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Besteuerung von Einkommen vs. Erbe vs. ...
Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 22.10.2019 16:19:13
0
2843162
Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen
Man könnte ja auch mal darüber nachdenken, wie man es der breiten Masse
erleichtert Vermögen zu bilden, statt umzuverteilen?


Damit die breite Masse Vermögen bilden kann, muss sie Einkommensüberschüsse haben. 50% der Bevölkerung haben absolut gar nichts übrig, was sie ansparen könnten, und bei weiteren 20% sind das nur irrelevante Pillepalle, so dass man damit auch nichts ansparen kann, was man als "Vermögen" bezeihnen könnte. Alle bisherigen Modelle zur Vermögensbildung unterhalb der mittleren Mittelschicht sind ausnahmslos gescheitert, und haben meistens, so wie "Riester", sogar zu einer Umverteilung von Unten nach Oben geführt.

Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 22.10.2019 16:25:02
0
2843164
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Also dass einem bürger alles gehört war Marx' Theorie, die in die Archive kam als Schumpeter gezeigt hat warum daraus nixx wird.


Du musst nicht jedes überspitze Beispiel auf die Goldwaage legen.

Tatsächlich hast Du ein klein wenig recht, denn die Schicht der Reichen legt nicht nur geldmäßig zu, sondern auch zahlenmäßig. Noch weit mehr wächst die Unterschicht zahlenmäßig an. Die Mittelschicht dünnt aus. Das ist eine extreme Gefahr für die Demokratie.

Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Ergo ist elles darauf angelegt dass das Pendel in die andere Richtung geht.


Es gibt absolut gar nichts, was auf diese Annahme hindeutet. Die soziale Schere öffnet sich mit anhaltender Beschleunigung! Von den Niedrigzinsen und der Geldschwemme profitieren wie immer die Reichen sehr viel mehr als die Armen.

Verfasser:
fdl1409
Zeit: 22.10.2019 16:30:23
0
2843165
Man könnte ja auch mal darüber nachdenken, wie man es der breiten Masse
erleichtert Vermögen zu bilden, statt umzuverteilen?


Richtig. Das könnte man z.B. erreichen indem man die Lohn- und Einkommensteuer reduziert und die Lohnnebenkosten.
Das ist ja genau das zentrale Argument für die Erbschaftssteuer. Während man lebt und aktiv ist wird man weniger belastet und kann mehr Vermögen bilden - das dann post mortem besteuert wird.

Grüße
Frank

Verfasser:
fdl1409
Zeit: 22.10.2019 16:37:44
1
2843169
Die Top 0,5 % (etwa 350.000 Personen) besaßen gemeinsam etwa so viel Vermögen wie die unteren 90 % (etwa 63.000.000 Personen).

Vermögen kann entweder selbst erworben oder ererbt sein. Eine auf Umfragedaten beruhende Untersuchung der FU Berlin mit dem Panel Private Haushalte und ihre Finanzen (PHF) unterscheidet in ärmere Hälfte, Mittelschicht (51. bis 89. Perzentil), mittlere Oberschicht (91. bis 99. Perzentil) und Oberschicht (100. Perzentil). Die Studie betrachtete die kumulierten Erbschaften bis Anfang 2015.

Bei der so definierten Mittelschicht und mittleren Oberschicht ist etwa 1/3 des Vermögens ererbt und 2/3 selbst erworben (dieser Anteil ist bei den Perzentilen in der oberen Mitte relativ konstant). Bei der ärmeren Hälfte liegt der Anteil der Erben deutlich geringer, bei 17 Prozent.[40][41] Erbschaften spielen für die Mittelschicht im Vergleich zu anderen Vermögensformen die größte Rolle beim Vermögen. Dennoch sehen die Autoren Erbschaften im Schnitt bei der ärmeren Hälfte und der Mittelschicht als keine dominierende Ursache der Vermögensbildung.[42]

Für die Oberschicht, das oberste Perzentil (ab etwa 2,5 Mio. Euro Nettovermögen) waren die Daten aus dem PHF-Panel nicht repräsentativ (das höchste Vermögen im PHF liegt bei 75 Millionen Euro), auch weil für Deutschland die Grundlage an Daten und Untersuchungen fehlt. Die Wissenschaftler ergänzten die Daten deswegen aus anderen Vermögensuntersuchungen. Mithilfe statistischer Vergleiche aus besser untersuchten Ländern kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass bei der Oberschicht der Anteil des geerbten Vermögens am Nettovermögen etwa 4/5 beträgt


Und die muss man schützen, damit sie noch reicher werden? Die Reichen werden ja nicht arm durch die Vermögenssteuer. Sie werden nur etwas weniger reich. Und haben immer noch viel mehr als sie konsumieren können und allein aus den Kapitalerträgen nicht nur zu leben, sondern auch weiteres Vermögen anzuhäufen.

