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Tipps für drainback Solarthermie
Verfasser:
Blechdeckel
Zeit: 02.11.2019 18:23:44
0
2848627
Werte Leser dieses Threats,

da ich einige sehr hilfreiche Infos aus diesem Forum bekommen habe,
möchte ich jetzt auch etwas zurückgeben in Form meiner Erfahrungen
beim Bau einer drain-back Solarthermieanlage.
Zumal die Diskussionen über diesen Anlagentyp immer wieder auf dieselben
Fragen hinauszulaufen scheinen und es trotz mancher Vorbehalte
aus meiner Sicht gut möglich ist, eine solche Anlage zu erstellen und zu betreiben.
Ich freue mich über Eure Fragen zu diesem Thema.

Eckdaten zur gebauten Anlage:

15m² Kollektorfläche
800l Pufferspeicher
Gastherme
Grundofen mit Kollektor (Eigenbau)

Solarthermie ausgeführt als geschlossenes drain back System
mit zwei Pumpen (Start/Zirkulation)
ohne Frostschutzmittel
Steuerung der Gesamtanlage als Relais-Steuerung (Eigenbau)
Inbetriebnahme Sommer 2017

Viele Grüße,
Blechdeckel

Verfasser:
Blechdeckel
Zeit: 09.11.2019 23:04:48
4
2852988
etwas konkreter:

Außer den Flach-Kollektoren und dem Pufferspeicher ist alles Selbstbau.
Ich habe zwei Pumpen, die stärkere füllt die Kollektoren und läuft beim Starten 1,5 Minuten. Nach dieser Zeit stellt ein Dreiwegeventil um auf eine 12V Pumpe (Laing ecocirc), die dann den Kreislauf aufrecht erhält. Die Startpumpe wird nach dem Umschalten abgeschaltet. Es gibt noch ein zweites Dreiwegeventil, das den Solarwärmetauscher im Pufferspeicher erst dann mit dem drain back Kreis verbindet, wenn dessen Temperatur höher ist als die Temperatur im unteren Bereich des Speichers. So macht z.B. eine vorbeiziehende Wolkenfront oder Aprilwetter nichts aus, die kleine Pumpe läuft weiter, bis die Temperatur wieder hoch genug ist. Dadurch muss die Anlage nicht immer wieder neu gestartet werden. Wird eine halbe Stunde lang keine Wärme mehr in den Speicher übertragen, schaltet auch die kleine Pumpe ab. Matched flow ist dadurch auch nicht notwendig, das funktioniert bei drain back sowieso nur bedingt: wenn der Durchfluss zu gering ist, entleert sich der Kreis in den drain-back Behälter. Dieser ist so ausgelegt, dass das enthaltene Luftvolumen gleichzeitig als Druckausgleichspolster dient, denn der Kreis ist geschlossen und mit 1bar Druck beaufschlagt (damit kein Vakuum entsteht). Ein DBV sichert gegen Überdruck >5 bar ab. Ein druckfestes Glasrohr dient als Schauglas zur Kontrolle des Wasserstands. Das Wasser ist entmineralisiertes Leitungswasser ohne Zusätze.
In den Kollektoren sind zwei Thermoschalter verbaut:
Der eine verhindert, dass die Anlage gestartet wird, wenn die Kollektoren zu heiß sind (>80°, z.B. nach Stromausfall im Sommer) und es nicht zu Dampfschlag kommt. Der andere verindert den Start, wenn die Kollektoren zu kalt sind. Unterhalb 8°C kann die Anlage nicht starten. Dadurch ist die Anlage das ganze Jahr über betriebsbereit, auch im Winter bei Minusgraden.
Eine weitere Sicherheitsfunktion ist, dass das Wasser immer zurück in den Behälter fließen kann, auch wenn das Umschaltventil einmal klemmen sollte. Das Wasser kann bei Abschalten oder Stromausfall immer über die Startpumpe zurücklaufen, zur Not, wenn das 3WV klemmen sollte, auch über die 12V Pumpe. Keine Rückschlagventile o.Ä.! Das Wasser muss auch bei Ausfall der Steuerung immer vollständig zurückfließen können!
Die Kollektoren und die waagerechten Leitungen sind mit 3% Gefälle montiert, die Anlage entleert sich immer problemlos.
Zum Stromverbrauch: ist fast null, ein Solarpanel liefert die 12V für die kleine Pumpe, vom Stromüberschuss wird ein Akku geladen, ein Netzteil ist vorhanden, schaltet aber nur ein, wenn der Akku leer ist. Hätte ich ein größeres Panel, könnte ich über einen Umrichter auch die Startpumpe (120W, läuft in der Regel nur 1x am Tag) über den Akku betreiben. Wenn ich richtig gerechnet habe, verbraucht sie gerade einmal 1kWh/Jahr! Die Startpumpe hat ca. 200€ gekostet; ich habe sie in England bestellt, weil ich hierzulande keine Heizungspumpe unter 1000 € gefunden habe, die 20l/min bei 1 bar Druck fördern kann und kein Stahlgußgehäuse hat. Die Laing ecocirc könnte auch ein einfacheres Modell sein, da ich sie nur mit konstanter (maximaler)Drehzahl laufen lasse. Die Anlage startet automatisch, wenn der Selbstbau- Sonnensensor Strahlungswärme detektiert und schaltet ab, wenn der Speicher vollgeladen ist oder wenn keine Wärmeübertragung mehr stattfindet.

