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Wärmenetze werden unrentabel
Verfasser:
sukram
Zeit: 18.11.2011 18:14:47
1
1611662
Die fleissige Kati -mittlerweile auch wohlverdient Dr.- hat wieder zugeschlagen:

Die Wirtschaftlichkeit von Wärmenetzen sinkt mit verbesserter Dämmung der zu versorgenden Gebäude und geringerer Anschlussdichte, heißt es in einer neuen Studie der Ostfalia Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel. Besonders lokale und kleinere Nahwärmenetze werden so in Frage gestellt:

Überlegungen zu Einsatzgrenzen und zur Gestaltung einer zukünftigen Fern- und Nahwärmeversorgung DL pdf 2,15 MB

Verfasser:
crax Dieser Benutzer hat eine rote Karte erhalten
Zeit: 18.11.2011 18:24:48
0
1611670
Zitat von sukram Beitrag anzeigen
...Wärmenetze werden unrentabel...
Für wen?

mfg

Verfasser:
loeti-new
Zeit: 18.11.2011 18:30:48
0
1611678
Für die Stadtwerke die Die betreiben.

Verfasser:
WolfK
Zeit: 18.11.2011 18:51:04
1
1611688
Hm,
nichts Neues unter der Sonne, es ist immer am effektivsten, die Wärme dort wo sie gebraucht wird in der richtigen Menge zu erzeugen und direkt zu "verbrauchen", alle Umwege sind kontraproduktiv.

Gruss Wolfram

Verfasser:
loeti-new
Zeit: 18.11.2011 19:21:42
0
1611706
Das Problem sind die hohen Kosten für den Tiefbau der Leitungen. Die BHKs der Stadtwerke würden sich rechnen, für Stadtwerke und Kunden.

Verfasser:
sukram
Zeit: 18.11.2011 19:33:48
2
1611713
Und die Leitungsverluste.

Was die Stadtwerke betrifft- die machen (auch) Mist; zwar in kleineren Häufchen (darum bleibt's oft unter der lokalblättrigen Decke) - dafür umso mehr davon.

Ausserdem sind die (kommunal)politisch abhängig- da wird dann in (grüne) Projekte investiert, in die ein normal rechnender Mensch keinen cent investieren würde...

Was der Invest für's Leitungnetz betrifft- vor dieser Problematik stehen übrigens auch die Gasversorger.

Verfasser:
Horu
Zeit: 18.11.2011 20:38:09
0
1611751
Zitat von sukram Beitrag anzeigen
Die fleissige Kati -mittlerweile auch wohlverdient Dr.- hat wieder zugeschlagen:

[i]Die Wirtschaftlichkeit von Wärmenetzen sinkt mit verbesserter Dämmung der zu versorgenden Gebäude und geringerer Anschlussdichte, heißt es in einer neuen Studie der Ostfalia Hochschule[...]


Kleine, lokale Netze rechnen sich heute in den wenigsten Fällen.
Aktiv ausgebaut wird nur dort, wo durch Nutzung industrieller Abwärme die Mischkalkulation durch den geringen oder gar kostenlosen Einstandspreis der eingesetzten Energie mit den wirklich hohen Preisen für Tiefbau und Verbundrohr ein für den Endkunden akzeptierbarer Preis entsteht. Die Erzeugung der Wärme durch Gas, Öl oder Kohle (wie früher) ist heute in ein Neuprojekt nicht mehr einkalkulierbar.
Ein heute gebautes Einfamilienhaus mit gerade noch 5 KW Anschlußwert und 6 bis 8 MWh Jahresarbeit rechnet sich da natürlich nicht, wenn die Schmerzgrenze bei 95€/MWh liegt (zu recht).
Unter dem Aspekt der Ressourcenschonung gibt es aber viele gut gestaltete und auch wirtschaftlich erfolgreiche größere Versorgungsgebiete.

Verfasser:
Husmann
Zeit: 18.11.2011 20:52:31
0
1611756
Es gibt auch Bundesdrucksachen zu Hauf das Fernwärmenetze unrentabel sind, in Verbindung mit der Rentabilität und den Zukunftsaussichten. Da gibt es schon länger Studien vom Bund, scheint sich nicht geändert zu haben wenn ich den Link sehe.


best regards

Verfasser:
sukram
Zeit: 18.11.2011 21:00:35
1
1611758
Jaja- von wegen "Energie in Bürgerhand":

Ich les' grad' genüßlich den Teil über das landauf/landab gerühmte Jühnde durch: dacht' ich's mir doch...

z.B. Verteilungsverluste 30%.

