Cookies erleichtern die Bereitstellung der Dienste auf dieser Website. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden.

Alle
Foren
Ringgrabenkollektor in Rosenheim - bitte um Feedback
Verfasser:
Hanna1995
Zeit: 19.07.2019 15:21:06
0
2804965
Hallo zusammen,
ich war schon mit dem Thema LWWP hier aktiv und jetzt hat mich der Ringgrabenkollektor doch viel mehr überzeugt. Ich freue mich über ein paar Ideen dazu und habe zudem erst mal 4 konkrete Fragen.

Kurz zu unseren Grundbedingungen:
- Wir bauen ein neues Haus in einem Bestandsgrundstück von 750 m2 und reissen dafür gerade ein altes Haus ab.

- Es ist leider nicht sehr realistisch, den Erdbauer jetzt noch davon zu überzeugen, kurzfristig den Graben für den RGK zu machen - das müsste nämlich schon nächste Woche sein. Es wird also wenn dann so sein, dass erst der Keller gemacht wird und dann der Graben für den RGK (Zeithorizont Ende August).

- Laut Entwässerungsplan müssen von den 750m2 Grundfläche 225m2 für Haus, Stellplätze, Wege, Rigole und Terrasse abgezogen werden. Zudem sind im Garten 2 Bäume. HIER AUCH DIE 1. FRAGE: Darf man den Ringgrabenkollektor überfahren (dürfte er unterhalb der Stellplätze verlaufen (Stellplatz nicht mit Platten sondern nur mit Kies bedeckt). Wenn nicht, bleibt eine ca. 200m2 große Fläche im Garten zur Verfügung.

- Unsere Heizlast beträgt 7kW, das ist vom Heizungsbauer bereits berechnet worden.

- Die Bodenverhältnisse sind laut Bodengutachten "Unter dem Oberboden setzt sich die Abfolge bis in Tiefen von 1,30 m in Form von hellbraunen bis braunen, erdfeuchten bis feuchten, weichen bis steifen, schwach feinsandigen bis feinsandigen Schluffen fort. Diese Auelehme werden bis etwa 1,8 m u. GOK von braunen, feuchten, lockeren bis mitteldichten, stark schluffigen bis schluffigen Fein-/Mittelsanden unterlagert Bis 2,3 m u. GOK wurden graue, mitteldichte, feuchte, schwach schluffige, grobsandige
Mittelsande erkundet." Das klingt doch recht vielversprechend, oder? :-)

- Einen Heizungsbauer haben wir bereits, der uns die Erdwärme auch empfohlen hat. Inwiefern er den RGK planen kann, muss ich erst nächste Woche mit ihm klären. Noch haben wir auch kein Angebot für eine EWP von ihm. HIER DIE 2. FRAGE: Müssen wir die BAFA jetzt sofort beantragen oder können wir damit noch warten? Irgendwo habe ich gelesen, dass man die Beantragung vor Beauftragung des Heizungsbauers machen muss... Den haben wir für unseren Neubau genau genommen aber schon beauftragt, nur die Art der Heizung steht noch nicht fest...

- Mit diesem Programm http://pastehtml.com/view/caver39gz.html habe ich versucht unsere Grabenlänge zu berechnen: 3. & 4. FRAGE: Woher nehme ich die Normaußentemperatur? Und wer definiert die Grabentiefe und -breite? Kann ich mir das mit dem Rechner zusammenstellen wie ich möchte und dann auch realisieren wir ich möchte?

Vorab schon mal vielen Dank für euer Feedback!
LG,
Hanna

Verfasser:
Lupo1
Zeit: 19.07.2019 16:04:10
0
2804971
Hallo Hanna,
bitte zeichne im Trechplaner euer Grundstück ein, hier auch die Bäume und Rohrleitungen falls bekannt. Außerdem kannst du über den Bottom EneV Heizlastabschätzung relativ genau die Berechnung deiner Heizlast überprüfen.
Ihr habt eine Auslegungstemperatur von -16°, alle anderen Werte findet ihr in der EneV Berechnung, außerdem erforderlich eure mittlere Wunschtemp.

https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/

Bei 7KW Heizlast werden 2x32er 300m Solerohr benötigt.
Den RGK kannst du mit Hilfe des Forums planen, er wurde unter anderem auch hier entwickelt. Wir haben ebenfalls einen RGK mit Sole WP und hier sehr zu empfehlen ist passiv cooling für den Hochsommer.
Ein RGK darf überfahren werden, es sind Rohre jene auch für die Wasserversorgung verwendet werden, Haltbarkeit des Rohres 100Jahre.
Hat der Bestandsbau bereits einen Keller oder wann genau ist der Aushub für den Keller?
Der Antrag zur BAFA muss vor der Auftragsvergabe abgesendet werden.
Welche Marke führt bzw. installiert euer Heizungsbauer?
Hier zu empfehlen sind vor allem modulierende SoleWP wie IDM, AI, Novelan, KNV, Buderus, Junkers führen. Letzere Marken haben nach meiner Kenntnis nur Modelle die etwas zu leistungsstark für euer Haus sind.

