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Vaillant AroTherm Wärmepumpe richtig einstellen (mit PV Eigennutzung)
Verfasser:
BernhardG
Zeit: 18.08.2019 15:57:40
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2814349
Hallo zusammen,

Wir haben im Neubau (besser als KFW55) eine Vaillant AroTherm VWL 55/3 sowie eine 9,6 KWP PV Anlage. Keine Solarthermie, kein Heizungspuffer (300l Brauchwasserspeicher) und keine Einzelraumregler. Das VRC700/5 Bedienpanel wird als Raumtemperaturregler genutzt. Ausschließlich Fußbodenheizung ist vorhanden, das sollten eigentlich also gute Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb sein, auch wenn die Norm Aussentemperatur von -17° für die Luft/Wasser WP nicht optimal ist.

Aktuell versuche ich, die Warmwasserbereitung im Sommer zu optimieren. Wir brauchen nur wenig Warmwasser, daher würde es ausreichen 1x täglich (oder auch seltener) die WW Bereitung per Zeitprogramm zu starten, und dann einige Stunden laufen zu lassen. In der Realität scheint jedoch die Steuerung bei Vaillant so gestaltet zu sein, dass die Wärmepumpe immer versucht möglichst schnell das Warmwasser bereitzustellen, so dass die Wärmepumpe an der max. möglichen Leistungsgrenze betrieben wird, oder - wenn man die Soll Vorlauftemperatur weit genug absenkt - zu takten beginnt, anstelle die Leistung zu reduzieren.


Welche Einstellungen sind hier sinnvoll, bzw. wie kann ich in der Konstellation die WP dazu bringen, ihre Leistung zu reduzieren, und sich mit der WW Bereitung Zeit zu lassen? Die Standard Einstellung von Vaillant scheint mir so gewählt, dass die WW Bereitung überwiegend mit dem elektrischen Zuheizer erfolgt. Hat hier jemand Erfahrung mit Vaillant und eventuell mit der Kombination SMA Home Manager 2.0 und der AroTherm mit Internet Gateway (derzeit bei uns nicht vorhanden)?

Vielen Dank
Bernhard

Verfasser:
Kristine
Zeit: 19.08.2019 01:24:55
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2814506
Bei dem großen Speicher würde ich mal den Maximalwert von Warmwasser auf 45Grad einstellen und den Offset Warmwasser auf 2K. Die Hysterese Warmwasser würde ich auf 6K stellen.

Und vor allem den Heizstab für Warmwasser deaktivieren.

Jetzt wird nur noch mit 47Grad warmen Wasser aufgeheizt.

Verfasser:
BernhardG
Zeit: 19.08.2019 20:19:47
0
2814741
So ähnlich dachte ich zunächst auch. Temperatur im Speicher möglichst niedrig, Ofset runter, so dass die Wärmepumpe den Speicher schön langsam auf Temperatur bringen kann. Damit der Verbrauch niedrig bleibt, den Heizstab aus. Doch Pustekuchen - die Rechnung hab ich ohne Vaillant gemacht. Die Wärmepumpe fängt also an mit Volllast zu heizen bis die Soll Vorlauftemperatur erreicht ist (nach Deiner Empfehlung 45° + 2° = 47°C), schwingt 2°C drüber (also jetzt 49°C) und schaltet dann ab. Der Speicher steht dabei natürlich noch weit unter den gewünschten 45°C. Die Umlaufpumpe läuft weiter, bis die Vorlauftemperatur wieder runter ist. Jetzt wird das Spiel wiederholt. Erst wenn man den Offset so groß macht, dass die Wärmepumpe die Soll Vorlauftemperatur nicht mehr erreicht, läuft sie an der max. möglichen Vorlauftemperatur durch, bis die Soll Speichertemperatur erreicht ist. Ist bei dieser Vergewaltigung der Heizstab eingeschaltet, so schaltet die Wärmepumpe irgendwann ab, und der Heizstab sorgt alleine für sinnlos hohe Vorlauftemperaturen.

