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Ringgrabenkollektor für Neubau nähe Heilbronn
Verfasser:
JonasRue
Zeit: 21.05.2019 00:50:47
0
2787594
Hallo,

die theoretische Phase geht dem Ende zu, somit möchte ich auch mal etwas schreiben und nicht immer nur mitlesen. Ich freue mich auf Anmerkungen:

Wir planen ein Doppelgeschossiges Wohnhaus ohne Keller. Die Kombination Ringgraben mit Wärmepumpe ist, zumindest in meinem Kopf, gesetzt.
Die Heizlastabschätzung habe ich mit den Daten des Architekten befüllt (5 Personen, HT': 0,288, A: 520, Ve: 815):
W/m²K
Wand 0,16
Bodenplatte 0,5
Dach 0,17
Haustür 1,15
Fenster 0,88

Das Bodengutachten sagt folgendes:
Bis Tiefe
0,05m Schluff, tonig
0,50m Oberboden: Schluff, tonig, schwach feinsandig
1,00m Schluff, tonig, sandig, Quartär Verwitterungslehm
2,00m Schluff, tonig, stark sandig, kiesig bis Kies, sandig, tonig, schluffig, Quartär Hochterrassenschotter
Laut aktueller Planung kommen wir nicht oder zumindest nicht weit bis in die untere Schicht.

Mein aktueller Entwurf ist massiv auf Begrenzung des Erdaushub ausgelegt. Zu Gute kommt uns, dass das aktuelle Niveau etwas niedriger liegt als der spätere Garten. Ich habe die Höhen relativ zum späteren Niveau an vier Stellen mit in den Plan eingetragen (beide Gebäudeecken und im südlichen Bereich des Grundstücks; Aktuelle Höhe zwischen 0,37m und 0,85m unter Zielhöhe). Der Grabenkollektor geht aber von Zielhöhe aus. An der westlichen Grundstücksgrenze werden wir eine Stufe von 1,00m auf die ursprüngliche Geländehöhe haben. Hier muss der Abstand zur Grundstücksgrenze vermutlich erhöht werden, oder?

https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=cniHMgagmW5TJB2tKxpX

Seht ihr Verbesserungspotential oder Optimierungsmöglichkeiten?
Mit was sollte ich den fehlenden Boden auffüllen? Wir haben vom Nachbarn ein paar LKW-Ladungen angeboten bekommen. Mein Plan ist derzeit: Oberboden wegschieben, Ringgraben verlegen, auffüllen mit Material aus der Gegend (Schluff, Lehm, möglichst wenig sandig) und Oberboden wieder aufschieben.
Gibt es Erfahrungen mit der Viessmann Vitocal 333-G NC (mit 170L sehr kleiner Warmwasserspeicher für 5 Personen, es gibt aber nur eine Dusche, Gebadet wird selten) Evtl wird es auch das Modell Vitocal 343-G.

Ich dachte, ich schreibe ein paar Sätze, jetzt ist es doch mehr geworden. Danke schonmal fürs Lesen und für Anregungen oder Kritik! Fokus soll gerne auf dem Ringgraben liegen.

Liebe Grüße
Jonas

Verfasser:
JonasRue
Zeit: 21.05.2019 01:06:50
0
2787595
Und schon ist mir der erste grobe Schnitzer aufgefallen: Die Bodenplatte hat folgenden Wert: 0,22 W/m²K (und nicht 0,5!)

Verfasser:
winni 2
Zeit: 21.05.2019 13:13:56
2
2787728
Hallo Jonas,

ich würde da weniger Wert auf eine Minimierung des Aushubs
legen, sondern mehr auf einen logischen Verlauf, weniger zu
verlegende Slinkys und die Soletemperaturen:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=GMDaN6E7s4m3KizWCqGA

Die 30 m3 mehr Aushub schnupft ein ordentlicher Bagger in
weniger als einer Stunde weg und Du hast ja eh weniger Aushub,
als im Trenchplaner angezeigt.

Die Vitocal ist brandneu und da liegen wohl wenig Erfahrungen vor.
Die Werte lesen sich gut.
Du könntest hinter dem eingebauten Speicher einen solartauglichen
Durchlauferhitzer vorsehen. Der würde dann Bedarfspitzen beim
Warmwasser auffangen.

Grüsse

winni

Verfasser:
crink
Zeit: 21.05.2019 16:52:24
1
2787816
Hi,

von der 333-G gibt es eine alte nicht modulierende (mit B in der Typnummer) und eine modulierende neue (mit C in der Typnummer). Bitte die neue modulierende wählen - und dann das kleinere Modell.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
JonasRue
Zeit: 22.05.2019 08:51:51
0
2787973
Vielen Dank für die Vorschläge. Ich werde auf die neue Wärmepumpe achten.
Danke auch für den Tipp mit dem einfacheren Ringgraben.

