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Zellulose ohne Dampfbremse und KWL - Luftdichtigkeit?
Verfasser:
Solarnudel
Zeit: 09.11.2019 10:12:06
0
2852632
Hallo,

wir planen gerade die Renovierung unseres Altbaus (BJ 1904). Geplant ist die Dämmung der obersten Geschossdecke mit 30 cm Zelluloseflocken mit perforierten Spanplatten auf Dämmhülsen ohne Dampfbremse. Die Decke ist eine Holzbalkendecke mit Schlacke/Lehmschüttung, die Schüttung würden wir vor dem Ausflocken entfernen um mehr Platz zum Dämmen zu haben. Der Dachboden soll begehbar, aber nicht Teil der thermischen Hülle sein.

Das grundsätzliche Vorgehen ohne Dampfbremse ist üblich bei Zellulose und wird auch z.B. bei ISOFLOC im Planungshandbuch vorgeschlagen. Ich habe den Aufbau außerdem mit Ubakus durchgerechnet, ist unproblematisch. Bodenluke, Rohrdurchdringungen und Kabeldurchdringungen werden auch luftdicht ausgeführt, aber ich scheue etwas den Aufwand wirklich alles minutiös mit Folie und Klebeband dicht zu machen.

Zusätzlich soll aber in naher Zukunft auch die Aussenwand gedämmt und eine KWL eingebaut werden. Jetzt lese ich immer wieder, daß für eine KWL eine gute Luftdichtigkeit erforderlich ist.

Genügt der Strömungswiderstand der Zelluloseflocken oder muss doch die Luftdichtigkeit erst zwingend mit Dampfbremse sichergestellt werden?

Beste Grüße,

Solarnudel

Verfasser:
winni 2
Zeit: 09.11.2019 11:06:48
0
2852656
Als luftdichte Ebene reicht die Innverkleidung der Deckenbalken,
also Putzschicht oder Gipsplatten, so vorhanden.

Aber Anschlüsse an andere Bauteile sollten dann schon luftdicht
sein und dauerhaft bleiben.
Andernfalls könnte Feuchtigkeit aus dem Luftstrom in der Dämmschicht
oder auch an der Spannplattenunterseite kondensieren.

Ich finde Rauspunddielen optisch und technisch besser, als Spannplatten.
Perforierte Spannplatten kenne ich nicht, willst Du die Löcher selber machen?

Grüsse

winni

Verfasser:
Solarnudel
Zeit: 09.11.2019 21:24:15
0
2852955
Hallo,

die Spanplatten liegen aktuell schon auf dem Dachboden (auf einer unterlüfteten = wirkungslosen 10 cm Schicht Styropor.... :-( ). Ich hatte ursprünglich auch überlegt Rauspunddielen zu nehmen, aber die sind aufgrund sehr beengter Verhältnisse schwer auf den Dachboden zu kriegen. Das Bohren vieler Löcher für die Diffusionsoffenheit wird keinen Spaß machen, aber einfacher sein. Die notwendige Anzahl Bohrungen pro qm habe ich über Ubakus abgeschätzt.

Meine ursprüngliche Frage zielte eher in Richtung: Wenn ich eine KWL einbaue erwarte ich höhere Druckdifferenzen und damit ein größeres Potential, daß viel Luft durch Leckagen entweicht. Daher die Frage ob es trotzdem ohne Luftdichtheit geht oder ob man Probleme erwarten würde.

Die einzige Info hierzu im Zusammenhang mit Zellulose habe ich hier gefunden:
LUFTDICHTHEIT - WINDDICHTHEIT
Typische Leckagen von Materialien und Bauteilschichten


Wenn man dem Glauben schenkt ist Zellulose zumindest mal gut darin, einen höheren Strömungswiderstand als andere Dämmstoffe darzustellen. Aber sonst habe ich das Thema nirgendwo gesehen.

Grüße,

Solarnudel

Verfasser:
KleinTheta
Zeit: 09.11.2019 21:46:25
0
2852964
Aaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhh, was ist das denn?

- wirkungsloses hinterlüftetes 10 cm Styropor
- stundenlanges Löcherbohren in Spanplatten
- Zelluloseflöckchen

Ich wette gleich schreibt winni 2 ein paar passende Takte. Bitte höre auf ihn! Das ist hier unser Zelluloseflöckchen und Schichtaufbauspezialist!

<sorry coudn't resist>

Verfasser:
Solarnudel
Zeit: 10.11.2019 04:32:14
0
2853013
Hi,

keine Panik, das Styropor bleibt nicht drin. Aber dein "Aaaaaah" beschreibt ziemlich genau mein Gefühl, als ich gesehen habe wie vorher "gedämmt" wurde. Ich habe _nicht_ vor Löcher durch Spanplatte und Styropor zu bohren und dann die Löcher mit "Flöckchen" auszufüllen.

Geplant vom Ablauf her:

- Spanplatten runternehmen und zur Seite legen
- Stryopor rausnehmen
- Lehm-Stroh-Gemisch bzw. Schlacke zwischen den Balken entfernen
- Überprüfen ob ein Fehlboden/Einschub vorliegt
- Falls Fehlboden/Einschub vorhanden im Randbereich zur Außenwand diesen Hohlraum mit Zelluloseschüttung füllen (wirklich nötig?)
- Dämmhülsen aufstellen, so daß 30 cm Gesamthöhe der Dämmschicht entsteht
- Zelluloseschüttung aufbringen
- Alte Spanplatten auflegen
- Löcher zum ablüften bohren (alle 10 cm ein Loch, sind bei 60 qm insgesamt 6000 Löcher)

Ich habe mir die Konstruktion in verschiedenen Kombinationen in Ubakus durchgerechnet. Selbst mit sehr löchriger Putzschicht vom Innenraum her komme ich nur bei völlig dichter Spanplatte zu viel Tauwasser, sobald man alle paar cm Löcher vorsieht ist es gut. Oder bin ich hier zu akademisch unterwegs?

Übrigens einfach nochmal ein riesiges Lob an alle hier. Ohne die vielen, extrem konstruktiven Diskussionen hier würde ich niemals unser aktuelles Projekt in Angriff nehmen.

Grüße, Solarnudel

Verfasser:
winni 2
Zeit: 10.11.2019 13:55:00
0
2853255
Okay, wenn die Spannplatte schon oben ist, würde die auch verwenden,
aber die Bohrerrei ist schon Arbeit. Ich habe mal ein 1,4 mal 2 Meter
Bett mit Spannplatte, statt Lattenrost, gebaut und da auch ohne Ende Löcher reingebohrt...

Die Zellulose mag winddichter, als andere Dämmstoffe sein, aber die luftdichte
Ebene kann sie nicht darstellen:
https://passipedia.de/planung/luftdichtheit/grundprinzipien/problematik_von_undichtigkeiten

In Mauern eingelassene Balken müssen nicht nach aussen dicht sein und daher
würde ich einen evtl. Fehlboden auf jeden Fall im Randbereich rausnehmen
und mit Dämmstoff auffüllen.

Machst Du auf die Dämmhülsen noch ein Brett unter die Spannplatte?

Grüsse

winni

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