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Planung meines Umstiegs auf Wärmepumpe im Altbau
Verfasser:
Groxo
Zeit: 04.11.2019 11:35:50
1
2849680
Es ist 2019, das Klimapaket wurde auf den Weg gebracht und ich mache mich – um die Austauschprämie für Ölheizungen effektiv zu nutzen – allmählich an die Planung meiner zukünftigen Wärmeversorgung.

Aktueller Stand:
EFH, 140m², Bj. 1992, Ölheizung
Aktuelle Wärmeerzeuger: Wolf Unit NB/NU-B-17/155
Einrohrheizung

Heizlast: 6900 kW (zzgl. Wintergarten, der im Winter nur bei extremer Kälte temperiert wird um nicht unter 5°C zu fallen)
Verbrauch: 1350l Öl + 2 RM Hartholz (bzw. 1200l in den zurückliegenden (milden) zwölf Monaten)

Sonstiges:
- PV mit 8,7 kWp in unverschatteter Südlage auf dem Dach
- energetische Sanierung vorerst abgeschlossen (alles was bislang nicht gemacht wurde, wird aus Glaubensgründen auch in nächster Zeit nicht gemacht, z.B. Kellerdecken-, Fassadendämmung, oder wurde auf absehbare Zeit bestmöglich durchgeführt, z.B. neue Fenster, Dach,…)
- Flächenheizung leider nur im Wintergarten, die aber nur im tiefsten Winter eingeschaltet wird, damit der WiGa nicht unter 5° Grad fällt (deshalb nicht in Heizlast berücksichtigt) – ansonsten ausreichend dimensionierte HKs (mindestens für VL/RL 45/40 – mit meinem laienhaften Wissen leider nicht zu ermitteln für welchen VL/RL es maximal möglich wäre)
- Kachelofen (7kW, Heizeinsatz muss altersbedingt auch „demnächst“ getauscht werden) im EG, mit diesem halte ich bis 0°C Außentemperatur –wenn es sein muss- die Wohlfühltemperatur im Haus. Also Notheizung/Zuheizung also durchaus einsetzbar.

Ziel: keine fossilen Brennstoffe mehr für die eigene Wärmeerzeugung

Ich habe es bereits grob im Trenchplanner eingezeichnet, dummerweise das Grundstück nach Norden ausgerichtet, weil ich nicht bedacht habe, dass man das Objekt „Haus“ nicht drehen kann. Also habe ich das Haus als „Mauer“ eingezeichnet. Alles nördlich der „Böschung“ steht für den RGK nicht zur Verfügung, ich habe nun der Einfachheit halber die genaue Bezeichnung, was sich da alles befindet (Terrasse, Gartenhütte, Garage,…), einfach weggelassen.
Hier der Versuch (!) im Trenchplanner:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=g0t3ogw6nKI9WPrLoWvm

Das größte Problem bei der Verlegung ist wohl, dass ich durch die Bäume keine geraden Bahnen legen kann und dass es beim Apfelbaum eine ziemliche Engstelle gibt, in der die Slinkys wohl deutlich kleiner werden müssen (siehe Bilder) um die Wuzeln nicht zu sehr zu zerstören.

Meine Fragen:
1) Benötige ich tatsächlich ein Bodengutachten? Nein, in der Gegend gibt es kein Baugebiet, bei dem ich mal anfragen könnte. Als ich selbst mal 50cm in den Boden gegraben habe, war da nur Lehm. Aber was will das schon heißen.
2) In welchem Abstand zu Bäumen sollte das Rohr verlegt werden? Speziell beim Apfelbaum wird es wohl eng. Kann man da auch kleine Slinkys oder ein paar Meter vielleicht auch mal ein Stück nur gerade verlegen?
3) Wo Wasser-/Abwasserrohre liegen, weiß ich nur grob. Mir wurden dazu beim Hauskauf keine Unterlagen übergeben. Sind die Angaben relevant oder liegen die so tief, dass die mich ohnehin nicht tangieren?
4) Oder sollte ich gar auf einen vertikalen Kollektor setzen? Wenn ich nämlich für die Verlegung ohnehin zumindest einen Bagger, wenn nicht sogar auch direkt inklusive Fahrer dafür engagieren muss, kann ich auch gleich die Version nehmen, die ich ohnehin nicht alleine hin bekomme.
Hier noch einige Bilder des Gartens (leichte Hanglage):








Vielen Grüße

Verfasser:
Groxo
Zeit: 05.11.2019 15:35:13
0
2850426
Da dachte ich mir, ich liefere im ersten Beitrag gleich mal alles, was mir zu diesem Thema wichtig erscheint, aber scheinbar schreckt die Menge an Text eher ab.

