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ab 2026 Verbot neuer Ölheizungen
Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 09.10.2019 00:59:15
1
2836948
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
[...]

Hallo Dietmar,

Du hast explizit von 90/70°C im Kernwinter geschrieben und ich wollte wissen, welche CO2-Einsparung durch einen Wechsel auf Brennwertheizung ohne weitere Maßnahme (zur Senkung der Vorlauf- und Rücklauf-Temperaturen) zu erwarten ist.



Das Haus von1983 hilft da nicht wirklich weiter. Dass die CO2-Einsparung mit dem Verbrauch korreliert, weiß ich...

Ich hätte gerne eine realistische Einschätzung über die prozentuale Einsparung durch den Brennwertnutzen bei Hochtemperatur-Heizflächen.


Hallo Stefan,

wenn Du mit Hochtemperatur - Heizflächen meinen solltest, dass die Heizkörper im Kernwinter mit 90/ 70 auch mit Brennwertgerät so gefahren werden sollten, wird das Ganze natürlich Unsinn.

Ich war in den Neunzigern mit dabei, als zum ersten Mal in D normativ definiert wurde, was eigentlich eine Niedertemperatur Heizung ist (ZFH Richtlinie 11.01, war eine Vornorm)

Kriterium war damals eine maximale Rücklauftemperatur von 45°C.

Damit kamen aber auch Brennwertgeräte noch ganz gut zurecht, weil im Gebäudebestand damals Heizflächen oft so überdimensioniert waren, dass man auch mit diesen Rücklauftemperaturen leben konnte.

Der Grund für die Überdimensionierung in alten Heizkreisen nach meinem Kenntnisstand:

Bis Ende der 1960er Jahre wurden Zentralheizungsanlagen oft als Schwerkraftheizungen ausgeführt. Das ist aber genau die Zeit vor der ersten Wärmeschutzverordnung.

Gruß

Dietmar Lange

Verfasser:
gigi
Zeit: 09.10.2019 01:10:54
0
2836951
.

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 09.10.2019 01:28:40
5
2836952
Zitat von MaJen Beitrag anzeigen
Dieses Bullshit Bingo beeindruckt mich überhaupt nicht.


Wenn die Terminologie der deutschen Heizungsindustrie als Bullshit bezeichnet wird, verstehe ich jetzt einige Beiträge von MaJen hinsichtlich der Motivation besser.

Trotzdem bleibt die Tatsache, dass auch zukünftig weder auf Demos, Straßenblockaden und Parteitagen Wärmeerzeuger entwickelt und produziert werden.

Das bleibt den Fachleuten vorbehalten, die an Stelle von heißer Luft Wärmeerzeuger aller Bauformen produzieren.

Sprache ist oft verräterisch !

Dietmar Lange

Verfasser:
gnika7
Zeit: 09.10.2019 07:50:38
4
2836975
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Zitat von MaJen Beitrag anzeigen
[...]


Wenn die Terminologie der deutschen Heizungsindustrie als Bullshit bezeichnet wird, verstehe ich jetzt einige Beiträge von MaJen hinsichtlich der Motivation besser.
[...]

Nein, tust du offensichtlich nicht. Denn es ist nicht Heizungsindustrie, die Bullshitbingo betreibt sondern du, der komplett an Aussagen vorbei einfach irgendwas ohne Bezug zum zitierten Beitrag postet und dazu irgendwelche Zitate missbraucht. Manche würden sowas auch einfach als Spammen bezeichnen.

Wenn ich nur an dein Bullshitbingo denke bei dem ein normaler Kessel mit 95% WG effizienter sein soll als Brennwerter mit 94% WG, dann kann man dich einfach nicht ernst nehmen.

Verfasser:
HFrik
Zeit: 09.10.2019 08:16:14
6
2836983
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
[...]


Ich habe von 90/70 geschrieben !

Ich erlaube mir weiterhin einen Literaturhinweis zu alten Heizkesseln

[url=https://heizung.de/heizung/wissen/niedertemperaturkessel-und-konstanttemperaturkessel-heute-noch-erlaubt/]Niedertemperaturkessel und[...]