Grüße
Frank

Verfasser:
HFrik
Zeit: 22.10.2019 16:40:59
0
2843170
Zitat von Tom Berger Beitrag anzeigen
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
[...]


Du musst nicht jedes überspitze Beispiel auf die Goldwaage legen.

Tatsächlich hast Du ein klein wenig recht, denn die Schicht der Reichen legt nicht nur geldmäßig zu, sondern auch zahlenmäßig. Noch weit mehr wächst die Unterschicht zahlenmäßig an. Die Mittelschicht dünnt[...]
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
[...]


Es gibt absolut gar nichts, was auf diese Annahme hindeutet. Die soziale Schere öffnet sich mit anhaltender Beschleunigung! Von den Niedrigzinsen und der Geldschwemme profitieren wie immer die Reichen sehr viel mehr als die Armen.

Es gibt nichts was deine These stützt. Denn bei den Einkommen verschiebt sich die Hebellänge ganz eindeutig vom Arbeitsnachfrager zum Arbeitsanbieter. Von nominalen Vermögenswertszuwächsen hat zunächst der Vermögensbesitzer etwas. Solange er das Vermögen aber nicht verscherbelt, hat er nichts direkt davon, der nominale Vermögenswert des Anlageguts kann nächstes Jahr ebenso wieder schrumpfen.
Wenn er Kase macht, hat er wenige ranlagevermögen - und entsprechend der sich verschiebenden Einkommensevrteilung wird das Geld dann tendenziell - sobald es ausgegeben wird, und dazu ist Geld bei Nullzinsen nur nütze - eher bei einem Anbieter von Arbeit landen, welcher tendenziell bei der Mittel und Unterschicht angesiedelt wird - und diesem irgendwann ermöglichen das verkaufte Anlagegut zu erwerben.
Längerfristig geht das Vermögen immer dahin wo die Einkommen sind. Und das Einkommen bekommt der, der das knappere Gut anbeitet.

Verfasser:
HFrik
Zeit: 22.10.2019 16:48:17
1
2843173
@ Frank - völlig richtg, und wenn man Vermögens mit Erbschaftssteuer ersetz bin ich völlig bei Dir.
Deswegen treibt mich der Punkt auch um. Denn grosse Vermögen bestehen in der regel zum ganz überwiegenden teil aus Unternehmen. Und Unternehmen bekommen Probleme wenn man viel Liquidität entzieht. Weswegen man - berechtigt - zu verhindern gesucht hat dass den Unternhemen zu viel Liquidität entzogen hat. Die aber - falsch - so gestaltet hat, dass man die Erbschaftssteuer reduziert hat. Statt dass das Finanzamt Beteiligungen statt Geld akzeptiert. So herum wird dann ein Schuh daraus. Dann kann man auch 25 oder 30% Erbschaftssteuer problemlos einziehen, die dann alle ca. 25 Jahre anfällt. Nicht so viel dass das Vermögen nach 1, 2Generationen schlagartig weg ist - der Opa kann immernoch für die Enkel die er kennt vorsorgen - aber viel genug dass die Gemeinschaft ihren Anteil bekommt, und viel genug dass man andere Steuern senken kann.

Verfasser:
Phil a.H.
Zeit: 22.10.2019 22:55:11
0
2843381
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Dann kann man auch 25 oder 30% Erbschaftssteuer problemlos einziehen, die dann alle ca. 25 Jahre anfällt. Nicht so viel dass das Vermögen nach 1, 2Generationen schlagartig weg ist - der Opa kann immernoch für die Enkel die er kennt vorsorgen - aber viel genug dass die Gemeinschaft ihren Anteil bekommt, und viel genug dass man andere Steuern senken kann.

