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Ausführung unbeheizter Spitzboden im (fast) Passivhaus
Verfasser:
Timoto
Zeit: 20.08.2019 13:39:43
0
2814936
Hallo zusammen, ich brauche nochmal euer Schwarmwissen.
Leider konnte ich im Netz nichts überzeugendes finden.
Unser EFH mit 1 1/2 Geschossen auf Bodenplatte soll einen unbeheizten Spitzboden als Lagerort und evtl. Aufenthaltsort des Lüftungsgerätes der KWRL erhalten.
Das Haus kommt in 4 Wochen und Stand jetzt soll das Dach komplett mit 6cm Holzfaserdämmplatten als Aufdachdämmung für den sommerlichen Wärmeschutz gedämmt werden. Zusätzlich erhalten die Sparrenzwischenräume 24cm starke Mineralwolle.
Das Dach soll dann laut ENEV einen U-Wert von 0,13 haben.
Das ganze hat unser Planungsbüro so geplant. Die Geschossdecke des Obergeschosses könnten wir dann "dämmen wie wir wollen".

Meine Frage, wie um Himmels Willen soll im Spitzboden ohne Fenster, Lüftungsgerät oder sonstiges ein Feuchteaustausch oder Abtransport von statten gehen.
Da habe ich doch spätestens nach dem Austrocknen vom Estrich im Winter schon Probleme oder habe ich einen riesen Denkfehler?

Auf das Luftdichtheitskonzept des Büros warte ich noch mit Spannung, da so ja die Luftdichtheitseben ins Dach geführt wird.

Was würdet ihr mir raten baulich zu ändern damit technisch alles einwandfrei funktioniert, gerade mit Blick auf Schimmel und Feuchtigkeit in einem Holzhaus.
Oder kann man das tatsächlich so ausführen?

Verfasser:
winni 2
Zeit: 20.08.2019 14:17:45
1
2814959
Hi,

ich finde Deine Bedenken völlig richtig.

Wenn die KWL oben montiert wird, würde ich die Dachschrägen dämmen
und eine Zu- und Abluft der KWL in den Spitzboden legen.

Wenn die KWL nicht in den Spitzboden kommt, würde ich dort keine
Aufsparrendämmung verlegen sondern die Sparren entsprechend auf-
doppeln, das sollte auch Kosten sparen.

Dazu interessant:
https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=12&ved=2ahUKEwijt56btpHkAhXK_qQKHQXUDk8QFjALegQIABAC&url=https%3A%2F%2Fwww.ib-scheffler.de%2Ffileadmin%2Fdocuments%2FDer-Bausachverstandige-15-1-Scheffler-Raumklima.pdf&usg=AOvVaw1EhyVpFctimjfXWfcJK3lL

Grundsätzlich verbessert aussenliegende Masse, wie ein Holzfaserdämmplatte
den Hitzeschutz nicht so sehr, wie innenliegende Masse unter der Dämmebene,
z.B. eine OSB-Platte unter den Balken der obersten Geschossdecke, wenn der
Boden mit Balkenlage ausgeführt wird. Könnte man auch in den Schrägen, statt
der Holzfaseraufsparrendämmung machen.
Bei "ubakus" kann man das alles schön simulieren.

Grüsse

winni

Verfasser:
Timoto
Zeit: 20.08.2019 15:27:15
0
2814985
Mal wieder vielen Dank für deine Meinung Winni.

Also habe ich doch keinen Denkfehler. Ich fasse zusammen:

Wenn möglich das Lüftungsgerät im Spitzboden montieren und den Dachboden mit belüften. Demzufolge sollte ja auch die Luftdichtigkeitsebene im Dachstuhl und nicht in der obersten Geschossdecke sein.

Wenn nicht, sollte ich die Aufsparrendämmung trotzdem überall montieren und nur die Zwischensparrendämmung in dem Bereich des Kontaktes mit Wohnraum einsetzen und den Spitzboden innen ungedämmt lassen?
Was meinst du mit Sparren aufdoppeln?
Wie erfolgt dann der Feuchtetransport und Luftaustausch?
Sollte ich dann dezentrale Lüfter oder ähnliches verwenden?