Ausschnitt:
Zitat:
7.1.3 Erläuterungen und Problemlösung

Die Anschlussdichte im Dorf Jühnde ist bereits heute für die Bestandsgebäude zu gering, um
einen wirtschaftlichen Betrieb zu gewährleisten. Angenommen wird, dass die Kosten für einen
Anschluss an das Nahwärmenetz der Größenordnung von 5000 € eines Kesseltauschs
entsprechen müsste.
Weiterhin ist für jeden Interessenten die Beteiligung an der Betreibergesellschaft gefordert:
dies erzeugt Grundkosten, die bei der ursprünglichen (mehrheitlich vorhandenen) Ölversorgung
nicht vorhanden waren. Demgegenüber steht ein angeblicher Gewinn durch Heizkosteneinsparung
und durch eine jährlich ausgeschüttete Dividende.
Die in Bild 54 zusammengefassten und nachfolgend dargestellten Vorteile sind aus Sicht der
Verfasser teilweise "aus der Luft" gegriffen und nicht belegbar...


Was hab' ich oben geschrieben? Ein Häufchen Mist ;-)
Oder: Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint.

Von den 5,2 Mio Kosten waren übrigens 28% Zuschuss.

Die Kati traut sich wirklich was... immerhin ist sie Landesbedienstete.

Es soll ja beim Landesamt für Geologie BaWü im Falle geothermiebeheiztes mittelalterliches Rathaus Staufen (vorl. Schaden 40 Mio) auch einen Schbeabeiter gegeben haben, der die Sache ablehnen wollte; Ruckzuck war er weg vom Fenster (bzw. zumindest von diesem Projekt)- die schwarze Landesregierung wolle die Scharte Windkraft durch diesen Schwachsinn wettmachen... "sagt man".

Verfasser:
polsprung
Zeit: 19.11.2011 15:39:10
0
1612138
Vollkosten Wärme liegen im EFH-Neubau heute bei 250 €/MWh.
30 % Verluste sind unüblich und deuten auf Überdimensionierung und zu hohe Netztemperaturen hin.

Vernünftige Wärmenetze mit KWK überkompensieren die Netzverluste (üblich 10-15 %) und sparen in der Gesamtbilanz erheblich Primärenergie ein.

Im realen Vergleich Einzelheizung/Wärmenetz stehen geringeren Jahresverbräuchen deutlich höhere substituierte Vollkosten und günstigere Netzkosten gegenüber.

Anspruchsvolle Projekte können mit pauschalen Aussagen nur begrenzt beurteilt werden, entscheidend ist die belastbare Wirtschaftlichkeitsberechnung des realen Wärmenetzes.

So long
Horst Bernauer BET


PS
Markus, am 27.11. "ja" stimmen - wir bauen auf Baden!!

Verfasser:
sukram
Zeit: 12.12.2011 16:15:18
0
1625677
Zitat von polsprung Beitrag anzeigen
Markus, am 27.11. "ja" stimmen - wir bauen auf Baden!![...]

Ahemm- ich hab' mit "Nein" gestimmt.
Nicht weil es vieleicht bessere Alternativen gegeben hätte, sondern weil diese zu spät kämen.

*****

Zitat:
Fernwärme wird um 10 Prozent teurer

HANNOVER. - Fernwärmekunden müssen sich auf drastisch steigende Preise in diesem Winter einstellen. ... In rund 100 Versorgungsgebieten stiegen die Preise für größere gewerbliche und industrielle Kunden durchschnittlich um 10 Prozent innerhalb eines Jahres.

Die Preise für Fernwärme in den neuen Bundesländern liegen immer noch deutlich über Westniveau. „Kunden zahlen für die gleiche Leistung in Ostdeutschland durchschnittlich 21 Prozent mehr“, ...
...
Erhebliche Preisunterschiede bestehen auch innerhalb der einzelnen Regionen. Die Differenz zwischen einem günstigen (z. B. Stadtwerke Iserlohn) und einem teuren Anbieter (z. B. Gas- und Wasserversorgung Fulda) kann über 70 Prozent betragen. „In zahlreichen Gebieten ist die Fernwärmeversorgung nicht wettbewerbsfähig gegen-über einer Eigenversorgung auf Gas- oder Ölbasis“, erklärt Dr. Stuke. „Mit einer dezentralen Versorgung können viele Unternehmen ihre Wärmekosten deutlich senken.“

Brennstoffspiegel
Und darum wären bei genauerer juristischer Betrachtung viele Anschlussverpflichtungen auch Makulatur...

