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Smarte Thermostate sinnvoll?
Verfasser:
Tom_Meister
Zeit: 19.07.2019 13:56:22
0
2804944
Hallo,

wir haben in unserem Haus das Heizungssystem samt HKs saniert. Nun möchte ich die HKs mit den Thermostaten ausstatten. Neue zeit- und anwesenheitsgesteuerte Smart-Thermostate klingen irgendwie sinnvoll hins. Sparpotential.

Use Case als Beispiel: wir haben ein ca. 30 qm Wohnzimmer. Über Nacht ist keiner da und ansonsten nur nach 18 Uhr, wenn wir von der Arbeit zurück kommen. Schlafzimmer genau das Gegenteil. Eigentlich sollte man annehmen - ein Fall für "smart". Also nur heizen, wenn jemand auch wirklich da ist.

Unser Heizungstechniker vertritt die Meinung, dass man nur ein Mal den Thermostat einstellen und nie mehr drehen muss. Der Thermostat regelt dann automatisch. Der Raum kühlt sich nicht ab und dadurch geringer Verbrauch.

Zwei völlig konträre Prinzipien.

Was sind eure Einschätzungen/Erfahrungen?

Verfasser:
Socko
Zeit: 19.07.2019 14:17:30
6
2804951
Was du hören willst - ja die Sachen sind so toll das man damit spart.


Was du vll. ahnst, nein, der gute Mann hat recht!

Nur mit einer sauber eingestellten Anlage (Gesamt) ergeben sich Verbrauchs- und Komfortvorteile.

DAS verstehen die Kunden i.d.R. nicht - aber - heizen ist deutlich mehr als AN und AUS.

Verfasser:
SG03
Zeit: 19.07.2019 14:44:22
2
2804958
Was ist sparsamer. Mit dem Auto gasgeben, bremsen, Gas geben....... oder rollen lassen ?

Als Beispiel ein Kunde von mir 1h heizen am Tag mit Volllast und später durchweg mit Teillast. Ergebnis 20 Prozent Ersparniss.
Vorlauftemperatur runter ! Thermostate einmal einstellen, bzw. Durchfluß am HK so weit drosseln, bis es dir kalt genug ist.

Verfasser:
Tom_Meister
Zeit: 19.07.2019 14:46:14
0
2804959
@Socko: ja, ich ahne schon, da ist was dran.

Allerdings habe ich nirgends im Netz eine tatsächliche Gegenüberstellung dieser zwei Verfahren gefunden. Statt dessen wird in diversen Artikeln der Spareffekt durch "smart" weiter verbreitet. Smart-skeptische Artikel habe ich jedenfalls keine gefunden.Das irritiert.

Ich kann zwar das Grundprinzip nachvollziehen: "permanente geringe Last" vs. "periodische hohe Last". Dennoch muss es irgendwie Grenzbereiche geben, wo das eine oder das andere Verfahren günstiger ist.

Verfasser:
winnman
Zeit: 19.07.2019 14:49:20
3
2804960
Das hängt eigentlich nur vom Isolationsgrad der Hütte ab:

Zelt (also gar keine Isolation) die Regulung der einzelnen Wärmeübergangstellen (Heizkörper (HK), . . . ) spart erheblich an Energie ein, bei HK wird es auch wieder schnell warm in der Hütte. -> Hier macht smarte Regelung Sinn.

Sehr sehr gut gedämmtes Haus mit Fussbodenheizung und/oder Betonkernaktivierung, Extrem niedriege Vorlauftemperatur notwendig, beste Wirkungsgrade der Wärmeerzeuger.:
Hier wird nach Aussen sehr wenig Wärme abgegeben, Temperaturunterschiede im Haus sind nur sehr gering möglich. -> Einzelraumregler, smarte Thermostate komplett unsinnig. Energie spart man hier durch vernünftige (smarte) Einstellung der Heizkurve.

Wo liegt deine Wohnhöhle nun hier zwischen diesen Extremwerten?

Verfasser:
ThomasShmitt
Zeit: 19.07.2019 14:50:58
4
2804962
Wenn du das Haus saniert hast, gehe ich auch mal davon aus, dass es ordentlich gedämmt wurde.

Würde sagen spar dir das Geld.

1. Die Abkühlung des Hauses innerhalb der 10-12 Stunden die man arbeiten ist, ist in einem gut gedämmten Haus verhältnismäßig gering.

2. Ich weiß zwar nicht welchem Wärmeerzeuger du hast, aber die meisten modernen (Wärmepumpe oder Brennwerttherme) sind relativ gesehen effizienter bei niedrigen Vorlauftemperaturen. Daher macht es sind die Heizung 24h auf geringerer Temperatur (Heizwasser, nicht Raumtemperatur) laufen zu lassen als Vollgas kurz vor dem Heimkommen und Aufstehen (sonst wird der Raum ja nicht warm)

3. Abgedrehte Räume werden meist duch die anliegenden Räume mitbeheizt. Gerade bei guter Außendämmung sind da größere Temperaturgefälle sowieso nur schwer möglich. Jede nicht genutzte Heizfläche erhöht aber auch die benötigte Vorlauftemperatur.