Oder woran liegt es?
Zu viel, zu wenig oder die falsche Information? :-)

Verfasser:
HFrik
Zeit: 05.11.2019 15:39:41
0
2850431
Also deine Stadtwere wissen in der regel wo deine Hausanschlüsse in der Strasse liegen - wo sie im Haus rauskommen weist Du, dann kann man den Rest qualifiziert raten. Ansonten spricht nichts gegen ein gerades Stück verlegung. Und wenn unter dem Lehm purer Sand herauskommen sollte, hast Du immernoch die Option, den Lehm auf die Rohre und den Sand obendrauf wieder einzubauen, dann passt die Leistungsberehcnung auch wieder unter der Annahme Lehm.
Hilft das weiter?

Verfasser:
Groxo
Zeit: 07.11.2019 10:15:07
0
2851523
Hallo HFrik,

ich danke dir sehr herzlich für deine sehr geschätzte Meinung.

Du hast tatsächlich alle Fragen beantwortet und dennoch habe ich das Gefühl, dass ich nicht richtig weiter komme.

Bin ich denn tatsächlich schon an dem Punkt der Planung angekommen, dass ich Bagger und Rohr bestellen und einfach loslegen kann?

Beim Grabenverlauf bräuchte ich aber nochmal deine erfahrene Unterstützung.
D Aus dem Haus raus, komme ich nur an eingezeichneter Stelle, da alle anderen Stellen "im Hang" liegen oder anderweitig nicht verfügbar sind. Gleichzeitig ist die schönste (da eben) Fläche ohne Bäume aber die, die gar nicht berührt wird (im Trenchplanner links). Wenn ich dafür aber weniger Aushub hätte, ich dadurch nicht so tief oder breit werden muss etc. könnte die aber noch mit genutzt werden.
Mit dem Grabenverlauf bin ich also noch nicht so ganz zufrieden. Auch wegen der Bäume, bei denen ich nicht weiß, ab wie viel Meter Tiefe ich auf massivem Widerstand (Wurzeln) stoße.

Vermutlich werde ich den Aushub auch nicht auf dem Grundstück lagern können bzw. muss step-by-step vorgehen, richtig?

Verfasser:
winni 2
Zeit: 07.11.2019 14:03:30
0
2851664
Hallo Groxo,

zu:

1. Ich würde ein so 1,8 Meter tiefes Loch graben/bohren und mit dem
Aushub aaus verschiedenen Tiefen die Fingerprobe machen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Fingerprobe_(Boden)

2. Obstbäume sind allgemein wohl Flachwurzler und daher so weit wie möglich
vom Stamm wegbleiben. Wie weit mindestens weiss ich nicht.
Stefan "pflanze 132" könnte so was wissen, denke ich.

3. Die Lage der Rohre ist relevant, schon wegen evtl. Beschädigungen bei
Baggerarbeiten und zu dicht dürfen die auch nicht am Kollektor verlaufen...

4. Den vertikalen Kollektor würde ich ohne Not nicht wählen.
Der ist wesentlich schwieriger umzusetzen und die Gefahr, das das Rohr
bei Einbringung und Verfüllen verletzt wird viel höher.

Ich habe mal defensiv auf "lehmiger Sand" geplant und versucht möglichst
von den Bäumen wegzubleiben:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=N9ScmDZMeWo5soVcC1bb

Grüsse

winni

Verfasser:
winni 2
Zeit: 07.11.2019 14:22:11
0
2851670
P.S.
Du kannst ein Haus im Trenchplaner drehen.
Haus zeichnen, dann Quadrat anklicken und bei "Zeichenelemente" unten
mit "Winkel" drehen.

Grüsse

winni

Verfasser:
AH3101
Zeit: 07.11.2019 14:51:14
0
2851689
Ich würde dir einen Geraden Kollektor empfehlen.
Sehr einfach zu zu baggern, was im Bestandsgebäude immer schwierig ist und einfach zu verlegen, nicht viel Aushub und man muss auch nicht immer den kompletten Graben ausheben.
Schlingel dich mit einem Minibagger durch den Garten und lege immer rechts und links an den Rand das Rohr, kannst auch noch ein Rohr in die Mitte legen....