Also hier in BW kenne ich für Konstanttemperaturkessel nur die Auslegungstemperatur 60° so auch in den damaligen Standard Auslegungsregeln (100W/m², 150W/m² in Eckzimmern, 30% Reserve obendrauf), das reicht aus für sichere Warmwasserbereitung und ist andererseits noch halbwegs sicher gegen verbrennungen. 90° schaffte man mit Feststoffkesseln wenn man zu viel gefeuert hat, dann wurde es aber auch deutlich zu warm in der Bude.
Mir scheint da wird mal wieder ein real inexistenter Strohmann aufgebaut, um zu sugerieren dass der HEizungsbestand viel untauglicher für Wärmepumpen sei als er in Realität ist.
Ein in den 50'er und 60'er Jahren nach obigen alten Auslegungsregeln dimensionierte Schwerkraftheizung in einem heute teilsanierten Altbau - und das ist der Normalfall - ist mühelos Wärmepumpentauglich.

Verfasser: HFrik
Beitrag entfernt. Grund: Persönliche Auseinandersetzung (siehe Forumsregeln)
Verfasser:
wildbarren
Zeit: 09.10.2019 10:40:35
10
2837042
D.L.

Gerne zeigst Du uns Deinen Fachmann, beteiligt an in allen Gremien der Entwicklung von Solar und Verbrennungstechnologie und schön dass Du immer auf die Baunormen verweist, mit Eigenverantwortung hasst Du es kein bisschen.
Nach der Ölkrise in den Siebzigern schossen die Ölpreise in den Himmel und plötzlich sprachen alle vom Isolieren und vom Einsparen von Energie, viele Autos waren mit dem Aufkleber "Ich bin ein Energiesparer" unterwegs. Für mich galt dieses Thema schon immer, schon damals habe ich meine Haus gedämmt und hatte einen Energiespar-Golf-Diesel mit langen 4 Gang, da waren wir z.B. in Frankreich in den Bergen, Verbrauch war unter 4 Liter, hatte halt weit unter einer Tonne Gewicht und nur um die 50 PS Leistung.
Vierzig Jahre bist in diesem Umfeld tätig, das Thema interessiert Dich privat kein bisschen zum Gassi-Gehen muss es ein SUV Panzer sein.
Jetzt kommt wie bei vielen anderen die lieber Ihr Geld in fette Autos, tolle Reisen die neueste Küche und das tollste Bad gesteckt haben das grosse Jammern und Hetzen.
Mein Mitleid hält sich sehr in Grenzen.

WB

Verfasser:
Georg Fiebig
Zeit: 09.10.2019 12:58:04
2
2837109
Wer billig kauft, der kauft eben mehrmals ein .

Wer heute ein Ölheizung kauft, der wird spätestens bei Beimischung von P2L über einen Wechsel nachdenken müssen oder eben mit steigenden Heizkosten rechnen lernen.

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 09.10.2019 15:43:54
0
2837169
@Texlahoma

Zu meiner Bemerkung:

Ein Vorbehalt des Einsatzes von Grüngas für ausgewählte Prozesse ist ein planwirtschaftlicher Ansatz, der hier von einigen Schreiber(innen) immer wieder mal als sinnvoll deklariert wird. Ein Umsetzung setzt Gebote und Verbote voraus, die in D nur von den Grünen versteckt oder offen gefordert werden.

In allen von der Bundesregierung bisher dazu erschienen Statements wird der Gebäude/ Wärmesektor nicht ausgeklammert oder nachrangig diskutiert.

Die Veröffentlichung der Ergebnisse des Gasdialogs 2030 ist für Oktober angekündigt


Ein erster Bericht liegt jetzt vor

BMWi Dialogprozess Gas 2030

Enthält einen Abschnitt Einsatz von Grüngas im Gebäudebereich

Gruß

Dietmar Lange

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 09.10.2019 16:27:04
4
2837184
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen

Ein Vorbehalt des Einsatzes von Grüngas für ausgewählte Prozesse ist ein planwirtschaftlicher Ansatz, der hier von einigen Schreiber(innen) immer wieder mal als sinnvoll deklariert wird. Ein Umsetzung setzt Gebote und Verbote voraus, die in D nur von den Grünen versteckt oder offen gefordert werden.