Ich würde sagen stell die Ventile (nicht die Raumthermostate) richtig ein - Stichwort Thermischer Abgleich und dann lass es einfach so. Den Rest sollte die außentemperatur geführte Regelung bringen.

Verfasser:
Tom_Meister
Zeit: 19.07.2019 15:08:59
0
2804963
Unser Haus ist aus dem Jahr 2001. Gut gedämmt, aber jetzt nicht auf dem Stand von Passivhaus von 2019.

Energieart: Fernwärme. Drei Stockwerke. Es gib mehrere Räume, die selten genutzt werden (z.B. Kinder-Spielzimmer oder Schlafzimmer). Wir sind tagsüber (außer am WE) nicht zu hause.

Als Beispiel. Unser Kinder-Spielzimmer ist im DG. Das DG ist im Winter entsprechend kühler als andere Stockwerke, die Dämmung dort ist auch etwas schwächer. Die Kinder gehen nach dem Kindergarten/Essen etc vielleicht für 1-2 Stunden darein und dann ab ins Bett. Bislang habe ich dort 1 Stunde vor "geplantem" Aufenhalt den recht großen HK auf 22° eingestellt und danach wieder abgedreht. Ich kann mir vorstellen, dass das permanente Heizen dieses Raums nicht effizient ist.

Verfasser:
wolleg
Zeit: 19.07.2019 17:16:43
0
2804980
Zitat von ThomasShmitt Beitrag anzeigen
außentemperatur geführte Regelung

Du meinst wahrscheinlich: außentemperatur geführte Steuerung.
Das sind zwei verschiedene Schuhe.

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 19.07.2019 17:51:35
1
2804986
Zitat von Tom_Meister Beitrag anzeigen
Unser Haus ist aus dem Jahr 2001. Gut gedämmt, aber jetzt nicht auf dem Stand von Passivhaus von 2019.

Energieart: Fernwärme. Drei Stockwerke. Es gib mehrere Räume, die selten genutzt werden (z.B. Kinder-Spielzimmer oder Schlafzimmer) ...
Unser Einfamilienhaus ist Baujahr 2000 und der thermische Energieeintrag ins Hausheizkreiswasser wird bei uns ebenfalls aus einem regionalen Wärmenetz realisiert.

In den ersten Jahren nach Einzug haben wir bei uns aus Unwissenheit ebenso wie ihr das On-Off-Heiz-Prinzip betrieben.
Mittlerweile wissen wir es aber besser und es werden in den Heizperioden unterhalb der Heizgrenztemperatur alle wasserführenden Wärmeaustauschflächen im Haus 24/7 genutzt.
Das Heizwasservorlauftemperaturniveau Ist dafür natürlich wesentlich geringer als bei On-Off-Heiz-Prinzip.

Siehe beispielsweise die Beschreibung auf folgend verlinkter Seite: http://aquarea.smallsolutions.de/index.php?title=Heizen_VS._Temperierung

Verfasser:
Martin24
Zeit: 19.07.2019 19:43:32
5
2805001
Zitat von lowenergy Beitrag anzeigen
Das Heizwasservorlauftemperaturniveau Ist dafür natürlich wesentlich geringer als bei On-Off-Heiz-Prinzip.


Schon richtig. Aber bei Fernwärme bringt das nicht viel. Außer da sind sehr schlecht gedämmte Leitungen in schlecht gedämmten Außenwänden.

Fürs Duchheizen spricht dann nur noch, dass man u.U. niedrigere Durchschnittslufttemperaturen braucht, wenn die Wände gleichmäßig warm sind als wenn bei on/off-Betrieb die Wände u.U. noch kalt sind.
Demgegenüber steht ein geringer, aber durchaus vorhandener Spareffekt, wenn die Temperatur bei ausgeschalteter Heizung etwas absinkt.
Macht wahrscheinlich keinen messbaren Unterschied und lohnt keinesfalls das "smarte" Geraffel.

Grüße
Martin

Verfasser:
wolleg
Zeit: 19.07.2019 21:05:48
1
2805019
Zitat von Martin24 Beitrag anzeigen
Demgegenüber steht ein geringer, aber durchaus vorhandener Spareffekt, wenn die Temperatur bei ausgeschalteter Heizung etwas absinkt.
Macht wahrscheinlich keinen messbaren Unterschied und lohnt keinesfalls das "smarte" Geraffel.