Wolfgang

Verfasser:
Hanna1995
Zeit: 19.07.2019 20:53:31
0
2805016
Zitat von Lupo1 Beitrag anzeigen
Hallo Hanna,
bitte zeichne im Trechplaner euer Grundstück ein, hier auch die Bäume und Rohrleitungen falls bekannt. Außerdem kannst du über den Bottom EneV Heizlastabschätzung relativ genau die Berechnung deiner Heizlast überprüfen.
Ihr habt eine Auslegungstemperatur von -16°, alle[...]


Hallo Wolfgang,

danke für deine Rückmeldung. Der Abriss startet morgen und der Aushub für den Keller nächste Woche. Das ist absolut nicht mehr zu schaffen. Unser Heizungsbauer führt v.a. Bartl, damit hat er über 30 Jahre Erfahrung, kennt den Chef persönlich, etc. Diese bieten aber soweit ich es sehen kann keine einzige EWP die die Bafa fördert, er wird mir also schon eine andere anbieten da er von der Förderung sprach... Anfang der Woche will er sich melden, dann bereite ich den Bafa Antrag schon mal vor.
Ich habe jetzt auch alles gezeichnet: https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=be6xaSz45bLVoGq7dGni
Ich frage mich ob die Anschlussrohre nicht zu lange sind. Und ob der Abwasserschacht im Norden und die Rigole im Westen den Leitungen ggf. in die Quere kommen. Das muss ich mit dem Erdbauer nächste Woche besprechen.

Lohnt es sich bei unserem Grundstück ggf. auf eine senkrechte Verlegung zu gehen und dafür nur die Fläche südlich des Hauses zu verwenden?

Und noch was: Laut Heizungsbauer würde uns eine Tiefenbohrung ca. 12.000 Euro kosten, dann noch die EWP dazu. Für den RGK habe ich Preise zwischen 2000 und 4000 Euro gefunden - wenn man selbst mithilft. Ist das realistisch?

Danke:-)

Verfasser:
winni 2
Zeit: 20.07.2019 00:19:11
0
2805047
Hallo Hanna,

da kannst Du einen Haufen Geld sparen. :-)
Das Grundstück ist völlig geeignet für einen waagerechten RGK.

Wenn ich defensiv "sandiger Lehm" ansetze und die nach den Werten
der Heizlastabschätzung im Tool, wie üblich, überzogene Heizlast des
Heizi,s vergesse, könnte der Kollektor z.B. so aussehen:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=r354gDgpqhJ4zEYhPCmF

Die Versickerung kannst Du über dem Graben machen und die Zisterne
daneben plazieren.

Für Deine Heizlast ist eine 6 kW Wärmepumpe mehr als ausreichend
und dafür würde ein 300 Meter, 40er Rohr ausreichen.

Wenn der Heizi zickt, könntest Du die 6 kW Nibe Wärepumpe F 1155
oder 1255 nehmen, die man auf 7,5 kW Leistung freischalten könnte
und hättest so ein Argument, das die Leistung reicht....

Der Preisrahmen für den RGK ist mit Eigenleistung bei Planung und
Verlegung und bezahlten Baggerarbeiten, nach Baggerstunden ab-
gerechnet, realistisch.

Grüsse

winni

Verfasser:
winni 2
Zeit: 20.07.2019 00:30:47
0
2805048
P.S.
Weil das Haus schon steht, müsste der Graben in Abschnitten ausge-
hoben, verlegt, was mit einem Rohr schnell geht und verfüllt werden,
da sonst vermutlich nicht genug Platz für den Aushub wäre, ausser Du
könntest auf Nachbargrundstücke Aushub lagern?

