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DIY Solar-Kellerheizung machbar?
Verfasser:
die.muskatnuss
Zeit: 18.10.2019 09:09:20
0
2841216
Guten Abend!
Als langer stiller Mitleser habe ich einige Fragen und gerne Anregungen zu einem kleinen geplanten Projekt:

Im selten bewohnten Ferienhaus meines Schwiegervaters möchte ich im (noch unisolierten und wg. Grundwasserspiegels klatschnassen) Kriechkeller eine Solarheizung errichten. Das Ziel ist eine leichte Temperierung des Bodens.
Das Haus ist aus den 60ern, Ölgeheizt und im Sommer wie im Winter saukalt.
Es ist so bodenkalt, das bei Wochenendbesuchen die Luftfeuchtigkeit OBEN AUF den Bodenfliesen kondensiert.
Da das Haus nicht meines ist und noch einige Überzeugungsarbeit über die Sinnhaftigkeit ansteht soll das Projekt erst einmal provisorisch, günstig, rückbaufähig und eigensicher sein.

Meine Idee geht dahin, 2-3 gebauchte günstige WW-Kollektoren zu besorgen, 2-3 gebrauchte Heizkörper (Thermische Leistung >max.Thermische Leistung Kollektoren), ein 12v-Photovoltaikmodul und eine 12-V Umwälzpumpe.
Die Heizkörper würde ich dann im Keller an sinnvollen Stellen verteilen (unterm Klo, unterm Bad,..). Das System soll mit Frostschutz gefüllt sein und druckarm/frei arbeiten.
Gerne würde ich es anfangs flexibel verbinden und die Kollektoren erstmal nur auf die Terrasse stellen bis sich zeigt das es wirklich was bringt. Später fest verrohrt und aufs Dach und evt. erweitern.
Eine aufwendige Steuerung ist nicht gewünscht, 230V-Stromanschluss soll möglichst vermieden werden (Eigensicherheit und Verhältnis von Strombedarf/Ertrag).

Spricht irgendetwas dafür das die Idee nicht funktioniert?
Kennt jemand eine geeignete Solarstromfähige Umwälzpumpe?
Im offenen System brauche ich doch eigentlich auch keine Ausgleichsbehälter, nur etwas Voluminöses ganz oben liegendes zum nachfüllen?

Über einen Warmluftkollektor habe ich auch schon nachgedacht jedoch wieder verworfen, da es mir unmöglich erscheint per Solarventilation die warme Luft später den ganzen Weg vom Dach in den Keller zu befördern (Warme Luft steigt ja kräftig nach oben). Ich denke da ist ein stärkerer netzstromabhängiger Ventilator und damit auch eine Steuerung notwendig. Außerdem erzeugt die eingeleitete Luft geschätzt nicht die erwarteten, durchaus gewollten "Hotspots" am Boden wie Heizkörper untendrunter.

Wie gesagt, das Ziel ist eine Temperierung des Bodens, das der Muff-Geruch endlich etwas weniger wird und wenn dann die Ölheizung etwas seltener anspringt wäre es natürlich auch nicht schlecht..
Ich bin für Anregungen offen!
Gruß und vielen Dank!
Alb

Verfasser:
Bernhardm
Zeit: 18.10.2019 11:14:16
0
2841264
Hi,
Da müsstest du ja rund um die Uhr heizen. Wenn du nur bei Sonne bissl heizt, wird es anschließend wohl noch feuchter werden. Bzw wenns die Feuchtigkeit durch denBoden drückt, hast wohl eh wenig Chance mit "energiesparsam".
Sg Bernhard

Verfasser:
micha_el
Zeit: 18.10.2019 11:38:49
0
2841281
Das zu verdunstende Wasser muss ja wieder irgendwo kondensieren.
Wenn niemand da ist der Lüftet.

Aus meiner Sicht wäre ein el. Luftentfeuchter wesentlich unkomplizierter.

Den könnten man mit einer kleinen Self-PV Anlage koppeln.

Verfasser:
KleinTheta
Zeit: 18.10.2019 12:20:06
0
2841308
Warum ein aktives Heizungssystem, das im Winter ohnehin nicht in Betrieb sein wird?
Da ist eine Kellerdeckendämmung viel einfacher und effektiver. Die 8-10 cm weniger Höhe im Kirchkeller ist hinnehmbar.