Verfasser:
winni 2
Zeit: 20.08.2019 15:49:53
0
2814992
Ich würde die Aufsparrendämmung nicht durchziehen, weil dann der
Dachboden ziemlich dicht wird und die Gefahr besteht, das es an der
Unterseite der Dämmung schimmelt.
Wird der das nicht dicht ausgeführt, hat die Dämmung keinen Sinn.

Mit Aufdoppeln meine ich, die 6 cm Aufsparrendämmung würde ich an der
Oberseite der Bodendämmung des Spitzdachs aufhören lassen. Um eine
Dachflucht zu erreichen, kommt dann ein 6 cm Balken auf die Sparren bis
in den First. Darauf eine übliche Unterspannbahn, gegen Flugschnee, etc.,
was dann normal eine gewisse Belüftung des Spitzbodens gewährleistet,
wenn man den First offen lässt, also kurz vor der Spitze keine Folie verlegt.

Grüsse

winni

Verfasser:
Pedaaa
Zeit: 20.08.2019 16:24:12
0
2815003
ich hab den Spitzboden bei mir einfach ungedämmt lassen.
In den Giebelwänden sind große Lüftungslöcher, damit ist dieser schön belüftet. Da schimmelt nix.
Luftdichtebene + Dämmebene ist die oberste Geschossdecke.
Die Bodentreppe ist zwar auch sehr gut gedämmt, aber bleibt die (kleine) Schwachstelle.

KWL im Spitzboden platzieren und/oder einbinden wäre so oder so falsch, wenn dieser unbeheizt ist.
Naja, sagen wir zumindest problematischer.

Verfasser:
Peter_Kle
Zeit: 20.08.2019 16:45:51
0
2815008
Wo ist denn das Problem den Dachboden fertig ausbaufähig zu dämmen

6cm Aufdach...24cm in die Sparren des Daches ( nicht Boden ) und dann die normale Dampfsperre...

Konterlattung damit Folie und Dämmung nicht runtersackt .. fertig...

Hast du eh KWL geplant blase etwas Frischluft ein....

Um welche hohen sprechen wir denn???

Unser Spitzboden mit 1,60 wäre sonst toter Raum wo alles zwar nicht schimmelt aber auch mal Feuchtigkeit zieht und klamm wird.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 20.08.2019 16:50:48
0
2815011
Unser zugiger Dachboden ist alles andere als ein toter Raum, Peter.

Da sammelt sich mehr und mehr Kram an und der gammelt auch nicht,
was vielleicht besser wäre. :-)

Grüsse

winni

Verfasser:
Timoto
Zeit: 20.08.2019 18:47:37
0
2815045
1.: Es macht doch keinen Sinn bzw das Luftfeuchte Problem wäre doch trotz Dämmung und Luftdichtheit und KWRL ohne eine Heizung im Spitzboden immer noch nicht erledigt oder? Vorallem einen ungeheizten Raum mit der Lüftungsanlage belüften ??? Temperatur Differenzen zu Wohnräumen sind doch auch ein Problem oder?

2.: Ich hätte schon gerne das Lüftungsgerät auf dem Dachboden um Platz im HWR zu sparen und ich von oben be und entlüften kann.

3. Mitte Dachboden sind ca. 2m Höhe mit 45 Grad Neigung

Das ist doch alles Kappes ey....

Verfasser:
winni 2
Zeit: 20.08.2019 18:53:35
0
2815047
Doch, ohne Heizung, aber mit guter Dämmung und Zu- und Abluft von der
KWL sollte das klappen, denk ich.

Du blässt ja keine feuchte, warme Wohnraumluft ein, sondern die meist
trockene Luft im Winter und die kann dann vom Wärmetauscher erwärmt
gut evtl. Feuchtigkeit aufnehmen.

Grüsse

winni

Verfasser:
Timoto
Zeit: 20.08.2019 19:26:28
0
2815055
Nun gut, kann ich das Lüftungsgerät denn bedenkenlos dort aufstellen? Im Winter sind dort doch trotzdem um die 5 Grad wahrscheinlich oder?
Wie verhält sich das im Sommer? Spielen die wahrscheinlich höheren Temperaturen im Spitzboden eine Rolle bei der Frischluft für die unteren Geschosse?

Verfasser:
Pedaaa
Zeit: 20.08.2019 21:13:42
0
2815111
Ich finde das nicht ideal.
Entweder Dämmen und dann auch gleich beheizen und in die Lüftungsanlage mit einbeziehen.
Wär das eine Möglichkeit?! Kannst ja teilweise offen lassen, das gibt auch eine nette Optik.