Das geht nicht. Das wäre zu weitsichtig und kurzfristig kein "Erfolg". Und nur darum geht es. Was nutzt es letztendlich, wenn irgendwas ausgearbeitet wird, und das alles nach der nächsten Wahl hinterher wieder vom anderen Lobbyisten ins Gegenteil verkehrt wird?

Du sprichst von Jahrzehnten, das interessiert leider niemanden. Das ist auch logisch, denn so lange lebt keine Wirtschaftsepoche mehr.

Verfasser:
loli
Zeit: 22.10.2019 23:55:28
0
2843403
Zitat von Phil a.H. Beitrag anzeigen
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
[...]

Das geht nicht. Das wäre zu weitsichtig und kurzfristig kein "Erfolg". Und nur darum geht es. Was nutzt es letztendlich, wenn irgendwas ausgearbeitet wird, und das alles nach der nächsten Wahl hinterher wieder vom anderen Lobbyisten ins Gegenteil verkehrt wird?

Du sprichst von[...]

Da ist was Wahres dran...

Das Geld wird jetzt benötigt - Hamburg hat massiv aufgestockt (kam Heute in den Nachrichten) Das sind viele neue Lehrer, Polizisten und auch die Ämter haben Verstärkung bekommen (57% von den "Neuen" sind Beamten) - die müssen wir jetzt durchfüttern.
Na ja, in 25 Jahren müssen die auch noch gefüttert werden, aber das könnt Ihr dann schön alleine machen... ;-)

Gruß

Verfasser:
HFrik
Zeit: 23.10.2019 10:07:05
0
2843482
Zitat von Phil a.H. Beitrag anzeigen
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
[...]

Das geht nicht. Das wäre zu weitsichtig und kurzfristig kein "Erfolg". Und nur darum geht es. Was nutzt es letztendlich, wenn irgendwas ausgearbeitet wird, und das alles nach der nächsten Wahl hinterher wieder vom anderen Lobbyisten ins Gegenteil verkehrt wird?

Du sprichst von[...]

Das ist ein Irrtum der aktuellen Zeit. Die generationenfolge und die Lerngeschwindigkeit der Leute hat sich nicht erhöht - und die Grundregeln der Physik und der Ökonomie werden vom Fortschritt nicht ausser Kraft gesetzt.
Dass sowas gerne durcheinandergewürfelt wird -richtig.
Dass Politik oft nur in Wahlperioden oder der eit bis zur nächsten XYZ-Wahl denkt - leider auch richtig. Deswegen muss man gute Lösungen eben in Foren wie diesem diskutieren und dann kontinuierlich über lange Zeit propagieren. Solange bis die Politik es dann eben doch macht, weil es viele wollen, und es einfach sinnvoll ist. Der Wähler ist auch nach einer oder mehreren Wahlperioden noch da und hat immernoch ähnliche Interessen. Ergo muss er der Adressat der Diskussion sein.

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 08.11.2019 16:13:07
0
2852257
Verfasser:
winni 2
Zeit: 08.11.2019 16:44:54
0
2852276
Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 08.11.2019 20:05:51
3
2852407
Die von Nicole immer wieder gelieferten "Artikel und Untersuchungen von diversen Soziologen" (welche offensichtlich auch dieselben Sozialakademien absolviert haben) haben offensichtlich nur einen Hintergrund.

Wege und Mittel zu finden "um die Pfeffersäcke auch mal noch richtig abzuzocken"!

Es ist schon richtig dass viele dieser Reichen Ihr Einkommen nicht nur auf ehrliche und saubere Art erworben haben, aber die Mehrzahl von Ihnen stammt aus Familien wo man schon lange auf besonders gute Ausbildung wert legt, was sich dann meist auch in entsprechenden monetären Werten niederschlägt.

Auch sollte man nicht ausser acht lassen dass Geschäfte auch immer mit einem Risiko verbunden sind, egal ob es sich nun um Währungsrisiken (bei Auslandsgeschäften) oder höhere Gewalt (Streiks oder Unwetter) handelt, der alte Spruch "no Risk, no Fun" hat auch in diesen Bereichen seine Gültigkeit!

