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Alle
Foren
Zukunft der Energiewende
Verfasser:
MaJen
Zeit: 03.12.2019 08:03:05
3
2866450
Der Informationsstand der deutschen Bauherren über Bauphysik und Wärmetechnik darf für die nächsten vier Jahre wahrscheinlich als konstant angesetzt werden.

Na, das sind ja schöne Aussichten für moderne Brennwerttechnologie in Kombination mit Solarthermieanlagen! Glückwunsch für so viel Weitsichtigkeit!

Verfasser:
fdl1409
Zeit: 03.12.2019 08:33:00
6
2866465
Der Informationsstand der deutschen Bauherren über Bauphysik und Wärmetechnik darf für die nächsten vier Jahre wahrscheinlich als konstant angesetzt werden.

Ich mache mir sehr viel mehr Sorgen über den Bildungsstand der deutschen Ingenieure, Ausbilder und Handwerker über Bauphysik und Wärmetechnik.
Da gibt es nicht nur eklatante Mängel, man ist auch noch stolz auf seine Borniertheit.
Energetische Pickelhaubenträger.

Grüße
Frank

Verfasser: Karl Napf
Beitrag entfernt. Grund: Verletzung der Netiquette (siehe Forumsregeln)
Verfasser: Tom Berger
Beitrag entfernt. Grund: Verletzung der Netiquette (siehe Forumsregeln)
Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 03.12.2019 13:14:55
1
2866715
Zitat von fdl1409 Beitrag anzeigen
Der Informationsstand der deutschen Bauherren über Bauphysik und Wärmetechnik darf für die nächsten vier Jahre wahrscheinlich als konstant angesetzt werden.

Ich mache mir sehr viel mehr Sorgen über den Bildungsstand der deutschen Ingenieure, Ausbilder und Handwerker über den Bildungsstand der deutschen Ingenieure, Ausbilder und Handwerker über Bauphysik und Wärmetechnik.
Da gibt es nicht nur eklatante Mängel, man ist auch noch stolz auf seine Borniertheit.
Energetische Pickelhaubenträger.



Pauschalurteile sind meistens immer unscharf, irreführend oder falsch.

Die Ausbildungsinhalte für Energieberater in Bayern an kenne ich Stand 2019 an einer Leiteinrichtung recht gut.

Die Kollegen, die dort zu den Themen

• Bauphysik
• Baurecht
• Heizungstechnik/Wärmepumpen
Photovoltaik

vortragen, sind gestandene Fachleute auf ihren Arbeitsgebieten. Ich unterrichte dort ausschließlich Solarwärmetechnik. Unter den Referenten herrscht in einem Punkt Konsens. Man informiert über sein Fachgebiet und unterlässt Attacken und abwertende Kommentare zu Fachgebieten, bei denen die Produkte im Wärmemarkt im Technologiewettbewerb stehen.

Zu der Zeit, als die Pickelhaube noch als modischer Kopfschmuck für Männer galt, war die Wärmepumpe schon sehr lange bekannt. Der Zeitpunkt der ersten Patentanmeldung für Brennwertsysteme durch Vetter erfolgte rund ein Jahrhundert später.

Das Alter einer Technologie ist kein Maß für die Effizienz. Windkraftanlagen gab es schon im Mittelalter.

Dietmar Lange

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 03.12.2019 13:55:58
1
2866744
@all

Zur Versachlichung der Diskussion eine Empfehlung.

Das aktuelle Interview mit dem deutschen Klimatologen Prof. von Storch in Ruhe lesen und darüber nachdenken

Panik ist ein miserabler Ratgeber

Bei Wikipedia findet man zu seiner Person:

Hans von Storch ist ein deutscher Klimaforscher und Meteorologe. Er ist Professor am Institut für Meteorologie der Universität Hamburg und ehemaliger Leiter des „Instituts für Küstenforschung“ am Helmholtz-Zentrum Geesthacht – Zentrum für Material- und Küstenforschung in Geesthacht.