Verfasser:
Lupo1
Zeit: 20.07.2019 09:08:59
0
2805057
Hallo Hanna,
winni hat bereits geschrieben, man muss nach den Hausbau meist in Abschnitten arbeiten aber das Grundstück ist groß genug und vorhandene Bodenverhältnisse ermöglichen mehrere Lösungen. Euere Heizlast ist nach den eingegebenen Daten bei ca. 5,2 KW aber auch bei mehreren Personen im Haus immer unter 6KW.
Da ihr bereits einen Heizungsbauer habt und der RGK bei den ein oder anderen immer noch skeptisch gesehen wird, sollte man nicht im Vorfeld bereits Gegenargumente liefern.
winnis Plan lässt sich leistungsmäßig noch leicht verbessern, etwas breiter und gegen Ende etwas tiefer und er würde die errechneten 7KW des Heizungsbauers anzeigen.
Aber auch winnis Plan würde ausreichen, wenn du hier 7KW in dem Plan ein gibst habt man laut Prognose eine min. Eingangstemp. von -1,5° im worst case Winter.
Wir haben einen überdimensionierten RGK mit einer besseren Prognose, wir waren in diesem Jahr bei ca. 2,2°.
Als Alternative kann man den Graben vom Kellerausbub nutzen und vorne den Slinkygraben vermeiden.
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=iAbXKRxvTJHPTt8D4SG0

Wolfgang

Verfasser:
winni 2
Zeit: 20.07.2019 11:28:59
0
2805084
So ähnlich, wie von Wolfgang vorgeschlagen, könnte der Graben überdimensioniert werden, was auch etwas bessere Soletemperaturen bringen würde und die größere
Tiefe wäre besser für eine passive Kühlung mit dem Graben:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=eOaQCQCfOX3C4NVUemg1

Grüsse

winni

Verfasser:
Jürgen Kempf
Zeit: 20.07.2019 13:10:00
1
2805106
Hallo Hanna,

der Außendienstmitarbeiter von Nibe wohnt in Neubeuern,also quasi vor deiner Haustür.
Frag deinen Heizungsbauer ob er dir nicht eine Nibe WP einbauen kann.

Verfasser:
Hanna1995
Zeit: 20.07.2019 22:11:03
1
2805195
Hallo zusammen,

vielen Dank für eure tolle Hilfe bisher! Vier Fragen hätte ich dazu:
- Bei unserer Rigole handelt es sich um eine "Rohrrigole mit Kiesschüttung". Darf ich diese wirklich über dem Graben einplanen? Wenn da immer direkt frisches Regenwasser reinläuft, kühlt das dann nicht auch unnötig? Die Tiefe der Rigole muss ich erst noch abklären...
- Ist die Höhe der Slinky Rohrgräben ebenfalls entscheidend? Ich frage auch, weil die Idee der Nutzung der Kellerböschung anstatt einem extra Graben kam und die Höhe der Kernbohrungen in den Keller hinein ja auch passen müssen.
- Wie groß müssen die Ringe gelegt werden? Misst man das ab, dass die Ringe immer gleich dimensioniert sind?
- Dürfte man über dem RGK einen Baum pflanzen? Wahrscheinlich eher riskant, oder?

Ich spreche am Montag gleich mit dem Heizungsbauer. Wir sind definitiv sehr angefixt von der Idee - auch endlich mal etwas, wo man mit Eigenleistung punkten kann :)

Viele Grüße allerseits,
Hanna

Verfasser:
winni 2
Zeit: 21.07.2019 13:29:10
0
2805307
Kies-Rigole geht so:
http://htdialog.de/Forum/t/209540/Ringgrabenkollektor-jetzt-doch-das-OK-vom-Amt-bitte-um-Hilfe?page=2&PostSort=1
Das Regenwasser bringt Wärme, wenn sie gebraucht wird. In der Jahreszeit,
wo evtl. eine Abkühlung vom Himmel käme, wäre es egal.

Das kalte Ende des Slinky-Kolllektors sollte nicht an der Hauswand liegen,
aber eine teilweise Nutzung der Kellergrube macht Sinn:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=tFmZHo1iooSknLSzIMgv

Die Größe der Ringe findest Du unter "Rohrverteilung" im Menü.

Bäume dürfen über dem Kolllektor geplanzt werden. Bei Wasserleitungen
und nichts anderes sind die Solerohre, nimmt man da auch keine Rücksicht
darauf.