Wir haben (sowohl Ihr in Deutschland, als auch bei uns in Österreich) eine Unmenge an Leuten welche eigentlich nichts arbeiten wollen, aber gleichzeitig auch gut leben wollen und die naturgemäß auch wenig Einkommen haben (denn die diversen staatlichen oder caritativen Zuwendungen zählen ja nicht zum Einkommen).

Wie weiter oben schon angemerkt ist Lernen und Arbeiten ja "uncool", dass man pflichtgetreu zu vorgegebenen Zeiten an seiner Arbeitsstätte auftaucht "is ja fad", aber wehe wenn am letzten die "Marie" nicht pünktlich am (ständig schwer überzogenem) Konto ist, da weiß man ganz genau wo man hinlaufen muß um sich zu beschweren (Arbeiterkammer oder Gewerkschaft).

Ich war vor kurzem in Peru und habe dort vieles gesehen, aber vor allem eines, es gibt dort kein Arbeitslosengeld, keine allgemeine (kostenlose) Krankeitsvorsorge und keine allgemeine Rente (die beiden letzteren nur teilweise in großen Betrieben und staatlichen Stellen.
Somit weiß dort aber auch jeder dass von Vater Staat nichts zu erwarten ist und (fast) jeder bemüht sich nach seinen Möglichkeiten etwas zu arbeiten und ein sicherlich minimales Einkommen zu generieren.

Es ist leider ziemlich sicher dass dort viele Unternehmer der kleinen reichen Oberschichte ihre Arbeitnehmer ausbeuten, was bei uns aufgrund des total durchorganisierten Sozialstaates so gar nicht mehr möglich ist,was uns alle freuen sollte.

Ich stehe nach wie vor dazu, dass diejenigen die etwas leisten auch was davon haben sollen und wenn sie etwas ersparen und ein kleines Vermögen aufbauen (sich ein Haus oder eine Wohnung kaufen) dann nicht nochmals von gewissenlosen Sozialträumern abgezockt werden sollen um damit die Hälse von faulen Sozialschmarotzern zu füllen!

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 08.11.2019 20:25:52
2
2852420
Zitat von Hannes/esbg Beitrag anzeigen
Die von Nicole immer wieder gelieferten "Artikel und Untersuchungen von diversen Soziologen" (welche offensichtlich auch dieselben Sozialakademien absolviert haben) haben offensichtlich nur einen Hintergrund.

Wege und Mittel zu finden "um die Pfeffersäcke auch mal noch richtig abzuzocken"!


Wenn du den Thread verfolgt hättest, dann müsstest du registriert haben, dass es eine längere Auseinandersetzung gab über die Frage, ob die soziale Ungleichheit überhaupt gestiegen ist und wenn ja welche Rolle dabei insbesondere Migration spielt.

Genau diese Fragen greift der Artikel auf.

Aber die Darstellung der Unterschicht als faul und damit offenbar verdientermaßen arm, nehme ich interessiert zur Kenntnis.

Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 08.11.2019 20:55:59
0
2852441
Bitte nicht verallgemeinern! Ich habe nicht behauptet dass "die Unterschicht" allesamt aus faulen Leuten besteht!

Ich sehe nur in unserem erweiterten Umfeld dass Bildungsferne und damit Armut in direktem zusammenhang stehen!

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 08.11.2019 21:22:28
1
2852460
Zitat von Hannes/esbg Beitrag anzeigen
Bitte nicht verallgemeinern! Ich habe nicht behauptet dass "die Unterschicht" allesamt aus faulen Leuten besteht!

Ich sehe nur in unserem erweiterten Umfeld dass Bildungsferne und damit Armut in direktem zusammenhang stehen!


Ich habe nicht verallgemeinert. Schaue dir bitte dein Beitrag nochmal an.

Tatsächlich hast du Recht. Es ist eine Binsenweisheit, dass in kaum einem anderen Land wie in Deutschland Armut den Bildungsabschluss so sehr stark beeinflusst. Das wird regelmäßig von der OECD festgestellt. Folglich ist der Aufstieg auch besonders schwer.

Verfasser:
loli
Zeit: 08.11.2019 23:14:34
3
2852515
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
Zitat von Hannes/esbg Beitrag anzeigen
[...]


Ich habe nicht verallgemeinert. Schaue dir bitte dein Beitrag nochmal an.