Von Storch geht von der Existenz eines hauptsächlich durch Menschen verursachten Klimawandels aus.[5] Seiner Ansicht nach fehle es der Klimaforschung mitunter an Nachhaltigkeit. Wissenschaftler und wissenschaftliche Institutionen sollten Wissen schaffen.

Wenn sie stattdessen mit vereinfachten und dramatisierenden Äußerungen – ähnlich Interessenverbänden – versuchten, eine politische Agenda im Namen des Guten durchzusetzen, würden sie den längerfristigen Erfolg ihrer Arbeit gefährden. Wer etwa Kohlekraftwerke als Todesfabriken bezeichne, riskiere beim Klimawandel einen ähnlichen Glaubwürdigkeitsverlust, wie dieser beim sogenannten Waldsterben nach 1990 stattgefunden habe. Overselling führe zu unmöglichen Zielvorgaben in der Politik, verringere die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und riskiere Glaubwürdigkeitsverluste der Wissenschaftler aufgrund von übertriebenen oder nicht zutreffenden Voraussagen



Dietmar Lange

Verfasser:
MaJen
Zeit: 03.12.2019 14:14:35
1
2866750
Dann kann man ja sogar ganz in Ruhe abwarten und den Kesseltausch sowie die teure Solarthermieanlage erstmal nicht bestellen, danke für die beruhigenden Worte.

Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 03.12.2019 15:06:57
1
2866790
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
@all

Zur Versachlichung der Diskussion eine Empfehlung.

Das aktuelle Interview mit dem deutschen Klimatologen Prof. von Storch in Ruhe lesen und darüber nachdenken[...]

Hallo Dietmar,

dann zitiere ich mal die letzten beiden Absätze:

Ich glaube, das einzige, was wirken kann, ist wirksame und attraktive Methoden und Techniken zu entwickeln. Klimaneutrale Technik, die im Rest der Welt übernommen wird, weil sie wirtschaftliche günstig ist, nicht weil sie zu größerer Gerechtigkeit auf der Welt führt. Oder die Entwicklung effizienter Zertifikatsysteme. Aber diese Methoden und Techniken müssen wir erstmal schaffen.

FOCUS Online: Und dafür brauchen wir wiederum gute Ideen.

Von Storch: Richtig. Die beste Anstrengung, die eine deutsche Familie zum Schutz des Klimas machen kann, ist es, ihre Kinder zu überreden, Ingenieure zu werden. Diese Ressource – etwa technischen Verstand – müssen wir stärken. Wir müssen Methoden und Techniken entwickeln. Das kostet Zeit und Geld. Wir könnten zum Beispiel massiv in attraktive Verfahren zum elektrischen Kühlen und Heizen investieren. Oder in die Elektrifizierung der Prozesswärme in der chemischen Industrie. Dazu kann dann Elektrizität aus Wind und Sonne genutzt werden. Wenn wir politisch etwas machen wollen, zu dem jede und jeder beitragen kann, dann wäre eine Art Soli denkbar, der in die gezielte Technologieentwicklung gehen würde.


Gestern hat er bei "hart aber fair" positiv hervorgehoben, dass Deutschland mit dem EEG dafür gesorgt hat, dass PV und Windkraft preiswert wurden (auch wenn es die deutschen Stromkunden viel Geld kostet) und dass das etwas ist, was einen erheblichen weltweiten Einfluss auf die Reduzierung der 35 Gigatonnen CO2/a haben kann/wird.


Das, was durch widersinnige Normen, Gesetze und Verordnungen sowie andere "Besonderheiten des deutschen Marktes" abseits von Prototypen und Forschungsvorhaben nicht umgesetzt wird oder gar werden kann, fehlt nicht nur, sondern sorgt auch dafür, dass "die Lust auf Neues" verloren geht. Das ist verheerend für den Standort Deutschland.

Grüße
Stefan

Verfasser:
Georg Fiebig
Zeit: 03.12.2019 15:17:41
0
2866797
Hamburg verbietet ölheizungen und schreibt pv in Neubauten vor .