HIER mal ein Vorschlag von mir, nimm zwei 171m 40er Rohr, eins rechts eins links an die Grabenseite und gut ist.
Oder du erstellst einen Wendekollektor.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 07.11.2019 15:34:28
0
2851703
Finde ich gut, wenn man selber baggern möchte.
Andernfalls kommen da vielleicht zu viel Baggerstunden zusammen?

Könnte man auf 200 Meter aufblasen, passend zu den angebotenen
Rohrpaketen:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=zNO652lE7e2nOfGM9ITV

Grüsse

winni

Verfasser:
AH3101
Zeit: 07.11.2019 15:54:56
0
2851712
Bei der Heizlast und dem Boden würde doch auch ein 150m graben lagen auf der einen Seite hin und im gleichen Graben nur am anderen Rand wieder zurück, was meinst dazu winni?
Den Graben dann etwas breiter machen, so auf 1m.
Man würde sich dadurch auch den Verteiler sparen....
Welche Wärmepumpe soll es werden?

Verfasser:
crink
Zeit: 07.11.2019 16:41:40
0
2851729
Hi,

bei diesem Altbaugarten finde ich den schon verlinkten Wendegrabenkollektor am besten geeignet. Für dieses Projekt mit knapp 7 kW Heizlast und lehmigem Sand würden 100 m Graben mit 2 x 40er Rohr mit je 200 m Länge reichen.

Der Graben wird dafür 2 m tief und 50 cm breit. Das warme Ende in 2 m Tiefe, dann die Hälfte des Aushubs verfüllen und in 1 m Tiefe das kalte Ende direkt oben drauf, je ein Rohr links und rechts an den Grabenrand. Bei Verlegung vom Wendepunkt aus kann sehr gut in Teilstücken gearbeitet werden, so dass trotz der Obstbäume noch Platz für Bagger und Aushub bleibt. Plane trotzdem genug Baggerzeit ein - bei mir wurde mit 5t-Bagger insgesamt 24 Stunden gebaggert für 95 m Graben im Altbaugarten.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
winni 2
Zeit: 07.11.2019 17:17:46
0
2851743
Den 100 Meter Wendegraben könnte ich mir so vorstellen:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=iKZSRxDR60NbqaFYq4Ex

Grüsse

winni

Verfasser:
crink
Zeit: 07.11.2019 18:12:06
0
2851760
Hi winni,

sieht gut aus, dann mit durchgängig 2 m Tiefe.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
AH3101
Zeit: 08.11.2019 08:02:11
0
2851995
Hi Crink,

der Wendegrabenkollektor ist einfach eine ideale Lösung im Bestandsgebäude bei wenig Platz.
Crink, ich hätte noch eine Frage, welcher Graben ist besser bei einer Heizlast von 7 KW, ein 100m Wendegraben bei 2m Tiefe und 0,5m Breite mit 2x200m 400er Rohr oder 150m Graben 1,70m Tief und 0,5m Breit mit einem 300m 40er Rohr?
Mit einem 150m Graben würde man sich den Verteiler sparen und die Verlegung ist einfacher....

Hier mal die zwei Kollektoren

150m Graben

Wendegrabenkollektor 100m

Grüße Andrej

Verfasser:
Groxo
Zeit: 08.11.2019 23:11:18
0
2852514
Hui, zwar sehr interessant, aber ja mal ein ganz anderes Thema als bislang geacht. Frage: Welcher (professionelle) Heizungsbauer kann sowas? Ich habe zu Beginn der Woche drei Heizungsbauer angeschrieben, die irgendeinen Zusammenhang zum RGK auf ihrer Homepage hergestellt haben. Bislang kam nur eine Antwort, dass ich sagen solle, was ich brauche und sie würden ein Angebot erstellen - Erdarbeiten würden sie aber nicht leisten. Gerade das benötige ich aber wohl auch.

https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=6slsetZZyKZrSaFuZrUx

Ich habe mal noch den mir bekannten Revisionsschacht im Garten (beim Gewächshaus) eingezeichnet. Ich denke der ist nur für das Regenwasser. Abwasser sollte Richtung neu eingezeichneter Straße abgeführt werden.
Das Wasser kommt aber auch an dieser Stelle ins Haus, aber der ich den Kollektor starten lasse. Das wird also sehr knapp. Kann durchaus sein, dass die Wasserleitung genau da verläuft, wo ich sie eingezeichnet habe, wenn sie direkt zur Straße läuft. Wenn sie bißchen quer läuft, komm ich da nur schwer in den Boden, ohne was zu beschädigen.