Tatsächlich hast du Recht. Es ist eine Binsenweisheit, dass in kaum einem anderen Land wie in Deutschland Armut den Bildungsabschluss so sehr stark beeinflusst. Das wird regelmäßig von der OECD[...]

Hallo Nicole,

ich denke nicht, dass der Aufstieg in höheren Geselschaftsschichten in Deutschland besonders schwer ist. Bildung ist weitestgehend kostenlos und eine Privatschule für Alle kann es nicht geben...
Zuschüsse für Klassenreisen, für Fahrkarten, Lehrmittel usw. gibt es auch..., das ist nicht überall so.
Auch lernen Kinder aus unterschiedlichen Schichten Seite an Seite - jedenfalls ist es bei uns hier so (ich kenne konkrette Beispiele)

Das Hauptproblem sehe ich eher woanders:
Durch die Rundumversorgung des Sozialstaates, gibt es kaum Bedarf für die Unterschicht ihre Situation zu verbessern - die Motivation fehlt einfach!
Warum soll man den A..sch hochheben, wenn man auch so satt wird?

Hinzu kommt noch dass es durch den Versuch, das Leben für die Armen angenehmer zu gestallten, die Mittelschicht geradezu ausgeblutet wird.
Die Vorschläge die Oberschicht "abzukassieren", die hier ab und zu gemacht werden, werden keine nennenswerte Ergebnisse liefern können - da wird "man" sich zu schutzen wissen. Es gibt auf der Welt nicht nur Deutschland...

Wer wieder belastet wird - ist mal wieder die Mittelschicht. Das ist der eigentliche Träger der Gesellschaft

Dass in einer Gesellschaft immer eine Unter-, eine Mittel- und eine Oberschicht existiert ist völlig normal. Das ist nur eine Vergleichsdefinition. Der Punkt ist, dass es der Unterschicht immer besser geht - m.M.n. viel zu gut!
Die Menschen die in sechster Generation immer noch dazu gehören, leben mit Sicherheit besser als ihre Vorfahren und haben sich daher nicht bemüht in einer höheren Schicht aufzusteigen.

Mit der Migration kommt ein weiteres Problem dazu - viele Migranten kommen gezielt hier her, um vom Sozialsystem zu profitieren - auch solche Beispiele kenne ich viele, mit meinem Migrationshintergrund... ;-)
Das ist aber nicht mal das Hauptproblem: die Konkurenz im Niedriglohnsektor! Da machen Migranten die Löhne kaputt - die Arbeitgeber freuen sich, die Lohnschere geht weiter auf.
Bei den hohen Sozialleistungen werden sich ohne Migranten wiederrum keine Bewerber mehr finden für bestimmte Arbeiten.

Anstatt die Mittelschicht noch weiter zu belasten um alles Mögliche zu finanzieren, wäre es aus meiner Sicht zielführender, die Zahl der Personen zu begrenzen, die sich vom Staat abhängig gemacht haben. Das Staatsapparat zu verschlanken und damit die Ausgaben zu reduzieren - dann braucht es auch nicht jede erdenkliche Steuer zu erfinden.

Ich kenne eine Menge ausländische Fachkräfte, die bei der Frage ob sie nicht Lust hätten nach Deutschland auszuwandern nur noch müde lächeln - die haben es im Ausland trotzt niedrigeren Bruttolöhne viel besser. Deutschland ist nur noch bei Schmarotzern hoch im Kurs...

Gruß

Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 08.11.2019 23:26:51
1
2852519
Zitat von loli Beitrag anzeigen
ich denke nicht, dass der Aufstieg in höheren Geselschaftsschichten in Deutschland besonders schwer ist.


Nun, das ist keine Glaubenssache, denn die soziale Durchlässigkeit einer Gesellschaft kann man sehr gut messen. Und entgegen Ihres Bauchgefühls erweist sich Deutschland nach einer Messung leider doch als recht undurchlässig. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland da sehr, sehr weit hinten.

Dass Ihr falsches Bauchgefühl Sie dann auch noch zu Fremdenhass bewegt, vervollständigt das Bild, das die meisten anderen Foristen von Ihnen haben, dann doch recht zuverlässig.