Na bitte geht doch .

Man informiert über sein Fachgebiet und unterlässt Attacken und abwertende Kommentare zu Fachgebieten, bei denen die Produkte im Wärmemarkt im Technologiewettbewerb stehen.

Schade.

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 03.12.2019 15:26:17
1
2866802
Zitat von MaJen Beitrag anzeigen
Dann kann man ja sogar ganz in Ruhe abwarten und den Kesseltausch sowie die teure Solarthermieanlage erstmal nicht bestellen, danke für die beruhigenden Worte.


In Deutschland ist es technisch problemlos möglich, den gesamten Bestand an veralteten Öl – und Gaskesseln in relativ kurzer Zeit gegen Brennwerttechnik mit oder ohne Solarthermie auszutauschen und dort wo sinnvoll, bei der Austauschaktion selbstverständlich auch WP oder Biomasseanlagen einzusetzen.

Für die deutsche Emissionsbilanz wäre das ein deutlicher Aktivposten, nach den Ausführungen von Prof. von Storch für die globale Gesamtbilanz noch immer vernachlässigbar.

Wenn wir einen Blick über die deutsche Grenze nach Osteuropa richten, ergibt sich auf dem Wärmemarkt ein völlig anderes Bild, siehe z.B. SPON.

Osteuropas Klimapolitik

All diese postkommunistischen Länder bestreiten einen überdurchschnittlichen hohen Anteil ihres Energiebedarfs, indem sie Kohle verfeuern. Alternative Energien spielen dagegen kaum eine Rolle. Und das wird sich so schnell nicht ändern: Im Frühjahr blockierten die Visegrád-Staaten Polen, Ungarn, Slowakei und Tschechien einen zentralen Beschluss der EU zur Klimastrategie.Schon sprechen Umweltschützer von einem "Kohle-Vorhang", der sich durch Europa ziehe

Ein relativ schnelles Umrüsten von etlichen Millionen noch mit Kohle beheizter Gebäude mit Brennwerttechnik dürfte auch dort technisch möglich und ökologisch sinnvoll sein. Ein Umrüsten auf WP hätte dort das Problem, dass diese mit fast ausschließlich Kohle- oder Atomstrom betrieben würden.

Eine umfassende Umrüstaktion in D auf moderne Heizungstechnik würde ganz sicher auch im gesamten ehemaligen Ostblock aufmerksam registriert und als mögliches Vorbild betrachtet werden

Ein von deutschen Grünen gefordertes und realisiertes Verbot von Brennwerttechnik in Deutschland würde diese Option sehr unwahrscheinlich machen.

Wenn man empfohlene Prinzipien von Prof. Storch für einen globalen Beitrag Deutschlands ernst nimmt, dann leistet D den größtmöglichen Beitrag zum Klimaschutz durch den Export von Technologien.

Bei einem umfassenden Verbot von Brennwerttechnik würde der ganze ehemalige Ostblock mit Sicherheit nicht in diese Technik einsteigen.

Die Folgen für die globalen CO2 Bilanzen kann man aus den Ausführungen von Prof. Storch abschätzen.

Ideologen, die technisch mögliche Wege zur Verminderung von CO2 blockieren wollen, weil sie auf einen Königsweg ihrer Vorliebe setzen, sind letztendlich auch eine Ursache für Attentismus bei der dringend notwendigen energetischen Gebäudesanierung.

Dietmar Lange

Verfasser:
Georg Fiebig
Zeit: 03.12.2019 15:48:15
0
2866819
Falsche eventuelle förderversprechungen sind viel schlimmer .

Einfach eine planbare co2 Abgabe einführen, dann kann jeder seine eigene Schmerzgrenze für seine Investitionen festlegen.

Bürgern mit zu geringem Einkommen sollten Zulagen für die durch Führungen von Maßnahmen gewährt werden .

Anschaffungen von steuerabschreibungen für energieeinspatmassnahmen könnten diese Zulagen finanzieren.

Das wäre dann sozial gerecht .