Verfasser:
ThomasShmitt
Zeit: 18.10.2019 13:02:09
0
2841341
Also billig wird das am Ende selbst bei DIY nicht...
Und im Winter bringen die Kollektoren fast nichts.

Ich würde auch vorschlagen das Problem anders anzugehen:

1. Eher die Ursache der Feuchtigkeit bekämpfen mit Horizontalsperre oder so. Kannst du auch im DIY-Verfahren probieren einzubringen.
2. Dämmung aber eben kompliziert wegen Feuchtigkeit
3. Kellerlüftung um zu entfeuchten


Wenn es aber nur sehr selten bewohnt ist, eventuell wäre eine elektrische Fußbodentemperierung(heizung) eine Option. Dafür muss aber der Boden im EG raus.
Die wrde dafür sorgen, dass der Boden warm wird - ist aber nicht gerade effizient. Bei gelegentlicher Nutzung aber zu verschmerzen und auch relativ reaktionsschnell.

Wie sieht es mit automatischer Lüftung der Wohnräume aus? Wenn du eine Woche nicht da bist (und auch nicht heizt), sollte man zumindest über Lüftung nachdenken.

Verfasser:
die.muskatnuss
Zeit: 19.10.2019 12:27:47
0
2841774
Vielen Dank für die Antworten!
Ich komme gerade von dem Haus und habe (unabhängig von den Antworten hier) gestern angefangen die Kellerdecke mit 10cm EPS zu dämmen. Leider wird der Effekt nur zu spüren sein wenn innen auch geheizt wird, leider wird es nach Abwesenheit trotzdem zuerst Bodenkalt bleiben, da v.a. im Winter die Heizung auf nur 5Grad Frostschutz läuft.. und die 5Grad werden im Winter innen wirklich fast ständig erreicht.
Somit muss die Kellerdecke auch erstmal aufgewärmt werden damit der Dämmeffekt zum tragen kommt.

Noch ein paar ergänzende Infos zum Haus:
*Die Grundmauern (bis auf die untersten 10cm) und die Kellerdecke sind trocken, kein Schimmel/Aussalzungen o.ä. erkennbar.
*Kellerdecke besteht aus Stahlbetonstreben mit dazwischen gelegten roten Hohlsteinen.
*Oberhalb der Kellerdecke existiert keine einzige massive Wand, alles am Haus in Holzständerbauweise
*der Kriechkeller ist dauerhaft quergelüftet, mehrere 10*20cm Öffnungen und eine 50*100 nach außen.
*leider muss im Winter, obwohl da am sinnvollsten, die Lüftung gedrosselt werden, weil die Heizungs-und Wasserrohre da unten frei hängen
*Der Grundwasserspiegel ist wirklich so hoch, ein Brunnen 5m neben dem Haus steht bei 70cm.
*in Teilen des Kellers existiert eine Drainage, die Pumpe mit Schwimmer in der Grube läuft derzeit etwa alle 15min.
*Wenn die Pumpe mal ausfällt steht das Wasser nach ein paar Tagen etwa 10cm hoch im gesamten Keller.
*in den Kellerteilen ohne Drainage ist einfach nur Schlamm und kleine Wasserseen, ich bin gestern bis zum Ellenbogen drinnen versackt. Hat jemand die Arte-Doku über den Isländischen Schlammfußball gesehen..;-)? Beim Arbeiten da unten, nach dem Kriechen durch mehrere 50*70cm-Öffnungen, ohne festes Licht, kriechend auf wackelig-einsinkenden hingelegten Holzbrettern darf man da wirklich nicht klaustrophobisch veranlagt sein.. Und vorher nicht "The Descent – Abgrund des Grauens" geschaut haben.

*und NEIN! Ein Abriss und Neubau mit Wanne kommt nicht in Frage!!

