Cookies erleichtern die Bereitstellung der Dienste auf dieser Website. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden.

Alle
Foren
Fassadendämmung an Fachwerkhaus
Zeit: 05.08.2019 23:03:49
0
2810515
Hallo,

wir haben ein ca. 120 Jahre altes freistehendes Fachwerkhaus - zumindest ist die Giebelwand mit Fachwerk versehen, an anderen stellen ist es nicht zu sehen. Zwischen dieser Wand und der Innenwand (12er Ziegel?) ist im Untergeschoss ein Hohlraum, dieser hat keine Verbindung nach außen und innen. Innen und außen ist Kalkzementputz. Ubakus gibt je nach Putz ein U-Wert: von 1,5 bis 1,628 W/m²K an.

OG ist Gipskarton mit Mineralwolle von Innen als Dämmung an der Fachwerkwand. Führt zwar zu einem U-Wert von 0,896 W/m²K - leider mit Wasserproblemchen.

Ich habe grds. vor, die Heizung (Nachtspeicher und Ofen) zu erneuern, jedoch lässt mich die Dämmproblematik nicht los, da ich gerade versuche den Wärmebedarf zu berechnen.

Ein bekannter Handwerker hat mir gesagt, dass die komplette Dämmung inkl. Farbanstrich (diffusionsoffen) und Mineralwolle (140 mm) ca. 115 € Brutto kosten würde.
Das ist m.M.n. viel Geld (23000 €) ... zu viel?

Der U-Wert wäre danach unter 0,3 W/m²K. Wieviel spart man hierdurch? Über die Außenwand verliert man ja "nur" 30 Prozent - oder irre ich mich da?

Kann das wirtschaftlich "machbar" sein? Amortisiert sich eine solche Maßnahme?

Ist Mineralwolle überhaupt das Beste Mittel bei den o.g. Gegebenheiten?

Ich hoffe Ihr könnt mir weiterhelfen!

Viele Grüße

Daniel

Verfasser:
Kristine
Zeit: 05.08.2019 23:59:18
2
2810528
Bei einem Fachwerkbau wäre ich ganz vorsichtig mit dämmen. Du wärst nicht der erste, dem plötzlich die Balken wegschimmeln.

Verfasser:
HFrik
Zeit: 06.08.2019 07:02:06
1
2810542
Nun, mit Ubakus kann man das schon sicher berechnen.
Für die Teile ohne Sichtfachwerk könnte man eine Fassade vorhängen, das steht bei meinen Eltern an der Fassade (technisches Fachwerk BJ 1926) seit über 30 Jahren problemlos. Mineralwolle zwischen Holzrahmen die über Kreuz montiert sind, darüber im Fall meiner Eltern eine geschindelte fassade, das darf aber gerne auch eine schneller zu montierende Bretterfassade oder ähnliches sein. Das kann man leicht selbstmontieren, was dann deutlich unter 115€/m² kostet. Wir haben damals 24cm mit WLG 035 montiert.

Verfasser:
cacer
Zeit: 06.08.2019 10:43:14
1
2810585
variante 1 : geschlossene schalung drauf und zellulose oder holzfaser einblasen
variante 2 : unterkonstruktion / mattenförmige holzfaser o.ä. / winddichtung / Lärche Rombusschalung o.ä.

oder 3. :Holzfaserwandplatten verputzbar.

bitte keine nichtsorptiven matten wie glas oder steinwolle und keine dichten platten wie styropor etc.

egal was du machst, lass dich dabei von einem profi fur fachwerksanierung begleiten und lass das berechnen bezüglich taupunkt und wasser.
anschlüsse, sockel etc ... alles heikel bei fachwerk. da darf man nicht so rumbasten, wenn es noch ein paar dekaden halten soll.

das ganze erscheinungsbild des hauses wird 100% anders.
denk und recherchier nochmal über kapilaraktive diffusionsoffene innendämmung mit wandheizung nach. und erarbeite ein konzept mit nem profi.
ich will da garnicht missionieren, nur blende das nicht ganz aus.

generell: wenn du WP willst, musst du natürlich mit der heizlast runter um effizient zu sein, sonst lohnt sich das alles nicht.

alles in allem wird das ne riesen baustelle. ;)

Verfasser:
HFrik
Zeit: 06.08.2019 11:32:32
3
2810593
Also nach meinen Erfahrungen mit "Profis" würde ich da sehr viel selbst denken.
Und mich nicht so sehr von vorne herein auf bestimmte Stoffe festlegen. Mir wäre Holzfaser nicht so sehr sympatisch, weil mir da nicht klar ist was da alles an Chemie drinsteckt damit die Holzfaser nicht im laufe der Zeit das laufen anfängt. Soweit mir bekannt ist ist das mehr als nichts.
In der Mineralsowlle ist keine chemisch gebundene Energie, und brennen kann da auch nichts, ergo muss man da nichts in irgendeiner Weise schützen - kein Flammschutz, keine Biozide, etc. Und kondensieren soll da bei sauberem Aufbau garnichts.
Ergo ist für mich bei slchen Aufbauten Prio 1 dass der Aufbau kondensationsfrei ist und gut austrocknen kann wenn doch mal was schief geht.