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 03.12.2019 15:57:41
1
2866824
@pflanze 132

Hallo Stefan,

Völlige Zustimmung bis auf den zitierten Abschnitt.

Das, was durch widersinnige Normen, Gesetze und Verordnungen sowie andere "Besonderheiten des deutschen Marktes" abseits von Prototypen und Forschungsvorhaben nicht umgesetzt wird oder gar werden kann, fehlt nicht nur, sondern sorgt auch dafür, dass "die Lust auf Neues" verloren geht. Das ist verheerend für den Standort Deutschland.

Ich habe die Sendung mi Prof Storch mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und kann seinen dort getroffen en Ausführungen nur zustimmen. Der ebenfalls anwesende Klimarebell machte in seinen Bemerkungen und im Dialog mit Prof. Storch nur eine lächerliche Figur, die Worthülsen zur „Wissenschaft“ absonderte.

Zu dem zitierten Satz.

Dass Normen, Gesetze und Verordnungen bremsen oder auch beschleunigend wirken können. gehört zu den Besonderheiten jedes europäischen Marktes.

Die Umsetzung von Prototypen und Forschungsvorhaben gehört dazu.

Das in D dadurch manchmal die Säge klemmt, kann ich aus der eigenen beruflichen Erfahrung nur bestätigen. Die Liste nicht umgesetzter wirklich guter technischer Ideen ist lang. Wenn man in älteren Tagungsbänden des Symposiums Solarthermie blättert oder sich an im eigenen Arbeitsbereich nicht umgesetzte Projekte erinnert, kommt nicht immer Optimismus auf.

Die Ursachen sind dort aber vielschichtiger und nicht nur mit Besonderheiten des deutschen Marktes zu erklären. Das wird aber hier OT.

Gruß

Dietmar Lange

Verfasser:
HFrik
Zeit: 03.12.2019 16:24:50
1
2866835
Nun, auch in Osteuropa kann das Ende des Kohlestroms recht schnell kommen. Und wenn man dort WP zubaut, dann steht für diesen zusätzlichen Strombedarf kein einziges Zertifikat am Markt zusätzlich zur Verfügung. Und auch die bestehenden AKW's werden keine einzige kWh mehr liefern können - und Neubauten sind hoffnungslos unwirtschaftlich und frühestens in Jahrzehnten verfügbar. D.h. jede zugebaute Wärmepumpe in Osteuropa wird mit EE-Strom laufen, der igrnedwo in Europa zugebaut wird. Oder mit von Kohle auf Gas geweechselter Stromerzeugung. Aber in keinem Fall mit Kohle oder Atomstrom. Denn das geht am Markt nicht!

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 03.12.2019 17:27:53
0
2866849
@dyarne

Danke für deinen Beitrag.

Meine Hausbaufirma schreibt zur Installation der FBH:

"Fußbodenheizung 30% ungeregelt

Gem. Empfehlung der Hersteller sollen bei Wärmepumpenanlagen ca. 30 % der zu beheizenden Fläche ungeregelt bleiben; dies sind bevorzugt Diele, Bad und Teile der Wohnfläche; Raumtemperaturregler werden hier nicht eingebaut."

Auf meine Nachfrage hieß es sinngemäß: Dadurch können wir den Puffer sparen, weil damit nicht Gefahr besteht, dass die WP eine Art Notabschaltung machen muss, wenn es plötzlich überall zu warm ist. Hier im Forum habe ich dann später verstanden, was damit gemeint war.

Weil Vaillant aber eben die Standardheizkurve (20°C ; 0,8 oder gar 1,1,?) eingestellt hatte, war die zwingende Folge, dass bei meinen Nachbarn (gleicher Hersteller) bestimmte Räume kochten und die WP wie irre taktete.