Keine Verbote, keine Gebote - einfach nur der Preismechanismus. Die Luftfahrindustrie wird sich P2L leisten müssen, weil es keine Alternative gibt.

Was kostet P2G nochmal in der Herstellung?

Ein planwirtschaftlicher Ansatz ist wohl eher P2G so stark zu subventionieren, dass es mit einer WP konkurrenzfähig wird.

Da ist ja schon Neusprech, wenn das Schreien nach Subventionen um eine ineffiziente Technologie künstlich am Leben zu halten als marktwirtschaftlicher Ansatz verkauft wird, während der einfache Hinweis, dass die Direktverbrennung ggü. einer (selbst mit P2G-Verstromung) betriebenen WP eine Vielfaches an EE benötigt.

Und ohne massive Subventionierung wird EE-Gas im Heizungssektor einfach kaum konkurrenzfähig sein. Selbst ne STA wird da zum Schnäpper...

Verfasser:
Bramme
Zeit: 09.10.2019 16:27:25
3
2837185
Die DUH sieht den propagierten Einsatz von EE-Gas zu Heizzwecken kritisch, wie sie in einer Pressemitteilung darlegt.

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 09.10.2019 16:44:43
0
2837195
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
während der einfache Hinweis, dass die Direktverbrennung ggü. einer (selbst mit P2G-Verstromung) betriebenen WP eine Vielfaches an EE benötigt


... als planwirtschaftlicher Ansatz diffamiert wird.

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 09.10.2019 18:21:43
0
2837227
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
[...]


Was kostet P2G nochmal in der Herstellung?

Ein planwirtschaftlicher Ansatz ist wohl eher P2G so stark zu subventionieren, dass es mit einer WP konkurrenzfähig wird.

Da ist ja schon Neusprech, wenn das Schreien nach Subventionen um eine ineffiziente Technologie künstlich am Leben zu halten als marktwirtschaftlicher Ansatz verkauft wird, während der einfache Hinweis, dass die Direktverbrennung ggü. einer (selbst mit P2G-Verstromung) betriebenen WP eine Vielfaches an EE benötigt.

Und ohne massive Subventionierung wird EE-Gas im Heizungssektor einfach kaum konkurrenzfähig sein. Selbst ne STA wird da zum Schnäpper...



Ich nehme diese Analyse aus politikwissenschaftlicher Perspektivee zur Kenntnis. Beruflich orientiere ich mich aber doch lieber an den heute vorgestellten Ergebnissen des vom BMWi eingeleiteten

Dialogprozess Gas 2030

Aus dem Vorwort des Minister

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat im Dezember 2018 den Dialogprozess Gas 2030 angestoßen. In dem Prozess erörtern wir die zukünftige Rolle gasförmiger Energieträger im Rahmen der Energiewende gemeinsam mit den Expertinnen und Experten aus mehr als einhundert Unternehmen, Branchenverbänden und Nichtregierungsorganisationen sowie Vertretern anderer Bundesministerien und der Bundesländer.

In dem vorliegenden Bericht ziehen wir eine erste Bilanz und kommen zu wichtigen Ergebnissen: Gasförmige Energieträger sind auch langfristig bei ambitionierten Klimazielen integraler Bestandteil der Energiewende. Dabei gilt, dass Deutschland auch langfristig ein Energieimportland bleibt – gerade mit Blick auf CO2-freie bzw. -neutrale Energieträger. Gleichzeitig stehen wir vor einem grundlegenden Transformationsprozess hin zu einer im Wesentlichen CO2-freien bzw. -neutralen Gasversorgung.


Die Ausführungen zu EE-Gas im Heizsektor beginnen mit der Einleitung

CO2-freie bzw. -neutrale Gase im Gebäudesektor

Die Bedeutung gasbasierter Technologien bei der Energieversorgung der Gebäude ist groß. Daher ist zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele mittelfristig die Substitution von fossilem Erdgas durch erneuerbare Gase notwendig.