Verfasser:
SG03
Zeit: 10.11.2019 07:34:27
0
2853020
Sehr interessant. Hat du evt. auch noch einen Hydraulikplan bildlich da ?

Verfasser:
Blechdeckel
Zeit: 11.11.2019 19:55:20
0
2854288
Hallo SG03,

habe den hier wesentlichen Teil des Schemas hier hochgeladen:

https://www.pic-upload.de/view-36590153/drain-back-Schema.jpg.html

viele Grüße,
Blechdeckel

Verfasser:
Hallenmeister
Zeit: 12.11.2019 08:41:11
0
2854507
Da ich gerade auf der Suche nach einem konzeptionellem Ansatz für eine Solarthermieanlage bin würde ich sehr gerne mehr erfahren. Gibt es etwas detailreichere Elektro- und Hydraulikpläne? Vielleicht einige Fotos?
Fest stehen für mich zwei Röhrenkollektoren und ein 200 - 300 l Speicher, der zunächst die Energie aufnehmen und dann an den Hauptspeicher übertragen soll.

Die teilweise problematischen Eigenschaften der üblichen Solarflüssigkeit schrecken mich etwas ab, der technische Aufwand für "Drain Back" aber auch. Vielleicht mags Du mich überzeugen ; )

LG
Axel

Verfasser:
Blechdeckel
Zeit: 12.11.2019 12:23:11
0
2854613
Hallo Hallenmeister,

es gibt leider keine weiteren Pläne, da das Ganze während des Baus gewachsen ist.
Ich bin seit einem Jahr dran, einen Schaltplan für die Steuerung zu zeichnen, das kann aber noch gut ein weiteres Jahr dauern, bis ich damit fertig bin...
Da ich mir viel lieber festverdrahtete Relaissteuerungen ausdenke als Microcontroler zu programmieren, bin ich diesen Weg gegangen. Daher weiß ich nicht, was es auf dem Markt an fertigen Steuerungen gibt. Es wäre aber bestimmt auch möglich, die Anlage mit einer SPS zu steuern. Was ich an Infos zur Verfügung stellen könnte, wären Anforderungen an die Funktionslogik.
Zuerst wollte ich auch Röhrenkollektoren, habe mich dann aber von den Vorteilen der Flachkollektoren überzeugen lassen. Wichtig ist vor allem, dass die Kollektoren sich wirklich restlos entleeren lassen.
Die Anlage ist praktisch wartungsfrei und zuverlässig.
Die Installation ist nicht aufwendiger als bei konventionellen Anlagen mit Glykol. Die Kollektoren werden mit 2-3% Gefälle auf dem Dach montiert, die horizontalen Leitungen ebenfalls. Alles Andere ist sehr einfach. Ich werde gelegentlich einige Bilder hochladen.

viele Grüße,
Blechdeckel

Verfasser:
Hallenmeister
Zeit: 15.11.2019 11:02:41
0
2856388
Ich habe mich ein wenig mit der DrainBack-Technik beschäftigt und werde es wahrscheinlich wirklich damit versuchen. Die Entleerung der Anlage ist kein Problem, alles schön übereinander, Röhrenkollektoren haben wenig Volumen, also auch ideal. Deine Anleitung ist doch nach ein paar mal lesen recht aufschlussreich. DrainBack erscheint mir doch ein unwesentlicher Mehraufwand und man hat keine Solarflüssigkeit, die geprüft werden muss. Alles in allem klingt das für mich überzeugend und machbar, Trotzdem hätte ich einfach mal ein paar ganz konkrete Fragen:

1. Sind 2 Pumpen wirklich nötig oder lässt sich das auch mit einer Pumpe realisieren - theoretisch würde ich sagen ja? (Das Wasser muss ca. 7m hoch)

2. Die Anlage läuft doch dann mit max. 100°C oder so, höhere Temperaturen kann der Speicher eh nicht aufnehmen. Ist also die Temperatur am oberen Limit (und der Speicher voll) und die Sonne scheint weiter, schaltet die Pumpe ab und die Anlage entleert sich, korrekt? Die Kollektoren sind dann trocken, gehen dann in die Stagnation und können erst wieder betrieben werden, wenn T < 80°C. Verstehe ich das soweit richtig?

3. Ist das in deiner Skizze vorhandene Dreiwegeventil TDS absolut nötig? Das Argument "So macht z.B. eine vorbeiziehende Wolkenfront oder Aprilwetter nichts aus, die kleine Pumpe läuft weiter, bis die Temperatur wieder hoch genug ist. Dadurch muss die Anlage nicht immer wieder neu gestartet werden." ist verständlich, aber einmal außer Acht gelassen. (Das könnte man vielleicht auch mit zeitlichen "Puffern" abfangen)

4. Was meinst Du mit Q2 in deiner Skizze?

5. Hast Du einen Tipp für den DrainBack Behälter. Ist deiner Selbstbau? Ich werde da im Internet nur bedingt fündig.


Das soll es erstmal sein, danke m voraus......gleich kommt der Raspberry, bin gespannt, ob ich das damit hinkriege. Eigentlich ist die Steuerung ja von der Logik her recht simpel - eigentlich ; )

Verfasser:
Blechdeckel
Zeit: 15.11.2019 15:08:03
0
2856536
Freut mich, dass Du konkretes Interesse daran hast!
Ich will versuchen, Deine fünf Fragen zu beantworten:

1. Ja, theoretisch schon. Sie muss aber die Höhe überwinden können UND dabei aber auch einen Volumenstrom liefern, der die Kollektoren und Leitungen sicher füllt! Es bringt Dir nichts, wenn in 7m Höhe nur 1l/min ankommen. Bei meiner Anlage bin ich beim Füllen bei ca. 20l/min, wenn ich es richig weiß. Habe auch 7m Höhe zu überwinden.
Kann es aber nachschauen oder ein Datenblatt der Pumpe hochladen, aus dem die Kennlinie ersichtlich ist. Wenn Du eine Pumpe findest, die das kann und auch im kleinen Bereich effizient arbeitet, macht es die Anlage noch einfacher. Ich habe mich u.a. deshalb für zwei Pumpen entschieden, weil ich die kleine Pumpe mit Solarpanel betreiben wollte. Außerdem wollte ich kein Eisen im System haben und das macht die Pumpen doch relativ teuer.

2. Das Wasser darf nicht anfangen zu kochen wegen der Dampfbildung.
Könnte sein, dass das die Strömung beeinflusst. Auf jeden Fall steigt der Druck in der Anlage (sie ist ja geschlossen) unnötig in die Höhe. Ich würde sagen, es solten max. 90° am drain back Behälter sein, im Kollektor ist es dann meist noch heißer, vor allem bei Röhrenkollektoren. Die Laing Ecocirc schaltet sowieso bei 90° ab. Ein Manometer im Kreis ist auf jeden Fall nützlich, und man kann dann schön sehen, wie hoch man an einem heißen Sommertag mit der Temperatur gehen kann; es gibt einen Punkt, an dem das Wasser zu verdampfen beginnt und der Druck merklich ansteigt. Entsprechend niedriger stellt man die max. Temperatur dann ein.
Die Anlage schaltet bei Erreichen der eingestellten Max. Temperatur ab (oder wenn der Speicher voll ist), das geschieht bei mir durch einen Kapillarrohrfühler. Das Wasser läuft zurück in den Behälter.
Die Kollektoren sind trocken, evtl. kleine Mengen Restwasser verdampfen, wenn die Sonne noch stark genug scheint, dann kommt es zu einem kleinen Druckanstieg im Bereich <1bar, der nur kurz dauert, bis das Wasser aus den Kollektoren ganz draußen ist. Ab jetzt heizt sich der Kolletor weiter auf. Damit die Anlage nicht wieder anlaufen kann, (Dampfschlag!) ist am Kollektor ein Kapillarrohrschalter angebracht (Tauchhülse), der den Neustart verhindert. Wieder anlaufen kann die Anlage erst, wenn der Kollektor wieder abgekühlt ist. Hat sie aber wegen Erreichen der max. Temperatur abgeschaltet,
ist der Speicher bereits voll und dann muss sie an diesem Tag auch nicht mehr laufen.