Im Sommer könnte ich mit dem Strom aus der PV eventuell auch nur mit dem Elektroheizer unser Warmwasser machen. Dazu müsste ich eigentlich nur den EVU Kontakt einschalten und auf "Nur Wärmepumpe sperren" konfigurieren, und dann bei Stromverfügbarkeit 1x Speicherladung anfordern. In der kalten Jahreszeit würde es vielleicht mit der WP besser klappen, da sie hoffentlich nicht abschaltet, sondern wieder auf Heizbetrieb zurückgeht. Doch eigentlich ist das Murx. Gibt es keine Möglichkeit, die Wärmepumpe das Brauchwasser langsam und schonend aufheizen zu lassen?

Dank euch.

Verfasser:
Tommeswp
Zeit: 19.08.2019 20:22:32
0
2814744
Vielleicht läuft die Umwälzpumpe einfach zu langsam.

Verfasser:
BernhardG
Zeit: 19.08.2019 21:42:07
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2814762
knapp 2000l pro Stunde ist glaube ich nicht zu wenig (Durchsatz aus der Anzeigeeinheit der Heizung abgelesen).

Verfasser:
Kristine
Zeit: 20.08.2019 00:03:45
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2814790
Was ist das denn für ein Brauchwasserspeicher genau? Klingt ja so als würde der Wärmetauscher die Wärme nicht schnell genug übertragen können.

Verfasser:
smue79
Zeit: 20.08.2019 09:05:44
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2814856
Würde mich auch interessieren, welcher Warmwasserspeicher das ist? Der normale Unittower von Vaillant hat doch normal nur um die ~ 190 Liter Wasserinhalt?

Oder ist das ein 300 Liter externer Speicher plus Hydraulikstation verbaut worden, und kein Unittower?

Ist das dann auch die normale AroTherm oder die AroTherm Split?

Verfasser:
BernhardG
Zeit: 20.08.2019 20:38:18
0
2815092
Der Speicher ist ein Thermic Energy TWS-2W 300 PU50, die beiden glattrohr Wärmetauscher sind in Reihe geschaltet, also 2,8qm Tauscherfläche. Thermic selbst verwendet beim sog. Wärmepumpenspeicher 3,8qm, also etwas mehr Fläche, als dieser Standard Speicher hat.

Natürlich nimmt der Speicher bei geringem Offset die Wärme nur langsam ab, da er im oberen Bereich des Speichers deutlich wärmer ist. Das dürfte bei jedem Speicher so sein. Hier wäre es einfach hilfreich, statt mit hohen Vorlauftemperaturen mit Zeit, niedriger Vorlauftemperatur und niedriger Leistung den unteren Bereich nach und nach hoch zu heizen, bis der Speicher ziemlich gleichmäßig warm ist.

Es ist kein Unitower verbaut, nur die AroTherm Compact (also nicht Split), innen die Hydraulikstation, und der Trinkwasserspeicher. Einen Pufferspeicher konnte ich zum Glück verhindern.

Verfasser:
PeterBayer
Zeit: 21.08.2019 16:57:17
0
2815351
naja dafür hast du einen Warmwasserspeicher der mit 300l doch sehr groß ist. Bei weniger als 4 Personen ist der Speicher wirklich sehr groß. Hier möchte ich mal das Stichwort Trinkwasserhygiene in den Raum werfen. Gerade wenn die Temperaturen noch sehr niedrig sind.

Der verbaute Warmwasserspeicher scheint auch nicht für eine Wärmepumpe ausgelegt zu sein. Aus eigener Erfahrung verbaue ich bei Wärmepumpen nur noch Warmwasserspeicher die für den Betrieb mit Wärmepumpen ausgelegt sind. Das Thema bekommt man sonst nie in Griff.

Was genau willst du den mit dem SMA Home-Manger machen? Die PV-Ready-Funktion der Wärmepumpe kannst du auch über Relais oder Schütze ansteuern.