Grundsätzlich können Biomethan und strombasiertes synthetisches Methan sowohl per Direktleitung als auch durch Einspeisung in das Erdgasnetz in den bestehenden Infrastrukturen und Heizgeräten eingesetzt werden.

Die Nutzung von erneuerbarem Methan in bestehenden Infrastrukturen ermöglicht dabei eine Treibhausgasreduktion „im Bestand“ bei geringen Investitionsbedarfen.


Für meinem Job ist dieses Dokument eine zitierfähige Quelle.

Der zitierte Beitrag eher nicht !

Dietmar Lange

Verfasser:
HenningReich
Zeit: 09.10.2019 18:21:47
1
2837229
Unser Sportverein hat ein Haus in Berwang / Tirol / Österreich. Es ist eines der ältesten historischen Gebäude im Ort. Fenster teilweise Kastenfenster, Heizkörper teilweise diese alten Gußteile. Heizung war eine Ölheizung aus den 1970er Jahren. Wenn das Haus voll ist wollen manchmal im Winter nach dem Skifahren 20 Leute kurz nacheinander duschen. Der Ort ist auf 1400m Höhe und im Winter ist -25 Grad nicht ungewöhnlich und -15 Grad für längere Zeit normal.
Obwohl ich der Anwendung neuer Technik immer sehr aufgeschlossen bin war das mal ein Fall wo ich gedacht habe, hier ist eine Erneuerung der Ölheizung oder Umrüstung auf Erdgas sinnvoll. Wir haben allerdings im Verein einen Meister / Heizungsbauer der - obwohl er bereits im Ruhestand ist - total offen für neue Technik ist. Der hat eine Holzpelletsheizung geplant und die Umrüstung zusammen mit einem Heizugnsbauer aus Reutte / Tirol hat bestens geklappt.
Ich habe mich im Ort umgehört und fast alle haben bereits die Ölheizung seit Jahren rausgeworfen - wir waren wohl eine der letzten Dummen mit Ölheizung.
Was soll das eigentlich für ein Haus sein, bei dem man weder auf Wärmepumpe noch auf Holzpellets umrüsten kann?
Warum sind die Tiroler schon viel, viel weiter als die Bayern was die Umrüstung von Öl auf Pellets und Wärmepumpe angeht?

Verfasser:
Georg Fiebig
Zeit: 09.10.2019 18:56:09
0
2837243
Grundsätzlich können Biomethan und strombasiertes synthetisches Methansowohl per Direktleitung als auch durch Einspeisung in das Erdgasnetz in den bestehenden Infrastrukturen und Heizgeräten eingesetzt werden. 


Und zu welchem Preis ist dies möglich ??

Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 09.10.2019 22:45:19
4
2837275
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Für meinem Job ist dieses Dokument eine zitierfähige Quelle.

Der zitierte Beitrag eher nicht !

Hallo Dietmar,

das kann man nachvollziehen. Du kannst sicherlich auch nachvollziehen, dass sich einige User keine Gedanken um Deinen Job machen, sondern ihren Fokus auf Technologien für die Wärme-/Energiewende legen. Nicht, weil die Politik ein neues Programm auflegt, sondern einfach, weil es Sinn macht.

Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Häufige Temperaturverhältnisse für diese Gebäude im Kernwinter 90/ 70.
Noch eine juristische Bemerkung.

Baugenehmigungen zu einer konkreten Bauausführung haben in D bei diesem Punkt kein Verfallsdatum.

Es liegt im Ermessen eines Eigentümers, ob er ein vor 1975 errichtetes Gebäude zuerst an der Gebäudehülle, oder bei der Heizung saniert.

Ein persönlicher Rat:

Vor dem Schreiben immer nachdenken, ob Reaktionen aus dem Bauch für die Leser sinnvoll sind, die in diesem Forum sinnvolle Hinweise für ihre persönlichen Bedingungen suchen.

Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
wenn Du mit Hochtemperatur - Heizflächen meinen solltest, dass die Heizkörper im Kernwinter mit 90/ 70 auch mit Brennwertgerät so gefahren werden sollten, wird das Ganze natürlich Unsinn.