D.h. auf der einen Seite hat mein Haushersteller ein Systemschema gewählt, was wp-günstig war (auch die Auslegung der FBH wurde im Forum für befriedigend gefunden, wenn auch nicht von der Auslegetemperatur, aber so von den Längen her), versaut hat es dann der lokaler Vaillanter, weil der als Werkskundendienst (!), einfach nur das Schema F einstellte.
Ich hatte ihn befragt, warum Vaillant nicht einfach niedrigere Standardkurven nimmt. 16°C ; 0,3 würde beispielsweise jedes KfW55 warm kriegen. Da hieß es, dass sie vielleicht demnächst auf 0,5 runtergehen.
Das ist für mich als Endkunde so frustrierend. Sie wissen, dass das was sie da einstellen grob(!) falsch ist. Geben aber keine vernünftige Einführung oder gar Hinweise wie man eine Heizkurve einstellt.
Vielleicht haben wir es auch nicht mit einem Bildungs-, sondern vielmehr mit einem habituellen Problemen zu tun. Es wird stumpf das gemacht, was von oben vorgegeben wird auch wenn viele wissen, dass es falsch ist. (Mir als Beamten passiert sowas nicht;-) )

Für ein Bildungsproblem spricht natürlich, dass Leute vom Fach ernstlich glauben, dass eine WP mit 3kw untere Modulationsgrenze im Neubau immer passt. Was glauben die, was da erst in der Übergangsphase los ist. Da wird die zur On-/Off-WP.

Deine Ausführungen zum Monitoring bestätigen meine Haltung, die Förderung an einer Überprüfung zur koppeln. Offensichtlich können dadurch nicht nur Effizienz der WP sichergestellt werden, sondern auch noch wichtige Erkenntnisse gewonnen werden.

Zusammenfassend hast du das Bildungsproblem überzeugend beschrieben, vielleicht waren meine Erwartungen da wirklich zu hoch (mir fiel gerade noch ein Gespräch mit einem Berufsschullehrer im Bereich SHK ein, der meinte, ich solle mich wegen der Heizkurven nicht so aufregen, die meisten in seinem Kurs, können das Konzept einer Funktion gar nicht verstehen / anwenden).

@pflanze

Mehr Bildung (insb. der eigene Kundendienst, der die Anlagen in Betrieb nimmt) und Zwangsmonitoring bei Förderung?

P.S. Gilt natürlich auf die STA.

P.P.S Noch einmal danke für deinen Beitrag (den im Forum oder darüberhinaus)

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 03.12.2019 17:30:00
1
2866852
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Nun, auch in Osteuropa kann das Ende des Kohlestroms recht schnell kommen. Und wenn man dort WP zubaut, dann steht für diesen zusätzlichen Strombedarf kein einziges Zertifikat am Markt zusätzlich zur Verfügung. Und auch die bestehenden AKW's werden keine einzige kWh mehr liefern können - und[...]


Zur Situation bei Kohle in Polen -Osteuropa

Kann sich Polen von der Kohle befreien?

Im Prinzip ja, aber bis wann ist völlig offen,

:- )))

Dietmar Lange

Verfasser:
HenningReich
Zeit: 03.12.2019 18:04:49
0
2866865
Spanien: Eine der größten europäischen Stromerzeuger Iberdrola hat in den letzten 10 Jahren bereits fast alle fossilen Stromerzeuger stillgelegt und auf Erneuerbare Energien umgestellt. Die letzten Iberdrola Kohlekraftwerke werden aus Kostengründen auf Wind und PV umgestellt bis 2022 - im übrigen komplett subventionsfrei.
Iberdrola ist mit Siemens finanziell über Siemens-Gamesa verbunden und sehr profitabel und wachstumsstark.
Of the total €4.727 billion invested, the largest amount in the group's history for a nine-month period, 87% was for the Networks and Renewables businesses,
https://www.iberdrola.com/press-room/news/detail/record-4-72-billion-investments-push-iberdrola-s-profit-2-51-billion-first-nine-months-2019-20-4
Jeder Stromerzeuger der nicht bald seine Kohlekraftwerke weitestgehend durch Windkraft und PV ergänzt und ersetzt wird wirtschaftlich Probleme bekommen. Und wer viel zu spät kommt den bestraft das Leben mit Konkurs (wie weltweit bereist schon einige male geschehen).