3. Nun, das ist mein kleiner Trick, um auf höhere Temperaturen zu kommen, sei es beim Anlaufen oder im Betrieb in den Übergangszeiten. So fließt auch keine Wärme aus dem Speicher in den Kollektorkreis zurück, wenn dieser (noch) kälter als der Speicher ist. Wie gesagt, matched flow funktioniert nicht, siehe oben. Wenn die Sonneneinstrahlung gering ist, wird das Wasser solange im Kreis geführt, bis es warm genug ist. Das Ventil taktet dann. Daran mache ich auch die Abschaltbedingung fest. Wenn das Ventil eine halbe Stunde lang nicht mehr geöffnet hat, schaltet sich die Anlage ab. Ich bin der Meinung, dass die Anlage dadurch sehr effizient läuft. Bei meinem Grundofen hat sich dieses System ebenfalls gut bewährt.

4. Q2 ist ein einfacher Durchflussmesser, in der Rückleitung ist auch einer, er eignet sich auch als Schauglas zur Sichtkontrolle, ob der Rücklauf blasenfrei ist.

5. Der Drain back Behälter ist Selbstbau. Ich lade am Wochenende ein Bild hoch. Kleiner 2mm Edelstahltank mit Glasrohr seitlich.

Viele Grüße!

Verfasser:
Blechdeckel
Zeit: 15.11.2019 18:54:21
0
2856697
Habe ein Bild hochgeladen:

https://www.pic-upload.de/view-36592182/drain-back_Bild-01.jpg.html

leider bekomme ich es mit den windows-Bordmitteln nicht gedreht.
Links neben dem Pufferspeicher ist der drain back Behälter, schwarz isoliert.
Der Behälter ist 90cm hoch und hat einen Durchmesser von 18cm.

Verfasser:
Hallenmeister
Zeit: 15.11.2019 19:31:54
0
2856728
Moin,
schaut richtig gut aus das Teil!!! Alles sehr ordentlich, da hätte sich unser Generalunternehmer echt mal eine Scheibe abschneiden können. Ich habe gerade nicht so viel Zeit, werde alles intensiv studieren und bedanke mich bereits jetzt sehr!
Habe richtig Bock drauf.........und werde mich hier bald wieder melden.

Verfasser:
Hallenmeister
Zeit: 19.11.2019 08:50:23
0
2858887
Ich komme mit deinen Erklärungen super zurecht, vielen Dank!

Bezüglich der Pumpe würde ich gerne versuche es mit einer zu realisieren (https://www.manomano.de/p/grundfos-solar-upm2-15-105-130mm-solarpumpe-hocheffizienzpumpe-mit-pwm-signal-modulierend-eup-ready-6245658), beim Start per PWM 100% Leistung und dann runter regeln. Ich versuche es mit dem Raspberry und Pyton-Programmierung, mal sehen ob das hinhaut. Aber die ersten Tests hier waren ganz ermutigend. Da ich PV auf dem Dach habe ist mir eine etwas geringere Effizienz des Pumpensystems nicht so wichtig.

Das Dreiwegeventil scheint wirklich sinnvoll, wie eine Rücklaufanhebung. Ich denke zur Stabilisierung des Kreislaufs und zur Anhebung der Kollektortemperatur ist das gut, plane ich mit ein.