Dass das Haus sich ändert, auch in den Proportionen, ist richtig. Damit muss man dann optisch passend umgehen - ggf auch durch Anpassung der Fensterposition in der Wand (Schiessscharteneffekt).
Ebenfalls empfehlen kann ich, zu klotzen und nicht zu kleckern. Du möchtest nicht die fassade noch mal machen, weil sie beim ersten mal zu dünn gedämmt wurde. Solche Fälle kenne ich aber massenweise ("mehr als 3cm Daämmung sind völlig unwirtschaftich" (1980) ;"mehr als 6cm Daämmung sind völlig unwirtschaftich" (1988); "mehr als 10cm Daämmung sind völlig unwirtschaftich" (2000);"mehr als 15cm Daämmung sind völlig unwirtschaftich" (2015)) Sicher ist, ab Passivhausstandard (U-wert 0,1-0,15) hat man mit der Wand Ruhe. Daran hat sich in 35 Jahren nichts geändert.

Zeit: 06.08.2019 12:40:59
1
2810607
Danke! Ich habe befürchtet, dass dies alles nicht einfach wird. Ich muss hier mit spitzen Bleistift rechnen.

Bei Ubakus wird bei der jetzigen Wand angezeigt, dass der Taupunkt in der Luftschicht ist: derzeitige Giebelwand

Wenn man nun mit 20 cm Mineralwolle rechnet, gibt es keinen Taupunkt mehr. Liegt dies daran, dass ich nur die Demoversion nutze oder ist die Darstellung richtig?

Giebelwand mit Dämmung

Ich würde hierdurch fast Passivhaus-Standart erreichen, wieviel Prozent der Heizkosten könnten realistisch eingespart werden?

Vielleicht lohnt sich der Umbau auf die LWWP (25.000 €) bei dann geringen Heizkosten nicht mal mehr?

Sorry für die vielen Fragen.

Daniel

Verfasser:
HFrik
Zeit: 06.08.2019 14:15:13
1
2810632
Also dass es kein Tauwasserausfall mehr gibt ist evrmutlich richtig.
Die Mieralwolle ist so difussionsoffen dass die Feuchtigkeit die durch die Wand diffundiert schneller verschwindet als sie nachkommt, und so bleibt alles immer unter dem Taupunkt. Geh in Ubakus in den Reiter Feuchtigkeit, da siehst Du das im Glaser-Diagramm (und so hatte ich das auch vor 35 Jahren mit Hand am Arm für das Elternhaus gerechnet, damals als E-Technik Student in der Unibibliothek mit den Tabellenbüchern der Bauigel...)
Wie viel Heizkosten eingespart werden sagt dir samt Lüftungsverlusten die Auslegungstabelle, wenn Du dein Wetter in der letzten Seite eingibst :-) Da ist eine Jahressimulation für ein Haus mit drin....
Komfortabler wird es im Haus ebenfalls werden mit der Dämmung, das wird oft vergessen.

Verfasser:
cacer
Zeit: 06.08.2019 21:00:16
1
2810729
Ich muss Helmut in großen Teilen recht geben.
vielleicht ist meine sichtweise auch etwas eingefärbt, möchte ich garnicht bestreiten.
mit profi war aber nicht derjeige gemeint, der geld mit seinem tun verdienen muss oder will, sondern jemand mit besonderer erfahrung und wissen im umgang mit fachwerk.
bei leckagen nassgewordene mineralwolle ist allerdings schwerer wieder trocken zu bekommen und sie wirkt nicht kapillar um das holz trocken zu halten.
wie gesagt, das muss einer mitplanen, der vor ort die richtigen pläne schmiedet.

daß die beimauerung innen liegt, war mir bisher nicht klar gewesen.
hoffen wir mal, daß die materialien mit dem möglichen tauwasser bisher umgehen konnten.

natürlich gibts bei dem neu angedachten aufbau einen taupunkt.
der liegt außen, denn du hast kein putz etc eingegeben.
mit wetterschutz (putz o.ä.) siehst du wo der taupunkt landet.
tatsächlich aber deutlich weniger ausfall als die jetztige situation.

dein feuchteproblem im OG hat auch die ursache in der gipsplatte vor dem fachwerk mit vermutlicher hinterströmung feucht warmer innenluft.
sowas ist auf dauer der tod der balken.

insekten und pilz sind schwer begeistert über hohe holzfeuchte.

