--Weil ich weis wie sich schon vor zig Jahren in der EU die dorthin abgeschobenen
"Abgeordeten" die nie gewählt, sondern von Parteien bestimmt worden waren,
dort bereichert haben. !Bangemann ! Wulff-Matthies ........eine endlose Kette
solcher krummen Vögel hat in den Jahren in Brüssel sich am Ausverkauf der
maroden Loire-Schlösschen beteiligt und ihr anstrengendes Amt mit so einem
Feriensitz vergoldet.

In der Zeit ist nicht nur die Zahl der Abgeordneten um fast das Doppelte gewachsen,
sondern die Zahl der "Festangestellten und Pensionsberechtigten auf bis Heute,
nach Stoibers Entbürokratisierung auf mehr als 58 tsd angestiegen.

Mich hat die ganzen Jahre nur gewundert ,wie man bei solchen asozialen Gehältern,
wo man doch vor der ganzen wahnsinnigen "Arbeit" zu nichts kommt, nicht nur noch Zeit zum Geld ausgeben hat, sondern auch noch um sich mit Lobby-Vertetungen zu treffen, für das sie noch zusätzlich bezahlt wurden.
z.B. mit "Urlaubsreisen" nach dem Apartheits-Südafrika

Benutzt euren Menschenverstand hatte Kant gepredigt. Das war Kultur !

Gruß JoRy

Verfasser:
Geowi
Zeit: 16.05.2019 10:11:41
2
2785171
Erfolg = Vorteil zu Lasten Anderer!

Und sei es zu Lasten der Schwächeren, der Umwelt oder den nächsten Generation, die sich nicht wehren können!

Dieses Erfolgsmodell gerät zunehmend aus dem Gleichgewicht, weil die Gewinner nicht für die Verluste haften.

Verfasser:
Phil a.H.
Zeit: 16.05.2019 10:49:11
0
2785184
Zitat von Martin24 Beitrag anzeigen
Es gibt Situationen, in denen das durchaus wehtut. Das zu leugnen, mag der Bestätigung der eigenen Ideologie dienlich sein, ignoriert aber eben die Bedürfnisse anderer.

Hallo Martin,
mein Beileid (ernst gemeint) bzgl. Deines Vaters.

Nun ist es aber so, dass das so echt keine alltägliche Situation ist. Du schreibst, ich sollte meine Gewohnheiten nicht auf andere schließen - das ist korrekt. Aber anders herum ist das auch nicht... anders.

Stelle Dir mal vor, auf der BAB müsstest Du bei der Tanke ewig warten, um an die Säule zu kommen - weil Du blöderweise daheim keine Zapfsäule auf dem Hof hattest.

Mit "Bestätigung der eigenen Ideologie" hast Du mich zwar angesprochen, Du kannst mich aber nicht meinen. Es ist keine Ideologie, ich glaube auch nicht an irgendwelche Götter oder so ein Zeug. Es ist Logik, die sich mit technischen Argumenten nicht widerlegen lässt.

Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 16.05.2019 12:15:28
0
2785222
Zitat von Martin24 Beitrag anzeigen
Und vor allem brauche ich niemanden, der mir erzählt, was ich zu wollen habe ...


Niemand schreibt Dir vor, was Du zu wollen hast. Ich habe versucht, Die die kulturanthropologischen Zusammenhänge zu erklären, und wenn Du diese nicht verstehst und immer wieder irgendwelche gegen Dich (und alle zukünftigen E-Autofahrer) gerichteten Zwänge unterstellst, dann kann ich Dir auch nicht weiter helfen. Es bleibt dabei: Du kannst nicht wollen, was Du wollen willst. Die Rahmenbedingungen der Kultur setzen Dir die Grenzen Deines Wollens. Und die Kultur ändert sich beständig.

Schlimmstenfalls wirst Du Dich bei einer einstündigen Ladepause später mal nach der "guten alten Zeit" zurück sehnen, und Deine Kinder werden Dich auslachen und Dir vorwerfen, dass es diese "gute alte Zeit" nie gegeben hat, weil damit ihre Lebensgrundlagen vernichtet worden wären.

Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 16.05.2019 12:16:42
0
2785224
Zitat von JoRy Beitrag anzeigen
"" Das ist das, was Kultur aus uns macht. Wir tun vielleicht das, was wir wollen, aber wir können nicht wollen, was wir wollen. Wir haben keine Wahl: wir sind Teil der Kultur, und bewegen uns mit ihr mit. ""

NEIN ! Das ist nicht KULTUR !


OK, Du weißt also nicht, was Kultur ist. Nicht schlimm, denn Du kannst Dich ja informieren.

Zitat von JoRy Beitrag anzeigen

Benutzt euren Menschenverstand hatte Kant gepredigt. Das war Kultur !


Nein, das ist eine Forderung eines Aufklärers.´Leider gibt es noch immer extrem viele Bürger, die ihren Menschenverstand nicht nutzen, so dass diese Forderung bislang leider noch nicht Teil unserer Kultur geworden ist. Das gilt noch mehr für den kant'schen Imperativ.