Verfasser:
loli
Zeit: 09.11.2019 06:31:44
2
2852555
Zitat von Tom Berger Beitrag anzeigen
Zitat von loli Beitrag anzeigen
[...]


Nun, das ist keine Glaubenssache, denn die soziale Durchlässigkeit einer Gesellschaft kann man sehr gut messen. Und entgegen Ihres Bauchgefühls erweist sich Deutschland nach einer Messung leider doch als recht undurchlässig. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland da sehr, sehr[...]

Von Glaube habe ich nicht gesprochen. Es sind eher Erfahrungen, die ich als jemand, der selbst ganz, ganz unten anfangen durfte, sammeln konnte und immer noch sammelt. Damit man etwas erreicht, muss man sich in erster Linie anstrengen. Und die Motivation in Deutschland fehlt einfach.

Von Fremdenhass stand da auch nichts, aber wenn Sie über Probleme lieber nicht reden wollen, dann sollten Sie sich einfach enthalten.

Ist nicht mein Problem, dass Sie einfachste Zusammenhänge nicht erkennen können, bzw. wollen.

Was Ihre Messlatte betrifft, bin ich nicht der Meinung, dass sie korekt eingestellt ist.
Lesen Sie hier weiter und versuchen Sie sie zu eichen:

Ungleichheit: Die amerikanische Illusion

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 09.11.2019 07:33:44
3
2852560
Zitat von loli Beitrag anzeigen
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
[...]

Hallo Nicole,

ich denke nicht, dass der Aufstieg in höheren Geselschaftsschichten in Deutschland besonders schwer ist. Bildung ist weitestgehend kostenlos und eine Privatschule für Alle kann es nicht geben...
Zuschüsse für Klassenreisen, für Fahrkarten, Lehrmittel usw.[...]


Es gibt zahlreiche Studien die exakt das Gegenteil beweisen. Zuschüsse für Klassenreisen bedeuten übrigens auch nicht, dass das Kind aufgestiegen ist.

In den skandinavischen Ländern, die über ein noch wesentlich stärker ausgebautes Sozialsystem verfügen, was außerdem sehr stark auf Chancengleicheit setzt, ist die Durchlässigkeit beispielsweise wesentlich größer.

Ich habe nicht den Eindruck, dass du dich bisher überhaupt mit Fragen bezüglich vertikaler sozialer Mobilität beschäftigt hast. Dein Posting ist weitgehend faktenfrei und widerspricht allen empirischen Befunden.

Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 09.11.2019 13:37:23
3
2852744
Es ist natürlich klar das jeder dazu neigt irgendwelche "Studienergebnisse" welche in sein Weltbild passen zu präferieren!

Ich bin auch nicht mit der "Nerzstola" um den Hals auf die Welt gekommen, aber ich habe mein Leben lang gelernt und gearbeitet (und nebenbei brav viel Steuern und Abgaben bezahlt)!

Ich wünsche keinen die oben geschilderten Verhältnisse wie in Peru, aber für viele wäre es sehr lehrreich doch einmal ein halbes Jahr zu diesen Verhältnissen zu leben.

Dass irgend ein OECD Bericht eine mangelnde Durchlässigkeit der sozialen Schichten feststellt ist die eine Sache, wenn ich das so hingenommen hätte wäre ich heute nicht da wo ich bin, denn man muß seinen Arsch schon selbst bewegen und nicht drauf warten bis jemand kommt und ihn dir aufhebt!

Wir haben in (fast) unmittelbarer Nachbarschaft eine Familie, welche seit fast 30 Jahren am Sozialtopf hängt, vor einigen Jahren ist in der Gemeinde eine Sammlung veranstaltet worden um sie aus den dringlichsten Schulden etwas rauszureissen.
Zwei der Kinder sind etwa im alter unserer, dass die schulischen Leistungen bereits in der Grundschule zu Klassenwiderholungen geführt haben ist leider eine Tatsache, obwohl die Mutter bei den Kindern zu Hause war.
Aber schon vor 10 Jahren hatte man sofort einen riesen Flatscreen TV und als die Trampolins im Garten aufkamen stand schon eines bei Ihnen, oder die pseudo Segways hat man natürlich auch gehabt, dass nebenbei alle Rauchen wie ein Misthaufen na und geht mich ja nichts an.
Dass man es mit dem Arbeiten da nicht so hat ist ja klar, man muß ja die vielen Blödmacherserien auf dem großen TV schirm genießen!
Und den schönen Spruch "mit der Arbeit vergeudet man die schönste Zeit im Leben"! denn kenne sie auch alle!