Grüsse und einen schönen Sonntag

winni

Verfasser:
Hanna1995
Zeit: 22.07.2019 10:19:51
0
2805497
Hallo nochmal,

gerade kam das Angebot vom Heizungsbauer. Da er Bartl Wärmepumpen verbaut, bietet er uns eine Bartl Eco 2 SH G an mit 8kW Heizleistung! Das ist doch überdimensioniert, oder? Ich erinnere mich sogar, dass er meinte, dass man bei WP eher unterdimensionieren sollte.
Insgesamt kostet uns sein Part 12.300 Euro, da ist aber der Ringgrabenkollektor noch gar nicht eingerechnet, weder Planung noch Umsetzung.
Auch frage ich mich, ob die WP optimal ist für unsere PV-Anlage. Er bietet uns dafür extra noch einen Pufferspeicher mit 800l mit an, wegen der PV Anlage und der ERR und empfiehlt sogar noch einen extra Puffer mit 1000l dazu.
Ich weiß, jetzt werden wieder viele Einwände wegen ERR, Puffer, etc. kommen und ich sage ganz ehrlich, dass ich etwas verzweifelt bin: Mein Mann kennt sich nicht aus, mein Schwiegervater (der die Bauleitung macht) ist voll überzeugt vom Pufferspeichersystem, der Heizungsbauer macht es nur so, hat 30 Jahre Bartl Erfahrung und wir kriegen einfach keinen anderen so kurzfristig. Daher muss ich das so akzeptieren und versuche es zumindest zu optimieren. Die kleinere WP von Bartl hat nur 5,1kW, die ist dann wahrscheinlich zu klein...
Als wir noch bei der LWWP waren hat er mir wegen der PV Anlage irgendwann zumindest eine mit zwei Leistungsstufen angeboten, so wie ich das sehe, gibt es das bei den Sole-WP von Bartl nicht...

Hat hier vielleicht jemand Erfahrungen mit dem oben genannten System und kann mir bestätigen, dass das auch funktioniert?

Verfasser:
winni 2
Zeit: 22.07.2019 10:42:51
0
2805503
Jau, 30 Jahre Erfahrung und nichts dazu gelernt....:-(
Kenne ich auch von der hier ansässigen Wärmepumpenfirma bei der
Planung der Wärmepumpe meiner Mutter. Aber zumindest sind die auf
alle meine Änderungswünsche eingegangen...

Die 5 kW Bartl reicht, aber der COP-Wert bei 0/35 ist mit 4,4 nicht auf der
Höhe der Zeit. Bei der 8 kW auch nicht.

Auf jeden Fall passt die 5 kW, weil die Heizlastabschätzung berücksichtigt
keine internen und solaren Wärmegewinne und die spielen bei einem Neu-
bau eine große Rolle:
https://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/199288/Auslegung-wieviele-kW-braucht-die-WP

Ausserdem hat die, wenn man die Heizflächen auf Vorlauftemperatur 30 Grad
auslegt, was immer zu empfehlen ist, für bessere Wärmepumpeneffizienz,
ca. 6 kW Leistung.

Wenn dieser unsägliche Speicher nicht zu verhindern ist, möglichst klein
und keinesfalls als Trennspeicher mit einer zweiten Pumpe für den Heizkreis!

Viel Glück....

winni

Verfasser:
gnika7
Zeit: 22.07.2019 11:03:24
2
2805511
Zitat von Hanna1995 Beitrag anzeigen

gerade kam das Angebot vom Heizungsbauer. Da er Bartl Wärmepumpen verbaut, bietet er uns eine Bartl Eco 2 SH G an mit 8kW Heizleistung! Das ist doch überdimensioniert, oder?[...]

Die WP hat laut Datenblatt 8kW Heizleistung. Bei 7kW Heizlast ist noch einigermaßen hinnehmbar. Bei 5kW auf keinen Fall. Ich würde ich an deiner Stelle versuchen viel Druck zu machen und ein anderes modulierendes Gerät mit besserer Steuerung zu verbauen, denn
- PV-Eigennutzung ist mit Modulation viel besser
- der spezifische Wärmeentzug ist beo Modulation geringer, ergo höhere Effizienz.
Zitat von Ulmerle Beitrag anzeigen
Ich habe seit Herbst 2017 eine Bartl Eco 2 HG im Einsatz mit Ringgrabenkollektor (und zu meiner Schande noch keinen Erfahrungsbericht hier im Forum dazu geschrieben *hmm hmm*).
[...]


Zitat von Hanna1995 Beitrag anzeigen

Auch frage ich mich, ob die WP optimal ist für unsere PV-Anlage. Er bietet uns dafür extra noch einen Pufferspeicher mit 800l mit an, wegen der PV Anlage und der ERR und empfiehlt sogar noch einen extra Puffer mit 1000l dazu.
Ich weiß, jetzt werden wieder viele Einwände wegen ERR, Puffer, etc. kommen und ich sage ganz ehrlich, dass ich etwas verzweifelt bin: Mein Mann kennt sich nicht aus, mein Schwiegervater (der die Bauleitung macht) ist voll überzeugt vom Pufferspeichersystem, der Heizungsbauer macht es nur so, hat 30 Jahre Bartl Erfahrung und wir kriegen einfach keinen anderen so kurzfristig. Daher muss ich das so akzeptieren und versuche es zumindest zu optimieren.