Ich war in den Neunzigern mit dabei, als zum ersten Mal in D normativ definiert wurde, was eigentlich eine Niedertemperatur Heizung ist (ZFH Richtlinie 11.01, war eine Vornorm)

Kriterium war damals eine maximale Rücklauftemperatur von 45°C.

Damit kamen aber auch Brennwertgeräte noch ganz gut zurecht, weil im Gebäudebestand damals Heizflächen oft so überdimensioniert waren, dass man auch mit diesen Rücklauftemperaturen leben konnte.

Sind jetzt 90/70 Realität im Bestand?
Wenn sie Realität sind, wieviel bringt dann eine Umstellung des Wärmeerzeugers ohne weitere Maßnahmen. Liegt das dann im Ermessen des Eigentümers oder ist das Unsinn?

Wenn man die 70°C Rücklauf auf 45°C bekommt (im Kernwinter!), dann wäre es ja auch möglich, in der Übergangszeit eine WP bivalent laufen zu lassen oder bei energetisch besseren Häusern monovalent zu fahren - Spielraum ist nicht nur gegeben, wenn es um die Senkung der Temperaturen für Brennwert geht. Beispiele im Forum gibt es ausreichend.

Technologieoffenheit - die ich für extrem wichtig halte und für die ich nun wirklich eintrete - bedeutet nicht, dass ein All-Electric-Szenario ausgeschlossen ist. Sie bedeutet (richtig interpretiert), dass Varianten, die das Ziel der CO2-Reduzierung und der Einhaltung des CO2-Budgets besser, preiswerter und schneller erreichen, größere Chancen haben sollten.

Grüße
Stefan

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 09.10.2019 22:53:03
1
2837277
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
[...]


Ich nehme diese Analyse aus politikwissenschaftlicher Perspektivee zur Kenntnis. Beruflich orientiere ich mich aber doch lieber an den heute vorgestellten Ergebnissen des vom BMWi eingeleiteten[...]


Was sind denn die konkreten Ergebnisse? Nix von dem wat da steht geht neben einem "wir haben nett geschnattert" und sonstigen Worthülsen über das hinaus, was in diversen Studien oder Verlautbarungen bereits wiederholt festgestellt worden ist - sofern eh nicht offensichtlich. Die bahnbrechenden Ergebnisse noch mal im Volltext:

Als erste Bilanz des Dialogs ist festzuhalten, dass gasförmigen Energieträgern in der Energieversorgung der Zukunft weiterhin eine zentrale Rolle zukommen wird. Einerseits werden sie langfristig notwendiger Bestandteil des deutschen Energiesystems sein. Gleichzeitig setzen unsere ambitionierten Klimaschutzziele einen grundlegenden Transformationsprozess in Gang, der einen Wechsel zu CO2-freien bzw. -neutralen gasförmigen Energieträgern auslösen wird. Für die deutsche Wirtschaft ergibt sich hieraus eine Reihe von Chancen.Im Kontext des Kohle- und Atomausstiegs wird fossiles Erdgas mindestens bis 2030 einen wesentlichen Beitrag zur deutschen Versorgungssicherheit leisten. Im Verkehrs-, Industrie- und Gebäudebereich kann der Wechsel von CO2-intensiven Energieträgern (Kohle, Öl) zu Erdgas sogar ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg der Dekarbonisierung sein. Mittelfristig ist jedoch von einem Rückgang beim Einsatz von Erdgas auszugehen. Insbesondere in den Bereichen, in denen sich der Energiebedarf nicht allein über gesteigerte Energieeffizienz und Verstromung aus erneuerbaren Energien decken lässt, werden CO2-freie und -neutrale Energieträger wie Biogas, grüner/blauer Wasserstoff und PtX-Produkte zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die deutsche Politik muss einen regulatorischen Rahmen schaffen, der einen marktgetriebenen Hochlauf CO2-freier und CO2-neutraler Energieträger ermöglicht und die gute Ausgangsposition deutscher Unternehmen stärkt und unterstützt. Dabei ist es sinnvoll, die bereits heute relativ nahe an der Wirtschaftlichkeit stehenden Anwendungen in den Fokus zu nehmen und voranzubringen.Erste Ansätze für ein regulatorisches Tätigwerden konnten z. B. im Verkehrsbereich (Flottenziele) und im Industriebereich (Umsetzung von RED II) identifiziert werden. Angesichts der Herausforderungen sind dies jedoch nur erste Schritte. Mittelfristig müssen vollkommen neue Energieimportpartnerschaften mit internationalen Partnern aufgebaut werden, um den veränderten Energiebedarf zu decken. Die Energieinfrastruktur muss weiterentwickelt und die Planung von Strom-, Gas- und Wärmenetzen zusammengebracht werden. Die Unternehmen, die diesen Transformationsprozess aktiv voranbringen werden, benötigen Planungs- und Investitionssicherheit und, wo die Wirtschaftlichkeit von Produkten und Anwendungen noch nicht gegeben ist, die Unterstützung der öffentlichen Hand. Der Dialogprozess Gas 2030 hatte einen guten Start: Das BMWi wird unter enger Einbindung der betroffenen Ressorts den Dialog mit den Stakeholdern fortsetzen und in energieträger- oder branchenspezifischen Formaten auf die besonderen Bedarfe der beteiligten Akteure eingehen. Ziel ist es, den Transformationsprozess mit der Gaswirtschaft gemeinsam zu gestalten, um nach Möglichkeit für alle Akteure Klarheit über die erforderlichen Schritte zu schaffen und nicht zuletzt die Planungssicherheit für Investitionen zu erhöhen. Damit wird der Dialogprozess Gas 2030 einen wichtigen Beitrag für eine mittel- und langfristig sichere, bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung in Deutschland leisten.