Oder ungedämmt lassen mit Aussenluft-Lüftung und Lüftungsgerät wo anders aufstelle. Meine Meinung.

Gedämmt mit KWL-Belüftung ist doch auch irgendwie blöd.
Nur die KWL Zuluft wird den Spitzboden wohl nicht heizen. Und vor allem mit Enthalpietauscher gibts dann trotzdem ein Feuchte-Thema.
Und will man sich wirklich die kalte Abluft vom Spitzboden ins Lüftungssystem ziehen?
Der Spitzboden wäre damit quasi einfach eine große Effizienzbremse für die KWL.

Und gedämmt mit Aussenlüftung macht erst keinen Sinn.

Verfasser:
kadauz
Zeit: 21.08.2019 09:48:31
0
2815218
Ich sehe das ganze nicht so problematisch.

Wir haben auch einen gedämmten, aber unbeheizten Spitzboden als Kellersersatz, wo auch die KWL installiert ist. Wir haben am Giebel jeweils ein Fenster. Es findet kein Luftaustausch dort statt.

Im Winter herrschen dort minimal 16°C bei einer relativ niedriger Luftfeuchtigkeit. Feuchtigkeit war noch kein Problem, nichtmal an den Fenstern. Normalerweise hält sich niemand dort oben auf, so kann auch keine Feuchte entstehen.

Wenn Du auf Nummer sicher gehen möchtest, kannst Du Dir ja einen Bayernlüfter installieren lassen. Oder halt doch 2 kleine Fenster am Giebel.

Verfasser:
holter
Zeit: 21.08.2019 10:11:30
0
2815232
Wenn das komplette Dach "fast passivhaustauglich" gedämmt ist, dann wird es auch nicht viel kälter als die Räume darunter. Ich würde keine/kaum Dämmung in die Zwischendecke packen, diese zusätzliche Dämmung könnte auch noch als Untersparrendämmung auf dem Spitzboden die Gebäudehülle verbessern.
Dann muss man die Lüftungsleitungen nicht extra dämmen, kann nach Lust und Laune Deckenspots einbauen und eine günstige Bodentreppe nehmen.
Wenn der Spitzboden klein ist, dann ist die zusätzliche Außenfläche zu vernachlässigen, wenn er größer ist, dann könnte man statt der Bodentreppe eine Raumspartreppe nehmen und hat noch einen Hobbyraum :)

Verfasser:
Pedaaa
Zeit: 21.08.2019 10:20:23
0
2815238
@holter:
Das wäre im Prinzip wie meine vorgeschlagene die Variante "Spitzboden gedämmt und beheizt"
Das funkt sicher gut.

Verfasser:
guste100
Zeit: 21.08.2019 13:57:49
0
2815305
Zitat von Timoto Beitrag anzeigen
(...)das Dach komplett mit 6cm Holzfaserdämmplatten als Aufdachdämmung für den sommerlichen Wärmeschutz gedämmt werden. Zusätzlich erhalten die Sparrenzwischenräume 24cm starke Mineralwolle.
Das Dach soll dann laut ENEV einen U-Wert von 0,13 haben.

Das ganze hat unser Planungsbüro so geplant. Die Geschossdecke des Obergeschosses könnten wir dann "dämmen wie wir wollen".


Timoto,
kann es sein, dass du Sparen und Zangen verwechselst?
Das Planungsbüro plant es richtig. Das Dach ist die Dämmebene (Sparen). Damit ist's außen kalt und im Dachstuhl warm. Da wird also auch nichts kondensieren und schimmeln. Du wirst kaum Temperaturunterschiede zwischen Wohnräumen im EG und dem OG haben.

Auch wenn es verlockend klingt, so solltest du jedoch nicht anfangen, die EG Decke (Zangen) zu sehr zu dämmen. Sonst entsteht eben doch ein Temperaturunterschied und du müsstest die Luftdichtigkeit zwischen EG und OG legen, mit den bekannten Problemen bei den ganzen Durchdringungen, dem Lüftungsgerät etc.

großzügige Dämmung im Dach, keine Dämmung zwischen EG und OG und alles wird gut.

Gruß
Guste

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