Eine andere Frage ist mir noch gekommen, zu der ich über die Suche nichts gefunden habe. Warum werden die Schlaufen dichter, je näher man im Graben richtung Ende kommt? Liegt es an der höheren Soletemperatur gegen Ende, die den Boden weniger Energie entzieht und so mit der dichteren Verlegung die unterschiedliche Temperatur im Boden ausgeglichen wird?

Verfasser:
crink
Zeit: 22.05.2019 09:30:22
2
2787982
Moin Jonas,

Du hast Dir die Frage schon sehr gut selbst beantwortet.

Beispiel: Am kalten Ende ist die Sole bei -3 Grad, während der ungestörte Boden eine Temperatur von +6 Grad hat. Es kann mit relativ wenig Rohrmetern eine Menge Wärme aus dem Boden geholt werden. Im Rohr hast Du hier -3 Grad, direkt außerhalb der Rohrwand sind es dann -2 Grad, so dass die Differenz, die den Wärmefluss zum Rohr in Gang setzt, 8 K beträgt.

Am warmen Ende mit +1 Grad Soletemperatur hast Du außerhalb des Rohrs +2 Grad, so dass hier nur 4 K Differenz zum ungestörten Erdreich vorliegen - der Wärmefluss ist hier wesentlich geringer.

Um trotzdem über den ganzen Grabenverlauf eine möglichst gleichmäßige Entzugsleistung pro Fläche zu haben brauchst Du also mehr Rohr am warmen Grabenende. Das hat auch den positiven Nebeneffekt, dass Bodenhebungen am kalten Ende des Grabens durch übermäßige Vereisung vermieden werden kann.

Deshalb ist es auch wichtig, dass die Solerohre richtig an die Wärmepumpe angeschlossen werden müssen. Bei Bohrung oder Flächenkollektor ist die Soleflussrichtung egal, beim Ringgrabenkollektor entscheidend. Deshalb dem Heizi beim Anschluss der Rohre gut auf die Finger schauen, da ist in der Vergangenheit schon einiges falsch gemacht worden.

Viele Grüße
crink

Ps: Das grundsätzliche Vorgehen und Ringgrabenkollektor für Anfänger sind Dir bekannt?

Verfasser:
JonasRue
Zeit: 23.05.2019 08:01:53
0
2788302


Eine Frage hab ich hierzu noch, da in deinem Vorschlag des Graben mit 2,2m tiefe geplant wird: zwischen einem und zwei Meter tiefe kommt immer mehr Sand dazu, daher kann vermutlich nicht mit der Entnahmeleistung für Lehm gerechnet werden. Sollte dann doch eher in einer Tiefe von ~1,5m (ca. 1m unter aktuellem Bodenniveau, da der Garten aufgeschüttet werden muss) geplant werden, auch wenn der Grabenverlauf aufwendiger wird? Ist Lehm die korrekte Annahme für die Entnahmeleistung bei folgendem Bodengutachten:
Bis Tiefe
0,05m Schluff, tonig
0,50m Oberboden: Schluff, tonig, schwach feinsandig
1,00m Schluff, tonig, sandig, Quartär Verwitterungslehm
2,00m Schluff, tonig, stark sandig, kiesig bis Kies, sandig, tonig, schluffig, Quartär Hochterrassenschotter

Zitat von crink Beitrag anzeigen

[…]
Ps: Das grundsätzliche Vorgehen und Ringgrabenkollektor für Anfänger sind Dir bekannt?
[...]


Danke crink für die Ausführliche Erklärung. So etwas hatte ich mir gedacht, aber noch nicht gelesen. Danke auch für den Link, ich hatte bis jetzt nur die Ringgraben Planungshilfe, die ja auch von dir ist, als "Checkliste" gehabt. Insgesamt hab ich vermutlich schon mehr zeit mit Informieren und planen verbracht als ich zum verlegen brauchen werde.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 23.05.2019 11:53:44
0
2788352
Hallo,

ich gehe davon aus, das das zunächst mal Schluff ist, weil dies bei
der Boden-Beschreibung an erster Stelle kommt.
Beim Verfüllen könnte man den oberen Aushub als erstes einbringen
und so auf die sicherere Seite gehen.

Wenn Du Dich damit besser fühlst, könnte man den Graben auch noch
aufblasen:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=KgmRoHGYgeBiypsBDOHb

Grüsse

winni

P.S. die Gräben im ersten Entwurf sind maximal 2 Meter tief, nach
Auffüllung.

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