Aus dem Dokument:

"CO2-freier/-neutraler Wasserstoff sollte zunächst in den Bereichen zum Einsatz kommen, wo der Abstand zur Wirtschaftlichkeit am geringsten ist."


Klingt ja fast nach einem Gebot ;-))))

P.S. Wenn es um Wirtschaft geht, dann schreibe ich übrigens nicht (nur) aus politikwissenschaftlicher Perspektive.

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 09.10.2019 23:06:32
1
2837282
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
Technologieoffenheit - die ich für extrem wichtig halte und für die ich nun wirklich eintrete - bedeutet nicht, dass ein All-Electric-Szenario ausgeschlossen ist. Sie bedeutet (richtig interpretiert), dass Varianten, die das Ziel der CO2-Reduzierung und der Einhaltung des CO2-Budgets besser, preiswerter und schneller erreichen, größere Chancen haben sollten.


Das ist keine (richtige) Interpretation, sondern genau die Definition. Das mal im Hinterkopf behalten, wenn es in dem Text des BmWi heißt:


Ergänzend hierzu ist zu überprüfen, mit welchen Anreizen die zügige Substitution von Altanlagen intensiviert und die Marktdurchdringung von auch langfristig zielkompatiblen gasbasierten Technologien unterstützt werden kann.


Bei der Gaslobby knallen bestimmt die Sektknorken.

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 09.10.2019 23:07:15
0
2837283
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
Technologieoffenheit - die ich für extrem wichtig halte und für die ich nun wirklich eintrete - bedeutet nicht, dass ein All-Electric-Szenario ausgeschlossen ist. Sie bedeutet (richtig interpretiert), dass Varianten, die das Ziel der CO2-Reduzierung und der Einhaltung des CO2-Budgets besser, preiswerter und schneller erreichen, größere Chancen haben sollten.


Das ist keine (richtige) Interpretation, sondern genau die Definition. Das mal im Hinterkopf behalten, wenn es in dem Text des BmWi heißt:


Ergänzend hierzu ist zu überprüfen, mit welchen Anreizen die zügige Substitution von Altanlagen intensiviert und die Marktdurchdringung von auch langfristig zielkompatiblen gasbasierten Technologien unterstützt werden kann.


Bei der Gaslobby knallen bestimmt die Sektkorken.

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 10.10.2019 01:48:31
0
2837289
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
[...]


Ergänzend hierzu ist zu überprüfen, mit welchen Anreizen die zügige Substitution von Altanlagen intensiviert und die Marktdurchdringung von auch langfristig zielkompatiblen gasbasierten Technologien unterstützt werden kann.