Den DrainBack-Behälter selbst bauen finde ich gut, als Basis dachte ich an das hier: https://www.manomano.de/p/24l-edelstahl-membrankessel-hauswasserwerk-ausdehnungsgefa-24liter-druckkessel-807561

Offen ist noch die Stagnationsituation der Röhrenkollektoren. Ich hatte mir welche rausgesucht (https://twl-technologie.de/de/130088-Solarthermie) die gut von den Abmessungen passen (und auch vom Preis). Allerdings wurde mir geantwortet, dass wegen möglichen Hitzeproblemen vom DrainBack-Betrieb abgeraten wird. Sie sollen dann 220°C haben. Im "Normalbetrieb" wäre ja Wasser/Glykol im Sammler der durch hohen Druck im Stagnationsfall nicht kocht. Dann habe ich aber auch meine 220°C nur mit Flüssigkeit und Druck drin. Die Situation ist dann besser? Ich frage da nochmal nach. Bei Volkssolar habe ich mal angefragt, wie es sich da mit dem DrainBack-Betrieb im Stagnationsfall verhält. DrainBack wird ja explizit angepriesen. Die Kollektoren sollen dann mit 272°C in die Stagnation gehen. Das finde ich schon recht ordentlich ; )

Ich denke über eine aktive Kühlung nach - schöner wäre aber ein Kollektor der das einfach aushält. Ich möchte da einfach entspannt sein, auch z.B. im Sommerurlaub keine Angst haben, das dort etwas kaputt geht oder gar explodiert.

Soweit mein Stand der Dinge, für Kommentare bin ich sehr dankbar

Verfasser:
Hallenmeister
Zeit: 19.11.2019 09:50:11
0
2858928
.... Nachtrag zur Frage "Dann habe ich aber auch meine 220°C nur mit Flüssigkeit und Druck drin. Die Situation ist dann besser? Ich frage da nochmal nach. "

Antwort: "Versuche und Erfahrungen haben gezeigt, dass bei einer "normalen" Anlage (nicht Drain-Bag) die Röhren nicht so leicht Schaden nehmen durch Überhitzung.

Voraussetzung ist natürlich, dass der Speicher im Verhältnis zur Anlage passend gewählt wird, so dass die Anlage "relativ" wenig in Stagnation geht."

Verfasser:
Hallenmeister
Zeit: 19.11.2019 11:25:06
0
2859032
Kurze Frage noch zur Leitungsverlegung bei DrainBack: Alles sollte Gefälle haben, soweit klar. Aber was ist mit dem Durchgang der Solarleitung durch das Dach mit Dachpfannen, dort ist idR. etwas Steigung drin. Habe versucht das einmal zu visualisieren hier

Ist das Ok, oder wenn nein, wie löst man das?

Verfasser:
Blechdeckel
Zeit: 19.11.2019 13:49:59
0
2859157
Hallo Hallenmeister,

in Kürze:

-schau' doch mal, ob Du ein Datenblatt mit Kennlinie von der Pumpe bekommen kannst, habe auf die Schnelle keines gefunden

-der Membrankessel hat wie der Name schon sagt, eine Membran in der Mitte drin, ich denke, dass sie mit den Halbschalen verpresst ist und nicht einfach ausgebaut werden kann. Damit funktioniert der Kessel hier aber nicht. Besser wäre ein Druckkessel von einem Kompressor o.Ä. Wenn Du ein Schauglas anbauen möchtest, musst Du Rohrstutzen mit Innengewinde anschweißen lassen. Dann braucht er noch einen Ausgang an der Unterseite und innen muss noch ein Rohr eingebaut werden, vom Eingang bis knapp unter das Wasserniveau des Betriebszustands. Es hat im oberen Bereich ein Loch (durch das die Luft beim Entleeren in die Leitung entweichen kann) und unten einen Deckel und kurz darüber ein paar Querbohrungen. Sonst reißt der Wasserstrahl zuviel Luft mit sich und dann saugt die Pumpe Luftblasen an.
Ich habe mir zwei Klöpperböden besorgt, bei einem Schlosser ein Blech runden und daraus den Kessel zusammenschweißen lassen. Mit Formiergas, damit sich innen kein Rost bildet.

-mit Röhrenkollektoren habe ich keine Erfarung, vielleicht würde es sich lohnen, hierzu ein neues Thema zu eröffnen. Gibt ja welche mit Heat Pipes und welche mit Rohren.
Warum nicht Flachkollektoren? Zu wenig Platz?

-Systeme mit Rückkühlung sind sicher recht aufwendig. Die Frage ist ja auch, was passiert bei Ausfall der Steuerung bzw. bei Stromausfall? Das Schöne an der Drain back Anlage ist ja gerade, dass die Anlage dann von allein in den sicheren Zustand übergeht und sich kein Druck aufbauen kann.