Übrigens hat eine unparteiische Untersuchung vor etwa 1 Jahr (hier in Österreich) ergeben, dass eine 4-köpfige Familie wo keiner was arbeitet unterm Strich um etwa 200,-€ mehr an Haushaltseinkommen (im Monat) hat als dieselbe Familie wo der Vater rund 2500,-€ brutto und die Mutter in Teilzeit auch noch 500,-€ brutto heimbringt

Soviel zu meinen Erlebnissen mit dem Zusammenhang von Armut und Bildung!

Ich bin absolut dafür dass jemand der einfach Pech hat im Leben von Vater Staat oder anderen Organisationen unterstützt wird, aber das muß degressiv ablaufen, man sollte demjenigen helfen wieder ein "mitzahlendes" Mitglied in unserer Gesellschaft zu werden, aber solande die Gießkanne ständig Wasser (Geld) gibt ist für die meisten keine Motivation da etwas zu ändern.

Noch eine interessante Frage an Nicole, welche Ausbildung hast Du und was arbeitest Du!

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 09.11.2019 18:09:26
1
2852891
Zitat von Hannes/esbg Beitrag anzeigen
Es ist natürlich klar das jeder dazu neigt irgendwelche "Studienergebnisse" welche in sein Weltbild passen zu präferieren!



Im Gegensatz zu dir kann ich überhaupt Studien vorweisen. Und es gibt keinen Grund das in Anführungszeichen zu setzen. Diese zeigen, dass die Durchlässigkeit in Deutschland besondern gering ausgeprägt ist. Von dir kommen lediglich Anekdoten.

Zitat:


Soviel zu meinen Erlebnissen mit dem Zusammenhang von Armut und Bildung!


Siehe oben.

Zitat:

Ich bin absolut dafür dass jemand der einfach Pech hat im Leben von Vater Staat oder anderen Organisationen unterstützt wird, aber das muß degressiv ablaufen, man sollte demjenigen helfen wieder ein "mitzahlendes" Mitglied in unserer Gesellschaft zu werden, aber solande die Gießkanne ständig Wasser (Geld) gibt ist für die meisten keine Motivation da etwas zu ändern.


Wenn du dich nur mal länger als 5 Minuten mit den Ursachen zur sozialen Ungleichheit beschäftigt hättest, dann hättest du gesehen, dass nach zahllosen internationalen Studien unser höchst sozial selektives Bildungssystem als gewichtiger Faktor angesehen wird.

Zitat:

Noch eine interessante Frage an Nicole, welche Ausbildung hast Du und was arbeitest Du!


Ich habe als erster in meiner Familie ein Universitätsstudium abgeschlossen - insofern einen intergenerationellen Aufstieg erlebt - und arbeite im Landesdienst M-V (A13).

Ich habe unter anderem Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Wirtschaft studiert, wo ich mit intensiv (u.a.) mit Messung, Auswirkung und Urachen für soziale Ungleichheit auseinandergesetzt habe. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass ich Studenten den Umgang mit dem SOEP - was ja eine wichtige Quelle für Forschungsarbeiten zu diesem Thema ist - beigebracht. Meine Abschlussarbeit war eine ökonomische Analyse des Mindestlohn (Modellebene / empirische Datenlage).

Mit einem Nettoäquivalenzeinkommen von mehr als 3000€ habe ich ein hohes Einkommen und würde von einer Umverteilung wohl kaum profitieren (dafür aber natürlich von der Streichung des Soli)

Darf man den Grund für diese Frage erfahren?

Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 09.11.2019 18:20:00
3
2852897
Erst einmal Danke für die ehrliche Beantwortung meiner Fragen!

Gratuliere dass Du es als Erste Deiner Familie zu einem Uniabschluss geschafft hast!

Aber ich möchte hier anmerken das Du einen Job in einem völlig "risikolosen Bereich" hast und daher auch Deinen wunderschönen Sozialträumen ohne jedes Jobrisiko nachhängen kannst!