Bei der Gaslobby knallen bestimmt die Sektkorken.



Die deutsche Gaslobby, bestehend aus

Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. (ASUE)
Biogasrat e.V.
Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie e.V. (BDH),
Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW)
Bundesvereinigung der Firmen im Gas- und Wasserfach e.V. (FIGAWA)
Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW)
Initiative Erdgasspeicher e.V. (INES)
Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas e.V. (FNB Gas)
Zukunft ERDGAS e.V.
Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK)

hat sich in einer gemeinsamen Pressemitteilung zum Gasdialogprozess 2030 positioniert. Ob dabei die Sektkorken geknallt haben, ist aus der Mitteilung nicht entnehmbar

Verbände der Gaswirtschaft begrüßen Ergebnisse des Dialogprozesses Gas 2030

Die Verbände sehen es als wichtigen Meilenstein an, dass das Wirtschaftsministerium gasförmige Energieträger als langfristig notwendigen Bestandteil der Energieversorgung in Deutschland anerkennt. Dabei ist allen Beteiligten klar, dass der Anteil grüner Gase mit Blick auf die Klimaziele 2030 und 2050 stetig und deutlich steigen muss. Hieran arbeitet die Branche bereits intensiv.

Politik und Wirtschaft stehen damit am Beginn eines grundlegenden Transformationsprozesses hin zu einer im Wesentlichen CO2–freien bzw. -neutralen Gaswirtschaft.

Diese Transformation gilt es gemeinsam zu gestalten.


Heizungsindustrie und SHK Fachhandwerk weisen schon sehr lange darauf hin, dass mit einem signifikanten Anstieg von Grüngas im deutschen Gasnetz zu rechnen ist, das auch zum Heizen eingesetzt wird.

Von den meisten anderen Verbänden liegen ebenfalls schon längere Zeit zustimmende eigene Mitteilungen vor.

Es bestätigt sich auch in diesem Fall, dass die Meinungen einiger Schreiber(innen) zur Zukunft des Wärmemarktes in Deutschland und Brancheneinschätzungen nicht kompatibel sind.

Dietmar Lange

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 10.10.2019 02:09:47
2
2837292
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
[...]


Sind jetzt 90/70 Realität im Bestand

Wenn sie Realität sind, wieviel bringt dann eine Umstellung des Wärmeerzeugers ohne weitere Maßnahmen. Liegt das dann im Ermessen des Eigentümers oder ist das Unsinn?


Hallo Stefan,

das wird jetzt hier OT.

Schwerkraftheizungen wurden seinerzeit auf 90/ 70 bei Rohrdurchmessern und Heizflächen ausgelegt, weil bei dem geringen Druckunterschied in den Anlagen sonst kein Kreislauf möglich gewesen wäre. Die hohen Vorlauftemperaturen wurden benötigt, weil der Scherkraftumlauf bei niedrigen Temperaturen nicht funktioniert

In dem angegebenen Link ist das näher erklärt

Gruß

Dietmar Lange

Verfasser:
gnika7
Zeit: 10.10.2019 07:45:58
7
2837314
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
[...]

Es bestätigt sich auch in diesem Fall, dass die Meinungen einiger Schreiber(innen) zur Zukunft des Wärmemarktes in Deutschland und Brancheneinschätzungen nicht kompatibel sind.
[...]

Es bestätigt sich auch in diesem Fall, dass es manchen Schreibern nur um Bullshitbingo geht und ihre Ansichten zu Unmengen von Schwerkraftheizungen im Bestand sowie zu Effizienzbeurteilung rein nach systemspezifischen Wirkungsgraden weder mit Branchenansichten noch mit Realität kompatibel sind.

Verfasser:
HFrik
Zeit: 10.10.2019 08:52:53
1
2837337
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
[...]


Hallo Stefan,

das wird jetzt hier OT.

Schwerkraftheizungen wurden seinerzeit auf 90/ 70 bei Rohrdurchmessern und Heizflächen ausgelegt, weil bei dem geringen Druckunterschied in den Anlagen sonst kein Kreislauf möglich gewesen wäre. Die hohen[...]