"Da geht aber noch was" preislich ;-)

Verfasser:
sukram
Zeit: 10.09.2019 12:48:51
1
2821578
Gera investiert. und stellt "schon" von Heißdampf auf Wasser um

Das über 20 Jahre alte Heizkraftwerk Gera-Nord und das Heizwerk Süd der EGG wurden bereits im Januar bzw. Juni 2019 außer Betrieb genommen. Engie hat 46 Mio. € in den Neubau der Kraftwerke investiert, die EGG zusätzlich ca. 8 Mio. € in die neue Fernwärmenetz-Struktur.


Obige 30% Verlust wurden anscheinend verfehlt

Durch die Energiewende hätten sich die Rahmenbedingungen dergestalt geändert, dass es nicht mehr möglich sei, ein Kraftwerk wie das in Gera-Nord effizient zu betreiben. "Anfang 2019 läuft die Förderung aus. Dann ist es nicht mehr in den schwarzen Zahlen und ein solches Kraftwerk werden wir nicht betreiben", betont der EGG-Chef.
...
Weitere Gründe, weshalb man sich zur Großinvestition entschlossen hat, seien Netzverluste. Bei Heißdampf würden 25 Prozent verloren gehen.


Ein Viertel geförderte Verteilverluste werden gefördert vermindert. Weißte Bescheid.

Verfasser:
Thorfinn Hansen
Zeit: 10.09.2019 13:48:51
0
2822597
Zitat von WolfK Beitrag anzeigen
Hm,
nichts Neues unter der Sonne, es ist immer am effektivsten, die Wärme dort wo sie gebraucht wird in der richtigen Menge zu erzeugen und direkt zu "verbrauchen", alle Umwege sind kontraproduktiv.
Gruss Wolfram

Natürlich sind alle Umwege ineffizient. Das weis jedes Schulkind und kürzt die Strassenecke durch deinen Vorgarten ab.

Petroliums- und Braunköhleöfen im Wohnzimmer riechen aber etwas streng. Das mit der "richtige Menge erzeugen" ist mit Kesseln immer etwas schwieriger, Sind halt gewaltige PT2 Strecken.
und wo soll die MVA denn mit all ihrer Wärme hin, wenn nicht in meine gute Stube?

Aber egal:
Noch eine Studie die nur wenige Kämme hat.
Die Rentabilität von Wärmenetzen untersucht man projektspezifisch.
Kapitalkosten sind immer dickste Hammer - und genau da sieht die Welt heute anders aus als 1980.

Verfasser:
loli
Zeit: 10.09.2019 21:33:15
0
2822788
Dass sich Wärmenetze lohnen, dafür sorgt doch die (komunale) Politik.
Wenn Alternativen verboten werden und Konkurenz damit ausgeschaltet wird, kann der Betreiber (bei uns ist es ein privater) fast jeden Preis durchdrücken.

Unser Versorger (Tochter der EON) hat z.B. vor paar Jahren die Preise "reformiert" und wollte plötzlich rund 30% mehr haben...

Durch Hilfe von Verbraucherschutzern haben einige Nachbar dagegen geklagt, so dass man sich irgendwo in der Mitte geeinigt hat, und die Preise wurden wieder etwas gesenkt - auch für die, die nicht geklagt haben ;-)

Dass das ganze reine Energieveschwendung ist, ist auch klar. Ich hab mich damals selbst gewundert, wie dünn die Isollierung ist. Das Ergebnis sieht man im Winter - obwohl die Rohre ca. 1,5m tief liegen, taut die Strasse auf, wenn es nicht all zu kalt ist.

Bei 540€ Grundgebühr pa und fast 10ct/kWh dürfte es sich für die Halsabschneider trotzdem lohnen... ;-(

Gruß

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mtx0815 schrieb: Moin ! Die im Gerät verbaute Pumpe ist ungeregelt. Der Kabelbaum ist allerdings universal und hat daher den Anschluss für die Drehzahlregelung einer UPER20-60 alternativ einer UPM20-70. ABER die Software...
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