Ohje, ich habe Mitleide mit dir. Ihr habt jetzt die Möglichkeit ein optimales System umzusetzen und dann wegen sowas bekommt ihr eine Lösung aus dem letzten Jahrtausend mit der Begründung, das haben wir schon immer so gemacht. WTF!!!! Wenn ich sowas lese, werde ich nur noch wütend bezüglich der Kompetenz der Handwerker.

1. Puffer ist erstmal Geldverschwendung. So viel Wärme aus PV mittels WP kannst du in diesem gar nicht einlagern, dass du damit mehr sparst als dieser kostet. Da ist wirtschaftlicher den Strom einzuspeisen! Also weg damit. Und lass dich nicht auf die Diskussion ein. Die sollen erstmal selber rechnen, wie viel Geld das Ding verbrennt

2. Puffer und Effiziez:
Knall mal denen den Fraunhofer-Feldtest zu WPs um die Ohren. Der folgende Satz ist dort tatsächlich FETT hervorgehoben

Am effizientesten schnitten Wärme-pumpen mit direkter Heizkreisbeladung, also ohne Pufferspeicher, ab.


3. Ansonsten lasse mal deinen Schwiegervater und deinen Mann hier mal lesen! Ich hoffe, dass diese zumindest soviel technisches Grundverständnis haben, dass man denen erklären kann, warum ein Heizungspuffer physikalisches Non-Sens ist.

Zusammengefasst: Heizungspuffer macht die Heizung und das Heizen teuerer!!!!

Grüße Nika

Verfasser:
MaJen
Zeit: 22.07.2019 11:33:12
0
2805518
Du kannst Dir ja von Deinem Mann den Mehrinvest in das ganze Puffergedöns ersetzen lassen, vom HB ca 100 EUR jährlich wegen des schlechten COPs der Bartl und von Deinem Mann nochmal 100 EUR p.a. wegen schlechterer Effizienz durch Puffer, von allen Beiden auch noch Mehrkosten wegen nicht optimiertem PV-Eigenverbrauch auf Grund nichtmodulierender WP. Da kommt ne ganze Menge zusammen.

Mithaftend jeweils der Schwiegervater ;-).

Verfasser:
crink
Zeit: 22.07.2019 11:42:34
1
2805523
Hi,

damit das Puffer-Bashing die Befürworter nicht verschreckt: Ein Heizwasserpuffer kann durchaus Sinn machen. Bei einer WP-Anlage sind allerdings diese Punkte zu beachten:

- Der Temperaturunterschied zwischen Heizwasser und Sole sollte möglichst gering sein, sonst steigt der Stromverbrauch stark an
-> Deshalb sollte möglichst gleichmäßig mit möglichst großer Wärmetauscherfläche geheizt werden
-> Deshalb kann der Selbstregeleffekt gut ausgelegter Flächenheizungen voll genutzt werden
-> Deshalb sind Einzelraumregelungen kontraproduktiv
-> Deshalb ist der Mindestvolumenstrom jederzeit sichergestellt
-> Deshalb ist hydraulisch kein Puffer notwendig

Wenn es nun darum geht, Wärme in den Puffer einzulagern, dann ist die lagerfähige Wärmemenge im Vergleich zur direkt im Estrich lagerbaren Menge verschwindend gering. Ein Puffer, dessen Anbindung und dessen Einbau kosten viel Geld - dieses Geld ist besser in der Dämmung des Hauses oder in der auf besonders niedrige Temperaturen ausgelegte Flächenheizung angelegt.

Mit anderen Wärmeerzeugern als einer WP kann das anders aussehen: Wer auf Basis fossiler Heizungen sein Handwerk gelernt hat sollte die Spezialitäten von WP-Heizungsanlagen in Ruhe durchdenken und sein Wissen updaten. Leider ist der Umsatz für einen Heizi ohne Pufferspeicher geringer, deshalb wird er im Zweifel immer eher für einen Pufferspeicher argumentieren...

Viele Grüße
crink

Verfasser:
Jürgen Kempf
Zeit: 22.07.2019 14:24:24
0
2805567
Vielleicht solle man das Puffergedöns weglassen und mal überlegen wie man eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Kühlfunktion integrieren kann.