Ich denke ich werde da um eine professionelle Verlegung/Baggerarbeiten nicht herum kommen.

Gibt es Heizungsbauer die mit dem Wendegrabenkollektor Erfahrung haben?

Verfasser:
stumi75
Zeit: 09.11.2019 01:54:30
0
2852543
Hi,

mit der Einrohrverteilung im Haus - wieviel Heizwasser Durchfluß geht da maximal durch in der Stunde?

Nicht das hier die Senke komplett außer acht gelassen wird...

Verfasser:
winni 2
Zeit: 09.11.2019 11:48:31
0
2852683
Das ist ein Projekt zum Selbermachen, Groxo, wenigstens die
Rohrverlegung.

Kannst Du das nicht, wäre eine Erdwärmebohrung nach meiner
Einschätzung evtl. nicht teurer und hätte viel weniger Schäden
im Garten zufolge?

Ich finde meinen Verlauf besser, weil Du nur einen Kreuzungs-
punkt mit der Gartenleitung hättest.

Grüsse

winni

Verfasser:
AH3101
Zeit: 09.11.2019 18:26:45
2
2852899
Winni hat recht, dass ist ein Projekt zum Selbermachen.
Such dir einen Baggerfahrer leihe einen Bagger aus und er soll dir denn Graben ausheben und verdichten, zB. ein GaLaBauer....
Die Rohre in den Graben zu legen kannst du mit 1-2 Kumpels alleine.
Lege die Rohre bis zu der Position wo der Verteiler hinkommt und den Rest erledigt der HB.

Verfasser:
Groxo
Zeit: 10.11.2019 22:17:04
0
2853658
Vielen Dank für eure ermutigenden Worte. Ich habe nur Sorge, dass ich das nicht ordentlich hin bekomme, da es ja auch nur wenige frei zugängliche Informationen diesbezüglich gibt.
Wenn ich das dann zum ersten Mal gemacht habe, wird es anders aussehen. Aber gut. Dank euch traue ich mich mal an die Planung und nehme den Wendegrabenkollektor als erste Wahl auf.

Ich kenne auch zwei Baggerbesitzer und hoffe, dass einer von ihnen gerne ein Projekt annehmen möchte. Aber die machen halt auch nur exakt das, was ich ihnen sage. Das heißt ich muss vorher dennoch wissen, was zu tun ist.

1.) Ich lese mir nun mal alle WendeGK Threads durch, um das Prinzip zu verstehen. Wie ist das genaue Vorgehen? Ich grabe die kompletten 100 Meter am Stück zwei Meter tief und 50/60cm breit auf. Dann stemme ich ein Loch in die Kellerwand, durch die die Rohre gelegt werden an die Stelle an der die WP später stehen soll. Dort kommen dann die beiden Enden der Rohre durch und werden dann straight auf 2 Meter Tiefe ausgerollt, durch den kompletten Graben bis zum Ende. 1a) Diese sind gut zu legen uns bleiben problemlos an den Seitenwänden liegen? 1b) Und dass diese dann nur max. 50cm entfernt voneinander liegen stört dabei nicht? Dann schüttet der Bagger den Graben zu, bis 1 Meter Tiefe und das Rohr wird wieder zurück durch den Graben in 1 Meter Tiefe, bis zum Keller/Wanddurchbruch gelegt. Richtig so?
2.) Muss das Rohr irgendwo verschweist werden? Wer macht das? Oder wird das an den Wendungen einfach 90 (bzw. 180) Grad gebogen?
3.) Danach wird der HB gerufen, der das ganze mit Sole auffüllt und alles an die WP anschließt?
Kann das denn so einfach sein? Warum macht das dann nicht Jeder? :-)
Oder wo liegt die Schwierigkeit?
4.) Wenn es heißt "Das warme Ende liegt dann in zwei Meter Tiefe" bedeutet es doch bloß, dass der HB alles richtig anschließen muss, oder? Also Rohrende im Keller markieren und Anweisung geben "Warmes Ende ist das markierte Rohr" sollte genügen?
5.) Ist es nicht egal, ob der Baggerfahrer am Wendepunkt beginnt und sich zum Keller vorarbeitet oder anders herum?
6.) Ist nicht wirklich relevant, aber interessieren würde es mich dennoch - mit welchen Kosten muss ich rechnen? Welche variablen Kosten kommen ggf. hinzu?
7.) Blöde Frage, aber fällt mir gerade noch ein. Verlege ich das Rohr, indem ich mutig durch den Graben laufe? Oder kann man das von oben machen? Sich IM Graben aufzuhalten ist wohl eher lebensgefährlich?!