Verfasser:
gnika7
Zeit: 03.12.2019 18:10:36
1
2866869
Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 03.12.2019 19:11:30
1
2866909
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Völlige Zustimmung bis auf den zitierten Abschnitt.

Das, was durch widersinnige Normen, Gesetze und Verordnungen sowie andere "Besonderheiten des deutschen Marktes" abseits von Prototypen und Forschungsvorhaben nicht umgesetzt wird oder gar werden kann, fehlt nicht nur, sondern sorgt auch dafür, dass "die Lust auf Neues" verloren geht. Das ist verheerend für den Standort Deutschland.

Hallo Dietmar,

das war ja auch der Satz, in dem ich meine Meinung geäußert und nicht die von Storch wiedergegeben habe...
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
Es liegt zu einem großen Teil in der Verantwortung der von Dir regelmäßig zitierten Verbände, dass sich die Rahmenbedingungen in eine innovationsverhindernde Richtung entwickelt haben.

Auch bei diesem Satz und den anderen davor gehe ich nicht von Zustimmung Deinerseits aus.

Ich habe sowohl von Verbands- als auch von Unternehmensvertretern in den letzten Jahren öfter Varianten des folgenden Satzes gehört:
Wir müssen uns auch an die eigene Nase fassen, dass die Anzahl der Verordnungen und Einzelregelungen so stark zugenommen hat. Das ist die Kehrseite des Erfolgs bei den Ausnahmen, die wir in einigen Bereichen durchsetzen konnten...

Ein Beispiel aus einem Bereich, den Du kennst - RAL-Gütezeichen:
https://www.glaswelt.de/glaswelt-kommentiert/aufforderung-zum-tanz-oder-warum-man-dem-system-ral-nicht-entfliehen-kann

Denken Sie mal an Ihren Schulball oder den ersten Abschlussball zurück, meine Herren. Und dann Damenwahl. Kennen Sie das Gefühl, wenn etwas auf Sie zukommt, was Sie nicht verhindern können? Genauso ist es kürzlich der Sonnenschutzindustrie gegangen, als bei „einem“ Hersteller die Begehrlichkeit entstanden ist, eine Güterichtlinie haben zu wollen. Das 10-wöchige Verfahren beantragt, die Beiträge bezahlt und die interessierten Kreise informiert und schwups war die Güterichtlinie GZ 370 fertig und gültig. Vollkommen egal, ob die „Gemeinschaft“ der Branche die Sinnhaftigkeit sieht. „Ein“ einzelnes Unternehmen kann es durchsetzen, so einfach sind die Grundsätze der Gütezeichen.


Gesetze und Verordnungen sind genauso wichtig wie Normen und Gütezeichen. Wenn gute und funktionierende Lösungen dann aber nur noch über einen gesondertes Formular, mit einer Einzelfallgenehmigung oder im Rahmen einer Ausschreibung mit der Anforderung "nach Norm xyz" gar nicht realisiert werden können, dann schadet das genauso wie aus dem Ruder laufende staatliche Bürokratie.

Das ist nicht OT, weil es auch zu der Frage gehört, wie die Zukunft der Energiewende aussieht.

Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Kann sich Polen von der Kohle befreien?

Im Prinzip ja, aber bis wann ist völlig offen,

:- )))

Die Antwort passt auch zu der Frage:

Können sowohl deutsche Öl- und Gasheizungen als auch der Verkehrssektor und die Industrie mit PtX-Brennstoffen CO2-neutral versorgt werden?

Grüße
Stefan

Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 03.12.2019 19:33:13
1
2866924
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
@pflanze

Mehr Bildung (insb. der eigene Kundendienst, der die Anlagen in Betrieb nimmt) und Zwangsmonitoring bei Förderung?

"Zwangsmonitoring" würde ich es auf keinen Fall nennen und eine teilweise Auszahlung, die nur bei Erreichung der JAZ erfolgt, halte ich weiterhin für falsch.