Wir können uns problemlos utopische Gesellschaften ausmalen, in denen die Grundwerte der Aufklärung realisiert worden sind. Aber wir nähern uns beständig an. Die gesamte Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte der Zivilisierung des Menschen, und dieser Prozess hält weiterhin an. Die Grundwerte der Aufklärung werden zwar mittlerweile wenigstens von den Eliten unserer Gesellschaft weitgehend anerkannt, von einer Durchdringung der Gesellschaft mit diesen Werten sind wir aber noch sehr weit entfernt.

Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 16.05.2019 12:27:28
0
2785227
Zitat von Martin24 Beitrag anzeigen

Es gibt Situationen, in denen das durchaus wehtut. Das zu leugnen, mag der Bestätigung der eigenen Ideologie dienlich sein, ignoriert aber eben die Bedürfnisse anderer.
(...)
Von dem Tag, an dem mein Vater starb und ich ihn nicht mehr vorher lebend gesehen hätte, wenn ich zwischendurch 2 Ladepausen gebraucht hätte, möchte ich eigentlich gar nicht anfangen. Klar kann man darüber diskutieren, ob das wirklich etwas geändert hätte. Mir war es wichtig.


Dieser Einwand zeigt recht deutlich auf, dass Du Dich auf mein Argument nicht wirklich einlässt. Nehmen wir an, diese Situation wäre vor 150 Jahren eingetreten, und Du hättest die Bahn genommen, die leider auch nicht schnell genug war, dass Du Deinen Vater noch lebend angetroffen hättest. Du hättest dann sicherlich bedauert, dass die Bahn nicht schneller war, und Du hättest gewollt, dass sie schneller wäre, aber Du hattest eben keine realen Optionen. Und diese wirst Du eventuell in einer anderen Zukunft der Mobilität auch nicht haben.

Dein Argument ist ungefähr so, als würde ich sagen: Ja, ich würde gerne heute nachmittag auf dem Mond picknicken.

Verfasser:
berkamti
Zeit: 16.05.2019 12:34:20
2
2785231
der Unterschied ist, dass es damals halt nicht schneller ging. Das ist heute aber anders. Insofern ist das kein Fortschritt sondern ein Rückschritt. Zwar ein Rückschritt zugunsten Ideologien, Hysterien, Umwelt etc., was von einigen flux als Fortschritt definiert wird. Aber am Ende eben doch ein Rückschritt. Normalerweise paßt sich die Technik dem Menschen und seinen Bedürfnissen an. Hier soll sich der Mensch der Technik anpassen. Das ist schon auch einen kulturelle Änderung.
Zitat von Martin24 Beitrag anzeigen
... dann kann ich nur ungläubig den Kopf schütteln.

sehr milde ausgedrückt

Verfasser:
Martin24
Zeit: 16.05.2019 12:41:33
0
2785233
Zitat von Tom Berger Beitrag anzeigen
Du hättest dann sicherlich bedauert, dass die Bahn nicht schneller war, und Du hättest gewollt, dass sie schneller wäre, aber Du hattest eben keine realen Optionen. Und diese wirst Du eventuell in einer anderen Zukunft der Mobilität auch nicht haben.

Ja. Das mag sein. Aber deshalb muss ich das noch lange nicht wollen. Und als Vorteil für mich ansehen.

Grüße
Martin

Verfasser:
winni 2
Zeit: 16.05.2019 12:58:19
2
2785238
Die Ladezeit mag ein Rückschritt sein, aber man sollte sich das Gesamtpaket
ansehen und da überwiegen die Vorteile für mich bei weitem.

Angefangen beim Geräusch, über die ansatzlose Beschleunigung, die lokale
Emmisionsfreiheit, die eingebaute Standheizung und Kühlung, ohne laufenden
Motor, z.T. per Telefon zu aktivieren, das "Tanken" zuhause und das vielleicht
noch mit eigenem, relativ sauberen Strom, der kleinere Inspektionsaufwand.

Grüsse

winni

Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 16.05.2019 12:58:22
0
2785239
Zitat von Martin24 Beitrag anzeigen
Zitat von Tom Berger Beitrag anzeigen
[...]

Ja. Das mag sein. Aber deshalb muss ich das noch lange nicht wollen. Und als Vorteil für mich ansehen.


Von wollen *müssen* war nie die Rede. Irgendwie kommst Du aus dieser Zwangsjacke nicht heraus. Es wird keinen Zwang geben, außer dem, einfach das zu tun, was notwendig ist, um die eigenen Ziele zu erreichen. Du wirst es wollen, weil Du es willst, und Du willst es, weil es Dir vorteilhaft erscheinen wird.

Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 16.05.2019 13:06:39
0
2785245
Zitat von berkamti Beitrag anzeigen
der Unterschied ist, dass es damals halt nicht schneller ging. Das ist heute aber anders.


... und morgen aber vielleicht nicht mehr.