Welche WP es werden soll, habe ich null Ahnung. Habe ich mich noch absolut gar nicht mit befasst.

Für weitere Vorschläge, Rohrverlegungspläne und Durchmesser/Anzahl der Rohre bin ich offen.

Vielen herzlichen Dank für eure Unterstützung.

Verfasser:
Kristine
Zeit: 10.11.2019 23:57:24
0
2853754
Wenn Du, Deine Helfer und Dein Baggerfahrer gut sind, dann geht das ohne in den Graben zu steigen. Mit ein paar langen Latten fixiert Ihr wie von Hand die Rohre bis ein bisschen Erde draufliegt und zieht dann die Latten raus.

Verfasser:
martinwall
Zeit: 11.11.2019 00:47:07
1
2853764
Zitat von Groxo Beitrag anzeigen
Ich kenne auch zwei Baggerbesitzer und hoffe, dass einer von ihnen gerne ein Projekt annehmen möchte. Aber die machen halt auch nur exakt das, was ich ihnen sage. Das heißt ich muss vorher dennoch wissen, was zu tun ist.


Also Maschinenführer ( Bagger ) habe ich u.a gelernt. Grabenkollektor habe ich auch schon einen erstellt ( pepe1984 hier im Forum ). Kommt halt darauf an, wo Du wohnst.

Grüße

Verfasser:
crink
Zeit: 11.11.2019 10:16:40
0
2853886
Zitat von AH3101 Beitrag anzeigen
Crink, ich hätte noch eine Frage, welcher Graben ist besser bei einer Heizlast von 7 KW, ein 100m Wendegraben bei 2m Tiefe und 0,5m Breite mit 2x200m 400er Rohr oder 150m Graben 1,70m Tief und 0,5m Breit mit einem 300m 40er Rohr?

Moin moin,

300 m 40er Rohr für 7 kW Heizlast ist nicht so empfehlenswert, da wird der Temperaturverlust durch die Rohrwand einfach zu groß. Selbst mit 2 m Tiefe wäre so ein Einrohrkollektor nicht vergleichbar mit 100 m Graben mit 400 m Rohr.

Mit diesen Eingabeparametern:
- Bamberg im Winter 95/96
- FBH mit Auslegung 35/30
- Nibe 1255-6
- Heizlast 6,6 kW + 0,4 kW für WW
- 21 Grad durchschnittliche Temp innen, 4 Bewohner
- lehmiger Sand

Ergibt sich das:
145 m Graben mit 600 m Rohr: -0,6 Grad, JAZ 4,82
145 m Graben mit 300 m Rohr: -2,9 Grad, JAZ 4,68
95 m Graben mit 600 m Rohr: -1,8 Grad, JAZ 4,73
95 m Graben mit 400 m Rohr: -2,6 Grad, JAZ 4,69

Viel Rohr hilft viel -> beim Wendegraben ist ein Soleverteiler leider Pflicht. Naja, 50er Rohr wäre noch eine Option...

Viele Grüße
crink

Verfasser:
crink
Zeit: 11.11.2019 10:46:31
0
2853892
Hi Groxo,

zu den von Dir angesprochenen Punkten:

1a), 1b), 2), 5), 7) Du fängst am Wendepunkt mit dem Baggern an. Das hat den Vorteil, dass der Graben nicht auf voller Länge gleichzeitig offen sein muss. Also einfach ein Teilstück auf 2 Tiefe ausbaggern, dann die Mitte des Rohres suchen (Ringbund in zwei verbundene Ringbunde aufteilen, also so viele Ringe abnehmen und mit Gurten oder Kabelbindern zu einem zweiten Ringbund zusammenfassen, bis die Rohrmarkierung Dir sagt, dass die Mitte erreicht ist) und diese Mitte ab Wendepunkt in 2 m Tiefe verlegen für dieses Teilstück.

Also Rohr neben dem Graben abrollen, vom Grabenrand aus (lastfreier Streifen, nicht zu nah an den Rand treten) reinwerfen und mit 3 m langen Latten auf dem Grabenboden an den Rand schieben. Dann eine Schaufel Erde drauf zum fixieren. Das geht innerhalb weniger Minuten, dann vom Bagger 1 m Erde drauf, das festdrücken lassen mit der Baggerschaufel und nun die andere Rohrhälfte im Graben abrollen. Dann wieder 1 m Erde drauf, vom Bagger mit Baggerschaufel und Drüberfahren platt machen lassen und nächstes Teilstück. So brauchst Du verhältnismäßig wenig Platz im Garten.