- die Antwort zur Überhitzung weicht etwas aus. Die Hersteller scheinen sich schwerzutun mit konkreten Aussagen bezüglich drain back. Da geht kein Kollektor in Stagnation, er ist dann ja entleert. Wenn die Anlage den Speicher nicht durchladen kann, ist sie meines Erachtens falsch ausgelegt. Sie soll die Heizung im Winter unterstützen und ist deshalb im Sommer zwangsweise überdimensioniert. Die Frage ist eigentlich nur, ob der trockene Kollektor klare Sonnentage überlebt.
Der Hersteller meiner Kollektoren sagte hierzu, dass sie in Gebirgshochlagen bei besten Bedingungen im Hochsommer nur bis 220-230° gekommen waren, was die Kupferrohre gut aushalten. Eine Garantie habe ich aber nicht bekommen.

- die Leitungsverlegung habe ich anders gelöst, ich lade gelegentlich ein Bild hoch.

Viele Grüße,
Blechdeckel

Verfasser:
Blechdeckel
Zeit: 20.11.2019 09:35:38
0
2859661
Hier eine schematische Skizze von der Dachdurchführung:

https://www.pic-upload.de/view-36594912/Dachdurchfuehrung.jpg.html

Ein Kupfer-Dachrinnenrohrbogen in ein Blech eingesetzt und verlötet
unter die Ziegel geschoben und unterhalb der Ziegel mit den Dachlatten verschraubt.

Verfasser:
Hallenmeister
Zeit: 20.11.2019 13:12:12
0
2859832
Servus Blechdeckel,
danke für deine Bemühungen, ist zwar langsam mehr ein Privatgespräch, aber vielleicht kann ja noch jemand davon profitieren ; - )

Das Datenblatt gibt es hier, ich bin da nicht so der Fachmann, aber je nach Leistungseinstellung soll die Pumpe bei knappen 7 Metern Höhe (habe nochmal nachgemessen, es sind nicht ganz 7m) dann noch 1 Kubikmeter pro Stunde schaffen, das sollte doch reichen. Was für ein Durchfluss ist eigentlich "normal" (Bei meinen angestrebten 7,5 qm Röhrenk.)?

Die Membrenkessel haben die Membran nicht quer sitzen, da ist eine Art Blase drin. Das Gefäß ist durchgehend aus Metall (habe letztens eins an meinem Hauswasserwerk repariert, daher bin ich voll im Bilde), die Anschlüsse sind sicher Fummelarbeit. Mir gefällt, dass es Edelstahl ist. Was du mit den Rohren meinst ist mir noch nicht so ganz klar. Eigentlich braucht man doch "nur" einen Anschluss oben und unten. Da warten noch ein paar Hausaufgaben auf mich.

Ja, Röhrenkollektoren faszinieren mich sehr, die Dachfläche ist begrenzt, ich habe welche gefunden, die genau passen, der BAFA-Antrag ist gestellt und genehmigt (Progress NRW auch), die Leistung ist bei diffusem Licht besser....technisch vielleicht nur suboptimal, aber ich machs jetzt damit

Rückkühlung: Im jetzigen Planungsstadium preiswert und leicht zu berücksichtigen. Aber klar, bei Stromausfall fällt die aus. Im worst case (maximale Sonne und trocken gefallen) sollten das die Kollektoren nicht sofort zerstören. Ist dann wohl eher eine Frage der Häufigkeit. Außerdem stehen die bei mir recht steil, womit bei hohem Sonnenstand nicht so viel Energie reinkommt.

Was den Überhitzungsaspekt angeht kann ich mich dir nur anschließen. Hier noch ein Statement von TWL auf meine Frage: "Entschuldigen Sie meine erneute Nachfrage, aber ich verstehe einfach nicht, warum im "Normalbetrieb" mit unter Druck stehender Solarflüssigkeit der Stagnationsfall (=keine Wärmabnahme, Aufheizen des Kollektors bis zur Stagnationstemperatur 220°C) unproblematisch ist."

Antwort:
"Versuche und Erfahrungen haben gezeigt, dass bei einer "normalen" Anlage (nicht Drain-Bag) die Röhren nicht so leicht Schaden nehmen durch Überhitzung. Voraussetzung ist natürlich, dass der Speicher im Verhältnis zur Anlage passend gewählt wird, so dass die Anlage "relativ" wenig in Stagnation geht."