Die Feuchtigkeit ist nicht wirklich das Problem um welches es mir geht, das ist im Keller nicht fein aber scheint mehr als 50Jahre funktioniert zu haben. Ich habe auch nicht den eindruck das die hoch kommt. Das Kondensat OBEN AUF den Fliesen kommt ja nur wenn oben kräftig geheizt wird ..typisch bei Ankunft.. und dann kondensierts halt. Bei Bodentemp. 5° und Raumtemp 25° dürfte ich ja nur weniger als 30% rel. Luftfeuchte haben damit dies nicht passiert. Das schaffen wir, aber erst nach 2-3 Tagen mit viel Kaminfeuer und viel Stoßlüften. Man merkt es aber deutlich in der Nase.

Die von Thomas angesprochene automatische Wohnraumlüftung habe ich auch im Blick, halte ich für sinnvoll.

Wie gesagt, mir geht es um ETWAS Energieeintrag von unten, und das ganze erst einmal nur zur Probe. Klar, im Sommer viel mehr als im Winter, Übergangszeit mäßig. Das es im Sommer zu warm wird kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Kosten: 2 gebrauchte Heizkörper Ebay-Kleinanzeigen 20Euro.
2 Gebrauchte Kollektoren Ebay Kleinanzeigen 30-120Euro.
12v 36W Solarzelle habe ich hier noch liegen.
12V Umwälzpumpe glykoltauglich suche ich derzeit noch.
Am teuersten wird vermutlich die Verrohrung, Glykol und Kleinscheiß wie Anschlüsse und so.
Zum probieren als unterstes Bastel-DIY sollte das schon passen.

Wie oben geschrieben stelle ich mir am Anfang ein offenen Kreis (Kollektor->Heizkörper->Pumpe) vor der automatisch (wegen der Solarbetriebenen Umwälzpumpe) immer anläuft sobald etwas Sonne scheint. Ob die Vorlauftemperatur dann bei 20 oder 60 Grad liegt ist mit da unten im Keller doch wurscht, Hauptsache die Pumpe läuft zuverlässig damit nix kocht. Ein geschlossenes System unter Druck erscheint mir dann schon aufwendiger.

Kennt jemand eine geeignete 12v-Pumpe?
Kann man ein offenes System so bauen?
Kann ich für einige Flexible Anschlüsse auch EPDM-Schlauch aus dem KFZ-Bereich (Kühlwasserschläuche) verwenden?

Verfasser:
micha_el
Zeit: 19.10.2019 14:30:17
0
2841824
Das ist sicher ein nettes Projekt.

Was ich nicht verstehe:
Wenn die Kellerdecke jetzt von unten 10cm Dämmung hat.
Wie kommt dann die Wärme bis zu den Fliesen in das EG durch?

Ein Warmluftkollektor an die Süd-Fassade und mit einer Bohrkrone ein Loch durch die Wand.
Das ist auch rück-baubar...
Wärmt und lüftet das Haus in der Abwesenheit.
nur als Bsp:
https://www.ebay.de/itm/Luftkollektor-SV14-alu-Marke-SolarVenti-Warmluftkollektor-Frischluft-890-W/202666569150?hash=item2f2fde6dbe:g:nU4AAOSwiylXC4aX

Verfasser:
die.muskatnuss
Zeit: 20.10.2019 18:01:33
0
2842270
Danke Micha!
Nach reiflicher Überlegung hast Du wahrscheinlich Recht, ein Warmluftsystem kommt den Erfordernissen (automatische Lüftung, Temperierung, Einfachheit, autark) am nächsten..
Dies war ja auch mein ursprünglicher Gedanke.
Das Dach liegt Ost-West, Ostfassade gibt es nicht, die Südfassade ist leider auch im Sommer von sehr hohen Bäumen auf Gemeindegrund verschattet.
Die Westfassade ist leider nutzbar praktisch nicht vorhanden, das Dach steht in 2m Höhe 1,5m vor der Fassade..
Bleiben nur Teile vom Dach.. mal schauen wie sich das umsetzen lässt.
Danke für den Link, hatte ich früher schon im Blick, die Teile von Hess-solar sind sicher ihr Geld wert jedoch leider bei der gedachten Leistung total neben meinem Budget. Aber so ein DIY-Warmluftkollektor lässt sich ja auch prima selber bauen.. Ich denke ich sollte ein neues Thema starten.

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