Der Rohrabstand von weniger als 50 cm im Graben ist kein Problem, da von den Seiten genug Wärme nachfließt. Würdest Du den Graben stattdessen 1 m breit machen läge die Soletemperatur nur um wenige Zehntelgrade höher, Du hättest aber den doppelten Aushubaufwand.

Rohrverlegung in einem Stück ohne Schweißung oder Verbindungsstelle außerhalb des Hauses. Das ist ein Pluspunkt für den Gewässerschutz.

3.) Am einfachsten ist es für den Heizi, wenn Du bis ins Haus reingehst mit den Rohren und er dann alles im Haus macht, also auch Soleverteiler und Befüllung. Ist aber auch am teuersten, stattdessen kannst Du die Soleverteiler auch selbst montieren und die Solekreise im Garten befüllen - ist aber Pütscherkram und später schiebt der Heizi dann eventuelle Probleme darauf.

4:) Ja, der Heizi muss das warme Ende nur richtig anschließen. Da das schon öfter mal falsch gemacht wurde wirst Du diesen Hinweis immer wieder von mir lesen...

6.) Kosten:
- Bei mir lag die Baggerstunde für einen 5 t Bagger mit Fahrer bei 100 EUR (es war schwierig überhaupt einen Baggerfahrer zu finden, der ursprüngliche ist abgesprungen), 20 - 30 Stunden kommen da im verwinkelten Garten zusammen. Wenn Du selber baggerst wird es wesentlich günstiger.
- 40er Rohr plus Solekonzentrat ca. 2,5 EUR pro Rohrmeter
- Soleverteiler für 40er Rohr 300 - 400 EUR
- Kernbohrungen ca. 100 EUR pro Bohrung wenn das ein Profi macht
- Ringraumdichtung ca. 30 EUR pro Bohrung
- Die Verbindung zwischen Soleverteiler und WP macht dann Dein Heizi, auch die Befüllmöglichkeit, Überdruckventil, Filter usw. wirst Du wahrscheinlich über ihn beziehen müssen. Rechne mit 3000 - 4000 für Aufstellen und anschließen der WP inkl. des Kleinkrams.

Wärmepumpe: Wenn irgend geht modulierend und mit niedriger unterer Modulationsgrenze (max 2 kW), inzwischend sind genügend auf dem Markt erhältlich. Hier im Forum findest Du am meisten Hilfe mit der Nibe 1155 (bzw. 1255 mit integriertem WW-Speicher), aber auch andere Hersteller (Daikin, Viessmann, iDM, Novelan, AI, ...) bieten sinnvolle Modelle an.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
winni 2
Zeit: 11.11.2019 10:54:10
1
2853895
Ergänzend zu crink:

7. Der schmale 2 Meter tiefe Graben wird nicht betreten!
Egal, was passiert!
Auch wenn da mal der Graben einbricht, dann das Rohr lieber höher
verlegen, wenn der Bagger das nicht mehr richten kann, punktuell ist
das kein Thema.

Nach Auffüllung, bei der 1 Meter tiefen Verlegung, ist es dann natürlich
kein Problem den Graben dabei zu betreten.

Grüsse

winni

Verfasser:
Groxo
Zeit: 12.11.2019 20:27:11
0
2854881
Gut. Danke.
Bis hierhin alles verstanden.

Ich frage mich bei den angegebenen Kosten nur, inwiefern die förderfähig sein werden? Da bin ich mal auf den entsprechenden Wortlaut gespannt.

Ansonsten wäre nämlich eine (geförderre) Erdsonde letztlich günstiger oder zumindest genauso teuer und zugleich weniger Arbeit / Garteneingriff.

Oder gibt es noch weitere Gründe den WendeGK ggü. der Erdsonde zu bevorzugen, vorausgesetzt es gibt eine Kostengleichheit?

Verfasser:
winni 2
Zeit: 13.11.2019 17:11:11
0
2855325
Nein, bei ähnlichen Kosten wäre eine leistungsmässig richtig ausgelegte
Erdwärmesonde besser.
Damit kannst Du höhere Erdreichtemperaturen erschliessen, als mit einem
RGK.

Grüsse

winni

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