Wir reden nicht über den Zustand von heute, wo Du die Option hast, Dir als nächstes Auto entweder ein E-Auto mit relativ geringer Reichweite und langen Ladezeiten zu kaufen, oder ein Diesel-SUV mit großer Reichweite und 2 Minuten Tankzeit alle 1000 km. In einer nachhaltigen Zukunft der Mobilität - und die ist alternativlos! - wirst Du diese Optionen u.U. nicht mehr haben. Wer dann 1000 km weit von A nach B will, der nimmt dann entweder sein E-Auto und nimmt die Ladepausen in Kauf, die er sinnvoll füllt, oder der nimmt ein eletrisches Flugtaxi zum nächsten Bahnhof, fährt mit dem ICE-Nachfolger zum dem Zielort nächsten Bahnhof, und von dort wieder ein Flugtaxi zum Ziel.

Die Anregung war nun, die E-Autos und die Ladeaufenthalte so zu gestalten, dass letztere sinnvoll genutzt werden können. Das könnte dadurch geschehen, dass E-Autos eher auch für den normalen Aufenthalt im Auto konzipiert werden (ähnlich wie heutige Wohnmobile), und dass die Ladestationen an Orte gekoppelt sind, die man sowieso regelmäßig aufsucht (z.B. Supermärkte, Cafés usw).

Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 16.05.2019 13:09:44
2
2785246
Zitat von berkamti Beitrag anzeigen
Normalerweise paßt sich die Technik dem Menschen und seinen Bedürfnissen an.


Da irrst Du fundamental. Das ist ein wechselseitiger Prozess. Vor 100 Jahren hatte kein Mensch das Bedürfnis, das Wochenende auf Malle zu verbringen, und das Flugzeug wurde nicht zu dem Zweck erfunden, dieses nicht-existierende Bedürfnis zu erfüllen.

Verfasser:
Solarzelle
Zeit: 16.05.2019 13:13:02
0
2785249
Ich finde das Argument der Pause bei 1000 KM Strecke durchaus diskutabel.

Aber wer garantiert mir eine Ladestation? Insbesondere in den Ferienzeiten gab es schon etliche Berichte, dass die Ladesäulen restlos überlaufen wurden an den Brennpunkten.

Deutschland ist Entwicklungsland wenn es um die Ladeinfrastruktur geht, das ist hinreichend bekannt.

Kommen wir zur Technik und dem Land mit den besten Autos weltweit - DEUTSCHLAND.

Seither will uns die Autoindustrie mehr und mehr suggerieren, was wir alles an Bedürfnissen zu wollen haben und packen die Autos voll mit nicht mehr abbestellbaren Extras.

Daran hat man sich gewöhnt und aktuell geht es nur noch um die Extras, da die grundsätzliche Qualität mehr oder weniger bei allen stimmt.

Dafür wird sehr viel Geld verlangt, ein normaler Golf wird in der Summe aller Kosten über 10 jahre zur fahrenden Eigentumswohnung.

Nun soll der Kunde etliche Tausend € mehr ausgeben und ein komplett unfertiges Produkt mit zweifelhafter Ökobilanz und unsicherer Versorgungslage kaufen.

Da stellt sich mir ein ganz banale Frage: WARUM???!!!

Der Kauf eines neuen Autos ist in der Regel mit einem deutlichen Innovationsschub und seither mit einer Verbesserung eihergegangen.

Das Elektroauto macht Fortschritte ja, aber die sind aktuell nicht marktfähig und es ist nicht hinnembar, dass man sich überhaupt über Ladestationen Gedanken machen muss bei den Kosten, die das Teil verursacht.

Deutschland ist DAS Autoland und da erwarte ich einfach mehr für mein Geld.

Ich persönlich denke, dass wir das schaffen werden und es in absehbarer Zeit Marktreife Autos gibt.
Aber wie schnell die Ladeinfrastruktur angepasst wird.....

Wenn man ankurbeln will, muss man Gas geben, es kann nicht sein, dass der Benziner/Diesel 15.000€ günstiger ist.
Die albernen Prämien können die sich an den Hut stecken!

Bei all den ungelösten Fragen und Problemen muss das E-Auto aktuell eher 50% billiger sein!!!

Ungelöste Fragen:

-Brandschutz
-Elektrosmog
-Ladeinfrastruktur
-Haltbarkeit und Kapazität Akku bei allen aktuellen Modellen unterirdisch schlecht
-Nachrüstbarkeit Akku
-Explosionsgefahr

Nönö, lass mal......

Verfasser:
winni 2
Zeit: 16.05.2019 13:25:45
3
2785250
Solarzelle,

Deine Argumente kann man hundert mal widerlegen und Du kommst
wieder mit dem selben Kram. :-(

Die zahlreichen Vorteile eines E-Autos habe ich oben genannt und
zumindest mit einem Tesla, der als Model 3 für viele nicht mehr
unerreichbar ist, stellt sich kein Ladeproblem auf der Fernstrecke
in Europa.

"WARUM????!!" Weil das E-Auto das bessere Paket ist...:-)

Grüsse

winni

(Meine Bestellung wurde nun endlich maaal auf den Long Range RWD
auch im Tesla-Konto geändert. Dazu werde ich mir noch die Anhänger-
kupplung gönnen :-)
Der hatte übrigens die "unterirdische" Reichweite von ca. 350 - 550 km,
Solarzelle....

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