Verfasser:
Hanna1995
Zeit: 24.07.2019 20:48:11
0
2806238
Und ich bin wieder ein Stück weiter, dank eurer Hilfe!

Heute habe ich mit dem Außendienstmitarbeiter von Nibe in Neubeuern telefoniert. Danke Jürgen Kempf für den Tipp. Er bat mir an, dass wir uns zu dritt mit unserem Heizungsbauer zusammensetzen. Das will ich mir noch gut überlegen, ich möchte ihn auch nicht vor den Kopf stoßen...

Was aber ein gutes Argument ist: Die Bartl JAZ ist bei 4,56, also wirklich nur knapp über dem Förderlimit, während die der Nibe F1155 bei 5,06 rauskommt - bei gleichen Eingabewerten!

Jetzt habe ich jedoch noch eine Frage zur ERR: Ist folgender Gedankengang von meinem Schwiegervater korrekt? Wenn ich ihn nämlich noch auf meine Seite bringe, kriegen wir die smarte Lösung ohne Puffer auch beim Heizungsbauer durch :)
--> "Bei einem System ohne Speicher und ERR muss der gesetzlich vorgegebene hdr. Abgleich so erfolgen, dass alle Heizkreisläufe auch bei unterschiedlicher Größe so mit Wärme versorgt werden, dass überall die gewünschten Temperaturen erzielt werden. Das erfolgt aus meinem Verständnis dadurch, dass in jedem Heizkreislauf die notwendige Durchflussmenge fix eingestellt wird (durch mechanische Einstellschrauben nicht mit elektrischen Stellelementen). Hier sehe ich eine ganz grosse Problematik! Welcher Heizungsbauer fängt da in Absprache mit dem Kunden an zu spielen, bis die Verteilung exakt empfunden wird? Oder gibt es da eine vernünftige Vorgehensweise, wie man das messtechnisch erfasst und in überschaubarer Zeit zum Ziel kommt?"

Die perfekte Lösung wäre natürlich, dass die Nibe WP so smart ist und das alles selbst erkennt. So wird es aber wahrscheinlich nicht sein. Hat hier jemand Erfahrung mit und weiß die richtige Antwort? Zudem: Hat hier jemand Erfahrung mit der Nibe Raumregelung, mit der man auch zentral steuern kann, wo die Wärme hinfließen soll?

Wie immer: Ein großes Danke im Voraus!

Verfasser:
MaJen
Zeit: 24.07.2019 21:47:06
0
2806251
Zitat von Hanna1995 Beitrag anzeigen

Hier sehe ich eine ganz grosse Problematik! Welcher Heizungsbauer fängt da in Absprache mit dem Kunden an zu spielen, bis die Verteilung exakt empfunden wird? Oder gibt es da eine vernünftige Vorgehensweise, wie man das messtechnisch erfasst und in überschaubarer Zeit zum Ziel kommt?"
,[...]


Das macht der HB nicht, musst Du im Betrieb selbst austesten. Und das Problem besteht unabhängig von der Art der Wärmeerzeugung.

Eigentlich sollte das aber nur eine Feineinstellung sein beziehungsweise falls ausnahmsweise mal ein Zimmer nicht wie von Dir vorgegeben beheizt werden soll. Denn: die Auslegung der Heizkreise in den Zimmern muss vom Heizungsbauer oder einem sonstigen Planer gemacht werden. Diese Auslegung ist im Grunde genommen so vorzunehmen, dass man alle Heizkreise offen lassen kann und theoretisch nichts mehr nach Justieren muss an den Stellventilen. In der Praxis sieht es ein bisschen anders aus, da spielen das Nutzerverhalten, nutzerspezifische AbWärme und solare Erträge eine Rolle. Das muss der Nutzer dann nachjustieren, dauert ja auch immer bis zu 24 h bis man eine veränderte Einstellung merkt.

Ansonsten gute Taktik, den Hersteller mit ins Boot zu nehmen. Ich hatte mich vor ein paar Jahren bei unserem Neubau auch geweigert einen Puffer einbauen zu lassen, dann kam von Vaillant nur die Ansage dass ich circa zwei drittel Heizkreise zur Sicherstellung Mindestvolumenstrom immer offen lassen muss, mehr nicht. Dann hat der Heizi ohne Bedenken die Wärmepumpe direkt an die Heizkreise angeschlossen.
Und ja, es funktioniert problemlos, nur wenige Heizkreise sind leicht gedrosselt. Viel Volumenstrom, niedrige Heizwassertemperatur bringt die Effizienz, nicht der Pufferspeicher.