Finde ich sehr gut, dass die sich melden. Für mich wirkt das sehr ehrlich. Volkssolar hat auch nett geantwortet. "Eine Stagnationssituation halten die Kollektoren aus, laut Solar Keymark 272°C"

Bezüglich der Leitungsverlegung sind auch solche kurzen "Anstiege" m.E. nicht gut. Ich denke da eine eine Nacht unter 0 grad und am nächsten Tag schön Sonne. Die Pumpe spring an arbeitet ggf. gegen den Eispropfen. Nicht gut, ich werde versuche alle Anstiege, vor allem außerhalb des Hauses, zu vermeiden.

Also, nochmals danke und viele Grüße

Axel

Verfasser:
Blechdeckel
Zeit: 20.11.2019 16:20:34
0
2859920
Hallo Hallenmeister,

1m³/h sind grob 17l/min. Ob das bei Deinen Kollektoren reicht, weiß ich nicht. Habe hier die Daten meiner Pumpe (Typ PH 35 ES) hochgeladen:

https://www.pic-upload.de/view-36595196/stuartpump01.png.html
https://www.pic-upload.de/view-36595195/stuartpump02.png.html

Ausprobieren? Bei meiner Anlage sind es etwas mehr als 20l/min.
Wichtig ist noch der Durchmesser der steigenden und der fallenden Leitung,
sie sind unterschiedlich groß! Dazu gibt es hier auch einen Beitrag, werde ihn gelegentlich heraussuchen.

Zu den Rohren im DB- Gefäß lade ich noch eine Skizze hoch.

Ja, stehendes Wasser unbedingt vermeiden. Da das DB- Gefäß bei mir im warmen Heizungskeller hängt, hat das Wasser darin immer 18-20°. Das friert beim Hochfahren nicht ein, die kalte Steigleitung kann dem nicht genug Wärme entziehen.
Die Kollektoren werden bei Temperaturen unter 8° auch nicht geflutet. Ich könnte die Temperatur auch höher einstellen. Sie wird aber an dem Eck der Kollektoren gemessen, an dem die Sonne zuletzt hinkommt. Die anderen Bereiche können dann schon über 20° haben, und damit kann ich schon etwas anfangen.

Halte uns auf dem Laufenden!
Viele Grüße,
Blechdeckel

Verfasser:
SG03
Zeit: 20.11.2019 20:35:58
0
2860045
@Hallenmeister.

Privatgespräch ja, aber ich zum Beispiel lese nur, weil ich nichts beitragen kann.

Verfasser:
Blechdeckel
Zeit: 20.11.2019 22:06:24
0
2860092
Habs gefunden:

https://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/207815/Ausflussverhalten-aus-senkrechtem-Rohr-von-STA-in-Drain-Back-Gefaess

ich fand den letzten Beitrag von KleinTheta sehr interessant, nur leider führt der link ins Leere.
Gelegentlich rechne ich einmal aus, welche Strömungsgeschwindigkeit sich bei meiner Anlage ergibt.

@Klein-Theta: hast Du die Anlage schließlich so gebaut? Wie sind Deine Erfahrungen damit? Welchen Typ Kollektoren hast Du verwendet?

Viele Grüße,
Blechdeckel

Verfasser:
Hallenmeister
Zeit: 21.11.2019 10:41:04
0
2860324
Moin und schöne dass hier noch jemand mit liest, hier der korrekte Link
http://rcswww.urz.tu-dresden.de/~daigner/pdf/Lufttran.pdf
für mich ist die Fragestellung eher nicht so relevant. Klar verstehe ich die "Problematik", denke aber auch: "Bei kleineren STA-Anlagen nach dem Drain Back Prinzip will ich gerne glauben, dass bei den gegebenen Volumenströmen und Rohrdurchmessern der Zulauf zum Drain Back gefäß dauerhaft komplett mit dem Wasser (ggfls. beigemischtem Frostschutzmittel) ausgefüllt ist."

Seid gegrüßt
Axel

Verfasser:
Hallenmeister
Zeit: 06.12.2019 10:38:56
0
2868531
Moin Blechdeckel und werte Mitleser, ich bin's mal wieder ; )
Die Kollektoren liegen im Schuppen, die Planung läuft weiter.
Die beiden 3-Wege-Ventile, die Du verbaut hast, welches Produkt ist das bzw. ist da etwas empfehlenswert. Es gibt da ja doch einiges. Die selbe Frage stellt sich zum "TI" Magnetventil.