Wer misst, misst Mist.
Gleich zu Anfang: Es wurde ein Heizkostenverteiler zur Erfassung des „Wärmeverbrauchs“ ausgewertet.
Beheizung mit Fernwärme in einem größeren MFH.
a) Ein Raum wurde 24h täglich mit ca.24°C RT beheizt. --> 100%
b) Der gleiche Raum wurde ca. täglich 6 – 8h bei ca. 24°C beheizt.
Aufheizzeit ca. 2-3h.
Ab ca. 21Uhr wurde der Heizkörper abgeschaltet. Raumtemperatur sinkt auf ca. 18-20°C ab.
Der Wärmeverbrauch lag jetzt bei ca. 60%. D.h., Abschalten der Heizkörper bringt einen messbaren Effekt.

Verfasser:
loli
Zeit: 19.07.2019 21:49:31
0
2805025
Zitat von wolleg Beitrag anzeigen
Zitat von Martin24 Beitrag anzeigen
[...]

Wer misst, misst Mist.
Gleich zu Anfang: Es wurde ein Heizkostenverteiler zur Erfassung des „Wärmeverbrauchs“ ausgewertet.
Beheizung mit Fernwärme in einem größeren MFH.
a) Ein Raum wurde 24h täglich mit ca.24°C RT beheizt. --> 100%
b) Der gleiche Raum wurde[...]


Für eine Beurteilung wären auch die AT´s relevant gewesen...

Ob es eine Kosten-Ersparnis im Fall vom TE geben wird, hängt natürlich nur vom Nutzerverhalten, Gebäudesubstanz und Preis der smarten Technik ab. Wenn er auch auf 24° heizt und wenn das Haus auch so viel an Wärme verliert (wie im Beispiel), dann wäre es durchaus denkbar.

Ich habe auch Fernwärme mit Heizkörpern und heize auf 23,5-24°C. Ich senke die Temperaturen nicht ab, weil das Haus relativ gut gedämmt ist, die Zimmertüren aus Bequemlichkeitsgründen geöffnet gehalten werden und wir sehr unterschiedliche Nutzungszeiten haben (Schichtwechsel mit z.T. sehr kurzfristigen Änderungen)

Im Fall vom TE treffen all diese Bedingungen scheinbar nicht zu - ich würde es an seiner Stelle einfach machen.

Man sollte nur bedenken, dass die "Anwesenheitssteuerung" schon vor der Anwesenheit im Raum schalten sollte. Sonst wären die Komforteinbüssen zu groß, finde ich.

Wenn die Zeiten wirklich fest stehen, klappt es sicher auch ohne "Smart"


Gruß

Verfasser:
Tom_Meister
Zeit: 24.07.2019 09:53:49
1
2806075
Danke für die Anregungen. Einige Beträge ermöglichen eine differenzierte Betrachtung unserer Situation. Für mich habe ich abgeleitet:
- Durchgehendes Beheizen von schlechter gedämmten und selten genutzten Räumen im DGs kontraproduktiv. Auch bei anderen ähnlichen Räumen mit Außenwänden wie Schlafzimmer macht die Intervalbeheizung evntl. Sinn
- Das durchgehende Beheizen unseres großen Wohnzimmers im EG mit abgesenkter Vorlauftemperatur (gegenüber aktueller Einsntellung) ist überlegenswert

Ich werde das in diesem Winter ausprobieren.

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 25.07.2019 21:41:22
0
2806556
Fernwärme macht das Thema noch "komplexer".

Ein Arbeitskollege von mir hat Fernwärme in einer ETW.
Dämmstandard gut.

Fazit nach mehreren Jahren mit verschiedenen Heizkonzepten....
Bei Fernwärme macht der grosse Teil der Jahreskosten die Bereitstellungskosten/pauschalen aus.
Der Verbrauchsanteil ist kostenmäßig wesentlich geringer. Er hat Mal was von. 60/40 oder 70/30 geredet....

Der Kollege hat mehrere Jahre smart Heizkörper während der Arbeitszeit runtergeregelt. Vor der Heimfahrt hochgedreht.

Dann hat er es auch schon probiert komplett auf 19-20grad durchgehend zu bleiben... (Also dick anziehen)

Zuletzt Freundin/Frau kennengelernt und nun wird durchgeheizt auf 22 grad.

Er hat beim Experiment frieren (19-20grad) keine 50€ aufs Jahr gesehen gespart gegenüber der smarten Variante 1.

Die teuerste Variante durchzuheizen = Komfortgewinn, kostet aufs Jahr gesehen ca. 20€ mehr als Variante 2.


Man bewegt sich in seiner 140qm ETW also in einem Sparbereich von bis zu 70€ aufs Jahr gesehen - muss aber frieren wollen...

Fazit: es wird auf 22 grad durchgeheizt ;-)

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