Nachdem ich in meiner Jugend immer die Schwerkraftheizung anfeuern durfte kann ich sagen: ab 40° fangen die Dinge dort an zu laufen. mit 90° strömt mehr, aber eine gut aufgebaute Heizung kommt bei kleinerem Heizbedarf mit deutlich weniger aus - und die Heizflächen wurden auch nicht auf so hohe Temperaturen ausgelegt, denn mit Kohle 90° konstant zu halten ohne dass man zwischend urch über die 97° geht nach dem Nachlegen und massenweise Dampf produziert - kannst Du schlicht vergessen. 80° im Vorlauf plus / minus sind das absolut höchste der Gefühle was man mit dem Feststoffkessel in etwa hinbekommt. 70° ist dann sicher für die Auslagung, nachts geht er dann von selbst runter auf 40-50° (Die Leute schlafen auch mal), was bei der Auslegung mit drin sein muss, was dann im Mittel die 60° gibt nach denen die Heizflächen hier ausgelegt wurden.
Man schaue mal im Holzheizerforum nach - für 20kW Heizlast sind die feststoffkessel auch immer >30kW und die Wärme muss dann abgenommen werden - besonders da die Schwerkraftheizungen keine Puffer hatten.

Verfasser:
Sanierer82
Zeit: 10.10.2019 09:04:14
1
2837344
Zitat von Bramme Beitrag anzeigen
Die DUH sieht den propagierten Einsatz von EE-Gas zu Heizzwecken kritisch, wie sie in einer Pressemitteilung darlegt.



Danke für den Link. Ja, Altmaier hofft noch immer darauf, dass sich die Pferdekutsche durchsetzt.

Interessant finde ich den kompletten Fahrplan. Das Gasnetz aus Kaiserszeiten, so habe ich es mal gelernt, war auf 100% Wasserstoff ausgelegt. Anscheinend schafft der BRD Kram keine 10%. Wie peinlich. Sogar Ostdeutschlands alte Rohre sind besser als westdeutscher Mist. Erinnert stark an den Internetausbau. Ostdeutschland hatte nach der Wende überall tolle Glasfaser liegen, aber Telekom wollte lieber DSL auf Kupfer anbieten.

Schön finde ich den Mini-Hinweis auf die EU Vorgaben an denen Altmaier mal wieder krachend zerschellt mit seiner Lobbytruppe.

Pervers finde ich eigentlich folgendes:
Ein Wirtschaftsministerium glänzt mit rückständigen Verhalten und ist nicht in der Lage zu rechnen oder Lösungen anzubieten wie wir bis 2050 auf 0 kommen wollen.
Umweltverbände fordern nicht nur die Umwelt zu schonen, sondern erarbeiten tatsächlich Strategien wie es möglich wäre und das Ganze auch noch wirtschaftlich vorteilhaft.
In welchem Irrenhaus sind wir hier eigentlich?

Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 10.10.2019 10:23:59
0
2837361
Zitat von Sanierer82 Beitrag anzeigen
Das Gasnetz aus Kaiserszeiten, so habe ich es mal gelernt, war auf 100% Wasserstoff ausgelegt.


Interessant, das wusste ich noch nicht. Kannst Du das belegen?

Die Auslegung des Gasnetzes auf H2 hat ja v.a. mit der Auswahl der verabeiteten Metalle in Rohren und v.a. Pumpen zu tun. H2 ist sehr aggressiv, so dass nur hochwertige und damit auch hochpreisige Metalle in Frage kommen. Hatte man die zur Kaiserzeit denn überhaupt schon zur Verfügung? Und falls ja: warum hat man diese Mehrkosten getragen obwohl man damals doch nur Stadtgas verwendet hat?

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verdammt schrieb: Hallo cirion, Hallo Rastelli, ich bin echt so froh das ihr euch Zeit nehmt und mich unterstützt mit meiner Anlage. Hier...
mtx0815 schrieb: Moin ! Die im Gerät verbaute Pumpe ist ungeregelt. Der Kabelbaum ist allerdings universal und hat daher den Anschluss für...
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