Ich weiß zwar nicht wer Dein Studium finanziert hat, es sei Dir auch herzlich vergönnt wenn Du ein Stipendium bekommen hast, aber ich behaupte hier einmal dass Du von der Realität des Lebens wenig Ahnung hast!

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 09.11.2019 18:53:32
1
2852909
Okay. Du brauchtest diese Angabe also nur für eine ad hominem - Argumentation. Ich hatte es befürchtet.

Ich weise daraufhin, dass jeder der ein Abi gemacht und studiert hat, die Chance auf eine risikolose A13 - Stelle hat, insofern kannst du mir da kein schlechtes Gewissen einreden.

Ich finde es aber befremdlich, dass du mir die Kompetenz absprichst mich zu Fragen von Ursachen und Auswirkungen sozialer Ungleichheit / Mobilität zu äußern, während ich mein Studium ja immerhin mit 1,3 abgeschlossen habe.

Muss ich jetzt Ingenieur werden oder erstmal ne ordentliche Lehre machen, bevor ich über mich zu Fragen meines Studiums äußern darf, ohne als ahnungslos betitelt zu werden?

Im Übrigen bin ich gewählter Mandatsträger und das mit einem der besten Ergebnisse, d.h. ein großer Teil der Bevölkerung traut mir zu, für ihre realen Probleme vor Ort Lösungen zu finden und durchzusetzen und glaubt offensichtlich, dass ich nicht so lebensfremd und ahnungslos bin, wie du mich hier hinstellen willst.

Ich halte fest: Die Ungleichheit hat in Deutschland zugenommen. Die soziale Mobilität ist vergleichsweise gering.

Mir egal was "Praktiker" davon halten mögen. Wissenschaftliche Fakten lassen sich nicht weganekdotisieren.

Verfasser:
Karl-Heinz Groß
Zeit: 09.11.2019 19:17:02
2
2852915
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Denn grosse Vermögen bestehen in der regel zum ganz überwiegenden teil aus Unternehmen. Und Unternehmen bekommen Probleme wenn man viel Liquidität entzieht. Weswegen man - berechtigt - zu verhindern gesucht hat dass den Unternhemen zu viel Liquidität entzogen hat.

Deshalb kaufen auch Heuschrecken wie Blackrock Unternehmen auf, ziehen Geld in Form von "Kapitalentnahmen" aus dem dem Unternehmen raus und lassen diese durch Kredite aus dem Kapital des Unternehmens finanzieren.

Im bei dem Bsp. des 1 Mio Cash-Unternehmens zu bleiben:
1 Mio cash => Kredit: 0,8 Mio Cash + 1,0 Mio = 1,8 Mio cash
bei EK 1 Mio. + FK 0,8 Mio => 0,8 Mio als Entnahme ab Heuschrecke
= 1 Mio cash davon 0,2 Nio EK und 0,8 Mio FK.

So wird heute Privatvermögen erzeugt! Das Risiko trägt das Unternehmen z.B. als GmbH. Gehts pleite ist das Privatkapital trotzdem nicht futsch. Risiko liegt halt dann z.B. bei Mitarbeitern und aufgrund unseres Insolventsrechts auch bei den Liefernaten, die evtl. sogar Vorkassen zurück zahlen müssen.

Und solange die FK-Rendite bei 0% Zinsen größer ist als die EK-Rendite, macht das Unternehmen sogar dadurch auch noch Gewinn. Dies nennt man Leverage-Effekt.

Eure Überlegungen unterscheiden nicht zwischen Innen. und Außenverhältnissen eines Unternehmens! Daher kein Erbarmen mit den Erben!

Verfasser:
Karl-Heinz Groß
Zeit: 09.11.2019 19:47:46
1
2852933
Seit den Römern gab es Landbesitzer und Landarbeiter. Dann kamen im Mittelalter Fürsten, Adel. Klerus und "Fugger". Bis auf die Landarbeiter alle Steuerbefreit.

Heute gibts Millardäre (Geldadel), AfDler (katholische Fundamentalisten), und Heuschrecken (nicht Kapitalmarkt kontrollierte "Banken").

UND natürlich Lohnsklaven! Ob in Unternehmen oder als Solounternehmer ...

Amerika als "falen State" mit bürgerkriegsähnichen Zuständen lässt grüßen!

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