Verfasser:
MaJen
Zeit: 24.07.2019 22:02:57
0
2806257
Die elektrischen Stellantriebe in den Heizkreisverteilern sind abgeschraubt, baumeln jetzt stromlos am Kabel und sind durch Plastikschraubkapoen ersetzt worden. Die Stellantriebe ziehen ganz schön viel Strom, wer welche hat einfach mal dran fassen wenn sie Strom führen.

Unsere sind stromlos geschlossen, musste die Solltemp überall soweit runternehmen, dass sie nicht aktiv sind. Also totales Lahmlegen der elektrischen Thermostatventile. Das Beste ist gar nicht erst einbauen.

Verfasser:
Hanna1995
Zeit: 19.08.2019 18:58:33
0
2814719
Hallo ihr Lieben,
jetzt habe ich schon lange nichts mehr von mir hören lassen, so ein Hausbau ist einfach unfassbar viel Arbeit...
Der Ringgrabenkollektor ist aber nach wie vor aktuell und ich habe noch vier Fragen zur konkreten Umsetzung:
- Können die geraden Solerohre w/k in KG-Rohren verlegt werden? Grund dafür wäre, dass der Erdbauer dann den Kellergraben gleich ausnützen könnte. Außerdem würde er die Entwässerungsrohre, die an der gleichen Stelle nur höher liegen, ebenfalls jetzt machen und man kann danach ja nicht um diese Entwässerungsrohre herum graben, um tiefer zu kommen. Wenn das geht, würden wir diese Woche die geraden KG-Rohre als Leerrohre für die w/k Solerohre machen und den RGK dann sobald der Rohbau steht und die Innenarbeiten weitergehen (Anfang/Mitte Oktober) Juhu!
- Können wir für unsere 6,4 kWh Heizlast (doch nicht 7kWh wie Anfangs gedacht) anstatt 2x32er Rohren auch 1x40er nehmen? Was spricht hier dafür/dagegen? Ist das die gleiche Länge, da das Solevolumen/m größer ist?
- Muss der Graben immer gewässert werden oder hängt das vom Auffüllmaterial ab? Ich habe jetzt Videos mit Wässerung und ohne gesehen, wobei ich keinen Unterschied beim Erdreich erkennen konnte.
- Reicht am Bagger ein Sieblöffel, um die größeren Steine rauszufiltern oder wie wird das vor Ort normal gehandhabt?

Besten Dank wie immer für Eure Hilfe!
Viele Grüße,
Hanna

Verfasser:
winni 2
Zeit: 20.08.2019 13:34:28
0
2814933
Hallo

- was Du mit den KG-Rohren meinst, verstehe ich nicht?
Sag mal auf welchen Plan Du Dich beziehst und nenne die Buchstaben-
Bezeichnung des/der Abschnitts.

- Da solltest Du wegen der Wärmetauscherfläche ein 400 Meter Rohr
nehmen, aber das ist im Handling am Stück zu schwer und müßte bei
der Hälfte verschweisst werden.

- Hängt vom Auffüllmaterial ab. Bei Lehm sehr zu empfehlen.

- Ich nehme an, das ein Sieblöffel mit sandigem Lehm nicht funktioniert.
Wenn größere Steine da sind könnte da im Graben jemand mit der
Schaufel die erste dünne Lage begutachten. und Steine raus klauben.

Grüsse

winni

Verfasser:
Lupo1
Zeit: 20.08.2019 13:41:33
0
2814937
Hallo Hanna,

man kann die Sole Rohre nachträglich in ein KG Rohr einführen.
Was hier aber wichtig ist, das KG Rohr sollte einen ausreichenden Durchmesser aufweisen. Außerdem sollte für eine leichte Einführung der 90° Bogen am besten aus 15° Teilstücken bestehen.
Wie wurde hier die Heizlast von 6,4KW ermittelt?
Der Vorteil der beiden 32er Rohre gegenüber dem single 40er Rohr ist die größere Tauscherfläche. Eine modulierende WP belastet den Graben gleichmäßiger als eine om/off Variante.
etwas geänderter Vorschlag von winni:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=E6WFMx5Yvs7r9MuxdzvC
Eine Versickerung ist bei einem RGK nicht zwingend notwendig. Falls man Gebühren für die Oberflächenwassereinleitung zu entrichten hat bietet sich eine Kiesrigolenversickerung an. Dadurch wird nur marginal die Leistung verbessert.
Hat euer Aushub viel Steine?