Verfasser:
BernhardG
Zeit: 21.08.2019 22:04:01
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2815431
Der WW Speicher ist ein normaler Solarthermie Speicher. Funktioniert in der Standard Konfiguration in dem Fall, da Vaillant sehr großzügig mit dem elektrischen Zuheizer umgeht. Elegant und effizient ist das natürlich nicht. Schaltet man den Zuheizer - wie vielfach nicht nur hier empfohlen - ab, läuft die Wärmepumpe materialmordend an der Leistungsgrenze, oder produziert Verdichterstarts ohne Ende, weil sie taktet statt die Leistung runter zu regeln. Schade. Eine topp Leistung von einem renomierten europäischen Traditionsunternehmen. Modulierende Wärmepumpe :-O

Die hygienischen Gefahren durch den großen Speicher machen mir weniger Sorgen. Wir haben bewusst auf die WW Zirkulation verzichtet, darin sehe ich den größten Faktor für verkeimtes Trinkwasser. Durch die relativ niedigen Heiztemperaturen dürfte auch kein nennenswerter Ausfall von Kalk sein. Einbau einer Enthärtungshanlage (hartes Wasser, DH15) überlegen wir gerade noch. Montage ist kein Problem, Montagestelle mit Passstück bereits vorgesehen.

Den Home Manager brauche ich für verschiedene Verbraucher, und zur Befriedigung meines Spiel- und Optimierungstriebes. Einige Haushaltsgroßgeräte müssen eh neu angeschafft werden, und können dann auch HomeConnect. Smart finde ich die Unterstützung der billigen WLAN Steckdose durch das Ding. Da kann sich Vaillant mal eine Scheibe davon abschneiden. Ich werde in großen Teilen des Hauses extra Steckdosen montieren, die nur bei direkter Stromverfügbarkeit von der PV Anlage eingeschaltet werden. Für viele Haushaltsgeräte reicht das, z.B. Saugroboter, Akkuladegeräte, elektrische Zahnbürsten usw. Der Haarföhn der Ehefrau gehört da natürlich nicht dazu, wohl aber der Luftentfeuchter im Keller in den ersten Jahren.

Dass man mit den Eingängen der Vaillant auch eine Eigenverbrauchssteuerung realisieren kann, hab ich inzwischen auch bemerkt. Soweit ich das interpretiere, lässt sich damit funktional das realisieren, was über das nicht vorhandene Netzwerkmodul und den Home Manager auch gehen würde, also sehr wenig, und insbesondere keine Leistungsbegrenzung der Wärmepumpe.

Die Anlage umzubauen, einen anderen Speicher oder eine andere Wärmepumpe einzubauen wäre völlig unwirtschaftlich, daher bleibt das jetzt erstmal so, und ich muss das Beste draus machen. Wenn die Wärmepumpe platt ist, sind die Karten neu gemischt. Vaillant kaufe ich dann natürlich nicht mehr. Oder ich verhandle nochmal mit dem HB, ob er hier eine Versuchsanlage mit Panasonic realisiert. Für mich ist das allerdings nur wirtschaftlich, wenn er das umsonst macht. Daran zweifle ich. Warum sollte er das tun?
Die Anlage war Bestandteil bei unserem Hausbauer. Der Heizungsbauer ist relativ gut. Er weiß wie man WP Heizungen optimieren kann, darum haben wir keinen Heizungspuffer, kaum Einzelraumregler und dickere Heizungsrohre. Er hatte uns wärmstens die FlexoTherm empfohlen (er wirft mir heute noch vor, dass wir uns für die AroTherm entschieden haben), allerdings wäre die für uns insgesamt wesentlich teurer geworden (aufwändigere Leitungsverlegung usw., geschätzt über 5.000€ Mehrkosten, das hätte sich nie amortisiert). Die meißten Kunden bemerken diese Dinge leider nicht. Es hat bei ihm jetzt 6 Jahre gedauert, bis ein Kunde seinen Verdacht bestätigen konnte. Die AroTherm Mono taktet im WW Betrieb, statt die Leistung zu modulieren.

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