Man könnte aber z.B. eine "Bildungsoffensive Wärmewendemonitoring (WWM)" starten:
Wärmemengenzähler und Raum-/Außentemperaturfühler werden gefördert, die Daten (so wie bei dyarne) automatisch ausgelesen und bewertet und dafür erhält jeder Teilnehmer z.B. 100,-€ pro Jahr sowie Tipps zur Optimierung. Nicht beschränkt auf neue Heizungen, sondern ausdrücklich auch zur Optimierung des Bestands.

Sowas kann man im Kleinen testen und schnell mit oder ohne künstliche Intelligenz skalieren.

Das ist nur eine Idee, die mir vor Jahren schonmal kam und kein ausgefeiltes Konzept. Finde, dass das Potential hätte und auf allen Ebenen vom Endkunden über Berufs- und Hochschulen/Unis bis hin zur Heizungsbranche wichtige Erkenntnisse liefern könnte. Und die Politiker hätten dann eine Grundlage für zukünftige Entscheidungen.

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 03.12.2019 19:58:20
1
2866940
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
[...]

Hallo Dietmar,



Ich habe sowohl von Verbands- als auch von Unternehmensvertretern in den letzten Jahren öfter Varianten des folgenden Satzes gehört:
Wir müssen uns auch an die eigene Nase fassen, dass die Anzahl der Verordnungen und Einzelregelungen so stark zugenommen hat. Das ist die Kehrseite des Erfolgs bei den Ausnahmen, die wir in einigen Bereichen durchsetzen konnten...

Ein Beispiel aus einem Bereich, den Du kennst - RAL-Gütezeichen:
https://www.glaswelt.de/glaswelt-kommentiert/aufforderung-zum-tanz-oder-warum-man-dem-system-ral-nicht-entfliehen-kann [...]
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
[...]


Hallo Stefan,

dem Satz mit an der Nase fassen, stimme ich bei Gütezeichen, Labeln etc. zu, da ich die Situation im Solarbereich da ziemlich gut kenne, in der Glasbranche kenne ich mich nicht aus.

Es ist nach deutschem Recht möglich, Gütegemeinschaften zu bilden und für ein kostenpflichtiges Prüfzeichen Bedingungen zu formulieren.

Ob sich dieses Zeichen dann im Markt durchsetzen kann, ist eine ganz andere Frage. Ich verzichte hier bewußt auf die Benennung von konkreten Beispielen
Bei Labeln ist das etwas anders, da hier auch staatlich definierte Label existieren, die für Förderungen und Erfüllungen von Verpflichtungen eine zwingende Voraussetzung sind.
Gruß
Dietmar Lange

Verfasser:
wildbarren
Zeit: 03.12.2019 20:37:41
6
2866970
Verfasser:
fdl1409
Zeit: 03.12.2019 22:03:45
0
2867022
Das gefällt mir so gut, da muss die Sichtbarkeit besser werden ;-)))



Grüße
Frank

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 03.12.2019 22:10:02
2
2867024
Aber jetzt wird albern und billig.

Verfasser:
Benn1904
Zeit: 03.12.2019 22:10:49
0
2867026
Der ist gut ;)

Dampfendes Kamin, so wie es aussieht ohne Brennwerttechnik, ähnliches aber doch anderes Haus (Fenster, Kamin).

Und offensichtlich Gephotoshopt. Fragt sich nur wozu und durch wen.

Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 03.12.2019 22:23:14
0
2867036

Zitat von fdl1409 Beitrag anzeigen
Das gefällt mir so gut, da muss die Sichtbarkeit besser werden ;-)))


[Bild]


Grüße
Frank

Nicole hat Recht!

Aber es gab ja scheinbar keine anderen Themen, bei denen man sich konstruktiv einbringen könnte...:-(

https://www.haustechnikdialog.de/forum/t/148834/Neues-zu-Hoffmann-solarkritik-de
Der nächste holt dann K.F. wieder raus - alles passend zum Thema Zukunft der Energiewende...

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