Vielleicht kann da auch jemand eine Modellreihe oder Hersteller (oder Händler) empfehlen.

Außerdem generell zu Verrohung: Kupferrohre gelötet oder mit Klemmverschraubungen sind doch korrekt, oder gibt es da spezielles zu beachten? (Presswerkzeuge habe ich nicht, und sind mir auch zu teuer).
Die Anbindung an den Kollektor wird wohl über Edelstahlwellrohre geschehen (die sind auch schon als Stegleitung verlegt), ist dort etwas zu beachten? Ich hatte irgendwann etwas von "Die Dichtung am Kollektor muss die Farbe soundso wegen Hitzebeständigkeit haben". Bei mir liegen recht einfach wirkende Dichtung bei.

Und zu guter Letzt: Ich werde die Anbindung an das Heizungssystem mit einem Plattenwärmetauscher machen, kann jemand diesbezüglich etwas sagen. Ich hätte 9 qm (brutto) Röhrenkollektoren an zu binden. Ich denke je größer desto besser die Energieübertragung, geringerer Druckabfall, kleineres Delta-T (zwischen den beiden Kreisen). Hatte da an ein ca. 1 qm Wärmetauscherfläche gedacht. Ist das total übertrieben? Die Berechnung ist komplex und ich habe keine Ahnung, die Werte sind in aller Regel deutlich kleiner, die dabei raus kommen. Ich denke da wird es brauchbare Pi-mal-Daumen-Empfhelungen geben.

Lieben Dank für jede Hilfe,
Axel

Verfasser:
Blechdeckel
Zeit: 06.12.2019 13:57:30
0
2868652
Servus Hallenmeister,

welcome (drain) back!

Kann Dir gerne die Typen heraussuchen, die bei mir verbaut sind.
Es sind motorisch gesteuerte Ventile, bei denen ein Kugelkopf zwischen den Ausgängen hin- und hergeschoben wird. Stromlos fallen sie durch Federkraft immer in dieselbe Stellung zurück.

Zum Platten-WT kann ich DIr kaum was sagen, hier habe ich keine Erfahrungen.
Grob überlegt brauchst Du möglicherweise die Ventile hierbei gar nicht.
Du könntest die Pumpe des Speicherkreises steuern: Temperaturdifferenz zwischen Eingang WT Solar und Eingang WT Speicher auswerten.
Wenn T Solar < = T Speicher -> Pumpe aus.

DIe Rohrverbindungen sind bei meiner Anlage gelötet oder mit Klemmringen.
An den Kollektoranschlüssen aber nicht gelötet. Ich wollte auch ohne Presswerkzeug
auskommen. Dichtungen nicht aus Gummi, sondern Fiberdichtungen, wo man Flachdichtringe braucht.

Hast Du die Steigleitungen als isolierte Zwillingsleitung mit VA Wellrohr?
Bei mir sind es Kupferrohre wegen der unterschiedlichen Durchmesser von Vor- und Rücklauf, dem Pumpenleistungsverlust und wegen dem Entleerungsverhalten, nur durch die Kellerwand führen kurze Wellrohrstücke, weil es so einfacher war (die Leitungen verlaufen außen an der Hauswand nach unten, isoliert in einem weißen Kunststoffrohr, damit es besser aussieht). Die Durchmesser wollte ich DIr noch nachmessen, hatte es vergessen, sorry. Aber wenn die Leitungen schon verlegt sind, am besten ausprobieren, wie die Entleerung funktioniert.

Das Schema des drain back Gefäßes lade ich Dir auch noch demnächst hoch.

Viele Grüße,
Blechdeckel

Verfasser:
Blechdeckel
Zeit: 06.12.2019 15:46:43
0
2868697
Hier noch der drain-back Behälter:

https://www.pic-upload.de/view-36604065/drain-back-Kessel.jpg.html

Das Glasrohr ist aus druckfestem Quarzglas. Steckt oben und unten in Klemmringverschraubungen. Statt Klemmringen sind dort Gummiringe eingesetzt.

Das Rohr mit den Querbohrungen verhindert, dass sich Luftblasen unter Wasser bilden, die dann von der Pumpe angesaugt werden würden.

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