Wolfgang

Verfasser:
winni 2
Zeit: 20.08.2019 14:01:48
0
2814947
Hallo Wolfgang,

die Frage nach der Heizlast ist richtig und wichtig.
Sollte sich an den eingetragenen Werten der Heizlastabschätzung im Trenchplaner
nichts verändert haben, würde ich weiterhin diese Abschätzung als Basis der
Grabenplanung nehmen und dann könnte Hanna auch ein 300 Meter 40er
Rohr mit einer Grabenüberdimensionierung und einer modulierenden
Wärmepumpe wählen.

Deinen Vorschlag finde ich okay, aber wäre halt eine Ecke mehr Aushub und die
Soletemperaturen wären schlechter.

Grüsse

winni

Verfasser:
Hanna1995
Zeit: 24.08.2019 11:49:07
0
2816007
Hallo Winni und Wolfgang,

der Erdbauer hat gestern die 100er KG Rohre für beide Soleleitungen eingelegt, mit richtigen Bögen an den Ecken. Das sollte gut funktionieren. Leider hat er nur etwas eigenständig agiert und die Leitungen auf 1,5m Tiefe platziert anstatt auf 1,3m. Laut seiner Aussage meinte das der Heizungsbauer, dem hatte ich aber 1,3m genannt. Naja, egal. Wie beeinflusst das den Graben? Muss ich jetzt einfach den Rest auch noch um 0,2m tiefer setzen - den RG also auf 1,9m Tiefe?
Jetzt wird er erst mal nichts mehr (anders) machen, es ging nur darum, die Leerrohre jetzt einzulegen, damit man für alle weiteren Arbeiten genug Abstand zum späteren Haus hat.

Die Versickerung benötigen wir laut Vorschrift der Gemeinde, sie würde über dem Graben 11m lang in Abschnitt D verlaufen.

Ich hatte es so verstanden, dass die 32er Rohre einen Verteiler benötigen, der den Graben komplexer und anfälliger macht - auf der anderen Seite aber auch stabiler, wenn mal ein Rohr ausfällt und man dann noch ein zweites hat. Grundsätzlich habe ich aber keine Präferenz für 32 oder 40, wenn nichts klar für das eine oder andere spricht. Hinsichtlich WP haben wir uns nun nach reichlicher Überlegung doch für eine WP mit fester Drehzahl entschieden. Ich weiß, einige werden jetzt den Kopf schütteln, aber es sprachen viele Argumente dafür und unsere große PV Anlage schafft die benötigten 1,2 kW ohne Probleme - auch an Tagen mit weniger Sonne/Licht. Beeinflusst die Wahl der WP (Bartl Eco 1 S (HG) 5,1 kW) auch die genaue Ausrichtung des Grabens oder reicht die Heizlastberechnung? Diese wurde übrigens nach Din gemacht.

Wir haben im Grundstück eine tolle Humusschicht und dann darunter Erde mit Steine/Kiesel. Zur Baugrube hin werden die Steine größer, da dort teilweise Betonbruch verfüllt wurde. Es ist alles eine Frage der Definition: Was ist ein großer Stein? Wie hoch darf die Belastung auf den Rohren sein? Ist Grobkies (20-63mm laut Wikipedia) schon zuviel?

DANKE!

Verfasser:
winni 2
Zeit: 24.08.2019 15:02:07
0
2816049
Hallo Hanna,

die Tiefe ist wurscht, der Kollektor muss nicht in einer Ebene verlegt werden.
Der Verlauf kann ruhig hoch und runter gehen.

Ich hatte Dich gefragt, ob sich etwas an den eigetragenen Daten in der
Heizlastabschätzung im Trechnplaner verändert hat?
Wenn nicht, würde ich das 40er Rohr wählen, wenn doch, 2 mal 32er Rohr.
(DIN-Heizlastberechnungen sind ein weites Feld. Meist wird ein zu hoher
Luftwechsel berechnet, zuviel Warmwasserzuschlag und gerne die Wärme-
rückgewinnung der KWL nicht berücksichtigt....)

Direkt über dem Rohr sollten maximal 20 mm Steine verfüllt werden. Es bietet
sich an, die erste Lage mit Humus zu verfüllen und vorher den Grabenboden
mit einer Rüttelplatte zu ebnen.

Grüsse

winni

Aktuelle Forenbeiträge
de Schmied schrieb: Wie waren bei dir die Temperaturen in der Übergangszeit? Mir sind die 20° in der Heizkurve etwas zu niedrig, evtl kann...
Timoto schrieb: Hallo zusammen, danke nochmal für die rege Teilnahme. Der Sachverständige hat mir eine Mängelliste an die Hand gegeben...
ANZEIGE
Hersteller-Anzeigen
Website-Statistik