@Helmut: Jahresimmulation fürs haus... ist wohl tatsächlich an mir vorbei gegangen. bin bei einer älteren version stehen geblieben.
muss ich mir angucken ;)
danke nochmal für dieses tolle tool.

gruß
micha

Zeit: 07.08.2019 16:18:51
0
2810965
Hallo,

stimmt, ich habe jetzt mal Putz mit angegeben und schon wird der Taupunkt angezeigt.

Ich habe nun eine Schätzung gelesen, wonach zwischen 15 und 20 Prozent an Heizkosten durch die Dämmfassade eingespart werden könnten. Das ist recht wenig, für den hohen Investitionsbetrag. Amortisieren wird sich das für mich vermutlich nicht. Ich werde mich jetzt mal nach einen guten Handwerker/Energieberater umschauen, vielleicht bekomme ich die Maßnahme gefördert.

Den Boden des Dachgeschoss kann ich mit 200er Mineralwolle auslegen, das wird sich recht schnell rechnen.

Viele Grüße

Daniel

Verfasser:
HFrik
Zeit: 07.08.2019 16:42:47
2
2810973
Wie viel Prozent die Fassadendämmung bei deinem HAus bringt, sagt Dir deine Heizlastberechnung. Das kann auch mehr sein wenn Du aktuell Fassadenmässig im Zelt wohnst.

Bezüglich Mineralwolle und Putz: der Putz hat einen höheren SD-WErt als die Mineralwolle, so dass sich dahinter die Feuchtigkeit staut und so der Feuchtigkeitsausfall entsteht. Eine hinterlüftete Bretterfassade ist da günsitger, und kostet auch weniger (auch die Mineralwolle ist da preiswerter, da reicht ein Klemmfilz)

Was die kapillare Aktivität der Mineralwolle angeht ist das richtig, dafür ist sie schön difussionsoffen - wenn man die Feuchte weiter aussen nicht einsperrt.
DAher ja auch das spielen mit den Tools vorab.
Damit sieht man welcher Aufbau wie gut geht, und wie viel Einsparung das bringen kann.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 07.08.2019 16:49:12
2
2810977
Fausformeln helfen da kaum weiter, es kommt auf die Anteile der Wand an
den Wärmeverlusten an. Bei Deiner schlechten Ausgangslage und ver-
mutlich kleinen Fenstern, kann da schon ein relativ großer Teil der Wärme-
verluste auf die Wände entfallen.

Bei ubakus kannst Du die energetische und finanzielle Amortisation der
Zusatzdämmung ermitteln. Mit Annahmen über die Kosten, kWh-Wärme-
Preis und Preissteigerung.

Und wie HFrik schon schreibt, mit warmen Wänden lebt es sich einfach
wesentlich komfortabler.

Grüsse

winni

Verfasser:
cacer
Zeit: 07.08.2019 22:09:35
1
2811072
kann ich beides auch nur wieder unterschreiben ;)

Zeit: 22.08.2019 19:56:45
0
2815668
Hallo,

Ich habe jetzt mal nach Preisen, Amortisation etc. geschaut. „Lohnen“ wird sich dies nur, wenn ich einiges selber mache und das Material einkaufe. Ein Gerüst bekomme ich im Rahmen der „Nachbarschaftshilfe“ 😉

Da der Dachüberstand/Dachkasten mit einem 19er Brett versehen ist und ich am Dach jetzt nichts mehr ändere, kann es höchstens 180 mm Dämmung werden. Im Moment denke ich an Steinwolle Putzträgerplatten WLG 034 - ist sowas für Fachwerk grds. geeignet? Ist es ratsam, die Platten im September/Oktober noch anzubringen oder soll ich es aufgrund des Wetters eher in den nächsten Sommer schieben? Müssen dies sofort verputzt werden - ich bekomme vermutlich hierfür keine Firma. 😩

Im Giebel habe ich bisher Schiefer, hier würde ich dann wohl auch dämmen (sonst wäre der Bereich ja nicht in der gleichen Flucht), obwohl der Dachboden ungenutzt ist - oder habt Ihr andere Vorschläge?

Viele Grüße

Daniel

Aktuelle Forenbeiträge
micha_el schrieb: Kann man die BW-Bereitung zu einem Zeitpunk starten wenn das Geräusch nicht stört? ich vermute die Funktion ist dazu da,...
lukashen schrieb: Hi, Deine Einrohrheizung könnte mit Saugdüsen realisiert sein (ist im verlinkten Artikel sehr gut beschrieben). Das Prinzip...
ANZEIGE
Hersteller-Anzeigen
Haustechnische Softwarelösungen
Hersteller von Armaturen
und Ventilen
Pumpen, Motoren und Elektronik für
Steuerung und Regelungen
Website-Statistik